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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: Partition /root nachträglich vergrößern – so geht’s

Gerade Anwender eines Dual-Boot-Systems stehen häufig vor dem Problem, dass die Partition, die Ubuntu zugeteilt wurde, mit der Zeit zu klein wird. Ist dies der Fall, können keine weiteren nativen Linux-Programme mehr installiert werden. Aber auch bei Ubuntu-Benutzern, die ihr System auf die nächste Version upgraden wollen, führt zu wenig freier Speicherplatz auf /root zu Fehlermeldungen.

Hi Kilobyte, weißt du wie man Speicherplatz auf der Partition mit dem Wurzelverzeichnis freigeben kann? […] Ich wollte mein Ubuntu 14.04 nach deiner Anleitung auf 16.04 upgraden und bekomme die Meldung: „Zu wenig freier Speicherplatz.“ […] Der Vorgang wird dann automatisch abgebrochen.

Trindoff, Rainer: Nachträglich Speicher vom Wurzelverzeichnis erhöhen – Frage/Kilobyte. E-Mail vom 28.04.2016.

Bild vom Vergrößern der Ubuntu-Partition /rootTatsächlich ist es unter Linux-Distributionen wie Ubuntu nachträglich möglich, die Partition /root zu vergrößern. Halten Sie sich dabei an gewisse Regeln, kommt es auch nicht zum Datenverlust¹ und Ihr Betriebssystem läuft genauso wie vorher weiter. Zwar handelt es sich beim Ändern der Partitionsgrößen um eine sehr tief greifende Operation, zwischenzeitlich lässt sich der Vorgang jedoch gänzlich mit einer leicht verständlichen grafischen Benutzeroberfläche vollziehen. In der folgenden Bildanleitung schildere ich Ihnen nun Schritt für Schritt, wie Sie rasch mehr Raum für Ihr Wurzelverzeichnis erzeugen.

Als Software verwende ich dafür GParted. Das kostenlose Werkzeug steht zum Download im Ubuntu Software-Center bereit. Ebenso ist eine Terminal-Installation mithilfe des Befehls sudo apt-get install gparted möglich.

  • Wichtig: Um die Partition /root zu vergrößern, darf diese nicht eingehängt sein. Falls Sie also mit einem Dual-Boot-System arbeiten, installieren Sie GParted für Windows und nehmen Sie die Operation von dort aus vor. Besser wäre es jedoch, wenn Sie sich eine Live-CD der Partitionierungssoftware brennen und die Einstellungen ohne laufendes Betriebssystem vornehmen.

Speicherplatz für /root organisieren

Screenshot von Ubuntu GParted Partitionsansicht

Auf der von mir konstruierten Illustration sehen Sie eine nicht ganz optimale Partitionsaufteilung einer Festplatte, auf der Ubuntu installiert ist. Die Partition /root (sdb2) verfügt lediglich über 1,88 Gigabyte freien Speicherplatz, obwohl der Datenträger noch genug unbeschriebene Fläche zur Verfügung hätte, die allerdings von /home (sdb3) beansprucht wird.

  • Im ersten Schritt geht es also darum, unpartitionierten Speicherplatz zu erhalten und dafür müssen Sie von /home etwas abzwicken.

Dazu klicken Sie die betreffende Partition mit der rechten Maustaste an. Im sich öffnenden Fenster bestätigen Sie Ihre Eingabe mit „Größe ändern/Verschieben“.

  • Im darauffolgenden Menü haben Sie dann die Möglichkeit, die Größe von /home neu zu bestimmen. In meinem Beispiel habe ich glatte acht Gigabyte freigegeben und demnach hinter „Neue Größe (MiB)“ 8192 Megabyte vom bestehenden Wert subtrahiert. Im Anschluss bestätigte ich die Konfiguration mit der Schaltfläche „Größe ändern/Verschieben“.

Wichtig: Alle Eingaben sind bisher nur simuliert². Erst wenn Sie das grüne Häkchen innerhalb von GParted anklicken, werden die einzelnen Operationen ausgeführt.

SWAP-Partition blockiert das Verschieben

Theoretisch stünde nun ausreichend neuer Speicherplatz zur Verfügung. Leider befindet sich dieser am Ende des Datenträgers. Vor und hinter der Partition /root hat sich nichts verändert.

  • Im zweiten Schritt dieser Anleitung zeige ich Ihnen, wie freier Raum direkt neben dem Wurzelverzeichnis entsteht.

Dafür ist es zunächst notwendig, die SWAP-Partition zu deaktivieren. Dies erreichen Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den besagten Bereich klicken und mit „Auslagerungsspeicher ausschalten“ bestätigen.

  • Löschen Sie direkt im Anschluss die Partition „extended / linux-swap“. Dadurch erreichen Sie, dass die beiden Blöcke /root und /home beweglich werden. Wichtig: Keine Angst, auf der SWAP-Partition sind keine Daten gespeichert, sie dient vor allem dem Ruhezustand.
  • Klicken Sie im nächsten Schritt wieder die vorher verkleinerte Partition (/home) mit der rechten Maustaste an. Bestätigen Sie die Eingabe mit „Größe ändern/Verschieben“ und ziehen Sie den grafisch dargestellten Block mit gedrückter linker Maustaste ganz nach rechts. Bestätigen Sie abschließend mit der Schaltfläche „Größe ändern/Verschieben“. Hinweis: Verändern Sie nicht wieder die Größe, sondern verschieben Sie den dargestellten Block als Ganzes.
  • Hinter /root ist in meinem Beispiel dadurch ein nicht zugeteilter Bereich entstanden, den ich gleich der Partition mithilfe des Menüs „Größe ändern/Verschieben“ hinzugefügt habe.

