Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Automatische Aktualisierung aktivieren - ein Appell

Ehe­ma­li­ge Windows-Benutzer ver­nach­läs­si­gen oft­mals die re­gel­mä­ßi­ge In­stal­la­ti­on der Ubuntu-Updates. Dies liegt dar­an, dass Microsoft-Betriebssysteme zu­meist zu­sätz­lich durch ein An­ti­vi­ren­pro­gramm in Echt­zeit ge­schützt sind und es so­mit un­ter Win­dows nicht ganz so wich­tig ist, zeit­nah den neus­ten NSA-Exploit ein­zu­spie­len.

Eine Si­cher­heits­fir­ma hat ei­nen Patch für Win­dows XP [...] ver­öf­fent­licht, so dass der NSA-Exploit ESTEEMAUDIT auf die­ser Be­triebs­sys­tem­platt­form nicht mehr aus­ge­nutzt wer­den kann.

Born, Gün­ter: NSA ESTEEMAUDIT Ex­ploit: Patch für Win­dows XP/Server 2003. borncity.com (05/2017).

Bild von Ubuntu automatisch auf dem neusten Stand haltenUn­ter Ubun­tu ist dies al­ler­dings nicht der Fall. Denn al­les, was die Linux-Distribution si­cher macht, wird aus­schließ­lich über die of­fi­zi­el­len Update-Quellen be­zo­gen. Um also dau­er­haft auf ein ge­schütz­tes und äu­ßerst sta­bi­les Be­triebs­sys­tem zu­rück­grei­fen zu kön­nen, soll­ten Sie in Er­wä­gung zie­hen, die au­to­ma­ti­sche Ak­tua­li­sie­rung zu ak­ti­vie­ren. Ubun­tu bie­tet Ih­nen da­bei so­gar die Mög­lich­keit selbst zu ent­schei­den, wel­che Up­dates so­fort nach dem Er­schei­nen ohne Ihr Zu­tun in­stal­liert wer­den sol­len. Folg­lich blei­ben Sie stets Herr über Ihr Be­triebs­sys­tem.

Ein Update besteht aus Modulen

Die Fre­quenz von Ubuntu-Updates ist des­halb so hoch, da die vie­len Ak­tua­li­sie­run­gen weit mehr als nur Si­cher­heits­patches be­inhal­ten.

Grafik: Aus was setzen sich Ubuntu-Updates zusammen? Module eines Aktualisierungspakets. Erstellt von Kilobyte - dem Gegenteil von Sascha Lobo

Bei ei­ner voll­stän­di­gen au­to­ma­ti­schen Ak­tua­li­sie­rung neh­men bis zu sechs Update-Module im Hin­ter­grund Än­de­run­gen an Ih­rem Be­triebs­sys­tem vor.

  • Software-Updates: Alle Pro­gram­me, die Sie via APT oder PPA in­stal­liert ha­ben, wer­den auf neue Ver­sio­nen hin über­prüft und ge­ge­be­nen­falls ak­tua­li­siert.
  • Sicherheits-Updates: Wie ein An­ti­vi­ren­pro­gramm er­neu­ert auch Ubun­tu re­gel­mä­ßig so et­was Ähn­li­ches wie eine Vi­ren­de­fi­ni­ti­ons­da­tei. Au­ßer­dem wer­den hin und wie­der Si­cher­heits­lü­cken im Sys­tem ge­schlos­sen.
  • Kernel-Updates: Im Ge­gen­satz zu Win­dows müs­sen un­ter Linux-Distributionen kei­ne Trei­ber in­stal­liert und ma­nu­ell ak­tua­li­siert wer­den.
  • Backport-Updates: Auch pro­prie­tä­re Soft­ware wie das AMD Ca­ta­lyst Con­trol Cen­ter ist Be­stand­teil der Update-Pakete.

Theo­re­tisch könn­ten Sie zu­dem eben­falls Soft­ware aus der neus­ten Test­ver­si­on über die Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung be­zie­hen. Die­ser Aus­wahl­punkt ist für An­wen­der ei­ner LTS-Version al­ler­dings von Haus aus de­ak­ti­viert.

