Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Twitter ohne Browser - Corebird via PPA installieren

Das Ver­trau­en in die Pres­se ist da­hin. Die­se The­se wird durch eine Le­ser­um­fra­ge¹ des Münch­ner Mer­kur un­ter­mau­ert in der rund 80% der Ab­stim­men­den an­ga­ben, dass sie un­zu­frie­den mit den bun­des­deut­schen Zei­tun­gen sind. So­lan­ge die Re­dak­ti­ons­lei­ter streng auf eine grün-rote² Team­hy­gie­ne ach­ten, wird das Miss­trau­en ge­gen­über den Leit­me­di­en wei­ter wach­sen. Zum Glück gibt es Twit­ter. Denn über den ame­ri­ka­ni­schen Mi­kro­blog­ging­dienst er­fah­ren recht­schaf­fe­ne Bür­ger un­ge­fil­tert, auf wel­chen nordrhein-westfälischen Weih­nachts­märk­ten ge­ra­de be­son­ders vie­le An­tän­zer un­ter­wegs sind. Auch Steu­er­schuld­ner wer­den über Twit­ter zu­erst dar­über in­for­miert, wenn der Rö­mer An­to­nio Ta­ja­ni wie­der neue Mil­li­ar­den für den EU-Moloch be­nö­tigt. Und selbst ein­fäl­ti­ge Bou­le­vard­lieb­ha­ber wie ich wis­sen dank der Zwit­scher­platt­form stets, wie es He­le­ne Fi­scher geht und wel­ches Hollywood-Sternchen schon ein­mal ver­ge­wal­tig­t³ wur­de.

Bild von Corebird für Ubuntu. Installationsanleitung von Kilobyte, dem Nafri-König vom EbertplatzNa­tür­lich kom­men­tie­re ich die Nach­rich­ten auf Twit­ter auch gleich, um den Ho­ri­zont der an­de­ren Le­ser zu er­wei­tern. Da­bei wa­ren man­che mei­ner Bei­trä­ge oft­mals schon so qua­li­fi­ziert, dass ich dar­auf­hin Job­an­ge­bo­te er­hielt. Be­son­ders ger­ne wür­de mich eine in­ter­na­tio­nal agie­ren­de Agen­tur nach Sankt Pe­ters­burg ho­len, da­mit ich dort eine neue Troll­fa­bri­k⁴ lei­te. Doch lei­der läuft Corebird nicht auf dem rus­si­schen Re­ac­tOS, so­dass ich die reiz­vol­le Of­fer­te ab­leh­nen muss­te. Schließ­lich bin ich auf den frei­en Twitter-Client an­ge­wie­sen, da ich sonst nicht mehr so schnell und fun­diert zwit­schern kann.

Corebird ist eine Ap­pli­ka­ti­on für Ubun­tu, die aut­ar­kes Twit­tern ohne Brow­ser mög­lich macht. Da­bei ist die leis­tungs­fä­hi­ge Free­ware so über­sicht­lich und funk­tio­nell, dass sie zum Stan­dard­re­per­toire ei­nes je­den Twitter-Fans ge­hö­ren soll­te.

Leaked Tweet by James Alefantis to John Podesta: He is offering a Walnut Cheese Pizza made by Eddie Heath. Anonymous WikiLeaks FBI-Document

Tweet er­stel­len mit Corebird 1.7.3 un­ter Ubun­tu 17.10 - Bild an­hän­gen ist kein Pro­blem

Die in­tui­ti­ve Be­nut­zer­ober­flä­che von Corebird wur­de mit dem frei­en GUI-Toolkit GTK+ ent­wi­ckelt, wes­halb der Twitter-Client pro­blem­los mit al­len gän­gi­gen Ubuntu-Derivaten funk­tio­niert. Selbst die auf Qt ba­sie­ren­de Desktop-Umgebung KDE Plas­ma kann die Ap­pli­ka­ti­on ab Ku­bun­tu 16.04 LTS feh­ler­frei dar­stel­len.

