Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Netzlaufwerk automatisch einbinden - Funktionsgarantie

Un­ter Ubun­tu kann es vor­kom­men, dass der haus­ei­ge­ne Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se die hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten für ein Netz­lauf­werk oder ein Net­work At­ta­ched Sto­rage nicht wie­der­gibt. Beim Ein­hän­gen des ex­ter­nen Da­ten­trä­gers wer­den Sie vom Menü „Pass­wör­ter und Ver­schlüs­se­lung” zwar nach dem Mas­ter­pass­wort ge­fragt, müs­sen dann al­ler­dings trotz­dem je­des Mal die Login-Daten samt Do­mä­ne er­neut ein­ge­ben. Um sich die­se wie­der­keh­ren­de Pro­ze­dur zu er­spa­ren, kön­nen Sie Netz­lauf­wer­ke nach dem Start von Ubun­tu auch au­to­ma­tisch ein­bin­den las­sen.

Hal­lo Ki­lo­byte, ich bin Frei­be­ruf­ler mit zwei An­ge­stell­ten und set­ze auf den Agen­tur­com­pu­tern Ubun­tu 16.04 ein. [...] habe ich uns das NAS Synolo­gy DS216j ge­kauft, auf das wir über NFS zu­grei­fen. [...] Lei­der müs­sen wir die kom­plet­ten Zu­gangs­da­ten im­mer neu ein­ge­ben, da die ein­fach nicht ge­spei­chert blei­ben. Dar­auf­hin woll­te ich auf den Kli­en­ten die frei­ge­ge­be­nen Ord­ner vom NAS au­to­ma­tisch ohne vor­he­ri­ge Pass­wort­ab­fra­ge ein­bin­den las­sen. Pro­biert habe ich da­für die Me­tho­de von Sem­per­Vi­deo, die will bei uns aber auch nicht funk­tio­nie­ren.

Hein­rich, Tho­mas: Be­nö­ti­ge schnel­le Hil­fe von den Pro­fis zum The­ma NAS. E-Mail vom 15.05.2017.

Bild von Ubuntu NetzlaufwerkEin gro­ßer Nach­teil beim au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks ist, dass die Ein­logg­da­ten zum NAS un­ver­schlüs­selt als Klar­text ge­spei­chert sind. Soll­te also bei Ih­nen der Ubun­tu Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se De­fek­te auf­wei­sen, dann emp­feh­le ich Ih­nen KDE als neue Be­nut­zer­ober­flä­che. Auch im Da­tei­ma­na­ger Dol­phin ist es ohne Wei­te­res mög­lich, schi­cke Le­se­zei­chen zu Netz­lauf­wer­ken zu set­zen. Au­ßer­dem sind mit dem Pass­wort­ma­na­ger KWal­let alle Ihre hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten ver­schlüs­selt ge­spei­chert und wer­den zu­ver­läs­sig nach der Ein­ga­be des Mas­ter­pass­worts wie­der­ge­ge­ben.

Sie möch­ten lie­ber bei der Be­nut­zer­ober­flä­che Unity blei­ben und Ihr Netz­lauf­werk ohne die vor­he­ri­ge Ein­ga­be der Zu­gangs­da­ten ein­bin­den las­sen? Dann ha­ben Sie hof­fent­lich nicht eben­falls die An­lei­tung des YouTube-Kanals Sem­per­Vi­deo aus­pro­biert. Der Lö­sungs­weg der von mir sehr ge­schätz­ten Netz­ak­ti­vis­ten­grup­pe ist näm­lich nicht nur um­ständ­lich, son­dern vor al­lem auch un­voll­stän­dig.

Netzlaufwerk unter Ubuntu erstellen

Im ers­ten Schritt müs­sen Sie fest­le­gen, von wel­chem Ort Sie auf Ihr Netz­lauf­werk zu­grei­fen möch­ten. Ich emp­feh­le hier­für das Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner”.