Wie Sie viel­leicht wis­sen, wird jede Ubuntu-Version fünf Jah­re lang kos­ten­los mit den oben ge­nann­ten Up­dates ver­sorgt. Wer nach Ab­lauf die­ser Zeit wei­ter sein bis­he­ri­ges Be­triebs­sys­tem ver­wen­den möch­te, der kann ge­gen eine Ge­bühr die Update-Quelle ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce) ak­ti­vie­ren und wird dar­über zu­künf­tig mit Ak­tua­li­sie­run­gen ver­sorgt.

Fol­lo­wing the end-of-life of Ubun­tu 12.04 LTS, Ca­no­ni­cal is of­fe­ring Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce), which pro­vi­des im­portant se­cu­ri­ty fi­xes for the ker­nel and the most es­sen­ti­al user space pa­cka­ges in Ubun­tu 12.04.

Ca­no­ni­cal Ltd.: In­tro­du­cing Ubun­tu 12.04 ESM (Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Main­ten­an­ce). insights.ubuntu.com (05/2017).

Alle an­de­ren Be­nut­zer up­graden Ihr Sys­tem auf eine ak­tu­el­le Ver­si­on und ha­ben da­nach wie­der kos­ten­lo­sen Zu­griff auf die Update-Module.

Ubuntu automatisch aktualisieren - so geht’s

Ich emp­feh­le al­len mei­nen Be­su­chern, zu­min­dest die Sicherheits-Updates für Ubun­tu au­to­ma­tisch in­stal­lie­ren zu las­sen. Die Kon­fi­gu­ra­ti­on hier­für ist der­ma­ßen ein­fach, dass sie selbst von Linux-Neulingen ohne Wei­te­res vor­ge­nom­men wer­den kann.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Sicherheits-Updates un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS au­to­ma­tisch in­stal­lie­ren las­sen

Na­vi­gie­ren Sie zu­nächst über die Ubun­tu Dash-Startseite in das Menü „An­wen­dun­gen & Ak­tua­li­sie­run­gen”.

  • Wech­seln Sie dort an­ge­kom­men in den Rei­ter „Ak­tua­li­sie­run­gen”.
  • Wäh­len Sie dar­auf­hin hin­ter „Wenn Si­cher­heits­ak­tua­li­sie­run­gen ver­füg­bar sind” den Punkt „Au­to­ma­tisch her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren” aus.
  • Zu gu­ter Letzt wer­den Sie dazu auf­ge­for­dert, die Än­de­rung durch die Ein­ga­be Ih­res Ad­mi­nis­tra­tor­pass­worts zu be­stä­ti­gen.

Ab so­fort sind Sie im­mer vor Vi­ren, Tro­ja­nern und Co. ge­schützt, ohne da­bei fol­gen­den Update-Befehl ein­ge­ben zu müs­sen:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Möch­ten Sie, dass auch die an­de­ren Update-Module au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert wer­den? Dann öff­nen Sie zu­nächst ein Terminal-Fenster.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Na­vi­gie­ren Sie im An­schluss in die Sys­tem­da­tei des Ak­tua­li­sie­rungs­me­nüs und ak­ti­vie­ren Sie dort die au­to­ma­ti­schen Up­dates.

Screenshot von Inhalt der Ubuntu-Systemdatei /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Dies er­rei­chen Sie, in­dem Sie fol­gen­de Ein­trä­ge mit ei­ner 1 ver­se­hen:

  • Update-Package-Lists
  • Download-Upgradeable-Packages
  • Unattended-Upgrade

Tipp: Der Ein­trag Au­to­clean­In­ter­val legt fest, ob Ubun­tu nicht mehr ge­brauch­te Da­tei­en au­to­ma­tisch lö­schen soll. Falls Sie also wie ich hin­ter dem Be­fehl die Zif­fer 4 ein­ge­tra­gen ha­ben, räumt Ihre Linux-Distribution alle vier Tage die Sys­tem­fest­plat­te auf.

Hin­weis: Um Ihre Ein­trä­ge im Edi­tor Nano zu spei­chern, müs­sen Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O drü­cken. Hin­ge­gen mit Strg + X ver­las­sen Sie das Ein­stel­lungs­me­nü wie­der.