Wichtig: Damit Ihr System nach der Vergrößerung wieder problemlos funktioniert, sollte das Gesamtbild des Datenträgers nicht verändert werden. Es ist deshalb wichtig, die SWAP-Partition an die Stelle zurückzusetzen, an der sie vorher war.

Ich klickte aus diesem Grund den letzten freien grauen Bereich mit der rechten Maustaste an und bestätigte die Eingabe mit „Neu“. Daraufhin erstellte ich die zuvor gelöschte Partition „extended / linux-swap“ neu.

Ubuntu vergrößern – letzte Überprüfung

Screenshot von Ubuntu-Festplatte unter GParted

Vergleichen Sie den ersten statischen Screenshot mit diesem hier, werden Sie feststellen, dass sich am Anfang und Ende des Datenträgers nichts verändert hat. Somit stellte ich sicher, dass mein Ubuntu nach der Vergrößerung von /root problemlos gestartet werden konnte. Zusätzlich habe ich einen toten Bereich neu integrieren können.

  • Wenn Sie ähnlich zufrieden mit Ihrem Ergebnis sind, dann bestätigen Sie Ihre Eingaben mit dem grünen Häkchen.

Mögliche Fehlermeldungen von GParted und Tipps

Um /root zu vergrößern, wäre es natürlich die absolut sauberste Lösung Ubuntu einfach neu zu installieren. Wenn Sie das Ganze nachträglich mit GParted machen, da Sie zeitraubende Einrichtungsaufgaben nach der Frischinstallation vermeiden möchten, ist es manchmal wichtig, sich nicht durch Fehlermeldungen aus dem Konzept bringen zu lassen.

  • Eine GParted-Fehlermeldung, die bei der aufgezeigten Methode höchstwahrscheinlich wiederholt auftreten wird, teilt Ihnen mit, dass der Kernel nicht informiert werden konnte. Dieser Hinweis kann auch schon bei den Zwischenschritten des Öfteren aufploppen. Hierüber sollten Sie sich keine weiteren Gedanken machen und solange „Ignorieren“ klicken, bis GParted die übertragenen Aufgaben ausführt.
  • Generell empfehle ich die ²Simulation nicht nur am Ende, sondern auch nach den einzelnen Zwischenschritten auszuführen. Dadurch verhindern Sie Folgefehler.
  • Sollten Sie GParted auf Ihrem Erst- oder Zweitsystem gestartet haben, ist es zudem ratsam, die Freeware während des Verschiebevorgangs in Ruhe arbeiten zu lassen.
Fazit – meine Erfahrungen mit Partitionsänderungen

Bild von stylischer mechanischer FestplatteVorausgesetzt Ihr Ubuntu belegt alleine einen ganzen Datenträger traue ich jedem fortgeschrittenen PC-Anwender die Vergrößerung von /root mithilfe von GParted zu. Teilt sich die Linux-Distribution eine physikalische Festplatte mit einem anderen Betriebssystem, ist es ratsam, eine Neuinstallation vorzunehmen. Wobei das Ganze natürlich genauso funktionieren würde, der Schaden bei einem Datenverlust wäre nur größer.

Meine erste Vergrößerung von /root musste ich im Jahre 2009 bei einem Kunden mit Debian Lenny vornehmen. Das Ganze mit Konsolenbefehlen. Zwar hatte ich Backup-Images, es hätte jedoch Tage gedauert, bis diese wieder eingespielt gewesen wären, da es sich hauptsächlich um Datensätze von SQL-Datenbanken handelte. Dank GParted habe ich den Großteil der Befehlsketten bereits wieder vergessen dürfen.

Verwandte Themen:

Ubuntu 14.04 LTS auf 16.04 LTS upgraden – Anleitung
Festplatte in Ubuntu aufräumen

(Screenshots: GParted 0.25.0 & Ubuntu 16.04 LTS)

¹Verwendung der Anleitung geschieht auf eigene Gefahr. Sie riskieren im schlimmsten Fall den kompletten Datenverlust des Datenträgers.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Olaf sagt:

    Hi Sascha,
    Entertainment, Moneten und Liebe – das klingt sehr gut, was Du da schreibst! Ich habe seit Juli Xubuntu auf einem alten Rechner installiert, und quäle mich nun mit dem Erweitern der root-partition herum. Die Anleitung von Dir ist die beste, die ich dazu bisher fand – vielen Dank!!
    Ich probiere es gleich mal aus … vielleicht klappt es ja (diesmal)

    Moin aus Bremen
    Olaf

  • Sator sagt:

    Danke – hat mir auch geholfen, zwar *nur* in einer virtuellen Maschine, aber es lief problemlos durch. Vor allem der Hinweis, den Anfang und das Ende der HD nicht zu verändern, war wichtig.

  • Tolstoi sagt:

    Vielen Dank, deine Anleitung hat mir geholfen, meine viel zu kleine SWAP Datei mal eben zu vergrößern. Das hat super geklapppt. 🙂 Zwischendurch gabs zwar eine Warnung wegen Verschieben von Boot-Dateien, aber da du ja schriebst, dass in der SWAP Datei nichts drin ist, habe ich beherzt geklickt. Und siehe da: Alles läuft.

  • Lucas sagt:

    Klasse Anleitung, nachdem ich genau dieses Problem hatte! Es hat auch sehr gut funktioniert und ich hatte noch die EFI Partition dazwischen, welche ich etwas nach „rechts“ verschieben musste. Einziger minimaler Nachteil derzeit – das System bootet deutlich länger.

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