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Ubuntu: Eigene Bildschirmauflösung einstellen – so geht’s

Wenn Sie unter Ubuntu die Bildschirmauflösung ändern möchten, dann werden Ihnen einige Standardauflösungen vorgeschlagen. Falls in der Auswahlliste nicht das Richtige für Sie dabei ist, können Sie auch eine eigene Auflösung einstellen. Diese einmalige Konfiguration lässt sich selbst von Linux-Neulingen ohne Weiteres bewerkstelligen, wie ich Ihnen mithilfe der folgenden Bildanleitung beweise.

Picture of Ubuntu Custom Screen ResolutionZunächst sollten Sie jedoch wissen, dass Auflösungen nach oben hin begrenzt sind. Größte Bremse hierbei ist nicht wie oft angenommen die Grafikkarte, sondern die Anschlussart des Bildschirms. So kann ein Monitor mit einem betagten VGA-Anschluss beispielsweise nie mehr als 1920 x 1080 Pixel anzeigen. Nach unten sind Sie allerdings völlig frei. Warum stehen aber trotzdem manchmal nur einige wenige Bildschirmauflösungen zur Verfügung?

Dies liegt einzig daran, dass in der Firmware des Monitors nicht mehr Auflösungen einprogrammiert wurden. Um dieses Problem zu umschiffen, kann Ubuntu Ihrem Anzeigegerät allerdings ebenfalls sagen, wie es Ihren Desktop darstellen soll.

Ubuntu: Die richtige Auflösung fehlt

Bei einem Besuch im Menü „Anzeigegeräte“ stellte ich fest, dass mein Monitor standardmäßig nicht die Auflösung 1600 x 900 Pixel darstellen kann.

Screenshot: Eigene Bildschirmauflösung unter Ubuntu 16.04.2 LTS einstellen

Menü „Anzeigegeräte“ unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Um das zu ändern, öffnete ich zunächst einmal ein Terminal-Fenster. Ich musste daraufhin herausfinden, wie Ubuntu meinen Bildschirmanschluss benennt.

xrandr

Infolgedessen erfuhr ich, dass mein Monitor über HDMI-0 geführt wird.

Screenshot von Befehl: Wie ist der Bildschirm mit dem Computer verbunden?

Dies kann bei Ihnen auch anders sein. Auf jeden Fall müssen Sie sich diese Information merken, denn sie ist später noch von Bedeutung.

Neue Auflösung unter Ubuntu speichern

Als Nächstes fragte ich mein System, welche Koordinaten vonnöten sind, damit mein Monitor die Auflösung 1600 x 900 Pixel korrekt darstellen kann.

cvt 1600 900

Im Anschluss erhielt ich eine ganze Reihe von Daten, wovon jedoch nicht alle von Relevanz sind.

Screenshot von Ubuntu Konsole: Koordinaten für die Auflösung 1600 x 900 Pixel

Koordinaten für die Bildschirmauflösung ermitteln

Deshalb kopierte ich im nächsten Schritt nur die Koordinaten hinter „Modeline“ und baute mir mit diesen Daten folgenden neuen Befehl:

sudo xrandr --newmode "1600x900_60.00" 118.25 1600 1696 1856 2112 900 903 908 934 -hsync +vsync

Damit sagte ich Ubuntu, wie die Bildschirmauflösung 1600 x 900 Pixel richtig darzustellen ist.

Screenshot von Ubuntu-Befehl: Ermittelte Bildschirmkoordinaten im System speichern

Ermittelte Auflösungsdaten unter Ubuntu speichern

Zu guter Letzt musste ich Ubuntu noch anweisen, die hinterlegten Informationen an meinen Monitor weiterzugeben.

sudo xrandr --addmode HDMI-0 "1600x900_60.00"

Hinweis: Diesen Befehl müssen Sie gegebenenfalls mit Ihren ermittelten Anschlussdaten aus dem ersten Schritt anpassen.

Screenshot von Ubuntu-Befehl: Neue Auflösung für den Bildschirm verfügbar machen

Eigene Auflösung an den Bildschirm weiterreichen

Daraufhin navigierte ich erneut in das Menü „Anzeigegeräte“ um zu kontrollieren, ob meine Einstellungen erfolgreich waren. Wie Sie am folgenden Screenshot feststellen, konnte ich nun auf die Bildschirmauflösung 1600 x 900 Pixel zurückgreifen.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Anzeigegeräte"

Eigene Bildschirmauflösung ist im Menü „Anzeigegeräte“ verfügbar

Individuelle Bildschirmauflösung auf Dauer behalten

Bisher waren alle meine Konfigurationen temporär und galten nur für eine Sitzung. Damit ich auch in Zukunft die Auflösung 1600 x 900 Pixel im Ubuntu-Menü „Anzeigegeräte“ auswählen kann, musste ich noch eine Systemdatei ändern.

sudo nano ~/.profile

Dazu öffnete ich meine Profildatei zunächst über ein Terminal-Fenster mithilfe des Editors Nano. Gleich danach scrollte ich ganz nach unten und fügte folgende Einträge der Systemdatei hinzu:

cvt 1600 900
sudo xrandr --newmode "1600x900_60.00" 118.25 1600 1696 1856 2112 900 903 908 934 -hsync +vsync
sudo xrandr --addmode HDMI-0 "1600x900_60.00"

Wie Ihnen bestimmt aufgefallen ist, handelt es sich dabei um dieselben drei Befehle, die ich weiter oben bereits einzeln eingegeben habe.

Screenshot von Ubuntu-Systemdatei .profile, die mit Nano geöffnet wurde

Bildschirmauflösung dauerhaft in Systemdatei hinterlegen

Abschließend speicherte ich meine Eingaben mit der Tastenkombination Strg + O. Danach verließ ich den Editor mit Strg + X. Damit hatte ich meine eigene Bildschirmauflösung für alle Ewigkeit gespeichert.

Fazit: Bildschirmauflösung ist für die Sehkraft irrelevant

Seit Jahren lese ich, dass aufgrund dauerhafter Naharbeit immer mehr Menschen in der BRD an Kurzsichtigkeit leiden.

Einer Studie der Universität Mainz zufolge leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit (Myopie).

Mangler, Joachim: Ärzte warnen: Kurzsichtigkeit durch Smartphones. heise.de (05/2017).

Die Bildschirmauflösung hat darauf jedoch keinen Einfluss, einzig der falsche Kontrast, die falsche Helligkeit und unscharfe Schriftsymbolränder wirken negativ auf das Sehvermögen ein.

Falls Sie bei der PC-Arbeit Augenprobleme haben, dann empfehle ich Ihnen die 20-20-20 Regel. Ich stehe alle 20 Minuten von meinem Computer auf und sehe dann 20 Sekunden aus dem Fenster oder in mein Aquarium. Und damit Sie die nächste Augenpause nicht vergessen, sollte Ihr Ubuntu mit der Applikation Tea Time ausgestattet sein.

Wer alle 30 Minuten eine kurze Yogaübung einlegen möchte oder regelmäßig seinen Chef daran erinnern muss, dass dieser auch brav sein Antiepileptikum einnimmt, der sollte auf Tea Time zurückgreifen.

Sascha: Ubuntu: Zeitmesser einrichten – so geht’s. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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