Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Debian: Neue Festplatte einrichten - so einfach geht’s

Wer wie ich De­bi­an als Be­triebs­sys­tem ver­wen­det, der schätzt die Be­stän­dig­keit. Lei­der kommt es aber hin und wie­der vor, dass der Spei­cher­platz zur Nei­ge geht und des­halb eine wei­te­re Fest­plat­te in den Com­pu­ter ein­ge­baut wer­den muss. Solch eine schwer­wie­gen­de Ver­än­de­rung des Sys­tems bringt dann na­tür­lich häu­fig Pro­ble­me mit sich, die ge­ra­de Linux-Neulinge zur Weiß­glut trei­ben.

Hey Sa­scha! Mein Bru­der hat mir De­bi­an 8 in­stal­liert [...]. Ich woll­te Dir hier­mit mit­tei­len, dass Du Dir Dein dre­cki­ges Li­nux an den Hut ste­cken kannst. Drei Stun­den ver­su­che ich jetzt schon mei­ne WD Red mit 6 TB ein­zu­rich­ten und was ist? Nichts geht, die Plat­te wird nicht er­kannt [...]. Die E-Mail kannst Du ger­ne ver­öf­fent­li­chen da­mit Du und Dei­ne Bobos se­hen, dass De­bi­an nichts für schwer ar­bei­ten­de Men­schen ist, die kei­ne Zeit für Spe­renz­chen ha­ben!

Pich­ler, Lo­renz: De­bi­an ist ein Witz! Neue Fest­plat­te ein­rich­ten - chan­cen­los. E-Mail vom 11.06.2017.

Bild von Anleitung: Wie unter Debian eine neue Festplatte einrichten?Da­mit Sie eine werks­neue Zweit­plat­te so­fort nach dem Ein­bau un­ter De­bi­an ver­wen­den kön­nen, müs­sen drei Be­din­gun­gen er­füllt sein. Zu­nächst be­nö­tigt Ihr Da­ten­trä­ger ein ak­tu­el­les Da­tei­sys­tem. Nach die­sem Schritt ist es au­ßer­dem zwin­gend not­wen­dig, die Fest­plat­te im Be­triebs­sys­tem ein­zu­hän­gen. Denn nur in die­sem Zu­stand kön­nen Sie die Schreib­rech­te für die ein­zel­nen Be­nut­zer ver­ge­ben. Auf­grund der Tat­sa­che, dass vie­le Debian-Anwender die we­ni­gen Be­fehls­ket­ten zum Ein­rich­ten ei­ner neu­en Fest­plat­te nicht ken­nen, wird für die­ses Ein­satz­ge­biet oft­mals um­ständ­lich auf GPar­ted zu­rück­ge­grif­fen.

Mir ist es al­ler­dings sehr wich­tig, dass mei­ne Bobos mit Ih­rer Linux-Distribution rich­tig um­ge­hen kön­nen. Aus die­sem Grund er­fah­ren Sie nun, wie Sie nur mit­hil­fe ei­nes Terminal-Fensters Ihre neue Fest­plat­te un­ter De­bi­an be­triebs­be­reit ma­chen.

Festplatte unter Debian formatieren

Um Ih­nen das Ein­rich­ten ei­nes Da­ten­trä­gers bes­ser ver­an­schau­li­chen zu kön­nen, habe ich in ei­nes mei­ner Debian-Systeme eine brand­neue Fest­plat­te mit vier Te­ra­byte ein­ge­baut.

Bild von Seagate Barracuda mit 4 Terabyte. Künstlerisch inszeniert von Kilobyte. Der Ubuntu-Blog von weißen protestantischen Männern mit Stil

Be­vor ich je­doch mit der For­ma­tie­rung be­gin­nen konn­te, muss­te ich zu­nächst ein­mal her­aus­fin­den, wie De­bi­an mei­ne neu an­ge­schlos­se­ne Hard­ware be­nennt. Dazu öff­ne­te ich ein Terminal-Fenster und gab mir Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te:

su

Im An­schluss ließ ich mir sämt­li­che Fest­plat­ten an­zei­gen, die zu die­sem Zeit­punkt in mei­nem Com­pu­ter ver­baut wa­ren:

fdisk -l

Tipp: Sie fin­den die Lauf­werks­be­zeich­nung Ih­res ge­ra­de ein­ge­bau­ten Da­ten­trä­gers am schnells­ten, in­dem Sie nach der phy­si­ka­li­schen Spei­cher­platz­grö­ße su­chen.

