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Anleitungen vom Webworker

Treiber für Ubuntu

Besonders schön an PCs (x86-basierten Computern) ist, dass diese individuell nach den Bedürfnissen ihrer Benutzer ausgestattet werden können. Aus diesem Grund gibt es eine enorme Bandbreite an Hardwarekomponenten und Peripheriegeräten. Es wäre utopisch davon auszugehen, dass ein Betriebssystem bereits vom Werk aus makellos auf sämtliche Geräte vorbereitet wäre. Infolgedessen liegt neuer Hardware in aller Regel eine Treibersoftware des Herstellers bei, die in jedem Fall die Funktion des Geräts unter Microsoft Windows und manchmal auch unter Mac OS X garantiert.

Bild von Ubuntu TreiberHingegen, egal, ob Sie auf der beigelegten CD oder im Internet nach Treibern für Ubuntu suchen, Ihre Anstrengungen werden vergebens sein. Denn ausgenommen von Grafikkarten- und Druckerherstellern, die ihren Software-Support für Linux stetig ausbauen, gibt es so gut wie keine verfügbaren Treiber für Ubuntu. Ich habe deshalb schon des Öfteren in Foren die Behauptung gelesen, Ubuntu benötige überhaupt keine Treiber. Dies ist natürlich Unsinn, denn auch dieses Betriebssystem ist auf eine Softwareschnittstelle angewiesen, um die vielfältigsten Hardwarekonfigurationen betreiben zu können.

Treiber sind im Kernel enthalten

Jede Neuerscheinung von Ubuntu kommt mit einem speziellen Kernel. Mithilfe des Terminal-Befehls uname -r sehen Sie, welche Versionsnummer derzeit bei Ihnen installiert ist.

Screenshot von uname -r 3.13.0-83-generic

Der Kernel ist die Software, die direkt nach dem BIOS geladen wird, und enthält unter der Linux-Distribution Ubuntu so gut wie alle erforderlichen Treiber für Ihren Computer.

The kernel is the central part of an operating system, that directly controls the computer hardware.

Fabulous.com Pty Ltd.: What is a Kernel? what-is-what.com (03/2016).

Den größten Anteil im Kernel nehmen Treiber für Mainboards samt der darauf befindlichen Komponenten (LAN, USB, SATA, Sound, etc.) ein. Dadurch ist sichergestellt, dass nach der Installation von Ubuntu quasi jede Maschine ohne die Installation von weiterer Gerätesoftware ohne Einschränkungen funktioniert.

Screenshot von Changelog eines Kernels

Damit Sie immer die neusten Treiber für Ihr Ubuntu erhalten, wird der Kernel regelmäßig und automatisch aktualisiert. Bei diesem Prozess finden jedoch nicht nur Softwareverbesserungen statt, sondern es werden auch Gerätetreiber für neue Hardware hinzugefügt. Damit ein Ubuntu-Kernel mit der Zeit nicht zu stark anschwillt, werden zudem sehr alte Treiber entfernt. Dadurch kommt es oftmals zu Problemen.

Nach dem Update auf Kernel 2.6.36.2 funktioniert WLAN nicht mehr. Die LED des Sticks leuchtet nur, ein Netzwerk wird nicht gefunden.

Sgpeg: WLAN geht nach Kernel-Update nicht mehr. linuxforen.de (03/2016).

Hinweis: Mit Ubuntu ist es problemlos möglich einen älteren Kernel zu verwenden, um nicht mehr ganz zeitgemäße Hardware zu betreiben. Das Betriebssystem ist dabei dennoch sicher, da Sie aktuelle Sicherheitsupdates unabhängig von der installierten Kernel-Software erhalten.

Diese Treiber für Ubuntu sind nicht im Kernel

Das Debian-Derivat Ubuntu ist immer noch ein Betriebssystem, welches hauptsächlich zum produktiven Arbeiten eingesetzt wird. Demnach liegt die Priorität des Treiber-Supports auf Notebooks und Workstations. Desktop-PCs mit dem Fokus auf Multimedia und Spielen können mit Ubuntu Probleme machen, was an der installierten Hardware liegt.

  • Moderne Grafikkarten werden nach der Installation automatisch mit den freien Linux-Treibern nouveau (Nvidia) oder radeon (AMD) betrieben. Über das Treiber-Menü innerhalb von Ubuntu haben Sie jedoch ebenso die Gelegenheit, die proprietären Grafikkartentreiber der Hersteller zu installieren.

