Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Cookies

Was ist ei­gent­lich ein In­ter­net Coo­kie? Über­all im In­ter­net steht, dass Coo­kies (deutsch Kek­se) ge­spei­chert und ver­wen­det wer­den aber nir­gend­wo, was die­se kon­kret be­zwe­cken. War­um kam man frü­her ohne Coo­kies aus und jetzt sind die­se über­all? Sind Coo­kies wirk­lich böse, spä­hen mein In­ter­net­ver­hal­ten aus und über­tra­gen mei­ne Ak­ti­vi­tä­ten über Goog­le an die NSA? Wie kann ich alle Coo­kies lö­schen oder noch bes­ser blo­ckie­ren? Mein Bru­der hat­te mal Coo­kies und hat sich da­von fast nicht mehr er­holt. War­um gibt es kei­ne Ge­set­ze ge­gen Coo­kies? Fra­gen über Fra­gen, die ich an die­ser Stel­le im Ein­zel­nen für Sie klä­re.

Was machen Cookies genau?

Screenshot von CookiesEin Coo­kie ist ein Da­ten­pa­ket, wel­ches mit­hil­fe Ih­res Web­brow­sers (Fire­fox, Chro­mi­um) auf Ih­rem Com­pu­ter lo­kal ge­spei­chert wird. Coo­kies sind in IT-Jahren ge­rech­net ur­alt. Be­reits seit 1995 be­fin­det sich die durch das US-Unternehmen Net­scape Com­mu­ni­ca­ti­ons (Net­scape Na­vi­ga­tor) ent­wi­ckel­te Tech­no­lo­gie im Ein­satz.

Die Funk­ti­ons­wei­se von Coo­kies ist sehr ein­fach:

  • Sie kom­men das ers­te Mal auf eine Web­sei­te, die sich durch Wer­bung fi­nan­ziert.
  • Das Wer­be­netz­werk (Schalt­platz, Goog­le Ad­Sen­se, Ama­zon etc.) spei­chert ein Coo­kie bei Ih­nen auf dem Com­pu­ter. Dar­in steht in der Re­gel nur eine Zah­len­kom­bi­na­ti­on.
  • Auf dem Ser­ver des Wer­be­netz­werks wird eine Kar­tei­kar­te mit die­ser Zah­len­kom­bi­na­ti­on für Sie an­ge­legt und Da­ten von Ih­nen ge­spei­chert.
  • Da­mit ist Ihr Com­pu­ter dem Wer­be­netz­werk be­kannt. Sur­fen Sie auf eine an­de­re Web­sei­te, die auf das­sel­be Wer­be­netz­werk setzt, er­kennt die­ses Sie wie­der und fügt Ih­rer Kar­tei­kar­te auf dem Ser­ver wei­te­re Ein­trä­ge hin­zu.

Coo­kies die­nen also zur Iden­ti­fi­ka­ti­on ei­nes Be­nut­zers.

Was wird durch Cookies gespeichert?

Das ist nicht pau­schal zu be­ant­wor­ten und kommt auf den Dienst an. So gut wie im­mer ge­spei­chert wer­den:

  1. Com­pu­ter­da­ten: Ver­wen­de­ter Brow­ser, Be­triebs­sys­tem, Bild­schirm­auf­lö­sung, IP-Adresse, Spra­che.
  2. Zeit: Uhr­zeit und Da­tum.
  3. Art: Was hat Ihr Web­brow­ser wo an­ge­zeigt.

Um beim Bei­spiel Wer­be­netz­werk zu blei­ben, sind die­se Da­ten sehr wich­tig. In­ter­net­wer­bung wird auf ver­schie­de­ne Ar­ten ver­gü­tet, zum Bei­spiel per Klick auf eine Wer­be­an­zei­ge.

  • Wür­de das Wer­be­netz­werk kei­ne In­for­ma­tio­nen von Ih­nen spei­chern, könn­ten Sie im­mer und im­mer wie­der auf eine Wer­be­an­zei­ge kli­cken, und da­mit ei­nen Web­sei­ten­be­trei­ber be­son­ders gut un­ter­stüt­zen.

Durch Coo­kies ist es also mög­lich dem An­z­ei­gen­schal­ter zu ga­ran­tie­ren, dass die­ser nur be­zah­len muss, wenn sich je­mand wirk­lich für sei­ne An­zei­gen in­ter­es­siert.

Wie Sie se­hen, sind bis hier­hin Coo­kies sehr nütz­lich. Die Iden­ti­fi­ka­ti­on durch Coo­kies wird auch durch an­de­re Diens­te zwin­gend be­nö­tigt:

