Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Dauer der PC-Nutzung kontrollieren - Kindersicherung einrichten

Der freie Zu­gang zu Com­pu­tern und da­mit zum In­ter­net ist ge­ra­de für Kin­der und Ju­gend­li­che der BRD enorm wich­tig. Als ehe­ma­li­ger Uni­ver­si­täts­stu­dent ei­ner deut­schen Me­tro­po­le habe ich Kom­mi­li­to­nen ken­nen­ge­lernt, die zwar vom Smart­pho­ne über Smart-TV bis hin zur Spie­le­kon­so­le al­les hat­ten, je­doch nicht wuss­ten, wie Sie am PC ein simp­les Han­dout an­fer­ti­gen oder ih­ren Web­brow­ser up­daten. Ich per­sön­li­che hal­te des­halb nichts von PC-Verboten. An­de­rer­seits war ich vor Kur­zem in ei­ner Dro­ge­rie und sah ei­nen Auf­stel­ler mit Pfle­ge­du­schen na­mens bi­lou. Wer­be­fi­gur für die ve­ga­nen Dusch­schäu­me ist Bi­an­ca Hei­ni­cke, ih­res Zei­chens YouTube-Star und Be­trei­be­rin des Ka­nals „Bi­bis­Be­au­ty­P­a­lace”.

Ubuntu - Zeit der PC-Nutzung beschränkenVor dem Ver­kaufs­dis­play strit­ten drei pu­ber­tie­ren­de, kor­pu­len­te, freund­li­che Mäd­chen dar­über, wel­cher Duft denn am bes­ten sei. Eine Fla­sche der Kör­per­pfle­ge kos­te­te 3,95 Euro, was je­doch nichts mach­te, da Bibi cool ist und das Geld wohl von der Mut­ter kam, wie ei­nes der Gir­lies ver­lau­ten ließ: „Ey isch hab die zehn Euro mei­na Mut­ta ab­ge­zo­gen!” Ge­ne­rell spra­chen die Mäd­chen so wie Jel­la Haa­se in ih­rer Rol­le als Chan­tal.

Isch hab risch­tisch vie­le Freun­de auf der Haupt­schu­le. Au­ßer­dem is­ses die bes­se­re Schu­le, weil sie kür­zer ist, und weil man in der­sel­ben Zeit viel mehr ler­nen muss als mit Gym­na­si­um mit mehr Jah­ren.

Con­stan­tin Film: FACK JU GÖHTE 2 Chan­tals Klas­si­ker - Wir Kin­der vom Bahn­hof Zoh. youtube.com (05/2016).

Ich hät­te also durch­aus Ver­ständ­nis für die „ab­ge­zo­ge­ne” Mut­ter, wenn Sie ein In­ter­es­se dar­an hät­te, dass Ihre Toch­ter tem­po­rär we­ni­ger Dau­er­wer­be­sen­dun­gen auf You­Tube sieht. Glei­ches gilt selbst­ver­ständ­lich auch für Spröss­lin­ge, die den gan­zen Tag Mine­craft oder Grand Theft Auto spie­len und des­halb nur noch im Schul­bus ler­nen. Be­steht die Ge­fahr, dass der Ben­gel nicht ver­setzt wird, kann selbst ich nach­voll­zie­hen, dass El­tern den Com­pu­ter­kon­sum be­schrän­ken wol­len, bis al­les wie­der im Lot ist.

Screenshot von timekpr - Behalten Sie die Kontrolle über die Computernutzung

Falls Sie also die PC-Nutzung für Ihre Kin­der oder even­tu­ell so­gar für sich selbst ein­schrän­ken und über­wa­chen müs­sen, emp­feh­le ich die kos­ten­lo­se Soft­ware Timek­pr, wel­che für die Ubun­tu Voll­ver­sio­nen 14.04 LTS und 16.04 LTS ver­füg­bar ist. Um die Kin­der­si­che­rung zu instal­lie­ren, soll­ten Sie fol­gen­de Schrit­te nach­ein­an­der aus­füh­ren.

  1. Öff­nen Sie ein Terminal-Fenster.
  2. Fü­gen Sie die PPA der Free­ware mit­hil­fe von sudo add-apt-repository ppa:mjasnik/ppa hin­zu.
  3. Ak­tua­li­sie­ren Sie mit sudo apt-get update Ihre Soft­ware­quel­len.
  4. In­stal­lie­ren Sie Timek­pr mit sudo apt-get install timekpr.

