Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Treiber für Ubuntu

Be­son­ders schön an PCs (x86-basierten Com­pu­tern) ist, dass die­se in­di­vi­du­ell nach den Be­dürf­nis­sen ih­rer Be­nut­zer aus­ge­stat­tet wer­den kön­nen. Aus die­sem Grund gibt es eine enor­me Band­brei­te an Hard­ware­kom­po­nen­ten und Pe­ri­phe­rie­ge­rä­ten. Es wäre uto­pisch da­von aus­zu­ge­hen, dass ein Be­triebs­sys­tem be­reits vom Werk aus ma­kel­los auf sämt­li­che Ge­rä­te vor­be­rei­tet wäre. In­fol­ge­des­sen liegt neu­er Hard­ware in al­ler Re­gel eine Trei­ber­soft­ware des Her­stel­lers bei, die in je­dem Fall die Funk­ti­on des Ge­räts un­ter Mi­cro­soft Win­dows und manch­mal auch un­ter Mac OS X ga­ran­tiert.

Bild von Ubuntu TreiberHin­ge­gen, egal, ob Sie auf der bei­geleg­ten CD oder im In­ter­net nach Trei­bern für Ubun­tu su­chen, Ihre An­stren­gun­gen wer­den ver­ge­bens sein. Denn aus­ge­nom­men von Grafikkarten- und Dru­cker­her­stel­lern, die ih­ren Software-Support für Li­nux ste­tig aus­bau­en, gibt es so gut wie kei­ne ver­füg­ba­ren Trei­ber für Ubun­tu. Ich habe des­halb schon des Öf­te­ren in Fo­ren die Be­haup­tung ge­le­sen, Ubun­tu be­nö­ti­ge über­haupt kei­ne Trei­ber. Dies ist na­tür­lich Un­sinn, denn auch die­ses Be­triebs­sys­tem ist auf eine Soft­ware­schnitt­stel­le an­ge­wie­sen, um die viel­fäl­tigs­ten Hard­ware­kon­fi­gu­ra­tio­nen be­trei­ben zu kön­nen.

Treiber sind im Kernel enthalten

Jede Neu­erschei­nung von Ubun­tu kommt mit ei­nem spe­zi­el­len Ker­nel. Mit­hil­fe des Terminal-Befehls uname -r se­hen Sie, wel­che Ver­si­ons­num­mer der­zeit bei Ih­nen in­stal­liert ist.

Screenshot von uname -r 3.13.0-83-generic

Der Ker­nel ist die Soft­ware, die di­rekt nach dem BIOS ge­la­den wird, und ent­hält un­ter der Linux-Distribution Ubun­tu so gut wie alle er­for­der­li­chen Trei­ber für Ih­ren Com­pu­ter.

The ker­nel is the cen­tral part of an ope­ra­ting sys­tem, that di­rec­t­ly con­trols the com­pu­ter hard­ware.

Fabulous.com Pty Ltd.: What is a Ker­nel? what-is-what.com (03/2016).

Den größ­ten An­teil im Ker­nel neh­men Trei­ber für Main­boards samt der dar­auf be­find­li­chen Kom­po­nen­ten (LAN, USB, SATA, Sound, etc.) ein. Da­durch ist si­cher­ge­stellt, dass nach der In­stal­la­ti­on von Ubun­tu qua­si jede Ma­schi­ne ohne die In­stal­la­ti­on von wei­te­rer Ge­rä­te­soft­ware ohne Ein­schrän­kun­gen funk­tio­niert.

Screenshot von Changelog eines Kernels

Da­mit Sie im­mer die neus­ten Trei­ber für Ihr Ubun­tu er­hal­ten, wird der Ker­nel re­gel­mä­ßig und au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert. Bei die­sem Pro­zess fin­den je­doch nicht nur Soft­ware­ver­bes­se­run­gen statt, son­dern es wer­den auch Ge­rä­te­trei­ber für neue Hard­ware hin­zu­ge­fügt. Da­mit ein Ubuntu-Kernel mit der Zeit nicht zu stark an­schwillt, wer­den zu­dem sehr alte Trei­ber ent­fernt. Da­durch kommt es oft­mals zu Pro­ble­men.

Nach dem Up­date auf Ker­nel 2.6.36.2 funk­tio­niert WLAN nicht mehr. Die LED des Sticks leuch­tet nur, ein Netz­werk wird nicht ge­fun­den.

Sgpeg: WLAN geht nach Kernel-Update nicht mehr. linuxforen.de (03/2016).

