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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: Automatische Aktualisierung aktivieren – ein Appell

Ehemalige Windows-Benutzer vernachlässigen oftmals die regelmäßige Installation der Ubuntu-Updates. Dies liegt daran, dass Microsoft-Betriebssysteme zumeist zusätzlich durch ein Antivirenprogramm in Echtzeit geschützt sind und es somit unter Windows nicht ganz so wichtig ist, zeitnah den neusten NSA-Exploit einzuspielen.

Eine Sicherheitsfirma hat einen Patch für Windows XP […] veröffentlicht, so dass der NSA-Exploit ESTEEMAUDIT auf dieser Betriebssystemplattform nicht mehr ausgenutzt werden kann.

Born, Günter: NSA ESTEEMAUDIT Exploit: Patch für Windows XP/Server 2003. borncity.com (05/2017).

Bild von Ubuntu automatisch auf dem neusten Stand haltenUnter Ubuntu ist dies allerdings nicht der Fall. Denn alles, was die Linux-Distribution sicher macht, wird ausschließlich über die offiziellen Update-Quellen bezogen. Um also dauerhaft auf ein geschütztes und äußerst stabiles Betriebssystem zurückgreifen zu können, sollten Sie in Erwägung ziehen, die automatische Aktualisierung zu aktivieren. Ubuntu bietet Ihnen dabei sogar die Möglichkeit selbst zu entscheiden, welche Updates sofort nach dem Erscheinen ohne Ihr Zutun installiert werden sollen. Folglich bleiben Sie stets Herr über Ihr Betriebssystem.

Ein Update besteht aus Modulen

Die Frequenz von Ubuntu-Updates ist deshalb so hoch, da die vielen Aktualisierungen weit mehr als nur Sicherheitspatches beinhalten.

Grafik: Aus was setzen sich Ubuntu-Updates zusammen? Module eines Aktualisierungspakets. Erstellt von Kilobyte - dem Gegenteil von Sascha Lobo

Bei einer vollständigen automatischen Aktualisierung nehmen bis zu sechs Update-Module im Hintergrund Änderungen an Ihrem Betriebssystem vor.

  • Software-Updates: Alle Programme, die Sie via APT oder PPA installiert haben, werden auf neue Versionen hin überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
  • Sicherheits-Updates: Wie ein Antivirenprogramm erneuert auch Ubuntu regelmäßig so etwas Ähnliches wie eine Virendefinitionsdatei. Außerdem werden hin und wieder Sicherheitslücken im System geschlossen.
  • Kernel-Updates: Im Gegensatz zu Windows müssen unter Linux-Distributionen keine Treiber installiert und manuell aktualisiert werden.
  • Backport-Updates: Auch proprietäre Software wie das AMD Catalyst Control Center ist Bestandteil der Update-Pakete.

Theoretisch könnten Sie zudem ebenfalls Software aus der neusten Testversion über die Aktualisierungsverwaltung beziehen. Dieser Auswahlpunkt ist für Anwender einer LTS-Version allerdings von Haus aus deaktiviert.

Wie Sie vielleicht wissen, wird jede Ubuntu-Version fünf Jahre lang kostenlos mit den oben genannten Updates versorgt. Wer nach Ablauf dieser Zeit weiter sein bisheriges Betriebssystem verwenden möchte, der kann gegen eine Gebühr die Update-Quelle ESM (Extended Security Maintenance) aktivieren und wird darüber zukünftig mit Aktualisierungen versorgt.

Following the end-of-life of Ubuntu 12.04 LTS, Canonical is offering Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance), which provides important security fixes for the kernel and the most essential user space packages in Ubuntu 12.04.

Canonical Ltd.: Introducing Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance). insights.ubuntu.com (05/2017).

Alle anderen Benutzer upgraden Ihr System auf eine aktuelle Version und haben danach wieder kostenlosen Zugriff auf die Update-Module.

Ubuntu automatisch aktualisieren – so geht’s

Ich empfehle allen meinen Besuchern, zumindest die Sicherheits-Updates für Ubuntu automatisch installieren zu lassen. Die Konfiguration hierfür ist dermaßen einfach, dass sie selbst von Linux-Neulingen ohne Weiteres vorgenommen werden kann.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Sicherheits-Updates unter Ubuntu 16.04.2 LTS automatisch installieren lassen

Navigieren Sie zunächst über die Ubuntu Dash-Startseite in das Menü „Anwendungen & Aktualisierungen“.