Screenshot von Ubuntu Treiberverwaltung NVIDIA Corporation GF116

  • Druckertreiber für Ubuntu befinden sich nicht im Kernel. Diese müssen entweder über das Drucker-Menü oder direkt von der Herstellerseite heruntergeladen werden.

Diverse Nachteile durch fehlende Treibermedien

Im Gegensatz zu Windows geschieht die Installation der Gerätetreiber also völlig automatisch. Auch um die Aktualisierung veralteter Treiber müssen Sie sich als Ubuntu-Benutzer nicht kümmern. Nachteile, dass Sie unter Ubuntu keine Treiber-CD installieren können, kommen besonders bei spezieller Hardware und Peripheriegeräten zum Vorschein.

  • Dedizierte Soundkarten machen so gut wie immer Probleme unter Ubuntu. Selbst wenn die Treibersoftware im Kernel enthalten ist, kann die Hardware oftmals nicht vollständig verwendet werden.

Bei mir ist es eine Creative Sound Blaster Recon 3D die Probleme macht. Die Karte wird in Ubuntu 14 zwar erkannt aber ich kann meine Anlage nur in Stereo betreiben weil keine 5.1 Einstellungen vorhanden sind.

Ka Mü: Soundkarten in Ubuntu installieren. kilobyte.bplaced.net (03/2016).

  • Peripheriegeräte wie WLAN-Sticks, Webcams, Funkmäuse oder Gamecontroller funktionieren entweder „Out-of-the-box“ oder überhaupt nicht.

Hinweis: Als Betreiber eines Linux-Systems sollten Sie vor der Anschaffung von derartiger Hardware im Internet recherchieren, ob Ihr Betriebssystem dafür Treiber bereithält.

Faktencheck – brauche ich Treiber für Ubuntu?

Gerade Umsteiger sind am Anfang immer unsicher, ob Ihr Computer problemlos mit Ubuntu funktioniert, deshalb hier ein Überblick:

  1. Bei der Installation von Ubuntu wird ein aktueller Kernel installiert, der in der Regel sämtliche internen Geräte mit Treibern versorgt. Dadurch sind Treiber-CDs wertlos.
  2. Jegliche Grafikkarten funktionieren unter der Linux-Distribution. Die freien Standardtreiber erfüllen mehr als nur ihren Zweck. Spieler, welche die volle Leistungsbandbreite benötigen, haben direkt aus dem System heraus die Möglichkeit, einen geschlossenen Treiber des Herstellers zu installieren.
  3. Immer mehr Druckerhersteller bieten ihre Software auch für Linux an. Hier lohnt sich ein Blick auf die Herstellerwebseite. Die Treibersoftware wird meistens in einem Format bereitgestellt, welches sich selbsterklärend unter Ubuntu installieren lässt.
  4. Bei diversen PCI- bzw. PCI-Express-Karten und vor allem USB-Geräten hat der Ubuntu Treiber-Support Defizite. Bemühen Sie vor dem Kauf eine Suchmaschine oder fragen Sie eventuell in einem Forum nach, ob das gewünschte Gerät unterstützt wird.
Fazit

Als jemand, der mehrmals im Monat verschiedene Linux-Distributionen auf unterschiedlichen Computern installiert kann ich sagen, dass die Treiber-Unterstützung von Ubuntu hervorragend ist.

Die Treiber unter Linux werden immer besser und leistungsfähiger. […] Unter Ubuntu läuft einiges besser, unkomplizierter und schneller als unter Windows.

Leister, Thomas: Gründe, warum ich Ubuntu Linux Windows vorziehe. thomas-leister.de (03/2016).

Jedoch sollten Sie das Betriebssystem, auch wenn dieses Linux basiert ist, immer an die Aktualität Ihrer Hardware anpassen. Deshalb lohnt es sich, als etwaiger Ubuntu-Benutzer über die Supportzeiträume der einzelnen Versionen Genaueres in Erfahrung zu bringen.

Verwandte Themen:

Gute Webcam für Ubuntu – Empfehlung
Was ist in meinem PC? Die Ubuntu-Befehle

(Screenshots: Kubuntu 14.04.4 LTS)

Ubuntu: Die wichtigsten Terminal-Befehle – ein Überblick

Die steigende Beliebtheit von Linux-Distributionen wie Ubuntu, Debian oder Linux Mint gründet vor allem auf dem Umstand, dass diese mit ansprechenden, grafischen Benutzeroberflächen bedienbar sind. Heutzutage haben nämlich viele Anwender große Angst vor Terminal-Fenstern, doch das war beileibe nicht immer so. Der erste nennenswerte, kommerziell erfolgreiche Computer, der mit einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) samt Maus steuerbar war, kommt aus dem Jahre 1981 und nannte sich Xerox Star.

