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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: 32 oder 64 Bit – Unterschiede

Bevor Sie die Linux-Distribution Ubuntu herunterladen können, müssen Sie sich zwischen einer 32- und einer 64-Bit-Version entscheiden. Die Entwickler hinter Ubuntu geben für diese Entscheidung folgenden Hinweis:

If you have an older PC with less than 2GB of memory, choose the 32-bit download.

Nun müsste man nur noch wissen, ab wann ein Computer unter die Kategorie „etwas älter“ fällt, schließlich kann Ubuntu 14.04 LTS auch auf aktuellen Maschinen sehr langsam sein.

Am Anfang war mein Laptop, Asus K72F-i3, beim Booten ca. 45 sek. sehr schnell, Updates habe ich alle installiert nun schläft er fast ein beim Booten ca 2 min und länger. Firefox lässt auch zu wünschen.

P., Lutz: Warum ist Ubuntu 14.04 so langsam? kilobyte.bplaced.net (10/2015).

Damit Sie sich zwischen 32 und 64 Bit richtig entscheiden, sodass einem schnellen und stabilen Ubuntu-System nichts mehr im Wege steht, erfahren Sie nun die essentiellen Unterschiede zwischen beiden Architekturen.

Die Speicherverwaltung

Bild von Ubuntu mit 32 und 64 BitDie richtige Bit-Version trägt maßgeblich zur Schnelligkeit Ihres Betriebssystems bei. Dabei geht es jedoch nicht um die Taktraten der Speicherriegel, sondern nur um die verwendbare Speichergröße. Immer wenn der Arbeitsspeicher voll ist, werden die Daten auf die Festplatte ausgelagert, was zu langen Ladezeiten führt. Ubuntu 14.04 LTS mit geöffnetem Mozilla Firefox verwendet durchschnittlich 1,5 Gigabyte RAM. Zu wenig Arbeitsspeicher ist auch heutzutage noch einer der Hauptgründe für ein langsames System, leider ist dieses Speichermedium auch sehr teuer.

  • 32 Bit: Ubuntu kann nur 3 Gigabyte Arbeitsspeicher verwalten, unabhängig davon, wie viel in Ihrem System installiert ist.
  • 64 Bit: Mit Ubuntu 14.04 LTS oder neuer könnten Sie bis zu 128 Gigabyte Arbeitsspeicher in Betrieb nehmen.

Hersteller wie Dell, Lenovo oder Acer verkaufen seit einiger Zeit schon Ubuntu-Notebooks mit lediglich 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem ist eine 32-Bit-Version vorinstalliert. Dies ist nicht nur viel zu wenig Arbeitsspeicher, sondern auch sehr kurzsichtig, vor allem im Bezug auf die verbauten aktuellen CPUs.

Der Prozessor entscheidet über Bit-Version

Egal, ob Sie viel oder wenig Arbeitsspeicher installiert haben, Ubuntu wird sowohl in der 32- als auch in der 64-Bit-Version laufen. Ganz im Gegenteil zum Prozessor, denn nicht alle können mit 64 Bit umgehen.

Bild von AMD Athlon auf Sockel A - 32 Bit ProzessorDie damalig sehr beliebten Intel Pentium 4 CPUs auf dem Sockel 478 erreichen Taktraten von mehr als 3,00 GHz und könnten mit einer vernünftigen, dedizierten Grafikkarte noch aktuelle Ubuntu-Derivate (Lubuntu) stemmen. Gleiches gilt für den zu jener Zeit äußerst populären AMD Athlon XP auf dem Sockel A. Beide Sockel haben jedoch eines gemeinsam, sie sind nur für 32-Bit-Prozessoren. Besitzen Sie also noch solch ein System, fällt dies unter die Kategorie „etwas älter“ und Sie können nur eine 32-Bit-Version von Ubuntu installieren. Andernfalls wird das Betriebssystem nicht starten.

  • Intel: Prozessoren, die für 64 Bit tauglich sind, haben bei den Informationen zu den Befehlssätzen den Eintrag Intel64 stehen.
  • AMD: Bei der Konkurrenz nennt sich dieser Eintrag AMD64.