Als Nächs­tes kön­nen Sie fest­le­gen, wel­che der ein­zel­nen Mo­du­le sich selbst­stän­dig ak­tua­li­sie­ren sol­len.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades
Screenshot von Systemdatei 50unattended-upgrades unter Ubuntu 16.04 LTS

Sys­tem­da­tei 50unattended-upgrades un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS

Ent­fer­nen Sie dazu ein­fach die bei­den // vor dem je­wei­li­gen Ein­trag. Soll­ten Sie die Ein­stel­lun­gen von dem Screen­shot über­neh­men, dann ha­ben Sie stets ein si­che­res Sys­tem mit ak­tu­el­len Ap­pli­ka­tio­nen.

Ganz zum Schluss müs­sen Sie nur noch be­stim­men, wann die au­to­ma­ti­sche Ak­tua­li­sie­rung statt­fin­den soll.

Screenshot von 50unattended-upgrades: Wann soll die automatische Aktualisierung stattfinden

Soll die au­to­ma­ti­sche Ak­tua­li­sie­rung erst beim Her­un­ter­fah­ren statt­fin­den?

Scrol­len Sie da­für in der Mo­dul­an­sicht et­was wei­ter nach un­ten zum Punkt Unattended-Upgrade::InstallOnShutdown.

  • Ent­fer­nen Sie auch hier zu­nächst die bei­den // vor dem Ein­trag.
  • Än­dern Sie dar­auf­hin das „true” in „fal­se”, wenn vor­han­de­ne Up­dates di­rekt nach dem Neu­start des Sys­tems in­stal­liert wer­den sol­len.
  • Hin­ge­gen wenn Sie die Stan­dard­ein­stel­lung be­las­sen, wird die Linux-Distribution erst kurz vor dem Her­un­ter­fah­ren ak­tua­li­siert.

Nach­dem Sie die Sys­tem­da­tei ge­spei­chert ha­ben, wird Ubun­tu ge­mäß Ih­rer Ein­stel­lun­gen täg­lich au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert.

Warum verwenden manche Menschen Ubuntu?

In mei­ner Um­fra­ge mit mehr als 400 Teil­neh­mern ga­ben le­dig­lich 11% an, dass Sie Ubun­tu we­gen des ge­rin­gen War­tungs­auf­wan­des nut­zen.

Balkendiagramm von Umfrage: Warum nutzen Menschen Ubuntu? Durchgeführt vom Institut Kilobyte. Finanziert von George Soros. Ziel: Ubuntuisierung des Abendlandes

Das ist mir un­ver­ständ­lich, wo man doch un­ter Win­dows je­den Trei­ber und so gut wie jede Soft­ware­ak­tua­li­sie­rung ein­zeln von Hand in­stal­lie­ren muss.

  • 23% wol­len von Mi­cro­soft los­kom­men.

Da­mit sich die­se Men­schen lang­fris­tig für eine Linux-Distribution ent­schei­den, sind wir als Com­mu­ni­ty ge­fragt. Es ist oft­mals er­schre­ckend, wie schlecht Hilfs­be­dürf­ti­ge in den deutsch­spra­chi­gen Ubuntu-Foren von den Ex­per­ten be­han­delt wer­den.

  • Am 14. Ja­nu­ar 2020 en­det der Sup­port­zeit­raum für Win­dows 7.

Ich gehe stark da­von aus, dass da­mit eine rie­si­ge Flücht­lings­la­wi­ne in an­de­re Be­triebs­sys­te­me los­tritt. Das ist eine gro­ße Chan­ce, um den Ein­fluss des eu­ro­päi­schen Be­triebs­sys­tems Ubun­tu zu stär­ken. Da­bei ist al­ler­dings Ihre Hil­fe von­nö­ten. Sei­en Sie stets of­fen für Fra­gen und be­han­deln Sie die Microsoft-Flüchtlinge nicht ab­fäl­lig, son­dern hel­fen Sie den ver­lo­ren ge­glaub­ten See­len in die Frei­heit.

Herz­lich will­kom­men in eu­rem Zu­hau­se.

EUROPEENSSANSFRONTIERES: EURODAME, HELP! youtube.com (05/2017).

Hin­weis: Je mehr Men­schen Ubun­tu ver­wen­den, umso hö­her ist der Druck auf Soft­ware­her­stel­ler, Spie­le­schmie­den und Hard­ware­pro­du­zen­ten ihre Pro­duk­te auch für Li­nux an­zu­bie­ten.

