Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Warum updated Ubuntu nicht auf die neuste Version?

Nach­dem Sie ge­le­sen ha­ben, dass es eine neue Ubuntu-Version gibt, füh­len Sie sich ab­ge­hängt? Denn ob­wohl Sie im­mer so­fort alle ver­füg­ba­ren Ak­tua­li­sie­run­gen in­stal­lie­ren, be­hält Ihr Sys­tem die alte Ver­si­ons­num­mer? Dann ha­ben Sie sich von den Me­di­en un­nö­ti­ger­wei­se ver­un­si­chern las­sen.

[...] so habe ich eben bei heise.de ge­le­sen, dass heu­te Ubun­tu 17.04 er­schie­nen ist und wohl alle be­reits 16.10 ver­wen­den. Mein Ubun­tu hat noch die Num­mer 16.04 und ich schwö­re Ih­nen, dass ich stän­dig alle Up­dates in­stal­lie­re. [...] Was muss ich ein­stel­len, um die neus­te Ver­si­on zu be­kom­men?

Zer­bels­ho­fer, Jo­han­nes: War­um up­dated mein Ubun­tu nicht auf die neus­te Ver­si­on? E-Mail vom 13.04.2017.

Bild von Ubuntu ReleaseUbun­tu 16.04 ist eine Voll­ver­si­on, die fünf Jah­re lang mit Soft­ware­up­dates ver­sorgt wird. Voll­ver­sio­nen sind mit dem Akro­nym LTS ge­kenn­zeich­net, was für Long Term Sup­port steht. Ca­no­ni­cal ver­öf­fent­licht alle zwei Jah­re eine neue LTS-Version. Da­zwi­schen bie­tet das Un­ter­neh­men vom Welt­raum­tou­ris­ten Mark Shut­tle­worth auch Ent­wick­ler­ver­sio­nen an. Die­se er­schei­nen alle sechs Mo­na­te und die­nen nur dazu, be­stehen­de und zu­künf­ti­ge Ubuntu-Vollversionen zu ver­bes­sern.

Die­se Ge­ge­ben­heit wird auch im er­wähn­ten Ar­ti­kel auf der Web­sei­te der Hei­se Me­di­en GmbH an­ge­deu­tet:

Letzt­lich gleicht Ubun­tu 17.04 sei­nem Vor­gän­ger stark und hebt sich vor al­lem durch die mo­der­ne­re Soft­ware ab. [...] Die­ser Vor­teil schwin­det be­reits im Au­gust wie­der stark, denn dann soll­te Ubun­tu 16.04.3 er­schei­nen [...].

Leem­huis, Thors­ten: Linux-Distributionsfamilie Ubun­tu 17.04 frei­ge­ge­ben. heise.de (05/2017).

Mer­ke: Alle Ver­bes­se­run­gen aus den Test­ver­sio­nen wer­den zeit­nah und au­to­ma­tisch an die LTS-Versionen, die sich im Un­ter­stüt­zungs­zeit­raum be­fin­den wei­ter­ge­ge­ben.

Upgrade auf neue Ubuntu-Version

Falls Sie den­noch Ihre Voll­ver­si­on ver­las­sen und auf eine ak­tu­el­le Ent­wick­ler­ver­si­on up­graden möch­ten, ist dies ohne Wei­te­res mög­lich.

Screenshot vom Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Un­ter Ubun­tu 16.04 LTS über alle neu­en Ubuntu-Versionen in­for­miert wer­den

Na­vi­gie­ren Sie dazu zu­erst über die Ubun­tu Dash-Startseite in das Menü „An­wen­dun­gen & Ak­tua­li­sie­run­gen”.

  • Wech­seln Sie dar­auf­hin in den Rei­ter „Ak­tua­li­sie­run­gen”.
  • Stel­len Sie nun das Dropdown-Menü hin­ter „Über neue Ubuntu-Versionen be­nach­rich­ti­gen” auf „Für jede neue Ver­si­on”.