  • Web­shops: Nur durch so­ge­nann­te Session-Cookies ist es mög­lich, als nicht ein­ge­logg­ter Be­nut­zer Pro­duk­te in ei­nem Wa­ren­korb zu spei­chern.
  • Be­su­cher­zäh­ler: Ohne Coo­kies wür­den Sie im­mer als neu­er Be­su­cher ei­ner Web­sei­te ge­zählt wer­den. So­mit wür­de man nie wis­sen, wie vie­le Men­schen sich wirk­lich für die be­reit­ge­stell­ten In­for­ma­tio­nen in­ter­es­sie­ren. Auch Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten wie die VG-Wort ar­bei­ten mit Coo­kies als Grund­la­ge für die Ver­gü­tung von In­ter­net­ar­ti­keln.
  • Ver­wand­te The­men: Sie ken­nen das viel­leicht von You­Tube. Se­hen Sie sich als nicht ein­ge­logg­ter Be­nut­zer ei­ni­ge Vi­de­os von Bi­bis­Be­au­ty­P­a­lace an, be­kom­men Sie Vi­de­os von Kel­ly Mis­ses­Vlog bzw. Ni­lam vor­ge­schla­gen. Je mehr Sie die­ses in­halts­vol­le Gen­re ge­nie­ßen, umso mehr an­de­re pas­sen­de Ka­nä­le wer­den Ih­nen dank Coo­kies auf der Start­sei­te prä­sen­tiert.
  • Ak­tua­li­tät: Man­che Online-Zeitungen in­for­mie­ren Sie via Pop-up, wenn ein neu­er Ar­ti­kel auf der Start­sei­te er­schie­nen ist. Durch Coo­kies ist es also eben­so mög­lich zu se­hen, wie ak­tu­ell die In­for­ma­tio­nen sind, die Ihr Web­brow­ser ge­la­den hat.

Coo­kies hel­fen also wirk­lich, um In­ter­net­diens­te stark zu ver­bes­sern. Wie Sie au­ßer­dem an­hand der Bei­spie­le fest­stel­len kön­nen, gibt es tem­po­rä­re Coo­kies (ses­si­on coo­kies) und be­stän­di­ge Coo­kies (per­sis­tent coo­kies).

Tem­po­rä­re Coo­kies wer­den mit dem Schlie­ßen des Web­brow­ser ge­löscht, wäh­rend­des­sen be­stän­di­ge Coo­kies dau­er­haft ge­spei­chert blei­ben.

A coo­kie that is era­sed when you clo­se the Web brow­ser. The ses­si­on coo­kie is stored in tem­pora­ry me­mo­ry and is not re­tai­ned af­ter the brow­ser is clo­sed.

Beal, Van­gie: What are Coo­kies and What Do Coo­kies Do? webopedia.com (09/2015).

Probleme mit dem Datenschutz

Wenn Sie eine Wer­be­an­zei­ge für Afri Cola kli­cken, spei­chert das Wer­be­netz­werk na­tür­lich, dass sich der Be­nut­zer Ih­res Com­pu­ters für die­ses Pro­dukt in­ter­es­siert. Prin­zi­pi­ell kein Pro­blem.

Wenn das Wer­be­netz­werk je­doch weiß, wie Sie hei­ßen, wo Sie woh­nen, wie alt Sie sind, wo Sie ar­bei­ten und für wel­chen Fuß­ball­ver­ein Sie sich in­ter­es­sie­ren, kann es pro­ble­ma­tisch wer­den.

Goog­le spei­chert von Ih­nen zum Bei­spiel:

Dies sind etwa Ihr Name, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre Telefon- oder Kre­dit­kar­ten­num­mer, die im Zu­sam­men­hang mit Ih­rem Kon­to ge­spei­chert wer­den. [...] Wenn Sie sich ein Vi­deo auf You­Tube an­se­hen, eine Web­site be­su­chen, auf der un­se­re Wer­be­diens­te ver­wen­det wer­den, oder wenn Sie un­se­re Wer­bung und un­se­re In­hal­te an­se­hen und da­mit in­ter­agie­ren.

Goog­le: Da­ten­schutz­er­klä­rung & Nut­zungs­be­din­gun­gen. google.de (09/2015).

Auf­grund der Google-Dienste Ana­ly­tics, An­dro­id, Ad­Sen­se, Gmail, You­Tube, Chro­mi­um und Goog­le Plus hat das Un­ter­neh­men aus Moun­tain View vie­le Mög­lich­kei­ten ei­nen Be­nut­zer zu iden­ti­fi­zie­ren und ein ge­nau­es Per­so­nen­pro­fil an­zu­le­gen.

Retargeting-Cookies sind böse:

Um an per­sön­li­che Da­ten zu kom­men, wer­den so­ge­nann­te Retargeting-Cookies ein­ge­setzt. Da­mit wer­den Sie zum glä­ser­nen Men­schen.

Goog­le ist da­mit fak­tisch in der Lage, über län­ge­re Zeit­räu­me ge­nau nach­zu­voll­zie­hen, wel­che Sei­ten wel­cher Be­nut­zer in wel­cher Häu­fig­keit auf­ge­ru­fen hat, mit­hin für wel­che Pro­duk­te und Ser­vices er sich ganz be­son­ders in­ter­es­siert.

Klä­ner, To­bi­as: „Re­tar­ge­ting“: Ver­folgt von Internet-Werbung. telemedicus.info (09/2015).

Als Er­geb­nis er­hal­ten Sie ein auf Sie per­so­ni­fi­zier­tes Web. Egal, ob Such­ergeb­nis­se in der Google-Suchmaschine oder Wer­be­an­zei­gen, al­les wird auf Ihre In­ter­es­sen zu­ge­schnit­ten.