Screenshot von Konsolenbefehl fdisk -l unter Debian 8

Nach der Ein­ga­be des vor­he­ri­gen Be­fehls fand ich her­aus, dass mein Be­triebs­sys­tem den un­for­ma­tier­ten Da­ten­trä­ger un­ter /dev/sdf führt.

Nun konn­te ich das Linux-Dateisystem ext4 in­stal­lie­ren. Dazu gab ich in das be­reits ge­öff­ne­te Terminal-Fenster, in dem ich im­mer noch Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te hat­te, fol­gen­den Kon­so­len­be­fehl ein:

mkfs.ext4 /dev/sdf

Hin­weis: Je nach­dem über wie viel Spei­cher­platz Ihre Hard­ware ver­fügt, kann die For­ma­tie­rung bis zu zehn Mi­nu­ten in An­spruch neh­men.

Screenshot vom Installieren des Dateisystems ext4 auf einem neu eingebauten Datenträger

Wich­tig: Sie be­trei­ben ein Dual-Boot-System und möch­ten auch mit Ih­rem Windows-System auf Ihre Zweit­plat­te zu­grei­fen? Dann muss Ihr neu­er Da­ten­trä­ger mit dem Da­tei­sys­tem NTFS for­ma­tiert wer­den. Ver­wen­den Sie in die­sem Fall fol­gen­den Be­fehl:

mkfs.ntfs /dev/*

Einhängen des frisch formatierten Datenträgers

Da­mit ich mei­ne Fest­plat­te end­lich ver­wen­den konn­te, muss­te ich die­se zu­al­ler­erst ein­hän­gen. Dazu gab ich fol­gen­de zwei Be­feh­le nach­ein­an­der in das Terminal-Fenster ein, in dem ich be­reits die For­ma­tie­rung vor­ge­nom­men hat­te:

mkdir /media/sdf
mount /dev/sdf /media/sdf

Dar­auf­hin mi­ni­mier­te ich tem­po­rär das Kon­so­len­fens­ter und öff­ne­te gleich dar­auf mei­nen Da­tei­ma­na­ger. Auf­grund des­sen, dass ich mein Debian-System über die Be­nut­zer­ober­flä­che KDE steue­re, war das in mei­nem Fall Dol­phin.

Screenshot von KDE Dolphin unter Debian 8: Festplatte, auf der noch keine Schreibrechte vergeben wurden

Fest­plat­te hat un­ter De­bi­an 8 „Jes­sie” noch kei­ne Schreib­rech­te zu­ge­wie­sen be­kom­men

Wie Sie am Screen­shot er­ken­nen kön­nen, hat das Ein­rich­ten mei­ner neu­en Fest­plat­te in­so­fern ge­klappt, dass ich be­reits über mei­ne gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che auf die Hard­ware zu­grei­fen konn­te.

Lei­der war es mir al­ler­dings noch nicht mög­lich, Da­tei­en auf den Da­ten­trä­ger zu ko­pie­ren. Ich konn­te noch nicht ein­mal ei­nen neu­en Ord­ner er­stel­len.

Schreibrechte für eine neue Festplatte vergeben

Für den letz­ten Schritt hol­te ich mein mi­ni­mier­tes Terminal-Fenster wie­der in den Vor­der­grund, um ein­ma­lig die Schreib­rech­te für die neue Fest­plat­te ver­ge­ben zu kön­nen.

chown IHRBENUTZERNAME /media/sdf/

Zu­nächst sag­te ich De­bi­an, wel­cher Be­nut­zer auf den Da­ten­trä­ger zu­grei­fen darf.

chmod u+rwx /media/sdf/

Di­rekt im An­schluss gab ich die­sem Be­nut­zer­na­men die vol­le Kon­trol­le über die ge­sam­te Par­ti­ti­on.

