Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Gute HTML-Editoren - zwei Empfehlungen

Wer er­folg­reich im In­ter­net ar­bei­ten möch­te, der soll­te über fun­dier­te HTML-Kenntnisse ver­fü­gen. Dies liegt vor al­lem dar­an, dass Web­sei­ten in der Re­gel mit die­ser simp­len Aus­zeich­nungs­spra­che durch­struk­tu­riert sind. Mit­hil­fe von HTML wer­den aber auch Gra­fik­ban­ner dar­ge­stellt, kom­ple­xe Web­ta­bel­len kon­stru­iert und pro­fes­sio­nel­le E-Mail Si­gna­tu­ren de­signt. Zum Glück müs­sen Sie je­doch nicht alle Tags aus­wen­dig ken­nen, um eine HTML-Funktion aus­zu­füh­ren. Schließ­lich gibt es ei­ni­ge gute HTML-Editoren, die sich wie ein ge­wöhn­li­ches Schreib­pro­gramm be­die­nen las­sen und Ihre Ein­ga­ben gleich in ei­nen for­ma­tier­ten Quell­text über­set­zen. Ei­ner der bes­ten HTML-Editoren ist Front­Pa­ge 2003 von Mi­cro­soft. Mit­hil­fe von Wi­neHQ könn­ten Sie die­se pro­prie­tä­re Soft­ware auch un­ter Ubun­tu ver­wen­den.

[...] ich will end­lich weg von Win­dows und tes­te seit meh­re­ren Mo­na­ten Ubun­tu 16.04 auf mei­nem Ar­beits­lap­top. [...] Mir ist auf­ge­fal­len, dass ich doch häu­fi­ger Front­Pa­ge 2003 be­nö­ti­ge. Das ist ein HTML-Editor von Mi­cro­soft, mit dem ich un­se­re Ke­gel­ver­eins­sei­te be­treue. [...] Könn­ten Sie mir viel­leicht ein ähn­li­ches Pro­gramm für Ubun­tu emp­feh­len, oder gibt es da so et­was nicht?

Pick­art, Wal­ter: Ken­nen Sie gute HTML-Editoren für Ubun­tu? E-Mail vom 21.07.2017.

Bild von Ubuntu HTML-EditorNa­tür­lich gibt es für Ubun­tu eben­falls na­ti­ve Linux-Programme, die ähn­lich wie Front­Pa­ge auf­ge­baut sind. Vor al­lem der HTML-Editor Kom­po­Zer ist op­tisch kaum von dem Microsoft-Produkt zu un­ter­schei­den. Das ist wahr­schein­lich auch der Grund da­für, war­um Kom­po­Zer im­mer noch mit Ab­stand der be­lieb­tes­te HTML-Editor für Li­nux ist, ob­wohl die Ap­pli­ka­ti­on seit dem 28. Fe­bru­ar 2010 nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Da­mit ist die­ser be­nut­zer­freund­li­che Edi­tor al­ler­dings im­mer noch sie­ben Jah­re jün­ger als Mi­cro­soft Front­Pa­ge 2003.

Falls Sie also ei­nen klas­si­schen HTML-Editor su­chen, der wie Front­Pa­ge 2003 funk­tio­niert, dann ver­ra­te ich Ih­nen in der fol­gen­den An­lei­tung, wie Sie Kom­po­Zer un­ter Ubun­tu in­stal­lie­ren kön­nen.

Screenshot von KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.02 LTS. Guter HTML-Editor für Linux

Kom­po­Zer 0.8b3 un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS beim Edi­tie­ren ei­ner E-Mail Si­gna­tur

Al­ler­dings un­ter­stützt Kom­po­Zer le­dig­lich den Webstan­dard W3C HTML 4.01, wes­halb ich Ih­nen au­ßer­dem noch die Free­ware Blue­fish vor­stel­le. Die­ser na­ti­ve Linux-HTML-Editor für fort­ge­schrit­te­ne An­wen­der wird re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert und kann des­halb auch mit dem Webstan­dard W3C HTML 5.1 um­ge­hen.

