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Ubuntu: PPA Repository - was ist das?

Der Be­griff PPA Re­po­sito­ry be­schreibt eine nütz­li­che Sys­tem­schnitt­stel­le, über die Soft­ware­ent­wick­ler ihre Ap­pli­ka­tio­nen un­kom­pli­ziert an Ubuntu-Benutzer ver­tei­len kön­nen. Dem­zu­fol­ge ist das Pri­va­te Packa­ge Archi­ve eine zu­sätz­li­che Be­zugs­quel­le, mit der Sie das Soft­ware­an­ge­bot der of­fi­zi­el­len Canonical-Kollektion be­lie­big er­wei­tern kön­nen. Auf­grund des­sen, dass je­der eine PPA be­trei­ben kann, soll­ten Sie die­se Pro­gramm­quel­len al­ler­dings nur sehr ge­zielt ein­set­zen.

Bild von Ubuntu Private Package ArchiveDa­mit ein pri­va­ter Ent­wick­ler sei­ne selbst ge­schrie­be­ne Ubuntu-Applikation über eine PPA-Schnittstelle ver­tei­len darf, be­nö­tigt er näm­lich nichts wei­ter als ein Kon­to bei Launch­pad. Um auf die­ser Platt­form eine in­di­vi­du­el­le PPA-Adresse zu­ge­wie­sen zu be­kom­men, ge­nügt es be­reits ei­nen Na­men und eine E-Mail-Adresse zu hin­ter­le­gen. Nach der Ak­ti­vie­rung der Quel­le fin­det kei­ne wei­te­re Eva­lua­ti­on der dar­über an­ge­bo­te­nen Da­ten­pa­ke­te statt. Folg­lich ist es im Be­reich des Mög­li­chen, dass Ihr Sys­tem durch das Hin­zu­fü­gen ei­ner ne­bu­lö­sen PPA un­be­merkt mit Schad­soft­ware in­fi­ziert wird.

Den­noch ist es fast un­mög­lich, ein pro­duk­ti­ves Ubuntu-System ohne in­stal­lier­te PPA Re­po­si­to­ries zu be­trei­ben. Dies ist in­so­fern kein Pro­blem, da es be­reits meh­re­re ver­trau­ens­wür­di­ge Pro­gramm­quel­len gibt, über die Soft­ware­ent­wick­ler ihre Pro­duk­te schon seit vie­len Jah­ren pfle­gen.

Bild von PPA Repository unter Ubuntu. Was ist eine PPA und wie beeinflusst sie das Betriebssystem? Grafik von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter für Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch, das zu einer NGO von George Soros gehören könnte

Eine be­son­ders an­ge­se­he­ne PPA wird von Unit 193 be­trie­ben, über die un­ter an­de­rem die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Ver­aCrypt ver­teilt wird. An­hand die­ser Quel­le zei­ge ich Ih­nen im Fol­gen­den, wie Sie mit PPA Re­po­si­to­ries rich­tig um­ge­hen und was Sie beim Ein­satz die­ser in­of­fi­zi­el­len Be­zugs­quel­len be­ach­ten soll­ten.

Eine PPA unter Ubuntu hinzufügen

Als mei­ne ers­te Freun­din da­mals zu mir zog, muss­te ich die al­ler­meis­ten mei­ner Fest­plat­ten ver­schlüs­seln. Schließ­lich woll­te ich mei­ne spe­zi­el­len Nei­gun­gen so lan­ge wie mög­lich vor ihr ver­ber­gen. Aus die­sem Grund such­te ich mit­hil­fe ei­ner Such­ma­schi­ne nach ei­ner PPA, über die ich Ver­aCrypt für mei­ne Ubuntu-Version in­stal­lie­ren konn­te.

sudo add-apt-repository ppa:unit193/encryption

Nach ei­ner kur­zen Su­che stieß ich auf die PPA-Domain von Unit 193, die ich dar­auf­hin mei­nem Sys­tem hin­zu­füg­te.

Screenshot von Ubuntu: Hinzufügen der PPA von Unit 193

Das Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA muss zu­sätz­lich mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­tigt wer­den

Nach­dem ich den PPA-Installationsbefehl in ein Terminal-Fenster ein­ge­fügt hat­te, muss­te ich je­doch nicht nur mein Ad­mi­nis­tra­tor­pass­wort ein­ge­ben, son­dern das Hin­zu­fü­gen der neu­en Quel­le au­ßer­dem noch mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­ti­gen.

Screenshot vom Reiter "Andere Programme" in der Ubuntu Aktualisierungsverwaltung

Neue Pro­gramm­quel­len wer­den in der Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung ge­spei­chert

Hin­weis: Die­se bei­den Si­cher­heits­me­cha­nis­men sind des­halb nö­tig, da Sie mit dem Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA-Adresse Ihr Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT an­wei­sen, ab so­fort auch die­se Pro­gramm­quel­le für Software-Updates zu be­rück­sich­ti­gen.

sudo apt-get update

Be­vor ich Ver­aCrypt nun in­stal­lie­ren konn­te, muss­te ich zu­nächst noch alle hin­ter­leg­ten Be­zugs­quel­len in das Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT neu ein­le­sen.

Screenshot von sudo apt-get update

Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT beim Ein­le­sen der neu­en Pro­gramm­quel­le

Erst als ich dar­auf­hin fest­stell­te, dass bei die­sem Pro­zess die PPA Re­po­sito­ry von Unit 193 mit auf­ge­lis­tet wur­de, konn­te ich den In­stal­la­ti­ons­be­fehl ge­ben.

sudo apt-get install veracrypt

Wie Sie se­hen, ist das Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA kein He­xen­werk. Nach der Ein­ga­be von nur drei Be­feh­len konn­te ich mit der Ver­schlüs­se­lung mei­ner Fest­plat­ten be­gin­nen.

