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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: Passwortgenerator installieren – so geht’s

Sie möchten alle Ihre Onlinezugänge mit extrem sicheren Passwörtern schützen? Dann sollten Sie entweder besonders originell oder cleverer als die anderen Internetbenutzer sein. Falls Sie wie ich weder das eine noch das andere sind, können Sie alternativ auf einen Passwortgenerator zurückgreifen. Für Ubuntu gibt es zwei kostenlose Applikationen, mit denen Sie Passwörter erstellen können, die heutige Sicherheitsstandards vollstens erfüllen.

Bild von Passwortgenerator für UbuntuDoch gibt es überhaupt sichere Passwörter? Eigentlich nicht, denn jede Kombination lässt sich mit der Brute-Force-Methode knacken. Dafür sind allerdings sehr viele Versuche vonnöten, die einem die Betreiber der Online-Dienste nicht gestatten. Nach spätestens fünf falschen Eingaben ist Schluss und die IP-Adresse des Angreifers wird gesperrt. Ein Passwort ist also dann bereits sicher, wenn es ein real existierender Mensch mit fünf Versuchen nicht erraten kann.

Leider sind die meisten Passwörter tatsächlich noch Wörter, die sich in einem Lexikon oder Wörterbuch nachschlagen lassen. Ein großer Fehler, denn das perfekte Passwort sollte aus Minuskeln, Versalien und Ziffern bestehen. Falls Ihnen die Erstellung solcher sinnbefreiten Kombinationen schwerfällt, dann nutzen Sie einen Passwortgenerator für Ubuntu.

Ubuntu erstellt sichere Passwörter

Das beliebteste Linux-Programm zum Erstellen von sicheren Passwörtern nennt sich Pwgen und wird über ein Terminal-Fenster bedient.

sudo apt-get install pwgen

Gleich nach der Installation generiert Ihnen Pwgen unkompliziert Passwörter für alle Lebenslagen. Falls Sie beispielsweise eine achtstellige Chiffre benötigen, die mit allen Online-Diensten funktioniert, müssen Sie folgenden Befehl eingeben:

pwgen -s

Wie Sie dem nachfolgenden Bild entnehmen können, erscheint daraufhin eine komplexe Auswahlliste mit Passwörtern, welche die oben genannten Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Screenshot von Ubuntu Pwgen mit sicheren Passwörtern

Falls Sie für Ihr Passwort auch Sonderzeichen verwenden dürfen, dann ist dieser Befehl das Richtige für Sie:

pwgen -y

Auch in diesem Fall generiert Pwgen eine achtstellige Kombination.

Screenshot eines Ubuntu Passwortgenerators

Dies ist für lokale Anwendungen ohne Schutzmechanismus natürlich viel zu kurz. Ich denke dabei vor allem an einen Datenträger, der mit VeraCrypt verschlüsselt werden soll. Auch hier schafft Pwgen Abhilfe, indem Sie die gewünschten Stellen des Passworts einfach an den Befehl anhängen:

pwgen -s 10

Hinweis: Ein Passwort zum Entschlüsseln eines Mediums sollte aus mindestens 20 Zeichen bestehen.

Screenshot von zehnstelligem Passwort

Eine Auflistung aller Befehlsoptionen erhalten Sie mit:

pwgen --help

In meinen Augen ist Pwgen der perfekte Passwortgenerator. Auch die einfache Bedienung über die Konsole dürfte Linux-Neulinge nicht abschrecken.

Passwort erstellen lassen – die Zweite

Falls Sie trotzdem etwas Angst vor Terminal-Fenstern haben, gibt es für Ubuntu ebenfalls einen Passwortgenerator mit grafischer Benutzeroberfläche. Die Freeware heißt Revelation und ist generell ein vollwertiger Passwortmanager.

sudo apt-get install revelation

Unter Ubuntu 16.04 LTS nimmt die Installation lediglich 15 Megabyte Systemspeicher in Anspruch. Revelation lässt sich wie jede andere Software über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen und kommt völlig unscheinbar daher.

Screenshot von Revelation für Ubuntu 16.04 LTS

Nach dem Programmstart sollten Sie einmalig die Tastenkombination Strg + P drücken, um das generierte Passwort auch sehen zu können.

Wählen Sie als Nächstes den Reiter „Ansicht“ aus und klicken Sie im Anschluss auf den Menüpunkt „Passwort-Generator“.

Screenshot von Revelation Ubuntu Passwortgenerator

Daraufhin öffnet sich ein kleines Fenster, in diesem Sie zunächst die gewünschte Länge des Passworts angeben können. Gleich danach sollten Sie festlegen, ob Sie auch Sonderzeichen in Ihrem Passwort haben möchten.

  • Haben Sie alle Einstellungen erledigt? Dann klicken Sie auf „Generate“. Das dadurch erstellte Passwort lässt sich bequem mit der Maus aus dem Programmfenster kopieren.

Falls Sie feststellen, dass Sie doch lieber mit dem vergleichsweise winzigen Pwgen arbeiten, dann können Sie Revelation mit folgendem Befehl wieder restlos entfernen:

sudo apt-get remove revelation && sudo apt-get autoremove

Fazit: Wo lassen sich Passwörter speichern?

Es ist sehr schwer, die von Generatoren erstellten sicheren Passwörter im Gedächtnis zu behalten. Demzufolge ist es völlig legitim, wenn Sie sich eine Textdatei mit Ihren Zugangsdaten zu Online-Diensten anlegen. Doch wohin mit dieser hochsensiblen Datei?

Ich empfehle hierfür ein eigenes Verzeichnis, welches mit Cryptkeeper verschlüsselt wurde. Denn damit ist Ihre Passwortdatei nicht nur mit Cipher (Blowfish) gesichert, sondern auch für unautorisierte Benutzer unsichtbar.

Durch dieses Design ist der Ordner mehrfach geschützt. Ein unautorisierter Benutzer Ihres Computers weiß zunächst nicht, dass Sie über einen verschlüsselten Ordner verfügen.

Sascha: Ubuntu: Smarte Alternative zu VeraCrypt – Cryptkeeper. kilobyte.bplaced.net (04/2017).

Wussten Sie, dass auch heutzutage noch viel zu schwache Passwörter verwendet werden? Neben „123456“ und „ficken“ ist „p@ssw0rd“ immer noch sehr beliebt. Dieser Umstand hat auch etwas Gutes, denn sonst würden wir wohl nicht ständig die anzüglichen Selfies unserer geliebten Promis zu sehen bekommen.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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