Screenshot von neuem Ordner unter Ubuntu 16.04 LTS

Er­stel­len Sie dort ei­nen neu­en Ord­ner mit ei­nem Na­men Ih­rer Wahl. Öff­nen Sie als Nächs­tes ein neu­es Terminal-Fenster und na­vi­gie­ren Sie in die Sys­tem­da­tei fstab.

sudo nano /etc/fstab

Scrol­len Sie da­nach ganz nach un­ten und fü­gen Sie fol­gen­den neu­en Ein­trag hin­zu:

//192.168.1.44/Webbackup /home/sascha/Backups cifs defaults,username=admin,password=dschizya,iocharset=utf8,file_mode=0777,dir_mode=0777

Hin­weis: Set­zen Sie Ihre per­sön­li­chen Da­ten in die Code­zei­le ein. Die Syn­tax des Be­fehls darf da­bei nicht ver­än­dert wer­den.

Screenshot von Ubuntu 16.04.2 LTS /etc/fstab - Eintrag für Netzlaufwerk mit Schreibrechten

Sys­tem­da­tei fstab - Be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks hin­zu­fü­gen

Der Kon­so­len­be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks setzt sich fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men:

  1. IP-Adresse und Pfad zum frei­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis.
  2. Pfad zum neu er­stell­ten lo­ka­len Ord­ner, um auf das Netz­lauf­werk zu­zu­grei­fen.
  3. In­di­vi­du­el­le Zu­gangs­da­ten für Ihr NAS oder die frei­ge­ge­be­ne Fest­plat­te.
  4. Schreib­rech­te, um Da­tei­en auf dem Netz­lauf­werk spei­chern zu kön­nen.

Hin­weis: Der Ein­trag cifs steht für Com­mon In­ter­net File Sys­tem, was nichts wei­ter als das Netz­werk­pro­to­koll ist, wel­ches beim Da­ten­trans­fer ver­wen­det wird. Hin­ge­gen weist de­faults Ubun­tu un­ter an­de­rem an, das Netz­lauf­werk di­rekt nach dem Start des Be­triebs­sys­tems ein­zu­hän­gen.

Spei­chern Sie nach dem An­pas­sen des Be­fehls die Sys­tem­da­tei fstab mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O. Ver­las­sen Sie dar­auf­hin den Edi­tor Nano mit Strg + X.

Ein Netzlaufwerk unter Ubuntu verwenden

Star­ten Sie dar­auf­hin Ih­ren Com­pu­ter neu. Nach­dem Ubun­tu wie­der ge­la­den wur­de, wer­den Sie im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” fest­stel­len, dass sich das Aus­se­hen Ih­res lo­ka­len Netz­lauf­werk­ord­ners ge­än­dert hat.

Screenshot von blau eingefärbtem Ubuntu-Ordner

Tipp: Ih­nen ge­fällt das Sym­bol auf dem Ord­ner nicht? Dann fär­ben Sie die Ver­knüp­fung zu Ih­rem Netz­lauf­werk ein­fach mit­hil­fe von Fol­der Co­lor ein.

Die kos­ten­lo­se Mo­di­fi­ka­ti­on Fol­der Co­lor hilft Ih­nen da­bei, Ihr Be­triebs­sys­tem wei­ter zu per­so­na­li­sie­ren. Da­mit kön­nen Sie nicht nur Ord­ner in ver­schie­de­nen Far­ben ein­fär­ben, son­dern die­se auch mit klei­nen Sym­bo­len mar­kie­ren.

Sa­scha: In Ubun­tu Sym­bo­le än­dern – Op­tio­nen. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Ab so­fort sind Sie mit ei­nem Dop­pel­links­klick auf Ihre Netz­lauf­werk­ver­knüp­fung im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” di­rekt auf Ih­rem NAS. Eine vor­he­ri­ge Ab­fra­ge Ih­rer Login-Daten fin­det da­bei nicht statt.

Automatisches Einhängen ist einfach aber unsicher

Wie Sie se­hen, ist das au­to­ma­ti­sche Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks un­ter Ubun­tu mit nur ei­nem Be­fehl mög­lich. Ver­ges­sen Sie da­bei al­ler­dings nie, dass die Zu­gangs­da­ten zum frei­ge­ge­be­nen Ord­ner auf Ih­rem NAS als Klar­text in der Sys­tem­da­tei fstab ste­hen.