Screenshot von den geheimen Akten des mutmaßlichen Huthi-Terroristen Ali Sonboly. Dargestellt mithilfe des Dateimanagers Dolphin unter Debian 8

Dar­auf­hin schloss ich das Terminal-Fenster. Ab so­fort kann ich im Da­tei­ma­na­ger Dol­phin nach der Ein­ga­be mei­nes Be­nut­zer­pass­worts frei über mei­ne neu ein­ge­bau­te Fest­plat­te ver­fü­gen.

Debian erfordert Ausdauer und Gelassenheit

Als ich vor vie­len Jah­ren da­saß und mei­ne ers­te Fest­plat­te für De­bi­an ein­rich­te­te, war ich ähn­lich sau­er wie Herr Pich­ler. Lei­der gab es sei­ner­zeit noch kei­ne Blogs, auf de­nen ich mei­ne Wut zum Aus­druck brin­gen konn­te.

Viel­mehr muss­te ich mir Hil­fe in ei­nem IRC-Channel su­chen, in dem mich hoch­nä­si­ge De­bia­ner vor­führ­ten. Die­se Er­fah­rung war auch ei­ner der Grün­de, war­um ich eine Web­sei­te wie die­se hier für mich und mei­ne Bobos star­ten woll­te.

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Ubuntu: Netzlaufwerk automatisch einbinden - Funktionsgarantie

Un­ter Ubun­tu kann es vor­kom­men, dass der haus­ei­ge­ne Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se die hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten für ein Netz­lauf­werk oder ein Net­work At­ta­ched Sto­rage nicht wie­der­gibt. Beim Ein­hän­gen des ex­ter­nen Da­ten­trä­gers wer­den Sie vom Menü „Pass­wör­ter und Ver­schlüs­se­lung” zwar nach dem Mas­ter­pass­wort ge­fragt, müs­sen dann al­ler­dings trotz­dem je­des Mal die Login-Daten samt Do­mä­ne er­neut ein­ge­ben. Um sich die­se wie­der­keh­ren­de Pro­ze­dur zu er­spa­ren, kön­nen Sie Netz­lauf­wer­ke nach dem Start von Ubun­tu auch au­to­ma­tisch ein­bin­den las­sen.

Hal­lo Ki­lo­byte, ich bin Frei­be­ruf­ler mit zwei An­ge­stell­ten und set­ze auf den Agen­tur­com­pu­tern Ubun­tu 16.04 ein. [...] habe ich uns das NAS Synolo­gy DS216j ge­kauft, auf das wir über NFS zu­grei­fen. [...] Lei­der müs­sen wir die kom­plet­ten Zu­gangs­da­ten im­mer neu ein­ge­ben, da die ein­fach nicht ge­spei­chert blei­ben. Dar­auf­hin woll­te ich auf den Kli­en­ten die frei­ge­ge­be­nen Ord­ner vom NAS au­to­ma­tisch ohne vor­he­ri­ge Pass­wort­ab­fra­ge ein­bin­den las­sen. Pro­biert habe ich da­für die Me­tho­de von Sem­per­Vi­deo, die will bei uns aber auch nicht funk­tio­nie­ren.

Hein­rich, Tho­mas: Be­nö­ti­ge schnel­le Hil­fe von den Pro­fis zum The­ma NAS. E-Mail vom 15.05.2017.

