Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Automatische Abmeldung zeitweise verhindern – einfache Lösung

Bildung ist bekanntlich eine Holschuld. Aus diesem Grund nutze ich jeden Tag meine Mittagspause, um mich im Internet zu informieren. Währenddessen ich also meine Aufschnittsemmeln vom Discounter genieße, hinterfrage ich meistens erst einmal die neuste Studie der Bertelsmann-Stiftung. Im Anschluss daran lasse ich mir auf ZEIT ONLINE ausgiebig erklären, warum ich als Deutscher die Fluchtursachen auf diesem Planeten bekämpfen muss. Und kurz bevor der Gong läutet und meine lehrreiche Unterrichtsstunde endet, habe ich noch einen Quickie mit Sibylle Berg. Die fesche Wahlschweizerin schreibt eine hilfreiche Kolumne¹, mit der sich vor allem weiße heterosexuelle Männer einmal die Woche kostenlos entnazifizieren können. Danach ist meine Lernzeit leider auch schon wieder vorbei. Wahrscheinlich wäre ich noch viel belesener, wenn mich mein Betriebssystem nicht ständig bei meinen Onlinestudien unterbrechen würde. Denn sobald ich einmal fünf Minuten lang keine Eingaben tätige, werde ich von Ubuntu automatisch ausgeloggt. Das bildungsfeindliche Verhalten meiner Linux-Distribution ist dabei kein Einzelfall.

Hi ihr! Ich lerne gerade die Java-Programmierung mit verschiedenen E-Books. […] Die Bücher sind auf meinem Laptop aufgeschlagen, damit ich die Kapitel gleichzeitig am PC ausprobieren kann. Nun zum Problem: Nach ein paar Minuten meldet mich der Laptop ab und ich muss mein Benutzerpasswort eingeben, um weiterlesen zu können. […] Es handelt sich um Ubuntu 16.04.

Kalinin, Christian: Ärger mit Ubuntu: Abmeldung verhindern. E-Mail vom 21.10.2017.

PPA: Caffeine für Ubuntu - Anleitung von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit AnleitungenDie voreingestellte Bildschirmsperre bei Inaktivität des Benutzers ist ein wichtiger Schutzmechanismus. Denn währenddessen Sie sich von der korpulenten Feelgood-Managerin durchkitzeln lassen, sorgt Ubuntu nach fünf Minuten automatisch dafür, dass niemand auf Ihren Computer zugreifen kann. Zusammen mit der Desktop-Sperre setzt oftmals auch der Energiesparmodus ein. Das führt dann dazu, dass die Linux-Distribution Ihren Bildschirm entweder abdunkelt oder gleich ganz abschaltet.

Natürlich könnten Sie diese beiden sinnvollen Konfigurationen jederzeit deaktivieren. Dann büßen Sie allerdings nicht nur Datensicherheit ein, sondern müssten Ihrem persönlichen Klimacoach auch erklären, warum sich Ihr CO2-Fußabdruck dermaßen vergrößert hat.

Grafik für Ubuntu Caffeine: Temporär Screenlock und Screensaver deaktivieren. Bild von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch für Feministinnen und Sugar Mamas. Zeichnung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Am besten ist es also, wenn Sie Ihr Ubuntu mit dem Caffeine Indicator ausstatten. Denn diese hilfreiche Freeware beschäftigt die Desktop-Sperre und den lästigen Bildschirmschoner so lange, bis Sie den Malta-Plan² in Ruhe durchgelesen haben.

Bildschirmsperre unter Ubuntu verhindern

Der bewährte Caffeine Indicator wird bereits seit Oktober 2009 für verschiedene Linux-Distributionen entwickelt. Zum Installieren der Applikation benötigen Sie nichts weiter als ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:caffeine-developers/ppa

Im ersten Schritt müssen Sie die PPA des Programmentwicklers hinzufügen, sodass Sie auch immer über die aktuellste Version des Bildschirmblockers verfügen.

sudo apt-get update

Gleich danach ist es wichtig, dass Ihr Betriebssystem alle hinterlegten Software-Quellen neu einliest.

sudo apt-get install caffeine

Daraufhin können Sie die Installation der smarten Freeware starten.

Hinweis: Sollte Ihre Ubuntu-Version zum Ausführen der Systemapplikation diverse Hilfspakete benötigen, dann werden diese automatisch über die PPA mitinstalliert.

