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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu mit USB-Stick installieren – Anleitung

Um Ubuntu als Betriebssystem zu installieren, haben Sie drei gängige Möglichkeiten. Neben dem klassischen Weg mithilfe einer selbst gebrannten DVD und der Netzwerkinstallation für Spezialisten gewinnt die Installation mit einem USB-Stick immer mehr an Bedeutung. Dies liegt vor allem daran, dass mobile Computer wie Netbooks aber auch Laptops immer seltener mit einem DVD-Laufwerk ausgestattet sind.

Bild von Ubuntu USB-SetupAber auch die Tatsache, dass alle zwei Jahre eine neue LTS-Vollversion von Ubuntu erscheint, macht die Installation mit einem USB-Stick interessant. Schließlich würden optische Datenspeicher mit alten Distributionen ohnehin nur im Müll landen. Schnell, praktisch, umweltfreundlich und immer aktuell – warum installieren dann nicht alle Benutzer ihr Betriebssystem mit einem elektrischen Wechseldatenträger?

Dies liegt vor allem daran, dass der Weg zum bootfähigen USB-Stick sehr steinig ist. Außerdem unterstützt nicht jedes Computersystem die Installation über einen USB-Port.

Bild von USB-Sticks von Verbatim für die Ubuntu Installation

Bevor Sie damit beginnen, einen gewöhnlichen USB-Stick zu einem Ubuntu-Installationsmedium zu machen, sollten Sie folgende Fragen mit Ja beantworten können:

  1. Besitzen Sie einen USB-Stick, der vier Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung stellt?
  2. Ist es Ihrem Mainboard möglich, von einem USB-Port zu booten?
  3. Haben Sie bereits ein Abbild einer aktuellen Ubuntu-Version kostenlos von Canonical heruntergeladen?

USB-Stick für die Installation vorbereiten

Starten Sie wie gewöhnlich Ihre Linux-Distribution und stecken Sie Ihren USB-Stick in einen freien Port. Tipp: Verwenden Sie falls vorhanden einen blau gefärbten USB 3.0 Anschluss. Die höhere Übertragungsrate dieser Anschlussart verkürzt die folgende Prozedur deutlich.

Screenshot von Ubuntu Dash-Startseite mit der Eingabe "Laufwerke"

Im ersten Schritt geht es darum, das zukünftige Installationsmedium korrekt zu formatieren. Navigieren Sie dazu über die Ubuntu Dash-Startseite in das Menü „Laufwerke“.

Screenshot von Ubuntu 16.04 LTS - Datenträger formatieren

Im Datenträgermenü angekommen markieren Sie zunächst den Eintrag für Ihren USB-Stick und klicken danach auf die kleine Schaltfläche mit den Zahnrädern. Wählen Sie im Anschluss den Punkt „Formatieren“ aus.

Daraufhin öffnet sich das Menüfenster „Datenträger formatieren“.  Konfigurieren Sie die bevorstehende Formatierung folgendermaßen:

  • Löschen: Vorhandene Daten mit Nullen überschreiben (Langsam).
  • Typ: Kompatibel mit allen Systemen und Geräten (FAT).
  • Name: Ubuntu Medium.

Bestätigen Sie Ihre Einstellungen mit einem Linksklick auf die Schaltfläche „Formatieren“.

Screenshot von USB-Stick unter Ubuntu 16.04 LTS mit W95 FAT32 (LBA) Partition

Nachdem die Formatierung abgeschlossen ist, verfügen Sie über einen bootfähigen USB-Stick mit einer W95 FAT32 Partition.

UNetbootin übernimmt den Datentransfer

Das von Ihnen heruntergeladene Ubuntu-Abbild ist eine ISO-Datei, die nun auf den USB-Stick kopiert und entpackt werden muss. Dafür empfehle ich die Freeware UNetbootin. Für die Installation dieser Applikation öffnen Sie zunächst einmal ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:gezakovacs/ppa

Fügen Sie direkt im Anschluss die PPA von UNetbootin Ihren Softwarequellen hinzu.

sudo apt-get update && sudo apt-get install unetbootin

Mithilfe dieser Befehlskette aktualisieren Sie zuerst Ihre Softwarequellen und starten gleich danach die Installation des Programms.