Verwenden Sie eine Ubuntu 64-Bit-Version

Alle aktuellen Prozessoren beherrschen 64 Bit, deshalb sollten Sie auch eine 64-Bit-Version installieren, auch wenn Sie über weniger als 3 Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen. 64 Bit ist nämlich abwärtskompatibel und kann genauso Programme, die in 32 Bit geschrieben wurden, ausführen. Verfügen Sie über ein Ubuntu mit 64 Bit und Sie installieren über die offiziellen Quellen eine Software, wird diese ebenfalls falls vorhanden in dieser Bit-Version installiert. Dies hat wiederum den Vorteil, dass diese Programme leistungsfähiger sind.

Mostly this is because x86_64 doesn’t just have 64 bit registers, it also has twice as many. x86 does not have enough registers to make compiled languages as efficient as they could be, so x86 code spends a lot of instructions and memory bandwidth shifting data back and forth between registers and memory.

McGregor, Andrew: Are 64 bit programs bigger and faster than 32 bit versions? stackoverflow.com (10/2015).

64-Bit-Software ist besser optimiert und kann deshalb von der CPU schneller verarbeitet werden.

  • Auch aktuelle Spiele werden für Ubuntu immer interessanter. Die meisten Neuerscheinungen würden auf einem 32-Bit-System nicht mehr starten oder benötigen zusätzliche Software, wie es beim Kassenschlager Battlefield 4 bereits der Fall ist.

Warum gibt es noch 32-Bit-Versionen für Desktop-PCs?

Zum einen sind vor allem an öffentlichen Stellen wie Behörden und Schulen außerhalb der EU noch viele alte Maschinen im Einsatz, deren Prozessoren einfach keine 64-Bit-Technologie verarbeiten können.

Hinzu kommt ein weiteres Szenario, welches ich schon selbst erlebt habe. Mit einem 64-Bit-System können Sie keine 16-Bit-Programme ausführen.

On a computer with a 64-bit processor, you cannot run a 16-bit legacy program.

Computer Hope: 64-bit processor. computerhope.com (10/2015).

Ich kenne ein Unternehmen, welches Teletext-Grafiken für rumänische TV-Sender erstellt. Dieses hat Ende der 1990er Jahre für viele Tausend D-Mark eine entsprechende 16-Bit-Software erworben, die sich nur unter einem alten Windows XP Rechner öffnen lässt und immer noch im Einsatz ist.

Checkliste und Fazit

Verwenden Sie für Ihren Desktop-PC immer eine Ubuntu-Version mit 64 Bit wenn:

  1. Ihre CPU nach dem Jahre 2005 hergestellt wurde und damit über einen 64-Bit-Befehlssatz verfügt.
  2. Sie keine alten 16-Bit-Programme ausführen müssen.

Übrigens mit einem 64-Bit-Prozessor, ausreichend Arbeitsspeicher und einem passenden Betriebssystem haben Sie noch lange ausgesorgt. Windows, Ubuntu und Co. könnten mit ihren Systemen noch bis zu 16 Exbibyte Arbeitsspeicher zulassen.

Selbst die leistungsstärksten Server sind noch weit davon entfernt, 64 Bit auch nur annähernd auszunutzen.

Grimm, Markus: 128 Bit nicht benötigt. chip.de (10/2015).

Ich selbst benutze seit 2007 nur noch 64-Bit-Versionen. Aus diesem Grund sind meine Anleitungen auf diesem Blog auch nur speziell für diese Architektur geschrieben.

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Cookies

Was ist eigentlich ein Internet Cookie? Überall im Internet steht, dass Cookies (deutsch Kekse) gespeichert und verwendet werden aber nirgendwo, was diese konkret bezwecken. Warum kam man früher ohne Cookies aus und jetzt sind diese überall? Sind Cookies wirklich böse, spähen mein Internetverhalten aus und übertragen meine Aktivitäten über Google an die NSA? Wie kann ich alle Cookies löschen oder noch besser blockieren? Mein Bruder hatte mal Cookies und hat sich davon fast nicht mehr erholt. Warum gibt es keine Gesetze gegen Cookies? Fragen über Fragen, die ich an dieser Stelle im Einzelnen für Sie kläre.

