Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu automatisch herunterfahren - Sleeptimer

Als Ju­gend­li­cher anno 1997 trai­nier­te ich mir un­glück­li­cher­wei­se an, zur Ha­rald Schmidt Show, die da­mals ge­gen 23.00 Uhr auf Sat.1 lief, ein­zu­schla­fen. Ich stell­te den Sleep­ti­mer mei­nes Fern­se­hers auf 90 Mi­nu­ten, schlief ein und ge­gen 00.30 Uhr schal­te­te sich das TV-Gerät au­to­ma­tisch aus. Im Jah­re 2015 ist das kom­plet­te Fern­seh­pro­gramm ein Fall für Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal und des­halb habe ich über­haupt kei­nen Fern­se­her mehr. Dank Video-on-Demand und pri­va­ter Ar­chi­ve wiegt mich mein Com­pu­ter in den Schlaf. Zu mei­nem Glück ist es mög­lich, dass Ubun­tu au­to­ma­tisch her­un­ter­fährt und wie das funk­tio­niert er­fah­ren Sie nun.

Sleeptimer in Ubuntu einstellen

Bild von Ubuntu SleeptimerDie Sleeptimer-Funktion ist in al­len Ubuntu-Derivaten (KDE/Mint) au­to­ma­tisch ent­hal­ten. Da­mit sich Ihr Ubun­tu je­doch von selbst her­un­ter­fährt, müs­sen Sie über Root-Rechte ver­fü­gen. Bei der Zeit bis zum Shut­down ha­ben Sie ver­schie­de­ne Op­tio­nen. Sie kön­nen Se­kun­den, Mi­nu­ten und so­gar eine fes­te Uhr­zeit be­stim­men. Da­durch eig­net sich die Sleeptimer-Funktion auch als Kin­der­si­che­rung, da­mit bei­spiels­wei­se der Schütz­ling nicht all­zu lan­ge on­line ist.

Wenn Sie also bei­spiels­wei­se möch­ten, dass Ubun­tu um 23.30 Uhr her­un­ter­fährt, ge­ben Sie fol­gen­den Be­fehl in ein Terminal-Fenster ein:

  • sudo shutdown 23:30

Die Uhr­zeit rich­tet sich da­bei an Ih­rer Sys­tem­uhr.

Wenn Sie mit ei­nem Com­pu­ter ge­ra­de et­was her­un­ter­la­den, weg müs­sen, den Down­load aber nicht ab­bre­chen wol­len, ist das Her­un­ter­fah­ren nach Mi­nu­ten sehr gut ge­eig­net. Für 10 Mi­nu­ten müs­sen Sie fol­gen­den Terminal-Befehl aus­füh­ren:

  • sudo shutdown +10 -h

Screenshot von Ubuntu Terminal sudo shutdown +10 -h

Wenn für Sie Zeit gleich Geld ist, für Sie jede Se­kun­de zählt und Sie des­halb oh­ne­hin nur in die­ser Ein­heit den­ken, kön­nen Sie Ubun­tu auch se­kun­den­ge­nau her­un­ter­fah­ren las­sen. Für 1337 Se­kun­den müss­ten Sie fol­gen­den Be­fehl ein­ge­ben:

  • sudo sleep 1337s; shutdown -h now

Ubuntu soll doch weiter in Betrieb bleiben

Wenn Sie nicht ein­schla­fen kön­nen und den Count­down be­en­den möch­ten, ge­hen Sie wie folgt vor:

  1. Schlie­ßen Sie das Terminal-Fenster in die­sem der Be­fehl läuft.
  2. Öff­nen Sie ein neu­es Terminal-Fenster.
  3. Be­en­den Sie das au­to­ma­ti­sche Her­un­ter­fah­ren mit sudo shutdown -c.

Wie Sie se­hen, hilft es nichts ein­fach das Terminal-Fenster zu schlie­ßen. Da­mit sind die­se Be­feh­le wirk­lich her­vor­ra­gend ge­eig­net, wenn Kin­der nur eine be­grenz­te Zeit am PC spie­len oder sur­fen sol­len.