Bild von Ubuntu NetzlaufwerkEin gro­ßer Nach­teil beim au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks ist, dass die Ein­logg­da­ten zum NAS un­ver­schlüs­selt als Klar­text ge­spei­chert sind. Soll­te also bei Ih­nen der Ubun­tu Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se De­fek­te auf­wei­sen, dann emp­feh­le ich Ih­nen KDE als neue Be­nut­zer­ober­flä­che. Auch im Da­tei­ma­na­ger Dol­phin ist es ohne Wei­te­res mög­lich, schi­cke Le­se­zei­chen zu Netz­lauf­wer­ken zu set­zen. Au­ßer­dem sind mit dem Pass­wort­ma­na­ger KWal­let alle Ihre hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten ver­schlüs­selt ge­spei­chert und wer­den zu­ver­läs­sig nach der Ein­ga­be des Mas­ter­pass­worts wie­der­ge­ge­ben.

Sie möch­ten lie­ber bei der Be­nut­zer­ober­flä­che Unity blei­ben und Ihr Netz­lauf­werk ohne die vor­he­ri­ge Ein­ga­be der Zu­gangs­da­ten ein­bin­den las­sen? Dann ha­ben Sie hof­fent­lich nicht eben­falls die An­lei­tung des YouTube-Kanals Sem­per­Vi­deo aus­pro­biert. Der Lö­sungs­weg der von mir sehr ge­schätz­ten Netz­ak­ti­vis­ten­grup­pe ist näm­lich nicht nur um­ständ­lich, son­dern vor al­lem auch un­voll­stän­dig.

Netzlaufwerk unter Ubuntu erstellen

Im ers­ten Schritt müs­sen Sie fest­le­gen, von wel­chem Ort Sie auf Ihr Netz­lauf­werk zu­grei­fen möch­ten. Ich emp­feh­le hier­für das Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner”.

Screenshot von neuem Ordner unter Ubuntu 16.04 LTS

Er­stel­len Sie dort ei­nen neu­en Ord­ner mit ei­nem Na­men Ih­rer Wahl. Öff­nen Sie als Nächs­tes ein neu­es Terminal-Fenster und na­vi­gie­ren Sie in die Sys­tem­da­tei fstab.

sudo nano /etc/fstab

Scrol­len Sie da­nach ganz nach un­ten und fü­gen Sie fol­gen­den neu­en Ein­trag hin­zu:

//192.168.1.44/Webbackup /home/sascha/Backups cifs defaults,username=admin,password=dschizya,iocharset=utf8,file_mode=0777,dir_mode=0777

Hin­weis: Set­zen Sie Ihre per­sön­li­chen Da­ten in die Code­zei­le ein. Die Syn­tax des Be­fehls darf da­bei nicht ver­än­dert wer­den.

Screenshot von Ubuntu 16.04.2 LTS /etc/fstab - Eintrag für Netzlaufwerk mit Schreibrechten

Sys­tem­da­tei fstab - Be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks hin­zu­fü­gen

Der Kon­so­len­be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks setzt sich fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men:

  1. IP-Adresse und Pfad zum frei­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis.
  2. Pfad zum neu er­stell­ten lo­ka­len Ord­ner, um auf das Netz­lauf­werk zu­zu­grei­fen.
  3. In­di­vi­du­el­le Zu­gangs­da­ten für Ihr NAS oder die frei­ge­ge­be­ne Fest­plat­te.
  4. Schreib­rech­te, um Da­tei­en auf dem Netz­lauf­werk spei­chern zu kön­nen.

Hin­weis: Der Ein­trag cifs steht für Com­mon In­ter­net File Sys­tem, was nichts wei­ter als das Netz­werk­pro­to­koll ist, wel­ches beim Da­ten­trans­fer ver­wen­det wird. Hin­ge­gen weist de­faults Ubun­tu un­ter an­de­rem an, das Netz­lauf­werk di­rekt nach dem Start des Be­triebs­sys­tems ein­zu­hän­gen.

Spei­chern Sie nach dem An­pas­sen des Be­fehls die Sys­tem­da­tei fstab mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O. Ver­las­sen Sie dar­auf­hin den Edi­tor Nano mit Strg + X.

Ein Netzlaufwerk unter Ubuntu verwenden

Star­ten Sie dar­auf­hin Ih­ren Com­pu­ter neu. Nach­dem Ubun­tu wie­der ge­la­den wur­de, wer­den Sie im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” fest­stel­len, dass sich das Aus­se­hen Ih­res lo­ka­len Netz­lauf­werk­ord­ners ge­än­dert hat.

