Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Neuen Kernel installieren - einfach via PPA

Windows-Benutzer fürch­ten Ak­tua­li­sie­run­gen für ihr Be­triebs­sys­tem un­ge­fähr so, wie Ber­li­ner Po­li­ti­ker die Ba­sis­de­mo­kra­tie. Kein Wun­der, schließ­lich weiß nie­mand so wirk­lich, was Mi­cro­soft wie­der zum Nach­teil der Kun­den in den ku­mu­la­ti­ven Up­dates ver­steckt hat. Hin­ge­gen ver­bes­sern die trans­pa­ren­ten Ak­tua­li­sie­rungs­pa­ke­te für Ubun­tu tat­säch­lich die Sta­bi­li­tät und die Si­cher­heit der Linux-Distribution. Vor al­lem Ker­nel Up­dates sind gern ge­se­he­ne Gäs­te, denn sie sor­gen da­für, dass die Hard­ware in Ih­rem Com­pu­ter ef­fi­zi­en­ter ge­nutzt wer­den kann.

Bild von Ubuntu Kernel UpdateFür Ca­no­ni­cal sind Ker­nel Up­dates ein Fass ohne Bo­den. Denn so­bald sich eine brand­ak­tu­el­le Trei­ber­samm­lung auf den Spie­gel­ser­vern be­fin­det, gibt es schon wie­der reich­lich neue Hard­ware und Pe­ri­phe­rie­ge­rä­te auf dem Markt. Aus die­sem Grund ha­ben Sie als Ubuntu-Benutzer auch die Mög­lich­keit noch neue­re Ker­nel ma­nu­ell zu in­stal­lie­ren. Da­durch er­hö­hen Sie un­ter an­de­rem die Chan­ce, dass Ihr kürz­lich er­wor­be­nes Main­board bes­ser un­ter­stützt wird oder Ihre Web­cam plötz­lich funk­tio­niert.

Bis vor Kur­zem war das Up­date auf ei­nen „in­of­fi­zi­el­len” Ker­nel selbst für fort­ge­schrit­te­ne Ubuntu-Benutzer äu­ßerst un­an­ge­nehm. So war es bei­spiels­wei­se nö­tig, die Da­ten­pa­ke­te hän­disch aus dem Trei­ber­de­pot her­un­ter­zu­la­den.

  • An­schlie­ßend muss­te die In­stal­la­ti­on über ein Terminal-Fenster mit­hil­fe von ver­schie­de­nen Be­fehls­ket­ten voll­zo­gen wer­den.

Die­se fins­te­ren Tage sind dank Ukuu vor­bei. Da­bei han­delt es sich nicht etwa um eine Re­bel­len­or­ga­ni­sa­ti­on aus Ru­an­da, son­dern um eine kos­ten­lo­se Soft­ware na­mens Ubun­tu Ker­nel Up­date Uti­li­ty.

Screenshot von Ubuntu Kernel Update Utility unter Ubuntu 16.04 LTS

Ukuu v17.2.3 un­ter Ubun­tu 16.04.2 LTS

In der fol­gen­den An­lei­tung er­fah­ren Sie, wie Sie über die kla­re gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che von Ukuu ganz ein­fach ei­nen neu­en Ker­nel in­stal­lie­ren. Des Wei­te­ren be­grün­de ich, war­um Sie dies al­ler­dings un­ter­las­sen soll­ten.

Kernel unter Ubuntu installieren

Ukuu wird via PPA ge­pflegt und ist für sämt­li­che LTS-Versionen ab Ubun­tu 14.04 ver­füg­bar. Zum In­stal­lie­ren der smar­ten Sys­tem­ap­pli­ka­ti­on müs­sen Sie zu­nächst ein Terminal-Fenster öff­nen.

sudo add-apt-repository ppa:teejee2008/ppa

Fü­gen Sie im An­schluss die PPA des Soft­ware­ent­wick­lers Ih­rem Sys­tem hin­zu.

sudo apt-get update

Ak­tua­li­sie­ren Sie dar­auf­hin Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get install ukuu

In­stal­lie­ren Sie nun Ubun­tu Ker­nel Up­date Uti­li­ty. So­bald die­se Ope­ra­ti­on ab­ge­schlos­sen ist, lässt sich die Free­ware be­quem über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen.

Wenige Schritte bis zum neuen Linux-Kernel

So­bald Sie das In­ter­face von Ukuu vor sich se­hen, wird Ih­nen am Fuße des Pro­gramms der neu­es­te Ker­nel für Ihre Ubuntu-Version vor­ge­schla­gen.

