Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Spiele für Ubuntu - Steam erste Anlaufstelle

Als es im Jah­re 2003 nur noch mög­lich war, Coun­ter Strike von Val­ve über Steam zu spie­len, ging ein Rau­nen durch die Zo­cker­welt. Zehn Jah­re frü­her als die Kon­kur­renz von Elec­tro­nic Arts und Ubi­soft, brach­te Val­ve mit Steam die ers­te Internet-Vertriebsplattform für Com­pu­ter­spie­le zur Welt. Auf Steam ver­treibt je­doch nicht nur Val­ve ei­ge­ne Spie­le, son­dern prin­zi­pi­ell ist es je­der Spie­le­schmie­de mög­lich, ihre Soft­ware auf der Platt­form an­zu­bie­ten. Ins­ge­samt fährt Val­ve mit Steam eine sehr of­fe­ne Phi­lo­so­phie. Wäh­rend­des­sen die Kon­kur­renz­pro­duk­te EA Origins und Uplay haupt­säch­lich we­gen des Online-Zwangs in der Kri­tik ste­hen, ist es mit Steam eben­so mög­lich, Spie­le im Offline-Modus zu spie­len.

Wollt ihr al­ler­dings nicht die gan­ze Zeit, wäh­rend ihr spielt, on­line blei­ben, dann gibt es den prak­ti­schen Steam Off­line Mo­dus, mit dem ihr die meis­ten Spie­le auch ohne In­ter­net­ver­bin­dung spie­len könnt.

We­ken­borg, Jo­nas: Steam: Off­line Mo­dus ak­ti­vie­ren. giga.de (01/2015).

Steam ist Linux-Pionier

Bild von STEAM UBUNTUIm Früh­jahr 2012 stell­te Val­ve ein Team zu­sam­men, das zu­nächst ei­nen Steam-Klienten für Ubun­tu 12.04 LTS ent­wi­ckeln soll­te. Kurz dar­auf folg­te eine Beta-Version, die im Fe­bru­ar 2013 aus­ge­reift war und seit­dem fes­ter Be­stand­teil des Ubun­tu Software-Centers ist. Zu­nächst be­gann Val­ve da­mit ei­ge­ne Spie­le für Ubun­tu um­zu­por­tie­ren. Ers­tes ak­tu­el­les Spiel für Li­nux soll­te Left 4 Dead 2 wer­den. Die gro­ße Her­aus­for­de­rung war es, dass Spiel von Direct3D für Win­dows auf OpenGL zu por­tie­ren. Nach ers­ten Ver­su­chen konn­ten die Ent­wick­ler mit ei­nem In­tel i7 3930K und ei­ner Ge­Force GTX 680 ge­ra­de ein­mal frus­trie­ren­de 6 FPS (frames per se­cond) er­rei­chen. Nach ei­ni­ger Ent­wick­lungs­zeit schaff­te es das Valve-Linux-Team, dass Left 4 Dead 2 un­ter Ubun­tu so­gar deut­lich mehr FPS als un­ter Win­dows er­reich­te.

Af­ter this work, Left 4 Dead 2 is run­ning at 315 FPS on Li­nux. That the Li­nux ver­si­on runs fas­ter than the Win­dows ver­si­on (270.6) [...].

Valve-Linux: Fas­ter Zom­bies! blog.valvesoftware.com (01/2015).

Die Er­kennt­nis der Ent­wick­ler war es, dass wenn der of­fe­ne OpenGL-Treiber stark an­ge­passt wird, kann die­ser leis­tungs­fä­hi­ger sein als Direct3D oder Di­rec­tX. Die­se An­pas­sung kos­tet je­doch viel Ent­wick­lungs­zeit.
Zwi­schen­zeit­lich sind alle Spie­le von Val­ve auch für Ubun­tu er­hält­lich. Neu­erschei­nun­gen des Spie­le­her­stel­lers wer­den in Zu­kunft auch im­mer gleich für Ubun­tu, Win­dows und Mac ver­füg­bar sein.