Ubuntu auf einen USB-Stick kopieren

Bevor Sie im nächsten Schritt UNetbootin über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen, sollten Sie noch einmal überprüfen, ob Ihr USB-Stick im System eingehängt ist.

Screenshot von UNetbootin: Ubuntu Installation mit Abbild

Denn nur dann weist die Freeware dem Wechseldatenträger gleich automatisch einen Laufwerksbuchstaben zu.

Sobald Sie die Eingabemaske von UNetbootin vor sich sehen, sind Sie nur noch vier Aktionen von Ihrem Installationsmedium in Stickform entfernt:

  1. Setzen Sie einen Haken bei „Abbild“.
  2. Wählen Sie rechts daneben „ISO“ aus.
  3. Navigieren Sie über die Schaltfläche mit den drei Pünktchen zu Ihrem heruntergeladenen Abbild. Markieren Sie danach die Ubuntu-Datei und fügen Sie diese über die Schaltfläche „Open“ in UNetbootin ein.
  4. Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit einem Linksklick auf die Schaltfläche „OK“.

Screenshot vom Kopieren des Ubuntu-Abbilds auf einen USB-Stick mithilfe von UNetbootin

Die Dateien werden daraufhin auf Ihren USB-Stick extrahiert. Dieser Vorgang nimmt einige Zeit in Anspruch. Brechen Sie den Prozess auf keinen Fall ab, auch wenn es manchmal so aussieht, als hätte sich Ihr Computer aufgehängt.

Sobald UNetbootin die Meldung „Installation Complete (Aktuell)“ ausgibt, ist Ihr Ubuntu-Installationsmedium einsatzbereit.

Wie wird Ubuntu mit einem USB-Stick installiert?

Ihr USB-Stick beinhaltet nun nicht nur alle Funktionen einer Ubuntu Live-CD, sondern verfügt zudem noch über einige UNetbootin Diagnosewerkzeuge.

Um die Linux-Distribution mithilfe eines elektrischen Wechseldatenträgers installieren zu können, führt Ihr erster Weg immer in das BIOS/UEFI des Computersystems.

Bild von Bootoptionen eines ASRock BIOS

In den Bootoptionen müssen Sie dafür sorge tragen, dass Ihr USB-Stick vom System auch als Erstes gebootet wird.

Erfahrung: Es kann sein, dass Ihr Flashspeicher nicht vom BIOS/UEFI erkannt wird, solange dieser an einem blauen USB 3.0 Anschluss steckt. Wechseln Sie dann einfach auf einen schwarzen USB 2.0 Anschluss, starten Sie Ihren Computer neu und konfigurieren Sie die Bootoptionen erneut.

Faktencheck: Wann Ubuntu mit USB-Stick installieren?

Was haben Kassettenrekorder, Diskettenlaufwerke und DVD-Laufwerke gemeinsam? Alles sind Liebhaberstücke, die vom Aussterben bedroht sind. Aktualisieren Sie also zukünftig Ihre Ubuntu-Version nicht nur via Terminal, sondern erneuern Sie auch regelmäßig mit nur wenigen Klicks und ohne Kosten Ihr elektrisches Installationsmedium.

Übrigens, jede Ubuntu-Version verfügt in den Bordmitteln über den sogenannten Startmedienersteller (Startup Disk Creator). Damit wäre es ebenso möglich, einen USB-Stick bootfähig zu machen.

Leider weiß ich aus beruflicher Erfahrung, dass sich USB-Sticks, die mit dem Startmedienersteller erzeugt wurden, oftmals nicht booten lassen. Vor allem ist dies bei preiswerten Netbooks der Fall, die mit einer Windows OEM-Version „infiziert“ wurden. Hingegen konnte ich Ubuntu-Installationsmedien, die ich mit UNetbootin erstellt hatte, bisher immer problemlos ausführen.

Verwandte Themen:

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(Screenshots: UNetbootin 625.1 unter Ubuntu 16.04.1 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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