Hin­weis: Mit Ubun­tu ist es pro­blem­los mög­lich ei­nen äl­te­ren Ker­nel zu ver­wen­den, um nicht mehr ganz zeit­ge­mä­ße Hard­ware zu be­trei­ben. Das Be­triebs­sys­tem ist da­bei den­noch si­cher, da Sie ak­tu­el­le Si­cher­heits­up­dates un­ab­hän­gig von der in­stal­lier­ten Kernel-Software er­hal­ten.

Diese Treiber für Ubuntu sind nicht im Kernel

Das Debian-Derivat Ubun­tu ist im­mer noch ein Be­triebs­sys­tem, wel­ches haupt­säch­lich zum pro­duk­ti­ven Ar­bei­ten ein­ge­setzt wird. Dem­nach liegt die Prio­ri­tät des Treiber-Supports auf Note­books und Work­sta­tions. Desktop-PCs mit dem Fo­kus auf Mul­ti­me­dia und Spie­len kön­nen mit Ubun­tu Pro­ble­me ma­chen, was an der in­stal­lier­ten Hard­ware liegt.

  • Mo­der­ne Gra­fik­kar­ten wer­den nach der In­stal­la­ti­on au­to­ma­tisch mit den frei­en Linux-Treibern nou­veau (Nvi­dia) oder ra­de­on (AMD) be­trie­ben. Über das Treiber-Menü in­ner­halb von Ubun­tu ha­ben Sie je­doch eben­so die Ge­le­gen­heit, die pro­prie­tä­ren Gra­fik­kar­ten­trei­ber der Her­stel­ler zu in­stal­lie­ren.

Screenshot von Ubuntu Treiberverwaltung NVIDIA Corporation GF116

  • Dru­cker­trei­ber für Ubun­tu be­fin­den sich nicht im Ker­nel. Die­se müs­sen ent­we­der über das Drucker-Menü oder di­rekt von der Her­stel­ler­sei­te her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Diverse Nachteile durch fehlende Treibermedien

Im Ge­gen­satz zu Win­dows ge­schieht die In­stal­la­ti­on der Ge­rä­te­trei­ber also völ­lig au­to­ma­tisch. Auch um die Ak­tua­li­sie­rung ver­al­te­ter Trei­ber müs­sen Sie sich als Ubuntu-Benutzer nicht küm­mern. Nach­tei­le, dass Sie un­ter Ubun­tu kei­ne Treiber-CD in­stal­lie­ren kön­nen, kom­men be­son­ders bei spe­zi­el­ler Hard­ware und Pe­ri­phe­rie­ge­rä­ten zum Vor­schein.

  • De­di­zier­te Sound­kar­ten ma­chen so gut wie im­mer Pro­ble­me un­ter Ubun­tu. Selbst wenn die Trei­ber­soft­ware im Ker­nel ent­hal­ten ist, kann die Hard­ware oft­mals nicht voll­stän­dig ver­wen­det wer­den.

Bei mir ist es eine Crea­ti­ve Sound Blas­ter Re­con 3D die Pro­ble­me macht. Die Kar­te wird in Ubun­tu 14 zwar er­kannt aber ich kann mei­ne An­la­ge nur in Ste­reo be­trei­ben weil kei­ne 5.1 Ein­stel­lun­gen vor­han­den sind.

Ka Mü: Sound­kar­ten in Ubun­tu in­stal­lie­ren. kilobyte.bplaced.net (03/2016).

  • Pe­ri­phe­rie­ge­rä­te wie WLAN-Sticks, Web­cams, Funk­mäu­se oder Game­con­trol­ler funk­tio­nie­ren ent­we­der „Out-of-the-box” oder über­haupt nicht.

Hin­weis: Als Be­trei­ber ei­nes Linux-Systems soll­ten Sie vor der An­schaf­fung von der­ar­ti­ger Hard­ware im In­ter­net re­cher­chie­ren, ob Ihr Be­triebs­sys­tem da­für Trei­ber be­reit­hält.

Faktencheck - brauche ich Treiber für Ubuntu?

