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Sources.list – was ist das?

Die sources.list ist streng genommen eine biedere Textdatei in Linux-Distributionen wie Debian, Ubuntu und Linux-Mint, die nur wenige Kilobyte groß ist. Der Dateiname ist selbstsprechend und bedeutet ins Deutsche übersetzt Quellenliste. Egal, ob Ihr Betriebssystem Sicherheitsupdates, einen neuen Mozilla Firefox oder freie Software von Drittanbietern einspielen möchte, ohne die sources.list wüsste es nicht, wo es anfangen sollte danach zu suchen. Bildlich gesprochen ist diese Quellenliste der Lagerist Ihres Betriebssystems, der weiß an welcher Position jedes Datenpaket zu finden ist. Wie im wahren Leben auch, arbeitet der Lagerist hauptsächlich relativ unauffällig mit Paketdiensten (APT/PPA/Synaptic) zusammen.

Bild von Ubuntu sources.listWenn Sie als Benutzer nicht in das Lager schauen und Ihren Lageristen schalten und walten lassen, werden Sie nie irgendwelche Probleme mit Ihrer sources.list haben. Gerade bei der Installation von Drittanbieter-Software wie beispielsweise AceStream oder des aktuellen Nvidia-Treibers für Ubuntu, die via PPA installiert wird, kommen Sie oftmals nicht darum herum, manuell neue Paketquellen Ihrem Lager hinzuzufügen. Wenn Sie dabei nicht sauber arbeiten oder eine Quelle veraltet ist und nicht mehr betrieben wird, bringen Sie Ihren Lageristen durcheinander.

Ist dies der Fall, und Sie bitten mithilfe des Befehls sudo apt-get update Ihren Lagermeister darum nachzusehen, ob es etwas Neues für Ihre Linux-Distribution gibt, wird der Ihnen gehorsam einen Fehler melden, Feierabend machen und Sie mit dem Problem alleine lassen.

Err http://archive.ubuntu.com raring/main amd64 Packages
404 Not Found [IP: 2001:67c:1360:8c01::18 80]
Err http://archive.ubuntu.com raring/main i386 Packages
404 Not Found [IP: 2001:67c:1360:8c01::18 80]

cal1j: Problem with sources list Ubuntu 14.04. ubuntuforums.org (04/2016).

Wie Sie sehen, ist es als Administrator (Chef) eines Betriebssystems immer wichtig etwas mehr zu wissen als seine Angestellten (Lagerist). Deshalb erfahren Sie im folgenden Artikel, was in der ominösen sources.list genau steht, wie diese funktioniert und wie Sie darin etwas ändern können, ohne dass Sie im Anschluss auf veralteten Datenpaketen Ihres Betriebssystems sitzen bleiben müssen.

Sources.list – so funktioniert die Datei

Um sich den Inhalt der sources.list anzusehen bzw. Änderungen vorzunehmen, öffnen Sie zuerst ein Terminal-Fenster und geben gleich danach den Befehl sudo nano /etc/apt/sources.list ein.

Screenshot von sources.list unter Ubuntu 14.04.4 LTS

Alle blassen Zeilen sind mit Rautezeichen (##) auskommentiert und beschreiben nur die sich darunter befindenden Befehle. Als Spiegelserver habe ich die Universität Bayreuth ausgewählt, demnach sieht ein Befehl bei mir so aus:

deb http://ftp.uni-bayreuth.de/linux/ubuntu/ubuntu trusty-updates main restricted

Dieser ist in folgende vier Abschnitte untergliedert:

  1. Suche nach Binärdateien (Debian-Paketen).
  2. Unter der folgenden Adresse.
  3. Für die Ubuntu-Version Trusty Tahr (14.04) samt Updates (14.04.x).
  4. Suche aber nur nach Paketen, die vom Ubuntu-Team legitimiert wurden.

Hinweis: Immer wenn Sie Ihr Betriebssystem aktualisieren, werden die einzelnen Befehlszeilen nach diesem Schema abgefragt.

