Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Internet zu langsam - Bandbreite anzeigen lassen

Wis­sen Sie, wie viel Band­brei­te man als nor­ma­ler In­ter­net­be­nut­zer ei­gent­lich so braucht? Es ist viel we­ni­ger, als Sie mög­li­cher­wei­se ge­dacht ha­ben. Ich selbst bin re­la­tiv zu­frie­de­ner In­ter­net­kun­de von Vo­da­fone Ka­bel Deutsch­land und habe so­wohl be­ruf­lich als auch pri­vat ei­nen An­schluss mit ei­ner Down­load­ge­schwin­dig­keit von 100 Mbit/s. Zwar kom­men da­von in der Re­gel 26% we­ni­ger bei mir an, der Ver­lust könn­te je­doch noch weit grö­ßer sein, ohne dass ich es über­haupt mer­ken wür­de.

Die­se liegt bei mir un­ge­fähr bei 74 Mbit/s. Ich bin da­mit ein Pro­zent un­ter dem Durch­schnitt, den die In­itia­ti­ve Netz­qua­li­tät er­rech­ne­te.

Sa­scha: In­ter­net­ge­schwin­dig­keit mit Ubun­tu mes­sen. kilobyte.bplaced.net (04/2016).

Bild von Ubuntu BandbreiteDer Grund da­für ist das In­ter­net selbst, denn al­les muss auf den kleins­ten zeit­ge­mä­ßen Nen­ner op­ti­miert wer­den. Es wäre schön, wenn die­ser zu­min­dest ein Smart­pho­ne wäre, wel­ches via LTE (Long Term Evo­lu­ti­on) im In­ter­net surft. Mit die­ser Tech­nik sind in Bal­lungs­ge­bie­ten im­mer­hin Down­load­ge­schwin­dig­kei­ten um die 20 Mbit/s mög­lich.

Da­bei gebe ich zu be­den­ken, dass für eine IPTV-Übertragung in UHD mit ei­ner Auf­lö­sung von 3840 x 2160 Pi­xeln ein Down­stream von 15 Mbit/s be­reits aus­rei­chend ist. Die Rea­li­tät in der BRD sieht lei­der weit­aus düs­te­rer aus. Eine in­ter­na­tio­na­le Ver­gleichs­stu­die, die vom Clou­dan­bie­ter Aka­mai Tech­no­lo­gies fi­nan­ziert wur­de, of­fen­bar­te, dass Deut­sche im Jah­re 2014 durch­schnitt­lich über eine Down­loadra­te von 8,7 Mbit/s ver­füg­ten.

31. Ger­ma­ny 8.7 Avg. Mbps [...].

Bel­son, Da­vid: The Sta­te of the In­ter­net / Q3 2014. stateoftheinternet.com (04/2016).

Dem­entspre­chend sind Web­sei­ten heut­zu­ta­ge im­mer noch dar­auf be­dacht, nur klei­ne Bil­der zu ver­wen­den, um eine schnel­le La­de­zeit zu ge­währ­leis­ten. Selbst wenn Sie auf You­Tube ein Vi­deo in ei­ner Auf­lö­sung von 2560 x 1440 Pi­xeln mit 60 Bil­dern pro Se­kun­de an­se­hen, wer­den Sie viel­leicht dank des VP9-Codecs Ihre CPU et­was quä­len, je­doch kei­nes­falls die da­mals er­mit­tel­te deut­sche Durch­schnitts­band­brei­te aus­rei­zen. Doch wo­her wis­sen Sie, wie viel Band­brei­te Sie in die­sen Mo­ment ver­brau­chen und ob Ihr In­ter­net zu lang­sam ist?

Anzeige von verwendeter Bandbreite

Mit­hil­fe der Free­ware Indicator-Netspeed für Ubun­tu wird Ih­nen der Ver­brauch Ih­rer Band­brei­te in Echt­zeit kom­for­ta­bel in Ih­rer Tas­kleis­te an­ge­zeigt. Egal, ob Sie sta­tio­när oder mo­bil im In­ter­net sur­fen, Indicator-Netspeed zeigt Ih­nen zu­ver­läs­sig den Down­stream und den Upstream an.

