Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Nachrichten über Netzwerk (LAN) schreiben - Anleitung

Man könn­te mei­nen 2015 sei al­les zu In­stant Mes­sen­gern ge­sagt, denn die Aus­wahl ist rie­sig. Ich fach­sim­pel­te vor Kur­zem mit ei­nem Soft­ware­ent­wick­ler dar­über, wie man am bes­ten im In­tra­net (LAN) mit sei­nen Kol­le­gen wich­ti­ge Da­ten aus­tauscht. Die Ant­wort ge­stal­te­te sich bei nä­he­rer Über­le­gung als äu­ßerst schwie­rig. Sky­pe, Whats­App, Facebook-Messenger oder ICQ? Kei­ne Al­ter­na­ti­ven. Zum ei­nen müss­te je­der Mit­ar­bei­ter bei ei­nem Dienst an­ge­mel­det sein und zum an­de­ren freut sich ne­ben­bei die NSA bzw. der SWR über die frei­wil­lig über­mit­tel­ten Da­ten. Ein se­pa­ra­ter IMAP/POP3 Ser­ver fürs In­tra­net ist eine gute Lö­sung, ich habe je­doch die Er­fah­rung ge­macht, dass das Schrei­ben von E-Mails ger­ne ver­mie­den wird, da es zu zeit­auf­wen­dig ist bzw. man im­mer dazu an­ge­hal­ten ist, eine ge­wis­se Form ein­zu­hal­ten.

Bild von Ubuntu Instant Messaging Wie Sie se­hen, ist eine si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on im bü­ro­ei­ge­nen Netz­werk ein Stol­per­stein. Ins­ge­samt ist die­se The­ma­tik sehr zu­kunfts­wei­send, denn schließ­lich ist der ra­sche Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen und Da­tei­en so­wie eine un­kom­pli­zier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on der Mit­ar­bei­ter das A und O für den Work­flow. Sie wer­den nun even­tu­ell den­ken: „Wenn man frü­her et­was brauch­te, ist man auf­ge­stan­den und hat es sich ge­holt.” Ja, frü­her wa­ren wir aber auch noch nicht alle dick und be­quem.

Bei den Men­schen über 20 Jah­ren ist der An­teil der Deut­schen mit zu ho­hem BMI noch grö­ßer. So sind laut der Un­ter­su­chung hier­zu­lan­de rund 64 Pro­zent die­ser Män­ner und 49 Pro­zent die­ser Frau­en über­ge­wich­tig.

B.Z.: Über­ge­wicht: Je­der 2. Deut­sche ist zu dick. bz-berlin.de (06/2015).

Was sa­gen Sie, man soll te­le­fo­nie­ren? Zum ei­nen ist das Te­le­fo­nie­ren so was von 1980er und zum an­de­ren ver­ler­nen wir Men­schen zu­neh­mend die di­rek­te Kom­mu­ni­ka­ti­on.

[...] Er schaut schwei­gend auf sein Smart­pho­ne, sie schaut schwei­gend auf ihr Smart­pho­ne. Falls das Paar zwei Kin­der hat, schau­en pro Tisch vier Per­so­nen aufs Smart­pho­ne.

Ba­bel: Ver­lernt der Mensch das Spre­chen? Die kul­tu­rel­le Be­deu­tung von Smart­pho­nes. sagen.at (06/2015).

Un­ter Be­rück­sich­ti­gung die­ser gan­zen Ge­sichts­punk­te ka­men wir am Ende der Un­ter­hal­tung auf ip­tux. Eine Free­ware für Linux-Distributionen wie Ubun­tu und Co., mit der es un­kom­pli­ziert mög­lich ist, lo­kal Nach­rich­ten und Da­tei­en aus­zu­tau­schen. Wie das Gan­ze funk­tio­niert, er­fah­ren Sie nun.

Was ist iptux?

Screenshot von Chatfenster iptux für Ubuntu
Die Free­ware ip­tux ist eine In­stant Messa­ging Soft­ware, hin­ter die­ser chi­ne­si­sche Ent­wick­ler ste­cken und die aut­ark im Netz­werk nach ih­res­glei­chen sucht. Ip­tux ver­fügt über eine gra­fi­sche Ober­flä­che, wel­che ICQ äh­nelt, eine In­ter­net­ver­bin­dung ist nicht nö­tig. Au­ßer­dem funk­tio­niert der Mes­sen­ger mit al­len Linux-Distributionen.