Ge­ben Sie bei Auf­for­de­rung Ihr Ad­mi­nis­tra­tor­pass­wort ein und ver­las­sen Sie an­schlie­ßend das Menü.

Screenshot von Ubuntu Aktualisierungsverwaltung "Die Anwendungen auf diesem Rechner sind aktuell"

Nach ei­nem kur­zen Mo­ment soll­te sich ein Fens­ter na­mens „Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung” öff­nen und Ih­nen mit­tei­len, dass ein neu­es Ubun­tu ver­füg­bar ist.

Bei Ih­nen er­scheint die­ses Me­nü­fens­ter nicht? Dann öff­nen Sie ein Terminal-Fenster und er­zwin­gen Sie das Up­grade mit fol­gen­dem Be­fehl:

sudo do-release-upgrade -d

Hin­weis: Sie kön­nen mit die­ser Me­tho­de im­mer nur eine Ver­si­on nach der an­de­ren in­stal­lie­ren. Gibt es be­reits meh­re­re ak­tu­el­le­re Re­lea­ses? Dann wie­der­ho­len Sie die Schrit­te so lan­ge, bis Sie das neus­te Ubun­tu in­stal­liert ha­ben.

Wer sollte eine Entwicklerversion verwenden?

Die Ver­füg­bar­keit von un­ter­schied­li­chen Ubuntu-Versionen wird Neu­lin­gen oft­mals zum Ver­häng­nis. In An­be­tracht der Tat­sa­che, dass die be­lieb­te Linux-Distribution kos­ten­los ist und im Wett­be­werb mit an­de­ren Be­triebs­sys­te­men steht, sind Ent­wick­ler­ver­sio­nen lei­der not­wen­dig.

Bild vom Zyklus von Neuerscheinungen: Beliebte Betriebssysteme für den PC. Bild von Kilobyte / Ubuntu-Blog

Um alle zwei Jah­re eine aus­ge­reif­te LTS-Version ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen, ist Ca­no­ni­cal auf die Hil­fe der Ubuntu-Benutzer an­ge­wie­sen.

  • Ent­wick­ler­ver­sio­nen sind näm­lich nur für die­je­ni­gen, die dem Lon­do­ner Soft­ware­un­ter­neh­men bei der Feh­ler­su­che hel­fen wol­len.
  • Wer ei­nen Bug fin­det, der kann die­sen hier un­kom­pli­ziert mel­den.

Durch die­ses simp­le Sys­tem wird si­cher­ge­stellt, dass die Be­nut­zer von Voll­ver­sio­nen stets auf ein sta­bi­les und ma­kel­lo­ses Be­triebs­sys­tem zu­rück­grei­fen kön­nen.

Bild von Frage: Warum gibt es Entwicklerversionen für Ubuntu?

Ein wei­te­rer Grund um auf eine ak­tu­el­le Ent­wick­ler­ver­si­on aus­zu­wei­chen kann ein gra­vie­ren­des Hard­ware­pro­blem sein. Falls Sie stets die Diens­te der neus­ten Gra­fik­kar­te oder der schnells­ten CPU in An­spruch neh­men, kann es vor­kom­men, dass der Ker­nel Ih­rer LTS-Version noch nicht die pas­sen­den Trei­ber pa­rat hat. Dann macht der Ein­satz ei­ner Ent­wick­ler­ver­si­on Sinn, da in solch ei­nem kurz­le­bi­gen Be­triebs­sys­tem auch im­mer die ak­tu­ells­ten Trei­ber­samm­lun­gen ge­tes­tet wer­den.

Die Vorteile einer Ubuntu LTS-Version

Für die Be­su­cher die­ser Web­sei­te emp­feh­le ich aus­schließ­lich Voll­ver­sio­nen. Ich be­gin­ne mei­ne Ar­gu­men­ta­ti­on da­mit, in­dem ich Ih­nen zei­ge, was Ubun­tu in den Au­gen von De­bi­an ist.