1981 Xerox Star. The first commercial attempt at a mouse based GUI.

Sneider, Jeremy: A Short History of the GUI and the Microsoft vs Apple Debate. theoligarch.com (02/2016).

Screenshot Ubuntu Terminal-FensterGemessen am Erfolg der Betriebssysteme MS-DOS (1981) für x86-PCs und Commodore Basic V2 (1982) für den C64, die ausschließlich über die Kommandozeile bedient werden mussten, blieb der Xerox Star blass. Gleiches galt für die Workstation Apple Lisa (1983). Dieses System hatte zwar für damalige Verhältnisse eine sehr ansprechende Benutzeroberfläche, war jedoch unerschwinglich und konnte sich nicht am Markt etablieren. Es dauerte noch mehr als zehn Jahre, bis die Computer-Benutzer sich an grafische Desktop-Oberflächen gewöhnten und diese seitdem bevorzugen. Den größten Anteil an dieser Entwicklung trug das Microsoft Betriebssystem Windows 95.

47.000.000 Exemplare von Windows 95 wurden 1996 verkauft.

Makowski, Dirk: Windows 95. winhistory.de (02/2016).

Von da an waren Computer nicht mehr nur Arbeitsgeräte, bessere Taschenrechner und Spielautomaten, sondern einfach bedienbare, multimediale Allzweckwaffen, welche die ganze Familie ansprachen.

Spätestens seit 1998 als Debian 2.0 (Hamm) veröffentlicht wurde, können auch Linux-Distributionen mithilfe von grafischen Benutzeroberflächen (KDE, GNOME, Cinnamon, etc.) bedient werden.

I switched to Debian 2.0 (Hamm) in 1998 when it first came out. […] I spent hours compiling things whether it was X11, KDE 0.x, QT, GTK, Gnome, GIMP.

Nate: Happy Birthday Debian: 20 years old. techopsguys.com (02/2016).

Das Debian-Derivat Ubuntu ging sogar noch eine Stufe weiter und bringt seit Version 11.04 seine eigene Benutzeroberfläche (Unity) mit. Als Benutzer von Debian oder eines Derivats daraus, können Sie prinzipiell auf die Verwendung von Terminal-Fenstern verzichten. Für jeden wichtigen Befehl gibt es in allen gängigen Oberflächen das passende Menü.

  • Je mehr Sie jedoch die Komfortzone Debian verlassen und reine Linux-Anwendungen bedienen möchten, desto häufiger werden Sie um das Terminal nicht herumkommen.
  • Außerdem bietet ein sicherer Terminal-Umgang viele Vorteile. Sie können dadurch oftmals nicht nur schneller arbeiten oder im Notfall Ihr System reparieren, sondern auch auf viele grafische Hilfsprogramme verzichten.

So funktioniert das Terminal

Hinweis: Jedes Terminal-Fenster kann einen Prozess ausführen. Sie können unter Ubuntu jedoch beliebig viele Fenster gleichzeitig geöffnet haben.

1.) Installierte Programme starten

Software, die Sie via Ubuntu Software-Center oder PPA installiert haben, lässt sich über ein Terminal-Fenster starten. Tippen Sie dazu einfach den Namen in Kleinbuchstaben ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.

Screenshot von Libreoffice im Terminal-Fenster

2.) Linux-Programme starten

Damit Applikationen wie der Tor-Browser oder das Spiel SuperTuxKart unter jedem Linux-System funktionieren, werden diese als Shell-Script ausgeliefert. Eine Installation ist dabei nicht notwendig, denn die Anwendung wird einfach mithilfe des Terminals aus dem Ordner gestartet.

Screenshot vom Starten eines Shell-Scripts

Dazu wird immer das Präfix ./ vor den Dateinamen gesetzt.

Hilfreiche Tipps fürs Ubuntu-Terminal

Albert Einstein sagte: „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht.“ Genauso verhält es sich mit Terminal-Befehlen.

3.) Autovervollständigung

Programmnamen sind oftmals sehr lange und besitzen Versionsnummern und Satzzeichen. Es besteht kein Grund, dies alles manuell in ein Terminal-Fenster abzuschreiben.

