Bild von FirmenlogoKilobyte ist ein Infoportal, für Webworker, Software Anleitungen und Internetliebhaber, verfügt über 213 Artikel aus den Themenbereichen Ubuntu Anleitungen, Hardware Anleitungen, Netzfragen, Open Source sowie Anleitungen für soziale Netzwerke. Dankeschön für 578 Kommentare und Ihren Besuch.

Anleitungen vom Webworker

Ubuntu automatisch herunterfahren – Sleeptimer

Als Jugendlicher anno 1997 trainierte ich mir unglücklicherweise an, zur Harald Schmidt Show, die damals gegen 23.00 Uhr auf Sat.1 lief, einzuschlafen. Ich stellte den Sleeptimer meines Fernsehers auf 90 Minuten, schlief ein und gegen 00.30 Uhr schaltete sich das TV-Gerät automatisch aus. Im Jahre 2015 ist das komplette Fernsehprogramm ein Fall für Amnesty International und deshalb habe ich überhaupt keinen Fernseher mehr. Dank Video-on-Demand und privater Archive wiegt mich mein Computer in den Schlaf. Zu meinem Glück ist es möglich, dass Ubuntu automatisch herunterfährt und wie das funktioniert erfahren Sie nun.

Sleeptimer in Ubuntu einstellen

Bild von Ubuntu SleeptimerDie Sleeptimer-Funktion ist in allen Ubuntu-Derivaten (KDE/Mint) automatisch enthalten. Damit sich Ihr Ubuntu jedoch von selbst herunterfährt, müssen Sie über Root-Rechte verfügen. Bei der Zeit bis zum Shutdown haben Sie verschiedene Optionen. Sie können Sekunden, Minuten und sogar eine feste Uhrzeit bestimmen. Dadurch eignet sich die Sleeptimer-Funktion auch als Kindersicherung, damit beispielsweise der Schützling nicht allzu lange online ist.

Wenn Sie also beispielsweise möchten, dass Ubuntu um 23.30 Uhr herunterfährt, geben Sie folgenden Befehl in ein Terminal-Fenster ein:

  • sudo shutdown 23:30

Die Uhrzeit richtet sich dabei an Ihrer Systemuhr.

Wenn Sie mit einem Computer gerade etwas herunterladen, weg müssen, den Download aber nicht abbrechen wollen, ist das Herunterfahren nach Minuten sehr gut geeignet. Für 10 Minuten müssen Sie folgenden Terminal-Befehl ausführen:

  • sudo shutdown +10 -h

Screenshot von Ubuntu Terminal sudo shutdown +10 -h

Wenn für Sie Zeit gleich Geld ist, für Sie jede Sekunde zählt und Sie deshalb ohnehin nur in dieser Einheit denken, können Sie Ubuntu auch sekundengenau herunterfahren lassen. Für 1337 Sekunden müssten Sie folgenden Befehl eingeben:

  • sudo sleep 1337s; shutdown -h now

Ubuntu soll doch weiter in Betrieb bleiben

Wenn Sie nicht einschlafen können und den Countdown beenden möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Schließen Sie das Terminal-Fenster in diesem der Befehl läuft.
  2. Öffnen Sie ein neues Terminal-Fenster.
  3. Beenden Sie das automatische Herunterfahren mit sudo shutdown -c.

Wie Sie sehen, hilft es nichts einfach das Terminal-Fenster zu schließen. Damit sind diese Befehle wirklich hervorragend geeignet, wenn Kinder nur eine begrenzte Zeit am PC spielen oder surfen sollen.

Grafische Alternative zum Ubuntu-Shutdown

Aufgrund der einfachen Befehle sind grafische Shutdown-Tools eigentlich total unsinnig. Außer Sie fahren beispielsweise für 14 Tage in den Urlaub, Ihr Computer soll aber noch 7 Tage nach Bitcoins minen. Wenn Sie Ihr Ubuntu erst an einem bestimmten Datum automatisch herunterfahren lassen möchten, empfehle ich das Programm GShutdown.

Screenshot von GShutdown

Diese prinzipiell selbsterklärende Freeware ist unter anderem über Synaptic erhältlich. Sie sehen also, es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten Ihren Ubuntu-PC zu einer gewünschten Zeit, wie von Geisterhand, herunterfahren zu lassen. Sollte es vorkommen, dass Ihr PC beim Herunterfahren hängen bleibt, müssen Sie in GRUB folgende Einträge ändern:

  • Öffnen Sie die Konfigurationsdatei mit sudo gedit /etc/default/grub.
  • Ändern Sie den Eintrag: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=“quiet splash“ in GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=“quiet acpi=force“.
  • Bestätigen Sie mit sudo update-grub.
  • Ihr Computer sollte nun sauber herunterfahren.

Fazit

Wegen des fehlenden Sleeptimers müssen Sie nun nicht mehr an Ihrem Fernseher und damit am Programm des Unterschichtenfernsehens festhalten. Ich mag diesen Begriff überhaupt nicht, denn er trifft es nicht. Heutiges Fernsehen wird meiner Meinung nach für bildungsferne Bürger gemacht, die durchaus auch ein gut gefülltes Konto haben können. Lustigerweise war es Harald Schmidt, der dieses Wort 2005 populär machte, jedoch durch die Kooperation seinerzeit mit Oliver Pocher und die damit verbundene Konzeptänderung auch einen Anteil an der Entwicklung hatte.

Verwandte Themen:

Bestes Ubuntu 2015 – Meinung
Spiele für Ubuntu

(Screenshots: Kubuntu 14.04.2 LTS & GShutdown)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Benni sagt:

    Nabend Kilo die Befehle funktionieren tadellos dankö. Ich benutze die Funktion ab heute für meinen Ubuntu Laptop. In meinem WG Zimmer habe ich kein Kabel/DVB-T etc. sondern nur WLAN. Ich schaue deshalb immer Comedy Central über Zattoo und penn dazu öfter ein und deshalb habe ich eine Lösung gesucht, damit der Laptop nicht die ganze Nacht an ist. Grüße aus Bremen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*