Bild vom Unterschied zwischen Debian und Ubuntu

Auf­grund des­sen, dass Ca­no­ni­cal alle zwei Jah­re eine LTS-Version ver­öf­fent­licht, er­reicht die­se Linux-Distribution nie­mals die Sta­bi­li­tät von De­bi­an.

De­bi­an is VERY sta­ble. Es­pe­ci­al­ly if you down­load the sta­ble ver­si­on. They have lon­ger work pe­ri­ods which al­low them to catch more bugs.

Cox, Jes­se: How sta­ble is de­bi­an sta­ble desk­top ver­si­on? quora.com (05/2017).

  • Ent­wick­ler­ver­sio­nen sind also le­dig­lich Be­ta­ver­sio­nen, bei de­nen Ab­stür­ze sehr häu­fig vor­kom­men kön­nen.

Die hohe Ver­füg­bar­keit von Ap­pli­ka­tio­nen ist ein wei­te­rer Vor­teil ei­ner Ubun­tu LTS-Version.

Empfehlung von Kilobyte: Verwenden Sie unbedingt eine Ubuntu-Vollversion

In­fol­ge­des­sen, dass die­se Ubuntu-Versionen fünf Jah­re lang mit Up­dates ver­sorgt wer­den, pro­gram­mie­ren Soft­ware­ent­wick­ler in ers­ter Li­nie aus­schließ­lich für Voll­ver­sio­nen.

  • Das Up­grade ei­ner LTS-Version auf eine Ent­wick­ler­ver­si­on führt dem­zu­fol­ge häu­fig dazu, dass in­stal­lier­te PPAs und Pro­gram­me nicht mehr funk­tio­nie­ren.

Dies ist zu­meist nicht der Fall, wenn Sie von ei­ner Voll­ver­si­on auf eine neue Voll­ver­si­on up­graden. Denn bis Ih­nen nach ei­nem Re­lease ei­ner LTS-Version die Ak­tua­li­sie­rung au­to­ma­tisch emp­foh­len wird, ver­ge­hen bis zu drei Mo­na­te. Da­durch ha­ben die Soft­ware­ent­wick­ler ei­nen Vor­sprung, um Ihre Ap­pli­ka­tio­nen fit für die neue Ubuntu-Vollversion zu ma­chen.

Die­se be­wuss­te Ver­zö­ge­rung wird nicht nur des­halb so ge­hand­habt, um An­wen­dern wei­ter ein sehr sta­bi­les Be­triebs­sys­tem zu ge­währ­leis­ten, son­dern hängt auch mit den Dritt­an­bie­tern von kos­ten­lo­ser Soft­ware zu­sam­men, die ihre Pro­duk­te via PPA an­bie­ten und pfle­gen.

Sa­scha: Ubun­tu: 14.04 auf 16.04 LTS up­graden - so geht’s. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Auch eine be­reits an­ge­spro­che­ne Hard­ware­pro­ble­ma­tik lässt sich mit ei­ner äl­te­ren LTS-Version lö­sen. Zwi­schen­zeit­lich ist es näm­lich be­reits mit­hil­fe von über­sicht­li­cher Free­ware mög­lich, un­kom­pli­ziert ei­nen ak­tu­el­len Ker­nel zu in­stal­lie­ren.

Die­se fins­te­ren Tage sind dank Ukuu vor­bei. Da­bei han­delt es sich nicht etwa um eine Re­bel­len­or­ga­ni­sa­ti­on aus Ru­an­da, son­dern um eine kos­ten­lo­se Soft­ware na­mens Ubun­tu Ker­nel Up­date Uti­li­ty.

Sa­scha: Ubun­tu: Neu­en Ker­nel in­stal­lie­ren – ein­fach via PPA. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Fazit: Wissenswertes über Ubuntu-Vollversionen

Ob­wohl ich be­reits im Ok­to­ber 2004 da­mit be­gann, mit Linux-Distributionen zu ar­bei­ten hat­te ich erst ein­mal eine Ent­wick­ler­ver­si­on in­stal­liert. Da­mals ver­such­te ich zu­sam­men mit Kol­le­gen auf Ubun­tu 12.10 ein­zu­wir­ken, da­mit die Wer­bung wie­der aus der Ubun­tu Dash-Startseite ver­schwin­det.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Seit­dem ver­wen­de ich auf al­len mei­nen Sys­te­men aus­schließ­lich LTS-Versionen.