Screenshot von Terminal-Fenster Autovervollständigung

Tippen Sie die ersten Buchstaben ein, die Ihnen einfallen und drücken Sie danach die Tabulatortaste. Ubuntu wird den Rest für Sie automatisch vervollständigen.

Tipp: Ihre zuletzt eingegebenen Terminal-Befehle bleiben gespeichert. Drücken Sie auf Ihrer Tastatur die Pfeiltaste nach oben, um sich diese anzeigen zu lassen.

4.) Copy & Paste

Es lohnt sich ebenso wenig, lange Befehlsketten von Internetseiten abzuschreiben. Anstelle dessen sollten Sie den gewünschten Befehl markieren und kopieren. Im Terminal-Fenster selbst ist es danach möglich, das Ganze mithilfe der rechten Maustaste einzufügen.

Aus Ihrem Browser bzw. LibreOffice sind Sie vielleicht gewohnt mit den Tastenkürzeln „Strg + C“ und „Strg + V“ zu arbeiten.

Kann man über die Konsole die Shortcuts: Strg+C, …+X, …+V einrichten?

Michael: Synaptic. kilobyte.bplaced.net (02/2016).

Dies funktioniert standardmäßig leider nicht im Terminal-Fenster, sondern muss je nach Benutzeroberfläche, mal mehr mal weniger aufwendig, konfiguriert werden.

Ordner mithilfe des Terminals erkunden

5.) In ein Verzeichnis wechseln

Damit Sie heruntergeladene Archive über das Terminal entpacken oder Shell-Scripts starten können, ist es erforderlich, in das Heimatverzeichnis dieser Dateien zu navigieren.

Screenshot von cd /home/

Dazu gibt es den CD-Befehl (change directory). Mit dem Präfix cd navigieren Sie von Ordner zu Ordner.

Um nachzusehen, was sich im angekommenen Verzeichnis befindet, eignet sich der Terminal-Befehl dir am besten.

Screenshot von Ubuntu-Terminal dir

Ihnen werden daraufhin alle weiteren Ordner und Dateien im Verzeichnis angezeigt, sodass Sie mit cd weiter navigieren können. Dabei sollten Sie wieder auf die Autovervollständigung zurückgreifen.

Screenshot von cd.. im Ubuntu-Terminal

Sind Sie einmal falsch abgebogen, führt Sie der Befehl cd .. wieder eine Stufe zurück.

6.) Dokumente/Verzeichnisse mit dem Terminal kopieren/verschieben

Prinzipiell bietet das Ubuntu-Terminal die Gelegenheit, darin die komplette Ordnerstruktur neu zu arrangieren.

Screenshot vom Kopieren mit dem Terminal-Fenster

Mit dem Befehl cp -u samt Datei- bzw. Ordnername gefolgt vom neuen Speicherort, kopieren Sie die Daten. Ist die Datei bereits vorhanden, wird diese damit gleichzeitig überschrieben.

Hinweis: Dieses Beispiel dient lediglich als Illustration. Selbstverständlich verwende ich für solch ein Szenario den Ordner-Manager (Nautilus/Dolphin) meiner Ubuntu-Version, sonst könnte ich gleich Arch Linux installieren.

  • Sollten Sie einmal eine Datei in Ihrem Wurzelverzeichnis ändern wollen, werden Sie jedoch mit dem Ordner-Manager nicht weit kommen. Hier hilft dann nur der oben genannte CP-Befehl samt Administratorenrechte.

Ein Terminal-Fenster für Administratoren

Wie Sie sehen, ist es im Alltagsbetrieb nicht notwendig im Ubuntu-Terminal über Administratorenrechte zu verfügen.

7.) Ich bin der sudo (Admin)

Immer wenn Sie Terminal-Befehle sehen, die das Präfix sudo erfordern, bedeutet dies, dass Sie in Ihr System eingreifen und dies mit Ihrem Administratorenpasswort legitimieren müssen.

Screenshot von sudo Befehlen im Ubuntu-Terminal

  • Heißt also im Umkehrschluss, solange Sie ohne sudo in Ihrem Terminal-Fenster herumprobieren, ist es nicht möglich, irgendetwas an Ihrem Betriebssystem zu beschädigen.
Fazit zum Ubuntu-Terminal

Wie Sie sehen, ist das Terminal kein Hexenwerk, sondern funktioniert minimalistisch mit logischen Befehlen. Um langfristig erfolgreich mit einem Debian-Derivat arbeiten zu können, sollten Sie die genannten sieben Punkte beherrschen. Diese gelten als die absoluten Basics und damit können Sie sich alles Weitere in Zukunft herleiten.