Ge­ra­de Um­stei­ger sind am An­fang im­mer un­si­cher, ob Ihr Com­pu­ter pro­blem­los mit Ubun­tu funk­tio­niert, des­halb hier ein Über­blick:

  1. Bei der In­stal­la­ti­on von Ubun­tu wird ein ak­tu­el­ler Ker­nel in­stal­liert, der in der Re­gel sämt­li­che in­ter­nen Ge­rä­te mit Trei­bern ver­sorgt. Da­durch sind Treiber-CDs wert­los.
  2. Jeg­li­che Gra­fik­kar­ten funk­tio­nie­ren un­ter der Linux-Distribution. Die frei­en Stan­dard­trei­ber er­fül­len mehr als nur ih­ren Zweck. Spie­ler, wel­che die vol­le Leis­tungs­band­brei­te be­nö­ti­gen, ha­ben di­rekt aus dem Sys­tem her­aus die Mög­lich­keit, ei­nen ge­schlos­se­nen Trei­ber des Her­stel­lers zu in­stal­lie­ren.
  3. Im­mer mehr Dru­cker­her­stel­ler bie­ten ihre Soft­ware auch für Li­nux an. Hier lohnt sich ein Blick auf die Her­stel­ler­web­sei­te. Die Trei­ber­soft­ware wird meis­tens in ei­nem For­mat be­reit­ge­stellt, wel­ches sich selbst­er­klä­rend un­ter Ubun­tu in­stal­lie­ren lässt.
  4. Bei di­ver­sen PCI- bzw. PCI-Express-Karten und vor al­lem USB-Geräten hat der Ubun­tu Treiber-Support De­fi­zi­te. Be­mü­hen Sie vor dem Kauf eine Such­ma­schi­ne oder fra­gen Sie even­tu­ell in ei­nem Fo­rum nach, ob das ge­wünsch­te Ge­rät un­ter­stützt wird.
Fazit

Als je­mand, der mehr­mals im Mo­nat ver­schie­de­ne Linux-Distributionen auf un­ter­schied­li­chen Com­pu­tern in­stal­liert kann ich sa­gen, dass die Treiber-Unterstützung von Ubun­tu her­vor­ra­gend ist.

Die Trei­ber un­ter Li­nux wer­den im­mer bes­ser und leis­tungs­fä­hi­ger. […] Un­ter Ubun­tu läuft ei­ni­ges bes­ser, un­kom­pli­zier­ter und schnel­ler als un­ter Win­dows.

Leis­ter, Tho­mas: Grün­de, war­um ich Ubun­tu Li­nux Win­dows vor­zie­he. thomas-leister.de (03/2016).

Je­doch soll­ten Sie das Be­triebs­sys­tem, auch wenn die­ses Li­nux ba­siert ist, im­mer an die Ak­tua­li­tät Ih­rer Hard­ware an­pas­sen. Des­halb lohnt es sich, als et­wai­ger Ubuntu-Benutzer über die Sup­port­zeit­räu­me der ein­zel­nen Ver­sio­nen Ge­naue­res in Er­fah­rung zu brin­gen.

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Ubuntu: Die wichtigsten Terminal-Befehle - ein Überblick

Die stei­gen­de Be­liebt­heit von Linux-Distributionen wie Ubun­tu, De­bi­an oder Li­nux Mint grün­det vor al­lem auf dem Um­stand, dass die­se mit an­spre­chen­den, gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­chen be­dien­bar sind. Heut­zu­ta­ge ha­ben näm­lich vie­le An­wen­der gro­ße Angst vor Terminal-Fenstern, doch das war bei­lei­be nicht im­mer so. Der ers­te nen­nens­wer­te, kom­mer­zi­ell er­folg­rei­che Com­pu­ter, der mit ei­ner gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­che (GUI) samt Maus steu­er­bar war, kommt aus dem Jah­re 1981 und nann­te sich Xe­rox Star.

1981 Xe­rox Star. The first com­mer­ci­al at­tempt at a mou­se ba­sed GUI.

Snei­der, Je­re­my: A Short Histo­ry of the GUI and the Mi­cro­soft vs Ap­ple De­ba­te. theoligarch.com (02/2016).

Screenshot Ubuntu Terminal-FensterGe­mes­sen am Er­folg der Be­triebs­sys­te­me MS-DOS (1981) für x86-PCs und Com­mo­do­re Ba­sic V2 (1982) für den C64, die aus­schließ­lich über die Kom­man­do­zei­le be­dient wer­den muss­ten, blieb der Xe­rox Star blass. Glei­ches galt für die Work­sta­tion Ap­ple Lisa (1983). Die­ses Sys­tem hat­te zwar für da­ma­li­ge Ver­hält­nis­se eine sehr an­spre­chen­de Be­nut­zer­ober­flä­che, war je­doch un­er­schwing­lich und konn­te sich nicht am Markt eta­blie­ren. Es dau­er­te noch mehr als zehn Jah­re, bis die Computer-Benutzer sich an gra­fi­sche Desktop-Oberflächen ge­wöhn­ten und die­se seit­dem be­vor­zu­gen. Den größ­ten An­teil an die­ser Ent­wick­lung trug das Mi­cro­soft Be­triebs­sys­tem Win­dows 95.