Ach­ten Sie also ge­ra­de im Bü­ro­all­tag dar­auf, dass Ihre Mit­ar­bei­ter in den au­to­ma­tisch ein­ge­häng­ten Netz­lauf­wer­ken nur tri­via­le Do­ku­men­te spei­chern.

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Si­che­re Pass­wör­ter von Ubun­tu er­stel­len las­sen - so geht’s
Wie spät ist es? Zeit­an­sa­ge un­ter Ubun­tu ak­ti­vie­ren

Warum updated Ubuntu nicht auf die neuste Version?

Nach­dem Sie ge­le­sen ha­ben, dass es eine neue Ubuntu-Version gibt, füh­len Sie sich ab­ge­hängt? Denn ob­wohl Sie im­mer so­fort alle ver­füg­ba­ren Ak­tua­li­sie­run­gen in­stal­lie­ren, be­hält Ihr Sys­tem die alte Ver­si­ons­num­mer? Dann ha­ben Sie sich von den Me­di­en un­nö­ti­ger­wei­se ver­un­si­chern las­sen.

[...] so habe ich eben bei heise.de ge­le­sen, dass heu­te Ubun­tu 17.04 er­schie­nen ist und wohl alle be­reits 16.10 ver­wen­den. Mein Ubun­tu hat noch die Num­mer 16.04 und ich schwö­re Ih­nen, dass ich stän­dig alle Up­dates in­stal­lie­re. [...] Was muss ich ein­stel­len, um die neus­te Ver­si­on zu be­kom­men?

Zer­bels­ho­fer, Jo­han­nes: War­um up­dated mein Ubun­tu nicht auf die neus­te Ver­si­on? E-Mail vom 13.04.2017.

Bild von Ubuntu ReleaseUbun­tu 16.04 ist eine Voll­ver­si­on, die fünf Jah­re lang mit Soft­ware­up­dates ver­sorgt wird. Voll­ver­sio­nen sind mit dem Akro­nym LTS ge­kenn­zeich­net, was für Long Term Sup­port steht. Ca­no­ni­cal ver­öf­fent­licht alle zwei Jah­re eine neue LTS-Version. Da­zwi­schen bie­tet das Un­ter­neh­men vom Welt­raum­tou­ris­ten Mark Shut­tle­worth auch Ent­wick­ler­ver­sio­nen an. Die­se er­schei­nen alle sechs Mo­na­te und die­nen nur dazu, be­stehen­de und zu­künf­ti­ge Ubuntu-Vollversionen zu ver­bes­sern.

Die­se Ge­ge­ben­heit wird auch im er­wähn­ten Ar­ti­kel auf der Web­sei­te der Hei­se Me­di­en GmbH an­ge­deu­tet:

Letzt­lich gleicht Ubun­tu 17.04 sei­nem Vor­gän­ger stark und hebt sich vor al­lem durch die mo­der­ne­re Soft­ware ab. [...] Die­ser Vor­teil schwin­det be­reits im Au­gust wie­der stark, denn dann soll­te Ubun­tu 16.04.3 er­schei­nen [...].

Leem­huis, Thors­ten: Linux-Distributionsfamilie Ubun­tu 17.04 frei­ge­ge­ben. heise.de (05/2017).

Mer­ke: Alle Ver­bes­se­run­gen aus den Test­ver­sio­nen wer­den zeit­nah und au­to­ma­tisch an die LTS-Versionen, die sich im Un­ter­stüt­zungs­zeit­raum be­fin­den wei­ter­ge­ge­ben.

Upgrade auf neue Ubuntu-Version

Falls Sie den­noch Ihre Voll­ver­si­on ver­las­sen und auf eine ak­tu­el­le Ent­wick­ler­ver­si­on up­gra­den möch­ten, ist dies ohne Wei­te­res mög­lich.

Screenshot vom Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Un­ter Ubun­tu 16.04 LTS über alle neu­en Ubuntu-Versionen in­for­miert wer­den

Na­vi­gie­ren Sie dazu zu­erst über die Ubun­tu Dash-Startseite in das Menü „An­wen­dun­gen & Ak­tua­li­sie­run­gen”.