Nach­dem Val­ve den An­fang ge­macht hat­te bo­ten vor al­lem freie Spiele-Entwickler (In­die Ga­mes), oft­mals kos­ten­los, ihre Spie­le für Ubun­tu über Steam an. Aber auch kom­mer­zi­el­le Spie­le­schmie­den wie Cro­team (Se­rious Sam) wa­ren von der Idee be­geis­tert.

[...] our ga­mes are avail­ab­le to ever­yo­ne, re­gard­less what type of com­pu­ter they’re run­ning. That’s huge.

La­da­vac, Alan: Best ex­pe­ri­en­ced on Ubun­tu. store.steampowerd.com (01/2015).

2013 - 2014 kam eine gro­ße Wel­le an Spie­len für Ubun­tu auf. Vor al­lem kos­ten­lo­se Spie­le, die be­reits über den Emu­la­tor WINE un­ter Li­nux spiel­bar wa­ren (DoTA 2, Team Fort­ress 2, Star Con­flict etc.) wur­den na­tiv auf Ubun­tu por­tiert und über Steam zum Down­load an­ge­bo­ten.

Screenshot von Counter Strike:GO unter UbuntuZwi­schen­zeit­lich fin­den Sie un­ter Steam mehr als 1500 Spie­le, die ab Ubun­tu 12.04 LTS funk­tio­nie­ren. Dar­un­ter zäh­len auch im­mer mehr Neu­erschei­nun­gen wie Eu­ro­pa Uni­ver­sa­lis, Sid Meier’s Ci­vi­li­sa­ti­on oder Cru­sader Kings 2. Wahr­schein­lich auf­grund der auf­wen­di­gen OpenGL-Portierung, sind es noch haupt­säch­lich Stra­te­gie­spie­le die für Ubun­tu er­schei­nen. Mit Was­te­land 2, Counter-Strike:GO und Left 4 Dead 2 so­wie Ver­dun gibt es je­doch eben­so ge­nü­gend gra­fisch an­spruchs­vol­le­re Spie­le.

Steam unter Ubuntu installieren

Screenshot von Steam InstallerZu­nächst la­den Sie sich die kos­ten­lo­se Steam-Software her­un­ter. Kli­cken Sie die DEB-Datei mit rech­ter Maus­tas­te an und öff­nen Sie die­se im Ubun­tu Software-Center. Kli­cken Sie an­schlie­ßend auf die Schalt­flä­che „In­stal­lie­ren”. Es öff­net sich ein Installer-Menü, wäh­len Sie hier „Start Steam”. Im nächs­ten Schritt müs­sen Sie die Lizenz-Bedingungen ak­zep­tie­ren. Es kann nun sein, dass sich ein Terminal-Fenster öff­net und Sie auf­ge­for­dert wer­den, be­stimm­te Pa­ke­te zu in­stal­lie­ren. Be­stä­ti­gen Sie dies mit Ih­rem Sudo-Kennwort. Fol­gen Sie den In­stal­la­ti­ons­an­wei­sun­gen, es wird au­to­ma­tisch ein Ein­trag in Ih­rer sources.list er­zeugt.

Screenshot von Updating Steam
Nach­dem sich die Soft­ware au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert hat, kön­nen Sie sich ent­we­der ein­log­gen oder ein neu­es, kos­ten­lo­ses Kon­to er­stel­len.

Spiele für Linux in Steam finden

Auch wenn der Steam-Klient auf Ih­ren Sys­tem­da­ten­trä­ger in­stal­liert wird ist es mög­lich, her­un­ter­ge­la­de­ne Spie­le auf an­de­ren Fest­plat­ten zu spei­chern. Den In­stal­la­ti­ons­ord­ner än­dern Sie über den Rei­ter „Steam” im Menü „Set­tings” un­ter „Down­loads”. Es kön­nen eben­falls mit True­Crypt ver­schlüs­sel­te Da­ten­trä­ger ver­wen­det wer­den.

