Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: PPA Repository – was ist das?

Der Begriff PPA Repository beschreibt eine nützliche Systemschnittstelle, über die Softwareentwickler ihre Applikationen unkompliziert an Ubuntu-Benutzer verteilen können. Demzufolge ist das Private Package Archive eine zusätzliche Bezugsquelle, mit der Sie das Softwareangebot der offiziellen Canonical-Kollektion beliebig erweitern können. Aufgrund dessen, dass jeder eine PPA betreiben kann, sollten Sie diese Programmquellen allerdings nur sehr gezielt einsetzen.

Bild von Ubuntu Private Package ArchiveDamit ein privater Entwickler seine selbst geschriebene Ubuntu-Applikation über eine PPA-Schnittstelle verteilen darf, benötigt er nämlich nichts weiter als ein Konto bei Launchpad. Um auf dieser Plattform eine individuelle PPA-Adresse zugewiesen zu bekommen, genügt es bereits einen Namen und eine E-Mail-Adresse zu hinterlegen. Nach der Aktivierung der Quelle findet keine weitere Evaluation der darüber angebotenen Datenpakete statt. Folglich ist es im Bereich des Möglichen, dass Ihr System durch das Hinzufügen einer nebulösen PPA unbemerkt mit Schadsoftware infiziert wird.

Dennoch ist es fast unmöglich, ein produktives Ubuntu-System ohne installierte PPA Repositories zu betreiben. Dies ist insofern kein Problem, da es bereits mehrere vertrauenswürdige Programmquellen gibt, über die Softwareentwickler ihre Produkte schon seit vielen Jahren pflegen.

Bild von PPA Repository unter Ubuntu. Was ist eine PPA und wie beeinflusst sie das Betriebssystem? Grafik von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter für Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch, das zu einer NGO von George Soros gehören könnte

Eine besonders angesehene PPA wird von Unit 193 betrieben, über die unter anderem die Verschlüsselungssoftware VeraCrypt verteilt wird. Anhand dieser Quelle zeige ich Ihnen im Folgenden, wie Sie mit PPA Repositories richtig umgehen und was Sie beim Einsatz dieser inoffiziellen Bezugsquellen beachten sollten.

Eine PPA unter Ubuntu hinzufügen

Als meine erste Freundin damals zu mir zog, musste ich die allermeisten meiner Festplatten verschlüsseln. Schließlich wollte ich meine speziellen Neigungen so lange wie möglich vor ihr verbergen. Aus diesem Grund suchte ich mithilfe einer Suchmaschine nach einer PPA, über die ich VeraCrypt für meine Ubuntu-Version installieren konnte.

sudo add-apt-repository ppa:unit193/encryption

Nach einer kurzen Suche stieß ich auf die PPA-Domain von Unit 193, die ich daraufhin meinem System hinzufügte.

Screenshot von Ubuntu: Hinzufügen der PPA von Unit 193

Das Hinzufügen einer PPA muss zusätzlich mit der Eingabetaste bestätigt werden

Nachdem ich den PPA-Installationsbefehl in ein Terminal-Fenster eingefügt hatte, musste ich jedoch nicht nur mein Administratorpasswort eingeben, sondern das Hinzufügen der neuen Quelle außerdem noch mit der Eingabetaste bestätigen.

Screenshot vom Reiter "Andere Programme" in der Ubuntu Aktualisierungsverwaltung

Neue Programmquellen werden in der Aktualisierungsverwaltung gespeichert

Hinweis: Diese beiden Sicherheitsmechanismen sind deshalb nötig, da Sie mit dem Hinzufügen einer PPA-Adresse Ihr Paketmanagementsystem APT anweisen, ab sofort auch diese Programmquelle für Software-Updates zu berücksichtigen.

sudo apt-get update

Bevor ich VeraCrypt nun installieren konnte, musste ich zunächst noch alle hinterlegten Bezugsquellen in das Paketmanagementsystem APT neu einlesen.