Was machen Cookies genau?

Screenshot von CookiesEin Cookie ist ein Datenpaket, welches mithilfe Ihres Webbrowsers (Firefox, Chromium) auf Ihrem Computer lokal gespeichert wird. Cookies sind in IT-Jahren gerechnet uralt. Bereits seit 1995 befindet sich die durch das US-Unternehmen Netscape Communications (Netscape Navigator) entwickelte Technologie im Einsatz.

Die Funktionsweise von Cookies ist sehr einfach:

  • Sie kommen das erste Mal auf eine Webseite, die sich durch Werbung finanziert.
  • Das Werbenetzwerk (Schaltplatz, Google AdSense, Amazon etc.) speichert ein Cookie bei Ihnen auf dem Computer. Darin steht in der Regel nur eine Zahlenkombination.
  • Auf dem Server des Werbenetzwerks wird eine Karteikarte mit dieser Zahlenkombination für Sie angelegt und Daten von Ihnen gespeichert.
  • Damit ist Ihr Computer dem Werbenetzwerk bekannt. Surfen Sie auf eine andere Webseite, die auf dasselbe Werbenetzwerk setzt, erkennt dieses Sie wieder und fügt Ihrer Karteikarte auf dem Server weitere Einträge hinzu.

Cookies dienen also zur Identifikation eines Benutzers.

Was wird durch Cookies gespeichert?

Das ist nicht pauschal zu beantworten und kommt auf den Dienst an. So gut wie immer gespeichert werden:

  1. Computerdaten: Verwendeter Browser, Betriebssystem, Bildschirmauflösung, IP-Adresse, Sprache.
  2. Zeit: Uhrzeit und Datum.
  3. Art: Was hat Ihr Webbrowser wo angezeigt.

Um beim Beispiel Werbenetzwerk zu bleiben, sind diese Daten sehr wichtig. Internetwerbung wird auf verschiedene Arten vergütet, zum Beispiel per Klick auf eine Werbeanzeige.

  • Würde das Werbenetzwerk keine Informationen von Ihnen speichern, könnten Sie immer und immer wieder auf eine Werbeanzeige klicken, und damit einen Webseitenbetreiber besonders gut unterstützen.

Durch Cookies ist es also möglich dem Anzeigenschalter zu garantieren, dass dieser nur bezahlen muss, wenn sich jemand wirklich für seine Anzeigen interessiert.

Wie Sie sehen, sind bis hierhin Cookies sehr nützlich. Die Identifikation durch Cookies wird auch durch andere Dienste zwingend benötigt:

  • Webshops: Nur durch sogenannte Session-Cookies ist es möglich, als nicht eingeloggter Benutzer Produkte in einem Warenkorb zu speichern.
  • Besucherzähler: Ohne Cookies würden Sie immer als neuer Besucher einer Webseite gezählt werden. Somit würde man nie wissen, wie viele Menschen sich wirklich für die bereitgestellten Informationen interessieren. Auch Verwertungsgesellschaften wie die VG-Wort arbeiten mit Cookies als Grundlage für die Vergütung von Internetartikeln.
  • Verwandte Themen: Sie kennen das vielleicht von YouTube. Sehen Sie sich als nicht eingeloggter Benutzer einige Videos von BibisBeautyPalace an, bekommen Sie Videos von Kelly MissesVlog bzw. Nilam vorgeschlagen. Je mehr Sie dieses inhaltsvolle Genre genießen, umso mehr andere passende Kanäle werden Ihnen dank Cookies auf der Startseite präsentiert.
  • Aktualität: Manche Online-Zeitungen informieren Sie via Pop-up, wenn ein neuer Artikel auf der Startseite erschienen ist. Durch Cookies ist es also ebenso möglich zu sehen, wie aktuell die Informationen sind, die Ihr Webbrowser geladen hat.

Cookies helfen also wirklich, um Internetdienste stark zu verbessern. Wie Sie außerdem anhand der Beispiele feststellen können, gibt es temporäre Cookies (session cookies) und beständige Cookies (persistent cookies).

Temporäre Cookies werden mit dem Schließen des Webbrowser gelöscht, währenddessen beständige Cookies dauerhaft gespeichert bleiben.