  • Wechseln Sie dort angekommen in den Reiter „Aktualisierungen“.
  • Wählen Sie daraufhin hinter „Wenn Sicherheitsaktualisierungen verfügbar sind“ den Punkt „Automatisch herunterladen und installieren“ aus.
  • Zu guter Letzt werden Sie dazu aufgefordert, die Änderung durch die Eingabe Ihres Administratorpassworts zu bestätigen.

Ab sofort sind Sie immer vor Viren, Trojanern und Co. geschützt, ohne dabei folgenden Update-Befehl eingeben zu müssen:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Möchten Sie, dass auch die anderen Update-Module automatisch aktualisiert werden? Dann öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Navigieren Sie im Anschluss in die Systemdatei des Aktualisierungsmenüs und aktivieren Sie dort die automatischen Updates.

Screenshot von Inhalt der Ubuntu-Systemdatei /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Dies erreichen Sie, indem Sie folgende Einträge mit einer 1 versehen:

  • Update-Package-Lists
  • Download-Upgradeable-Packages
  • Unattended-Upgrade

Tipp: Der Eintrag AutocleanInterval legt fest, ob Ubuntu nicht mehr gebrauchte Dateien automatisch löschen soll. Falls Sie also wie ich hinter dem Befehl die Ziffer 4 eingetragen haben, räumt Ihre Linux-Distribution alle vier Tage die Systemfestplatte auf.

Hinweis: Um Ihre Einträge im Editor Nano zu speichern, müssen Sie die Tastenkombination Strg + O drücken. Hingegen mit Strg + X verlassen Sie das Einstellungsmenü wieder.

Als Nächstes können Sie festlegen, welche der einzelnen Module sich selbstständig aktualisieren sollen.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades
Screenshot von Systemdatei 50unattended-upgrades unter Ubuntu 16.04 LTS

Systemdatei 50unattended-upgrades unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Entfernen Sie dazu einfach die beiden // vor dem jeweiligen Eintrag. Sollten Sie die Einstellungen von dem Screenshot übernehmen, dann haben Sie stets ein sicheres System mit aktuellen Applikationen.

Ganz zum Schluss müssen Sie nur noch bestimmen, wann die automatische Aktualisierung stattfinden soll.

Screenshot von 50unattended-upgrades: Wann soll die automatische Aktualisierung stattfinden

Soll die automatische Aktualisierung erst beim Herunterfahren stattfinden?

Scrollen Sie dafür in der Modulansicht etwas weiter nach unten zum Punkt Unattended-Upgrade::InstallOnShutdown.

  • Entfernen Sie auch hier zunächst die beiden // vor dem Eintrag.
  • Ändern Sie daraufhin das „true“ in „false“, wenn vorhandene Updates direkt nach dem Neustart des Systems installiert werden sollen.
  • Hingegen wenn Sie die Standardeinstellung belassen, wird die Linux-Distribution erst kurz vor dem Herunterfahren aktualisiert.

Nachdem Sie die Systemdatei gespeichert haben, wird Ubuntu gemäß Ihrer Einstellungen täglich automatisch aktualisiert.

Warum verwenden manche Menschen Ubuntu?

In meiner Umfrage mit mehr als 400 Teilnehmern gaben lediglich 11% an, dass Sie Ubuntu wegen des geringen Wartungsaufwandes nutzen.

Balkendiagramm von Umfrage: Warum nutzen Menschen Ubuntu? Durchgeführt vom Institut Kilobyte. Finanziert von George Soros. Ziel: Ubuntuisierung des Abendlandes

Das ist mir unverständlich, wo man doch unter Windows jeden Treiber und so gut wie jede Softwareaktualisierung einzeln von Hand installieren muss.

  • 23% wollen von Microsoft loskommen.

Damit sich diese Menschen langfristig für eine Linux-Distribution entscheiden, sind wir als Community gefragt. Es ist oftmals erschreckend, wie schlecht Hilfsbedürftige in den deutschsprachigen Ubuntu-Foren von den Experten behandelt werden.

  • Am 14. Januar 2020 endet der Supportzeitraum für Windows 7.