Ich habe heu­te nach ei­nem be­stimm­ten Tep­pich ge­goo­gelt und auch ein Ex­em­plar ge­fun­den. An­ge­klickt, kurz über­legt und dann doch wie­der ver­wor­fen. Beim An­schau­en di­ver­ser Web­sei­ten aus mei­nen Fa­vo­ri­ten ver­folgt mich jetzt nun ge­nau die­ser Tep­pich im­mer und im­mer wie­der.

Dave Zwie­back: Hil­fe, Goog­le ver­folgt mich! planet3dnow.de (09/2015).

Na­tür­lich ver­wen­det nicht nur Goog­le Retargeting-Cookies und des­halb be­schloss am 25. No­vem­ber 2009 das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment die E-Privacy-Richtlinie 2009/136/EG, die bis spä­tes­tens 25. Mai 2011 in na­tio­na­les Recht um­ge­setzt wer­den soll­te. Grob zu­sam­men­ge­fasst soll­te nach die­ser Richt­li­nie der Web­sei­ten­be­su­cher vor dem Spei­chern ei­nes Coo­kies um Er­laub­nis ge­fragt wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung hat die­se Richt­li­nie je­doch nie im De­tail in ein na­tio­na­les Ge­setz um­ge­setzt, da Coo­kies be­reits im Te­le­me­di­en­ge­setz ge­re­gelt wer­den. In man­chen eu­ro­päi­schen Län­dern kön­nen Sie eine Web­sei­te nicht voll­stän­dig be­nut­zen, so­lan­ge Sie dem Spei­chern der Coo­kies nicht zu­ge­stimmt ha­ben (ein ita­lie­ni­sches Bei­spiel).

Seit Som­mer 2015 wer­den im­mer mehr deut­sche Web­sei­ten mit ei­nem Cookie-Warnbanner ver­ziert. An der recht­li­chen Lage hat sich je­doch seit­her nichts ge­än­dert. Der Grund für die­se Maß­nah­me ist, dass Teil­neh­mer des AdSense-Werbenetzwerkes ab dem 01. Ok­to­ber 2015 von Goog­le dazu ge­zwun­gen wer­den.

Goog­le weist Nut­zer von Ad­Sen­se, Dou­ble­Click for Pu­blishers und Dou­ble­Click Ad Ex­chan­ge dar­auf hin, dass sie ei­nen Cookie-Hinweis auf ih­ren Web­sei­ten und in Apps ein­set­zen müs­sen.

Schwen­ke, Tho­mas: Goog­le macht Cookie-Hinweise zur Pflicht – Hand­lungs­emp­feh­lung für Website- und Ap­p­an­bie­ter. rechtsanwalt-schwenke.de (09/2015).

Im­mer wenn Sie auf eine Web­sei­te kom­men, die Google-AdSense-Retargeting-Anzeigen ver­wen­det, wer­den Sie also ei­nen Hin­weis dazu se­hen. Wenn Sie die­sen Hin­weis le­sen, wur­de je­doch be­reits ein Coo­kie ge­spei­chert. Das Gan­ze dient nur Ih­rer In­for­ma­ti­on.

Es geht nur dar­um, den User zu in­for­mie­ren, dass hier Coo­kies ge­setzt wer­den und ob er das ver­stan­den hat. Mehr nicht. Es geht we­der um sei­ne Zu­stim­mung zu Coo­kies noch um sei­ne Ab­leh­nung. Nur ob er es zur Kennt­nis ge­nom­men hat.

Eric78: Richt­li­nie zur Zu­stim­mung der Nut­zer in der EU. abakus-internet-marketing.de (09/2015).

Ich will keine Cookies - wie geht das?

Ei­nes vor­weg, bei den Online-Ausgaben der Leit­me­di­en wer­den in der Re­gel 11 - 23 Coo­kies pro Sei­ten­auf­ruf ge­spei­chert. Wo­her ich das weiß? Ich ver­su­che mit­hil­fe von Fire­fox Add-ons die Kon­trol­le über mei­ne Coo­kies zu be­hal­ten.

Leich­te Kon­trol­le mit­hil­fe von Ghos­te­ry:

Screenshot von Ghostery Cookie AnzeigeNach der In­stal­la­ti­on die­ses kos­ten­lo­sen Add-ons se­hen Sie in Ih­rer Firefox-Werkzeugleiste ei­nen blau­en Geist. Die­ser zeigt Ih­nen zum ei­nen an, wie vie­le Coo­kies die an­ge­zeig­te Sei­te spei­chern möch­te und zum an­de­ren, ob Sie dies zu­las­sen oder nicht. Vor­teil: Da­bei wer­den mit sehr we­ni­gen Aus­nah­men nur Coo­kies an­ge­zeigt, wel­che die Be­nut­zung der Web­sei­te nicht ein­schrän­ken. Nach­teil: Ghos­te­ry ge­hört zu ei­nem An­zei­gen­netz­werk. Sie soll­ten in den er­wei­ter­ten Ein­stel­lun­gen des Add-ons des­halb auf je­den Fall den Punkt „Ghos­te­ry er­lau­ben, Nach­rich­ten zu Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen, Up­dates und Wer­be­ak­tio­nen in mei­nem Brow­ser an­zei­gen” de­ak­ti­vie­ren.