  • Wech­seln Sie dar­auf­hin in den Rei­ter „Ak­tua­li­sie­run­gen”.
  • Stel­len Sie nun das Dropdown-Menü hin­ter „Über neue Ubuntu-Versionen be­nach­rich­ti­gen” auf „Für jede neue Ver­si­on”.

Ge­ben Sie bei Auf­for­de­rung Ihr Ad­mi­nis­tra­tor­pass­wort ein und ver­las­sen Sie an­schlie­ßend das Menü.

Screenshot von Ubuntu Aktualisierungsverwaltung "Die Anwendungen auf diesem Rechner sind aktuell"

Nach ei­nem kur­zen Mo­ment soll­te sich ein Fens­ter na­mens „Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung” öff­nen und Ih­nen mit­tei­len, dass ein neu­es Ubun­tu ver­füg­bar ist.

Bei Ih­nen er­scheint die­ses Me­nü­fens­ter nicht? Dann öff­nen Sie ein Terminal-Fenster und er­zwin­gen Sie das Up­grade mit fol­gen­dem Be­fehl:

sudo do-release-upgrade -d

Hin­weis: Sie kön­nen mit die­ser Me­tho­de im­mer nur eine Ver­si­on nach der an­de­ren in­stal­lie­ren. Gibt es be­reits meh­re­re ak­tu­el­le­re Re­leases? Dann wie­der­ho­len Sie die Schrit­te so lan­ge, bis Sie das neus­te Ubun­tu in­stal­liert ha­ben.

Wer sollte eine Entwicklerversion verwenden?

Die Ver­füg­bar­keit von un­ter­schied­li­chen Ubuntu-Versionen wird Neu­lin­gen oft­mals zum Ver­häng­nis. In An­be­tracht der Tat­sa­che, dass die be­lieb­te Linux-Distribution kos­ten­los ist und im Wett­be­werb mit an­de­ren Be­triebs­sys­te­men steht, sind Ent­wick­ler­ver­sio­nen lei­der not­wen­dig.

Bild vom Zyklus von Neuerscheinungen: Beliebte Betriebssysteme für den PC. Bild von Kilobyte / Ubuntu-Blog

Um alle zwei Jah­re eine aus­ge­reif­te LTS-Version ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen, ist Ca­no­ni­cal auf die Hil­fe der Ubuntu-Benutzer an­ge­wie­sen.

  • Ent­wick­ler­ver­sio­nen sind näm­lich nur für die­je­ni­gen, die dem Lon­do­ner Soft­ware­un­ter­neh­men bei der Feh­ler­su­che hel­fen wol­len.
  • Wer ei­nen Bug fin­det, der kann die­sen hier un­kom­pli­ziert mel­den.

Durch die­ses simp­le Sys­tem wird si­cher­ge­stellt, dass die Be­nut­zer von Voll­ver­sio­nen stets auf ein sta­bi­les und ma­kel­lo­ses Be­triebs­sys­tem zu­rück­grei­fen kön­nen.

Bild von Frage: Warum gibt es Entwicklerversionen für Ubuntu?

Ein wei­te­rer Grund um auf eine ak­tu­el­le Ent­wick­ler­ver­si­on aus­zu­wei­chen kann ein gra­vie­ren­des Hard­ware­pro­blem sein. Falls Sie stets die Diens­te der neus­ten Gra­fik­kar­te oder der schnells­ten CPU in An­spruch neh­men, kann es vor­kom­men, dass der Ker­nel Ih­rer LTS-Version noch nicht die pas­sen­den Trei­ber pa­rat hat. Dann macht der Ein­satz ei­ner Ent­wick­ler­ver­si­on Sinn, da in solch ei­nem kurz­le­bi­gen Be­triebs­sys­tem auch im­mer die ak­tu­ells­ten Trei­ber­samm­lun­gen ge­tes­tet wer­den.

Die Vorteile einer Ubuntu LTS-Version

Für die Be­su­cher die­ser Web­sei­te emp­feh­le ich aus­schließ­lich Voll­ver­sio­nen. Ich be­gin­ne mei­ne Ar­gu­men­ta­ti­on da­mit, in­dem ich Ih­nen zei­ge, was Ubun­tu in den Au­gen von De­bi­an ist.