Corebird via PPA installieren - so geht’s

Be­vor Sie mit dem brow­ser­frei­en Zwit­schern los­le­gen kön­nen, müs­sen Sie Corebird na­tür­lich erst ein­mal in­stal­lie­ren. Da­für emp­feh­le ich die kom­for­ta­ble PPA-Methode, da Sie da­durch im­mer gleich die Ver­si­on er­hal­ten, die per­fekt zu Ih­rem Be­triebs­sys­tem passt. Öff­nen Sie also zu­nächst ein neu­es Terminal-Fenster und fü­gen Sie Ih­rer Linux-Distribution an­schlie­ßend die fol­gen­de PPA hin­zu:

sudo add-apt-repository ppa:ubuntuhandbook1/corebird

Ak­tua­li­sie­ren Sie im nächs­ten Schritt Ihre Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get update

Dar­auf­hin kön­nen Sie die In­stal­la­ti­on von Corebird star­ten.

sudo apt-get install corebird

Hin­weis: Ab so­fort er­hal­ten Sie neue Pro­gramm­ver­sio­nen au­to­ma­tisch zu­sam­men mit den an­de­ren Ubuntu-Updates.

Die ersten Schritte zum ersten Tweet

Nach­dem Sie Corebird das ers­te Mal über das Ubun­tu Aktivitäten-Menü ge­star­tet ha­ben, wer­den Sie dazu auf­ge­for­dert, Ihr Twitter-Konto ein­ma­lig mit der Ap­pli­ka­ti­on zu ver­knüp­fen. Da­für be­nö­ti­gen Sie ei­nen PIN-Code, den Sie di­rekt über das Start­fens­ter an­for­dern kön­nen.

Screenshot von erstem Corebird-Fenster "Neuer Account". Die Verknüpfung mit dem Twitter-Konto erfordert einen PIN-Code

Hin­weis: Um ei­nen in­di­vi­du­el­len Code zu ge­ne­rie­ren, müs­sen Sie sich le­dig­lich ein­mal in Ihr Twitter-Konto ein­log­gen, nach­dem Corebird die Login-Seite auf­ge­ru­fen hat.

Screenshot von Corebird 1.7.3 unter Ubuntu 17.10. #Antifa ist ein Hashtag für Menschen, die als Kind systematisch missbraucht wurden und Twitter als Ventil benutzen

Corebird 1.7.3 un­ter Ubun­tu 17.10 - Tweets von abon­nier­ten Kon­ten

So­bald Sie die ein­ma­li­ge Konto-Verknüpfung ab­ge­schlos­sen ha­ben, se­hen Sie so­fort die ak­tu­ells­ten Tweets Ih­rer Abon­ne­ments. Von nun an müs­sen Sie sich nie wie­der mit Ih­ren Be­nut­zer­da­ten ein­log­gen, son­dern wer­den di­rekt nach dem Pro­gramm­start zu den neus­ten Nach­rich­ten wei­ter­ge­lei­tet.

Corebird komfortabel nutzen - Tipps

Sie möch­ten bei je­dem neu­en Tweet gra­fisch be­nach­rich­tigt wer­den? Dann müs­sen Sie den Twitter-Client wei­ter per­so­na­li­sie­ren. Na­vi­gie­ren Sie hier­für über das wei­ße Zahn­räd­chen in das Ein­stel­lungs­me­nü.

Screenshot vom Corebird Einstellungsmenü: Benachrichtigung bei neuen Tweets aktivieren

Wech­seln Sie im nächs­ten Schritt in den Rei­ter „Be­nach­rich­ti­gun­gen” und über­prü­fen Sie an­schlie­ßend, ob die bei­den grau­en Schie­be­reg­ler auf „AN” ste­hen. Zu gu­ter Letzt müs­sen Sie nur noch das Dropdown-Menü ne­ben dem Punkt „Bei neu­en Tweets” auf „Je­der” stel­len und schon ent­ge­hen Ih­nen ga­ran­tiert kei­ne Nach­rich­ten mehr.

Ne­ben Twit­ter kämp­fe ich mich auch täg­lich durch un­zäh­li­ge RSS-Feeds, die ich mit dem Mo­zil­la Thun­der­bird ab­ru­fe. Das lenkt mich hin und wie­der so ab, dass ich dann ver­ges­se, an­de­re wich­ti­ge Pro­gram­me nach dem Sys­tem­start zu öff­nen.

Screenshot von Ubuntu mit Gnome-Desktop: Corebird in das Autostartmenü laden - Befehle von Kilobyte, dem größten Schlauchbootverleiher Nordafrikas

Aus die­sem Grund las­se ich Corebird gleich zu­sam­men mit Ubun­tu star­ten. Um die­se Ein­stel­lung vor­zu­neh­men, na­vi­gier­te ich in das Sys­tem­me­nü „Start­pro­gram­me”. Dort an­ge­kom­men klick­te ich auf die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen” und füll­te dar­auf­hin die drei lee­ren Zei­len fol­gen­der­ma­ßen aus:

  • Name: Corebird
  • Be­fehl: /usr/bin/corebird
  • Kom­men­tar: Twit­ter Ap­pli­ka­ti­on

Als ich mei­ne Ein­ga­ben ab­schlie­ßend über die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen” be­stä­tigt hat­te, muss­te ich mich nie wie­der um die Twitter-Software küm­mern.

