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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: Windows Bootloader verwenden – so geht’s

Sind Sie ein Mensch mit Überzeugungen? Falls ja, dann gelten Sie als besonders schwierig und haben in unserer genormten Konsumwelt bestimmt so einige Probleme. Ich persönlich liebe Menschen mit Überzeugungen und Spleens, so kenne ich beispielsweise jemanden der bei McDonald’s die Burger immer ohne Gurke bestellt. Dies macht er jedoch nicht wegen des Geschmacks, sondern weil er der Überzeugung ist, nur so ein frisches Produkt zu erhalten. Ein wieder anderer Bekannter fährt auf der Autobahn so lange auf Reserve, bis eine Aral-Tankstelle kommt. Er tankt nur bei Aral, denn er ist der Überzeugung, dass sein Ford Mondeo mit einer Tankfüllung von diesem Ölkonzern mindestens 50 Kilometer weiter fährt. Als Mensch, der selbst viele Überzeugungen hat, bin ich also ziemlich tolerant. Manchmal jedoch hört mein Nachbar ein lautes Klatschen aus meiner Wohnung, nämlich immer dann, wenn mein Kopf auf die Tischplatte fällt, wie nach dem Lesen der folgenden E-Mail:

Hi Kilobyte! Ich wollte Ubuntu parallel zu Windows installieren. Ziel sollte es sein, Windows als Standardbetriebssystem, das automatisch startet und Ubuntu als Parallelsystem für Schule und Bürozeug zu installieren. Ich sehe als Bootmanager aber immer dieses GRUB. Mein Vater hat 150€ für Windows 10 ausgegeben und ist der Überzeugung, dass der Bootmanager von Windows besser ist als von Linux, wie wird der also angezeigt?

M., Torsten: Wir wollen Windows Bootmanager und kein GRUB. E-Mail vom 13.09.2015.

Übrigens habe ich diese E-Mail nur wegen der genialen Begründung gewählt, denn mich erreichten dieses Jahr tatsächlich schon einige andere Problembeschreibungen zu dem Thema.

Warum nicht GRUB Bootloader verwenden?

Screenshot von GNU GRUB Version 1.99

Neben Torsten gibt es viele, die ein sogenanntes Dual-Boot-System benutzen, um sich mit Ubuntu vertraut zu machen, ohne dabei auf Windows verzichten zu müssen. Obwohl sowohl Ubuntu als auch Windows im GRUB-Menü aufgeführt werden, wollen manche Benutzer trotzdem den Windows Bootloader benutzen. Dies hat zu 99,9% den Grund, den Torsten auch in der E-Mail erwähnte.

  • GRUB wählt standardmäßig Ubuntu aus. Nach Ablauf der Zeit wird automatisch die Linux-Distribution und nicht Windows gestartet. Ärgerlich für alle, die Ubuntu lediglich als Sekundärbetriebssystem verwenden.
  • Anstelle deswegen GRUB zum Teufel zu schicken, sollten Sie die Bootreihenfolge einfach abändern. Wie Sie das anstellen, habe ich hier in Bild- und Videoform für Sie zusammengetragen.

Es gibt keinen rationalen Grund in einem Dual-Boot-System GRUB nicht zu verwenden.

Windows Bootloader aus Überzeugung verwenden

Bild von Ubuntu Windows BootloaderSie haben viel Geld für Microsoft Windows ausgeben? Ubuntu ist eine temporäre Spinnerei Ihres Sohnes oder Ihrer Frau? Dann sollten Sie auch weiterhin auf die Jahrzehnte lange Erfahrung des Unternehmens aus Redmond vertrauen. Leider ist die Konfiguration des Windows Bootloaders über die bcdedit.exe sehr kompliziert und prinzipiell nur mithilfe der Windows-Konsole möglich.

Dennoch gibt es sehr beliebte, kostenlose Drittsoftware wie beispielsweise EasyBCD, welche die Befehlsketten für Sie übernimmt und Ihnen eine grafische Benutzeroberfläche bereitstellt. Einmal heruntergeladen, installiert und konfiguriert wird der Windows Bootloader anstelle von GRUB angezeigt, in diesem Sie dann natürlich auch Ubuntu auswählen können.

  • Zur Vorbereitung starten Sie Ihren Computer neu. Stellen Sie im BIOS/UEFI Ihre Bootreihenfolge so ein, dass zuerst von der Windows-Festplatte gebootet wird. Natürlich wird jetzt erst einmal direkt Windows gestartet und Sie können Ubuntu noch nicht auswählen. Im Windows angekommen, laden Sie sich zunächst EasyBCD herunter und installieren gleich im Anschluss die Freeware.

EasyBCD für Ubuntu konfigurieren

Starten Sie EasyBCD und konfigurieren Sie das Programm nach folgendem Muster:

  1. Wählen Sie das Menü „Neuen Eintrag hinzufügen“.
  2. Wechseln Sie auf den Reiter „Linux/BSD“.
  3. Unter „Typ“ wählen Sie ein Bootloader-Design. Sie müssen hier nicht zwingend GRUB verwenden.
  4. Unter „Laufwerk“ wählen Sie den Datenträger, auf dem sich Ubuntu befindet. Tipp: Die Option „Automatisch“ funktioniert in der Regel genauso, falls Sie sich nicht sicher sind.
  5. Bestätigen Sie mit „Eintrag hinzufügen“.
  6. Wählen Sie abschließend das Menü „Start-Menü bearbeiten“. Sie sollten nun sehen, dass Windows an erster Position steht und demnach auch automatisch gestartet wird, wenn Sie nicht manuell Ubuntu auswählen. In diesem Menü ist es des Weiteren möglich, die Anzeigedauer des Bootmanagers einzustellen.
  7. Bestätigen Sie mit „Einstellungen speichern“ und starten Sie Ihren Computer neu. Ab sofort wird der Windows Bootloader verwendet.

Hinweise: Die Installations-Datei, die Sie heruntergeladen haben, können Sie löschen. Um EasyBCD brauchen Sie sich von nun an nicht mehr zu kümmern.

Fazit

Ich esse seit 2011 aus Überzeugung kein Fleisch, was heutzutage wortlos hingenommen wird. Wenn andere Menschen jedoch mein uraltes Nokia-Handy sehen, mich darauf ansprechen und ich ihnen meine Überzeugungen zum Thema Smartphones darbiete, ja dann werde ich meistens genauso gefrotzelt, wie ich es mit Torsten und seinem Vater in diesem Artikel getan habe.

Zu eurer Information – ich trinke heiße Schokolade nur in Monaten, die ein R haben.

Cooper, Sheldon: The Big Bang Theory – Staffel 3.

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(Screenshots: EasyBCD 2.2 unter Windows 7)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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