47.000.000 Ex­em­pla­re von Win­dows 95 wur­den 1996 ver­kauft.

Ma­kow­ski, Dirk: Win­dows 95. winhistory.de (02/2016).

Von da an wa­ren Com­pu­ter nicht mehr nur Ar­beits­ge­rä­te, bes­se­re Ta­schen­rech­ner und Spiel­au­to­ma­ten, son­dern ein­fach be­dien­ba­re, mul­ti­me­dia­le All­zweck­waf­fen, wel­che die gan­ze Fa­mi­lie an­spra­chen.

Spä­tes­tens seit 1998 als De­bi­an 2.0 (Hamm) ver­öf­fent­licht wur­de, kön­nen auch Linux-Distributionen mit­hil­fe von gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­chen (KDE, GNOME, Cin­na­mon, etc.) be­dient wer­den.

I swit­ched to De­bi­an 2.0 (Hamm) in 1998 when it first came out. [...] I spent hours com­pi­ling things whe­ther it was X11, KDE 0.x, QT, GTK, Gno­me, GIMP.

Nate: Hap­py Bir­th­day De­bi­an: 20 ye­ars old. techopsguys.com (02/2016).

Das Debian-Derivat Ubun­tu ging so­gar noch eine Stu­fe wei­ter und bringt seit Ver­si­on 11.04 sei­ne ei­ge­ne Be­nut­zer­ober­flä­che (Unity) mit. Als Be­nut­zer von De­bi­an oder ei­nes De­ri­vats dar­aus, kön­nen Sie prin­zi­pi­ell auf die Ver­wen­dung von Terminal-Fenstern ver­zich­ten. Für je­den wich­ti­gen Be­fehl gibt es in al­len gän­gi­gen Ober­flä­chen das pas­sen­de Menü.

  • Je mehr Sie je­doch die Kom­fort­zo­ne De­bi­an ver­las­sen und rei­ne Linux-Anwendungen be­die­nen möch­ten, des­to häu­fi­ger wer­den Sie um das Ter­mi­nal nicht her­um­kom­men.
  • Au­ßer­dem bie­tet ein si­che­rer Terminal-Umgang vie­le Vor­tei­le. Sie kön­nen da­durch oft­mals nicht nur schnel­ler ar­bei­ten oder im Not­fall Ihr Sys­tem re­pa­rie­ren, son­dern auch auf vie­le gra­fi­sche Hilfs­pro­gram­me ver­zich­ten.

So funktioniert das Terminal

Hin­weis: Je­des Terminal-Fenster kann ei­nen Pro­zess aus­füh­ren. Sie kön­nen un­ter Ubun­tu je­doch be­lie­big vie­le Fens­ter gleich­zei­tig ge­öff­net ha­ben.

1.) In­stal­lier­te Pro­gram­me star­ten

Soft­ware, die Sie via Ubun­tu Software-Center oder PPA in­stal­liert ha­ben, lässt sich über ein Terminal-Fenster star­ten. Tip­pen Sie dazu ein­fach den Na­men in Klein­buch­sta­ben ein und be­stä­ti­gen Sie mit der Ein­ga­be­tas­te.

Screenshot von Libreoffice im Terminal-Fenster

2.) Linux-Programme star­ten

Da­mit Ap­pli­ka­tio­nen wie der Tor-Browser oder das Spiel Su­per­Tux­Kart un­ter je­dem Linux-System funk­tio­nie­ren, wer­den die­se als Shell-Script aus­ge­lie­fert. Eine In­stal­la­ti­on ist da­bei nicht not­wen­dig, denn die An­wen­dung wird ein­fach mit­hil­fe des Ter­mi­nals aus dem Ord­ner ge­star­tet.

Screenshot vom Starten eines Shell-Scripts

Dazu wird im­mer das Prä­fix ./ vor den Da­tei­na­men ge­setzt.

Hilfreiche Tipps fürs Ubuntu-Terminal

Al­bert Ein­stein sag­te: „Wis­sen heißt wis­sen, wo es ge­schrie­ben steht.” Ge­nau­so ver­hält es sich mit Terminal-Befehlen.

3.) Au­to­ver­voll­stän­di­gung

Pro­gramm­na­men sind oft­mals sehr lan­ge und be­sit­zen Ver­si­ons­num­mern und Satz­zei­chen. Es be­steht kein Grund, dies al­les ma­nu­ell in ein Terminal-Fenster ab­zu­schrei­ben.