Faktencheck: Die Vorteile von Corebird im Überblick

Wenn Sie sich mit Corebird brow­ser­frei auf Twit­ter be­we­gen möch­ten, dann be­nö­ti­gen Sie vor al­lem Ar­beits­spei­cher. Im­mer­hin be­legt die Ap­pli­ka­ti­on al­lei­ne im pas­si­ven Zu­stand gut und ger­ne 135 Me­ga­byte.

Screenshot von Ubuntu 17.10 Systemprozessen. Corebird belegt 135,7 Megabyte Arbeitsspeicher

Durch den gro­ßen Spei­cher­hun­ger kann es vor al­lem wäh­rend des Ab­spie­lens ei­nes Web­vi­de­os vor­kom­men, dass der aut­ar­ke Twitter-Client leis­tungs­schwa­che Sys­te­me kurz­zei­tig ein­frie­ren lässt.

Screenshot von Corebird 1.7.3: Video eines falschen Propheten, der in der Bremer Masjidu-I-Furqan Moschee die Takfir-Ideologie predigt

Auf Twit­ter ge­teil­te Vi­de­os kön­nen mit Corebird 1.7.3 di­rekt ab­ge­spielt wer­den

Falls Ihr Com­pu­ter über aus­rei­chend Ar­beits­spei­cher ver­fügt, dann er­hal­ten Sie mit Corebird eine deutsch­spra­chi­ge Ap­pli­ka­ti­on, mit der Sie ohne Web­brow­ser twit­tern kön­nen.

  • Dank der re­nom­mier­ten Software-Quelle funk­tio­niert das Pro­gramm auch un­ter Ubuntu-Testversionen. Au­ßer­dem er­hal­ten Sie über die PPA au­to­ma­tisch alle nö­ti­gen Hilfs­pa­ke­te, so­dass Sie den Twitter-Client mit je­der Be­nut­zer­ober­flä­che be­trei­ben kön­nen.

Mir per­sön­lich ge­fällt an Corebird be­son­ders das form­voll­ende­te Smartphone-Design, wel­ches sich bis­her nie ge­än­dert hat. So­mit konn­te ich stets un­be­schwert an mei­ner zu­künf­ti­gen Kar­rie­re als Troll­fa­brik­di­rek­tor fei­len, wäh­rend­des­sen die an­de­ren Be­nut­zer sich stän­dig an neue Twitter-Webseiten-Layouts ge­wöh­nen muss­ten.

Ver­wand­te The­men:

Eine Wet­ter An­zei­ge für alle Ubuntu-Derivate - Gis-Weather
Un­ter Ubun­tu schnell die Sys­tem­in­for­ma­tio­nen an­zei­gen las­sen

¹St­u­ken­brok, Ste­fan: „Lü­gen­pres­se“ – füh­len Sie sich von den Zei­tun­gen rich­tig in­for­miert? Dis­ku­tie­ren Sie mit! merkur.de (11/2017).
²Wer­ner, Frank-Bernhard: In­ter­view mit Hel­mut Mark­wort: Das kann die De­mo­kra­tie ge­fähr­den. tichyseinblick.de (11/2017).
³#MeToo-Kampagne auf Twit­ter.
⁴Aro, Jes­sik­ka: Fin­ni­sche Jour­na­lis­ten be­su­chen rus­si­sche Troll­fa­brik (mit Vi­de­os). euromaidanpress.com (11/2017).