Bild von Appell: Ubuntu bedeutet Freiheit

Soll­te je­mand trotz Ih­res Ein­sat­zes mit Ubun­tu un­zu­frie­den sein, dann neh­men Sie das nicht per­sön­lich. Be­den­ken Sie, dass nicht je­der mit der neu ge­won­ne­nen Frei­heit um­ge­hen kann.

Denn mit der Frei­heit steht es wie mit den schwe­ren und kräf­ti­gen Spei­sen oder mit den star­ken Wei­nen, die ge­eig­net sind, die ro­bus­ten Na­tu­ren, die an sie ge­wöhnt sind, zu näh­ren und zu stär­ken, wäh­rend sie die Schwa­chen und Emp­find­li­chen, die nicht für sie ge­schaf­fen sind, über­wäl­ti­gen, zu­grun­de­rich­ten und trun­ken ma­chen.

Rous­seau, Jean-Jacques: Ab­hand­lung über den Ur­sprung und die Grund­la­gen der Un­gleich­heit un­ter den Men­schen. Bi­blio­gra­fisch er­gänz­te Aus­ga­be. Stutt­gart: Phil­lip Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2010.

Fazit: Warum setze ich auf Linux-Distributionen?

Der Com­pu­ter ist mein Werk­zeug und die Soft­ware soll nur ma­chen, was ich ihr sage. Des­halb lie­be ich per­sön­lich De­bi­an und kann je­dem er­fah­re­ne­ren Ubuntu-Anwender nur emp­feh­len, zum Mut­ter­schiff heim­zu­keh­ren.

Im Jah­re 2004 wag­te ich mit Ubun­tu den ers­ten Schritt in die Frei­heit und Sie glau­ben nicht, wie oft ich die Linux-Distribution be­reits ab­ge­schrie­ben hat­te. Zum Bei­spiel als mit Ver­si­on 12.10 die Wer­bung in die Ubun­tu Dash-Startseite kam, was zu Da­ten­schutz­pro­ble­ma­ti­ken führ­te.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Oder als mit Ubun­tu 14.04 LTS die Be­nut­zer­ober­flä­che Unity 7.2 ein­ge­führt wur­de, die das Be­triebs­sys­tem der­ma­ßen ver­lang­sam­te, dass An­wen­der mit äl­te­ren Com­pu­tern auf MATE oder KDE um­stei­gen muss­ten.

Bild: Canonical betreibt Entwicklung im Sinne des Users

Trotz al­le­dem be­trei­be ich eine Web­sei­te, die Ubun­tu an­preist. Denn Ca­no­ni­cal hat be­wie­sen, dass es stets im Sin­ne der Be­nut­zer han­delt, und hat alle be­gan­ge­nen Feh­ler wie­der kor­ri­giert.

Da­bei scheut sich das Lon­do­ner Soft­ware­un­ter­neh­men auch nicht, ei­nen Ent­wick­lungs­schritt zu­rück­zu­ge­hen und nach sie­ben Jah­ren wie­der GNOME als Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che ein­zu­set­zen.

I’m wri­ting to let you know that we will end our in­vest­ment in Unity8, the pho­ne and con­ver­gence shell. We will shift our de­fault Ubun­tu desk­top back to GNOME for Ubun­tu 18.04 LTS.

Shut­tle­worth, Mark: Gro­wing Ubun­tu for cloud and IoT, ra­ther than pho­ne and con­ver­gence. insights.ubuntu.com (05/2017).

Denn wie mei­ne Um­fra­ge be­weist, die Men­schen wol­len doch nichts wei­ter als ein funk­tio­nel­les und sta­bi­les Be­triebs­sys­tem.

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Un­ter Ubun­tu kann es vor­kom­men, dass der haus­ei­ge­ne Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se die hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten für ein Netz­lauf­werk oder ein Net­work At­ta­ched Sto­ra­ge nicht wie­der­gibt. Beim Ein­hän­gen des ex­ter­nen Da­ten­trä­gers wer­den Sie vom Menü „Pass­wör­ter und Ver­schlüs­se­lung” zwar nach dem Mas­ter­pass­wort ge­fragt, müs­sen dann al­ler­dings trotz­dem je­des Mal die Login-Daten samt Do­mä­ne er­neut ein­ge­ben. Um sich die­se wie­der­keh­ren­de Pro­ze­dur zu er­spa­ren, kön­nen Sie Netz­lauf­wer­ke nach dem Start von Ubun­tu auch au­to­ma­tisch ein­bin­den las­sen.