Screenshot vom Update Prozess im Ubuntu-Terminal

Während der Abfrage werden die verfügbaren Pakete mit den lokal installierten Daten verglichen. Gibt es Neuerungen, können Sie diese am Ende des Prozesses mit sudo apt-get upgrade herunterladen und installieren.

Eintrag in sources.list hinzufügen

Auf den Herstellerwebseiten, die Software anbieten, welche mithilfe der sources.list installiert werden muss, finden Sie zumeist zeitgleich die Anleitung dafür. Der Weg ist immer gleich, wie ich es Ihnen folgend anhand von Dropbox veranschauliche.

  • Ich öffne die sources.list über das Terminal-Fenster und scrolle mit den Pfeiltasten der Tastatur an das Ende der Datei.

Screenhot von sources.list für Ubuntu 14.04

  • Zunächst kümmere ich mich um die Beschreibung, die ich mit Rautezeichen ausklammere.
  • Gleich darunter füge ich den Befehl, den ich von der Dropbox-Webseite habe ein.
  • Ich speichere die sources.list mit der Tastenkombination Strg + O. Danach bestätige ich die Eingabe, was mich zurück in das blanke Terminal-Fenster führt.
  • Im Zusammenhang mit dieser Methode gibt es auch immer noch einen GPG-Schlüssel (APT-Key). Den Schlüssel-Befehl kopiere ich ebenfalls von der Herstellerwebseite, füge diesen in mein Terminal-Fenster ein und folge den Anweisungen.
  • Mit sudo apt-get update schicke ich meinen Lageristen auf die Reise. Er sieht nun auch unter meiner gerade eingetragenen Quelle nach, ob es etwas Neues gibt.
  • Mit sudo apt-get install nautilus-dropbox installiere ich die Software, die ab sofort auch automatisch mit Updates versorgt wird.

Alles was Sie in die sources.list manuell eingetragen haben, können Sie selbstverständlich auch wieder entfernen. Entweder Sie löschen dazu den Eintrag komplett oder Sie kommentieren die Befehlszeile einfach mit Rautezeichen aus.

Wichtig: Löschen und verändern Sie keine Einträge, die zur Standardinstallation Ihres Betriebssystems gehören. Außer Sie wissen natürlich zu 100%, was Sie tun.

Screenshot von Ubuntu Aktualisierungsmanager "Andere Software"

Überprüfen Sie des Weiteren die Quellen innerhalb Ihres grafischen Aktualisierungsmanagers, ob der unerwünschte Eintrag hier ebenfalls deaktiviert oder entfernt wurde.

Updates funktionieren nicht mehr – sources.list zerstört

Sollten Sie Ihre sources.list für Sie irreparabel zerstört haben, ist die sauberste Lösung ein Reset. Für eine fehlerfreie und neue Quellenliste mit richtiger Syntax sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Surfen Sie zum Ubuntu Sources List Generator.
  2. Wählen Sie Ihre Sprache und Ihre Version aus.
  3. Klicken Sie sämtliche Ubuntu Branches an.
  4. Unter Ubuntu Updates wählen Sie „Security – Important Security“, „Security Sources Repository“, „Updates – Recommended Updates“ und „Updates Sources Repository“ aus.
  5. Bestätigen Sie mit der Schaltfläche „Generate List“.
  6. Kopieren Sie darauffolgend den kompletten Inhalt der Box unter dem Punkt „Sources List“ mithilfe Ihrer Maus.
  7. Öffnen Sie nun Ihre beschädigte sources.list über ein Terminal-Fenster und ersetzen Sie den gesamten Inhalt mit den neuen Daten.
  8. Speichern Sie das Ganze und führen Sie mit sudo apt-get update wie gewohnt Ihre Updateroutine aus.

Hinweis: Ist wieder alles im Lot, können Sie nun wieder peu à peu weitere Quellen hinzufügen.

Faktencheck zur sources.list

Ihr digitaler Lagerist sorgt dafür, dass Ihr Betriebssystem dynamisch bleibt, indem mithilfe der sources.list nicht nur die Linux-Distribution mit Updates versorgt wird, sondern auch der Großteil der Benutzersoftware.