Ubuntu: Automatische Abmeldung zeitweise verhindern - einfache Lösung

Bil­dung ist be­kannt­lich eine Hol­schuld. Aus die­sem Grund nut­ze ich je­den Tag mei­ne Mit­tags­pau­se, um mich im In­ter­net zu in­for­mie­ren. Wäh­rend­des­sen ich also mei­ne Auf­schnitt­sem­meln vom Dis­coun­ter ge­nie­ße, hin­ter­fra­ge ich meis­tens erst ein­mal die neus­te Stu­die der Bertelsmann-Stiftung. Im An­schluss dar­an las­se ich mir auf ZEIT ONLINE aus­gie­big er­klä­ren, war­um ich als Deut­scher die Flucht­ur­sa­chen auf die­sem Pla­ne­ten be­kämp­fen muss. Und kurz be­vor der Gong läu­tet und mei­ne lehr­rei­che Un­ter­richts­stun­de en­det, habe ich noch ei­nen Qui­ckie mit Si­byl­le Berg. Die fe­sche Wahl­schwei­ze­rin schreibt eine hilf­rei­che Ko­lum­ne¹, mit der sich vor al­lem wei­ße he­te­ro­se­xu­el­le Män­ner ein­mal die Wo­che kos­ten­los ent­na­zi­fi­zie­ren kön­nen. Da­nach ist mei­ne Lern­zeit lei­der auch schon wie­der vor­bei. Wahr­schein­lich wäre ich noch viel be­le­se­ner, wenn mich mein Be­triebs­sys­tem nicht stän­dig bei mei­nen On­line­stu­di­en un­ter­bre­chen wür­de. Denn so­bald ich ein­mal fünf Mi­nu­ten lang kei­ne Ein­ga­ben tä­ti­ge, wer­de ich von Ubun­tu au­to­ma­tisch aus­ge­loggt. Das bil­dungs­feind­li­che Ver­hal­ten mei­ner Linux-Distribution ist da­bei kein Ein­zel­fall.

Hi ihr! Ich ler­ne ge­ra­de die Java-Programmierung mit ver­schie­de­nen E-Books. [...] Die Bü­cher sind auf mei­nem Lap­top auf­ge­schla­gen, da­mit ich die Ka­pi­tel gleich­zei­tig am PC aus­pro­bie­ren kann. Nun zum Pro­blem: Nach ein paar Mi­nu­ten mel­det mich der Lap­top ab und ich muss mein Be­nut­zer­pass­wort ein­ge­ben, um wei­ter­le­sen zu kön­nen. [...] Es han­delt sich um Ubun­tu 16.04.

Ka­li­nin, Chris­ti­an: Är­ger mit Ubun­tu: Ab­mel­dung ver­hin­dern. E-Mail vom 21.10.2017.

PPA: Caffeine für Ubuntu - Anleitung von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit AnleitungenDie vor­ein­ge­stell­te Bild­schirm­sper­re bei In­ak­ti­vi­tät des Be­nut­zers ist ein wich­ti­ger Schutz­me­cha­nis­mus. Denn wäh­rend­des­sen Sie sich von der kor­pu­len­ten Feelgood-Managerin durch­kit­zeln las­sen, sorgt Ubun­tu nach fünf Mi­nu­ten au­to­ma­tisch da­für, dass nie­mand auf Ih­ren Com­pu­ter zu­grei­fen kann. Zu­sam­men mit der Desktop-Sperre setzt oft­mals auch der En­er­gie­spar­mo­dus ein. Das führt dann dazu, dass die Linux-Distribution Ih­ren Bild­schirm ent­we­der ab­dun­kelt oder gleich ganz ab­schal­tet.

Na­tür­lich könn­ten Sie die­se bei­den sinn­vol­len Kon­fi­gu­ra­tio­nen je­der­zeit de­ak­ti­vie­ren. Dann bü­ßen Sie al­ler­dings nicht nur Da­ten­si­cher­heit ein, son­dern müss­ten Ih­rem per­sön­li­chen Kli­ma­coach auch er­klä­ren, war­um sich Ihr CO2-Fußabdruck der­ma­ßen ver­grö­ßert hat.

Grafik für Ubuntu Caffeine: Temporär Screenlock und Screensaver deaktivieren. Bild von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch für Feministinnen und Sugar Mamas. Zeichnung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Am bes­ten ist es also, wenn Sie Ihr Ubun­tu mit dem Caff­ei­ne In­di­ca­tor aus­stat­ten. Denn die­se hilf­rei­che Free­ware be­schäf­tigt die Desktop-Sperre und den läs­ti­gen Bild­schirm­scho­ner so lan­ge, bis Sie den Malta-Plan² in Ruhe durch­ge­le­sen ha­ben.

Bildschirmsperre unter Ubuntu verhindern

Der be­währ­te Caff­ei­ne In­di­ca­tor wird be­reits seit Ok­to­ber 2009 für ver­schie­de­ne Linux-Distributionen ent­wi­ckelt. Zum In­stal­lie­ren der Ap­pli­ka­ti­on be­nö­ti­gen Sie nichts wei­ter als ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:caffeine-developers/ppa

Im ers­ten Schritt müs­sen Sie die PPA des Pro­gramm­ent­wick­lers hin­zu­fü­gen, so­dass Sie auch im­mer über die ak­tu­ells­te Ver­si­on des Bild­schirm­blo­ckers ver­fü­gen.

sudo apt-get update

Gleich da­nach ist es wich­tig, dass Ihr Be­triebs­sys­tem alle hin­ter­leg­ten Software-Quellen neu ein­liest.

sudo apt-get install caffeine

Dar­auf­hin kön­nen Sie die In­stal­la­ti­on der smar­ten Free­ware star­ten.