Screenshot von blau eingefärbtem Ubuntu-Ordner

Tipp: Ih­nen ge­fällt das Sym­bol auf dem Ord­ner nicht? Dann fär­ben Sie die Ver­knüp­fung zu Ih­rem Netz­lauf­werk ein­fach mit­hil­fe von Fol­der Co­lor ein.

Die kos­ten­lo­se Mo­di­fi­ka­ti­on Fol­der Co­lor hilft Ih­nen da­bei, Ihr Be­triebs­sys­tem wei­ter zu per­so­na­li­sie­ren. Da­mit kön­nen Sie nicht nur Ord­ner in ver­schie­de­nen Far­ben ein­fär­ben, son­dern die­se auch mit klei­nen Sym­bo­len mar­kie­ren.

Sa­scha: In Ubun­tu Sym­bo­le än­dern – Op­tio­nen. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Ab so­fort sind Sie mit ei­nem Dop­pel­links­klick auf Ihre Netz­lauf­werk­ver­knüp­fung im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” di­rekt auf Ih­rem NAS. Eine vor­he­ri­ge Ab­fra­ge Ih­rer Login-Daten fin­det da­bei nicht statt.

Automatisches Einhängen ist einfach aber unsicher

Wie Sie se­hen, ist das au­to­ma­ti­sche Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks un­ter Ubun­tu mit nur ei­nem Be­fehl mög­lich. Ver­ges­sen Sie da­bei al­ler­dings nie, dass die Zu­gangs­da­ten zum frei­ge­ge­be­nen Ord­ner auf Ih­rem NAS als Klar­text in der Sys­tem­da­tei fstab ste­hen.

Ach­ten Sie also ge­ra­de im Bü­ro­all­tag dar­auf, dass Ihre Mit­ar­bei­ter in den au­to­ma­tisch ein­ge­häng­ten Netz­lauf­wer­ken nur tri­via­le Do­ku­men­te spei­chern.

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Ubuntu: Eigene Bildschirmauflösung einstellen - so geht’s

Wenn Sie un­ter Ubun­tu die Bild­schirm­auf­lö­sung än­dern möch­ten, dann wer­den Ih­nen ei­ni­ge Stan­dard­auf­lö­sun­gen vor­ge­schla­gen. Falls in der Aus­wahl­lis­te nicht das Rich­ti­ge für Sie da­bei ist, kön­nen Sie auch eine ei­ge­ne Auf­lö­sung ein­stel­len. Die­se ein­ma­li­ge Kon­fi­gu­ra­ti­on lässt sich selbst von Linux-Neulingen ohne Wei­te­res be­werk­stel­li­gen, wie ich Ih­nen mit­hil­fe der fol­gen­den Bild­an­lei­tung be­wei­se.

Picture of Ubuntu Custom Screen ResolutionZu­nächst soll­ten Sie je­doch wis­sen, dass Auf­lö­sun­gen nach oben hin be­grenzt sind. Größ­te Brem­se hier­bei ist nicht wie oft an­ge­nom­men die Gra­fik­kar­te, son­dern die An­schluss­art des Bild­schirms. So kann ein Mo­ni­tor mit ei­nem be­tag­ten VGA-Anschluss bei­spiels­wei­se nie mehr als 1920 x 1080 Pi­xel an­zei­gen. Nach un­ten sind Sie al­ler­dings völ­lig frei. War­um ste­hen aber trotz­dem manch­mal nur ei­ni­ge we­ni­ge Bild­schirm­auf­lö­sun­gen zur Ver­fü­gung?

Dies liegt ein­zig dar­an, dass in der Firm­ware des Mo­ni­tors nicht mehr Auf­lö­sun­gen ein­pro­gram­miert wur­den. Um die­ses Pro­blem zu um­schif­fen, kann Ubun­tu Ih­rem An­zei­ge­ge­rät al­ler­dings eben­falls sa­gen, wie es Ih­ren Desk­top dar­stel­len soll.