KompoZer unter Ubuntu installieren

Auf­grund des­sen, dass die Ent­wick­lung von Kom­po­Zer ein­ge­stellt wur­de, ist die Soft­ware seit Ubun­tu 12.10 nicht mehr in den of­fi­zi­el­len Quel­len ent­hal­ten. Trotz­dem kön­nen Sie die­sen HTML-Editor wei­ter­hin mit ak­tu­el­len LTS-Versionen¹ be­trei­ben. Öff­nen Sie dazu ein­fach ein Terminal-Fenster und in­stal­lie­ren Sie gleich dar­auf die fol­gen­den Sys­tem­da­tei­en:

sudo apt-get install libatk1.0-0 libc6 libcairo2 libfontconfig1 libfreetype6 libgdk-pixbuf2.0-0 libglib2.0-0 libgtk2.0-0 libnspr4 libnss3 libpango1.0-0 libpng12-0 libstdc++6 libx11-6 libxft2 libxinerama1 libxrender1 libxt6 zlib1g

La­den Sie sich als Nächs­tes die In­stal­la­ti­ons­da­tei­en von Kom­po­Zer mit­hil­fe des Kom­man­do­zei­len­pro­gramms Wget her­un­ter:

wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer-data_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/libidl0_0.8.14-1_amd64.deb

Star­ten Sie dar­auf­hin die In­stal­la­ti­on des HTML-Editors durch die Ein­ga­be der fol­gen­den drei Be­feh­le:

sudo dpkg -i libidl0_0.8.14-1_amd64.deb
sudo dpkg -i kompozer-data_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
sudo dpkg -i kompozer_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb

Hin­weis: Nach­dem Sie Kom­po­Zer er­folg­reich in­stal­liert ha­ben, kön­nen Sie alle her­un­ter­ge­la­de­nen DEB-Pakete in Ih­rem Home-Verzeichnis rück­stands­los lö­schen.

Wenn Sie Kom­po­Zer das ers­te Mal über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen, wer­den Sie fest­stel­len, dass die Me­nüs der Ap­pli­ka­ti­on in eng­li­scher Spra­che dar­ge­stellt wer­den. Um dies zu än­dern, müs­sen Sie sich zu­nächst von hier das deut­sche Sprach­pa­ket her­un­ter­la­den.

Screenshot von der Installation eines Sprachpaktes für den HTML-Editor KompoZer

Deut­sches Sprach­pa­ket für Kom­po­Zer 0.8b3 in­stal­lie­ren

Na­vi­gie­ren Sie im nächs­ten Schritt über den Rei­ter „Tools” in das Menü „Add-ons” und fü­gen Sie dort das eben her­un­ter­ge­la­de­ne Sprach­pa­ket ein. So­bald die XPI-Datei er­folg­reich in­stal­liert wur­de, müs­sen Sie Kom­po­Zer neu star­ten. Gleich da­nach kön­nen Sie Ih­ren klas­si­schen HTML-Editor in deut­scher Spra­che ver­wen­den.

Bluefish: Die Alternative für HTML-Kenner

Falls Sie doch lie­ber die Diens­te ei­nes brand­ak­tu­el­len HTML-Editors in An­spruch neh­men möch­ten, dann soll­ten Sie sich für Blue­fish ent­schei­den.

Screenshot von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Stan­dard­an­sicht von Blue­fish 2.2.7 un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS

Die­se Free­ware funk­tio­niert mit al­len Ubuntu-Versionen und lässt sich be­quem über die of­fi­zi­el­len Quel­len in­stal­lie­ren.

sudo apt-get install bluefish

Blue­fish eig­net sich vor al­lem für An­wen­der, die be­reits über gute HTML-Kenntnisse ver­fü­gen. Denn die­se mäch­ti­ge Ap­pli­ka­ti­on ist ei­gent­lich ein um­fang­rei­cher Edi­tor für pro­fes­sio­nel­le Pro­gram­mie­rer, der ne­ben C++ und SQL auch HTML be­herrscht.