Screenshot von Steam Game Menü
Log­gen Sie sich ein, öff­net sich der Steam-Browser.

  1. Kli­cken Sie oben auf den Rei­ter „Store”.
  2. Wäh­len Sie den Rei­ter „Ga­mes” aus und sor­tie­ren Sie die Spie­le mit „Stea­m­OS + Li­nux”.
  3. Kli­cken Sie ein Spiel an, wel­ches Ih­nen zu­sagt.
  4. Kos­ten­lo­se „Free To Play” Spie­le kön­nen Sie di­rekt in­stal­lie­ren und spie­len. Kos­ten­pflich­ti­ge Spie­le wer­den di­rekt nach der Be­zah­lung ver­füg­bar. Mit Pay­Pal dau­ert dies nur we­ni­ge Mi­nu­ten.

Wich­tig: Sie müs­sen kei­ne Angst vor Abo-Gebühren ha­ben. Die Prei­se in Steam sind die End­prei­se. Nach dem Kauf ist das Spiel mit Ih­rem Kon­to ver­knüpft, ge­hört Ih­nen und kann je­der­zeit neu in­stal­liert wer­den.
Si­cher­heit: Wenn Sie un­ter Ubun­tu in Steam ein­ge­loggt sind kön­nen Sie kein Spiel kau­fen, wel­ches nicht für Li­nux ver­füg­bar ist. Bei der Aus­wahl wür­de dann eine Feh­ler­mel­dung er­schei­nen.

Tipps und Erfahrungen mit Steam und Ubuntu

Prin­zi­pi­ell wer­den Sie zwi­schen Ubun­tu und Win­dows kei­nen Un­ter­schied beim Spie­len fest­stel­len. Up­dates für Spie­le wer­den un­ter Steam au­to­ma­tisch in­stal­liert. Oft­mals wird da­durch auch die Kom­pa­ti­bi­li­tät zur Linux-Distribution wei­ter ver­bes­sert.

Als zu­künf­ti­ger Linux-Spieler soll­ten Sie je­doch im­mer dar­auf ach­ten, dass Sie ei­nen ak­tu­el­len Grafikkarten-Treiber des Her­stel­lers ver­wen­den. Auch wenn Sie sich neue Grafik-Hardware be­schaf­fen ist für Sie in Zu­kunft nur noch die Kom­pa­ti­bi­li­tät für OpenGL aus­schlag­ge­bend. Dies soll­te je­doch kein Pro­blem dar­stel­len. Coun­ter Strike:GO funk­tio­niert bei­spiels­wei­se mit OpenGL 2.0 und Eu­ro­pa Uni­ver­sa­lis mit OpenGL 2.1. Ak­tu­el­le Gra­fik­kar­ten un­ter­stüt­zen be­reits OpenGL 4.0 und hö­her.

Fazit

Wenn Ubun­tu Ihr Be­triebs­sys­tem ist und Sie na­ti­ve Linux-Spiele spie­len möch­ten, führt der­zeit kein Weg an Steam vor­bei. Ich per­sön­lich fin­de das über­haupt nicht schlimm. Ich habe schon ei­ni­ge Spie­le für Li­nux über Steam ge­kauft und bin sehr zu­frie­den. Spiel­stän­de las­sen sich so­wohl off­line, als auch in der Steam-Cloud spei­chern. Ge­ra­de für je­man­den wie mich, der viel tes­tet und da­bei ger­ne mal sein Sys­tem crasht, ist das ide­al.

Tipps für be­sorg­te El­tern:

Auch wenn Sie et­was die Kon­trol­le dar­über be­hal­ten möch­ten, was und wie lan­ge Ihr Schütz­ling so am Com­pu­ter spielt, ist Steam ide­al. Es las­sen sich Familien-Accounts ein­rich­ten, dar­über se­hen Sie bei­spiels­wei­se, wie lan­ge Ihr Kind spielt. Au­ßer­dem gibt es für ge­walt­ver­herr­li­chen­de Spie­le Al­ters­per­ren.