Hin­weis: Soll­te Ihre Ubuntu-Version zum Aus­füh­ren der Sys­tem­ap­pli­ka­ti­on di­ver­se Hilfs­pa­ke­te be­nö­ti­gen, dann wer­den die­se au­to­ma­tisch über die PPA mit­in­stal­liert.

Screenshot von Caffeine Indicator. Die dampfende Tasse erinnert an den Türk kahvesi in der Sehraya Shisha Lounge (Berlin-Kreuzberg)

Der aus­ge­fuchs­te Caff­ei­ne In­di­ca­tor lässt sich je­der­zeit be­quem über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen. So­bald das Pro­gramm ge­la­den wur­de, er­scheint eine klei­ne Kaf­fee­tas­se ne­ben der Sys­tem­uhr in Ih­rer Tas­kleis­te.

Dampf bedeutet ungestörte Bildschirmarbeit

Falls Sie wie ich ein eher ein­fach ge­strick­ter Mensch sind, dann wer­den Sie vom über­schau­ba­ren Funk­ti­ons­um­fang der Soft­ware be­geis­tert sein.

Screenshot von Caffeine Indicator 2.9.4. Disable Screenlock and Screensaver temporarily

Caff­ei­ne In­di­ca­tor 2.9.4 un­ter Ubun­tu 16.04.3 LTS

Nach dem Pro­gramm­start ist der Caff­ei­ne In­di­ca­tor in­ak­tiv. Das er­ken­nen Sie an dem leb­lo­sen wei­ßen Täss­chen. In die­sem Zu­stand greift die Ap­pli­ka­ti­on nicht in Ihre Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen ein, so­dass die Bild­schirm­sper­re und der En­er­gie­spar­mo­dus wei­ter­hin un­ge­hin­dert aus­ge­führt wer­den.

  • Aber an­ge­nom­men Sie möch­ten von Duisburg-Marxloh nach Pas­sau flüch­ten, und müs­sen des­halb den Bay­ern­plan³ der CSU aus­wen­dig ler­nen. Dann wäre es si­cher­lich rat­sam, den Caff­ei­ne In­di­ca­tor wäh­rend Ih­rer Lern­pha­se zu ak­ti­vie­ren.

Dies er­rei­chen Sie, in­dem Sie das klei­ne Tas­sen­sym­bol mit der rech­ten Maus­tas­te an­kli­cken. Dar­auf­hin er­scheint ein Aus­wahl­me­nü über das Sie die Soft­ware be­quem an- und aus­schal­ten kön­nen.

Mer­ke: Ist die Tas­se damp­fend heiß, bleibt der Bild­schirm blü­ten­weiß.

Leseratten benötigen Logoutschutz im Autostartmenü

Da­mit Sie das klei­ne Hilfs­pro­gramm nicht ver­ges­sen, lohnt es sich den Caff­ei­ne In­di­ca­tor gleich au­to­ma­tisch zu­sam­men mit Ih­rem Be­triebs­sys­tem star­ten zu las­sen. Da­für müs­sen Sie le­dig­lich das Menü „Start­pro­gram­me” über Ihre Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen.

Screenshot vom Ubuntu Autostartmenü: Caffeine Indicator zusammen mit dem Betriebssystem starten lassen. Kostenlose Anleitung von Kilobyte

Kli­cken Sie in die­sem Sys­tem­me­nü an­schlie­ßend auf die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen”, so­dass sich ein neu­es Fens­ter na­mens „Start­pro­gramm hin­zu­fü­gen” öff­net. Dar­auf­hin se­hen Sie drei lee­re Zei­len vor sich, die Sie nun fol­gen­der­ma­ßen aus­fül­len müs­sen:

  • Name: Caff­ei­ne
  • Be­fehl: /usr/bin/caffeine-indicator
  • Kom­men­tar: Blo­ckiert Bild­schirm­scho­ner

So­bald Sie Ihre Ein­ga­ben dar­auf­hin über die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen” be­stä­ti­gen, wird der klei­ne Bild­schirm­blo­cker ab so­fort di­rekt nach dem Sys­tem­start in Ihre Tas­kleis­te ge­la­den.