A cookie that is erased when you close the Web browser. The session cookie is stored in temporary memory and is not retained after the browser is closed.

Beal, Vangie: What are Cookies and What Do Cookies Do? webopedia.com (09/2015).

Probleme mit dem Datenschutz

Wenn Sie eine Werbeanzeige für Afri Cola klicken, speichert das Werbenetzwerk natürlich, dass sich der Benutzer Ihres Computers für dieses Produkt interessiert. Prinzipiell kein Problem.

Wenn das Werbenetzwerk jedoch weiß, wie Sie heißen, wo Sie wohnen, wie alt Sie sind, wo Sie arbeiten und für welchen Fußballverein Sie sich interessieren, kann es problematisch werden.

Google speichert von Ihnen zum Beispiel:

Dies sind etwa Ihr Name, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre Telefon- oder Kreditkartennummer, die im Zusammenhang mit Ihrem Konto gespeichert werden. […] Wenn Sie sich ein Video auf YouTube ansehen, eine Website besuchen, auf der unsere Werbedienste verwendet werden, oder wenn Sie unsere Werbung und unsere Inhalte ansehen und damit interagieren.

Google: Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen. google.de (09/2015).

Aufgrund der Google-Dienste Analytics, Android, AdSense, Gmail, YouTube, Chromium und Google Plus hat das Unternehmen aus Mountain View viele Möglichkeiten einen Benutzer zu identifizieren und ein genaues Personenprofil anzulegen.

Retargeting-Cookies sind böse:

Um an persönliche Daten zu kommen, werden sogenannte Retargeting-Cookies eingesetzt. Damit werden Sie zum gläsernen Menschen.

Google ist damit faktisch in der Lage, über längere Zeiträume genau nachzuvollziehen, welche Seiten welcher Benutzer in welcher Häufigkeit aufgerufen hat, mithin für welche Produkte und Services er sich ganz besonders interessiert.

Kläner, Tobias: „Retargeting“: Verfolgt von Internet-Werbung. telemedicus.info (09/2015).

Als Ergebnis erhalten Sie ein auf Sie personifiziertes Web. Egal, ob Suchergebnisse in der Google-Suchmaschine oder Werbeanzeigen, alles wird auf Ihre Interessen zugeschnitten.

Ich habe heute nach einem bestimmten Teppich gegoogelt und auch ein Exemplar gefunden. Angeklickt, kurz überlegt und dann doch wieder verworfen. Beim Anschauen diverser Webseiten aus meinen Favoriten verfolgt mich jetzt nun genau dieser Teppich immer und immer wieder.

Dave Zwieback: Hilfe, Google verfolgt mich! planet3dnow.de (09/2015).

Natürlich verwendet nicht nur Google Retargeting-Cookies und deshalb beschloss am 25. November 2009 das Europäische Parlament die E-Privacy-Richtlinie 2009/136/EG, die bis spätestens 25. Mai 2011 in nationales Recht umgesetzt werden sollte. Grob zusammengefasst sollte nach dieser Richtlinie der Webseitenbesucher vor dem Speichern eines Cookies um Erlaubnis gefragt werden. Die Bundesregierung hat diese Richtlinie jedoch nie im Detail in ein nationales Gesetz umgesetzt, da Cookies bereits im Telemediengesetz geregelt werden. In manchen europäischen Ländern können Sie eine Webseite nicht vollständig benutzen, solange Sie dem Speichern der Cookies nicht zugestimmt haben (ein italienisches Beispiel).

Seit Sommer 2015 werden immer mehr deutsche Webseiten mit einem Cookie-Warnbanner verziert. An der rechtlichen Lage hat sich jedoch seither nichts geändert. Der Grund für diese Maßnahme ist, dass Teilnehmer des AdSense-Werbenetzwerkes ab dem 01. Oktober 2015 von Google dazu gezwungen werden.

Google weist Nutzer von AdSense, DoubleClick for Publishers und DoubleClick Ad Exchange darauf hin, dass sie einen Cookie-Hinweis auf ihren Webseiten und in Apps einsetzen müssen.