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Ra­dio hö­ren in Ubun­tu

(Screen­shots: Steam & Coun­ter Strike:GO un­ter Gu­bun­tu 14.04 LTS)

Warum gibt es wenig Spiele für Ubuntu (Linux)?

Wäh­rend­des­sen ich von Stu­den­ten, Selbst­stän­di­gen und äl­te­ren Men­schen aus­schließ­lich po­si­ti­ves Feed­back er­hal­te, wenn ich die­se Grup­pen auf eine Linux-Distribution wie Ubun­tu oder De­bi­an be­kehrt habe, fürch­ten Ju­gend­li­che die­se Be­triebs­sys­te­me wie der Teu­fel das Weih­was­ser. Grund da­für sind na­tür­lich die feh­len­den Spie­le. Doch war­um gibt es so we­nig Spie­le für Li­nux? Die­ser Fra­ge ver­su­che ich, für Sie auf den Grund zu ge­hen.

Was ist DirectX und OpenGL?

Bild von Ubuntu GamesZu­nächst ein­mal soll­ten Sie wis­sen, dass Spie­le haupt­säch­lich für Spie­le­kon­so­len pro­gram­miert wer­den. Die­sen Markt tei­len sich im Gro­ßen und Gan­zen Sony (Play­sta­ti­on) und Mi­cro­soft (Xbox). Bei­de Fir­men sind auch Spie­le­her­stel­ler. Zu­sam­men wur­den die neus­ten Kon­so­len, Play­sta­ti­on 4 und Xbox One, im No­vem­ber 2014 be­reits über 23 Mil­lio­nen Mal ver­kauft.

Dem­nach hat sich die Sony-Konsole 15 Mil­lio­nen Mal ver­kauft. Die Microsoft-Spielekonsole kommt auf acht Mil­lio­nen Ex­em­pla­re.

PC Ga­mes: Ver­kaufs­zah­len Play­sta­ti­on 4. pcgameshardware.de (12/2014).

Für Ent­wick­ler von Spie­len ist der Kon­so­len­markt also enorm wich­tig. Um ei­nen wei­te­ren Markt zu er­schlie­ßen, wer­den die meis­ten Spie­le auch für den PC por­tiert. Da­mit je­der Com­pu­ter, mit sei­nen un­ter­schied­li­chen Hardware-Konfigurationen, ein Spiel be­trei­ben kann, gibt es di­ver­se Pro­gram­mier­schnitt­stel­len. Be­kann­tes­te Schnitt­stel­le ist Di­rec­tX von Mi­cro­soft.

Di­rec­tX ist eine Samm­lung von Mul­ti­me­dia­tech­no­lo­gi­en, die für vie­le Windows-Spiele er­for­der­lich sind.

Mi­cro­soft: Wel­che DirectX-Version ist auf dem Com­pu­ter in­stal­liert. windows.microsoft.com (12/2014).

Prak­tisch ist die­ser Um­stand in­so­fern, dass die Xbox One von Mi­cro­soft alle Spie­le bis Di­rec­tX 11.2 und dar­un­ter be­trei­ben kann. Dem­entspre­chend zeit- und kos­ten­spa­rend fällt die Por­tie­rung der Spie­le­her­stel­ler für Windows-Betriebssysteme aus. Die Play­sta­ti­on hin­ge­gen be­nutzt GNMX als Pro­gram­mier­schnitt­stel­le. Da aber fast alle Spie­le so­wohl für die Xbox als auch für die Play­sta­ti­on er­schei­nen, wer­den die­se in der Re­gel gleich für Di­rec­tX pro­gram­miert und dann dem­entspre­chend für die Sony-Konsole um­po­riert.

Das Di­rec­tX von Mi­cro­soft fin­det in Linux-Distributionen wie Ubun­tu je­doch kei­ner­lei Ver­wen­dung. Das Pen­dant dazu heißt OpenGL. Ubun­tu 14.04 LTS wur­de bei­spiels­wei­se mit OpenGL 4.3 aus­ge­lie­fert, wel­ches un­ge­fähr der Leis­tung von Di­rec­tX 11.0 ent­spricht.

