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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu Festplatten automatisch mounten

Sie benutzen Ubuntu mit mehreren Festplatten und es ärgert Sie, dass Sie diese immer erst einhängen müssen? Besonders störend ist dies, wenn sich auf einer Festplatte ein im Netzwerk freigegebener Ordner befindet, auf den man erst zugreifen kann, wenn der Datenträger manuell gemountet wurde. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Ubuntu in Zukunft Festplatten automatisch mountet.

Warum Festplatten mounten?

Bild von einer Samsung FestplatteIn Linux und dessen Distributionen wird in der Regel beim Systemstart nur der Systemdatenträger automatisch gemountet. Warum das so ist, konnte ich auch nach längerer Recherche nicht befriedigend herausfinden. Es fällt wohl unter die Kategorie: „Es war schon immer so.“ Wer nun einen Ubuntu-Rechner beispielsweise als Fileserver benutzt und eine Ordnerfreigabe konfiguriert hat, muss nach jedem Systemstart darauf achten, dass die dazu passende Festplatte eingehängt ist.

Gleiches gilt, wenn der Ubuntu-Rechner von mehreren Benutzern bedient wird, die nicht alle Sudo-Rechte haben.

[…] schlimmer ist die Tatsache, daß immer, wenn meine Frau in ihren Benutzerzugang geht, sie überhaupt nicht an ein Laufwerk rankommt. Immer muß ich zuerst mich einloggen und die Laufwerke mit sudo aktivieren und dann nen Benutzerwechsel machen. Das ist dann schon lästig. V.a. weil ich ja nicht immer da bin.

Maigus: Festplatten automatisch einhängen. linuxmintusers.de (10/2014).

Ubuntu Datenträger automatisch mounten

Die Linux-Distribution Ubuntu bietet für dieses Problem eine grafische Lösung an.

  • Klicken Sie links oben auf die Ubuntu Dash-Startseite und geben Sie „Laufwerk“ ein. Es erscheint ein Symbol mit einer Festplatte. Klicken Sie auf das Symbol, gelangen Sie in die Ubuntu Laufwerksverwaltung.
  • Markieren Sie die Festplatte, die Sie nach einem Systemstart automatisch mounten lassen wollen. Auf der rechten Seite sehen Sie nun die Partitionierung des Datenträgers.
  • Klicken Sie in den großen mittleren Bereich „Dateisystem“ und weiter auf die zwei kleinen Zahnräder darunter. Es öffnet sich ein weiteres Menü.
  • Aktivieren Sie im Menü „Einhängoptionen“ den Menüpunkt „Beim Start einhängen“ und optional den Punkt „In der Benutzerschnittstelle anzeigen“.

Wichtig: Nachdem Sie die Häkchen gesetzt haben, muss der Regler hinter dem Menüpunkt „Optionen zum automatischen Einhängen“ auf „AN“ stehen.

Screenshot von Einhängeoptionen unter Ubuntu

Im Anschluss können Sie das Menü „Einhängeoptionen“ schließen. Wiederholen Sie die Schritte mit allen Datenträgern, die von nun an bei jedem Systemstart automatisch gemountet werden sollen. Einzelne Ordner können Sie mit dieser Methode jedoch nicht selbstständig einbinden lassen.

Nachteile des Auto-Mounts

Durch das automatische Einhängen werden die Festplatten natürlich gestartet. Der Verschleiß eines Datenträgers wird durch das Starten und Stoppen verstärkt, was sich an den S.M.A.R.T.-Werten auf die Dauer bemerkbar macht.

Der Energieverbrauch des Rechners steigert sich dadurch natürlich auch. Dieser Wert ist jedoch minimal. Als Desktop-Anweder sollten Sie deshalb auch nicht damit beginnen, gemountete Festplatten manuell oder per Script in den Schlafmodus zu schicken.

Ich weiß nicht ob das der Platte gut tut, wenn du ihr einfach den Saft abdrehst. Schließlich wird der Schreib-/Lesekopf beim Runterfahren in die Parkposition gefahren […]

Andy: 2. Festplatte manuell in Standby-Modus. winboard.org (10/2014).

Für einen Server mit einer hohen Betriebsdauer sieht das Ganze natürlich wieder anders aus. Hierfür ist hdparm das passende Tool für Sie. Eine gute Anleitung dafür gibt es hier.

Fazit

Auch wenn ich es ungern zugebe, in Sachen Laufwerk-Mounting und Energieverwaltungsoptionen ist Windows, durch seine vielen grafischen Einstellungsmöglichkeiten, Ubuntu weit voraus. Trotzdem sehe ich es als Fortschritt, dass das automatische Einhängen von Festplatten zwischenzeitlich auch grafisch konfigurierbar ist und nicht mehr über die Konsole geschehen muss.

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(Screenshots: Ubuntu 14.04.4 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Thomas sagt:

    Diesen Menüpunkt gibt es nicht in Ubuntu 12.04.
    Es kommen keine Zahnräder, wenn ich auf den großen Bereich klicke. Es geht kein Rechtsklick und kein Doppelklick. Es funktioniert so überhaupt nicht.
    Entweder stell ich mich total bescheuert an, oder es geht schlichtweg nicht.

    MfG.

    • Kilobyte sagt:

      Hallo Thomas, danke fürs Feedback! Ich habe es gerade mal mit einer Live-CD gecheckt und du hast völlig Recht. Mit der Standardbenutzer-Oberfläche Unity geht das automatische Einbinden erst ab Version 14.04 LTS.

  • Sascha sagt:

    Das automatische Einhängen klappt wunderbar (Ubuntu 16.04). Wenn ich jedoch z.B. Thunderbird starte, dessen Dateien auf einer eingehängten win10 NTFS Platte liegen, bricht das Programm immer ab. Wenn ich die HD erstmal per Maus aus der Taskleiste heraus öffne lässt sich TB problemlos starten. Wie kann ich das Problem beheben?

    • Helpdesk sagt:

      Hi, öffnest du Thunderbird auf der NTFS-Partition unter Ubuntu mit WINE oder wie? Ich stehe da gerade voll auf dem Schlauch. Falls ja, hör auf damit 🙂 Rufe deine E-Mails im Primärsystem (Win 10) mit POP3 ab und im Sekundärsystem (Ubuntu) mit IMAP. Somit kannst du unter Ubuntu ein natives Thunderbird für Linux verwenden. Hier stehen die Unterschiede.

      Zur Frage:

      Falls die oben aufgezeigte, grafische Methode nicht so richtig funktioniert, kannst du die Windows-Partition in die fstab eintragen. Damit wird das Mounten erzwungen. Dazu in eine Suchmaschine deines Vertrauens „NTFS automatisch mit fstab mounten“ eingeben.

  • Sascha sagt:

    Ich nutze Thunderbird nativ jeweils auf Windows und Linux, greife aber von beiden Installationen auf das TB Heimatverzeichnis auf einer NTFS-Platte zu. Danke für den FSTAB Tipp, ich schaue danach.

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