Hal­lo Ki­lo­byte, ich bin Frei­be­ruf­ler mit zwei An­ge­stell­ten und set­ze auf den Agen­tur­com­pu­tern Ubun­tu 16.04 ein. [...] habe ich uns das NAS Syno­lo­gy DS216j ge­kauft, auf das wir über NFS zu­grei­fen. [...] Lei­der müs­sen wir die kom­plet­ten Zu­gangs­da­ten im­mer neu ein­ge­ben, da die ein­fach nicht ge­spei­chert blei­ben. Dar­auf­hin woll­te ich auf den Kli­en­ten die frei­ge­ge­be­nen Ord­ner vom NAS au­to­ma­tisch ohne vor­he­ri­ge Pass­wort­ab­fra­ge ein­bin­den las­sen. Pro­biert habe ich da­für die Me­tho­de von Sem­per­Vi­deo, die will bei uns aber auch nicht funk­tio­nie­ren.

Hein­rich, Tho­mas: Be­nö­ti­ge schnel­le Hil­fe von den Pro­fis zum The­ma NAS. E-Mail vom 15.05.2017.

Bild von Ubuntu NetzlaufwerkEin gro­ßer Nach­teil beim au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks ist, dass die Ein­logg­da­ten zum NAS un­ver­schlüs­selt als Klar­text ge­spei­chert sind. Soll­te also bei Ih­nen der Ubun­tu Pass­wort­ma­na­ger Se­ahor­se De­fek­te auf­wei­sen, dann emp­feh­le ich Ih­nen KDE als neue Be­nut­zer­ober­flä­che. Auch im Da­tei­ma­na­ger Dol­phin ist es ohne Wei­te­res mög­lich, schi­cke Le­se­zei­chen zu Netz­lauf­wer­ken zu set­zen. Au­ßer­dem sind mit dem Pass­wort­ma­na­ger KWal­let alle Ihre hin­ter­leg­ten Zu­gangs­da­ten ver­schlüs­selt ge­spei­chert und wer­den zu­ver­läs­sig nach der Ein­ga­be des Mas­ter­pass­worts wie­der­ge­ge­ben.

Sie möch­ten lie­ber bei der Be­nut­zer­ober­flä­che Unity blei­ben und Ihr Netz­lauf­werk ohne die vor­he­ri­ge Ein­ga­be der Zu­gangs­da­ten ein­bin­den las­sen? Dann ha­ben Sie hof­fent­lich nicht eben­falls die An­lei­tung des YouTube-Kanals Sem­per­Vi­deo aus­pro­biert. Der Lö­sungs­weg der von mir sehr ge­schätz­ten Netz­ak­ti­vis­ten­grup­pe ist näm­lich nicht nur um­ständ­lich, son­dern vor al­lem auch un­voll­stän­dig.

Netzlaufwerk unter Ubuntu erstellen

Im ers­ten Schritt müs­sen Sie fest­le­gen, von wel­chem Ort Sie auf Ihr Netz­lauf­werk zu­grei­fen möch­ten. Ich emp­feh­le hier­für das Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner”.

Screenshot von neuem Ordner unter Ubuntu 16.04 LTS

Er­stel­len Sie dort ei­nen neu­en Ord­ner mit ei­nem Na­men Ih­rer Wahl. Öff­nen Sie als Nächs­tes ein neu­es Terminal-Fenster und na­vi­gie­ren Sie in die Sys­tem­da­tei fstab.

sudo nano /etc/fstab

Scrol­len Sie da­nach ganz nach un­ten und fü­gen Sie fol­gen­den neu­en Ein­trag hin­zu:

//192.168.1.44/Webbackup /home/sascha/Backups cifs defaults,username=admin,password=dschizya,iocharset=utf8,file_mode=0777,dir_mode=0777

Hin­weis: Set­zen Sie Ihre per­sön­li­chen Da­ten in die Code­zei­le ein. Die Syn­tax des Be­fehls darf da­bei nicht ver­än­dert wer­den.