Screenshot von sudo apt-get update

Paketmanagementsystem APT beim Einlesen der neuen Programmquelle

Erst als ich daraufhin feststellte, dass bei diesem Prozess die PPA Repository von Unit 193 mit aufgelistet wurde, konnte ich den Installationsbefehl geben.

sudo apt-get install veracrypt

Wie Sie sehen, ist das Hinzufügen einer PPA kein Hexenwerk. Nach der Eingabe von nur drei Befehlen konnte ich mit der Verschlüsselung meiner Festplatten beginnen.

Die Vor- und Nachteile einer PPA im Überblick

Natürlich hätte ich VeraCrypt auch mithilfe der Linux-Datei installieren können, die auf der Entwicklerseite zum kostenlosen Download angeboten wird. Ich entschied mich jedoch aus folgenden Gründen für eine PPA:

  • Der Entwickler bietet VeraCrypt nicht als Debian-Paket an. Deshalb kann die Verschlüsselungssoftware nicht benutzerfreundlich mit einem Doppellinksklick über das Ubuntu Software-Center installiert werden.
  • Sobald eine aktuellere Version von VeraCrypt verfügbar ist, wird diese bei einem System-Update automatisch über die PPA heruntergeladen und installiert.

Des Weiteren setzen die meisten Programme für Linux-Distributionen diverse Pakete voraus, die bereits auf dem System vorhanden sein müssen. Der Betreiber einer PPA weiß, welche Bibliotheken Ihre Ubuntu-Version benötigt, um sein Softwareangebot stabil ausführen zu können und liefert deshalb fehlende Hilfsdateien bei der Installation gleich mit aus.

Bild von PPA versus offizielle Quellen. Warum haben PPA Repositories einen schlechten Ruf?

Obwohl PPA Repositories so viele Vorteile haben, setze ich doch lieber Software aus den offiziellen Quellen ein. Neben dem bereits erwähnten Sicherheitsrisiko sind die inoffiziellen Programmquellen nämlich auch in anderen Bereichen problematisch.

  • Die Software aus PPA Repositories ist in der Regel fest an eine bestimmte Ubuntu-Version gebunden. Sollten Sie also ein Upgrade Ihrer Linux-Distribution vornehmen, dann können via PPA installierte Programme in der Regel nicht mehr über ihre inoffiziellen Bezugsquellen gewartet werden.

Daneben ist auch das Entfernen einer PPA Repository gerade für Linux-Neulinge gar nicht so einfach.

Das rückstandslose Löschen einer PPA

Nach sehr kurzer Zeit verließ mich meine erste Freundin leider wieder, um mit ihrer heutigen Lebensgefährtin zusammenziehen zu können. Demzufolge war ich nicht mehr länger auf die Dienste von VeraCrypt angewiesen, weshalb ich die Freeware mit folgendem Terminal-Befehl deinstallierte:

sudo apt-get remove veracrypt && sudo apt-get autoremove

Obwohl ich die Verschlüsselungssoftware von meinem System gelöscht hatte, rief APT weiterhin die Programmquelle des Privatbetreibers Unit 193 ab.

Bild vom Entfernen einer PPA Repository

Aus diesem Grund musste ich zusätzlich noch die PPA-Domain von meinem System entfernen, was mir mit folgendem Befehl gelang:

sudo add-apt-repository -r ppa:unit193/encryption

Wie Sie vielleicht erkennen können, sieht der Löschbefehl fast genauso wie der Installationsbefehl aus. Der einzige Unterschied ist der Zusatz -r.

Fazit zum Private Package Archive – weniger ist mehr

Die PPA Repository ist der bequemste Weg, um eine Applikation zu installieren, die nicht in den offiziellen Quellen enthalten ist. Gehen Sie mit diesen Privatquellen jedoch sehr sparsam um, denn schließlich kann der Betreiber seinen Freiwilligendienst jederzeit einstellen. Außerdem wissen Sie nie, wer genau so ein Private Package Archive betreut und ob derjenige Ihre Abhängigkeit nicht doch für Schabernack ausnutzt.

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Warum updated Ubuntu nicht auf die neuste Version?