KompoZer oder Bluefish - die Unterschiede

Aus die­sem Grund ver­zich­tet Blue­fish im Ge­gen­satz zu Kom­po­Zer auch auf eine be­nut­zer­freund­li­che Edi­ti­ons­an­sicht. Alle Ein­ga­ben fin­den aus­schließ­lich in ei­nem wei­ßen Quell­code­fens­ter statt.

Screenshot von einer Tabelle, die in die HTML-Editoren KompoZer und Bluefish eingefügt wurde

Sie kön­nen dem­zu­fol­ge auch kei­ne Gra­fi­ken oder Ta­bel­len in Blue­fish ein­fü­gen und die­se dann mit der Maus auf eine be­stimm­te Grö­ße zie­hen. Viel­mehr gibt Ih­nen die­ser kom­ple­xe Edi­tor le­dig­lich die HTML-Tags zum Er­stel­len der­ar­ti­ger Ele­men­te vor. Al­les Wei­te­re müs­sen Sie selbst über den Pro­gramm­code de­fi­nie­ren.

Die­se Pro­gram­mier­ar­beit ist da­für wie­der­um we­sent­lich leich­ter als in Kom­po­Zer. Denn nur in Blue­fish wird zu­sam­men­ge­hö­ren­der Quell­text über­sicht­lich in Grup­pen ein­ge­teilt und beim An­wäh­len auf­fäl­lig mar­kiert.

Screenshot von Quelltextansicht. KompoZer versus Bluefish. Gute HTML-Editoren für Ubuntu

Da­für müs­sen Sie bei die­sem Quelltext-Editor stän­dig den Mo­zil­la Fire­fox öff­nen, um nach­zu­se­hen, wie Ihr ge­schrie­be­ner HTML-Code am Ende in ei­nem Web­brow­ser aus­se­hen wür­de. Die­ser Um­weg bleibt Ih­nen mit Kom­po­Zer er­spart, da die­ses Pro­gramm über ei­nen Split­screen ver­fügt, mit dem sich der Code zu­sam­men mit der Vor­schau gleich­zei­tig an­zei­gen lässt.

Fazit: Ich empfehle den klassischen HTML-Editor

In mei­nen Au­gen gibt es für Ubun­tu kei­nen bes­se­ren HTML-Editor als Kom­po­Zer. Denn so­bald Sie die auf­wen­di­ge In­stal­la­ti­on die­ser be­tag­ten Free­ware er­le­digt ha­ben, pro­fi­tie­ren Sie von ei­nem über­sicht­li­chen Pro­gramm, wel­ches sich auch ohne HTML-Kenntnisse kin­der­leicht be­die­nen lässt.

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¹In­stal­la­ti­ons­schrit­te funk­tio­nie­ren nur, wenn Sie eine 64-Bit-Version ein­set­zen. Die In­stal­la­ti­ons­an­lei­tung für die 32-Bit-Version von Kom­po­Zer fin­den Sie hier.

Ubuntu: PPA Repository - was ist das?

Der Be­griff PPA Re­po­sito­ry be­schreibt eine nütz­li­che Sys­tem­schnitt­stel­le, über die Soft­ware­ent­wick­ler ihre Ap­pli­ka­tio­nen un­kom­pli­ziert an Ubuntu-Benutzer ver­tei­len kön­nen. Dem­zu­fol­ge ist das Pri­va­te Packa­ge Archi­ve eine zu­sätz­li­che Be­zugs­quel­le, mit der Sie das Soft­ware­an­ge­bot der of­fi­zi­el­len Canonical-Kollektion be­lie­big er­wei­tern kön­nen. Auf­grund des­sen, dass je­der eine PPA be­trei­ben kann, soll­ten Sie die­se Pro­gramm­quel­len al­ler­dings nur sehr ge­zielt ein­set­zen.

