Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Fotocollagen erstellen – so einfach geht’s

Eine Fotocollage ist nichts weiter als eine originelle Bildmontage, die aus vielen kleinen Schnappschüssen besteht. Meist immer zu einem bestimmten Thema erstellt und über einen Fotodrucker ausgedruckt, hängen Fotocollagen in den Fluren deutscher Haushalte sowie gerne auch in den Eingangsbereichen von Dienstleistungsagenturen. Zudem dienen Collagen in der Netzwelt auch als kreatives Stilmittel für Bildanleitungen. Neben Webdiensten gibt es selbstverständlich auch Smartphoneapplikationen, die aus gespeicherten Fotos im Handumdrehen eine Fotocollage erstellen.

Bild von Ubuntu Fotocollagen

Dies hat zumeist den Nachteil, dass Sie dazu Ihre Bilddateien in eine Cloud laden müssen und somit nicht mehr wissen, was später einmal damit passiert. Um einfache Fotocollagen mit wenig Know-how lokal zu erstellen, können Sie als Ubuntu-Benutzer auf die Software PhotoCollage zurückgreifen. Mithilfe dieser Freeware erstellen Sie in nur vier Schritten strukturierte Collagen, die unmittelbar danach bereit für den Fotodrucker oder das Teilen in sozialen Netzwerken sind.

Schemenhafte Fotocollagen mit Ubuntu

Ich habe folgende Fotocollage aus sechs Bildern¹ mithilfe der Ubuntu-Software PhotoCollage erstellt. Zwei der sechs Bildkästchen sind etwas größer, zusätzlich wurden die einzelnen Illustrationen durch schwarze Balken voneinander getrennt.

Bild von Fotocollage mit FIMO Fußballern modelliert von DAoCFrEak (Fan Art)

Damit Sie ebenfalls kurzerhand solche klaren und ausdrucksstarken Fotocollagen erstellen können, müssen Sie PhotoCollage zunächst für Ubuntu installieren. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster.
  2. Fügen Sie eine neue PPA mithilfe des Befehls sudo add-apt-repository ppa:dhor/myway hinzu.
  3. Aktualisieren Sie Ihre Software-Quellen mit sudo apt-get update.
  4. Mit sudo apt-get install photocollage starten Sie die Installation der Applikation.
  5. Direkt im Anschluss finden Sie das Tool PhotoCollage über die Ubuntu Dash-Startseite.

Erste Fotocollage erstellen – Einstellungen

Sobald Sie die smarte Freeware gestartet haben, sollten Sie zunächst ein Format für Ihre Fotocollage auswählen.

Screenshot von Ubuntu PhotoCollage Einstellungsmenü

Das Einstellungsmenü erreichen Sie, indem Sie auf das Symbol mit dem Schraubenzieher und dem Schraubenschlüssel klicken.

  • Im Menü haben Sie entweder die Möglichkeit, selbst eine Pixelgröße anzugeben oder Sie suchen sich über die Schaltfläche hinter „Gelten eine Vorlage“ ein vorgefertigtes Bildformat (DIN A3, A4, etc.) heraus.
  • Außerdem haben Sie hier die Gelegenheit zu bestimmen, ob die Bilder Ihrer Fotocollage durch einen Rahmen abgetrennt werden sollen. Zudem können Sie die Breite und die Rahmenfarbe festlegen.

Screenshot vom Hinzufügen der Bilder in PhotoCollage

Nachdem Sie die Grundeinstellungen vorgenommen haben, können Sie direkt mit der Erstellung Ihrer Fotocollage beginnen.

  • Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche „Bilder hinzufügen“ und wählen Sie sämtliche Bilder Ihres Ordner-Archivs aus, die Sie in Ihrer Collage haben möchten.

Hinweis: PhotoCollage bietet ebenso die Option, einzelne Bilder nach und nach hinzuzufügen. Die Software ordnet die eingefügten Illustrationen danach selbstständig an.

Bilder in der Fotocollage neu anordnen

Natürlich müssen Sie die vorgeschlagene Darstellung nicht verwenden, sondern können Ihre Bilder im Raster frei verschieben.

Screenshot von Ubuntu PhotoCollage Bilder neu anordnen

Klicken Sie dazu ein Kästchen mit der linken Maustaste an und halten Sie die Taste gedrückt.

  • Wenn Sie nun das ausgewählte Bild in ein anderes Kästchen ziehen und anschließend die Maustaste wieder loslassen, haben Sie die beiden Abbildungen miteinander getauscht.
  • Um diese Arbeit zu automatisieren, klicken Sie einfach auf die Schaltfläche „Neue Anordnung“. PhotoCollage wird Ihnen daraufhin immer völlig neue Erscheinungsmuster präsentieren.

Sobald Sie mit Ihrer Fotocollage zufrieden sind, müssen Sie diese nur noch mithilfe der Schaltfläche „Poster abspeichern“ auf Ihrer Festplatte sichern. Direkt im Anschluss steht die Bilddatei zu Ihrer freien Verfügung.

Wichtig: Beim Abspeichern ist es erforderlich, nach dem Dateinamen auch das Bildformat anzugeben. PhotoCollage unterstützt die Standardformate JPG, PNG, GIF, BMP und TGA.

Fotocollagen mit Ubuntu – Faktencheck und Fazit

Die Vorteile von PhotoCollage im Überblick:

  1. Einer der schnellsten Wege, um eine strukturierte Fotocollage zu erstellen.
  2. Kein Internetzugang nötig, deshalb auch volle Datenkontrolle.
  3. Gepflegte PPA, über diese die Software automatisch aktualisiert und stetig weiterentwickelt wird.
  4. Gute Bildqualität des Endprodukts.
  5. Benutzermenü in deutscher Sprache.

Die Nachteile der Freeware liegen auf der Hand. Neben den sehr wenigen Einstellungsmöglichkeiten bietet PhotoCollage keine Optionen, um die Form der Collage zu ändern oder Filter und Effekte einzufügen. Außerdem kann es je nach Ausgangsformat sein, dass Bilder am Rand abgeschnitten werden.

Meiner Erfahrung nach ist PhotoCollage immer dann am besten, wenn die eigentlichen Bilder bereits vollständig bearbeitet wurden und bereit zum Glänzen sind. Dann ist es mit dieser Ubuntu-Software ein Leichtes, die schönen Bildnisse strukturiert in Reih und Glied zu bringen.

Verwandte Themen:

Ubuntu: Diashow erstellen – so geht’s
Videos unter Ubuntu schneiden – Anleitung

(Screenshots: PhotoCollage unter Kubuntu 16.04 LTS)
¹Bilder freundlicherweise bereitgestellt von DAoCFrEak.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*