Grafische Alternative zum Ubuntu-Shutdown

Auf­grund der ein­fa­chen Be­feh­le sind gra­fi­sche Shutdown-Tools ei­gent­lich to­tal un­sin­nig. Au­ßer Sie fah­ren bei­spiels­wei­se für 14 Tage in den Ur­laub, Ihr Com­pu­ter soll aber noch 7 Tage nach Bit­co­ins mi­nen. Wenn Sie Ihr Ubun­tu erst an ei­nem be­stimm­ten Da­tum au­to­ma­tisch her­un­ter­fah­ren las­sen möch­ten, emp­feh­le ich das Pro­gramm GShut­down.

Screenshot von GShutdown

Die­se prin­zi­pi­ell selbst­er­klä­ren­de Free­ware ist un­ter an­de­rem über Syn­ap­tic er­hält­lich. Sie se­hen also, es gibt eine Viel­zahl an Mög­lich­kei­ten Ih­ren Ubuntu-PC zu ei­ner ge­wünsch­ten Zeit, wie von Geis­ter­hand, her­un­ter­fah­ren zu las­sen. Soll­te es vor­kom­men, dass Ihr PC beim Her­un­ter­fah­ren hän­gen bleibt, müs­sen Sie in GRUB fol­gen­de Ein­trä­ge än­dern:

  • Öff­nen Sie die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei mit sudo gedit /etc/default/grub.
  • Än­dern Sie den Ein­trag: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=„quiet splash” in GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=„quiet acpi=force”.
  • Be­stä­ti­gen Sie mit sudo update-grub.
  • Ihr Com­pu­ter soll­te nun sau­ber her­un­ter­fah­ren.

Fazit

We­gen des feh­len­den Sleep­ti­mers müs­sen Sie nun nicht mehr an Ih­rem Fern­se­her und da­mit am Pro­gramm des Un­ter­schich­ten­fern­se­hens fest­hal­ten. Ich mag die­sen Be­griff über­haupt nicht, denn er trifft es nicht. Heu­ti­ges Fern­se­hen wird mei­ner Mei­nung nach für bil­dungs­fer­ne Bür­ger ge­macht, die durch­aus auch ein gut ge­füll­tes Kon­to ha­ben kön­nen. Lus­ti­ger­wei­se war es Ha­rald Schmidt, der die­ses Wort 2005 po­pu­lär mach­te, je­doch durch die Ko­ope­ra­ti­on sei­ner­zeit mit Oli­ver Po­cher und die da­mit ver­bun­de­ne Kon­zep­tän­de­rung auch ei­nen An­teil an der Ent­wick­lung hat­te.

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(Screen­shots: Ku­bun­tu 14.04.2 LTS & GShut­down)

Mein Name ist Sa­scha, das In­ter­net und ich sind seit 1997 gute Freun­de. Es gibt mir En­ter­tain­ment, Mo­ne­ten und Lie­be, da­für gebe ich ihm seit 2009 viel­sei­ti­ge, mul­ti­me­dia­le An­lei­tun­gen auf den ver­schie­dens­ten Prä­sen­zen. Wäre ich nicht Web­wor­ker, wür­de ich wahr­schein­lich für die Ca­mor­ra das Heim­netz­werk auf De­bi­an um­stel­len und ver­wal­ten. Als Fa­mi­li­en­mensch lie­be ich näm­lich Süd­ita­li­en, das dor­ti­ge Es­sen und die spät­abend­li­chen Ar­beits­zei­ten.


Kategorie: Anleitung
  • Benni sagt:

    Na­bend Kilo die Be­feh­le funk­tio­nie­ren ta­del­los dan­kö. Ich be­nut­ze die Funk­ti­on ab heu­te für mei­nen Ubun­tu Lap­top. In mei­nem WG Zim­mer habe ich kein Kabel/DVB-T etc. son­dern nur WLAN. Ich schaue des­halb im­mer Co­me­dy Cen­tral über Zat­too und penn dazu öf­ter ein und des­halb habe ich eine Lö­sung ge­sucht, da­mit der Lap­top nicht die gan­ze Nacht an ist. Grü­ße aus Bre­men.

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