Nachdem Sie gelesen haben, dass es eine neue Ubuntu-Version gibt, fühlen Sie sich abgehängt? Denn obwohl Sie immer sofort alle verfügbaren Aktualisierungen installieren, behält Ihr System die alte Versionsnummer? Dann haben Sie sich von den Medien unnötigerweise verunsichern lassen.

[…] so habe ich eben bei heise.de gelesen, dass heute Ubuntu 17.04 erschienen ist und wohl alle bereits 16.10 verwenden. Mein Ubuntu hat noch die Nummer 16.04 und ich schwöre Ihnen, dass ich ständig alle Updates installiere. […] Was muss ich einstellen, um die neuste Version zu bekommen?

Zerbelshofer, Johannes: Warum updated mein Ubuntu nicht auf die neuste Version? E-Mail vom 13.04.2017.

Bild von Ubuntu ReleaseUbuntu 16.04 ist eine Vollversion, die fünf Jahre lang mit Softwareupdates versorgt wird. Vollversionen sind mit dem Akronym LTS gekennzeichnet, was für Long Term Support steht. Canonical veröffentlicht alle zwei Jahre eine neue LTS-Version. Dazwischen bietet das Unternehmen vom Weltraumtouristen Mark Shuttleworth auch Entwicklerversionen an. Diese erscheinen alle sechs Monate und dienen nur dazu, bestehende und zukünftige Ubuntu-Vollversionen zu verbessern.

Diese Gegebenheit wird auch im erwähnten Artikel auf der Webseite der Heise Medien GmbH angedeutet:

Letztlich gleicht Ubuntu 17.04 seinem Vorgänger stark und hebt sich vor allem durch die modernere Software ab. […] Dieser Vorteil schwindet bereits im August wieder stark, denn dann sollte Ubuntu 16.04.3 erscheinen […].

Leemhuis, Thorsten: Linux-Distributionsfamilie Ubuntu 17.04 freigegeben. heise.de (05/2017).

Merke: Alle Verbesserungen aus den Testversionen werden zeitnah und automatisch an die LTS-Versionen, die sich im Unterstützungszeitraum befinden weitergegeben.

Upgrade auf neue Ubuntu-Version

Falls Sie dennoch Ihre Vollversion verlassen und auf eine aktuelle Entwicklerversion upgraden möchten, ist dies ohne Weiteres möglich.

Screenshot vom Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Unter Ubuntu 16.04 LTS über alle neuen Ubuntu-Versionen informiert werden

Navigieren Sie dazu zuerst über die Ubuntu Dash-Startseite in das Menü „Anwendungen & Aktualisierungen“.

  • Wechseln Sie daraufhin in den Reiter „Aktualisierungen“.
  • Stellen Sie nun das Dropdown-Menü hinter „Über neue Ubuntu-Versionen benachrichtigen“ auf „Für jede neue Version“.

Geben Sie bei Aufforderung Ihr Administratorpasswort ein und verlassen Sie anschließend das Menü.

Screenshot von Ubuntu Aktualisierungsverwaltung "Die Anwendungen auf diesem Rechner sind aktuell"

Nach einem kurzen Moment sollte sich ein Fenster namens „Aktualisierungsverwaltung“ öffnen und Ihnen mitteilen, dass ein neues Ubuntu verfügbar ist.

Bei Ihnen erscheint dieses Menüfenster nicht? Dann öffnen Sie ein Terminal-Fenster und erzwingen Sie das Upgrade mit folgendem Befehl:

sudo do-release-upgrade -d

Hinweis: Sie können mit dieser Methode immer nur eine Version nach der anderen installieren. Gibt es bereits mehrere aktuellere Releases? Dann wiederholen Sie die Schritte so lange, bis Sie das neuste Ubuntu installiert haben.

Wer sollte eine Entwicklerversion verwenden?

Die Verfügbarkeit von unterschiedlichen Ubuntu-Versionen wird Neulingen oftmals zum Verhängnis. In Anbetracht der Tatsache, dass die beliebte Linux-Distribution kostenlos ist und im Wettbewerb mit anderen Betriebssystemen steht, sind Entwicklerversionen leider notwendig.