Screenshot von Caffeine Indicator. Die dampfende Tasse erinnert an den Türk kahvesi in der Sehraya Shisha Lounge (Berlin-Kreuzberg)

Der ausgefuchste Caffeine Indicator lässt sich jederzeit bequem über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen. Sobald das Programm geladen wurde, erscheint eine kleine Kaffeetasse neben der Systemuhr in Ihrer Taskleiste.

Dampf bedeutet ungestörte Bildschirmarbeit

Falls Sie wie ich ein eher einfach gestrickter Mensch sind, dann werden Sie vom überschaubaren Funktionsumfang der Software begeistert sein.

Screenshot von Caffeine Indicator 2.9.4. Disable Screenlock and Screensaver temporarily

Caffeine Indicator 2.9.4 unter Ubuntu 16.04.3 LTS

Nach dem Programmstart ist der Caffeine Indicator inaktiv. Das erkennen Sie an dem leblosen weißen Tässchen. In diesem Zustand greift die Applikation nicht in Ihre Systemkonfigurationen ein, sodass die Bildschirmsperre und der Energiesparmodus weiterhin ungehindert ausgeführt werden.

  • Aber angenommen Sie möchten von Duisburg-Marxloh nach Passau flüchten, und müssen deshalb den Bayernplan³ der CSU auswendig lernen. Dann wäre es sicherlich ratsam, den Caffeine Indicator während Ihrer Lernphase zu aktivieren.

Dies erreichen Sie, indem Sie das kleine Tassensymbol mit der rechten Maustaste anklicken. Daraufhin erscheint ein Auswahlmenü über das Sie die Software bequem an- und ausschalten können.

Merke: Ist die Tasse dampfend heiß, bleibt der Bildschirm blütenweiß.

Leseratten benötigen Logoutschutz im Autostartmenü

Damit Sie das kleine Hilfsprogramm nicht vergessen, lohnt es sich den Caffeine Indicator gleich automatisch zusammen mit Ihrem Betriebssystem starten zu lassen. Dafür müssen Sie lediglich das Menü „Startprogramme“ über Ihre Ubuntu Dash-Startseite öffnen.

Screenshot vom Ubuntu Autostartmenü: Caffeine Indicator zusammen mit dem Betriebssystem starten lassen. Kostenlose Anleitung von Kilobyte

Klicken Sie in diesem Systemmenü anschließend auf die Schaltfläche „Hinzufügen“, sodass sich ein neues Fenster namens „Startprogramm hinzufügen“ öffnet. Daraufhin sehen Sie drei leere Zeilen vor sich, die Sie nun folgendermaßen ausfüllen müssen:

  • Name: Caffeine
  • Befehl: /usr/bin/caffeine-indicator
  • Kommentar: Blockiert Bildschirmschoner

Sobald Sie Ihre Eingaben daraufhin über die Schaltfläche „Hinzufügen“ bestätigen, wird der kleine Bildschirmblocker ab sofort direkt nach dem Systemstart in Ihre Taskleiste geladen.

Hinweis: Natürlich ist der Caffeine Indicator auch bei dieser Startmethode zunächst inaktiv und muss bei Bedarf manuell zum Dampfen gebracht werden.

Die Vorteile der Kaffeetasse im Überblick

Der kostenlose Caffeine Indicator ist die einfachste Lösung, um die automatische Abmeldung unter Ubuntu temporär zu verhindern. Falls Sie sich für die funktionelle Applikation entscheiden, dann profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

  • Die Software wird regelmäßig über eine seriöse PPA gepflegt und funktioniert mit allen LTS-Versionen ab Ubuntu 14.04.
  • Dabei lässt sich das zweckmäßige Hilfsprogramm komplett über die grafische Benutzeroberfläche von Ubuntu bedienen und erfordert somit keine schwierigen Terminal-Befehle.
  • Hinzukommt die äußerst einfache Menüführung, die allerdings nur in englischer Sprache verfügbar ist.
  • Des Weiteren ist es durch den Einsatz des Bildschirmblockers nicht notwendig, irgendwelche voreingestellten Systemkonfigurationen zu ändern.

Das einzige Manko des Caffeine Indicators ist die Tatsache, dass die Freeware leider nicht zusammen mit dem KDE Plasma Desktop funktioniert. Falls Sie jedoch Unity oder den neuen Gnome-Desktop verwenden, dann kann ich Ihnen den Logoutschutz für Bildungsbürger wärmstens empfehlen.