Mehr Kon­trol­le für Pro­fis mit Pri­va­cy Bad­ger:

Nach der In­stal­la­ti­on von Pri­va­cy Bad­ger fin­den Sie ei­nen Dachs in Ih­rer Werk­zeugleis­te. Die­ser zeigt Ih­nen eben­falls an, wie vie­le Coo­kies eine an­ge­surf­te Web­sei­te spei­chern möch­te. Un­ter­schied zu Ghos­te­ry: Pri­va­cy Bad­ger zeigt alle Coo­kies an, auch die­je­ni­gen, die zur Dar­stel­lung und Funk­ti­on ei­ner Web­sei­te not­wen­dig sind.

  • Pri­va­cy Bad­ger un­ter­schei­det au­ßer­dem zwi­schen Coo­kies, die den Be­nut­zer ver­fol­gen und nor­ma­len Coo­kies.
Kontroversen zum Deaktivieren von Cookies

So­wohl ein kon­fi­gu­rier­tes Ghos­te­ry als auch Pri­va­cy Bad­ger er­setzt ei­nen Ad­blo­cker. Es gibt auch kei­ne Mög­lich­keit, dass Wer­be­netz­wer­ke sich frei­kau­fen, da heut­zu­ta­ge für die An­zei­ge von Wer­be­ban­nern im­mer min­des­tens ein Coo­kie von­nö­ten ist.

Mei­ner Mei­nung nach ist ver­gli­chen mit ame­ri­ka­ni­schen Web­sei­ten, die Qua­li­tät (In­for­ma­ti­ons­ge­halt) des deutsch­spra­chi­gen World Wide Webs un­ter­ir­disch. Was vor al­lem dar­an liegt, dass sich Online-Angebote in Deutsch­land kaum rech­nen. Nun stellt sich na­tür­lich die Fra­ge, ob man die­sen Um­stand durch das ge­ziel­te Ver­hin­dern von Coo­kies noch wei­ter för­dern möch­te.

Eins ist si­cher, Goog­le und Co. wer­den ihr Re­tar­ge­ting nicht ein­stel­len. Soll­te ir­gend­wann je­der In­ter­net­be­nut­zer Google-Cookies blo­ckie­ren, ste­hen mit HTML5 und Can­vas Fin­ger­prin­ting be­reits neue und vor al­lem bes­se­re Tech­no­lo­gi­en zur Be­nut­zer­iden­ti­fi­zie­rung be­reit.

As we ela­bo­ra­te on in Sec­tion 6.1, they are hard to block, es­pe­ci­al­ly wi­t­hout loss of con­tent or func­tio­n­a­li­ty, and once some tracking has hap­pen­ed, it is hard to start from a tru­ly clean pro le.

Acar, Gu­nes und Eu­bank, Chris­ti­an: The Web Ne­ver For­gets:
Per­sis­tent Tracking Me­cha­nisms in the Wild. securehomes.esat.kuleuven.be (09/2015).

Fazit und kein Grund zur Beunruhigung

Mei­ne Schwes­ter ver­fügt seit gut drei Jah­ren über ein Smart­pho­ne und seit ei­nem Jahr über ei­nen Tablet-PC, bei­des mit An­dro­id. Sie hat ein Google-Konto und ver­wen­det na­tür­lich Chro­mi­um als Web­brow­ser. Sie hat kei­nen Ad- oder Cookie-Blocker und kauft via Ama­zon, Ebay und Co. on­line ein. Goog­le dürf­te so ziem­lich al­les über sie wis­sen. Ihr Le­ben wur­de da­durch je­doch nicht be­ein­träch­tigt. Ich muss al­ler­dings dazu sa­gen, dass das In­ter­net für mei­ne Schwes­ter oh­ne­hin nur eine Shopping-Meile mit Face­book ist.

Eine Dä­mo­ni­sie­rung von Coo­kies ist also un­nö­tig, und wie ich zeig­te, hat je­der In­ter­net­be­nut­zer das Recht und die Mög­lich­keit selbst zu ent­schei­den, ob und wel­che Coo­kies er zu­lässt.

Ver­wand­te The­men:

In Ubun­tu die Fest­plat­te samt Brow­ser auf­räu­men
War­um brau­chen Brow­ser so viel Ar­beits­spei­cher?

(Screen­shots Ghos­te­ry 5.4.8 und Pri­va­cy Bad­ger 1.0.1)

Ruhezustand

In Linux-Distributionen wie De­bi­an oder Ubun­tu gibt es min­des­tens eine Mög­lich­keit sei­nen Rech­ner in den Ru­he­zu­stand zu ver­set­zen. Der Sinn hin­ter die­sem Zu­stand ist zum ei­nen das En­er­gie­spa­ren und zum an­de­ren die Zeit­er­spar­nis. Ob­wohl seit spä­tes­tens 2007 der Ru­he­zu­stand fest zu den Bord­mit­teln von De­bi­an und Co. ge­hört, wis­sen im­mer noch we­ni­ge Be­nut­zer die­sen Mo­dus zu ver­wen­den. Des­halb er­fah­ren Sie in die­sem Ar­ti­kel, wel­che Un­ter­schie­de es zwi­schen den Modi gibt, wie der Ru­he­zu­stand kor­rekt funk­tio­niert und für was ge­nau er über­haupt ge­braucht wird.