Bild vom Zyklus von Neuerscheinungen: Beliebte Betriebssysteme für den PC. Bild von Kilobyte / Ubuntu-Blog

Um alle zwei Jahre eine ausgereifte LTS-Version veröffentlichen zu können, ist Canonical auf die Hilfe der Ubuntu-Benutzer angewiesen.

  • Entwicklerversionen sind nämlich nur für diejenigen, die dem Londoner Softwareunternehmen bei der Fehlersuche helfen wollen.
  • Wer einen Bug findet, der kann diesen hier unkompliziert melden.

Durch dieses simple System wird sichergestellt, dass die Benutzer von Vollversionen stets auf ein stabiles und makelloses Betriebssystem zurückgreifen können.

Bild von Frage: Warum gibt es Entwicklerversionen für Ubuntu?

Ein weiterer Grund um auf eine aktuelle Entwicklerversion auszuweichen kann ein gravierendes Hardwareproblem sein. Falls Sie stets die Dienste der neusten Grafikkarte oder der schnellsten CPU in Anspruch nehmen, kann es vorkommen, dass der Kernel Ihrer LTS-Version noch nicht die passenden Treiber parat hat. Dann macht der Einsatz einer Entwicklerversion Sinn, da in solch einem kurzlebigen Betriebssystem auch immer die aktuellsten Treibersammlungen getestet werden.

Die Vorteile einer Ubuntu LTS-Version

Für die Besucher dieser Webseite empfehle ich ausschließlich Vollversionen. Ich beginne meine Argumentation damit, indem ich Ihnen zeige, was Ubuntu in den Augen von Debian ist.

Bild vom Unterschied zwischen Debian und Ubuntu

Aufgrund dessen, dass Canonical alle zwei Jahre eine LTS-Version veröffentlicht, erreicht diese Linux-Distribution niemals die Stabilität von Debian.

Debian is VERY stable. Especially if you download the stable version. They have longer work periods which allow them to catch more bugs.

Cox, Jesse: How stable is debian stable desktop version? quora.com (05/2017).

  • Entwicklerversionen sind also lediglich Betaversionen, bei denen Abstürze sehr häufig vorkommen können.

Die hohe Verfügbarkeit von Applikationen ist ein weiterer Vorteil einer Ubuntu LTS-Version.

Empfehlung von Kilobyte: Verwenden Sie unbedingt eine Ubuntu-Vollversion

Infolgedessen, dass diese Ubuntu-Versionen fünf Jahre lang mit Updates versorgt werden, programmieren Softwareentwickler in erster Linie ausschließlich für Vollversionen.

  • Das Upgrade einer LTS-Version auf eine Entwicklerversion führt demzufolge häufig dazu, dass installierte PPAs und Programme nicht mehr funktionieren.

Dies ist zumeist nicht der Fall, wenn Sie von einer Vollversion auf eine neue Vollversion upgraden. Denn bis Ihnen nach einem Release einer LTS-Version die Aktualisierung automatisch empfohlen wird, vergehen bis zu drei Monate. Dadurch haben die Softwareentwickler einen Vorsprung, um Ihre Applikationen fit für die neue Ubuntu-Vollversion zu machen.

Diese bewusste Verzögerung wird nicht nur deshalb so gehandhabt, um Anwendern weiter ein sehr stabiles Betriebssystem zu gewährleisten, sondern hängt auch mit den Drittanbietern von kostenloser Software zusammen, die ihre Produkte via PPA anbieten und pflegen.

Sascha: Ubuntu: 14.04 auf 16.04 LTS upgraden – so geht’s. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Auch eine bereits angesprochene Hardwareproblematik lässt sich mit einer älteren LTS-Version lösen. Zwischenzeitlich ist es nämlich bereits mithilfe von übersichtlicher Freeware möglich, unkompliziert einen aktuellen Kernel zu installieren.

Diese finsteren Tage sind dank Ukuu vorbei. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Rebellenorganisation aus Ruanda, sondern um eine kostenlose Software namens Ubuntu Kernel Update Utility.