Die Vor­tei­le im Über­blick:

  • Ist ip­tux auf ei­nem Sys­tem in­stal­liert und ge­star­tet, sucht es au­to­ma­tisch nach an­de­ren Kli­en­ten, die ge­ra­de im In­tra­net on­line sind, und fügt die­se gleich­zei­tig zur Kon­takt­lis­te hin­zu.
  • Im Ge­gen­satz zu Net­cat oder Net Send ver­fügt ip­tux über eine gra­fi­sche Ober­flä­che, die den gän­gi­gen Mes­sen­gern nach­emp­fun­den ist, so­dass jede Ab­tei­lung, ohne Vor­kennt­nis­se, da­mit ar­bei­ten kann.
  • Die Free­ware dient nicht nur der di­rek­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on, son­dern bie­tet auch die Mög­lich­keit Da­tei­en (Dokumente/Bilder/Media) aus­zu­tau­schen.
  • Kei­ne Ver­bin­dung zu ex­ter­nen Ser­vern not­wen­dig. Da­durch si­che­rer und schnel­ler Da­ten­aus­tausch.
  • Kli­en­ten kön­nen die Freun­des­lis­te frei kon­fi­gu­rie­ren, d. h. ei­ge­ne Na­men, Grup­pen, Bil­der etc. zu­wei­sen.
  • Das Pa­ket be­fin­det sich in den of­fi­zi­el­len Quel­len, da­durch wird ip­tux au­to­ma­tisch mit den Ubuntu-Updates ak­tua­li­siert.
  • Menü ist in deut­scher Spra­che.

Größ­ter Nach­teil:

  • Der Sup­port zu Win­dows wur­de ein­ge­stellt. Ne­ben Li­nux läuft ip­tux je­doch noch un­ter Mac OS X.

Installation von iptux unter Ubuntu

Screenshot von iptux FreundeslisteWie be­reits er­wähnt, be­fin­det sich ip­tux in den Ubuntu-Quellen. Öff­nen Sie also ein Terminal-Fenster und in­stal­lie­ren Sie die Chat­soft­ware mit sudo apt-get install iptux. Al­ter­na­tiv er­hal­ten Sie das Pro­gramm auch über Syn­ap­tic. So­bald ip­tux ge­öff­net wur­de, kön­nen Sie es in den Hin­ter­grund ver­schie­ben. Be­kom­men Sie eine Nach­richt er­tönt stan­dard­mä­ßig ein akus­ti­sches Si­gnal.

Programm mit System starten

Da­mit ein Rech­ner im­mer an­sprech­bar ist, soll­ten Sie ip­tux beim Sys­tem­start au­to­ma­tisch star­ten las­sen.

  1. Na­vi­gie­ren Sie über die Ubun­tu Dash-Startseite in das Menü „Start­pro­gram­me”.
  2. Kli­cken Sie auf die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen”.
  3. Im sich öff­nen­den Fens­ter ge­ben Sie hin­ter dem Feld „Name” ip­tux ein.
  4. In die Zei­le „Be­fehl” kommt /usr/bin/iptux.
  5. Be­stä­ti­gen Sie mit „OK”.

Screenshot von Ubuntu Autostart mit iptux

Da­mit ha­ben Sie ip­tux er­folg­reich in den Au­to­start ge­la­den.

Fazit

Als lang­jäh­ri­ger, ehe­ma­li­ger ICQ-Nutzer bin ich na­tür­lich sehr an­ge­tan von ip­tux. Das Bes­te an der Free­ware ist die Un­ab­hän­gig­keit. Kei­ne Ser­ver, kei­ne Re­gis­trie­rung, kein Da­ten­miss­brauch - ein­fach ein ge­schlos­se­nes Sys­tem.

Der Res­sour­cen­ver­brauch ist eben­so sehr mo­de­rat. Ip­tux ge­neh­migt sich le­dig­lich zwi­schen 8 und 16 Me­ga­byte Ar­beits­spei­cher.

Tipp: Ip­tux ist auch ide­al, um Da­tei­en im Netz­werk zu tau­schen ohne über ein Netz­lauf­werk zu ver­fü­gen oder sich mit der Ubun­tu Ord­ner­frei­ga­be rum­zu­pla­gen.

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Mein Name ist Sa­scha, das In­ter­net und ich sind seit 1997 gute Freun­de. Es gibt mir En­ter­tain­ment, Mo­ne­ten und Lie­be, da­für gebe ich ihm seit 2009 viel­sei­ti­ge, mul­ti­me­dia­le An­lei­tun­gen auf den ver­schie­dens­ten Prä­sen­zen. Wäre ich nicht Web­wor­ker, wür­de ich wahr­schein­lich für die Ca­mor­ra das Heim­netz­werk auf De­bi­an um­stel­len und ver­wal­ten. Als Fa­mi­li­en­mensch lie­be ich näm­lich Süd­ita­li­en, das dor­ti­ge Es­sen und die spät­abend­li­chen Ar­beits­zei­ten.


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