  • Hin­weis: Ih­nen wer­den da­bei selbst­ver­ständ­lich nur sta­bi­le und ge­tes­te­te Trei­ber­samm­lun­gen emp­foh­len.

Zum In­stal­lie­ren ei­nes Ker­nels müs­sen Sie zu­nächst eine ge­wünsch­te Ver­si­on mar­kie­ren. Di­rekt im An­schluss ha­ben Sie über die Schalt­flä­che „In­stall” die Mög­lich­keit den Pro­zess zu star­ten.

Screenshot von Prozessfenster: Neuen Kernel mit Ubuntu Kernel Update Utility installieren

Dar­auf­hin öff­net sich ein grau­es Fens­ter, in dem der In­stal­la­ti­ons­vor­gang nach­ver­folg­bar ist. Hin­weis: Ukuu nimmt die Ak­tua­li­sie­rung von GRUB nach der Ope­ra­ti­on selbst­stän­dig vor.

sudo update-grub

Da­mit Sie den neu­en Ker­nel gleich ver­wen­den kön­nen, müs­sen Sie dem­entspre­chend nur noch Ihr Sys­tem neu star­ten, so­bald der In­stal­la­ti­ons­pro­zess voll­stän­dig ab­ge­schlos­sen wur­de.

Screenshot von Ukuu Warnmeldung: Booting previous kernels

Be­vor Sie das al­ler­dings tun kön­nen, weist Sie Ukuu dar­auf­hin, dass es nach dem Neu­start zu Pro­ble­men kom­men kann.

  • Vor al­lem wenn Sie pro­prie­tä­re Ge­rä­te­trei­ber in­stal­liert ha­ben, wird Ihr Sys­tem mit dem neu­en Ker­nel höchst­wahr­schein­lich nicht mehr star­ten.

Au­ßer­dem kann es sein, dass be­tag­te Pe­ri­phe­rie­ge­rä­te nach dem Up­date nicht mehr funk­tio­nie­ren.

Da­mit ein Ubuntu-Kernel mit der Zeit nicht zu stark an­schwillt, wer­den zu­dem sehr alte Trei­ber ent­fernt. Da­durch kommt es oft­mals zu Pro­ble­men.

Sa­scha: Trei­ber für Ubun­tu. kilobyte.bplaced.net (04/2017).

Nach­dem Sie Ubun­tu neu ge­star­tet ha­ben, kön­nen Sie in ei­nem Terminal-Fenster über­prü­fen, ob der neue Ker­nel ver­wen­det wird.

Screenshot von Ubuntu Terminal-Befehl uname -r

Funk­tio­niert Ihr Sys­tem mit dem neu in­stal­lier­ten Ker­nel ohne wei­te­re Schwie­rig­kei­ten? Dann ar­bei­ten Sie mit die­ser Trei­ber­samm­lung bis Ukuu Ih­nen au­to­ma­tisch mit­teilt, dass es wie­der et­was Neu­es in die­sem Be­reich gibt.

Kernel mithilfe von Ukuu wieder entfernen

Falls al­les nur ein Miss­ver­ständ­nis war und Sie nach dem Up­date be­merkt ha­ben, dass sich Ihre Vir­tu­al­Box nicht mehr star­ten lässt und Ihr WLAN-Stick ab­ge­schal­tet bleibt, dann las­sen Sie Ukuu den Scha­den wie­der be­he­ben.

Screenshot von Ubuntu GRUB - Previous Linux versions

Star­ten Sie dazu Ih­ren Com­pu­ter zu­nächst neu und war­ten Sie bis GRUB er­scheint. Wäh­len Sie hier je nach­dem, wel­che Ver­si­on Sie ver­wen­den „Pre­vious Li­nux ver­si­ons” oder „Ad­van­ced op­ti­ons for Ubun­tu” aus. Dar­auf­hin kön­nen Sie Ubun­tu wie­der mit Ih­rem bis­he­ri­gen of­fi­zi­el­len Ker­nel la­den.