Sascha: Ubuntu: Neuen Kernel installieren – einfach via PPA. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Fazit: Wissenswertes über Ubuntu-Vollversionen

Obwohl ich bereits im Oktober 2004 damit begann, mit Linux-Distributionen zu arbeiten hatte ich erst einmal eine Entwicklerversion installiert. Damals versuchte ich zusammen mit Kollegen auf Ubuntu 12.10 einzuwirken, damit die Werbung wieder aus der Ubuntu Dash-Startseite verschwindet.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite hauptsächlich mit Amazon verknüpft und blendet passend zu den Suchergebnissen Werbung ein.

Sascha: Ubuntu und die Datensammelwut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Seitdem verwende ich auf allen meinen Systemen ausschließlich LTS-Versionen.

Screenshot von Neue Ubuntu-Version verfügbar "14.04.5 LTS"

Für das Upgrade auf eine neue LTS-Version sind keine Voreinstellungen vonnöten

Spätestens nach dem ersten Servicepack erhalte ich seither ohne irgendetwas an meinem Betriebssystem geändert zu haben die Meldung, dass eine neue Ubuntu-Version verfügbar ist. Dann klicke ich auf „Aktualisieren“ und warte kurz, bis die neuste Vollversion installiert wurde.

Bild mit Frage: Woran erkenne ich Ubuntu-Vollversionen

Übrigens, neben der Bezeichnung LTS lässt sich eine Vollversion auch noch an anderen Merkmalen erkennen.

  1. Die erste Ubuntu-Vollversion erblickte im Jahre 2004 das Licht der Welt. Eine neue LTS-Version erscheint also nur in Jahren mit gerader Jahreszahl.
  2. Außerdem werden Vollversionen immer im April veröffentlicht.

Tipp: Lassen Sie sich nicht durch die zweijährigen Releases unter Druck setzen. Sie können die fünfjährigen Aktualisierungszeiträume voll ausschöpfen, ohne irgendetwas zu verpassen.

Bei Unternehmen spielen bekanntlich Abschreibungen immer eine große Rolle, weshalb man nicht schnell mal die komplette EDV austauschen kann. Um die Laufzeiten für alte Hardware zu verlängern, bietet Canonical seit 2017 auch Updates für bereits ausgelaufene LTS-Versionen an.

Following the end-of-life of Ubuntu 12.04 LTS, Canonical is offering Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance) [1], which provides important security fixes for the kernel and the most essential user space packages in Ubuntu 12.04.

Krikland, Dustin: Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance). lists.ubuntu.com (05/2017).

Dies geschieht zwar gegen Entgelt, aber ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen einen Obolus an Microsoft bezahlt hätten, um Windows XP sicher weiterbenutzen zu können.

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Sources.list – was ist das?

Die sources.list ist streng genommen eine biedere Textdatei in Linux-Distributionen wie Debian, Ubuntu und Linux-Mint, die nur wenige Kilobyte groß ist. Der Dateiname ist selbstsprechend und bedeutet ins Deutsche übersetzt Quellenliste. Egal, ob Ihr Betriebssystem Sicherheitsupdates, einen neuen Mozilla Firefox oder freie Software von Drittanbietern einspielen möchte, ohne die sources.list wüsste es nicht, wo es anfangen sollte danach zu suchen. Bildlich gesprochen ist diese Quellenliste der Lagerist Ihres Betriebssystems, der weiß an welcher Position jedes Datenpaket zu finden ist. Wie im wahren Leben auch, arbeitet der Lagerist hauptsächlich relativ unauffällig mit Paketdiensten (APT/PPA/Synaptic) zusammen.

Bild von Ubuntu sources.listWenn Sie als Benutzer nicht in das Lager schauen und Ihren Lageristen schalten und walten lassen, werden Sie nie irgendwelche Probleme mit Ihrer sources.list haben. Gerade bei der Installation von Drittanbieter-Software wie beispielsweise AceStream oder des aktuellen Nvidia-Treibers für Ubuntu, die via PPA installiert wird, kommen Sie oftmals nicht darum herum, manuell neue Paketquellen Ihrem Lager hinzuzufügen. Wenn Sie dabei nicht sauber arbeiten oder eine Quelle veraltet ist und nicht mehr betrieben wird, bringen Sie Ihren Lageristen durcheinander.