Ruhezustand, Stand-by oder Schlafmodus?

Bild von Ubuntu RuhezustandAl­lei­ne zwi­schen den Be­griff­lich­kei­ten der ein­zel­nen Linux-Distributionen herrscht auf­grund feh­ler­haf­ter Über­set­zung Ver­wech­se­lungs­ge­fahr. Die­ser Ar­ti­kel be­zieht sich des­halb nur auf die­se Be­triebs­sys­te­me. Wür­de ich Win­dows noch mit hin­zu­neh­men, wäre das De­fi­ni­ti­ons­cha­os näm­lich we­sent­lich grö­ßer. In der Re­gel wird in den Debian-Derivaten zwi­schen zwei Modi un­ter­schie­den.

  • Bereitschaft/Ruhezustand/S3 (eng­lisch Sus­pend to RAM).
  • Schlafmodus/S4 (eng­lisch Hi­ber­na­ti­on).

Der Schlaf­mo­dus ist in den meis­ten ak­tu­el­len Linux-Distributionen stan­dard­mä­ßig de­ak­ti­viert und kann so­mit nicht aus­ge­wählt wer­den.

Wich­tig: Beim so­ge­nann­ten S4-Modus wer­den alle Da­ten, die sich im Ar­beits­spei­cher be­fin­den in die SWAP-Partition der Fest­plat­te ge­la­den. Im An­schluss wird der Com­pu­ter her­un­ter­ge­fah­ren. Beim Neu­start wer­den die Da­ten aus der SWAP-Partition wie­der in den Ar­beits­spei­cher ge­la­den und das Sys­tem in den Aus­gangs­zu­stand ver­setzt.

Bei die­sem Vor­gang kam es häu­fig zu Pro­ble­men. Oft­mals lag es ein­fach dar­an, dass bei den Be­nut­zern die SWAP-Partition zu klein oder über­haupt nicht vor­han­den war.

[...] you need at least this many as your ram - sin­ce your ram is tem­pora­roly pla­ced in the swap du­ring hi­ber­na­ti­on - if your swap is less than your ram, you can’t.

phan­tom­jo­ker: Hi­ber­na­ting Doesn’t Work. ubuntuforums.org (08/2015).

Des­halb wird stan­dard­mä­ßig aus­schließ­lich der Be­reit­schafts­mo­dus auf den gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­chen zur Ver­fü­gung ge­stellt. Ak­ti­vie­ren Sie die­sen Zu­stand, blei­ben die Da­ten im Ar­beits­spei­cher, des­halb wird die­ser Mo­dus im Eng­li­schen auch „Sus­pend to RAM” ge­nannt. Ihr Com­pu­ter fährt her­un­ter, je­doch wird eine mi­ni­ma­le Strom­ver­sor­gung zum Ar­beits­spei­cher auf­recht­erhal­ten, so­dass die Da­ten dar­in ge­spei­chert blei­ben kön­nen.

Voraussetzungen für den Ruhezustand

Zwi­schen­zeit­lich soll­te so ziem­lich jede Hard­ware­kon­fi­gu­ra­ti­on mit dem S3-Modus kom­pa­ti­bel sein.

Screenshot von ACPI Suspend Type S3

Es kann je­doch sein, dass die­ser erst über Ihr Main­board ak­ti­viert wer­den muss.

  • Dazu wech­seln Sie in das BIOS/UEFI Ih­res Main­boards und su­chen den Me­nü­punkt „ACPI Set­tings” oder „Power Set­tings”. Dar­in fin­den Sie die Op­ti­on „ACPI Sus­pend Type” oder ein­fach nur „Sus­pend to RAM”. Ach­ten Sie dar­auf, dass die­se Op­ti­on ak­ti­viert, bzw. S3 aus­ge­wählt ist.

Was bringt der Ruhemodus an meinem PC?

Stel­len Sie sich vor, Sie sind Re­dak­teur und re­cher­chie­ren ge­ra­de, wie der Fall Mu­ammar al-Gaddafi mit der eu­ro­päi­schen Flücht­lings­kri­se zu­sam­men­hängt. Dazu ha­ben Sie zehn Tabs in Ih­rem Mo­zil­la Fire­fox ge­öff­net. Dar­in be­fin­den sich Web­sei­ten zu dem The­ma aus un­ter­schied­li­chen Län­dern, die Sie sich mü­he­voll zu­sam­men­ge­sucht ha­ben. Au­ßer­dem ha­ben Sie die Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware GIMP mit noch zu be­ar­bei­ten­den Ar­ti­kel­bil­dern so­wie Ihr CMS ge­öff­net, in dem Ihr Ar­ti­kel be­reits zur Hälf­te fer­tig­ge­stellt ist. Nicht zu ver­ges­sen Ihr Online-Radio, wel­ches ge­ra­de über den VLC Play­er ab­ge­spielt wird.

  • Plötz­lich ruft Ihr Chef an und Sie müs­sen für zwei Stun­den in den Au­ßen­dienst und Ihre Ar­beit un­ter­bre­chen.