Ich bevorzuge auch einen schönen Desktop und verwende deshalb besonders gerne KDE als Benutzeroberfläche. Folglich versuche auch ich so viel wie möglich, mit der Maus auf einem ansprechenden Untergrund zu erledigen. Daher zum Schluss noch ein Bonustipp, für eine immer wiederkehrende Frage in diesem Blog.

Hi Kilobyte, kannst du mir kurz sagen, wie du in der Konsole installierte Programme löscht? […] Ich verwende noch Ubuntu 12.04 wegen alter Maschine und so.

Jung, Manfred: Kurze Frage zu Ubuntu und löschen. E-Mail vom 11.01.2016.

8.) So lösche ich installierte Programme in Ubuntu

Ich öffne Synaptic, suche besagte Software über das Suchfenster und deinstalliere diese damit vollständig.

Natürlich könnte ich im Terminal auch probieren, ob

  1. sudo apt-get remove <package> && sudo apt-get autoremove.
  2. sudo apt-get remove <application_name>.
  3. sudo apt-get purge <package-name>.

irgendwann zum Erfolg führt.

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Ubuntu automatisch herunterfahren – so geht’s
In Ubuntu einen Bildschirmschoner einrichten

(Screenshots: Kubuntu 14.04.3 LTS)

Ubuntu: 32 oder 64 Bit – Unterschiede

Bevor Sie die Linux-Distribution Ubuntu herunterladen können, müssen Sie sich zwischen einer 32- und einer 64-Bit-Version entscheiden. Die Entwickler hinter Ubuntu geben für diese Entscheidung folgenden Hinweis:

If you have an older PC with less than 2GB of memory, choose the 32-bit download.

Nun müsste man nur noch wissen, ab wann ein Computer unter die Kategorie „etwas älter“ fällt, schließlich kann Ubuntu 14.04 LTS auch auf aktuellen Maschinen sehr langsam sein.

Am Anfang war mein Laptop, Asus K72F-i3, beim Booten ca. 45 sek. sehr schnell, Updates habe ich alle installiert nun schläft er fast ein beim Booten ca 2 min und länger. Firefox lässt auch zu wünschen.

P., Lutz: Warum ist Ubuntu 14.04 so langsam? kilobyte.bplaced.net (10/2015).

Damit Sie sich zwischen 32 und 64 Bit richtig entscheiden, sodass einem schnellen und stabilen Ubuntu-System nichts mehr im Wege steht, erfahren Sie nun die essentiellen Unterschiede zwischen beiden Architekturen.

Die Speicherverwaltung

Bild von Ubuntu mit 32 und 64 BitDie richtige Bit-Version trägt maßgeblich zur Schnelligkeit Ihres Betriebssystems bei. Dabei geht es jedoch nicht um die Taktraten der Speicherriegel, sondern nur um die verwendbare Speichergröße. Immer wenn der Arbeitsspeicher voll ist, werden die Daten auf die Festplatte ausgelagert, was zu langen Ladezeiten führt. Ubuntu 14.04 LTS mit geöffnetem Mozilla Firefox verwendet durchschnittlich 1,5 Gigabyte RAM. Zu wenig Arbeitsspeicher ist auch heutzutage noch einer der Hauptgründe für ein langsames System, leider ist dieses Speichermedium auch sehr teuer.

  • 32 Bit: Ubuntu kann nur 3 Gigabyte Arbeitsspeicher verwalten, unabhängig davon, wie viel in Ihrem System installiert ist.
  • 64 Bit: Mit Ubuntu 14.04 LTS oder neuer könnten Sie bis zu 128 Gigabyte Arbeitsspeicher in Betrieb nehmen.

Hersteller wie Dell, Lenovo oder Acer verkaufen seit einiger Zeit schon Ubuntu-Notebooks mit lediglich 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem ist eine 32-Bit-Version vorinstalliert. Dies ist nicht nur viel zu wenig Arbeitsspeicher, sondern auch sehr kurzsichtig, vor allem im Bezug auf die verbauten aktuellen CPUs.

Der Prozessor entscheidet über Bit-Version

Egal, ob Sie viel oder wenig Arbeitsspeicher installiert haben, Ubuntu wird sowohl in der 32- als auch in der 64-Bit-Version laufen. Ganz im Gegenteil zum Prozessor, denn nicht alle können mit 64 Bit umgehen.