Ist dies der Fall, und Sie bitten mithilfe des Befehls sudo apt-get update Ihren Lagermeister darum nachzusehen, ob es etwas Neues für Ihre Linux-Distribution gibt, wird der Ihnen gehorsam einen Fehler melden, Feierabend machen und Sie mit dem Problem alleine lassen.

Err http://archive.ubuntu.com raring/main amd64 Packages
404 Not Found [IP: 2001:67c:1360:8c01::18 80]
Err http://archive.ubuntu.com raring/main i386 Packages
404 Not Found [IP: 2001:67c:1360:8c01::18 80]

cal1j: Problem with sources list Ubuntu 14.04. ubuntuforums.org (04/2016).

Wie Sie sehen, ist es als Administrator (Chef) eines Betriebssystems immer wichtig etwas mehr zu wissen als seine Angestellten (Lagerist). Deshalb erfahren Sie im folgenden Artikel, was in der ominösen sources.list genau steht, wie diese funktioniert und wie Sie darin etwas ändern können, ohne dass Sie im Anschluss auf veralteten Datenpaketen Ihres Betriebssystems sitzen bleiben müssen.

Sources.list – so funktioniert die Datei

Um sich den Inhalt der sources.list anzusehen bzw. Änderungen vorzunehmen, öffnen Sie zuerst ein Terminal-Fenster und geben gleich danach den Befehl sudo nano /etc/apt/sources.list ein.

Screenshot von sources.list unter Ubuntu 14.04.4 LTS

Alle blassen Zeilen sind mit Rautezeichen (##) auskommentiert und beschreiben nur die sich darunter befindenden Befehle. Als Spiegelserver habe ich die Universität Bayreuth ausgewählt, demnach sieht ein Befehl bei mir so aus:

deb http://ftp.uni-bayreuth.de/linux/ubuntu/ubuntu trusty-updates main restricted

Dieser ist in folgende vier Abschnitte untergliedert:

  1. Suche nach Binärdateien (Debian-Paketen).
  2. Unter der folgenden Adresse.
  3. Für die Ubuntu-Version Trusty Tahr (14.04) samt Updates (14.04.x).
  4. Suche aber nur nach Paketen, die vom Ubuntu-Team legitimiert wurden.

Hinweis: Immer wenn Sie Ihr Betriebssystem aktualisieren, werden die einzelnen Befehlszeilen nach diesem Schema abgefragt.

Screenshot vom Update Prozess im Ubuntu-Terminal

Während der Abfrage werden die verfügbaren Pakete mit den lokal installierten Daten verglichen. Gibt es Neuerungen, können Sie diese am Ende des Prozesses mit sudo apt-get upgrade herunterladen und installieren.

Eintrag in sources.list hinzufügen

Auf den Herstellerwebseiten, die Software anbieten, welche mithilfe der sources.list installiert werden muss, finden Sie zumeist zeitgleich die Anleitung dafür. Der Weg ist immer gleich, wie ich es Ihnen folgend anhand von Dropbox veranschauliche.

  • Ich öffne die sources.list über das Terminal-Fenster und scrolle mit den Pfeiltasten der Tastatur an das Ende der Datei.

Screenhot von sources.list für Ubuntu 14.04

  • Zunächst kümmere ich mich um die Beschreibung, die ich mit Rautezeichen ausklammere.
  • Gleich darunter füge ich den Befehl, den ich von der Dropbox-Webseite habe ein.
  • Ich speichere die sources.list mit der Tastenkombination Strg + O. Danach bestätige ich die Eingabe, was mich zurück in das blanke Terminal-Fenster führt.
  • Im Zusammenhang mit dieser Methode gibt es auch immer noch einen GPG-Schlüssel (APT-Key). Den Schlüssel-Befehl kopiere ich ebenfalls von der Herstellerwebseite, füge diesen in mein Terminal-Fenster ein und folge den Anweisungen.
  • Mit sudo apt-get update schicke ich meinen Lageristen auf die Reise. Er sieht nun auch unter meiner gerade eingetragenen Quelle nach, ob es etwas Neues gibt.
  • Mit sudo apt-get install nautilus-dropbox installiere ich die Software, die ab sofort auch automatisch mit Updates versorgt wird.