Bild von Ubuntu Private Package ArchiveDa­mit ein pri­va­ter Ent­wick­ler sei­ne selbst ge­schrie­be­ne Ubuntu-Applikation über eine PPA-Schnittstelle ver­tei­len darf, be­nö­tigt er näm­lich nichts wei­ter als ein Kon­to bei Launch­pad. Um auf die­ser Platt­form eine in­di­vi­du­el­le PPA-Adresse zu­ge­wie­sen zu be­kom­men, ge­nügt es be­reits ei­nen Na­men und eine E-Mail-Adresse zu hin­ter­le­gen. Nach der Ak­ti­vie­rung der Quel­le fin­det kei­ne wei­te­re Eva­lua­ti­on der dar­über an­ge­bo­te­nen Da­ten­pa­ke­te statt. Folg­lich ist es im Be­reich des Mög­li­chen, dass Ihr Sys­tem durch das Hin­zu­fü­gen ei­ner ne­bu­lö­sen PPA un­be­merkt mit Schad­soft­ware in­fi­ziert wird.

Den­noch ist es fast un­mög­lich, ein pro­duk­ti­ves Ubuntu-System ohne in­stal­lier­te PPA Re­po­si­to­ries zu be­trei­ben. Dies ist in­so­fern kein Pro­blem, da es be­reits meh­re­re ver­trau­ens­wür­di­ge Pro­gramm­quel­len gibt, über die Soft­ware­ent­wick­ler ihre Pro­duk­te schon seit vie­len Jah­ren pfle­gen.

Bild von PPA Repository unter Ubuntu. Was ist eine PPA und wie beeinflusst sie das Betriebssystem? Grafik von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter für Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch, das zu einer NGO von George Soros gehören könnte

Eine be­son­ders an­ge­se­he­ne PPA wird von Unit 193 be­trie­ben, über die un­ter an­de­rem die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Ver­aCrypt ver­teilt wird. An­hand die­ser Quel­le zei­ge ich Ih­nen im Fol­gen­den, wie Sie mit PPA Re­po­si­to­ries rich­tig um­ge­hen und was Sie beim Ein­satz die­ser in­of­fi­zi­el­len Be­zugs­quel­len be­ach­ten soll­ten.

Eine PPA unter Ubuntu hinzufügen

Als mei­ne ers­te Freun­din da­mals zu mir zog, muss­te ich die al­ler­meis­ten mei­ner Fest­plat­ten ver­schlüs­seln. Schließ­lich woll­te ich mei­ne spe­zi­el­len Nei­gun­gen so lan­ge wie mög­lich vor ihr ver­ber­gen. Aus die­sem Grund such­te ich mit­hil­fe ei­ner Such­ma­schi­ne nach ei­ner PPA, über die ich Ver­aCrypt für mei­ne Ubuntu-Version in­stal­lie­ren konn­te.

sudo add-apt-repository ppa:unit193/encryption

Nach ei­ner kur­zen Su­che stieß ich auf die PPA-Domain von Unit 193, die ich dar­auf­hin mei­nem Sys­tem hin­zu­füg­te.

Screenshot von Ubuntu: Hinzufügen der PPA von Unit 193

Das Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA muss zu­sätz­lich mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­tigt wer­den

Nach­dem ich den PPA-Installationsbefehl in ein Terminal-Fenster ein­ge­fügt hat­te, muss­te ich je­doch nicht nur mein Ad­mi­nis­tra­tor­pass­wort ein­ge­ben, son­dern das Hin­zu­fü­gen der neu­en Quel­le au­ßer­dem noch mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­ti­gen.

