Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Datei kann nicht gelöscht werden – Lösung

Ubuntu ist ein sehr fürsorgliches Betriebssystem, welches manche Dateien und Ordner partout nicht löschen möchte. Um stets alle Daten behalten zu dürfen, arbeitet die findige Linux-Distribution gerne mit verwirrenden Fehlermeldungen. So erhalten Sie als Benutzer beim endgültigen Löschvorgang oftmals den Hinweis, dass die von Ihnen ausgewählte Datei gar nicht existiert. Dabei können Sie das Dokumentensymbol nicht nur sehen, sondern sogar anklicken und markieren. Noch kreativer ist Ubuntu bei Ordnern. So behauptet das Betriebssystem manchmal frech, dass ein inhaltsloses Verzeichnis doch nicht leer ist und deshalb auf gar keinen Fall gelöscht werden kann.

Grüß Gott Kilobyte, ich habe ein Problem mit Ubuntu 16.04. […] Immer wenn ich mit der Tastenkombi Shift + Entfernen einen bestimmten Ordner löschen will, bekomme ich den Fehler „Directory not empty“, obwohl das Ding wirklich leer ist. […] In den Mülleimer lässt sich der Ordner verschieben, aber wenn ich den dann leeren will, kommt die gleiche Meldung wieder.

Kusmin, Alexander: Ubuntu „Directory not empty“, was soll das sein? E-Mail vom 13.08.2017.

Bild von Ubuntu Delete - Ordner kann nicht gelöscht werden: Das Verzeichnis ist nicht leerDiese gängige Fehlermeldung tritt meistens bei sogenannten Null-Byte-Dateien auf. Diese Überbleibsel entstehen vor allem dann, wenn ein Kopiervorgang aus diversen Gründen nicht vollständig abgeschlossen werden konnte. Auch Systemhausmeister wie Stacer oder Ubuntu Cleaner sind oftmals für diesen schwer löschbaren Datenschrott verantwortlich. Doch was tun Sie, wenn sich Ihr Ubuntu wie eine Glucke verhält, die selbst lahmende Küken vehement verteidigt? Sie greifen natürlich zum Schredder.

Dabei handelt es sich um einen gnadenlosen Konsolenbefehl, mit dem schon so mancher Ubuntu-Benutzer sein System nachhaltig beschädigt hat.

I got trolled and deleted everything in Home.

Dani: Restoring Deleted Home Folder Content. askubuntu.com (08/2017).

Ubuntu: Unlöschbare Dateien entfernen

Um Ihnen die korrekte Benutzung des Befehls zu veranschaulichen, habe ich damit einen schreibgeschützten Ordner von meinem System entfernt.

Screenshot von schreibgeschütztem Ubuntu-Ordner mit einem grauen Vorhängeschloss

Dazu öffnete ich zunächst ein Terminal-Fenster. Darin navigierte ich dann gleich darauf in mein Home-Verzeichnis, da sich dort mein unlöschbarer Ordner befand.

cd /home/kilobyte/

Als Nächstes baute ich mir einen Löschbefehl aus verschiedenen Elementen.

Screenshot eines Terminal-Fensters mit dem Befehl sudo rm -rf

Mit diesem Konsolenbefehl gab ich meiner Linux-Distribution folgende Anweisungen:

  • sudo: Ubuntu folge mir und sei mir untertan.
  • rm: Ich möchte etwas entfernen.
  • -r: Es soll rekursiv¹ gelöscht werden.
  • -f: Keine Gnade für Null-Byte-Dateien.

Dem Ganzen fügte ich abschließend noch den Namen meines schreibgeschützten Ordners hinzu. Hingegen wenn Sie dem Befehl ein Sternchen anfügen, dann löschen Sie alles in dem Verzeichnis, in dem Sie sich gerade befinden.

sudo rm -rf *

Hinweis: Dieser radikale Löschbefehl sollte für Sie das allerletzte Mittel sein. Ich verwende diese Kombination nur bei bösen Null-Byte-Dateien, schreibgeschützten Verzeichnissen und angeblich nicht existierenden Dokumenten.

Screenshot vom Ordner Deus vult, der den Plan zur Christianisierung des Morgenlandes enthält und sich deshalb unter Ubuntu nicht in den Papierkorb verschieben lässt

Auch Ordner, die sich aus mysteriösen Gründen nicht in den Papierkorb verschieben lassen, werden auf meinem System mit dem oben genannten Befehl exekutiert.

Ubuntu aufräumen mit Löschbefehl

Falls Sie ein besonders ordentlicher Ubuntu-Benutzer sind, dann könnten Sie den Löschbefehl auch dafür nutzen, um leere Ordner aus Ihrem Home-Verzeichnis zu entfernen. Dazu müssen Sie sich zunächst alle inhaltslosen Verzeichnisse mithilfe eines Terminal-Fensters anzeigen lassen.

find /home -type d -empty | sort -u

Sollten Sie daraufhin unnötigen Ballast lokalisieren, dann lässt sich dieser mit dem aufgezeigten Löschbefehl bequem beseitigen.

sudo rm -rf /home/*

Hinweis: Diese an sich unnötigen Aufräumarbeiten sollten nur von sehr erfahrenen Anwendern ausgeführt werden.

Screenshot eines Terminal-Fensters: Löschbefehl und Pfad zum Papierkorb

Ubuntu: Papierkorb mithilfe eines Löschbefehls leeren

Hingegen falls sich eine unlöschbare Datei bereits in Ihrem Papierkorb befindet, dann können Sie die Holzhammermethode jederzeit sorgenfrei anwenden.

sudo rm -rf /home/kilobyte/.local/share/Trash/files/*

Fazit: Löschen mit der Konsole – Empfehlung

Entfernen Sie Ordner und Dateien nur in absoluten Ausnahmesituationen mithilfe des aufgezeigten Löschbefehls. Überlegen Sie vor dem Drücken der Entertaste immer noch einmal, ob Sie sich auch im richtigen Verzeichnis befinden. Das gilt vor allem dann, wenn Sie mit Sternchen arbeiten. Denn was weg ist, ist weg.

Tipp: Ich persönlich verwende wie Herr Kusmin aus der obigen E-Mail die Tastenkombination Shift + Entfernen zum Löschen. Damit eliminieren Sie eine markierte Datei sofort, ohne dass diese zuvor in den Papierkorb verschoben wird.

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¹Beim rekursiven Löschen werden alle Unterverzeichnisse samt Inhalt ohne vorherige Nachfrage restlos entfernt.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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