Hin­weis: Timek­pr hin­ter­lässt ei­nen Ein­trag im Autostart-Menü und wird ab so­fort au­to­ma­tisch mit Ubun­tu ge­star­tet.

Dauer der PC-Nutzung begrenzen

Mit­hil­fe von Timek­pr ist es für den Ad­mi­nis­tra­tor dank ei­ner ein­fa­chen Be­nut­zer­ober­flä­che mög­lich, ei­nem be­lie­bi­gen Be­nut­zer­kon­to Zeit­kon­tin­gen­te ein­zu­tei­len. Ist die Ta­ges­zeit ab­ge­lau­fen, loggt sich Ubun­tu selbst­stän­dig aus und der PC ist für den Be­nut­zer bis zum nächs­ten Kon­tin­gent ge­sperrt.

Öff­nen Sie Timek­pr über die Ubun­tu Dash-Startseite bzw. über Ihre Tas­kleis­te, wer­den Sie auf­ge­for­dert, Ihr Ad­mi­nis­tra­tor­kenn­wort ein­zu­ge­ben. Der zu kon­di­tio­nie­ren­de Be­nut­zer darf des­halb nicht über die­ses Pass­wort ver­fü­gen, sonst könn­te die­ser die Sper­re selbst­stän­dig auf­he­ben. Für die Kon­fi­gu­ra­ti­on der Com­pu­ter­nut­zung ge­hen Sie wie folgt vor:

  1. Über­prü­fen Sie, ob rechts oben das rich­ti­ge Be­nut­zer­kon­to aus­ge­wählt ist.
  2. Wech­seln Sie in den Rei­ter „Zeit­be­schrän­kun­gen”, set­zen Sie ei­nen Ha­ken bei „Nut­zungs­dau­er be­gren­zen” und ge­ben Sie für je­den Wo­chen­tag die Mi­nu­ten an, die Ihr Kind frei über den Com­pu­ter ver­fü­gen darf.
  3. Tipp: Kon­fi­gu­rie­ren Sie zu­dem den Me­nü­punkt „An­mel­de­zeit­punkt be­gren­zen”. Dar­über le­gen Sie Zeit­räu­me fest, in de­nen sich der Be­nut­zer in das Sys­tem ein­log­gen darf. So­mit ver­hin­dern Sie bei­spiels­wei­se, dass Ihr Nach­wuchs mit­ten in der Nacht auf­steht und sich vor den PC setzt, um ver­lo­re­ne Spiel­zeit nach­zu­ho­len. Oder nach­mit­tags, wäh­rend­des­sen Sie noch ar­bei­ten, auf You­Tube surft, an­stel­le Haus­auf­ga­ben zu ma­chen.
  4. Be­stä­ti­gen Sie die Ein­ga­ben über die Schalt­flä­che „An­wen­den”.

Dar­auf­fol­gend se­hen Sie im Rei­ter „Sta­tus” wie vie­le PC-Minuten der oben aus­ge­wähl­te Be­nut­zer für die­sen Tag noch zur Ver­fü­gung hat.

Kinder verfügen dennoch über sämtliche Freiheiten

Wenn Sie Timek­pr ein­ma­lig kon­fi­gu­riert ha­ben, ge­schieht al­les Wei­te­re au­to­ma­tisch. Star­tet Ihr Ab­kömm­ling den Com­pu­ter und loggt sich über den An­mel­de­bild­schirm ein, sieht die­ser rechts oben in der Tas­kleis­te di­rekt, wie viel PC-Zeit noch zur Ver­fü­gung steht.

Screenshot von Timekpr in Ubuntu 16.04 LTS Taskleiste

Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Kin­der­si­che­run­gen schützt Timek­pr vor He­li­ko­pter­el­tern:

  • Pri­vat­sphä­re: Timek­pr zeich­net das Be­nut­zer­ver­hal­ten nicht auf. In der ein­ge­teil­ten Zeit, kön­nen die Kids frei über das Ubuntu-System ver­fü­gen. Egal, ob die­se spie­len, sur­fen oder Vi­de­os an­schau­en, ste­hen Sie als Ad­mi­nis­tra­tor nicht da­ne­ben, wer­den Sie nicht er­fah­ren, wie der PC ge­nutzt wur­de.
  • In­di­vi­dua­li­sie­rung bleibt: Timek­pr ver­hin­dert nicht, dass der Be­nut­zer sein Kon­to frei ge­stal­tet. Wie auch ohne die­se Soft­ware ist es so­mit dem An­wen­der mög­lich, die Bild­schirm­auf­lö­sung, das Hin­ter­grund­bild oder die Le­se­zei­chen im Mo­zil­la Fire­fox in­di­vi­du­ell zu be­stim­men.