Verwandte Themen:

IPTV unter Ubuntu – verschiedene Optionen
Ubuntu: Prozessor mithilfe eines Stresstests überprüfen

¹Berg, Sibylle: S.P.O.N. – Fragen Sie Frau Sibylle. spiegel.de (10/2017).
²Berger, David: Der Malta-Plan: Plant George Soros die Zerstörung Deutschlands? philosophia-perennis.com (10/2017).
³Strepp, Hans-Michael: Der Bayernplan – Klar für unser Land. csu.de (10/2017).

Ubuntu: Gute HTML-Editoren – zwei Empfehlungen

Wer erfolgreich im Internet arbeiten möchte, der sollte über fundierte HTML-Kenntnisse verfügen. Dies liegt vor allem daran, dass Webseiten in der Regel mit dieser simplen Auszeichnungssprache durchstrukturiert sind. Mithilfe von HTML werden aber auch Grafikbanner dargestellt, komplexe Webtabellen konstruiert und professionelle E-Mail Signaturen designt. Zum Glück müssen Sie jedoch nicht alle Tags auswendig kennen, um eine HTML-Funktion auszuführen. Schließlich gibt es einige gute HTML-Editoren, die sich wie ein gewöhnliches Schreibprogramm bedienen lassen und Ihre Eingaben gleich in einen formatierten Quelltext übersetzen. Einer der besten HTML-Editoren ist FrontPage 2003 von Microsoft. Mithilfe von WineHQ könnten Sie diese proprietäre Software auch unter Ubuntu verwenden.

[…] ich will endlich weg von Windows und teste seit mehreren Monaten Ubuntu 16.04 auf meinem Arbeitslaptop. […] Mir ist aufgefallen, dass ich doch häufiger FrontPage 2003 benötige. Das ist ein HTML-Editor von Microsoft, mit dem ich unsere Kegelvereinsseite betreue. […] Könnten Sie mir vielleicht ein ähnliches Programm für Ubuntu empfehlen, oder gibt es da so etwas nicht?

Pickart, Walter: Kennen Sie gute HTML-Editoren für Ubuntu? E-Mail vom 21.07.2017.

Bild von Ubuntu HTML-EditorNatürlich gibt es für Ubuntu ebenfalls native Linux-Programme, die ähnlich wie FrontPage aufgebaut sind. Vor allem der HTML-Editor KompoZer ist optisch kaum von dem Microsoft-Produkt zu unterscheiden. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum KompoZer immer noch mit Abstand der beliebteste HTML-Editor für Linux ist, obwohl die Applikation seit dem 28. Februar 2010 nicht mehr weiterentwickelt wird. Damit ist dieser benutzerfreundliche Editor allerdings immer noch sieben Jahre jünger als Microsoft FrontPage 2003.

Falls Sie also einen klassischen HTML-Editor suchen, der wie FrontPage 2003 funktioniert, dann verrate ich Ihnen in der folgenden Anleitung, wie Sie KompoZer unter Ubuntu installieren können.

Screenshot von KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.02 LTS. Guter HTML-Editor für Linux

KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.2 LTS beim Editieren einer E-Mail Signatur

Allerdings unterstützt KompoZer lediglich den Webstandard W3C HTML 4.01, weshalb ich Ihnen außerdem noch die Freeware Bluefish vorstelle. Dieser native Linux-HTML-Editor für fortgeschrittene Anwender wird regelmäßig aktualisiert und kann deshalb auch mit dem Webstandard W3C HTML 5.1 umgehen.

KompoZer unter Ubuntu installieren

Aufgrund dessen, dass die Entwicklung von KompoZer eingestellt wurde, ist die Software seit Ubuntu 12.10 nicht mehr in den offiziellen Quellen enthalten. Trotzdem können Sie diesen HTML-Editor weiterhin mit aktuellen LTS-Versionen¹ betreiben. Öffnen Sie dazu einfach ein Terminal-Fenster und installieren Sie gleich darauf die folgenden Systemdateien:

sudo apt-get install libatk1.0-0 libc6 libcairo2 libfontconfig1 libfreetype6 libgdk-pixbuf2.0-0 libglib2.0-0 libgtk2.0-0 libnspr4 libnss3 libpango1.0-0 libpng12-0 libstdc++6 libx11-6 libxft2 libxinerama1 libxrender1 libxt6 zlib1g