Screenshot von Terminal-Fenster Autovervollständigung

Tip­pen Sie die ers­ten Buch­sta­ben ein, die Ih­nen ein­fal­len und drü­cken Sie da­nach die Ta­bu­la­tor­tas­te. Ubun­tu wird den Rest für Sie au­to­ma­tisch ver­voll­stän­di­gen.

Tipp: Ihre zu­letzt ein­ge­ge­be­nen Terminal-Befehle blei­ben ge­spei­chert. Drü­cken Sie auf Ih­rer Tas­ta­tur die Pfeil­tas­te nach oben, um sich die­se an­zei­gen zu las­sen.

4.) Copy & Pas­te

Es lohnt sich eben­so we­nig, lan­ge Be­fehls­ket­ten von In­ter­net­sei­ten ab­zu­schrei­ben. An­stel­le des­sen soll­ten Sie den ge­wünsch­ten Be­fehl mar­kie­ren und ko­pie­ren. Im Terminal-Fenster selbst ist es da­nach mög­lich, das Gan­ze mit­hil­fe der rech­ten Maus­tas­te ein­zu­fü­gen.

Aus Ih­rem Brow­ser bzw. Libre­Of­fice sind Sie viel­leicht ge­wohnt mit den Tas­ten­kür­zeln „Strg + C” und „Strg + V” zu ar­bei­ten.

Kann man über die Kon­so­le die Short­cuts: Strg+C, …+X, …+V ein­rich­ten?

Mi­cha­el: Syn­ap­tic. kilobyte.bplaced.net (02/2016).

Dies funk­tio­niert stan­dard­mä­ßig lei­der nicht im Terminal-Fenster, son­dern muss je nach Be­nut­zer­ober­flä­che, mal mehr mal we­ni­ger auf­wen­dig, kon­fi­gu­riert wer­den.

Ordner mithilfe des Terminals erkunden

5.) In ein Ver­zeich­nis wech­seln

Da­mit Sie her­un­ter­ge­la­de­ne Ar­chi­ve über das Ter­mi­nal ent­pa­cken oder Shell-Scripts star­ten kön­nen, ist es er­for­der­lich, in das Hei­mat­ver­zeich­nis die­ser Da­tei­en zu na­vi­gie­ren.

Screenshot von cd /home/

Dazu gibt es den CD-Befehl (chan­ge di­rec­to­ry). Mit dem Prä­fix cd na­vi­gie­ren Sie von Ord­ner zu Ord­ner.

Um nach­zu­se­hen, was sich im an­ge­kom­me­nen Ver­zeich­nis be­fin­det, eig­net sich der Terminal-Befehl dir am bes­ten.

Screenshot von Ubuntu-Terminal dir

Ih­nen wer­den dar­auf­hin alle wei­te­ren Ord­ner und Da­tei­en im Ver­zeich­nis an­ge­zeigt, so­dass Sie mit cd wei­ter na­vi­gie­ren kön­nen. Da­bei soll­ten Sie wie­der auf die Au­to­ver­voll­stän­di­gung zu­rück­grei­fen.

Screenshot von cd.. im Ubuntu-Terminal

Sind Sie ein­mal falsch ab­ge­bo­gen, führt Sie der Be­fehl cd .. wie­der eine Stu­fe zu­rück.

6.) Dokumente/Verzeichnisse mit dem Ter­mi­nal kopieren/verschieben

Prin­zi­pi­ell bie­tet das Ubuntu-Terminal die Ge­le­gen­heit, dar­in die kom­plet­te Ord­ner­struk­tur neu zu ar­ran­gie­ren.

Screenshot vom Kopieren mit dem Terminal-Fenster

Mit dem Be­fehl cp -u samt Datei- bzw. Ord­ner­na­me ge­folgt vom neu­en Spei­cher­ort, ko­pie­ren Sie die Da­ten. Ist die Da­tei be­reits vor­han­den, wird die­se da­mit gleich­zei­tig über­schrie­ben.

Hin­weis: Die­ses Bei­spiel dient le­dig­lich als Il­lus­tra­ti­on. Selbst­ver­ständ­lich ver­wen­de ich für solch ein Sze­na­rio den Ordner-Manager (Nautilus/Dolphin) mei­ner Ubuntu-Version, sonst könn­te ich gleich Arch Li­nux in­stal­lie­ren.

  • Soll­ten Sie ein­mal eine Da­tei in Ih­rem Wur­zel­ver­zeich­nis än­dern wol­len, wer­den Sie je­doch mit dem Ordner-Manager nicht weit kom­men. Hier hilft dann nur der oben ge­nann­te CP-Befehl samt Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te.