Screenshot von Timekpr Warnmeldung

  • Kei­ne Online-Sperren: Durch Timek­pr kann der Zu­gang zum In­ter­net nicht be­grenzt wer­den. Auch ist es nicht mög­lich, Web­sei­ten zu sper­ren. Hier­für müss­ten Sie die Hosts-Datei er­wei­tern.

Die Sper­rung von Web­sei­ten in Ubun­tu funk­tio­niert mit ei­ner ein­fa­chen Text­da­tei. Die­se Da­tei trägt den Na­men „hosts“ und be­fin­det sich im Root-Verzeichnis.

Sa­scha: Web­sei­ten in Ubun­tu sper­ren. kilobyte.bplaced.net (05/2016).

Wie Sie se­hen, er­füllt Timek­pr aus­schließ­lich den Zweck die Dau­er der PC-Nutzung zu be­gren­zen.

Belohnung durch PC-Minuten ebenfalls möglich

Screenshot von Timekpr - Zeit hinzufügen Belohnung/Strafe

Falls Sie gute No­ten nicht mit Geld, son­dern mit PC-Minuten be­loh­nen möch­ten, ist dies eben­falls mit­hil­fe von Timek­pr mög­lich.

  • Ge­ben Sie dazu rechts ne­ben dem Me­nü­feld „Zeit hin­zu­fü­gen Be­loh­nung / Stra­fe” im Rei­ter „Sta­tus” eine Mi­nu­ten­zahl ein und kli­cken Sie im An­schluss auf die Schalt­flä­che mit dem grü­nen Plus­zei­chen.
  • Mit der Schalt­flä­che „Zeit zu­rück­set­zen” kön­nen Sie je­doch eben­so Mi­nu­ten vom Ta­ges­kon­tin­gent als Stra­fe ab­zie­hen, ohne dazu die ge­ne­rel­len Kon­fi­gu­ra­tio­nen än­dern zu müs­sen.

Wann sollte ich die PC-Nutzung beschränken?

Der Com­pu­ter ist eine Ma­schi­ne, nicht mehr, aber auch nicht we­ni­ger. Mei­ner Mei­nung nach ist es heut­zu­ta­ge viel wich­ti­ger Kin­der für PCs zu be­geis­tern, als die­se da­von fern­zu­hal­ten.

In den von mir ge­nann­ten Bei­spie­len und si­cher­lich in noch ei­ni­gen wei­te­ren Sze­na­ri­en kann es durch­aus Sinn ma­chen, für ei­nen be­stimm­ten Zeit­raum die PC-Nutzung zu be­schrän­ken. Nut­zen Sie dann Timek­pr als Hilfs­mit­tel und las­sen Sie den­noch Ih­ren Spröss­ling die­se wun­der­ba­re Ma­schi­ne so nut­zen, wie er oder sie es möch­te.

  • Eben­falls kann Timek­pr zur Selbst­the­ra­pie ge­nutzt wer­den, um sich von ei­ner an­bah­nen­den On­line­sucht zu be­frei­en.
  • Selbst­ver­ständ­lich ist Timek­pr eben­so ein An­triebs­mit­tel. Denn läuft der Count­down ne­ben der Ubuntu-Uhr bleibt be­stimmt die Mas­ke von Libre­Of­fice mit der Se­mi­nar­ar­beit im Vor­der­grund und nicht der Web­brow­ser mit Face­book.
Fazit und ein Negativbeispiel

Sei­en Sie ger­ne neu­gie­rig und las­sen Sie sich bis ins kleins­te De­tail er­zäh­len, was Ihr Nach­kom­me stun­den­lang am PC macht. Sie wer­den über­rascht sein. Denn oft­mals ist es eben viel mehr als „nur” spie­len.