Für ei­nen Spie­le­pro­gram­mie­rer wäre es mit gro­ßer Si­cher­heit über­haupt kein Pro­blem, ein Spiel für Li­nux zu por­tie­ren. Das Gan­ze wür­de je­doch vor al­lem Zeit und Geld kos­ten.

Das Pro­blem war noch nie, daß man die DirectX-Pipeline tech­nisch nicht auf OpenGL ab­bil­den konn­te, son­dern der da­mit ver­bun­de­ne Arbeits- und Test­auf­wand, der nach wie vor nicht zu un­ter­schät­zen ist [...].

MrBrown: Was ist das mit Di­rec­tX Spie­len? forum.golem.de (12/2014).

Die­se In­ves­ti­ti­on lohnt sich für die meis­ten Spie­le­her­stel­ler noch nicht. Der Markt­an­teil von Li­nux und des­sen Dis­tri­bu­tio­nen ist in Deutsch­land zwar ste­tig stei­gend, je­doch sehr ge­ring.

[...] be­trägt der Linux-Anteil in Deutsch­land im April (Stand 26. April) 2,43 Pro­zent.

Frey, Ste­phan: Nach Win­dows XP-Aus: Li­nux baut Markt­an­teil im April deut­lich aus. technik-smartphone-news.de (12/2014).

Wenn Sie da­von aus­ge­hen, dass die meis­ten Linux-Systeme auf Office-PCs in­stal­liert sind, sieht es für den Spie­le­markt noch schlech­ter aus.

Native Spiele und Wine - Unterschiede?

Screenshot von Freeciv 2.4.4Ob­jek­tiv be­trach­tet gibt es so­gar eine gro­ße An­zahl von na­ti­ven Linux-Spielen. Also Spie­le, die für Li­nux por­tiert und/oder ent­wi­ckelt wur­den. Lei­der se­hen die­se Spie­le meis­tens so aus wie auf dem Com­mo­do­re Ami­ga 500 Anno 1993. Ei­nes der be­lieb­tes­ten ech­ten Linux-Spiele ist bei­spiels­wei­se Free­civ. Die­ses kos­ten­lo­se Spiel äh­nelt in der Gra­fik und Spiel­me­cha­nik Ci­vi­li­za­ti­on II aus dem Jah­re 1996. Der Grund, war­um Linux-Spiele so schlecht aus­se­hen bzw. ein Ab­klatsch von al­ten Klas­si­kern sind, ist, dass die Ent­wick­ler die­se Spie­le kos­ten­los an­bie­ten und in ih­rer Frei­zeit pro­gram­mie­ren.

Möch­ten Sie ein­mal Free­civ aus­pro­bie­ren und ein ech­tes Linux-Spiel er­le­ben, dann ge­hen Sie wie folgt vor:

  1. Öff­nen Sie ein Terminal-Fenster und in­stal­lie­ren Sie die feh­len­den Pa­ke­te mit sudo apt-get install libcurl4-gnutls-dev libgtk-3-dev.
  2. La­den Sie sich eine ak­tu­el­le Spiel­ver­si­on her­un­ter.
  3. Für Ubun­tu oder De­bi­an na­vi­gie­ren Sie an­schlie­ßend über ein Terminal-Fenster in Ih­ren Download-Ordner mit cd Downloads.
  4. Ent­pa­cken Sie die Da­tei mit tar -xvf freeciv-2.4.4.tar.bz2 (Ver­si­ons­num­mer an­pas­sen).
  5. Na­vi­gie­ren Sie in den Freeciv-Ordner mit cd freeciv-2.4.4 (Ver­si­ons­num­mer an­pas­sen).
  6. Be­rei­ten Sie die In­stal­la­ti­on mit ./configure vor.
  7. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei­en be­rei­ten Sie nun mit make auf.
  8. Star­ten Sie die In­stal­la­ti­on von Free­civ mit sudo make install.
  9. Star­ten Sie das Spiel mit freeciv-gtk3.