Laden Sie sich als Nächstes die Installationsdateien von KompoZer mithilfe des Kommandozeilenprogramms Wget herunter:

wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer-data_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/libidl0_0.8.14-1_amd64.deb

Starten Sie daraufhin die Installation des HTML-Editors durch die Eingabe der folgenden drei Befehle:

sudo dpkg -i libidl0_0.8.14-1_amd64.deb
sudo dpkg -i kompozer-data_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
sudo dpkg -i kompozer_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb

Hinweis: Nachdem Sie KompoZer erfolgreich installiert haben, können Sie alle heruntergeladenen DEB-Pakete in Ihrem Home-Verzeichnis rückstandslos löschen.

Wenn Sie KompoZer das erste Mal über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen, werden Sie feststellen, dass die Menüs der Applikation in englischer Sprache dargestellt werden. Um dies zu ändern, müssen Sie sich zunächst von hier das deutsche Sprachpaket herunterladen.

Screenshot von der Installation eines Sprachpaktes für den HTML-Editor KompoZer

Deutsches Sprachpaket für KompoZer 0.8b3 installieren

Navigieren Sie im nächsten Schritt über den Reiter „Tools“ in das Menü „Add-ons“ und fügen Sie dort das eben heruntergeladene Sprachpaket ein. Sobald die XPI-Datei erfolgreich installiert wurde, müssen Sie KompoZer neu starten. Gleich danach können Sie Ihren klassischen HTML-Editor in deutscher Sprache verwenden.

Bluefish: Die Alternative für HTML-Kenner

Falls Sie doch lieber die Dienste eines brandaktuellen HTML-Editors in Anspruch nehmen möchten, dann sollten Sie sich für Bluefish entscheiden.

Screenshot von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Standardansicht von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Diese Freeware funktioniert mit allen Ubuntu-Versionen und lässt sich bequem über die offiziellen Quellen installieren.

sudo apt-get install bluefish

Bluefish eignet sich vor allem für Anwender, die bereits über gute HTML-Kenntnisse verfügen. Denn diese mächtige Applikation ist eigentlich ein umfangreicher Editor für professionelle Programmierer, der neben C++ und SQL auch HTML beherrscht.

KompoZer oder Bluefish – die Unterschiede

Aus diesem Grund verzichtet Bluefish im Gegensatz zu KompoZer auch auf eine benutzerfreundliche Editionsansicht. Alle Eingaben finden ausschließlich in einem weißen Quellcodefenster statt.

Screenshot von einer Tabelle, die in die HTML-Editoren KompoZer und Bluefish eingefügt wurde

Sie können demzufolge auch keine Grafiken oder Tabellen in Bluefish einfügen und diese dann mit der Maus auf eine bestimmte Größe ziehen. Vielmehr gibt Ihnen dieser komplexe Editor lediglich die HTML-Tags zum Erstellen derartiger Elemente vor. Alles Weitere müssen Sie selbst über den Programmcode definieren.

Diese Programmierarbeit ist dafür wiederum wesentlich leichter als in KompoZer. Denn nur in Bluefish wird zusammengehörender Quelltext übersichtlich in Gruppen eingeteilt und beim Anwählen auffällig markiert.

Screenshot von Quelltextansicht. KompoZer versus Bluefish. Gute HTML-Editoren für Ubuntu

Dafür müssen Sie bei diesem Quelltext-Editor ständig den Mozilla Firefox öffnen, um nachzusehen, wie Ihr geschriebener HTML-Code am Ende in einem Webbrowser aussehen würde. Dieser Umweg bleibt Ihnen mit KompoZer erspart, da dieses Programm über einen Splitscreen verfügt, mit dem sich der Code zusammen mit der Vorschau gleichzeitig anzeigen lässt.

Fazit: Ich empfehle den klassischen HTML-Editor

In meinen Augen gibt es für Ubuntu keinen besseren HTML-Editor als KompoZer. Denn sobald Sie die aufwendige Installation dieser betagten Freeware erledigt haben, profitieren Sie von einem übersichtlichen Programm, welches sich auch ohne HTML-Kenntnisse kinderleicht bedienen lässt.