Screenshot vom Reiter "Andere Programme" in der Ubuntu Aktualisierungsverwaltung

Neue Pro­gramm­quel­len wer­den in der Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung ge­spei­chert

Hin­weis: Die­se bei­den Si­cher­heits­me­cha­nis­men sind des­halb nö­tig, da Sie mit dem Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA-Adresse Ihr Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT an­wei­sen, ab so­fort auch die­se Pro­gramm­quel­le für Software-Updates zu be­rück­sich­ti­gen.

sudo apt-get update

Be­vor ich Ver­aCrypt nun in­stal­lie­ren konn­te, muss­te ich zu­nächst noch alle hin­ter­leg­ten Be­zugs­quel­len in das Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT neu ein­le­sen.

Screenshot von sudo apt-get update

Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem APT beim Ein­le­sen der neu­en Pro­gramm­quel­le

Erst als ich dar­auf­hin fest­stell­te, dass bei die­sem Pro­zess die PPA Re­po­sito­ry von Unit 193 mit auf­ge­lis­tet wur­de, konn­te ich den In­stal­la­ti­ons­be­fehl ge­ben.

sudo apt-get install veracrypt

Wie Sie se­hen, ist das Hin­zu­fü­gen ei­ner PPA kein He­xen­werk. Nach der Ein­ga­be von nur drei Be­feh­len konn­te ich mit der Ver­schlüs­se­lung mei­ner Fest­plat­ten be­gin­nen.

Die Vor- und Nachteile einer PPA im Überblick

Na­tür­lich hät­te ich Ver­aCrypt auch mit­hil­fe der Linux-Datei in­stal­lie­ren kön­nen, die auf der Ent­wick­ler­sei­te zum kos­ten­lo­sen Down­load an­ge­bo­ten wird. Ich ent­schied mich je­doch aus fol­gen­den Grün­den für eine PPA:

  • Der Ent­wick­ler bie­tet Ver­aCrypt nicht als Debian-Paket an. Des­halb kann die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware nicht be­nut­zer­freund­lich mit ei­nem Dop­pel­links­klick über das Ubun­tu Software-Center in­stal­liert wer­den.
  • So­bald eine ak­tu­el­le­re Ver­si­on von Ver­aCrypt ver­füg­bar ist, wird die­se bei ei­nem System-Update au­to­ma­tisch über die PPA her­un­ter­ge­la­den und in­stal­liert.

Des Wei­te­ren set­zen die meis­ten Pro­gram­me für Linux-Distributionen di­ver­se Pa­ke­te vor­aus, die be­reits auf dem Sys­tem vor­han­den sein müs­sen. Der Be­trei­ber ei­ner PPA weiß, wel­che Bi­blio­the­ken Ihre Ubuntu-Version be­nö­tigt, um sein Soft­ware­an­ge­bot sta­bil aus­füh­ren zu kön­nen und lie­fert des­halb feh­len­de Hilfs­da­tei­en bei der In­stal­la­ti­on gleich mit aus.

Bild von PPA versus offizielle Quellen. Warum haben PPA Repositories einen schlechten Ruf?

Ob­wohl PPA Re­po­si­to­ries so vie­le Vor­tei­le ha­ben, set­ze ich doch lie­ber Soft­ware aus den of­fi­zi­el­len Quel­len ein. Ne­ben dem be­reits er­wähn­ten Si­cher­heits­ri­si­ko sind die in­of­fi­zi­el­len Pro­gramm­quel­len näm­lich auch in an­de­ren Be­rei­chen pro­ble­ma­tisch.

  • Die Soft­ware aus PPA Re­po­si­to­ries ist in der Re­gel fest an eine be­stimm­te Ubuntu-Version ge­bun­den. Soll­ten Sie also ein Up­grade Ih­rer Linux-Distribution vor­neh­men, dann kön­nen via PPA in­stal­lier­te Pro­gram­me in der Re­gel nicht mehr über ihre in­of­fi­zi­el­len Be­zugs­quel­len ge­war­tet wer­den.

Da­ne­ben ist auch das Ent­fer­nen ei­ner PPA Re­po­sito­ry ge­ra­de für Linux-Neulinge gar nicht so ein­fach.