Screenshot von Ubuntu 16.04.2 LTS /etc/fstab - Eintrag für Netzlaufwerk mit Schreibrechten

Sys­tem­da­tei fstab - Be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks hin­zu­fü­gen

Der Kon­so­len­be­fehl zum au­to­ma­ti­schen Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks setzt sich fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men:

  1. IP-Adresse und Pfad zum frei­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis.
  2. Pfad zum neu er­stell­ten lo­ka­len Ord­ner, um auf das Netz­lauf­werk zu­zu­grei­fen.
  3. In­di­vi­du­el­le Zu­gangs­da­ten für Ihr NAS oder die frei­ge­ge­be­ne Fest­plat­te.
  4. Schreib­rech­te, um Da­tei­en auf dem Netz­lauf­werk spei­chern zu kön­nen.

Hin­weis: Der Ein­trag cifs steht für Com­mon In­ter­net File Sys­tem, was nichts wei­ter als das Netz­werk­pro­to­koll ist, wel­ches beim Da­ten­trans­fer ver­wen­det wird. Hin­ge­gen weist de­faults Ubun­tu un­ter an­de­rem an, das Netz­lauf­werk di­rekt nach dem Start des Be­triebs­sys­tems ein­zu­hän­gen.

Spei­chern Sie nach dem An­pas­sen des Be­fehls die Sys­tem­da­tei fstab mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + O. Ver­las­sen Sie dar­auf­hin den Edi­tor Nano mit Strg + X.

Ein Netzlaufwerk unter Ubuntu verwenden

Star­ten Sie dar­auf­hin Ih­ren Com­pu­ter neu. Nach­dem Ubun­tu wie­der ge­la­den wur­de, wer­den Sie im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” fest­stel­len, dass sich das Aus­se­hen Ih­res lo­ka­len Netz­lauf­werk­ord­ners ge­än­dert hat.

Screenshot von blau eingefärbtem Ubuntu-Ordner

Tipp: Ih­nen ge­fällt das Sym­bol auf dem Ord­ner nicht? Dann fär­ben Sie die Ver­knüp­fung zu Ih­rem Netz­lauf­werk ein­fach mit­hil­fe von Fol­der Co­lor ein.

Die kos­ten­lo­se Mo­di­fi­ka­ti­on Fol­der Co­lor hilft Ih­nen da­bei, Ihr Be­triebs­sys­tem wei­ter zu per­so­na­li­sie­ren. Da­mit kön­nen Sie nicht nur Ord­ner in ver­schie­de­nen Far­ben ein­fär­ben, son­dern die­se auch mit klei­nen Sym­bo­len mar­kie­ren.

Sa­scha: In Ubun­tu Sym­bo­le än­dern – Op­tio­nen. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Ab so­fort sind Sie mit ei­nem Dop­pel­links­klick auf Ihre Netz­lauf­werk­ver­knüp­fung im Ver­zeich­nis „Per­sön­li­cher Ord­ner” di­rekt auf Ih­rem NAS. Eine vor­he­ri­ge Ab­fra­ge Ih­rer Login-Daten fin­det da­bei nicht statt.

Automatisches Einhängen ist einfach aber unsicher

Wie Sie se­hen, ist das au­to­ma­ti­sche Ein­hän­gen ei­nes Netz­lauf­werks un­ter Ubun­tu mit nur ei­nem Be­fehl mög­lich. Ver­ges­sen Sie da­bei al­ler­dings nie, dass die Zu­gangs­da­ten zum frei­ge­ge­be­nen Ord­ner auf Ih­rem NAS als Klar­text in der Sys­tem­da­tei fstab ste­hen.

Ach­ten Sie also ge­ra­de im Bü­ro­all­tag dar­auf, dass Ihre Mit­ar­bei­ter in den au­to­ma­tisch ein­ge­häng­ten Netz­lauf­wer­ken nur tri­via­le Do­ku­men­te spei­chern.

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Sie möch­ten alle Ihre On­line­zu­gän­ge mit ex­trem si­che­ren Pass­wör­tern schüt­zen? Dann soll­ten Sie ent­we­der be­son­ders ori­gi­nell oder cle­ve­rer als die an­de­ren In­ter­net­be­nut­zer sein. Falls Sie wie ich we­der das eine noch das an­de­re sind, kön­nen Sie al­ter­na­tiv auf ei­nen Pass­wort­ge­ne­ra­tor zu­rück­grei­fen. Für Ubun­tu gibt es zwei kos­ten­lo­se Ap­pli­ka­tio­nen, mit de­nen Sie Pass­wör­ter er­stel­len kön­nen, die heu­ti­ge Si­cher­heits­stan­dards volls­tens er­fül­len.