Ubuntu: Die richtige Auflösung fehlt

Bei ei­nem Be­such im Menü „An­zei­ge­ge­rä­te” stell­te ich fest, dass mein Mo­ni­tor stan­dard­mä­ßig nicht die Auf­lö­sung 1600 x 900 Pi­xel dar­stel­len kann.

Screenshot: Eigene Bildschirmauflösung unter Ubuntu 16.04.2 LTS einstellen

Menü „An­zei­ge­ge­rä­te” un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS

Um das zu än­dern, öff­ne­te ich zu­nächst ein­mal ein Terminal-Fenster. Ich muss­te dar­auf­hin her­aus­fin­den, wie Ubun­tu mei­nen Bild­schirm­an­schluss be­nennt.

xrandr

In­fol­ge­des­sen er­fuhr ich, dass mein Mo­ni­tor über HDMI-0 ge­führt wird.

Screenshot von Befehl: Wie ist der Bildschirm mit dem Computer verbunden?

Dies kann bei Ih­nen auch an­ders sein. Auf je­den Fall müs­sen Sie sich die­se In­for­ma­ti­on mer­ken, denn sie ist spä­ter noch von Be­deu­tung.

Neue Auflösung unter Ubuntu speichern

Als Nächs­tes frag­te ich mein Sys­tem, wel­che Ko­or­di­na­ten von­nö­ten sind, da­mit mein Mo­ni­tor die Auf­lö­sung 1600 x 900 Pi­xel kor­rekt dar­stel­len kann.

cvt 1600 900

Im An­schluss er­hielt ich eine gan­ze Rei­he von Da­ten, wo­von je­doch nicht alle von Re­le­vanz sind.

Screenshot von Ubuntu Konsole: Koordinaten für die Auflösung 1600 x 900 Pixel

Ko­or­di­na­ten für die Bild­schirm­auf­lö­sung er­mit­teln

Des­halb ko­pier­te ich im nächs­ten Schritt nur die Ko­or­di­na­ten hin­ter „Mo­de­li­ne” und bau­te mir mit die­sen Da­ten fol­gen­den neu­en Be­fehl:

sudo xrandr --newmode "1600x900_60.00" 118.25 1600 1696 1856 2112 900 903 908 934 -hsync +vsync

Da­mit sag­te ich Ubun­tu, wie die Bild­schirm­auf­lö­sung 1600 x 900 Pi­xel rich­tig dar­zu­stel­len ist.

Screenshot von Ubuntu-Befehl: Ermittelte Bildschirmkoordinaten im System speichern

Er­mit­tel­te Auf­lö­sungs­da­ten un­ter Ubun­tu spei­chern

Zu gu­ter Letzt muss­te ich Ubun­tu noch an­wei­sen, die hin­ter­leg­ten In­for­ma­tio­nen an mei­nen Mo­ni­tor wei­ter­zu­ge­ben.

sudo xrandr --addmode HDMI-0 "1600x900_60.00"

Hin­weis: Die­sen Be­fehl müs­sen Sie ge­ge­be­nen­falls mit Ih­ren er­mit­tel­ten An­schluss­da­ten aus dem ers­ten Schritt an­pas­sen.

Screenshot von Ubuntu-Befehl: Neue Auflösung für den Bildschirm verfügbar machen

Ei­ge­ne Auf­lö­sung an den Bild­schirm wei­ter­rei­chen

Dar­auf­hin na­vi­gier­te ich er­neut in das Menü „An­zei­ge­ge­rä­te” um zu kon­trol­lie­ren, ob mei­ne Ein­stel­lun­gen er­folg­reich wa­ren. Wie Sie am fol­gen­den Screen­shot fest­stel­len, konn­te ich nun auf die Bild­schirm­auf­lö­sung 1600 x 900 Pi­xel zu­rück­grei­fen.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Anzeigegeräte"