Screenshot von Downstreamanzeige mithilfe von Netspeed unter Ubuntu

Da­mit kön­nen Sie fest­stel­len, ob Ihr In­ter­net­an­schluss für Ihre Ein­satz­zwe­cke aus­rei­chend oder ein Up­grade von­nö­ten ist. Au­ßer­dem bie­tet sich Ih­nen die Ge­le­gen­heit, fol­gen­de Va­ria­blen zu er­mit­teln:

  • Wie viel Band­brei­te be­an­sprucht Ubun­tu ohne die Ein­ga­be des Be­nut­zers? So­mit stel­len Sie fest, ob Soft­ware oder so­gar Spy­wa­re für ste­ti­gen Traf­fic sorgt.
  • Sind In­ter­net­diens­te be­grenzt? Der Upload auf You­Tube ist bei­spiels­wei­se auf 1 Mbit/s ge­de­ckelt. Glei­ches gilt, falls Sie über­prü­fen wol­len, wie schnell die Da­ten Ih­rer Web­sei­te von Be­su­chern her­un­ter­ge­la­den wer­den kön­nen. Mein An­bie­ter bpla­ced stellt für den Sei­ten­auf­bau le­dig­lich 5 Mbit/s zur Ver­fü­gung. Mit Indicator-Netspeed für Ubun­tu kann ich über­prü­fen, ob die­ses Ver­spre­chen ein­ge­hal­ten wird.

Screenshot von Netspeed unter Ubuntu 14.04 LTS

  • Ge­nügt Ihre Band­brei­te, um IPTV mit­hil­fe von AceStream und Co. in HD-Qualität zu ge­nie­ßen?

Indicator-Netspeed unter Ubuntu installieren

Die hilf­rei­che Ap­pli­ka­ti­on für Ihre Ubuntu-Taskleiste lässt sich an­ge­nehm über eine PPA im Terminal-Fenster in­stal­lie­ren. Ge­hen Sie da­für wie folgt vor:

  1. Öff­nen Sie ein Terminal-Fenster.
  2. Fü­gen Sie die Pa­ket­quel­le mit sudo add-apt-repository ppa:nilarimogard/webupd8 Ih­rem Sys­tem hin­zu.
  3. Ak­tua­li­sie­ren Sie Ihre Quel­len mit sudo apt-get update.
  4. Mit sudo apt-get install indicator-netspeed in­stal­lie­ren Sie das Über­wa­chungs­werk­zeug.

Hin­weis: Da­bei wird au­to­ma­tisch ein Ein­trag im Au­to­st­art er­zeugt. So­bald Sie nach er­folg­rei­cher In­stal­la­ti­on Ihr Ubun­tu neu star­ten, wird Indicator-Netspeed im­mer gleich mit dem Sys­tem­start ge­la­den.

Funktionsweise von Indicator-Netspeed und Alternativen

Das Ana­ly­se­werk­zeug ragt von nun an rechts oben in Ih­rer Tas­kleis­te und zeigt stan­dard­mä­ßig Ihre kom­plett be­an­spruch­te Band­brei­te (Down­stream + Upstream) an. Mit ei­nem Links­klick auf die­sen Wert öff­net sich ein klei­nes Menü, in die­sem Sie eine de­tail­lier­te An­zei­ge er­hal­ten.

Screenshot von Ubuntu Systemüberwachung - Reiter "Ressourcen"

Eine Al­ter­na­ti­ve zu Indicator-Netspeed ist in den Bord­mit­teln von Ubun­tu ent­hal­ten. Im Menü „Sys­tem­über­wa­chung”, wel­ches Sie über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen kön­nen, ist es im Rei­ter „Res­sour­cen” eben­falls mög­lich, die der­zeit in An­spruch ge­nom­me­ne Band­brei­te zu be­ob­ach­ten.