Verwandte Themen:

Ubuntu: Tote Links auf einer Webseite finden – Softwareempfehlung
Kostenlose Vorlagen für E-Mail Signaturen im HTML-Format

¹Installationsschritte funktionieren nur, wenn Sie eine 64-Bit-Version einsetzen. Die Installationsanleitung für die 32-Bit-Version von KompoZer finden Sie hier.

Ubuntu: Tote Links auf Webseiten finden – so geht’s

Wussten Sie, dass Webmaster auf der ganzen Welt die Apachen fürchten? Denn immer wenn ein Apache HTTP Server die Fehlermeldung 404 ausgibt, bedeutet es zumeist viel Arbeit. Tote Links entfernen ist eine der unbeliebtesten Aufgaben von Webseitenbetreibern, denn es ist zeitaufwendig und ein kostenloser Dienst am Besucher. Doch woher weiß ich eigentlich, dass Hyperlinks auf meiner Webseite in eine leere Sackgasse führen? Dafür gibt es sogenannte LinkChecker, die Internetpräsenzen scannen und fehlerhafte Verweise aufspüren.

Hi Kilobyte, weißt du, ob es einen nativen und vor allem kostenlosen LinkChecker für Ubuntu gibt? […] webbasierte SEO-Tools sind mittlerweile unbezahlbar geworden. […] Was verwendest du für deine Blogs?

Wittek, Björn: LinkChecker für Ubuntu? E-Mail vom 22.12.2016.

Bild von Ubuntu LinkcheckerFür Ubuntu gibt es prinzipiell nur ein Programm, welches zufriedenstellend nach defekten Links sucht. Mehr Auswahl ist auch nicht nötig, denn der kostenlose LinkChecker von Bastian Kleineidam bietet alles, was Webseitenbetreiber mit einem noch überschaubaren Portfolio benötigen. Die native Linux-Applikation basiert auf Python und verfügt über eine ansehnliche, grafische Benutzeroberfläche.

Zudem überprüft dieser Ubuntu LinkChecker nicht nur interne und externe Links auf Fehler, die Freeware wird auch noch regelmäßig aktualisiert. Dies ist sonst bei keinem kostenlosen LinkChecker für Linux-Distributionen mehr der Fall.

Screenshot von toten Links, die mit der Ubuntu Freeware LinkChecker gefunden wurden

LinkChecker für Ubuntu installieren

Der Ubuntu LinkChecker befindet sich nicht in den offiziellen Quellen und es gibt bis dato auch noch keine PPA. Die Installation unter Ubuntu läuft deshalb folgendermaßen ab:

  1. Surfen Sie zunächst auf die Entwicklerseite bei GitHub.
  2. Wählen Sie unter „Downloads“ das DEB-Paket aus.
  3. Laden Sie sich nun die für Sie passende und aktuelle Version herunter.

Tipp: Ein Datenpaket, welches den LinkChecker mit grafischer Benutzeroberfläche beinhaltet und mit 32- sowie 64-Bit-Versionen funktioniert, trägt folgenden Namen:

linkchecker-gui_9.3-1+deb8u1_all.deb

Navigieren Sie daraufhin in Ihren Download-Ordner und klicken Sie das heruntergeladene Debianarchiv mit der rechten Maustaste an. Öffnen Sie im nächsten Schritt die Datei mit dem Ubuntu Software-Center und starten Sie darauffolgend die Installation.

LinkChecker für externe Links konfigurieren

Nach der erfolgreichen Installation können Sie den LinkChecker über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen. Die Applikation sucht von Haus aus nur nach internen Links. Um auch externe Links überprüfen zu können, ist es notwendig, die Freeware folgendermaßen einmalig zu konfigurieren:

Screenshot vom Öffnen der Konfigurationsdatei des Ubuntu LinkCheckers

Wählen Sie im Reiter „Bearbeiten“ das Menü „Optionen“ aus. Daraufhin öffnet sich ein kleines Menüfenster. Klicken Sie darin auf die Schaltfläche „Bearbeiten“.

Screenshot vom Aktivieren der externen Linksuche im Ubuntu LinkChecker

Scrollen Sie in die Zeile 199, denn dort steht der Eintrag für externe Links. Dieser ist standardmäßig auskommentiert. Entfernen Sie zum Aktivieren der Funktion die Raute und speichern Sie Ihre Einstellungen über den Reiter „Datei“.