Sie se­hen, auch die In­stal­la­ti­on von na­ti­ven Linux-Spielen ist gar nicht so ein­fach.

Screenshot vom Menü Länderauswahl aus Freeciv 2.4.4Als Ubuntu-Nutzer kön­nen Sie je­doch auch über das Ubun­tu Software-Center kos­ten­lo­se Spie­le, je­des Gen­res, be­zie­hen. Auch man­che Windows-Spiele las­sen sich un­ter Li­nux spie­len. Hier­für be­nö­ti­gen Sie die Er­wei­te­rung Wine und even­tu­ell das De­ri­vat da­von Play­On­Linux. Die­se Soft­ware emu­liert eine Windows-Umgebung. Vor al­lem äl­te­re Spie­le (bis Di­rec­tX 9) las­sen sich mit die­ser Soft­ware, mal bes­ser, mal eher schlech­ter, spie­len.

Spielemarkt ist hart umkämpft

Die Lis­te der Spie­le­schmie­den, die in die In­sol­venz ge­hen muss­ten, ist sehr lan­ge. Als Bei­spie­le hier­für gel­ten un­ter an­de­rem Jo­wood (In­dus­trie­gi­gant), THQ (Com­pa­ny of He­ros), As­ca­ron (An­stoss) und Spell­bound (Go­thic).

Die Ent­wick­lung neu­er Spie­le­ti­tel kos­tet zwi­schen­zeit­lich so­gar mehr als die Pro­duk­ti­on ei­nes Ki­no­films.

[...] die ge­sam­te Ent­wick­lung von Battle­field 4 [hat] 100 Mil­lio­nen US-Dollar ge­kos­tet.

Zim­mer­mann, Marc: Battle­field 4 - Ent­wick­lung hat $100 Mil­lio­nen ge­kos­tet. ps4magazin.de (12/2014).

Wenn ein Ti­tel nicht ein­schlägt und die Ent­wick­lungs­kos­ten ein­spielt, ge­hen bei ei­nem Spiele-Entwickler schnell die Lich­ter aus. Es ist also le­gi­tim, dass Spie­le nur für Platt­for­men er­schei­nen, bei de­nen sich der Kosten-Nutzen-Faktor zu­min­dest die Waa­ge hält und da­für ist Li­nux und des­sen Dis­tri­bu­tio­nen ein­fach noch zu un­at­trak­tiv.

Fazit und Zukunftsaussichten

Wenn Sie die Gra­fik von na­ti­ven Linux-Spielen nicht er­tra­gen, rate ich Ih­nen von Wine ab. Selbst wenn Sie ir­gend­wie und ir­gend­wann ein Windows-Spiel un­ter bei­spiels­wei­se Ubun­tu zum Lau­fen be­kom­men, müs­sen Sie im­mer Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Kau­fen Sie sich lie­ber für we­ni­ge Euro eine Win­dows XP Ver­si­on und in­stal­lie­ren Sie sich ein Dual-Boot-System.

Ich hof­fe ich konn­te die Fra­ge: „War­um gibt es we­nig Spie­le für Ubun­tu?” für Sie aus­rei­chend be­ant­wor­ten. Auch wenn es der­zeit noch düs­ter aus­sieht, müs­sen Spie­le­freun­de, die wei­ter an ih­rer Linux-Distribution fest­hal­ten wol­len, nicht ver­zwei­feln.

Seit Ubun­tu 12.04 LTS gibt es näm­lich ei­nen Stern am Him­mel. Der Stern trägt den Na­men Val­ve. In ei­nem der nächs­ten Ar­ti­kel mei­ner Ka­te­go­rie Spie­le er­fah­ren Sie, war­um Val­ve viel Geld in­ves­tiert, um mög­lichst vie­le ak­tu­el­le Spie­le für Li­nux auf der Spie­le­platt­form Steam an­zu­bie­ten.

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