Schwenke, Thomas: Google macht Cookie-Hinweise zur Pflicht – Handlungsempfehlung für Website- und Appanbieter. rechtsanwalt-schwenke.de (09/2015).

Immer wenn Sie auf eine Webseite kommen, die Google-AdSense-Retargeting-Anzeigen verwendet, werden Sie also einen Hinweis dazu sehen. Wenn Sie diesen Hinweis lesen, wurde jedoch bereits ein Cookie gespeichert. Das Ganze dient nur Ihrer Information.

Es geht nur darum, den User zu informieren, dass hier Cookies gesetzt werden und ob er das verstanden hat. Mehr nicht. Es geht weder um seine Zustimmung zu Cookies noch um seine Ablehnung. Nur ob er es zur Kenntnis genommen hat.

Eric78: Richtlinie zur Zustimmung der Nutzer in der EU. abakus-internet-marketing.de (09/2015).

Ich will keine Cookies – wie geht das?

Eines vorweg, bei den Online-Ausgaben der Leitmedien werden in der Regel 11 – 23 Cookies pro Seitenaufruf gespeichert. Woher ich das weiß? Ich versuche mithilfe von Firefox Add-ons die Kontrolle über meine Cookies zu behalten.

Leichte Kontrolle mithilfe von Ghostery:

Screenshot von Ghostery Cookie AnzeigeNach der Installation dieses kostenlosen Add-ons sehen Sie in Ihrer Firefox-Werkzeugleiste einen blauen Geist. Dieser zeigt Ihnen zum einen an, wie viele Cookies die angezeigte Seite speichern möchte und zum anderen, ob Sie dies zulassen oder nicht. Vorteil: Dabei werden mit sehr wenigen Ausnahmen nur Cookies angezeigt, welche die Benutzung der Webseite nicht einschränken. Nachteil: Ghostery gehört zu einem Anzeigennetzwerk. Sie sollten in den erweiterten Einstellungen des Add-ons deshalb auf jeden Fall den Punkt „Ghostery erlauben, Nachrichten zu Produktinformationen, Updates und Werbeaktionen in meinem Browser anzeigen“ deaktivieren.

Mehr Kontrolle für Profis mit Privacy Badger:

Nach der Installation von Privacy Badger finden Sie einen Dachs in Ihrer Werkzeugleiste. Dieser zeigt Ihnen ebenfalls an, wie viele Cookies eine angesurfte Webseite speichern möchte. Unterschied zu Ghostery: Privacy Badger zeigt alle Cookies an, auch diejenigen, die zur Darstellung und Funktion einer Webseite notwendig sind.

  • Privacy Badger unterscheidet außerdem zwischen Cookies, die den Benutzer verfolgen und normalen Cookies.
Kontroversen zum Deaktivieren von Cookies

Sowohl ein konfiguriertes Ghostery als auch Privacy Badger ersetzt einen Adblocker. Es gibt auch keine Möglichkeit, dass Werbenetzwerke sich freikaufen, da heutzutage für die Anzeige von Werbebannern immer mindestens ein Cookie vonnöten ist.

Meiner Meinung nach ist verglichen mit amerikanischen Webseiten, die Qualität (Informationsgehalt) des deutschsprachigen World Wide Webs unterirdisch. Was vor allem daran liegt, dass sich Online-Angebote in Deutschland kaum rechnen. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob man diesen Umstand durch das gezielte Verhindern von Cookies noch weiter fördern möchte.

Eins ist sicher, Google und Co. werden ihr Retargeting nicht einstellen. Sollte irgendwann jeder Internetbenutzer Google-Cookies blockieren, stehen mit HTML5 und Canvas Fingerprinting bereits neue und vor allem bessere Technologien zur Benutzeridentifizierung bereit.

As we elaborate on in Section 6.1, they are hard to block, especially without loss of content or functionality, and once some tracking has happened, it is hard to start from a truly clean pro le.

Acar, Gunes und Eubank, Christian: The Web Never Forgets:
Persistent Tracking Mechanisms in the Wild. securehomes.esat.kuleuven.be (09/2015).