Hin­weis: Na­tür­lich ist der Caff­ei­ne In­di­ca­tor auch bei die­ser Start­me­tho­de zu­nächst in­ak­tiv und muss bei Be­darf ma­nu­ell zum Damp­fen ge­bracht wer­den.

Die Vorteile der Kaffeetasse im Überblick

Der kos­ten­lo­se Caff­ei­ne In­di­ca­tor ist die ein­fachs­te Lö­sung, um die au­to­ma­ti­sche Ab­mel­dung un­ter Ubun­tu tem­po­rär zu ver­hin­dern. Falls Sie sich für die funk­tio­nel­le Ap­pli­ka­ti­on ent­schei­den, dann pro­fi­tie­ren Sie von fol­gen­den Vor­tei­len:

  • Die Soft­ware wird re­gel­mä­ßig über eine se­riö­se PPA ge­pflegt und funk­tio­niert mit al­len LTS-Versionen ab Ubun­tu 14.04.
  • Da­bei lässt sich das zweck­mä­ßi­ge Hilfs­pro­gramm kom­plett über die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu be­die­nen und er­for­dert so­mit kei­ne schwie­ri­gen Terminal-Befehle.
  • Hin­zu­kommt die äu­ßerst ein­fa­che Me­nü­füh­rung, die al­ler­dings nur in eng­li­scher Spra­che ver­füg­bar ist.
  • Des Wei­te­ren ist es durch den Ein­satz des Bild­schirm­blo­ckers nicht not­wen­dig, ir­gend­wel­che vor­ein­ge­stell­ten Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen zu än­dern.

Das ein­zi­ge Man­ko des Caff­ei­ne In­di­ca­tors ist die Tat­sa­che, dass die Free­ware lei­der nicht zu­sam­men mit dem KDE Plas­ma Desk­top funk­tio­niert. Falls Sie je­doch Unity oder den neu­en Gnome-Desktop ver­wen­den, dann kann ich Ih­nen den Lo­gout­schutz für Bil­dungs­bür­ger wärms­tens emp­feh­len.

Ver­wand­te The­men:

IPTV un­ter Ubun­tu - ver­schie­de­ne Op­tio­nen
Ubun­tu: Pro­zes­sor mit­hil­fe ei­nes Stress­tests über­prü­fen

¹Berg, Si­byl­le: S.P.O.N. - Fra­gen Sie Frau Si­byl­le. spiegel.de (10/2017).
²Ber­ger, Da­vid: Der Malta-Plan: Plant Ge­or­ge Soros die Zer­stö­rung Deutsch­lands? philosophia-perennis.com (10/2017).
³S­trepp, Hans-Michael: Der Bay­ern­plan - Klar für un­ser Land. csu.de (10/2017).

Ubuntu: Gute HTML-Editoren - zwei Empfehlungen

Wer er­folg­reich im In­ter­net ar­bei­ten möch­te, der soll­te über fun­dier­te HTML-Kenntnisse ver­fü­gen. Dies liegt vor al­lem dar­an, dass Web­sei­ten in der Re­gel mit die­ser simp­len Aus­zeich­nungs­spra­che durch­struk­tu­riert sind. Mit­hil­fe von HTML wer­den aber auch Gra­fik­ban­ner dar­ge­stellt, kom­ple­xe Web­ta­bel­len kon­stru­iert und pro­fes­sio­nel­le E-Mail Si­gna­tu­ren de­signt. Zum Glück müs­sen Sie je­doch nicht alle Tags aus­wen­dig ken­nen, um eine HTML-Funktion aus­zu­füh­ren. Schließ­lich gibt es ei­ni­ge gute HTML-Editoren, die sich wie ein ge­wöhn­li­ches Schreib­pro­gramm be­die­nen las­sen und Ihre Ein­ga­ben gleich in ei­nen for­ma­tier­ten Quell­text über­set­zen. Ei­ner der bes­ten HTML-Editoren ist Front­Pa­ge 2003 von Mi­cro­soft. Mit­hil­fe von Wi­neHQ könn­ten Sie die­se pro­prie­tä­re Soft­ware auch un­ter Ubun­tu ver­wen­den.

[...] ich will end­lich weg von Win­dows und tes­te seit meh­re­ren Mo­na­ten Ubun­tu 16.04 auf mei­nem Ar­beits­lap­top. [...] Mir ist auf­ge­fal­len, dass ich doch häu­fi­ger Front­Pa­ge 2003 be­nö­ti­ge. Das ist ein HTML-Editor von Mi­cro­soft, mit dem ich un­se­re Ke­gel­ver­eins­sei­te be­treue. [...] Könn­ten Sie mir viel­leicht ein ähn­li­ches Pro­gramm für Ubun­tu emp­feh­len, oder gibt es da so et­was nicht?