Mit Ubuntu nach toten Links fahnden

Sobald Sie darauffolgend sämtliche Konfigurationsfenster geschlossen haben, ist Ihr LinkChecker einsatzbereit für die erste Suche.

Screenshot vom Ubuntu LinkChecker, der eine Domain nach toten Links absucht

Um eine Domain auf tote Links zu überprüfen, geben Sie hinter „URL“ eine beliebige Webadresse ein. Mit einem Klick auf die Schaltfläche „Start“ schicken Sie anschließend die Crawler auf die Reise.

Screenshot von Ubuntu LinkChecker - URL Eigenschaften

Der Ubuntu LinkChecker listet fehlerhafte Links nach folgendem Schema auf:

  • Vater URL: Auf dieser Unterseite der Domain befindet sich der tote Link.
  • URL: Diese Webseite lässt sich nicht aufrufen.
  • Name: Unter dieser Bezeichnung wird der tote Link auf der „Vater URL“ geführt.
  • Ergebnis: Grund, warum sich der begutachtete Link nicht aufrufen lässt.

Damit Sie gleich wissen, wie viele tote Links sich auf der überprüften Internetadresse befinden, zeigt Ihnen der Ubuntu LinkChecker auch gleich die Gesamtsumme an.

Screenshot von Gesamtsumme der toten Links, die der Ubuntu LinkChecker gefunden hat

Fehlermeldungen – welche Links sollte ich löschen?

Um Ihr Suchmaschinenranking nicht zu gefährden, sollten Sie vor allem Links entfernen, die auf eine 404-Fehlerseite führen. Dies hängt damit zusammen, dass bei der Bewertung einer Webseite die Benutzerfreundlichkeit ein sehr großer Indikator ist. Führen Ihre Quellen und Verweise zu oft zu toten Seiten, bekommen Sie dafür einen Malus von den Suchmaschinen.

Alle anderen Fehlermeldungen können Sie getrost ignorieren. Während der Linksuche kann es des Öfteren vorkommen, dass hinter einem überprüften Link folgender Hinweis erscheint:

Error: ConnectionError: ('Connection aborted.', BadStatusLine('"))

Diese Fehlermeldung besagt, dass ein Crawler vom Server abgeblockt wurde. Dementsprechend konnte der Zustand des Links nicht überprüft werden.

Hinweis: Webserver mögen Linkabfragen aufgrund des dadurch entstehenden erhöhten Traffics überhaupt nicht. Führen Sie Ihren Scan deshalb am besten zu Zeiten aus, in denen auf Ihrer Internetpräsenz wenig los ist, um die vorangegangene Serverfehlermeldung zu vermeiden.

Faktencheck: LinkChecker ist Webmasters Liebling

Viele Webseitenbetreiber wissen leider immer noch nicht, dass ein Hyperlink von einer anderen Internetpräsenz eine Auszeichnung ist. Deshalb werden Artikel oftmals einfach gelöscht, ohne dabei zu bedenken, dass der darauf Linkende dadurch entweder Arbeit hat oder Einbußen bei der Bewertung seiner Webseite hinnehmen muss. Als jemand der ernsthaft im World Wide Web Inhalte erstellt, wissen Sie natürlich, dass gelöschte Artikel mithilfe einer 301-Weiterleitung umgeleitet werden.

Bis sich das endgültig herumgesprochen hat, können Sie auf den LinkChecker für Ubuntu zurückgreifen, der folgende Vorteile bietet:

  • Kostenlose Kontrolle von internen und externen Links.
  • Funktionelle Benutzeroberfläche in deutscher Sprache.
  • Regelmäßige Updates, die direkt über das Programm abgerufen werden können.
  • Funktioniert auch mit Ubuntu-Derivaten wie KDE oder MATE.
  • Belegt sehr wenig Speicherplatz und läuft äußerst stabil.

Ich verwende den Ubuntu LinkChecker einmal im Quartal, um meine Webseiten auf tote Links zu überprüfen. Das Programm arbeitete bisher stets zuverlässig, sodass ich es jedem Benutzer einer Linux-Distribution empfehlen kann.

Verwandte Themen:

Zeit ist Geld! Eieruhr unter Ubuntu installieren
Lohnt sich Schaltplatz.de als Einnahmequelle?

(Screenshots: LinkChecker 9.3 unter Kubuntu 16.04.1 LTS)