Fazit und kein Grund zur Beunruhigung

Meine Schwester verfügt seit gut drei Jahren über ein Smartphone und seit einem Jahr über einen Tablet-PC, beides mit Android. Sie hat ein Google-Konto und verwendet natürlich Chromium als Webbrowser. Sie hat keinen Ad- oder Cookie-Blocker und kauft via Amazon, Ebay und Co. online ein. Google dürfte so ziemlich alles über sie wissen. Ihr Leben wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Ich muss allerdings dazu sagen, dass das Internet für meine Schwester ohnehin nur eine Shopping-Meile mit Facebook ist.

Eine Dämonisierung von Cookies ist also unnötig, und wie ich zeigte, hat jeder Internetbenutzer das Recht und die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob und welche Cookies er zulässt.

Verwandte Themen:

In Ubuntu die Festplatte samt Browser aufräumen
Warum brauchen Browser so viel Arbeitsspeicher?

(Screenshots Ghostery 5.4.8 und Privacy Badger 1.0.1)

Ruhezustand

In Linux-Distributionen wie Debian oder Ubuntu gibt es mindestens eine Möglichkeit seinen Rechner in den Ruhezustand zu versetzen. Der Sinn hinter diesem Zustand ist zum einen das Energiesparen und zum anderen die Zeitersparnis. Obwohl seit spätestens 2007 der Ruhezustand fest zu den Bordmitteln von Debian und Co. gehört, wissen immer noch wenige Benutzer diesen Modus zu verwenden. Deshalb erfahren Sie in diesem Artikel, welche Unterschiede es zwischen den Modi gibt, wie der Ruhezustand korrekt funktioniert und für was genau er überhaupt gebraucht wird.

Ruhezustand, Stand-by oder Schlafmodus?

Bild von Ubuntu RuhezustandAlleine zwischen den Begrifflichkeiten der einzelnen Linux-Distributionen herrscht aufgrund fehlerhafter Übersetzung Verwechselungsgefahr. Dieser Artikel bezieht sich deshalb nur auf diese Betriebssysteme. Würde ich Windows noch mit hinzunehmen, wäre das Definitionschaos nämlich wesentlich größer. In der Regel wird in den Debian-Derivaten zwischen zwei Modi unterschieden.

  • Bereitschaft/Ruhezustand/S3 (englisch Suspend to RAM).
  • Schlafmodus/S4 (englisch Hibernation).

Der Schlafmodus ist in den meisten aktuellen Linux-Distributionen standardmäßig deaktiviert und kann somit nicht ausgewählt werden.

Wichtig: Beim sogenannten S4-Modus werden alle Daten, die sich im Arbeitsspeicher befinden in die SWAP-Partition der Festplatte geladen. Im Anschluss wird der Computer heruntergefahren. Beim Neustart werden die Daten aus der SWAP-Partition wieder in den Arbeitsspeicher geladen und das System in den Ausgangszustand versetzt.

Bei diesem Vorgang kam es häufig zu Problemen. Oftmals lag es einfach daran, dass bei den Benutzern die SWAP-Partition zu klein oder überhaupt nicht vorhanden war.

[…] you need at least this many as your ram – since your ram is temporaroly placed in the swap during hibernation – if your swap is less than your ram, you can’t.

phantomjoker: Hibernating Doesn’t Work. ubuntuforums.org (08/2015).

Deshalb wird standardmäßig ausschließlich der Bereitschaftsmodus auf den grafischen Benutzeroberflächen zur Verfügung gestellt. Aktivieren Sie diesen Zustand, bleiben die Daten im Arbeitsspeicher, deshalb wird dieser Modus im Englischen auch „Suspend to RAM“ genannt. Ihr Computer fährt herunter, jedoch wird eine minimale Stromversorgung zum Arbeitsspeicher aufrechterhalten, sodass die Daten darin gespeichert bleiben können.

Voraussetzungen für den Ruhezustand

Zwischenzeitlich sollte so ziemlich jede Hardwarekonfiguration mit dem S3-Modus kompatibel sein.

Screenshot von ACPI Suspend Type S3

Es kann jedoch sein, dass dieser erst über Ihr Mainboard aktiviert werden muss.