Ein Terminal-Fenster für Administratoren

Wie Sie se­hen, ist es im All­tags­be­trieb nicht not­wen­dig im Ubuntu-Terminal über Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te zu ver­fü­gen.

7.) Ich bin der sudo (Ad­min)

Im­mer wenn Sie Terminal-Befehle se­hen, die das Prä­fix sudo er­for­dern, be­deu­tet dies, dass Sie in Ihr Sys­tem ein­grei­fen und dies mit Ih­rem Ad­mi­nis­tra­to­ren­pass­wort le­gi­ti­mie­ren müs­sen.

Screenshot von sudo Befehlen im Ubuntu-Terminal

  • Heißt also im Um­kehr­schluss, so­lan­ge Sie ohne sudo in Ih­rem Terminal-Fenster her­um­pro­bie­ren, ist es nicht mög­lich, ir­gend­et­was an Ih­rem Be­triebs­sys­tem zu be­schä­di­gen.
Fazit zum Ubuntu-Terminal

Wie Sie se­hen, ist das Ter­mi­nal kein He­xen­werk, son­dern funk­tio­niert mi­ni­ma­lis­tisch mit lo­gi­schen Be­feh­len. Um lang­fris­tig er­folg­reich mit ei­nem Debian-Derivat ar­bei­ten zu kön­nen, soll­ten Sie die ge­nann­ten sie­ben Punk­te be­herr­schen. Die­se gel­ten als die ab­so­lu­ten Ba­sics und da­mit kön­nen Sie sich al­les Wei­te­re in Zu­kunft her­lei­ten.

Ich be­vor­zu­ge auch ei­nen schö­nen Desk­top und ver­wen­de des­halb be­son­ders ger­ne KDE als Be­nut­zer­ober­flä­che. Folg­lich ver­su­che auch ich so viel wie mög­lich, mit der Maus auf ei­nem an­spre­chen­den Un­ter­grund zu er­le­di­gen. Da­her zum Schluss noch ein Bo­nus­tipp, für eine im­mer wie­der­keh­ren­de Fra­ge in die­sem Blog.

Hi Ki­lo­byte, kannst du mir kurz sa­gen, wie du in der Kon­so­le in­stal­lier­te Pro­gram­me löscht? [...] Ich ver­wen­de noch Ubun­tu 12.04 we­gen al­ter Ma­schi­ne und so.

Jung, Man­fred: Kur­ze Fra­ge zu Ubun­tu und lö­schen. E-Mail vom 11.01.2016.

8.) So lö­sche ich in­stal­lier­te Pro­gram­me in Ubun­tu

Ich öff­ne Syn­ap­tic, su­che be­sag­te Soft­ware über das Such­fens­ter und de­instal­lie­re die­se da­mit voll­stän­dig.

Na­tür­lich könn­te ich im Ter­mi­nal auch pro­bie­ren, ob

  1. sudo apt-get remove <package> && sudo apt-get autoremove.
  2. sudo apt-get remove <application_name>.
  3. sudo apt-get purge <package-name>.

ir­gend­wann zum Er­folg führt.

Ver­wand­te The­men:

Ubun­tu au­to­ma­tisch her­un­ter­fah­ren - so geht’s
In Ubun­tu ei­nen Bild­schirm­scho­ner ein­rich­ten

(Screen­shots: Ku­bun­tu 14.04.3 LTS)

Ubuntu: 32 oder 64 Bit - Unterschiede

Be­vor Sie die Linux-Distribution Ubun­tu her­un­ter­la­den kön­nen, müs­sen Sie sich zwi­schen ei­ner 32- und ei­ner 64-Bit-Version ent­schei­den. Die Ent­wick­ler hin­ter Ubun­tu ge­ben für die­se Ent­schei­dung fol­gen­den Hin­weis:

If you have an ol­der PC with less than 2GB of me­mo­ry, choo­se the 32-bit down­load.

Nun müss­te man nur noch wis­sen, ab wann ein Com­pu­ter un­ter die Ka­te­go­rie „et­was äl­ter” fällt, schließ­lich kann Ubun­tu 14.04 LTS auch auf ak­tu­el­len Ma­schi­nen sehr lang­sam sein.

Am An­fang war mein Lap­top, Asus K72F-i3, beim Boo­ten ca. 45 sek. sehr schnell, Up­dates habe ich alle in­stal­liert nun schläft er fast ein beim Boo­ten ca 2 min und län­ger. Fire­fox lässt auch zu wün­schen.

P., Lutz: War­um ist Ubun­tu 14.04 so lang­sam? kilobyte.bplaced.net (10/2015).