  • Eine manuelle Änderung der sources.list ist ein tiefer Systemeingriff. Dieser sollte für Sie als Benutzer einer Linux-Distribution jedoch kein allzu großes Problem darstellen.
  • Sollten Sie beim Update-Prozess den Fehler 404 Not Found erhalten, hängt dies mit einem nicht mehr aktuellen Eintrag in Ihrer sources.list zusammen.
  • Die Wartung der Einträge, die für Ihre Standardinstallation notwendig sind, übernimmt Ihr Betriebssystem automatisch. Wenn Sie beispielsweise Ubuntu 14.04 aus dem laufenden Betrieb auf Version 16.04 upgraden, werden die Quellen selbstständig für „trusty“ auskommentiert und die neuen für „xenial“ hinzugefügt.
Fazit

Wie Sie sehen, hängt die Funktionalität der sources.list aktiv von Ihrem Benutzerverhalten ab. Mithilfe des Befehls apt-cache policy sehen Sie, welche Quellen von Ihrem System bereits abgefragt werden. Dementsprechend sollten Sie sich immer fragen, ob es unbedingt notwendig ist, Ihrem Lagermeister noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Am Ende müssen Sie nämlich die Wartung übernehmen und die Liste Ihrer Programmquellen sauber halten.

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(Screenshots: Ubuntu 14.04.4 LTS)

Treiber für Ubuntu

Besonders schön an PCs (x86-basierten Computern) ist, dass diese individuell nach den Bedürfnissen ihrer Benutzer ausgestattet werden können. Aus diesem Grund gibt es eine enorme Bandbreite an Hardwarekomponenten und Peripheriegeräten. Es wäre utopisch davon auszugehen, dass ein Betriebssystem bereits vom Werk aus makellos auf sämtliche Geräte vorbereitet wäre. Infolgedessen liegt neuer Hardware in aller Regel eine Treibersoftware des Herstellers bei, die in jedem Fall die Funktion des Geräts unter Microsoft Windows und manchmal auch unter Mac OS X garantiert.

Bild von Ubuntu TreiberHingegen, egal, ob Sie auf der beigelegten CD oder im Internet nach Treibern für Ubuntu suchen, Ihre Anstrengungen werden vergebens sein. Denn ausgenommen von Grafikkarten- und Druckerherstellern, die ihren Software-Support für Linux stetig ausbauen, gibt es so gut wie keine verfügbaren Treiber für Ubuntu. Ich habe deshalb schon des Öfteren in Foren die Behauptung gelesen, Ubuntu benötige überhaupt keine Treiber. Dies ist natürlich Unsinn, denn auch dieses Betriebssystem ist auf eine Softwareschnittstelle angewiesen, um die vielfältigsten Hardwarekonfigurationen betreiben zu können.

Treiber sind im Kernel enthalten

Jede Neuerscheinung von Ubuntu kommt mit einem speziellen Kernel. Mithilfe des Terminal-Befehls uname -r sehen Sie, welche Versionsnummer derzeit bei Ihnen installiert ist.

Screenshot von uname -r 3.13.0-83-generic

Der Kernel ist die Software, die direkt nach dem BIOS geladen wird, und enthält unter der Linux-Distribution Ubuntu so gut wie alle erforderlichen Treiber für Ihren Computer.

The kernel is the central part of an operating system, that directly controls the computer hardware.

Fabulous.com Pty Ltd.: What is a Kernel? what-is-what.com (03/2016).

Den größten Anteil im Kernel nehmen Treiber für Mainboards samt der darauf befindlichen Komponenten (LAN, USB, SATA, Sound, etc.) ein. Dadurch ist sichergestellt, dass nach der Installation von Ubuntu quasi jede Maschine ohne die Installation von weiterer Gerätesoftware ohne Einschränkungen funktioniert.