  • Dazu wechseln Sie in das BIOS/UEFI Ihres Mainboards und suchen den Menüpunkt „ACPI Settings“ oder „Power Settings“. Darin finden Sie die Option „ACPI Suspend Type“ oder einfach nur „Suspend to RAM“. Achten Sie darauf, dass diese Option aktiviert, bzw. S3 ausgewählt ist.

Was bringt der Ruhemodus an meinem PC?

Stellen Sie sich vor, Sie sind Redakteur und recherchieren gerade, wie der Fall Muammar al-Gaddafi mit der europäischen Flüchtlingskrise zusammenhängt. Dazu haben Sie zehn Tabs in Ihrem Mozilla Firefox geöffnet. Darin befinden sich Webseiten zu dem Thema aus unterschiedlichen Ländern, die Sie sich mühevoll zusammengesucht haben. Außerdem haben Sie die Bildbearbeitungssoftware GIMP mit noch zu bearbeitenden Artikelbildern sowie Ihr CMS geöffnet, in dem Ihr Artikel bereits zur Hälfte fertiggestellt ist. Nicht zu vergessen Ihr Online-Radio, welches gerade über den VLC Player abgespielt wird.

  • Plötzlich ruft Ihr Chef an und Sie müssen für zwei Stunden in den Außendienst und Ihre Arbeit unterbrechen.

Screenshot von Ruhezustand - Suspend to RAM

Versetzen Sie Ihr System nun in den S3-Ruhezustand ergeben sich folgende Vorteile:

  1. Ihr Computer fährt herunter. Für Kollegen sieht es also so aus, als sei der PC ausgeschaltet.
  2. Verglichen mit dem normalen Betrieb spart Ihr Unternehmen nun Strom, was natürlich auch der Umwelt zugutekommt.
  3. Beim erneuten Einschalten des Computers wird dieser nicht gebootet. Das BIOS-Auswahl-Menü und GRUB werden übersprungen.
  4. Schaltet jemand Ihren Computer ein, ist der Bildschirm zunächst gesperrt und kann nur mithilfe Ihres Benutzerpasswortes entsperrt werden.
  5. Wenn Sie wieder zurück sind, können Sie genau an der Stelle weiterarbeiten, an der Sie vorher aufgehört haben.

Gefahren: Ist Ihr Computer an einem Mehrfachstecker mit Umschaltknopf angesteckt, besteht die Gefahr, dass ein Dritter darüber die Stromversorgung zum Netzteil unterbricht. Wenn dies passiert, werden die Daten aus dem Arbeitsspeicher gelöscht und Ihr PC kann nicht mehr aus dem Ruhezustand aufwachen.

Tipps für Ubuntu-Benutzer

Wenn Sie in Ihrer Benutzeroberfläche keine Schaltfläche vorfinden, um Ihren Computer in den Ruhezustand zu versetzen, dann können Sie mit Terminal-Befehlen Abhilfe schaffen.

  • sudo pm-suspend

Der PC fährt in den S3-Modus.

  • sudo pm-hibernate

Der PC aktiviert den S4-Modus. Dies funktioniert jedoch nicht mit allen Linux-Distributionen.

Fazit und Kontroversen

Der Ruhezustand ist prinzipiell ein sehr mächtiges Werkzeug, welches dem Workflow dient und gleichzeitig Strom spart.

Es gibt verschiedene Meinungen dazu, ob ständiger Ruhezustand dem PC schaden kann.

Ständig in den Stand-by zu gehen ist nicht nur teurer, sondern schadet auch der Qualität deines Computers.

OkayLetsTalk: Moment, 99% sind zu blöd für den Ruhezustand? forum.golem.de (08/2015).

Dies ist nachvollziehbar, schließlich stehen einzelne Teile des Rechners ständig unter Strom. Ich persönlich denke jedoch nicht, dass dadurch Hardwarekomponenten beschädigt werden, auch wenn der Computer mehrere Wochen nicht heruntergefahren, sondern nur in den Ruhezustand versetzt wird. Aus Umwelt- und Kostengründen ist es jedoch ratsamer am Ende des Arbeitstages den PC nicht nur herunterzufahren, sondern auch den Schalter am Netzteil zu kippen.

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(Screenshots: Kubuntu 16.04.1 LTS)