Das rückstandslose Löschen einer PPA

Nach sehr kur­zer Zeit ver­ließ mich mei­ne ers­te Freun­din lei­der wie­der, um mit ih­rer heu­ti­gen Le­bens­ge­fähr­tin zu­sam­men­zie­hen zu kön­nen. Dem­zu­fol­ge war ich nicht mehr län­ger auf die Diens­te von Ver­aCrypt an­ge­wie­sen, wes­halb ich die Free­ware mit fol­gen­dem Terminal-Befehl de­instal­lier­te:

sudo apt-get remove veracrypt && sudo apt-get autoremove

Ob­wohl ich die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware von mei­nem Sys­tem ge­löscht hat­te, rief APT wei­ter­hin die Pro­gramm­quel­le des Pri­vat­be­trei­bers Unit 193 ab.

Bild vom Entfernen einer PPA Repository

Aus die­sem Grund muss­te ich zu­sätz­lich noch die PPA-Domain von mei­nem Sys­tem ent­fer­nen, was mir mit fol­gen­dem Be­fehl ge­lang:

sudo add-apt-repository -r ppa:unit193/encryption

Wie Sie viel­leicht er­ken­nen kön­nen, sieht der Lösch­be­fehl fast ge­nau­so wie der In­stal­la­ti­ons­be­fehl aus. Der ein­zi­ge Un­ter­schied ist der Zu­satz -r.

Fazit zum Private Package Archive - weniger ist mehr

Die PPA Re­po­sito­ry ist der be­quems­te Weg, um eine Ap­pli­ka­ti­on zu in­stal­lie­ren, die nicht in den of­fi­zi­el­len Quel­len ent­hal­ten ist. Ge­hen Sie mit die­sen Pri­vat­quel­len je­doch sehr spar­sam um, denn schließ­lich kann der Be­trei­ber sei­nen Frei­wil­li­gen­dienst je­der­zeit ein­stel­len. Au­ßer­dem wis­sen Sie nie, wer ge­nau so ein Pri­va­te Pa­cka­ge Ar­chi­ve be­treut und ob der­je­ni­ge Ihre Ab­hän­gig­keit nicht doch für Scha­ber­nack aus­nutzt.

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Wer wie ich De­bi­an als Be­triebs­sys­tem ver­wen­det, der schätzt die Be­stän­dig­keit. Lei­der kommt es aber hin und wie­der vor, dass der Spei­cher­platz zur Nei­ge geht und des­halb eine wei­te­re Fest­plat­te in den Com­pu­ter ein­ge­baut wer­den muss. Solch eine schwer­wie­gen­de Ver­än­de­rung des Sys­tems bringt dann na­tür­lich häu­fig Pro­ble­me mit sich, die ge­ra­de Linux-Neulinge zur Weiß­glut trei­ben.

Hey Sa­scha! Mein Bru­der hat mir De­bi­an 8 in­stal­liert [...]. Ich woll­te Dir hier­mit mit­tei­len, dass Du Dir Dein dre­cki­ges Li­nux an den Hut ste­cken kannst. Drei Stun­den ver­su­che ich jetzt schon mei­ne WD Red mit 6 TB ein­zu­rich­ten und was ist? Nichts geht, die Plat­te wird nicht er­kannt [...]. Die E-Mail kannst Du ger­ne ver­öf­fent­li­chen da­mit Du und Dei­ne Bobos se­hen, dass De­bi­an nichts für schwer ar­bei­ten­de Men­schen ist, die kei­ne Zeit für Spe­renz­chen ha­ben!

Pich­ler, Lo­renz: De­bi­an ist ein Witz! Neue Fest­plat­te ein­rich­ten - chan­cen­los. E-Mail vom 11.06.2017.