Nicht neu­gie­rig, son­dern eher vor­ur­teils­be­haf­tet wa­ren die El­tern ei­nes gu­ten Schul­freun­des von mir. Sie sperr­ten sei­nen Com­pu­ter in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den weg, wenn er wie­der­ein­mal nicht horch­te. Das Ende vom Lied war, das be­sag­ter Freund sei­ne Frei­zeit in Kauf­häu­sern ver­brach­te, wo er vie­le Stun­den an Spiel­kon­so­len stand. Na­tür­lich log er sei­ne El­tern über sei­nen all­täg­li­chen Auf­ent­halt an. Er zog mit 16 Jah­ren aus und ar­bei­tet jetzt trotz­dem bei ei­nem be­kann­ten Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men. Was für ihn wohl noch al­les mög­lich ge­we­sen wäre, wenn sei­ne El­tern sei­ne Nei­gung un­ter­stützt hät­ten?

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(Screen­shots: Ubun­tu 16.04 LTS & Timek­pr 0.3.6)

Ubuntu: Smarte Alternative zu VeraCrypt - Cryptkeeper

Ein ge­si­cher­ter, ver­schlüs­sel­ter Be­reich ist heut­zu­ta­ge ein Must-have in je­dem Sys­tem. Da­bei spielt es über­haupt kei­ne Rol­le, ob Sie Ih­ren Com­pu­ter aus­schließ­lich pri­vat oder ge­schäft­lich be­nut­zen, denn un­ge­schütz­te, sen­si­ble Da­ten in den fal­schen Hän­den brin­gen in der Re­gel vie­le ne­ga­ti­ve Fol­gen mit sich. Eine was­ser­dich­te Lö­sung des Da­ten­schut­zes bie­tet ohne Fra­ge Ver­aCrypt. Lei­der ist so­wohl die Kon­fi­gu­ra­ti­on als auch das Hand­ling die­ser Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware äu­ßerst ein­stei­gerun­freund­lich und für vie­le Ein­satz­ge­bie­te ein­fach eine Hut­num­mer zu groß. Eine smar­te Al­ter­na­ti­ve hier­für ist Crypt­kee­per, mit des­sen Hil­fe Sie ei­nen Ord­ner schnell und ein­fach mit ei­nem Pass­wort ver­se­hen und ver­schlüs­seln kön­nen.

Cryptkeeper - was ist das?

Bild von Ubuntu CryptkeeperBei die­ser smar­ten Free­ware han­delt es sich um eine gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che für eine klei­ne, dy­na­mi­sche Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware für Ubun­tu, die den Na­men En­cFS trägt und be­son­ders durch ihre ein­fa­che Hand­ha­bung glänzt. Mit­hil­fe die­ses Pro­gramms le­gen Sie in Ih­rem Home-Verzeichnis ei­nen Ord­ner an und si­chern die­sen mit ei­nem Pass­wort. Gleich­zei­tig wer­den die sich dar­in be­find­li­chen Da­tei­en ver­schlüs­selt. Als Al­go­rith­mus dient Ci­pher (Blow­fish).

Gro­ße Be­son­der­heit von Crypt­kee­per ist die Dy­na­mik. Be­kannt­lich las­sen sich mit Ver­aCrypt nur gan­ze Da­ten­trä­ger oder fest de­fi­nier­te Con­tai­ner ver­schlüs­seln. Im Ge­gen­satz dazu passt Crypt­kee­per die Grö­ße des ge­schütz­ten Ver­zeich­nis­ses stän­dig au­to­ma­tisch an.

Installationshilfe für Cryptkeeper unter Ubuntu

Die Free­ware Crypt­kee­per be­fin­det sich nicht in den Bord­mit­teln der Linux-Distribution und muss dem­nach zu­nächst in­stal­liert wer­den. Ge­hen Sie hier­für fol­gen­der­ma­ßen vor:

  1. Öff­nen Sie ein Terminal-Fenster.
  2. In­stal­lie­ren Sie Crypt­kee­per aus den of­fi­zi­el­len Quel­len mit sudo apt-get install cryptkeeper.
  3. Schlie­ßen Sie nach der In­stal­la­ti­on das Terminal-Fenster.
  4. Kli­cken Sie auf die Ubun­tu Dash-Startseite und star­ten Sie dar­über die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware. Es er­scheint an­schlie­ßend ne­ben der Sys­tem­uhr ein klei­ner Schlüs­sel.