Bild vom Unterschied zwischen Debian und Ubuntu

Auf­grund des­sen, dass Ca­no­ni­cal alle zwei Jah­re eine LTS-Version ver­öf­fent­licht, er­reicht die­se Linux-Distribution nie­mals die Sta­bi­li­tät von De­bi­an.

De­bi­an is VERY sta­ble. Es­pe­ci­al­ly if you down­load the sta­ble ver­si­on. They have lon­ger work pe­ri­ods which al­low them to catch more bugs.

Cox, Jes­se: How sta­ble is de­bi­an sta­ble desk­top ver­si­on? quora.com (05/2017).

  • Ent­wick­ler­ver­sio­nen sind also le­dig­lich Be­ta­ver­sio­nen, bei de­nen Ab­stür­ze sehr häu­fig vor­kom­men kön­nen.

Die hohe Ver­füg­bar­keit von Ap­pli­ka­tio­nen ist ein wei­te­rer Vor­teil ei­ner Ubun­tu LTS-Version.

Empfehlung von Kilobyte: Verwenden Sie unbedingt eine Ubuntu-Vollversion

In­fol­ge­des­sen, dass die­se Ubuntu-Versionen fünf Jah­re lang mit Up­dates ver­sorgt wer­den, pro­gram­mie­ren Soft­ware­ent­wick­ler in ers­ter Li­nie aus­schließ­lich für Voll­ver­sio­nen.

  • Das Up­grade ei­ner LTS-Version auf eine Ent­wick­ler­ver­si­on führt dem­zu­fol­ge häu­fig dazu, dass in­stal­lier­te PPAs und Pro­gram­me nicht mehr funk­tio­nie­ren.

Dies ist zu­meist nicht der Fall, wenn Sie von ei­ner Voll­ver­si­on auf eine neue Voll­ver­si­on up­gra­den. Denn bis Ih­nen nach ei­nem Re­lease ei­ner LTS-Version die Ak­tua­li­sie­rung au­to­ma­tisch emp­foh­len wird, ver­ge­hen bis zu drei Mo­na­te. Da­durch ha­ben die Soft­ware­ent­wick­ler ei­nen Vor­sprung, um Ihre Ap­pli­ka­tio­nen fit für die neue Ubuntu-Vollversion zu ma­chen.

Die­se be­wuss­te Ver­zö­ge­rung wird nicht nur des­halb so ge­hand­habt, um An­wen­dern wei­ter ein sehr sta­bi­les Be­triebs­sys­tem zu ge­währ­leis­ten, son­dern hängt auch mit den Dritt­an­bie­tern von kos­ten­lo­ser Soft­ware zu­sam­men, die ihre Pro­duk­te via PPA an­bie­ten und pfle­gen.

Sa­scha: Ubun­tu: 14.04 auf 16.04 LTS up­gra­den - so geht’s. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Auch eine be­reits an­ge­spro­che­ne Hard­ware­pro­ble­ma­tik lässt sich mit ei­ner äl­te­ren LTS-Version lö­sen. Zwi­schen­zeit­lich ist es näm­lich be­reits mit­hil­fe von über­sicht­li­cher Free­ware mög­lich, un­kom­pli­ziert ei­nen ak­tu­el­len Ker­nel zu in­stal­lie­ren.

Die­se fins­te­ren Tage sind dank Ukuu vor­bei. Da­bei han­delt es sich nicht etwa um eine Re­bel­len­or­ga­ni­sa­ti­on aus Ru­an­da, son­dern um eine kos­ten­lo­se Soft­ware na­mens Ubun­tu Ker­nel Up­date Uti­li­ty.

Sa­scha: Ubun­tu: Neu­en Ker­nel in­stal­lie­ren – ein­fach via PPA. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Fazit: Wissenswertes über Ubuntu-Vollversionen

Ob­wohl ich be­reits im Ok­to­ber 2004 da­mit be­gann, mit Linux-Distributionen zu ar­bei­ten hat­te ich erst ein­mal eine Ent­wick­ler­ver­si­on in­stal­liert. Da­mals ver­such­te ich zu­sam­men mit Kol­le­gen auf Ubun­tu 12.10 ein­zu­wir­ken, da­mit die Wer­bung wie­der aus der Ubun­tu Dash-Startseite ver­schwin­det.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Seit­dem ver­wen­de ich auf al­len mei­nen Sys­te­men aus­schließ­lich LTS-Versionen.

