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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu Installation: Festplatte richtig aufteilen – Anleitung

Wenn Sie eine Linux-Distribution wie Ubuntu oder Debian installieren, haben Sie bei der Installation zwei Möglichkeiten. Entweder Sie lassen die Systemfestplatte automatisch vom Installer aufteilen oder Sie machen dies manuell. In dieser Anleitung erfahren Sie zum einen wie Sie Ihre Festplatte bei der Installation richtig aufteilen und zum anderen welche enormen Vorteile dadurch langfristig entstehen.

Warum manuell aufteilen? – Überblick

Bild von Ubuntu SetupWenn Ubuntu die Aufteilung der Systemfestplatte automatisch übernimmt, wird Ihr Home-Verzeichnis auf derselben Partition wie das Wurzelverzeichnis (Dateien des Betriebssystems) angelegt. Sollte es einmal notwendig sein, Ihr beschädigtes Ubuntu neu zu installieren, sind alle Programme und Profile weg oder müssen vorher aufwendig gesichert werden. Außerdem legt Ubuntu eine SWAP-Partition an, die in ihrer Größe heutzutage nicht mehr angemessen ist.

  • Des Weiteren können Sie nicht bestimmen, in welches Master Boot Record der GRUB-Bootloader installiert wird. Dies ist bei Computern mit mehreren Systemdatenträgern äußerst schlecht.

Wichtigster Schritt der Ubuntu Installation

Bei der Installation von Ubuntu kommen Sie relativ früh an den Punkt an dem Sie entscheiden können, wer die Festplattenaufteilung vornehmen soll.

Screenshot von Ubuntu Installation "Etwas Anderes"

Wählen Sie hier den Menüpunkt „Etwas Anderes – Sie können selbst Partitionen anlegen, deren Größe ändern oder mehrere Partitionen für Ubuntu auswählen“ aus.

Löschen Sie nun alle Partitionen des Datenträgers, auf dem Ubuntu installiert werden soll. Am Ende sollten Sie nur noch die Datenträgerbezeichnung und den Eintrag „Freier Speicherplatz“ sehen.

Screenshot von Ubuntu Installationsart - "Neue Partitionstabelle"

Hinweis: Auf werksneuen Datenträgern müssen Sie zuallererst eine neue Partitionstabelle erstellen. Markieren Sie dazu die jeweilige Laufwerksbezeichnung und klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche „Neue Partitionstabelle“. Folgen Sie daraufhin dem sich öffnenden Menü so lange, bis der Punkt „Freier Speicherplatz“ erscheint.

  • Immer wenn Sie nun ein Stück Ihrer Festplatte zuteilen, markieren Sie zunächst „Freier Speicherplatz“ und klicken danach auf „Hinzufügen“.

Screenshot von Ubuntu Installation - Empfehlung für die Installationsart

  • Zuerst legen Sie Ihr Wurzelverzeichnis (Einhängepunkt /) an. Das Wurzelverzeichnis ist eine primäre Partition, die heutzutage im ext4-Format formatiert sein sollte. Die Position befindet sich immer am Anfang.
  • Danach wird die SWAP-Partition angelegt. In Zeiten, in denen Computer mit weit mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet sind, hat diese Partition nur noch einen Zweck; SWAP spart Strom, wenn Sie den Ruhemodus (Hibernate) benutzen. Die Daten werden dann nämlich nicht im Arbeitsspeicher gespeichert, sondern in die SWAP-Partition geschrieben.

Power-saving is a good reason to keep the swap partition.

justin-avril: Ubuntu 14.04.1 with no swap. ubuntuforums.org (10/2016).

  • Eine SWAP-Partition ist logisch. Sie befindet sich am Ende und hat kein Dateisystem.
  • Vergessen Sie außerdem die Boot-Partition (/boot) nicht. Auf dieser primären Partition befinden sich die Kernel, eine RAM-Disk und der Treiber für die Grafikkarte.

Die boot Partition beinhaltet den Kernel […] eine RAM-Disk […] und proprietäre Grafiktreiber wie NVIDIA.

Kruse, Thomas: Ubuntu boot partition voll. everflux.de (10/2016).

  • Das Anlegen dieser Partition ist optional. Wenn Sie alte Kernel nicht regelmäßig löschen bzw. allgemein ungern Ihre Systemfestplatte aufräumen, kann die Boot-Partition nämlich schnell voll werden. Ich lege jedoch immer eine Boot-Partition am Anfang des Datenträgers im ext4-Format an.
  • Ganz zum Schluss wird erst das Home-Verzeichnis (/home) angelegt.  Ich setze diese primäre Partition immer an das Ende und formatiere die Home-Partition wie alle anderen im ext4-Format.