Screenshot vom Entfernen eines Ubuntu-Kernels mithilfe von Ukuu

Ubun­tu Ker­nel mit Ukuu v17.2.3 ent­fer­nen

Öff­nen Sie Ukuu er­neut, so­bald Ubun­tu voll­stän­dig ge­la­den wur­de. Über­prü­fen Sie als Nächs­tes, ob am Fuße des Pro­gramms steht, dass Sie ge­ra­de wie­der Ih­ren al­ten Ker­nel ver­wen­den. Dies ist wich­tig, da Sie selbst­ver­ständ­lich nur Trei­ber­pa­ke­te lö­schen kön­nen, die im Mo­ment nicht im Be­trieb sind.

Bild von wie werden Ubuntu Kernel gelöscht?

Ist dies der Fall? Dann mar­kie­ren Sie dar­auf­fol­gend den mit Ukuu neu in­stal­lier­ten Ker­nel und kli­cken Sie an­schlie­ßend auf die Schalt­flä­che „Re­mo­ve”. Auch bei der De­instal­la­ti­on sind kei­ne ma­nu­el­len Fol­ge­schrit­te nö­tig.

Ob­wohl Sie sich in Sa­chen Trei­ber­un­ter­stüt­zung wie­der an Ca­no­ni­cal hal­ten, wird Ukuu wei­ter mit Ih­nen kom­mu­ni­zie­ren.

Screenshot von Ukuu - New Linux Kernel Available

Denn im­mer wenn ein neu­er für Ihr Sys­tem pas­sen­der Ker­nel ver­füg­bar ist, er­scheint ein Pop-up-Fenster auf Ih­rem Desk­top.

Dies könn­ten Sie un­ter­bin­den, in­dem Sie Ubun­tu Ker­nel Up­date Uti­li­ty von Ih­rem Sys­tem ent­fer­nen.

Screenshot von Ubuntu Kernel Update Utility Settings - Notification

Al­ter­na­tiv ist es eben­so mög­lich, die Be­nach­rich­ti­gun­gen in Ukuu zu de­ak­ti­vie­ren. Na­vi­gie­ren Sie dazu in das Menü „Set­tings” und ent­fer­nen Sie sämt­li­che Häk­chen un­ter dem Me­nü­punkt „No­ti­fi­ca­ti­on”.

Fazit: Wann ist ein manuelles Kernel Update nötig?

Wenn ich sehe, wie ei­ner mei­ner Mit­men­schen an der Su­per­markt­kas­se läs­sig sein Smart­pho­ne zum Be­zah­len über den Scan­ner legt, füh­le ich mich gut. Denn ich weiß, dass die­ser Com­pu­ter­elek­tro­nik­be­nut­zer kein Le­ser die­ser Web­sei­te ist. Mei­ne Be­su­cher ver­wen­den eine si­che­re Linux-Distribution und sind nicht nur des­halb ein­fach schlau­er. Sie wis­sen, dass Ca­no­ni­cal das Be­triebs­sys­tem Ubun­tu ste­tig mit ei­ner gu­ten Trei­ber­un­ter­stüt­zung aus­stat­tet.

Bild von wann ist ein Kernel Update nötig?

Das ma­nu­el­le Up­date ei­nes Ubuntu-Kernels ist des­halb nicht nö­tig und führt in der Re­gel zu vie­len Pro­ble­men. Wäh­rend­des­sen die al­ler­meis­te Hard­ware oh­ne­hin „Out-of-the-box“ funk­tio­niert, soll­ten Sie bei Pe­ri­phe­rie­ge­rä­ten vor dem Kauf in Er­fah­rung brin­gen, ob die­se un­ter Ubun­tu in Be­trieb ge­nom­men wer­den kön­nen.

  • Ich emp­feh­le ein Ker­nel Up­date im­mer nur dann, wenn Sie eine na­gel­neue de­di­zier­te Sound­kar­te un­ter Ubun­tu nicht zum Lau­fen be­kom­men. In die­sem Fall kann die In­stal­la­ti­on ei­nes ak­tu­el­len sta­bi­len Ker­nels mit­hil­fe von Ukuu wah­re Wun­der be­wir­ken.

Soll­te Ihr Sys­tem al­ler­dings ein­wand­frei funk­tio­nie­ren, kön­nen Sie sich ent­spannt zu­rück­leh­nen. Ca­no­ni­cal lie­fert oh­ne­hin alle zwei Wo­chen of­fi­zi­el­le Ker­nel Up­dates zu­sam­men mit den an­de­ren Ak­tua­li­sie­run­gen für Ihre LTS-Version aus.

