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Anleitungen vom Webworker

Warum sind Grafikkarten so teuer?

Eine Grafikkarte gehört zur teuersten Komponente eines PC-Systems. Dies wird auch deutlich, wenn Sie sich bei eBay den Gebrauchtmarkt anschauen. Abgesehen von Arbeitsspeicher hält keine Hardware so stabil den Preis wie eine Grafikkarte und das hat viele Gründe. In diesem Artikel erläutere ich Ihnen, was Grafikkarten so teuer macht, warum Onboard-Grafikeinheiten zu nichts zu gebrauchen sind und auf was Sie beim Kauf achten müssen.

Grafikkarten können mehr als die CPU

Bild vom Innenleben eines Computergehäuses mit einer CPU und Grafikkarte

Eine Faustregel, um ein stimmiges Computersystem zu erstellen besagt, dass eine Grafikkarte genauso viel, besser mehr, als die CPU kosten sollte. Um zu verstehen, warum Grafikkarten so teuer sind, sollte man den Aufbau dieser Hardware verstehen. Eine Grafikkarte besteht aus einem Mainboard, dem Grafikprozessor, dem Grafikspeicher, Spannungswandlern und Kühlern. Damit ist eine Grafikkarte zunächst einmal selbst ein komplettes System.

  • Das Mainboard einer Grafikkarte ist im Vergleich zu einem gewöhnlichen ATX-Mainboard wesentlich vielschichtiger und leistungsfähiger. Es gibt Grafikkarten auf deren Mainboard sich bis zu 800 Datenleitungen befinden.
  • Der Grafikspeicher (VRAM) ist ein „Randon Access Memory“ also ähnlich aufgebaut wie gewöhnlicher Arbeitsspeicher. RAM-Speicher ist mit durchschnittlich 10,00 Euro pro Gigabyte die teuerste Speicherbauart überhaupt.
  • Währenddessen ein Grafikprozessor 1000 – 5000 Kerne hat, um Aufgaben abzuarbeiten, besitzt eine aktuelle CPU zwischen vier und acht Kerne. Eine CPU ist natürlich wesentlich schneller, dafür kann die Grafikkarte ein Vielfaches an Aufgaben gleichzeitig bearbeiten.
  • Diese ganzen Komponenten sind nicht nur äußerst leistungsfähig, sondern auch noch sehr klein, damit diese auf eine Steckkarte passen. Dadurch wird das Ganze natürlich nochmals teurer.

Kleine Grafikeinheiten sind nicht vergleichbar

Bild einer Onboard Grafikeinheit unter einem PassivkühlerAufgrund dessen, dass Hardware-Komponenten immer kleiner werden, gibt es seit einiger Zeit Grafikeinheiten entweder auf einem Mainboard, dort versteckt unter einer passiven Kühleinheit, oder innerhalb der CPU, APU genannt. Währenddessen Onboard-Grafikkarten auf Mainboards generell nicht zu gebrauchen und als Ersatz bei Defekt der Grafikkarte anzusehen sind, gibt es 2014 mit den Kaveri-APUs von AMD für den Sockel FM2+ eine erste annehmbare Grafiklösung.

  • Beim AMD A10-7700K ist ein Radeon R7 Grafikchip integriert, welcher für viele Spiele und alle Multimediaanwendungen völlig ausreichend ist.
  • Dieser Grafikchip hat im Gegensatz zur Grafikkarte jedoch keinen Grafikspeicher (nutzt den Arbeitsspeicher), kann weniger Leistung aufnehmen, ist also wesentlich langsamer und nimmt der CPU Platz weg. Dadurch haben die APUs einen vergleichsweise kleinen Level-Cache bzw. überhaupt keinen Level 3 – Cache. Durch die doppelte Wärmeentwicklung sind APUs auch mit 95 Watt TDP stark begrenzt. Dadurch sind diese langsamer getaktet.

Eine Onboard-Grafikeinheit oder eine APU ist also ein Kompromiss und für viele Anwendungsgebiete wie einen Office-PC ausreichend. Für ein leistungsfähiges System ist jedoch eine teurere Grafikkarte vonnöten, welche dazu noch im Unterhalt kostenintensiv ist.

Grafikkarten sind Stromfresser

In unserem Universum gilt das Ursache – Wirkung – Prinzip, welches bedeutet, viel Leistung benötigt viel Energie.

  • Eine Grafikkarte kann aus einem PCI-Express-Anschluss maximal 75 Watt ziehen. Besonders sparsame, meist günstige Grafikkarten bis 80,00 Euro geben sich damit zufrieden.
  • Grafikkarten der Mittelklasse benötigen dazu noch einen sechspoligen Stromanschluss vom Netzteil. So können diese auf bis zu 150 Watt zurückgreifen.
  • Besonders leistungsfähige Grafikkarten ab 200,00 Euro benötigen in der Regel jedoch zwei sechspolige Stromanschlüsse und damit bis zu 225 Watt.