Alles was Sie in die sources.list manuell eingetragen haben, können Sie selbstverständlich auch wieder entfernen. Entweder Sie löschen dazu den Eintrag komplett oder Sie kommentieren die Befehlszeile einfach mit Rautezeichen aus.

Wichtig: Löschen und verändern Sie keine Einträge, die zur Standardinstallation Ihres Betriebssystems gehören. Außer Sie wissen natürlich zu 100%, was Sie tun.

Screenshot von Ubuntu Aktualisierungsmanager "Andere Software"

Überprüfen Sie des Weiteren die Quellen innerhalb Ihres grafischen Aktualisierungsmanagers, ob der unerwünschte Eintrag hier ebenfalls deaktiviert oder entfernt wurde.

Updates funktionieren nicht mehr – sources.list zerstört

Sollten Sie Ihre sources.list für Sie irreparabel zerstört haben, ist die sauberste Lösung ein Reset. Für eine fehlerfreie und neue Quellenliste mit richtiger Syntax sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Surfen Sie zum Ubuntu Sources List Generator.
  2. Wählen Sie Ihre Sprache und Ihre Version aus.
  3. Klicken Sie sämtliche Ubuntu Branches an.
  4. Unter Ubuntu Updates wählen Sie „Security – Important Security“, „Security Sources Repository“, „Updates – Recommended Updates“ und „Updates Sources Repository“ aus.
  5. Bestätigen Sie mit der Schaltfläche „Generate List“.
  6. Kopieren Sie darauffolgend den kompletten Inhalt der Box unter dem Punkt „Sources List“ mithilfe Ihrer Maus.
  7. Öffnen Sie nun Ihre beschädigte sources.list über ein Terminal-Fenster und ersetzen Sie den gesamten Inhalt mit den neuen Daten.
  8. Speichern Sie das Ganze und führen Sie mit sudo apt-get update wie gewohnt Ihre Updateroutine aus.

Hinweis: Ist wieder alles im Lot, können Sie nun wieder peu à peu weitere Quellen hinzufügen.

Faktencheck zur sources.list

Ihr digitaler Lagerist sorgt dafür, dass Ihr Betriebssystem dynamisch bleibt, indem mithilfe der sources.list nicht nur die Linux-Distribution mit Updates versorgt wird, sondern auch der Großteil der Benutzersoftware.

  • Eine manuelle Änderung der sources.list ist ein tiefer Systemeingriff. Dieser sollte für Sie als Benutzer einer Linux-Distribution jedoch kein allzu großes Problem darstellen.
  • Sollten Sie beim Update-Prozess den Fehler 404 Not Found erhalten, hängt dies mit einem nicht mehr aktuellen Eintrag in Ihrer sources.list zusammen.
  • Die Wartung der Einträge, die für Ihre Standardinstallation notwendig sind, übernimmt Ihr Betriebssystem automatisch. Wenn Sie beispielsweise Ubuntu 14.04 aus dem laufenden Betrieb auf Version 16.04 upgraden, werden die Quellen selbstständig für „trusty“ auskommentiert und die neuen für „xenial“ hinzugefügt.
Fazit

Wie Sie sehen, hängt die Funktionalität der sources.list aktiv von Ihrem Benutzerverhalten ab. Mithilfe des Befehls apt-cache policy sehen Sie, welche Quellen von Ihrem System bereits abgefragt werden. Dementsprechend sollten Sie sich immer fragen, ob es unbedingt notwendig ist, Ihrem Lagermeister noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Am Ende müssen Sie nämlich die Wartung übernehmen und die Liste Ihrer Programmquellen sauber halten.

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(Screenshots: Ubuntu 14.04.4 LTS)