Screenshot von Changelog eines Kernels

Damit Sie immer die neusten Treiber für Ihr Ubuntu erhalten, wird der Kernel regelmäßig und automatisch aktualisiert. Bei diesem Prozess finden jedoch nicht nur Softwareverbesserungen statt, sondern es werden auch Gerätetreiber für neue Hardware hinzugefügt. Damit ein Ubuntu-Kernel mit der Zeit nicht zu stark anschwillt, werden zudem sehr alte Treiber entfernt. Dadurch kommt es oftmals zu Problemen.

Nach dem Update auf Kernel 2.6.36.2 funktioniert WLAN nicht mehr. Die LED des Sticks leuchtet nur, ein Netzwerk wird nicht gefunden.

Sgpeg: WLAN geht nach Kernel-Update nicht mehr. linuxforen.de (03/2016).

Hinweis: Mit Ubuntu ist es problemlos möglich einen älteren Kernel zu verwenden, um nicht mehr ganz zeitgemäße Hardware zu betreiben. Das Betriebssystem ist dabei dennoch sicher, da Sie aktuelle Sicherheitsupdates unabhängig von der installierten Kernel-Software erhalten.

Diese Treiber für Ubuntu sind nicht im Kernel

Das Debian-Derivat Ubuntu ist immer noch ein Betriebssystem, welches hauptsächlich zum produktiven Arbeiten eingesetzt wird. Demnach liegt die Priorität des Treiber-Supports auf Notebooks und Workstations. Desktop-PCs mit dem Fokus auf Multimedia und Spielen können mit Ubuntu Probleme machen, was an der installierten Hardware liegt.

  • Moderne Grafikkarten werden nach der Installation automatisch mit den freien Linux-Treibern nouveau (Nvidia) oder radeon (AMD) betrieben. Über das Treiber-Menü innerhalb von Ubuntu haben Sie jedoch ebenso die Gelegenheit, die proprietären Grafikkartentreiber der Hersteller zu installieren.

Screenshot von Ubuntu Treiberverwaltung NVIDIA Corporation GF116

  • Druckertreiber für Ubuntu befinden sich nicht im Kernel. Diese müssen entweder über das Drucker-Menü oder direkt von der Herstellerseite heruntergeladen werden.

Diverse Nachteile durch fehlende Treibermedien

Im Gegensatz zu Windows geschieht die Installation der Gerätetreiber also völlig automatisch. Auch um die Aktualisierung veralteter Treiber müssen Sie sich als Ubuntu-Benutzer nicht kümmern. Nachteile, dass Sie unter Ubuntu keine Treiber-CD installieren können, kommen besonders bei spezieller Hardware und Peripheriegeräten zum Vorschein.

  • Dedizierte Soundkarten machen so gut wie immer Probleme unter Ubuntu. Selbst wenn die Treibersoftware im Kernel enthalten ist, kann die Hardware oftmals nicht vollständig verwendet werden.

Bei mir ist es eine Creative Sound Blaster Recon 3D die Probleme macht. Die Karte wird in Ubuntu 14 zwar erkannt aber ich kann meine Anlage nur in Stereo betreiben weil keine 5.1 Einstellungen vorhanden sind.

Ka Mü: Soundkarten in Ubuntu installieren. kilobyte.bplaced.net (03/2016).

  • Peripheriegeräte wie WLAN-Sticks, Webcams, Funkmäuse oder Gamecontroller funktionieren entweder „Out-of-the-box“ oder überhaupt nicht.

Hinweis: Als Betreiber eines Linux-Systems sollten Sie vor der Anschaffung von derartiger Hardware im Internet recherchieren, ob Ihr Betriebssystem dafür Treiber bereithält.

Faktencheck – brauche ich Treiber für Ubuntu?