Ich gehe stark davon aus, dass damit eine riesige Flüchtlingslawine in andere Betriebssysteme lostritt. Das ist eine große Chance, um den Einfluss des europäischen Betriebssystems Ubuntu zu stärken. Dabei ist allerdings Ihre Hilfe vonnöten. Seien Sie stets offen für Fragen und behandeln Sie die Microsoft-Flüchtlinge nicht abfällig, sondern helfen Sie den verloren geglaubten Seelen in die Freiheit.

Herzlich willkommen in eurem Zuhause.

EUROPEENSSANSFRONTIERES: EURODAME, HELP! youtube.com (05/2017).

Hinweis: Je mehr Menschen Ubuntu verwenden, umso höher ist der Druck auf Softwarehersteller, Spieleschmieden und Hardwareproduzenten ihre Produkte auch für Linux anzubieten.

Bild von Appell: Ubuntu bedeutet Freiheit

Sollte jemand trotz Ihres Einsatzes mit Ubuntu unzufrieden sein, dann nehmen Sie das nicht persönlich. Bedenken Sie, dass nicht jeder mit der neu gewonnenen Freiheit umgehen kann.

Denn mit der Freiheit steht es wie mit den schweren und kräftigen Speisen oder mit den starken Weinen, die geeignet sind, die robusten Naturen, die an sie gewöhnt sind, zu nähren und zu stärken, während sie die Schwachen und Empfindlichen, die nicht für sie geschaffen sind, überwältigen, zugrunderichten und trunken machen.

Rousseau, Jean-Jacques: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen. Bibliografisch ergänzte Ausgabe. Stuttgart: Phillip Reclam jun. GmbH & Co. KG 2010.

Fazit: Warum setze ich auf Linux-Distributionen?

Der Computer ist mein Werkzeug und die Software soll nur machen, was ich ihr sage. Deshalb liebe ich persönlich Debian und kann jedem erfahreneren Ubuntu-Anwender nur empfehlen, zum Mutterschiff heimzukehren.

Im Jahre 2004 wagte ich mit Ubuntu den ersten Schritt in die Freiheit und Sie glauben nicht, wie oft ich die Linux-Distribution bereits abgeschrieben hatte. Zum Beispiel als mit Version 12.10 die Werbung in die Ubuntu Dash-Startseite kam, was zu Datenschutzproblematiken führte.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite hauptsächlich mit Amazon verknüpft und blendet passend zu den Suchergebnissen Werbung ein.

Sascha: Ubuntu und die Datensammelwut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Oder als mit Ubuntu 14.04 LTS die Benutzeroberfläche Unity 7.2 eingeführt wurde, die das Betriebssystem dermaßen verlangsamte, dass Anwender mit älteren Computern auf MATE oder KDE umsteigen mussten.

Bild: Canonical betreibt Entwicklung im Sinne des Users

Trotz alledem betreibe ich eine Webseite, die Ubuntu anpreist. Denn Canonical hat bewiesen, dass es stets im Sinne der Benutzer handelt, und hat alle begangenen Fehler wieder korrigiert.

Dabei scheut sich das Londoner Softwareunternehmen auch nicht, einen Entwicklungsschritt zurückzugehen und nach sieben Jahren wieder GNOME als Standardbenutzeroberfläche einzusetzen.

I’m writing to let you know that we will end our investment in Unity8, the phone and convergence shell. We will shift our default Ubuntu desktop back to GNOME for Ubuntu 18.04 LTS.

Shuttleworth, Mark: Growing Ubuntu for cloud and IoT, rather than phone and convergence. insights.ubuntu.com (05/2017).

Denn wie meine Umfrage beweist, die Menschen wollen doch nichts weiter als ein funktionelles und stabiles Betriebssystem.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Karl der Kleine sagt:

    Hallo Kilo Du sprichst mir aus der Seele. Windows 7 ist definitiv mein letztes System von Microsoft. Teste seit einem Jahr Ubuntu und verfolge Deine Webseite hier regelmäßig. Habe auch an der Umfrage teilgenommen.

    Zum Wartungsaufwand: Für Umsteiger wie mich sind es nicht nur die Updates, die unter Ubuntu neu sind. Da geht es auch um Druckerinstallation, emulieren von Windowsprogrammen etc. Das Ergebnis geht für mich deshalb völlig klar.

    Du brichst das zwar alles eh schon für „uns“ runter und schreibst nicht nur Befehle hin aber wenn man nur Windows gewohnt war, ist das eine große Umstellung, die Zeit braucht.

    So viel von mir, großes Lob, lg aus Bremen K. d. K.

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