Bild von AMD Athlon auf Sockel A - 32 Bit ProzessorDie damalig sehr beliebten Intel Pentium 4 CPUs auf dem Sockel 478 erreichen Taktraten von mehr als 3,00 GHz und könnten mit einer vernünftigen, dedizierten Grafikkarte noch aktuelle Ubuntu-Derivate (Lubuntu) stemmen. Gleiches gilt für den zu jener Zeit äußerst populären AMD Athlon XP auf dem Sockel A. Beide Sockel haben jedoch eines gemeinsam, sie sind nur für 32-Bit-Prozessoren. Besitzen Sie also noch solch ein System, fällt dies unter die Kategorie „etwas älter“ und Sie können nur eine 32-Bit-Version von Ubuntu installieren. Andernfalls wird das Betriebssystem nicht starten.

  • Intel: Prozessoren, die für 64 Bit tauglich sind, haben bei den Informationen zu den Befehlssätzen den Eintrag Intel64 stehen.
  • AMD: Bei der Konkurrenz nennt sich dieser Eintrag AMD64.

Verwenden Sie eine Ubuntu 64-Bit-Version

Alle aktuellen Prozessoren beherrschen 64 Bit, deshalb sollten Sie auch eine 64-Bit-Version installieren, auch wenn Sie über weniger als 3 Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen. 64 Bit ist nämlich abwärtskompatibel und kann genauso Programme, die in 32 Bit geschrieben wurden, ausführen. Verfügen Sie über ein Ubuntu mit 64 Bit und Sie installieren über die offiziellen Quellen eine Software, wird diese ebenfalls falls vorhanden in dieser Bit-Version installiert. Dies hat wiederum den Vorteil, dass diese Programme leistungsfähiger sind.

Mostly this is because x86_64 doesn’t just have 64 bit registers, it also has twice as many. x86 does not have enough registers to make compiled languages as efficient as they could be, so x86 code spends a lot of instructions and memory bandwidth shifting data back and forth between registers and memory.

McGregor, Andrew: Are 64 bit programs bigger and faster than 32 bit versions? stackoverflow.com (10/2015).

64-Bit-Software ist besser optimiert und kann deshalb von der CPU schneller verarbeitet werden.

  • Auch aktuelle Spiele werden für Ubuntu immer interessanter. Die meisten Neuerscheinungen würden auf einem 32-Bit-System nicht mehr starten oder benötigen zusätzliche Software, wie es beim Kassenschlager Battlefield 4 bereits der Fall ist.

Warum gibt es noch 32-Bit-Versionen für Desktop-PCs?

Zum einen sind vor allem an öffentlichen Stellen wie Behörden und Schulen außerhalb der EU noch viele alte Maschinen im Einsatz, deren Prozessoren einfach keine 64-Bit-Technologie verarbeiten können.

Hinzu kommt ein weiteres Szenario, welches ich schon selbst erlebt habe. Mit einem 64-Bit-System können Sie keine 16-Bit-Programme ausführen.

On a computer with a 64-bit processor, you cannot run a 16-bit legacy program.

Computer Hope: 64-bit processor. computerhope.com (10/2015).

Ich kenne ein Unternehmen, welches Teletext-Grafiken für rumänische TV-Sender erstellt. Dieses hat Ende der 1990er Jahre für viele Tausend D-Mark eine entsprechende 16-Bit-Software erworben, die sich nur unter einem alten Windows XP Rechner öffnen lässt und immer noch im Einsatz ist.

Checkliste und Fazit

Verwenden Sie für Ihren Desktop-PC immer eine Ubuntu-Version mit 64 Bit wenn:

  1. Ihre CPU nach dem Jahre 2005 hergestellt wurde und damit über einen 64-Bit-Befehlssatz verfügt.
  2. Sie keine alten 16-Bit-Programme ausführen müssen.

Übrigens mit einem 64-Bit-Prozessor, ausreichend Arbeitsspeicher und einem passenden Betriebssystem haben Sie noch lange ausgesorgt. Windows, Ubuntu und Co. könnten mit ihren Systemen noch bis zu 16 Exbibyte Arbeitsspeicher zulassen.

Selbst die leistungsstärksten Server sind noch weit davon entfernt, 64 Bit auch nur annähernd auszunutzen.

Grimm, Markus: 128 Bit nicht benötigt. chip.de (10/2015).

Ich selbst benutze seit 2007 nur noch 64-Bit-Versionen. Aus diesem Grund sind meine Anleitungen auf diesem Blog auch nur speziell für diese Architektur geschrieben.

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