Bild von Passwortgenerator für UbuntuDoch gibt es über­haupt si­che­re Pass­wör­ter? Ei­gent­lich nicht, denn jede Kom­bi­na­ti­on lässt sich mit der Brute-Force-Methode kna­cken. Da­für sind al­ler­dings sehr vie­le Ver­su­che von­nö­ten, die ei­nem die Be­trei­ber der Online-Dienste nicht ge­stat­ten. Nach spä­tes­tens fünf fal­schen Ein­ga­ben ist Schluss und die IP-Adresse des An­grei­fers wird ge­sperrt. Ein Pass­wort ist also dann be­reits si­cher, wenn es ein real exis­tie­ren­der Mensch mit fünf Ver­su­chen nicht er­ra­ten kann.

Lei­der sind die meis­ten Pass­wör­ter tat­säch­lich noch Wör­ter, die sich in ei­nem Le­xi­kon oder Wör­ter­buch nach­schla­gen las­sen. Ein gro­ßer Feh­ler, denn das per­fek­te Pass­wort soll­te aus Mi­nus­keln, Ver­sa­li­en und Zif­fern be­stehen. Falls Ih­nen die Er­stel­lung sol­cher sinn­be­frei­ten Kom­bi­na­tio­nen schwer­fällt, dann nut­zen Sie ei­nen Pass­wort­ge­ne­ra­tor für Ubun­tu.

Ubuntu erstellt sichere Passwörter

Das be­lieb­tes­te Linux-Programm zum Er­stel­len von si­che­ren Pass­wör­tern nennt sich Pw­gen und wird über ein Terminal-Fenster be­dient.

sudo apt-get install pwgen

Gleich nach der In­stal­la­ti­on ge­ne­riert Ih­nen Pw­gen un­kom­pli­ziert Pass­wör­ter für alle Le­bens­la­gen. Falls Sie bei­spiels­wei­se eine acht­stel­li­ge Chif­fre be­nö­ti­gen, die mit al­len Online-Diensten funk­tio­niert, müs­sen Sie fol­gen­den Be­fehl ein­ge­ben:

pwgen -s

Wie Sie dem nach­fol­gen­den Bild ent­neh­men kön­nen, er­scheint dar­auf­hin eine kom­ple­xe Aus­wahl­lis­te mit Pass­wör­tern, wel­che die oben ge­nann­ten Si­cher­heits­an­for­de­run­gen er­fül­len.

Screenshot von Ubuntu Pwgen mit sicheren Passwörtern

Falls Sie für Ihr Pass­wort auch Son­der­zei­chen ver­wen­den dür­fen, dann ist die­ser Be­fehl das Rich­ti­ge für Sie:

pwgen -y

Auch in die­sem Fall ge­ne­riert Pw­gen eine acht­stel­li­ge Kom­bi­na­ti­on.

Screenshot eines Ubuntu Passwortgenerators

Dies ist für lo­ka­le An­wen­dun­gen ohne Schutz­me­cha­nis­mus na­tür­lich viel zu kurz. Ich den­ke da­bei vor al­lem an ei­nen Da­ten­trä­ger, der mit Ver­a­Crypt ver­schlüs­selt wer­den soll. Auch hier schafft Pw­gen Ab­hil­fe, in­dem Sie die ge­wünsch­ten Stel­len des Pass­worts ein­fach an den Be­fehl an­hän­gen:

pwgen -s 10

Hin­weis: Ein Pass­wort zum Ent­schlüs­seln ei­nes Me­di­ums soll­te aus min­des­tens 20 Zei­chen be­stehen.

Screenshot von zehnstelligem Passwort

Eine Auf­lis­tung al­ler Be­fehls­op­tio­nen er­hal­ten Sie mit:

pwgen --help

In mei­nen Au­gen ist Pw­gen der per­fek­te Pass­wort­ge­ne­ra­tor. Auch die ein­fa­che Be­die­nung über die Kon­so­le dürf­te Linux-Neulinge nicht ab­schre­cken.