Screenshot von Neue Ubuntu-Version verfügbar "14.04.5 LTS"

Für das Up­grade auf eine neue LTS-Version sind kei­ne Vor­ein­stel­lun­gen von­nö­ten

Spä­tes­tens nach dem ers­ten Ser­vice­pack er­hal­te ich seit­her ohne ir­gend­et­was an mei­nem Be­triebs­sys­tem ge­än­dert zu ha­ben die Mel­dung, dass eine neue Ubuntu-Version ver­füg­bar ist. Dann kli­cke ich auf „Ak­tua­li­sie­ren” und war­te kurz, bis die neus­te Voll­ver­si­on in­stal­liert wur­de.

Bild mit Frage: Woran erkenne ich Ubuntu-Vollversionen

Üb­ri­gens, ne­ben der Be­zeich­nung LTS lässt sich eine Voll­ver­si­on auch noch an an­de­ren Merk­ma­len er­ken­nen.

  1. Die ers­te Ubuntu-Vollversion er­blick­te im Jah­re 2004 das Licht der Welt. Eine neue LTS-Version er­scheint also nur in Jah­ren mit ge­ra­der Jah­res­zahl.
  2. Au­ßer­dem wer­den Voll­ver­sio­nen im­mer im April ver­öf­fent­licht.

Tipp: Las­sen Sie sich nicht durch die zwei­jäh­ri­gen Re­leases un­ter Druck set­zen. Sie kön­nen die fünf­jäh­ri­gen Ak­tua­li­sie­rungs­zeit­räu­me voll aus­schöp­fen, ohne ir­gend­et­was zu ver­pas­sen.

Bei Un­ter­neh­men spie­len be­kannt­lich Ab­schrei­bun­gen im­mer eine gro­ße Rol­le, wes­halb man nicht schnell mal die kom­plet­te EDV aus­tau­schen kann. Um die Lauf­zei­ten für alte Hard­ware zu ver­län­gern, bie­tet Ca­no­ni­cal seit 2017 auch Up­dates für be­reits aus­ge­lau­fe­ne LTS-Versionen an.

Fol­lo­wing the end-of-life of Ubun­tu 12.04 LTS, Ca­no­ni­cal is of­fe­ring Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce) [1], which pro­vi­des im­portant se­cu­ri­ty fi­xes for the ker­nel and the most es­sen­ti­al user space pa­cka­ges in Ubun­tu 12.04.

Krik­land, Dus­tin: Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce). lists.ubuntu.com (05/2017).

Dies ge­schieht zwar ge­gen Ent­gelt, aber ich möch­te nicht wis­sen, wie vie­le Men­schen ei­nen Obo­lus an Mi­cro­soft be­zahlt hät­ten, um Win­dows XP si­cher wei­ter­be­nut­zen zu kön­nen.

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Wie op­ti­mie­re ich Ubun­tu?
VLC Play­er ak­tua­li­sie­ren - so geht’s

Debian: VLC Player beendet sich bei der Wiedergabe - Ursache

Der VLC Play­er spielt sämt­li­che ak­tu­el­len Stan­dard­vi­deo­for­ma­te in ei­ner her­vor­ra­gen­den Qua­li­tät ab. Bei al­tem Quell­ma­te­ri­al, wel­ches mit nicht mehr zeit­ge­mä­ßen Co­decs kom­pri­miert wur­de, kann es je­doch sein, dass sich der VLC Play­er bei der Wie­der­ga­be au­to­ma­tisch be­en­det.

[...] ich bin von Win­dows 10 auf De­bi­an 8.7 um­ge­stie­gen und habe den VLC Play­er 2.2.4 in­stal­liert. [...] Ich samm­le alte TV-Serien, die ich lei­der un­ter De­bi­an nicht mehr an­se­hen kann. Nach ein paar Mi­nu­ten schließt sich der VLC Play­er ein­fach. [...] Was kann man da ma­chen?