Faktencheck - Vorteile von Indicator-Netspeed im Überblick

Im Ver­gleich zum Ana­ly­se­tool aus den Bord­mit­teln war­tet Indicator-Netspeed mit fol­gen­den Vor­tei­len auf:

  • Stän­di­ge Kon­trol­le der ver­brauch­ten Band­brei­te in Echt­zeit.
  • Die An­zei­ge fügt sich un­auf­fäl­lig in die Tas­kleis­te ein.

Ne­ben der sehr ein­fa­chen In­stal­la­ti­on wer­den auch au­to­ma­tisch Up­dates für LTS-Versionen ab 12.04 re­gel­mä­ßig von ei­ner sehr zu­ver­läs­si­gen PPA ein­ge­spielt.

Fazit - langsames Internet trotz schneller Bandbreiten

Nach ei­ner Wo­che mit Indicator-Netspeed stell­te ich fest, dass für mich im Prin­zip auch ein Ka­bel­ta­rif mit 30 Mbit/s aus­rei­chen wür­de, wäre da nicht das Upload-Limit. Durch Fern­war­tung und out­ge­sourc­te Da­ten­si­che­run­gen sind die ma­ge­ren 6 Mbit/s in mei­nem der­zei­ti­gen Ta­rif oft­mals ein Hin­der­nis.

In 98% der Fäl­le liegt eine lang­sa­me In­ter­net­ver­bin­dung also nicht an Ih­rem An­schluss, son­dern an der In­fra­struk­tur selbst. Was vor al­lem zu Stoß­zei­ten an Sam­mel­plät­zen wie Face­book, Pin­te­rest und vor al­lem You­Tube be­merk­bar ist.

Die Grö­ße Ih­rer Band­brei­te spielt kei­ne Rol­le. Selbst wenn Sie über ei­nen VDSL-Anschluss ver­fü­gen, kön­nen Sie eine schlech­te Ver­bin­dung zu You­Tube ha­ben. [...] Wenn näm­lich bei­spiels­wei­se zeit­gleich eine Mil­lio­nen an­de­re User Ih­res Pro­vi­ders auf You­Tube zu­grei­fen liegt das Na­del­öhr ge­nau dort.

Sa­scha: You­Tube – war­um nur 360p? kilobyte.bplaced.net (04/2016).

Scha­de ist des­halb, dass die Te­le­kom Deutsch­land, im­mer noch größ­ter In­ter­net­pro­vi­der der BRD, nicht in den Aus­bau von Glas­fa­ser in­ves­tiert, um das kom­plet­te Netz zu ent­las­ten, son­dern mit­hil­fe von „Vec­to­ring” die al­ten Kup­fer­lei­tun­gen aus den 1960er Jah­ren up­graded.

Mit­hil­fe ei­ner neu­en Tech­no­lo­gie mit der Be­zeich­nung „Vec­to­ring” kann [die Te­le­kom] die al­ten Kup­fer­lei­tun­gen deut­lich be­schleu­ni­gen.

Heu­zeroth, Tho­mas: Der Kupfer-Schmu der Deut­schen Te­le­kom. welt.de (04/2016).

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(Screen­shots: Indicator-Netspeed un­ter Ubun­tu 14.04.4 LTS)

Mein Name ist Sa­scha, das In­ter­net und ich sind seit 1997 gute Freun­de. Es gibt mir En­ter­tain­ment, Mo­ne­ten und Lie­be, da­für gebe ich ihm seit 2009 viel­sei­ti­ge, mul­ti­me­dia­le An­lei­tun­gen auf den ver­schie­dens­ten Prä­sen­zen. Wäre ich nicht Web­wor­ker, wür­de ich wahr­schein­lich für die Ca­mor­ra das Heim­netz­werk auf De­bi­an um­stel­len und ver­wal­ten. Als Fa­mi­li­en­mensch lie­be ich näm­lich Süd­ita­li­en, das dor­ti­ge Es­sen und die spät­abend­li­chen Ar­beits­zei­ten.


Kategorie: Anleitung

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