Gerade Umsteiger sind am Anfang immer unsicher, ob Ihr Computer problemlos mit Ubuntu funktioniert, deshalb hier ein Überblick:

  1. Bei der Installation von Ubuntu wird ein aktueller Kernel installiert, der in der Regel sämtliche internen Geräte mit Treibern versorgt. Dadurch sind Treiber-CDs wertlos.
  2. Jegliche Grafikkarten funktionieren unter der Linux-Distribution. Die freien Standardtreiber erfüllen mehr als nur ihren Zweck. Spieler, welche die volle Leistungsbandbreite benötigen, haben direkt aus dem System heraus die Möglichkeit, einen geschlossenen Treiber des Herstellers zu installieren.
  3. Immer mehr Druckerhersteller bieten ihre Software auch für Linux an. Hier lohnt sich ein Blick auf die Herstellerwebseite. Die Treibersoftware wird meistens in einem Format bereitgestellt, welches sich selbsterklärend unter Ubuntu installieren lässt.
  4. Bei diversen PCI- bzw. PCI-Express-Karten und vor allem USB-Geräten hat der Ubuntu Treiber-Support Defizite. Bemühen Sie vor dem Kauf eine Suchmaschine oder fragen Sie eventuell in einem Forum nach, ob das gewünschte Gerät unterstützt wird.
Fazit

Als jemand, der mehrmals im Monat verschiedene Linux-Distributionen auf unterschiedlichen Computern installiert kann ich sagen, dass die Treiber-Unterstützung von Ubuntu hervorragend ist.

Die Treiber unter Linux werden immer besser und leistungsfähiger. […] Unter Ubuntu läuft einiges besser, unkomplizierter und schneller als unter Windows.

Leister, Thomas: Gründe, warum ich Ubuntu Linux Windows vorziehe. thomas-leister.de (03/2016).

Jedoch sollten Sie das Betriebssystem, auch wenn dieses Linux basiert ist, immer an die Aktualität Ihrer Hardware anpassen. Deshalb lohnt es sich, als etwaiger Ubuntu-Benutzer über die Supportzeiträume der einzelnen Versionen Genaueres in Erfahrung zu bringen.

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(Screenshots: Kubuntu 14.04.4 LTS)

Ubuntu: Die wichtigsten Terminal-Befehle – ein Überblick

Die steigende Beliebtheit von Linux-Distributionen wie Ubuntu, Debian oder Linux Mint gründet vor allem auf dem Umstand, dass diese mit ansprechenden, grafischen Benutzeroberflächen bedienbar sind. Heutzutage haben nämlich viele Anwender große Angst vor Terminal-Fenstern, doch das war beileibe nicht immer so. Der erste nennenswerte, kommerziell erfolgreiche Computer, der mit einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) samt Maus steuerbar war, kommt aus dem Jahre 1981 und nannte sich Xerox Star.

1981 Xerox Star. The first commercial attempt at a mouse based GUI.

Sneider, Jeremy: A Short History of the GUI and the Microsoft vs Apple Debate. theoligarch.com (02/2016).

Screenshot Ubuntu Terminal-FensterGemessen am Erfolg der Betriebssysteme MS-DOS (1981) für x86-PCs und Commodore Basic V2 (1982) für den C64, die ausschließlich über die Kommandozeile bedient werden mussten, blieb der Xerox Star blass. Gleiches galt für die Workstation Apple Lisa (1983). Dieses System hatte zwar für damalige Verhältnisse eine sehr ansprechende Benutzeroberfläche, war jedoch unerschwinglich und konnte sich nicht am Markt etablieren. Es dauerte noch mehr als zehn Jahre, bis die Computer-Benutzer sich an grafische Desktop-Oberflächen gewöhnten und diese seitdem bevorzugen. Den größten Anteil an dieser Entwicklung trug das Microsoft Betriebssystem Windows 95.

47.000.000 Exemplare von Windows 95 wurden 1996 verkauft.

Makowski, Dirk: Windows 95. winhistory.de (02/2016).

Von da an waren Computer nicht mehr nur Arbeitsgeräte, bessere Taschenrechner und Spielautomaten, sondern einfach bedienbare, multimediale Allzweckwaffen, welche die ganze Familie ansprachen.

Spätestens seit 1998 als Debian 2.0 (Hamm) veröffentlicht wurde, können auch Linux-Distributionen mithilfe von grafischen Benutzeroberflächen (KDE, GNOME, Cinnamon, etc.) bedient werden.

I switched to Debian 2.0 (Hamm) in 1998 when it first came out. […] I spent hours compiling things whether it was X11, KDE 0.x, QT, GTK, Gnome, GIMP.