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Wenn Sie Ubun­tu als Be­triebs­sys­tem ver­wen­den, dann soll­ten Sie im­mer wis­sen, was sich in Ih­rem Com­pu­ter­ge­häu­se be­fin­det. Die Linux-Distribution lebt näm­lich da­von, dass sich die Nut­zer un­ter­ein­an­der hel­fen. Soll­ten Sie ein­mal ei­nen Rat be­nö­ti­gen und in ei­nem Hil­fe­fo­rum oder auf ei­nem Blog um Bei­stand bit­ten, wer­den Sie im­mer zu­erst nach Ih­ren Sys­tem­in­for­ma­tio­nen ge­fragt. Selbst­ver­ständ­lich spie­len da­bei nur Da­ten eine Rol­le, die für Ubun­tu re­le­vant sind.

Bild von Ubuntu SysteminformationenAuf der Soft­ware­sei­te hat der in­stal­lier­te Ker­nel, die ver­wen­de­te Be­nut­zer­ober­flä­che und na­tür­lich die ex­ak­te Ubuntu-Version ei­nen be­son­ders ho­hen In­for­ma­ti­ons­wert. Hin­ge­gen auf der Hard­ware­sei­te hilft es zu­meist den Na­men der Gra­fik­kar­te, die Mo­dell­num­mer des Note­books und die Grö­ße des Ar­beits­spei­chers zu wis­sen. Linux-Profis und die­je­ni­gen, die es ganz ge­nau wis­sen wol­len, las­sen sich ihre Sys­tem­in­for­ma­tio­nen mit­hil­fe von Terminal-Befehlen an­zei­gen.

Um haar­ge­naue In­for­ma­tio­nen zu die­ser Hard­ware zu be­kom­men, ge­ben Sie den Be­fehl lsp­ci -v in ein Terminal-Fenster ein.

Sa­scha: Ubun­tu: Was ist in mei­nem PC? - Sys­tem­in­for­ma­tio­nen. kilobyte.bplaced.net (12/2016).

Wer die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen über sei­nen Com­pu­ter schnell in ta­bel­la­ri­scher Form be­nö­tigt, der kann auch auf Ne­oF­etch zu­rück­grei­fen.

Essenzielle Systemdaten im Überblick

Ne­oF­etch ist eine win­zi­ge Ap­pli­ka­ti­on, die Ihre Sys­tem­in­for­ma­tio­nen über­sicht­lich zu­sam­men­ge­fasst in ei­nem Terminal-Fenster an­zeigt.

Screenshot von Linux Pinguin mit Systeminformationen - NeoFetch 2.0

Als be­son­de­res Gim­mick wird das Logo Ih­res Be­triebs­sys­tems ne­ben Ih­ren Com­pu­ter­da­ten als ASCII-Code dar­ge­stellt. Ne­oF­etch wur­de ur­sprüng­lich da­für ent­wi­ckelt, um ei­nen an­sehn­li­chen Screen­shot von sei­nen Sys­tem­in­for­ma­tio­nen für Hil­fe­fo­ren er­stel­len zu kön­nen.

Die In­stal­la­ti­on der smar­ten Free­ware er­folgt über ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:dawidd0811/neofetch

Mit­hil­fe die­ses Be­fehls fü­gen Sie zu­nächst die PPA für Ne­oF­etch hin­zu.

sudo apt-get update

Ak­tua­li­sie­ren Sie im nächs­ten Schritt Ihre Soft­ware­quel­len.

sudo apt-get install neofetch

Im An­schluss müs­sen Sie Ne­oF­etch für Ubun­tu nur noch in­stal­lie­ren.

Schnelle Anzeige der Systeminformationen

Die Da­ten­aus­le­se er­folgt mit sehr ein­fach ge­hal­te­nen Be­feh­len. Zum An­zei­gen Ih­rer Sys­tem­in­for­ma­tio­nen ge­nügt die Ein­ga­be von:

neofetch

Die dar­auf­fol­gen­de In­for­ma­ti­ons­aus­ga­be er­folgt mit ei­nem Ubuntu-Logo. Zu­dem wird der ver­wen­de­te Ar­beits­spei­cher in Zah­len­form dar­ge­stellt.

Screenshot von Systeminformationen unter Ubuntu anzeigen lassen mit NeoFetch

Die­sel­be Da­ten­ba­sis nur mit ei­nem lus­ti­gen Pin­gu­in er­hal­ten Sie mit:

neofetch --ascii_distro x

Ge­nau­so gut könn­ten Sie sich je­doch auch die An­zei­ge des in­stal­lier­ten Ar­beits­spei­chers in gra­fi­scher Bal­ken­form wie­der­ge­ben las­sen.

neofetch --memory_display bar --color_blocks off

Hin­weis: Die­se Sys­tem­an­zei­ge ist al­ler­dings für Sup­port­fo­ren we­ni­ger ge­eig­net.