Bild von Anleitung: Wie unter Debian eine neue Festplatte einrichten?Da­mit Sie eine werks­neue Zweit­plat­te so­fort nach dem Ein­bau un­ter De­bi­an ver­wen­den kön­nen, müs­sen drei Be­din­gun­gen er­füllt sein. Zu­nächst be­nö­tigt Ihr Da­ten­trä­ger ein ak­tu­el­les Da­tei­sys­tem. Nach die­sem Schritt ist es au­ßer­dem zwin­gend not­wen­dig, die Fest­plat­te im Be­triebs­sys­tem ein­zu­hän­gen. Denn nur in die­sem Zu­stand kön­nen Sie die Schreib­rech­te für die ein­zel­nen Be­nut­zer ver­ge­ben. Auf­grund der Tat­sa­che, dass vie­le Debian-Anwender die we­ni­gen Be­fehls­ket­ten zum Ein­rich­ten ei­ner neu­en Fest­plat­te nicht ken­nen, wird für die­ses Ein­satz­ge­biet oft­mals um­ständ­lich auf GPar­ted zu­rück­ge­grif­fen.

Mir ist es al­ler­dings sehr wich­tig, dass mei­ne Bobos mit Ih­rer Linux-Distribution rich­tig um­ge­hen kön­nen. Aus die­sem Grund er­fah­ren Sie nun, wie Sie nur mit­hil­fe ei­nes Terminal-Fensters Ihre neue Fest­plat­te un­ter De­bi­an be­triebs­be­reit ma­chen.

Festplatte unter Debian formatieren

Um Ih­nen das Ein­rich­ten ei­nes Da­ten­trä­gers bes­ser ver­an­schau­li­chen zu kön­nen, habe ich in ei­nes mei­ner Debian-Systeme eine brand­neue Fest­plat­te mit vier Te­ra­byte ein­ge­baut.

Bild von Seagate Barracuda mit 4 Terabyte. Künstlerisch inszeniert von Kilobyte. Der Ubuntu-Blog von weißen protestantischen Männern mit Stil

Be­vor ich je­doch mit der For­ma­tie­rung be­gin­nen konn­te, muss­te ich zu­nächst ein­mal her­aus­fin­den, wie De­bi­an mei­ne neu an­ge­schlos­se­ne Hard­ware be­nennt. Dazu öff­ne­te ich ein Terminal-Fenster und gab mir Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te:

su

Im An­schluss ließ ich mir sämt­li­che Fest­plat­ten an­zei­gen, die zu die­sem Zeit­punkt in mei­nem Com­pu­ter ver­baut wa­ren:

fdisk -l

Tipp: Sie fin­den die Lauf­werks­be­zeich­nung Ih­res ge­ra­de ein­ge­bau­ten Da­ten­trä­gers am schnells­ten, in­dem Sie nach der phy­si­ka­li­schen Spei­cher­platz­grö­ße su­chen.

Screenshot von Konsolenbefehl fdisk -l unter Debian 8

Nach der Ein­ga­be des vor­he­ri­gen Be­fehls fand ich her­aus, dass mein Be­triebs­sys­tem den un­for­ma­tier­ten Da­ten­trä­ger un­ter /dev/sdf führt.

Nun konn­te ich das Linux-Dateisystem ext4 in­stal­lie­ren. Dazu gab ich in das be­reits ge­öff­ne­te Terminal-Fenster, in dem ich im­mer noch Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te hat­te, fol­gen­den Kon­so­len­be­fehl ein:

mkfs.ext4 /dev/sdf

Hin­weis: Je nach­dem über wie viel Spei­cher­platz Ihre Hard­ware ver­fügt, kann die For­ma­tie­rung bis zu zehn Mi­nu­ten in An­spruch neh­men.