Zu guter Letzt müssen Sie nur noch festlegen, auf welchem physikalischen Datenträger der Bootloader (GRUB) installiert werden soll. Wählen Sie am besten die Festplatte aus, die in Ihrem BIOS zuerst geladen wird.

Klicken Sie abschließend auf die Schaltfläche „Jetzt installieren“. Die restliche Installation ist Formsache und geht so gut wie automatisch.

Wie groß müssen die Partitionen für Ubuntu sein?

Nachdem Sie nun wissen, dass eine manuelle Installation vier Partitionen erfordert, geht es im Folgenden um die perfekte Größe der aufgeteilten Stücke. Der Konvent der Ubuntu Vergötzung, bestehend aus neun Teilnehmern, die mit der Linux-Distribution ihren Lebensunterhalt verdienen, haben das folgende allgemeingültige Ergebnis erarbeitet.

Kreisdiagramm für manuelle Festplattenaufteilung für Ubuntu (Kilobyte)

Die Diskussion lief unter der Annahme, dass ein zeitgemäßes Computersystem mit Ubuntu 16.04 LTS betrieben wird. Zudem sollte das Ergebnis in die Zukunft gerichtet, und auch für Debian sowie Linux Mint anwendbar sein.

  • Wurzelverzeichnis: Die erste Partition, die Sie bei der manuellen Installation von Ubuntu anlegen, sollte genau 50% des freien Speicherplatzes einnehmen.
  • SWAP-Partition: Die Auslagerungspartition ist eine Konstante, die 4096 Megabyte groß sein sollte.
  • Boot-Partition: Eine weitere unveränderliche Größe stellt mit ihren 700 Megabyte die Boot-Partition dar.
  • Home-Partition: Der restliche freie Speicher steht den Systembenutzern für ihre Applikationen frei.

Tests und Kontroversen zu den einzelnen Bereichen

Der Vorschlag, eine Boot-Partition mit 700 Megabyte zu installieren kam von mir. Er wurde nur knapp mit fünf zu vier Stimmen angenommen. Dies lag jedoch daran, dass manche Teilnehmer des Konvents den meisten Ubuntu-Benutzern nicht zutrauten, regelmäßig sudo apt-get autoremove auszuführen.

Besonders wurde um die richtige Größe der SWAP-Partition gekämpft. Einer der Teilnehmer behauptete, dass bei einem System mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher der Ruhezustand nicht mehr funktionieren würde, wenn die SWAP-Partition lediglich vier Gigabyte groß sei. Dies wurde während des Konvents teilweise widerlegt, da Ubuntu beim Gang in den Ruhezustand nur die tatsächliche Größe des benutzten Arbeitsspeichers auslagert.

Wir gingen jedoch davon aus, dass erfahrungsgemäß die allermeisten Benutzer „Suspend to RAM“ als Ruhemodus verwenden. Aufgrund dessen, dass Ubuntu dank Steam auch bei PC-Spielern immer beliebter wird, entschieden wir uns trotzdem mit sieben zu zwei Stimmen für eine Auslagerungspartition mit einer Größe von vier Gigabyte.

Langfristige Vorteile dieser Aufteilungsmethode
  1. Ihre installierten Programme und Profile sind separat vom Betriebssystem gespeichert und bei einem Systemausfall gesichert.
  2. Bei einer automatischen Installation würde Ubuntu die Größe Ihres Arbeitsspeichers automatisch als SWAP-Speicher reservieren. Sie sparen also Speicherplatz auf Ihrer Systemfestplatte.
  3. Durch das Anlegen einer Boot-Partition können Sie nicht nur Ihr Home-Verzeichnis, sondern auch das Wurzelverzeichnis verschlüsseln.
  4. Sie können zudem selbst festlegen, auf welcher Festplatte der GRUB-Bootloader installiert werden soll.

Mündige Linux-Anwender partitionieren ihren Systemdatenträger also selbst.

Fazit

Das aufgezeigte Aufteilungsschema funktioniert mit jedem Betriebssystem, welches auf Linux basiert. Im laufenden Betrieb werden Sie nicht merken, ob Ihr System automatisch oder manuell installiert wurde. Sollte jedoch einmal etwas nicht mehr richtig funktionieren oder möchten Sie etwas Grundlegendes ändern, werden Sie sich im Nachhinein ärgern, wenn alle Dateien auf derselben Partition sind.

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(Screenshots: Ubuntu 12.04 LTS Live CD)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


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