Da­mit Sie sich zwi­schen 32 und 64 Bit rich­tig ent­schei­den, so­dass ei­nem schnel­len und sta­bi­len Ubuntu-System nichts mehr im Wege steht, er­fah­ren Sie nun die es­sen­ti­el­len Un­ter­schie­de zwi­schen bei­den Ar­chi­tek­tu­ren.

Die Speicherverwaltung

Bild von Ubuntu mit 32 und 64 BitDie rich­ti­ge Bit-Version trägt maß­geb­lich zur Schnel­lig­keit Ih­res Be­triebs­sys­tems bei. Da­bei geht es je­doch nicht um die Takt­ra­ten der Spei­cher­rie­gel, son­dern nur um die ver­wend­ba­re Spei­cher­grö­ße. Im­mer wenn der Ar­beits­spei­cher voll ist, wer­den die Da­ten auf die Fest­plat­te aus­ge­la­gert, was zu lan­gen La­de­zei­ten führt. Ubun­tu 14.04 LTS mit ge­öff­ne­tem Mo­zil­la Fire­fox ver­wen­det durch­schnitt­lich 1,5 Gi­ga­byte RAM. Zu we­nig Ar­beits­spei­cher ist auch heut­zu­ta­ge noch ei­ner der Haupt­grün­de für ein lang­sa­mes Sys­tem, lei­der ist die­ses Spei­cher­me­di­um auch sehr teu­er.

  • 32 Bit: Ubun­tu kann nur 3 Gi­ga­byte Ar­beits­spei­cher ver­wal­ten, un­ab­hän­gig da­von, wie viel in Ih­rem Sys­tem in­stal­liert ist.
  • 64 Bit: Mit Ubun­tu 14.04 LTS oder neu­er könn­ten Sie bis zu 128 Gi­ga­byte Ar­beits­spei­cher in Be­trieb neh­men.

Her­stel­ler wie Dell, Le­no­vo oder Acer ver­kau­fen seit ei­ni­ger Zeit schon Ubuntu-Notebooks mit le­dig­lich 2 Gi­ga­byte Ar­beits­spei­cher. Als Be­triebs­sys­tem ist eine 32-Bit-Version vor­in­stal­liert. Dies ist nicht nur viel zu we­nig Ar­beits­spei­cher, son­dern auch sehr kurz­sich­tig, vor al­lem im Be­zug auf die ver­bau­ten ak­tu­el­len CPUs.

Der Prozessor entscheidet über Bit-Version

Egal, ob Sie viel oder we­nig Ar­beits­spei­cher in­stal­liert ha­ben, Ubun­tu wird so­wohl in der 32- als auch in der 64-Bit-Version lau­fen. Ganz im Ge­gen­teil zum Pro­zes­sor, denn nicht alle kön­nen mit 64 Bit um­ge­hen.

Bild von AMD Athlon auf Sockel A - 32 Bit ProzessorDie da­ma­lig sehr be­lieb­ten In­tel Pen­ti­um 4 CPUs auf dem So­ckel 478 er­rei­chen Takt­ra­ten von mehr als 3,00 GHz und könn­ten mit ei­ner ver­nünf­ti­gen, de­di­zier­ten Gra­fik­kar­te noch ak­tu­el­le Ubuntu-Derivate (Lub­un­tu) stem­men. Glei­ches gilt für den zu je­ner Zeit äu­ßerst po­pu­lä­ren AMD Ath­lon XP auf dem So­ckel A. Bei­de So­ckel ha­ben je­doch ei­nes ge­mein­sam, sie sind nur für 32-Bit-Prozessoren. Be­sit­zen Sie also noch solch ein Sys­tem, fällt dies un­ter die Ka­te­go­rie „et­was äl­ter” und Sie kön­nen nur eine 32-Bit-Version von Ubun­tu in­stal­lie­ren. An­dern­falls wird das Be­triebs­sys­tem nicht star­ten.

  • In­tel: Pro­zes­so­ren, die für 64 Bit taug­lich sind, ha­ben bei den In­for­ma­tio­nen zu den Be­fehls­sät­zen den Ein­trag Intel64 ste­hen.
  • AMD: Bei der Kon­kur­renz nennt sich die­ser Ein­trag AMD64.