Screenshot vom Installieren des Dateisystems ext4 auf einem neu eingebauten Datenträger

Wich­tig: Sie be­trei­ben ein Dual-Boot-System und möch­ten auch mit Ih­rem Windows-System auf Ihre Zweit­plat­te zu­grei­fen? Dann muss Ihr neu­er Da­ten­trä­ger mit dem Da­tei­sys­tem NTFS for­ma­tiert wer­den. Ver­wen­den Sie in die­sem Fall fol­gen­den Be­fehl:

mkfs.ntfs /dev/*

Einhängen des frisch formatierten Datenträgers

Da­mit ich mei­ne Fest­plat­te end­lich ver­wen­den konn­te, muss­te ich die­se zu­al­ler­erst ein­hän­gen. Dazu gab ich fol­gen­de zwei Be­feh­le nach­ein­an­der in das Terminal-Fenster ein, in dem ich be­reits die For­ma­tie­rung vor­ge­nom­men hat­te:

mkdir /media/sdf
mount /dev/sdf /media/sdf

Dar­auf­hin mi­ni­mier­te ich tem­po­rär das Kon­so­len­fens­ter und öff­ne­te gleich dar­auf mei­nen Da­tei­ma­na­ger. Auf­grund des­sen, dass ich mein Debian-System über die Be­nut­zer­ober­flä­che KDE steue­re, war das in mei­nem Fall Dol­phin.

Screenshot von KDE Dolphin unter Debian 8: Festplatte, auf der noch keine Schreibrechte vergeben wurden

Fest­plat­te hat un­ter De­bi­an 8 „Jes­sie” noch kei­ne Schreib­rech­te zu­ge­wie­sen be­kom­men

Wie Sie am Screen­shot er­ken­nen kön­nen, hat das Ein­rich­ten mei­ner neu­en Fest­plat­te in­so­fern ge­klappt, dass ich be­reits über mei­ne gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che auf die Hard­ware zu­grei­fen konn­te.

Lei­der war es mir al­ler­dings noch nicht mög­lich, Da­tei­en auf den Da­ten­trä­ger zu ko­pie­ren. Ich konn­te noch nicht ein­mal ei­nen neu­en Ord­ner er­stel­len.

Schreibrechte für eine neue Festplatte vergeben

Für den letz­ten Schritt hol­te ich mein mi­ni­mier­tes Terminal-Fenster wie­der in den Vor­der­grund, um ein­ma­lig die Schreib­rech­te für die neue Fest­plat­te ver­ge­ben zu kön­nen.

chown IHRBENUTZERNAME /media/sdf/

Zu­nächst sag­te ich De­bi­an, wel­cher Be­nut­zer auf den Da­ten­trä­ger zu­grei­fen darf.

chmod u+rwx /media/sdf/

Di­rekt im An­schluss gab ich die­sem Be­nut­zer­na­men die vol­le Kon­trol­le über die ge­sam­te Par­ti­ti­on.

Screenshot von den geheimen Akten des mutmaßlichen Huthi-Terroristen Ali Sonboly. Dargestellt mithilfe des Dateimanagers Dolphin unter Debian 8

Dar­auf­hin schloss ich das Terminal-Fenster. Ab so­fort kann ich im Da­tei­ma­na­ger Dol­phin nach der Ein­ga­be mei­nes Be­nut­zer­pass­worts frei über mei­ne neu ein­ge­bau­te Fest­plat­te ver­fü­gen.

Debian erfordert Ausdauer und Gelassenheit

Als ich vor vie­len Jah­ren da­saß und mei­ne ers­te Fest­plat­te für De­bi­an ein­rich­te­te, war ich ähn­lich sau­er wie Herr Pich­ler. Lei­der gab es sei­ner­zeit noch kei­ne Blogs, auf de­nen ich mei­ne Wut zum Aus­druck brin­gen konn­te.

Viel­mehr muss­te ich mir Hil­fe in ei­nem IRC-Channel su­chen, in dem mich hoch­nä­si­ge De­bia­ner vor­führ­ten. Die­se Er­fah­rung war auch ei­ner der Grün­de, war­um ich eine Web­sei­te wie die­se hier für mich und mei­ne Bobos star­ten woll­te.

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