Ba­logh, Da­ni­el: Mein VLC Play­er be­en­det sich un­ter De­bi­an 8 au­to­ma­tisch. E-Mail vom 19.01.2017.

Wäh­rend­des­sen Sie bei die­sem Pro­blem un­ter Win­dows ein­fach eine Codec-Sammlung her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren könn­ten, lässt vor al­lem De­bi­an die­se Op­ti­on nicht zu.

Bild von Debian VLC CrashZwar ha­ben Sie die Mög­lich­keit das Pa­ket ffmpeg zu in­stal­lie­ren, die­ses hilft al­ler­dings nur bei Apple-Formaten. Ge­ra­de um die Jahr­tau­send­wen­de wur­den je­doch mit TV-Karten auf­ge­zeich­ne­te Fil­me ger­ne mit min­der­wer­ti­ger Win­dows­soft­ware wie Vir­tu­al Dub be­ar­bei­tet und an­schlie­ßend mit dem DivX Co­dec kom­pri­miert. Der VLC Play­er kann Vi­deo­da­tei­en mit die­sem Co­dec ei­gent­lich pro­blem­los wie­der­ge­ben, da­bei muss es sich dann aber auch um das Ori­gi­nal han­deln. Kos­ten­lo­se Vi­deo­soft­ware kom­pri­mier­te da­mals hin­ge­gen oft­mals mit FFODIVX. Ein merk­wür­di­ger Co­dec, den Linux-Distributionen in der Re­gel nicht pa­rat ha­ben.

Videocodec in Debian hinzufügen

Auf­grund des­sen, dass der VLC Play­er beim Ab­spie­len die­ses DivX Co­decs un­ter De­bi­an schon lan­ge ab­stürzt, gibt es be­reits eine Rei­he von Lö­sungs­vor­schlä­gen.

Screenshot von Synpatic unter Debian "Jessie" mit Paket libxine2-x

In ei­nem be­kann­ten Debian-Forum wird emp­foh­len, dass man das Pa­ket libxine2-x mit­hil­fe von Syn­ap­tic nach­in­stal­lie­ren soll. Die­ser Tipp wur­de auch gleich auf an­de­ren Web­sei­ten ver­viel­fäl­tigt.

  • Die­ses Pa­ket ist nur ein Add-on für den xine Multimedia-Player. Es hat kei­ner­lei Aus­wir­kung auf den VLC Play­er.
  • Mein Selbst­test er­gab au­ßer­dem, dass der xine Multimedia-Player mit in­stal­lier­tem Add-on bei Vi­deo­da­tei­en mit FFODIVX des Öf­te­ren Bild­blö­cke (Frag­men­te) an­zeigt.

Der VLC Play­er ver­wen­det als Al­ter­na­ti­ve zu FFODIVX den DivX Co­dec (DX50). Die­ser scheint über wei­te Stre­cken kom­pa­ti­bel zu sein, so­dass sich die Vi­deo­da­tei star­ten lässt.

  • An man­chen Stel­len gibt es aber wahr­schein­lich zu gro­ße Un­ter­schie­de, die den VLC Play­er zum selbst­stän­di­gen Be­en­den zwin­gen. Auch ein Sprin­gen über die Zeit­leis­te führt zum Ab­sturz.

DivX Codec für Linux erhalten

Wer De­bi­an ver­wen­det und äl­te­re Film­da­tei­en an­se­hen will, die mit FFODIVX kom­pri­miert wur­den, der muss auf den Gno­me MPlay­er zu­rück­grei­fen. Die­se kos­ten­lo­se Soft­ware kann den DivX Play­er emu­lie­ren und bringt des­halb den be­nö­tig­ten Vi­deo­co­dec mit.

Screenshot von Gnome Mplayer unter Debian "Jessie" mit FFODIVX Codec

Zum In­stal­lie­ren des Vi­deo­play­ers un­ter De­bi­an müs­sen Sie zu­nächst ein Terminal-Fenster öff­nen.

su

Ge­ben Sie sich gleich im An­schluss Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te.

apt-get install gnome-mplayer

Fü­gen Sie da­nach den Gno­me MPlay­er Ih­rem Sys­tem hin­zu.