Ei­ge­ne Bild­schirm­auf­lö­sung ist im Menü „An­zei­ge­ge­rä­te” ver­füg­bar

Individuelle Bildschirmauflösung auf Dauer behalten

Bis­her wa­ren alle mei­ne Kon­fi­gu­ra­tio­nen tem­po­rär und gal­ten nur für eine Sit­zung. Da­mit ich auch in Zu­kunft die Auf­lö­sung 1600 x 900 Pi­xel im Ubuntu-Menü „An­zei­ge­ge­rä­te” aus­wäh­len kann, muss­te ich noch eine Sys­tem­da­tei än­dern.

sudo nano ~/.profile

Dazu öff­ne­te ich mei­ne Pro­fil­da­tei zu­nächst über ein Terminal-Fenster mit­hil­fe des Edi­tors Nano. Gleich da­nach scroll­te ich ganz nach un­ten und füg­te fol­gen­de Ein­trä­ge der Sys­tem­da­tei hin­zu:

cvt 1600 900
sudo xrandr --newmode "1600x900_60.00" 118.25 1600 1696 1856 2112 900 903 908 934 -hsync +vsync
sudo xrandr --addmode HDMI-0 "1600x900_60.00"

Wie Ih­nen be­stimmt auf­ge­fal­len ist, han­delt es sich da­bei um die­sel­ben drei Be­feh­le, die ich wei­ter oben be­reits ein­zeln ein­ge­ge­ben habe.

Screenshot von Ubuntu-Systemdatei .profile, die mit Nano geöffnet wurde

Bild­schirm­auf­lö­sung dau­er­haft in Sys­tem­da­tei hin­ter­le­gen

Ab­schlie­ßend spei­cher­te ich mei­ne Ein­ga­ben mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O. Da­nach ver­ließ ich den Edi­tor mit Strg + X. Da­mit hat­te ich mei­ne ei­ge­ne Bild­schirm­auf­lö­sung für alle Ewig­keit ge­spei­chert.

Fazit: Bildschirmauflösung ist für die Sehkraft irrelevant

Seit Jah­ren lese ich, dass auf­grund dau­er­haf­ter Nah­ar­beit im­mer mehr Men­schen in der BRD an Kurz­sich­tig­keit lei­den.

Ei­ner Stu­die der Uni­ver­si­tät Mainz zu­fol­ge lei­det mehr als die Hälf­te der Ab­itu­ri­en­ten und Hoch­schul­ab­sol­ven­ten un­ter Kurz­sich­tig­keit (Myo­pie).

Mang­ler, Joa­chim: Ärz­te war­nen: Kurz­sich­tig­keit durch Smart­pho­nes. heise.de (05/2017).

Die Bild­schirm­auf­lö­sung hat dar­auf je­doch kei­nen Ein­fluss, ein­zig der fal­sche Kon­trast, die fal­sche Hel­lig­keit und un­schar­fe Schrift­sym­bol­rän­der wir­ken ne­ga­tiv auf das Seh­ver­mö­gen ein.

Falls Sie bei der PC-Arbeit Au­gen­pro­ble­me ha­ben, dann emp­feh­le ich Ih­nen die 20-20-20 Re­gel. Ich ste­he alle 20 Mi­nu­ten von mei­nem Com­pu­ter auf und sehe dann 20 Se­kun­den aus dem Fens­ter oder in mein Aqua­ri­um. Und da­mit Sie die nächs­te Au­gen­pau­se nicht ver­ges­sen, soll­te Ihr Ubun­tu mit der Ap­pli­ka­ti­on Tea Time aus­ge­stat­tet sein.

Wer alle 30 Mi­nu­ten eine kur­ze Yo­ga­übung ein­le­gen möch­te oder re­gel­mä­ßig sei­nen Chef dar­an er­in­nern muss, dass die­ser auch brav sein An­ti­epi­lep­ti­kum ein­nimmt, der soll­te auf Tea Time zu­rück­grei­fen.

Sa­scha: Ubun­tu: Zeit­mes­ser ein­rich­ten – so geht’s. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

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