Passwort erstellen lassen - die Zweite

Falls Sie trotz­dem et­was Angst vor Terminal-Fenstern ha­ben, gibt es für Ubun­tu eben­falls ei­nen Pass­wort­ge­ne­ra­tor mit gra­fi­scher Be­nut­zer­ober­flä­che. Die Free­ware heißt Re­ve­la­ti­on und ist ge­ne­rell ein voll­wer­ti­ger Pass­wort­ma­na­ger.

sudo apt-get install revelation

Un­ter Ubun­tu 16.04 LTS nimmt die In­stal­la­ti­on le­dig­lich 15 Me­ga­byte Sys­tem­spei­cher in An­spruch. Re­ve­la­ti­on lässt sich wie jede an­de­re Soft­ware über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen und kommt völ­lig un­schein­bar da­her.

Screenshot von Revelation für Ubuntu 16.04 LTS

Nach dem Pro­gramm­start soll­ten Sie ein­ma­lig die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + P drü­cken, um das ge­ne­rier­te Pass­wort auch se­hen zu kön­nen.

Wäh­len Sie als Nächs­tes den Rei­ter „An­sicht” aus und kli­cken Sie im An­schluss auf den Me­nü­punkt „Passwort-Generator”.

Screenshot von Revelation Ubuntu Passwortgenerator

Dar­auf­hin öff­net sich ein klei­nes Fens­ter, in die­sem Sie zu­nächst die ge­wünsch­te Län­ge des Pass­worts an­ge­ben kön­nen. Gleich da­nach soll­ten Sie fest­le­gen, ob Sie auch Son­der­zei­chen in Ih­rem Pass­wort ha­ben möch­ten.

  • Ha­ben Sie alle Ein­stel­lun­gen er­le­digt? Dann kli­cken Sie auf „Ge­ne­ra­te”. Das da­durch er­stell­te Pass­wort lässt sich be­quem mit der Maus aus dem Pro­gramm­fens­ter ko­pie­ren.

Falls Sie fest­stel­len, dass Sie doch lie­ber mit dem ver­gleichs­wei­se win­zi­gen Pw­gen ar­bei­ten, dann kön­nen Sie Re­ve­la­ti­on mit fol­gen­dem Be­fehl wie­der rest­los ent­fer­nen:

sudo apt-get remove revelation && sudo apt-get autoremove

Fazit: Wo lassen sich Passwörter speichern?

Es ist sehr schwer, die von Ge­ne­ra­to­ren er­stell­ten si­che­ren Pass­wör­ter im Ge­dächt­nis zu be­hal­ten. Dem­zu­fol­ge ist es völ­lig le­gi­tim, wenn Sie sich eine Text­da­tei mit Ih­ren Zu­gangs­da­ten zu Online-Diensten an­le­gen. Doch wo­hin mit die­ser hoch­sen­si­blen Da­tei?

Ich emp­feh­le hier­für ein ei­ge­nes Ver­zeich­nis, wel­ches mit Crypt­kee­per ver­schlüs­selt wur­de. Denn da­mit ist Ihre Pass­wort­da­tei nicht nur mit Ci­pher (Blo­w­fish) ge­si­chert, son­dern auch für un­au­to­ri­sier­te Be­nut­zer un­sicht­bar.

Durch die­ses De­sign ist der Ord­ner mehr­fach ge­schützt. Ein un­au­to­ri­sier­ter Be­nut­zer Ih­res Com­pu­ters weiß zu­nächst nicht, dass Sie über ei­nen ver­schlüs­sel­ten Ord­ner ver­fü­gen.

Sa­scha: Ubun­tu: Smar­te Al­ter­na­ti­ve zu Ver­a­Crypt – Crypt­kee­per. kilobyte.bplaced.net (04/2017).

Wuss­ten Sie, dass auch heut­zu­ta­ge noch viel zu schwa­che Pass­wör­ter ver­wen­det wer­den? Ne­ben „123456” und „fi­cken” ist „p@ssw0rd” im­mer noch sehr be­liebt. Die­ser Um­stand hat auch et­was Gu­tes, denn sonst wür­den wir wohl nicht stän­dig die an­züg­li­chen Sel­fies un­se­rer ge­lieb­ten Pro­mis zu se­hen be­kom­men.

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