Die Vor- und Nachteile einer PPA im Überblick

Na­tür­lich hät­te ich Ver­aCrypt auch mit­hil­fe der Linux-Datei in­stal­lie­ren kön­nen, die auf der Ent­wick­ler­sei­te zum kos­ten­lo­sen Down­load an­ge­bo­ten wird. Ich ent­schied mich je­doch aus fol­gen­den Grün­den für eine PPA:

  • Der Ent­wick­ler bie­tet Ver­aCrypt nicht als Debian-Paket an. Des­halb kann die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware nicht be­nut­zer­freund­lich mit ei­nem Dop­pel­links­klick über das Ubun­tu Software-Center in­stal­liert wer­den.
  • So­bald eine ak­tu­el­le­re Ver­si­on von Ver­aCrypt ver­füg­bar ist, wird die­se bei ei­nem System-Update au­to­ma­tisch über die PPA her­un­ter­ge­la­den und in­stal­liert.

Des Wei­te­ren set­zen die meis­ten Pro­gram­me für Linux-Distributionen di­ver­se Pa­ke­te vor­aus, die be­reits auf dem Sys­tem vor­han­den sein müs­sen. Der Be­trei­ber ei­ner PPA weiß, wel­che Bi­blio­the­ken Ihre Ubuntu-Version be­nö­tigt, um sein Soft­ware­an­ge­bot sta­bil aus­füh­ren zu kön­nen und lie­fert des­halb feh­len­de Hilfs­da­tei­en bei der In­stal­la­ti­on gleich mit aus.

Bild von PPA versus offizielle Quellen. Warum haben PPA Repositories einen schlechten Ruf?

Ob­wohl PPA Re­po­si­to­ries so vie­le Vor­tei­le ha­ben, set­ze ich doch lie­ber Soft­ware aus den of­fi­zi­el­len Quel­len ein. Ne­ben dem be­reits er­wähn­ten Si­cher­heits­ri­si­ko sind die in­of­fi­zi­el­len Pro­gramm­quel­len näm­lich auch in an­de­ren Be­rei­chen pro­ble­ma­tisch.

  • Die Soft­ware aus PPA Re­po­si­to­ries ist in der Re­gel fest an eine be­stimm­te Ubuntu-Version ge­bun­den. Soll­ten Sie also ein Up­grade Ih­rer Linux-Distribution vor­neh­men, dann kön­nen via PPA in­stal­lier­te Pro­gram­me in der Re­gel nicht mehr über ihre in­of­fi­zi­el­len Be­zugs­quel­len ge­war­tet wer­den.

Da­ne­ben ist auch das Ent­fer­nen ei­ner PPA Re­po­sito­ry ge­ra­de für Linux-Neulinge gar nicht so ein­fach.

Das rückstandslose Löschen einer PPA

Nach sehr kur­zer Zeit ver­ließ mich mei­ne ers­te Freun­din lei­der wie­der, um mit ih­rer heu­ti­gen Le­bens­ge­fähr­tin zu­sam­men­zie­hen zu kön­nen. Dem­zu­fol­ge war ich nicht mehr län­ger auf die Diens­te von Ver­aCrypt an­ge­wie­sen, wes­halb ich die Free­ware mit fol­gen­dem Terminal-Befehl de­instal­lier­te:

sudo apt-get remove veracrypt && sudo apt-get autoremove

Ob­wohl ich die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware von mei­nem Sys­tem ge­löscht hat­te, rief APT wei­ter­hin die Pro­gramm­quel­le des Pri­vat­be­trei­bers Unit 193 ab.

Bild vom Entfernen einer PPA Repository

Aus die­sem Grund muss­te ich zu­sätz­lich noch die PPA-Domain von mei­nem Sys­tem ent­fer­nen, was mir mit fol­gen­dem Be­fehl ge­lang:

sudo add-apt-repository -r ppa:unit193/encryption

Wie Sie viel­leicht er­ken­nen kön­nen, sieht der Lösch­be­fehl fast ge­nau­so wie der In­stal­la­ti­ons­be­fehl aus. Der ein­zi­ge Un­ter­schied ist der Zu­satz -r.

Fazit zum Private Package Archive - weniger ist mehr

Die PPA Re­po­sito­ry ist der be­quems­te Weg, um eine Ap­pli­ka­ti­on zu in­stal­lie­ren, die nicht in den of­fi­zi­el­len Quel­len ent­hal­ten ist. Ge­hen Sie mit die­sen Pri­vat­quel­len je­doch sehr spar­sam um, denn schließ­lich kann der Be­trei­ber sei­nen Frei­wil­li­gen­dienst je­der­zeit ein­stel­len. Au­ßer­dem wis­sen Sie nie, wer ge­nau so ein Pri­va­te Pa­cka­ge Ar­chi­ve be­treut und ob der­je­ni­ge Ihre Ab­hän­gig­keit nicht doch für Scha­ber­nack aus­nutzt.

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Mein Name ist Sa­scha, das In­ter­net und ich sind seit 1997 gute Freun­de. Es gibt mir En­ter­tain­ment, Mo­ne­ten und Lie­be, da­für gebe ich ihm seit 2009 viel­sei­ti­ge, mul­ti­me­dia­le An­lei­tun­gen auf den ver­schie­dens­ten Prä­sen­zen. Wäre ich nicht Web­wor­ker, wür­de ich wahr­schein­lich für die Ca­mor­ra das Heim­netz­werk auf De­bi­an um­stel­len und ver­wal­ten. Als Fa­mi­li­en­mensch lie­be ich näm­lich Süd­ita­li­en, das dor­ti­ge Es­sen und die spät­abend­li­chen Ar­beits­zei­ten.


Kategorie: Anleitung

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