Pick­art, Wal­ter: Ken­nen Sie gute HTML-Editoren für Ubun­tu? E-Mail vom 21.07.2017.

Bild von Ubuntu HTML-EditorNa­tür­lich gibt es für Ubun­tu eben­falls na­ti­ve Linux-Programme, die ähn­lich wie Front­Pa­ge auf­ge­baut sind. Vor al­lem der HTML-Editor Kom­po­Zer ist op­tisch kaum von dem Microsoft-Produkt zu un­ter­schei­den. Das ist wahr­schein­lich auch der Grund da­für, war­um Kom­po­Zer im­mer noch mit Ab­stand der be­lieb­tes­te HTML-Editor für Li­nux ist, ob­wohl die Ap­pli­ka­ti­on seit dem 28. Fe­bru­ar 2010 nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Da­mit ist die­ser be­nut­zer­freund­li­che Edi­tor al­ler­dings im­mer noch sie­ben Jah­re jün­ger als Mi­cro­soft Front­Pa­ge 2003.

Falls Sie also ei­nen klas­si­schen HTML-Editor su­chen, der wie Front­Pa­ge 2003 funk­tio­niert, dann ver­ra­te ich Ih­nen in der fol­gen­den An­lei­tung, wie Sie Kom­po­Zer un­ter Ubun­tu in­stal­lie­ren kön­nen.

Screenshot von KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.02 LTS. Guter HTML-Editor für Linux

Kom­po­Zer 0.8b3 un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS beim Edi­tie­ren ei­ner E-Mail Si­gna­tur

Al­ler­dings un­ter­stützt Kom­po­Zer le­dig­lich den Webstan­dard W3C HTML 4.01, wes­halb ich Ih­nen au­ßer­dem noch die Free­ware Blue­fish vor­stel­le. Die­ser na­ti­ve Linux-HTML-Editor für fort­ge­schrit­te­ne An­wen­der wird re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert und kann des­halb auch mit dem Webstan­dard W3C HTML 5.1 um­ge­hen.

KompoZer unter Ubuntu installieren

Auf­grund des­sen, dass die Ent­wick­lung von Kom­po­Zer ein­ge­stellt wur­de, ist die Soft­ware seit Ubun­tu 12.10 nicht mehr in den of­fi­zi­el­len Quel­len ent­hal­ten. Trotz­dem kön­nen Sie die­sen HTML-Editor wei­ter­hin mit ak­tu­el­len LTS-Versionen¹ be­trei­ben. Öff­nen Sie dazu ein­fach ein Terminal-Fenster und in­stal­lie­ren Sie gleich dar­auf die fol­gen­den Sys­tem­da­tei­en:

sudo apt-get install libatk1.0-0 libc6 libcairo2 libfontconfig1 libfreetype6 libgdk-pixbuf2.0-0 libglib2.0-0 libgtk2.0-0 libnspr4 libnss3 libpango1.0-0 libpng12-0 libstdc++6 libx11-6 libxft2 libxinerama1 libxrender1 libxt6 zlib1g

La­den Sie sich als Nächs­tes die In­stal­la­ti­ons­da­tei­en von Kom­po­Zer mit­hil­fe des Kom­man­do­zei­len­pro­gramms Wget her­un­ter:

wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer-data_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/libidl0_0.8.14-1_amd64.deb

Star­ten Sie dar­auf­hin die In­stal­la­ti­on des HTML-Editors durch die Ein­ga­be der fol­gen­den drei Be­feh­le:

sudo dpkg -i libidl0_0.8.14-1_amd64.deb
sudo dpkg -i kompozer-data_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
sudo dpkg -i kompozer_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb

Hin­weis: Nach­dem Sie Kom­po­Zer er­folg­reich in­stal­liert ha­ben, kön­nen Sie alle her­un­ter­ge­la­de­nen DEB-Pakete in Ih­rem Home-Verzeichnis rück­stands­los lö­schen.

Wenn Sie Kom­po­Zer das ers­te Mal über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen, wer­den Sie fest­stel­len, dass die Me­nüs der Ap­pli­ka­ti­on in eng­li­scher Spra­che dar­ge­stellt wer­den. Um dies zu än­dern, müs­sen Sie sich zu­nächst von hier das deut­sche Sprach­pa­ket her­un­ter­la­den.