Zum Öff­nen der Ver­aCrypt Al­ter­na­ti­ve kli­cken Sie mit der lin­ken Maus­tas­te auf den Schlüs­sel.

Zu­nächst müs­sen Sie ei­nen neu­en Ord­ner er­stel­len und die­sen schüt­zen.

  1. Wäh­len Sie da­für den Me­nü­punkt „Er­stel­le ver­schlüs­sel­ten Ord­ner” aus.
  2. Su­chen Sie sich im An­schluss ein Ver­zeich­nis auf Ih­rem Da­ten­trä­ger, ge­ben Sie dem ver­schlüs­sel­ten Ord­ner ei­nen Na­men und be­stä­ti­gen Sie Ihre Ein­ga­ben mit „Vor”.
  3. Ge­ben Sie zwei­mal das Pass­wort für die Ent­schlüs­se­lung ein und kli­cken Sie da­nach wie­der auf „Vor”.
  4. Zu gu­ter Letzt kli­cken Sie wie­der auf den klei­nen Schlüs­sel in Ih­rer Tas­kleis­te und hän­gen den Ord­ner ein.

Durch die­ses De­sign ist der Ord­ner mehr­fach ge­schützt. Ein un­au­to­ri­sier­ter Be­nut­zer Ih­res Com­pu­ters weiß zu­nächst nicht, dass Sie über ei­nen ver­schlüs­sel­ten Ord­ner ver­fü­gen. Ist die­ser näm­lich nicht ein­ge­hängt (ge­moun­ted), ist er nicht im Datei-Manager (Nau­ti­lus) sicht­bar.

This di­rec­to­ry is then moun­ted (using FUSE) in a user-defined mount­point, whe­re the con­tents of the en­cryp­ted di­rec­to­ry are ac­ces­si­ble as de­cryp­ted data. [...] This is de­si­gned to pro­tect against off­line at­tacks, that is, the con­tents of the en­cryp­ted fol­der are safe(er) while the di­rec­to­ry is un­moun­ted.

SDF Coop.: Moun­ting an en­cryp­ted par­ti­ti­on with En­cFS. sdf.org (01/2016).

Die­ser Me­cha­nis­mus ist eine Par­al­le­le zu Ver­aCrypt. Der Ord­ner ist da­mit we­sent­lich bes­ser ge­schützt als bei­spiels­wei­se ein ZIP-Archiv, wel­ches mit ei­nem Pass­wort ge­si­chert ist.

EncFS via Cryptkeeper in Ubuntu verwenden

Screenshot von Cryptkeeper Verzeichnis unter Ubuntu

Nach­dem Sie das Ein­hän­gen des Ord­ners mit dem fest­ge­leg­ten Pass­wort be­stä­tigt ha­ben, ist es mög­lich, das Ver­zeich­nis wie eine ge­wöhn­li­che Ubuntu-Festplatte zu ver­wen­den.

Wich­tig: Im ein­ge­häng­ten Zu­stand ist der Ord­ner für je­den frei zu­gäng­lich, die Da­ten kön­nen pro­blem­los ko­piert und ge­löscht wer­den. Nur wenn das di­gi­ta­le Ver­zeich­nis wie­der über das Schlüs­sel­sym­bol aus­ge­hängt wird, sind die Da­ten ge­schützt.

[...] Die­ser bie­tet dann eine un­ver­schlüs­sel­te Sicht auf das von En­cFS ge­schütz­te Ver­zeich­nis. So­bald der An­wen­der den ver­schlüs­sel­ten Ord­ner wie­der aus­hängt, sind des­sen In­hal­te wie­der vor frem­den Bli­cken ge­schützt.

Schür­mann, Tim: Ver­schlüs­se­lung mit En­cFS. ADMIN-Magazin (03/2009).

Fazit zum Ordnerschutz für Ubuntu

Crypt­kee­per fügt sich un­auf­fäl­lig und naht­los ins Ubuntu-Design ein und lässt sich zu­gleich kin­der­leicht be­die­nen. Ge­ra­de für per­sön­li­che Din­ge, die Sie mit er­höh­ter Fre­quenz be­nö­ti­gen wie bei­spiels­wei­se die di­gi­ta­li­sier­ten Be­wer­bungs­un­ter­la­gen, das Gagball-Selfie oder aber auch ge­schäft­li­che Do­ku­men­te wie Mind­maps und Kal­ku­la­tio­nen sind mit­hil­fe Crypt­kee­per vor di­gi­ta­lem Pu­bli­kums­ver­kehr bes­tens ge­schützt. Trotz­dem sind die­se Da­tei­en mit we­ni­gen Klicks ver­füg­bar.