Screenshot von Ruhezustand - Suspend to RAM

Ver­set­zen Sie Ihr Sys­tem nun in den S3-Ruhezustand er­ge­ben sich fol­gen­de Vor­tei­le:

  1. Ihr Com­pu­ter fährt her­un­ter. Für Kol­le­gen sieht es also so aus, als sei der PC aus­ge­schal­tet.
  2. Ver­gli­chen mit dem nor­ma­len Be­trieb spart Ihr Un­ter­neh­men nun Strom, was na­tür­lich auch der Um­welt zu­gu­te­kommt.
  3. Beim er­neu­ten Ein­schal­ten des Com­pu­ters wird die­ser nicht ge­boo­tet. Das BIOS-Auswahl-Menü und GRUB wer­den über­sprun­gen.
  4. Schal­tet je­mand Ih­ren Com­pu­ter ein, ist der Bild­schirm zu­nächst ge­sperrt und kann nur mit­hil­fe Ih­res Be­nut­zer­pass­wor­tes ent­sperrt wer­den.
  5. Wenn Sie wie­der zu­rück sind, kön­nen Sie ge­nau an der Stel­le wei­ter­ar­bei­ten, an der Sie vor­her auf­ge­hört ha­ben.

Ge­fah­ren: Ist Ihr Com­pu­ter an ei­nem Mehr­fach­ste­cker mit Um­schalt­knopf an­ge­steckt, be­steht die Ge­fahr, dass ein Drit­ter dar­über die Strom­ver­sor­gung zum Netz­teil un­ter­bricht. Wenn dies pas­siert, wer­den die Da­ten aus dem Ar­beits­spei­cher ge­löscht und Ihr PC kann nicht mehr aus dem Ru­he­zu­stand auf­wa­chen.

Tipps für Ubuntu-Benutzer

Wenn Sie in Ih­rer Be­nut­zer­ober­flä­che kei­ne Schalt­flä­che vor­fin­den, um Ih­ren Com­pu­ter in den Ru­he­zu­stand zu ver­set­zen, dann kön­nen Sie mit Terminal-Befehlen Ab­hil­fe schaf­fen.

  • sudo pm-suspend

Der PC fährt in den S3-Modus.

  • sudo pm-hibernate

Der PC ak­ti­viert den S4-Modus. Dies funk­tio­niert je­doch nicht mit al­len Linux-Distributionen.

Fazit und Kontroversen

Der Ru­he­zu­stand ist prin­zi­pi­ell ein sehr mäch­ti­ges Werk­zeug, wel­ches dem Work­flow dient und gleich­zei­tig Strom spart.

Es gibt ver­schie­de­ne Mei­nun­gen dazu, ob stän­di­ger Ru­he­zu­stand dem PC scha­den kann.

Stän­dig in den Stand-by zu ge­hen ist nicht nur teu­rer, son­dern scha­det auch der Qua­li­tät dei­nes Com­pu­ters.

OkayL­etsTalk: Mo­ment, 99% sind zu blöd für den Ru­he­zu­stand? forum.golem.de (08/2015).

Dies ist nach­voll­zieh­bar, schließ­lich ste­hen ein­zel­ne Tei­le des Rech­ners stän­dig un­ter Strom. Ich per­sön­lich den­ke je­doch nicht, dass da­durch Hard­ware­kom­po­nen­ten be­schä­digt wer­den, auch wenn der Com­pu­ter meh­re­re Wo­chen nicht her­un­ter­ge­fah­ren, son­dern nur in den Ru­he­zu­stand ver­setzt wird. Aus Umwelt- und Kos­ten­grün­den ist es je­doch rat­sa­mer am Ende des Ar­beits­ta­ges den PC nicht nur her­un­ter­zu­fah­ren, son­dern auch den Schal­ter am Netz­teil zu kip­pen.

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(Screen­shots: Ku­bun­tu 16.04.1 LTS)

IMAP oder POP3

Wenn Sie eine lo­ka­le Soft­ware wie Mo­zil­la Thun­der­bird oder Mi­cro­soft Out­look zum Ab­ru­fen Ih­rer E-Mails ver­wen­den, müs­sen Sie sich zwi­schen IMAP und POP3 ent­schei­den. POP3 steht für Post Of­fice Pro­to­col (Port 110) in der Ver­si­on 3 und ist aus dem Jah­re 1996. Das äl­te­re IMAP steht für In­ter­net Mes­sa­ge Ac­cess (Port 143) und wird be­reits seit Mit­te der 1980er Jah­re ver­wen­det. Was ist bes­ser - IMAP oder POP3? Die­se Fra­ge lese ich sehr häu­fig in In­ter­net­fo­ren. Auf die­se Fra­ge gibt es je­doch kei­ne kon­kre­te Ant­wort, denn Sie ver­glei­chen im Prin­zip das Auto- mit dem Mo­tor­rad­fah­ren. Egal, ob IMAP oder POP3, am Ende wer­den Sie Ihre di­gi­ta­le Post le­sen kön­nen. Sie müs­sen beim Ein­rich­ten Ih­rer E-Mail-Software nur ein­ma­lig be­stim­men, wel­chen Weg Sie dort­hin lie­ber neh­men.

POP3 oder IMAP? - Unterschiede

Auch wenn man in der heu­ti­gen Zeit zu­erst nach Ge­mein­sam­kei­ten su­chen soll­te, sind es die Un­ter­schie­de bei­der Ver­fah­ren, wel­che die Vor­ge­hens­wei­sen am bes­ten ver­deut­li­chen.