Screenshot von Neue Ubuntu-Version verfügbar "14.04.5 LTS"

Für das Up­grade auf eine neue LTS-Version sind kei­ne Vor­ein­stel­lun­gen von­nö­ten

Spä­tes­tens nach dem ers­ten Ser­vice­pack er­hal­te ich seit­her ohne ir­gend­et­was an mei­nem Be­triebs­sys­tem ge­än­dert zu ha­ben die Mel­dung, dass eine neue Ubuntu-Version ver­füg­bar ist. Dann kli­cke ich auf „Ak­tua­li­sie­ren” und war­te kurz, bis die neus­te Voll­ver­si­on in­stal­liert wur­de.

Bild mit Frage: Woran erkenne ich Ubuntu-Vollversionen

Üb­ri­gens, ne­ben der Be­zeich­nung LTS lässt sich eine Voll­ver­si­on auch noch an an­de­ren Merk­ma­len er­ken­nen.

  1. Die ers­te Ubuntu-Vollversion er­blick­te im Jah­re 2004 das Licht der Welt. Eine neue LTS-Version er­scheint also nur in Jah­ren mit ge­ra­der Jah­res­zahl.
  2. Au­ßer­dem wer­den Voll­ver­sio­nen im­mer im April ver­öf­fent­licht.

Tipp: Las­sen Sie sich nicht durch die zwei­jäh­ri­gen Re­lea­ses un­ter Druck set­zen. Sie kön­nen die fünf­jäh­ri­gen Ak­tua­li­sie­rungs­zeit­räu­me voll aus­schöp­fen, ohne ir­gend­et­was zu ver­pas­sen.

Bei Un­ter­neh­men spie­len be­kannt­lich Ab­schrei­bun­gen im­mer eine gro­ße Rol­le, wes­halb man nicht schnell mal die kom­plet­te EDV aus­tau­schen kann. Um die Lauf­zei­ten für alte Hard­ware zu ver­län­gern, bie­tet Ca­no­ni­cal seit 2017 auch Up­dates für be­reits aus­ge­lau­fe­ne LTS-Versionen an.

Fol­lo­wing the end-of-life of Ubun­tu 12.04 LTS, Ca­no­ni­cal is of­fe­ring Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce) [1], which pro­vi­des im­portant se­cu­ri­ty fi­xes for the ker­nel and the most es­sen­ti­al user space pa­cka­ges in Ubun­tu 12.04.

Krik­land, Dus­tin: Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce). lists.ubuntu.com (05/2017).

Dies ge­schieht zwar ge­gen Ent­gelt, aber ich möch­te nicht wis­sen, wie vie­le Men­schen ei­nen Obo­lus an Mi­cro­soft be­zahlt hät­ten, um Win­dows XP si­cher wei­ter­be­nut­zen zu kön­nen.

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Mein Name ist Sa­scha, das In­ter­net und ich sind seit 1997 gute Freun­de. Es gibt mir En­ter­tain­ment, Mo­ne­ten und Lie­be, da­für gebe ich ihm seit 2009 viel­sei­ti­ge, mul­ti­me­dia­le An­lei­tun­gen auf den ver­schie­dens­ten Prä­sen­zen. Wäre ich nicht Web­wor­ker, wür­de ich wahr­schein­lich für die Ca­mor­ra das Heim­netz­werk auf De­bi­an um­stel­len und ver­wal­ten. Als Fa­mi­li­en­mensch lie­be ich näm­lich Süd­ita­li­en, das dor­ti­ge Es­sen und die spät­abend­li­chen Ar­beits­zei­ten.


Kategorie: Anleitung

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