Schutz vor pro­fes­sio­nel­len Kryp­to­lo­gen bie­tet hin­ge­gen nur ein Da­ten­trä­ger, der mit Ver­aCrypt ver­schlüs­selt, und mit ei­nem 20 Zei­chen lan­gen Pass­wort so­wie ei­nem Key­fi­le ab­ge­schlos­sen wur­de.

Falls Sie das Film­ar­chiv von Marc Dutroux oder Kim Jong-il auf­be­wah­ren bzw. mit der Al-Shabaab zu­sam­men­ar­bei­ten, soll­ten Sie auf je­den Fall noch ein Key­fi­le ver­wen­den, das auf ei­nem USB-Stick ge­spei­chert sein soll­te [...].

Sa­scha: Ver­aCrypt in Ubun­tu in­stal­lie­ren – An­lei­tung und Mei­nung. kilobyte.bplaced.net (01/2016).

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(Screen­shots: Crypt­kee­per 0.9.5 un­ter Ubun­tu 14.04.3 LTS)

Ubuntu: Ordner mit Passwort schützen - Anleitung

Ei­nen Ord­ner mit ei­nem Pass­wort zu schüt­zen, ist das mi­ni­ma­lis­ti­sche Pa­tent­re­zept, um sei­ne Da­ten vor den Au­gen Un­be­fug­ter zu si­chern. Die Linux-Distribution Ubun­tu bie­tet hier­für in den Bord­mit­teln eine simp­le Lö­sung, näm­lich das Er­stel­len ei­nes pass­wort­ge­schütz­ten ZIP-Archivs. Die­se kom­pri­mier­ten, ver­schlos­se­nen Ar­chi­ve sind nicht nur mit fünf Klicks er­stellt, son­dern auch kom­pa­ti­bel zu al­len an­de­ren gän­gi­gen Be­triebs­sys­te­men. In der fol­gen­den An­lei­tung sage ich Ih­nen, wie Sie in Ubun­tu ei­nen Ord­ner mit Pass­wort si­chern und für wel­ches An­wen­dungs­ge­biet die­se Art des Schut­zes be­son­ders ge­eig­net ist.

Passwort für Ubuntu-Ordner einfügen

An­ge­nom­men Sie ha­ben ei­nen Ord­ner in die­sem sich eine Libre­Of­fice-Da­tei mit Pass­wör­tern für Ihre On­line­diens­te und Ihre per­sön­li­chen Be­wer­bungs­un­ter­la­gen be­fin­den.

Zum Si­chern die­ses Ord­ners ge­hen Sie wie folgt vor:

  1. Kli­cken Sie den Ord­ner mit der rech­ten Maus­tas­te an.
  2. Im sich öff­nen­den Drop-down-Menü wäh­len Sie fol­gend den Punkt „Kom­pri­mie­ren”.
  3. Ne­ben dem Feld „Da­tei­na­me” wäh­len Sie „.zip” als Da­tei­for­mat aus.
  4. Kli­cken Sie auf „Er­wei­ter­te Ein­stel­lun­gen” und ge­ben Sie ein Pass­wort für den Ord­ner ein.
  5. Be­stä­ti­gen Sie mit „An­le­gen”.

Hin­weis: Den ei­gent­li­chen Ord­ner kön­nen Sie nun lö­schen, eine Ko­pie da­von be­fin­det sich im ge­schütz­ten ZIP-Archiv. Die­ses kann nur ent­packt wer­den, wenn das von Ih­nen ge­wähl­te Pass­wort ein­ge­ge­ben wird.

Geschütztes ZIP-Archiv hat Vor- und Nachteile

Selbst be­son­ders kri­mi­nel­le Men­schen ge­hen den Weg des ge­rings­ten Wi­der­stands. So­gar in den USA (Coun­try of the Burg­la­ry), wo alle 13 Se­kun­den ein Ein­bruch statt­fin­det, kom­men die Straf­tä­ter zu 34% durch die un­ge­si­cher­te Vor­der­tür ins Haus. Es geht im­mer um den schnel­len, laut­lo­sen Zu­griff, ist dies nicht gleich mög­lich, wird ein neu­es Ob­jekt ge­sucht.