  • POP3: Ihr E-Mail-Programm loggt sich auf den Mail­ser­ver ein und lädt alle vor­han­de­nen E-Mails auf Ih­ren Com­pu­ter. Im An­schluss wird die Ver­bin­dung ge­trennt.
  • IMAP: Ihr E-Mail-Programm loggt sich auf den Mail­ser­ver ein und be­hält die Ver­bin­dung. Sie ma­na­gen Ihre E-Mails also on­line. Sie er­hal­ten von den E-Mails le­dig­lich Ko­pi­en, die Ori­gi­na­le blei­ben in der Cloud, bis Sie die­se dar­aus lö­schen.

Screenshot vom Posteingang-Server: POP - IMAP

Vor­tei­le von IMAP:

Das IMAP-Verfahren galt prin­zi­pi­ell als fast aus­ge­stor­ben, bis die Nut­zung von mo­bi­len End­ge­rä­ten im­mer mehr zu­nahm. Da mit die­ser Ab­ruf­tech­nik Ihre E-Mails auf dem Ser­ver blei­ben, kön­nen Sie mit un­ter­schied­li­chen Ge­rä­ten gleich­zei­tig dar­auf zu­grei­fen.

Bild von POP3 oder IMAP?Ver­ständ­nis­hil­fe: IMAP ist im Prin­zip nichts an­de­res, als wenn Sie sich über Ih­ren Web­brow­ser bei ei­nem Freemail-Anbieter (web.de/gmx.de) ein­log­gen wür­den und dar­über Ihre E-Mails ad­mi­nis­trie­ren. Durch den Ein­satz von lo­ka­ler Mail­soft­ware ist der Weg zu Ih­ren Mails je­doch ver­kürzt, zu­dem ge­nie­ßen Sie eine an­ge­neh­me­re Be­ar­bei­tungs­mas­ke und ver­fü­gen des Wei­te­ren über Fea­tures wie Si­gna­tu­ren, Adress­bü­cher, etc.

Vor­tei­le von POP3:

  • Lo­ka­le Ar­chi­vie­rung der E-Mails mög­lich.
  • Au­to­ma­ti­sche Be­rei­ni­gung des On­line­spei­chers so­wie we­ni­ger Traf­fic zwi­schen Ih­nen und Ih­rem E-Mail-Anbieter. Hin­weis: Das Post Of­fice Pro­to­col wur­de zu ei­ner Zeit wert­voll, als In­ter­net­ver­bin­dun­gen sehr lang­sam wa­ren und ent­we­der im Stun­den­takt oder nach Vo­lu­men ab­ge­rech­net wur­den.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mög­lich.
  • Gut über Mail­soft­ware kon­fi­gu­rier­bar, so­dass IMAP ins­ge­samt über­flüs­sig wer­den kann.

Screenshot von Thunderbird Server-Einstellungen

Im Mo­zil­la Thun­der­bird ist es bei­spiels­wei­se mög­lich, POP3 klein­lichst zu kon­fi­gu­rie­ren. Durch die Funk­ti­on „Nach­rich­ten auf dem Ser­ver be­las­sen” wür­den Sie mit POP3 eben­so nur Ko­pi­en Ih­rer E-Mails her­un­ter­la­den. Da­durch kön­nen Sie auch mit die­ser Prak­tik mit ver­schie­de­nen End­ge­rä­ten auf die­sel­be Kor­re­spon­denz zu­grei­fen und ver­fü­gen gleich­zei­tig über die an­de­ren Vor­tei­le.

IMAP und POP3 Verschlüsselung

Ei­nes der größ­ten My­then des In­ter­nets ist, dass POP3 si­che­rer wäre als IMAP. Die­se Aus­sa­ge ist pau­schal nicht rich­tig. Bei­de Me­tho­den er­lau­ben ein Abrufen/Senden der E-Mails mit­hil­fe von TLS (Trans­port Lay­er Se­cu­ri­ty), nut­zen da­für le­dig­lich un­ter­schied­li­che Ports, was je­doch nur für den Ser­ver­be­trei­ber eine Rol­le spielt. Ein wei­te­rer My­thos ist, dass TLS nur zwi­schen Ih­nen und Ih­rem Mail­hos­ter ver­wen­det wird. Rich­tig ist, dass die Mail­ser­ver auch un­ter­ein­an­der die­se Ver­schlüs­se­lungs­me­tho­de ver­wen­den.

Die [...] Mail­ser­ver un­ter­stüt­zen SSL/TLS nicht nur bei der Ver­bin­dung zwi­schen Email-Programm (Cli­ent) und Mail­ser­ver, son­dern auch zwi­schen den Mail­ser­vern.

Web­ho­stOne GmbH: Was ist SSL/TLS und war­um soll­te man es nut­zen? webhostone.de (06/2015).

Na­tür­lich muss der Mail­ser­ver des E-Mail-Empfängers die­se Tech­nik auch un­ter­stüt­zen, dies soll­te heut­zu­ta­ge je­doch so gut wie über­all der Fall sein.