Screenshot von der Installation eines Sprachpaktes für den HTML-Editor KompoZer

Deut­sches Sprach­pa­ket für Kom­po­Zer 0.8b3 in­stal­lie­ren

Na­vi­gie­ren Sie im nächs­ten Schritt über den Rei­ter „Tools” in das Menü „Add-ons” und fü­gen Sie dort das eben her­un­ter­ge­la­de­ne Sprach­pa­ket ein. So­bald die XPI-Datei er­folg­reich in­stal­liert wur­de, müs­sen Sie Kom­po­Zer neu star­ten. Gleich da­nach kön­nen Sie Ih­ren klas­si­schen HTML-Editor in deut­scher Spra­che ver­wen­den.

Bluefish: Die Alternative für HTML-Kenner

Falls Sie doch lie­ber die Diens­te ei­nes brand­ak­tu­el­len HTML-Editors in An­spruch neh­men möch­ten, dann soll­ten Sie sich für Blue­fish ent­schei­den.

Screenshot von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Stan­dard­an­sicht von Blue­fish 2.2.7 un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS

Die­se Free­ware funk­tio­niert mit al­len Ubuntu-Versionen und lässt sich be­quem über die of­fi­zi­el­len Quel­len in­stal­lie­ren.

sudo apt-get install bluefish

Blue­fish eig­net sich vor al­lem für An­wen­der, die be­reits über gute HTML-Kenntnisse ver­fü­gen. Denn die­se mäch­ti­ge Ap­pli­ka­ti­on ist ei­gent­lich ein um­fang­rei­cher Edi­tor für pro­fes­sio­nel­le Pro­gram­mie­rer, der ne­ben C++ und SQL auch HTML be­herrscht.

KompoZer oder Bluefish - die Unterschiede

Aus die­sem Grund ver­zich­tet Blue­fish im Ge­gen­satz zu Kom­po­Zer auch auf eine be­nut­zer­freund­li­che Edi­ti­ons­an­sicht. Alle Ein­ga­ben fin­den aus­schließ­lich in ei­nem wei­ßen Quell­code­fens­ter statt.

Screenshot von einer Tabelle, die in die HTML-Editoren KompoZer und Bluefish eingefügt wurde

Sie kön­nen dem­zu­fol­ge auch kei­ne Gra­fi­ken oder Ta­bel­len in Blue­fish ein­fü­gen und die­se dann mit der Maus auf eine be­stimm­te Grö­ße zie­hen. Viel­mehr gibt Ih­nen die­ser kom­ple­xe Edi­tor le­dig­lich die HTML-Tags zum Er­stel­len der­ar­ti­ger Ele­men­te vor. Al­les Wei­te­re müs­sen Sie selbst über den Pro­gramm­code de­fi­nie­ren.

Die­se Pro­gram­mier­ar­beit ist da­für wie­der­um we­sent­lich leich­ter als in Kom­po­Zer. Denn nur in Blue­fish wird zu­sam­men­ge­hö­ren­der Quell­text über­sicht­lich in Grup­pen ein­ge­teilt und beim An­wäh­len auf­fäl­lig mar­kiert.

Screenshot von Quelltextansicht. KompoZer versus Bluefish. Gute HTML-Editoren für Ubuntu

Da­für müs­sen Sie bei die­sem Quelltext-Editor stän­dig den Mo­zil­la Fire­fox öff­nen, um nach­zu­se­hen, wie Ihr ge­schrie­be­ner HTML-Code am Ende in ei­nem Web­brow­ser aus­se­hen wür­de. Die­ser Um­weg bleibt Ih­nen mit Kom­po­Zer er­spart, da die­ses Pro­gramm über ei­nen Split­screen ver­fügt, mit dem sich der Code zu­sam­men mit der Vor­schau gleich­zei­tig an­zei­gen lässt.

Fazit: Ich empfehle den klassischen HTML-Editor

In mei­nen Au­gen gibt es für Ubun­tu kei­nen bes­se­ren HTML-Editor als Kom­po­Zer. Denn so­bald Sie die auf­wen­di­ge In­stal­la­ti­on die­ser be­tag­ten Free­ware er­le­digt ha­ben, pro­fi­tie­ren Sie von ei­nem über­sicht­li­chen Pro­gramm, wel­ches sich auch ohne HTML-Kenntnisse kin­der­leicht be­die­nen lässt.

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¹In­stal­la­ti­ons­schrit­te funk­tio­nie­ren nur, wenn Sie eine 64-Bit-Version ein­set­zen. Die In­stal­la­ti­ons­an­lei­tung für die 32-Bit-Version von Kom­po­Zer fin­den Sie hier.