34% of break-ins are through a front door. [...] Burg­lars want easy ac­cess. They want it done silent­ly and as quick­ly as pos­si­ble.

Jone, Jona: Burg­la­ry: All It Ta­kes Is 13 Se­conds. americanpreppersnetwork.com (01/2016).

Die­sen psy­cho­lo­gi­schen Ef­fekt ma­chen Sie sich durch ei­nen ge­schütz­ten Ord­ner zu­nut­ze. Denn ein pass­wort­ge­schütz­tes ZIP-Archiv kann mit­hil­fe kos­ten­lo­ser Soft­ware in we­ni­gen Stun­den von je­dem Kind ge­knackt wer­den. Au­ßer­dem ist das Hand­ling im Ver­gleich zu ei­nem ver­schlüs­sel­ten Da­ten­trä­ger eher um­ständ­lich. Hin­zu­kommt, dass der Ord­ner nicht grö­ßer als vier Gi­ga­byte sein darf, sonst müss­te das Ar­chiv ge­split­tet wer­den.

[...] denn ZIP-Dateien kön­nen nur ma­xi­mal 4 Gi­ga­byte groß sein.

Sa­scha: Ubun­tu: RAR-Dateien ent­pa­cken und er­stel­len – An­lei­tung. kilobyte.bplaced.net (01/2016).

Da­für bie­tet die­ser Ord­ner­schutz auch ge­wis­se Vor­tei­le:

  • Bei ei­nem Dual-Boot-System kann der ge­si­cher­te Ord­ner­in­halt auch von Win­dows ver­wen­det wer­den.
  • Die Da­ten wer­den oft­mals über 50% kom­pri­miert, was Spei­cher­platz spart.
  • Egal, ob auf dem USB-Stick, in der Cloud oder im An­hang ei­ner E-Mail, der Zu­griff für un­au­to­ri­sier­te Per­so­nen auf den Ord­ner ist deut­lich er­schwert.

Dann ist ein passwortgeschützter Ordner zu empfehlen

Bild von Ubuntu Ordner Passwort

Be­son­ders gut ist die­se Art des Da­ten­schut­zes für sen­si­ble Da­ten ge­eig­net, die Sie nur sel­ten be­nut­zen. Di­gi­ta­li­sier­te, amt­li­che Do­ku­men­te, den Le­bens­lauf, E-Mail-Listen aber auch Busi­ness­plä­ne so­wie ab­ge­leg­te wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten soll­ten nicht of­fen und un­ge­schützt auf lo­ka­len Da­ten­trä­gern oder Netz­werk­spei­chern lie­gen.

An­ek­do­te: Zu mei­ner Schul­zeit gab es noch EDV-Räume, die so­wohl Leh­rer als auch Schü­ler nutz­ten. Die noch we­nig netz­af­fi­nen Lehr­kräf­te schick­ten sich oft­mals Klas­sen­ar­bei­ten samt Lö­sun­gen selbst an ih­ren Freemail-Anbieter, um die­se vor Ort aus­zu­dru­cken. Na­tür­lich wuss­ten die­se nicht, dass ein ge­schlos­se­ner Tab, nicht mit ei­ner ge­schlos­se­nen Brow­ser­soft­ware gleich­zu­set­zen ist. Lan­ge Rede kur­zer Sinn, hät­ten die Da­men und Her­ren Stu­di­en­rä­te ihre Do­ku­men­te in ei­nem ZIP-Archiv pass­wort­ge­schützt, wäre wohl der ein oder an­de­re Zeug­nis­schnitt deut­lich schlech­ter aus­ge­fal­len.

Fazit

Mit­hil­fe der Ubuntu-Bordmittel ist es, wie Sie se­hen un­kom­pli­ziert mög­lich, ei­nen Ord­ner mit ei­nem Pass­wort zu ver­se­hen. In Ver­bin­dung mit dem rich­ti­gen Ein­satz­ge­biet ha­ben Sie so ohne zu­sätz­li­che Soft­ware ein Schloss vor Ihre sen­si­blen Da­ten ge­setzt, wel­ches be­reits für vie­le Schau­lus­ti­ge aus­rei­chend ist.

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