  • Ri­si­ko: Die Si­cher­heits­lü­cke be­steht, egal, ob IMAP oder POP3 beim E-Mail-Empfänger. Ruft die­ser sei­ne E-Mails ohne ak­ti­vier­te TLS-Verschlüsselung ab, ist der vor­he­ri­ge Weg im Prin­zip um­sonst.

POP3 kann si­che­rer sein, wenn man da­von aus­geht, dass SSL/TLS-Verschlüsselungen für Ge­heim­diens­te kein Hin­der­nis dar­stel­len.

Die NSA hat den Be­rich­ten zu­fol­ge ei­ni­ge der meist­ge­nutz­ten Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken im Vi­sier, [...] TLS/SSL schützt den Da­ten­ver­kehr etwa bei ei­ner HTTPS-Verbindung beim Online-Banking.

Näh­ler, Jens: NSA knackt auch ver­schlüs­sel­te Online-Kommunikation. hna.de (06/2015).

Selbst das Bun­des­amt für Si­cher­heit in der In­for­ma­ti­ons­tech­nik emp­fiehlt des­halb eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Um die­se so ge­nann­te Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ver­wen­den zu kön­nen, be­nö­ti­gen Sie eben­so wie der Emp­fän­ger Ih­rer Nach­richt ent­spre­chen­de Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware, die auf den ei­ge­nen Rech­nern in­stal­liert sein muss.

Bu­sche, Nor­bert: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. bsi-fuer-buerger.de (06/2015).

Die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware für die­ses Fach­ge­biet ver­knüpft sich mit Ih­rem Mail­pro­gramm und macht ver­schlüs­sel­te E-Mails, nach dem die­se über POP3 her­un­ter­ge­la­den wur­den, für Sie les­bar bzw. ver­schlüs­selt eine E-Mail, be­vor die­se über SMTP auf die Rei­se geht.

TLS ist also ob­so­let. Ich ken­ne je­doch auch nie­man­den, der eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ver­wen­det. So­lan­ge Sie je­doch nicht den Nach­schub an Waf­fen für Abu Bakr al-Baghdadi über die Tür­kei via E-Mail-Verkehr pla­nen oder sich vor Wirt­schafts­spio­na­ge schüt­zen müs­sen, ist dies mei­ner Mei­nung nach je­doch auch nicht not­wen­dig.

POP3 und IMAP gemeinsam verwenden

Selbst­ver­ständ­lich kön­nen Sie POP3 und IMAP ge­mein­sam ver­wen­den. Ih­rem Mail­ser­ver ist es näm­lich völ­lig egal, über wel­chen Port Sie con­nec­ten.

  • An ei­nem Desktop-PC, der zu Hau­se oder im Büro steht, ist der E-Mail-Empfang über POP3 mit Si­cher­heit die bes­te Wahl.
  • Wenn Sie je­doch mit Ih­rem Black­ber­ry in Sachsen-Anhalt un­ter­wegs sind und das gute UMTS-Netz mit ei­nem Emp­fangs­bal­ken nut­zen, ist es rat­sam, Ihr Ge­rät auf IMAP ein­zu­stel­len. Stel­len Sie sich vor, je­mand schickt Ih­nen eine Online-Bewerbung als IT-Teamleiter. Im An­hang be­fin­det sich je­doch nicht eine klei­ne PDF-Datei, son­dern 25 DOCX-Dateien mit vier BMP-Bildern. Sie kä­men mit POP3 so lan­ge nicht an Ihre an­de­ren E-Mails, bis Sie die­sen Down­load ab­ge­schlos­sen hät­ten.

Fazit

Wie Sie se­hen, hat so­wohl POP3 als auch IMAP ge­gen­wär­tig noch eine Da­seins­be­rech­ti­gung. Tipp: Wenn Sie das ers­te Mal mit ei­ner Mail­soft­ware ar­bei­ten und ge­ra­de beim Ein­rich­ten sind, ent­schei­den Sie sich für POP3. So­bald Sie sich mit der Zeit kom­plett in die Ma­te­rie ein­ge­ar­bei­tet ha­ben, kön­nen Sie im­mer noch je­der­zeit auf das et­was kom­pli­zier­te­re IMAP-Verfahren um­stel­len.

Men­schen, die we­der POP3 noch IMAP nut­zen, sind üb­ri­gens E-Mail-Muffel. „Hast du kein Face­book oder Whats­App?” Mei­ne Lieb­lings­fra­ge die­ser Ka­te­go­rie Homo sa­pi­ens. Wo­bei, wenn ich zu­erst im­mer bei AOL und Co. auf die Web­sei­te ge­hen, und mich dort dann zwi­schen neus­ten Nach­rich­ten über Fürst Al­bert von Mo­na­co ein­log­gen müss­te, wür­de ich wahr­schein­lich auch kei­ne E-Mails als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel ver­wen­den wol­len und lie­ber WhatsApp-Kettenbriefe ver­fas­sen.

Wenn man sich nicht dran hält, sagt die Stim­me: „Wenn du es nicht wei­ter­schickst, wirst du mor­gen nicht mehr le­ben!”

Bi­sch­off, Sa­rah: „WhatsApp”-Kettenbrief: To­des­dro­hun­gen per Sprach­nach­richt. bravo.de (06/2015).

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