Verwenden Sie eine Ubuntu 64-Bit-Version

Alle ak­tu­el­len Pro­zes­so­ren be­herr­schen 64 Bit, des­halb soll­ten Sie auch eine 64-Bit-Version in­stal­lie­ren, auch wenn Sie über we­ni­ger als 3 Gi­ga­byte Ar­beits­spei­cher ver­fü­gen. 64 Bit ist näm­lich ab­wärts­kom­pa­ti­bel und kann ge­nau­so Pro­gram­me, die in 32 Bit ge­schrie­ben wur­den, aus­füh­ren. Ver­fü­gen Sie über ein Ubun­tu mit 64 Bit und Sie in­stal­lie­ren über die of­fi­zi­el­len Quel­len eine Soft­ware, wird die­se eben­falls falls vor­han­den in die­ser Bit-Version in­stal­liert. Dies hat wie­der­um den Vor­teil, dass die­se Pro­gram­me leis­tungs­fä­hi­ger sind.

Most­ly this is be­cau­se x86_64 doesn’t just have 64 bit re­gis­ters, it also has twice as many. x86 does not have en­ough re­gis­ters to make com­pi­led lan­guages as ef­fi­ci­ent as they could be, so x86 code spends a lot of in­st­ruc­tions and me­mo­ry band­width shif­ting data back and forth bet­ween re­gis­ters and me­mo­ry.

Mc­Gre­gor, An­drew: Are 64 bit pro­grams big­ger and fas­ter than 32 bit ver­si­ons? stackoverflow.com (10/2015).

64-Bit-Software ist bes­ser op­ti­miert und kann des­halb von der CPU schnel­ler ver­ar­bei­tet wer­den.

  • Auch ak­tu­el­le Spie­le wer­den für Ubun­tu im­mer in­ter­es­san­ter. Die meis­ten Neu­erschei­nun­gen wür­den auf ei­nem 32-Bit-System nicht mehr star­ten oder be­nö­ti­gen zu­sätz­li­che Soft­ware, wie es beim Kas­sen­schla­ger Battle­field 4 be­reits der Fall ist.

Warum gibt es noch 32-Bit-Versionen für Desktop-PCs?

Zum ei­nen sind vor al­lem an öf­fent­li­chen Stel­len wie Be­hör­den und Schu­len au­ßer­halb der EU noch vie­le alte Ma­schi­nen im Ein­satz, de­ren Pro­zes­so­ren ein­fach kei­ne 64-Bit-Technologie ver­ar­bei­ten kön­nen.

Hin­zu kommt ein wei­te­res Sze­na­rio, wel­ches ich schon selbst er­lebt habe. Mit ei­nem 64-Bit-System kön­nen Sie kei­ne 16-Bit-Programme aus­füh­ren.

On a com­pu­ter with a 64-bit pro­ces­sor, you can­not run a 16-bit le­ga­cy pro­gram.

Com­pu­ter Hope: 64-bit pro­ces­sor. computerhope.com (10/2015).

Ich ken­ne ein Un­ter­neh­men, wel­ches Teletext-Grafiken für ru­mä­ni­sche TV-Sender er­stellt. Die­ses hat Ende der 1990er Jah­re für vie­le Tau­send D-Mark eine ent­spre­chen­de 16-Bit-Software er­wor­ben, die sich nur un­ter ei­nem al­ten Win­dows XP Rech­ner öff­nen lässt und im­mer noch im Ein­satz ist.

Checkliste und Fazit

Ver­wen­den Sie für Ih­ren Desktop-PC im­mer eine Ubuntu-Version mit 64 Bit wenn:

  1. Ihre CPU nach dem Jah­re 2005 her­ge­stellt wur­de und da­mit über ei­nen 64-Bit-Befehlssatz ver­fügt.
  2. Sie kei­ne al­ten 16-Bit-Programme aus­füh­ren müs­sen.

Üb­ri­gens mit ei­nem 64-Bit-Prozessor, aus­rei­chend Ar­beits­spei­cher und ei­nem pas­sen­den Be­triebs­sys­tem ha­ben Sie noch lan­ge aus­ge­sorgt. Win­dows, Ubun­tu und Co. könn­ten mit ih­ren Sys­te­men noch bis zu 16 Ex­bi­by­te Ar­beits­spei­cher zu­las­sen.

Selbst die leis­tungs­stärks­ten Ser­ver sind noch weit da­von ent­fernt, 64 Bit auch nur an­nä­hernd aus­zu­nut­zen.

Grimm, Mar­kus: 128 Bit nicht be­nö­tigt. chip.de (10/2015).

Ich selbst be­nut­ze seit 2007 nur noch 64-Bit-Versionen. Aus die­sem Grund sind mei­ne An­lei­tun­gen auf die­sem Blog auch nur spe­zi­ell für die­se Ar­chi­tek­tur ge­schrie­ben.

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