DivX Player für Debian als Sekundärsoftware

Wenn Sie nun Ihre Vi­deo­da­tei mit ei­nem Rechtsklick an­wäh­len und den Maus­zei­ger über den Ein­stel­lungs­punkt „Öff­nen mit” hal­ten, kön­nen Sie den Gno­me Mplay­er als Ab­spiel­soft­ware star­ten.

Screenshot von Gnome Mplayer 1.0.9, der ein DivX Video unter Debian 8 abspielt

Falls Sie ein Ar­chiv mit vie­len Fil­men oder Se­ri­en be­sit­zen, die mit FFODIVX kom­pri­miert wur­den, lohnt es sich für die­se Da­tei­en den Gno­me Mplay­er als Stan­dard­play­er ein­zu­rich­ten. Da­durch wür­den die Vi­deo­da­tei­en bei ei­nem Dop­pel­links­klick di­rekt mit der rich­ti­gen Wie­der­ga­be­soft­ware ge­star­tet wer­den.

Um die­se Ope­ra­ti­on zu voll­zie­hen, ist es wie­der not­wen­dig, eine be­sag­te Film­da­tei mit ei­nem Rechtsklick an­zu­wäh­len.

Screenshot von Debian mit KDE, wie der Gnome Mplayer einem Dateityp fest zugeordnet wird

Wäh­len Sie im nächs­ten Schritt den Me­nü­punkt „Öff­nen mit” ge­folgt von „Wei­te­re” aus.

  • Je nach­dem wel­che Be­nut­zer­ober­flä­che Sie für De­bi­an ver­wen­den müs­sen Sie dem Menü so lan­ge fol­gen, bis Sie den Gno­me Mplay­er dem aus­ge­wähl­ten Da­tei­typ fest zu­ord­nen kön­nen.

Wich­tig: Nut­zen Sie die­se Wie­der­ga­be­soft­ware aus­schließ­lich für Vi­deo­da­tei­en mit DivX Co­dec. Der VLC Play­er soll­te wei­ter­hin Ihr Stan­dard­play­er blei­ben. Dies liegt vor al­lem dar­an, dass der Gno­me Mplay­er ver­gleichs­wei­se sehr sel­ten ak­tua­li­siert wird. Da­durch lie­fert der VLC Play­er bei neu­en For­ma­ten we­sent­lich bes­se­re Er­geb­nis­se.

Ab der Ver­si­on 2.2.0 war es des Wei­te­ren mög­lich, die Video-Codecs H.265, DivX3 oder M-JPEG zu ver­wen­den.

Sa­scha: Ubun­tu: VLC Play­er ak­tua­li­sie­ren – in drei Schrit­ten. kilobyte.bplaced.net (01/2017).

Fazit: Kein Risiko durch Gnome Mplayer

Es ist au­gen­schein­lich un­ter De­bi­an nicht mög­lich, Fil­me mit FFODIVX Co­dec mit­hil­fe des VLC Play­ers sor­gen­frei an­zu­se­hen. Die­ser Um­stand soll­te Sie al­ler­dings nicht er­zür­nen, da Sie mit dem Gno­me Mplay­er ein Werk­zeug ha­ben, wel­ches Ih­nen fol­gen­de Vor­tei­le bie­tet:

  • Der Gno­me Mplay­er ist in den of­fi­zi­el­len Debian-Quellen ent­hal­ten, was für sei­ne Sta­bi­li­tät und Si­cher­heit spricht.
  • Die Vi­deo­soft­ware ist kom­plett in deut­scher Spra­che er­hält­lich und spielt auch Film­da­tei­en sau­ber ab, die mit al­ten exo­ti­schen DivX Co­decs kom­pri­miert wur­den.

Hin­weis: Bei der In­stal­la­ti­on des Gno­me Mplay­ers wird Ih­rem Fire­fox au­to­ma­tisch eine Er­wei­te­rung hin­zu­ge­fügt, die es Ih­nen auch un­ter De­bi­an er­mög­licht, Vi­deo­streams im Quick­Time, Re­al­Play­er und DivX Me­dia For­mat an­zu­se­hen.

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(Screen­shots: Gno­me Mplay­er 1.0.9 un­ter De­bi­an 8.7 mit KDE-Desktop)