Tipps für den Grafikkartenkauf

Neben der oben genannten Faustregel, spielen natürlich auch die Leistungsdaten eine Rolle.

  • Meiner Ansicht nach unabhängig vom Anwenderprofil am wichtigsten sind die Speicheranbindung und die Größe des Grafikspeichers. Hier wird am meisten „gemogelt“. Erstere sollte nicht niedriger als 128 Bit sein und der Grafikspeicher ist mit zwei Gigabyte zeitgemäß.
  • Im Gegensatz zu CPUs, sind Grafikkarten vom Werk aus immer ausreichend mit Kühlkörpern ausgestattet. Jedoch unterscheiden sich die eingesetzten aktiven Kühlkörper in Sachen Lautstärke gewaltig. Gibt es die von Ihnen gewünschte Grafikkarte von verschiedenen Herstellern, also von ASUS, MSI oder EVGA, dann befragen Sie eine Suchmaschine nach Rezensionen über die Lautstärke der einzelnen Modelle. Sie werden überrascht sein.
Fazit

Eine Grafikkarte ist eine ganz besondere Hardware und ich hoffe Sie erkennen anhand meiner relativ simpel gehaltenen Ausführungen, warum diese Karten so teuer sind.

Was mir ein wenig Sorge bereitet ist der immer größer werdende Energiehunger. Währenddessen CPUs immer sparsamer werden gibt es neue Grafikkarten auf dem dem Markt, welche vom Netzteil einen sechs- und einen achtpoligen Stromanschluss und damit 300 Watt benötigen, um zu funktionieren.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Harouken sagt:

    Naja das ist ja alles schön und gut nur finde ich sind 300€ schon ziemlich viel Geld für eine Grafikkart.Besonders auf Ebay Kleinanzeigen und Ebay selbst werden z.b gebrauchte Grafikkarten die meist 1-2 Jahre alt sind immernoch verkauft als wären sie neu bzw die meisten Verkäufer verlangen z.b 260€ für eine Gebrauchte Karte die Neu 300€ kosten würde genau so bei CPU. Außerdem bin ich nachdem Thread genau so weit wie zuvor du solltest uns vielleicht was über Produktionskosten usw erzählen wobei ich mir denken kann das die ziemlich niedrig sein sollten maximaler Profit paar Review Seiten bezahlen und fertig.

    • Kilobyte sagt:

      Hi, danke für den Kommentar! Ich kann deine Frustration völlig nachvollziehen. Die Antwort steht trotzdem im Artikel. Der technische Aufbau und die Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte rechtfertigt schon zum größten Teil die Preise und die Preiserhaltung. Deshalb verwenden beispielsweise Bitcoin Miner auch die Grafikkarte für Berechnungen und nicht die CPU.

      Andererseits hast du völlig Recht. Der Hardware-Markt ist zur Zeit völlig überhitzt. Meiner Meinung nach liegt das an fehlender Innovation. Bei den CPUs herrscht schon seit langem mehr oder weniger Stillstand, weil sich aktuelle Prozessoren bei den geforderten Anwendungen zu Tode langweilen. Bei den Grafikkarten ist es ähnlich. Deshalb haben wir wohl derzeit einen Verkäufermarkt. Aufrüsten lohnt nicht, deshalb verkauft keiner, dadurch weniger Angebot und hohe Preise.

      NVIDIA hat mit der GeForce 980 GTX erst für ein wenig Innovation gesorgt. Trotzdem denke ich, dass sich bis Frühjahr 2016 nichts großartig tun wird.

      Btw. ich hab dem Sohn eines Kunden einen Gaming-PC gebaut. ASUS R7 265 DC2 mit 2 GB Grafikspeicher und 256 Bit Speicheranbindung. Für 150,00 Euro bei moderatem Stromverbrauch, rennt in Verbindung mit einem i5 3330 wie sau. Kann ich nur empfehlen.

      Viel Glück bei der Suche
      Sascha

  • Pong sagt:

    Immer wenn ich nach guten Grafikkarten gesucht habe, haben die Ergebnisse um die 4000 Euro gekostet! Ich muss doch wohl nicht wirklich so verdammt viel Geld ausgeben, um auf einem PC vernünftig zocken zu können, nicht wahr?

    • Goliat71 sagt:

      Lieber Playstation 4 oder Xbox One, denn mir sind die Grafikkarten nur um zu Spielen viel zu teuer geworden, schade eigentlich.

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