Nate: Happy Birthday Debian: 20 years old. techopsguys.com (02/2016).

Das Debian-Derivat Ubuntu ging sogar noch eine Stufe weiter und bringt seit Version 11.04 seine eigene Benutzeroberfläche (Unity) mit. Als Benutzer von Debian oder eines Derivats daraus, können Sie prinzipiell auf die Verwendung von Terminal-Fenstern verzichten. Für jeden wichtigen Befehl gibt es in allen gängigen Oberflächen das passende Menü.

  • Je mehr Sie jedoch die Komfortzone Debian verlassen und reine Linux-Anwendungen bedienen möchten, desto häufiger werden Sie um das Terminal nicht herumkommen.
  • Außerdem bietet ein sicherer Terminal-Umgang viele Vorteile. Sie können dadurch oftmals nicht nur schneller arbeiten oder im Notfall Ihr System reparieren, sondern auch auf viele grafische Hilfsprogramme verzichten.

So funktioniert das Terminal

Hinweis: Jedes Terminal-Fenster kann einen Prozess ausführen. Sie können unter Ubuntu jedoch beliebig viele Fenster gleichzeitig geöffnet haben.

1.) Installierte Programme starten

Software, die Sie via Ubuntu Software-Center oder PPA installiert haben, lässt sich über ein Terminal-Fenster starten. Tippen Sie dazu einfach den Namen in Kleinbuchstaben ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.

Screenshot von Libreoffice im Terminal-Fenster

2.) Linux-Programme starten

Damit Applikationen wie der Tor-Browser oder das Spiel SuperTuxKart unter jedem Linux-System funktionieren, werden diese als Shell-Script ausgeliefert. Eine Installation ist dabei nicht notwendig, denn die Anwendung wird einfach mithilfe des Terminals aus dem Ordner gestartet.

Screenshot vom Starten eines Shell-Scripts

Dazu wird immer das Präfix ./ vor den Dateinamen gesetzt.

Hilfreiche Tipps fürs Ubuntu-Terminal

Albert Einstein sagte: „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht.“ Genauso verhält es sich mit Terminal-Befehlen.

3.) Autovervollständigung

Programmnamen sind oftmals sehr lange und besitzen Versionsnummern und Satzzeichen. Es besteht kein Grund, dies alles manuell in ein Terminal-Fenster abzuschreiben.

Screenshot von Terminal-Fenster Autovervollständigung

Tippen Sie die ersten Buchstaben ein, die Ihnen einfallen und drücken Sie danach die Tabulatortaste. Ubuntu wird den Rest für Sie automatisch vervollständigen.

Tipp: Ihre zuletzt eingegebenen Terminal-Befehle bleiben gespeichert. Drücken Sie auf Ihrer Tastatur die Pfeiltaste nach oben, um sich diese anzeigen zu lassen.

4.) Copy & Paste

Es lohnt sich ebenso wenig, lange Befehlsketten von Internetseiten abzuschreiben. Anstelle dessen sollten Sie den gewünschten Befehl markieren und kopieren. Im Terminal-Fenster selbst ist es danach möglich, das Ganze mithilfe der rechten Maustaste einzufügen.

Aus Ihrem Browser bzw. LibreOffice sind Sie vielleicht gewohnt mit den Tastenkürzeln „Strg + C“ und „Strg + V“ zu arbeiten.

Kann man über die Konsole die Shortcuts: Strg+C, …+X, …+V einrichten?

Michael: Synaptic. kilobyte.bplaced.net (02/2016).

Dies funktioniert standardmäßig leider nicht im Terminal-Fenster, sondern muss je nach Benutzeroberfläche, mal mehr mal weniger aufwendig, konfiguriert werden.

Ordner mithilfe des Terminals erkunden

5.) In ein Verzeichnis wechseln

Damit Sie heruntergeladene Archive über das Terminal entpacken oder Shell-Scripts starten können, ist es erforderlich, in das Heimatverzeichnis dieser Dateien zu navigieren.

Screenshot von cd /home/

Dazu gibt es den CD-Befehl (change directory). Mit dem Präfix cd navigieren Sie von Ordner zu Ordner.

Um nachzusehen, was sich im angekommenen Verzeichnis befindet, eignet sich der Terminal-Befehl dir am besten.

Screenshot von Ubuntu-Terminal dir

Ihnen werden daraufhin alle weiteren Ordner und Dateien im Verzeichnis angezeigt, sodass Sie mit cd weiter navigieren können. Dabei sollten Sie wieder auf die Autovervollständigung zurückgreifen.

Screenshot von cd.. im Ubuntu-Terminal

Sind Sie einmal falsch abgebogen, führt Sie der Befehl cd .. wieder eine Stufe zurück.

6.) Dokumente/Verzeichnisse mit dem Terminal kopieren/verschieben

Prinzipiell bietet das Ubuntu-Terminal die Gelegenheit, darin die komplette Ordnerstruktur neu zu arrangieren.

Screenshot vom Kopieren mit dem Terminal-Fenster

Mit dem Befehl cp -u samt Datei- bzw. Ordnername gefolgt vom neuen Speicherort, kopieren Sie die Daten. Ist die Datei bereits vorhanden, wird diese damit gleichzeitig überschrieben.

Hinweis: Dieses Beispiel dient lediglich als Illustration. Selbstverständlich verwende ich für solch ein Szenario den Ordner-Manager (Nautilus/Dolphin) meiner Ubuntu-Version, sonst könnte ich gleich Arch Linux installieren.

  • Sollten Sie einmal eine Datei in Ihrem Wurzelverzeichnis ändern wollen, werden Sie jedoch mit dem Ordner-Manager nicht weit kommen. Hier hilft dann nur der oben genannte CP-Befehl samt Administratorenrechte.

Ein Terminal-Fenster für Administratoren

Wie Sie sehen, ist es im Alltagsbetrieb nicht notwendig im Ubuntu-Terminal über Administratorenrechte zu verfügen.

7.) Ich bin der sudo (Admin)

Immer wenn Sie Terminal-Befehle sehen, die das Präfix sudo erfordern, bedeutet dies, dass Sie in Ihr System eingreifen und dies mit Ihrem Administratorenpasswort legitimieren müssen.

Screenshot von sudo Befehlen im Ubuntu-Terminal

  • Heißt also im Umkehrschluss, solange Sie ohne sudo in Ihrem Terminal-Fenster herumprobieren, ist es nicht möglich, irgendetwas an Ihrem Betriebssystem zu beschädigen.
Fazit zum Ubuntu-Terminal

Wie Sie sehen, ist das Terminal kein Hexenwerk, sondern funktioniert minimalistisch mit logischen Befehlen. Um langfristig erfolgreich mit einem Debian-Derivat arbeiten zu können, sollten Sie die genannten sieben Punkte beherrschen. Diese gelten als die absoluten Basics und damit können Sie sich alles Weitere in Zukunft herleiten.

Ich bevorzuge auch einen schönen Desktop und verwende deshalb besonders gerne KDE als Benutzeroberfläche. Folglich versuche auch ich so viel wie möglich, mit der Maus auf einem ansprechenden Untergrund zu erledigen. Daher zum Schluss noch ein Bonustipp, für eine immer wiederkehrende Frage in diesem Blog.

Hi Kilobyte, kannst du mir kurz sagen, wie du in der Konsole installierte Programme löscht? […] Ich verwende noch Ubuntu 12.04 wegen alter Maschine und so.

Jung, Manfred: Kurze Frage zu Ubuntu und löschen. E-Mail vom 11.01.2016.

8.) So lösche ich installierte Programme in Ubuntu

Ich öffne Synaptic, suche besagte Software über das Suchfenster und deinstalliere diese damit vollständig.

Natürlich könnte ich im Terminal auch probieren, ob

  1. sudo apt-get remove <package> && sudo apt-get autoremove.
  2. sudo apt-get remove <application_name>.
  3. sudo apt-get purge <package-name>.

irgendwann zum Erfolg führt.

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