Screenshot von NeoFetch unter Ubuntu - ASCII-Balken

Tipp: Solch ein Screen­shot von Ih­ren Com­pu­ter­spe­zi­fi­ka­tio­nen wäre auch ein ein­drucks­vol­les Hin­ter­grund­bild für GRUB.

Wuss­ten Sie, dass Sie das Aus­se­hen Ih­res Ubuntu-Bootmenüs frei be­stim­men kön­nen? Dies ist zwar le­dig­lich eine Spie­le­rei, die Au­ßen­ste­hen­den je­doch be­weist, dass Sie Ihre Linux-Distribution voll im Griff ha­ben.

Sa­scha: GRUB. kilobyte.bplaced.net (12/2016).

Die Vorteile von NeoFetch im Überblick

Die funk­tio­nel­le Ap­pli­ka­ti­on Ne­oF­etch be­legt le­dig­lich we­ni­ge Me­ga­byte auf Ih­rem Sys­tem­da­ten­trä­ger. Mit nur ei­nem Be­fehl er­hal­ten Sie auf An­hieb al­les, was Sie und mög­li­che Hel­fer über Ihr Com­pu­ter­sys­tem wis­sen müs­sen.

  • Die sta­bi­le PPA bie­tet Ne­oF­etch für sämt­li­che LTS-Versionen ab Ubun­tu 12.04 an. Sie sorgt au­ßer­dem da­für, dass die Free­ware im­mer ak­tu­ell bleibt.

Ih­nen ge­nü­gen mei­ne drei vor­ge­ge­be­nen Be­feh­le nicht und Sie möch­ten wis­sen, was sich mit Ne­oF­etch noch al­les an­stel­len lässt?

neofetch --help

Dann kön­nen Sie die Aus­ga­be Ih­rer Sys­tem­in­for­ma­tio­nen auch selbst kon­fi­gu­rie­ren.

Fazit zu Hilfeforen

Als frei­wil­li­ger Mo­de­ra­tor ei­nes re­la­tiv be­kann­ten Ubuntu-Forums bin ich oft­mals ziem­lich er­staunt, wie we­nig Men­schen über ihre Com­pu­ter­aus­stat­tung be­scheid wis­sen. Im­mer­hin ist ein Desktop-PC oder ein Lap­top kein Sa­lat­be­steck, son­dern ein Ge­rät, wel­ches viel Geld kos­tet.

Die al­ler­bes­te Ant­wort, wel­che ich auf die Fra­ge nach dem Laptop-Modell ein­mal be­kom­men habe, war: „Der vom Aldi 2006.”

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(Screen­shots: Ne­oF­etch 2.0 un­ter Ubun­tu 16.04.1 LTS)

Ubuntu: Temperaturen des Systems anzeigen lassen - Anleitung

Ob­wohl der Homo sa­pi­ens im Ge­gen­satz zu bei­spiels­wei­se Ech­sen völ­lig un­ab­hän­gig vom Wet­ter agie­ren könn­te, da er kein Son­nen­licht be­nö­tigt um sei­nen Kör­per auf hei­me­li­ge 36 Grad Cel­si­us zu hei­zen, spie­len Um­ge­bungs­tem­pe­ra­tu­ren für ihn eine gro­ße Rol­le. Glei­ches gilt auch für den bes­ten Freund des Men­schen, denn Com­pu­ter mö­gen es eben­falls we­der zu heiß noch zu kalt. Doch wie fin­den Sie als Ubuntu-Benutzer her­aus, wie es um die ein­zel­nen Or­ga­ne (Hard­ware­kom­po­nen­ten) Ih­res treu­en Weg­ge­fähr­ten be­stellt ist?

[...] gibt es ein Pro­gramm für Ubun­tu, mit dem ich mir die Tem­pe­ra­tur der CPU und der Gra­fik­kar­te gra­fisch an­zei­gen las­sen kann? Für Win­dows ver­wen­de ich Open Hard­ware Mo­ni­tor, falls dir das was sagt. Gibt es so et­was auch für Li­nux?

Ka­cz­ma­rek, Hen­drik: Fra­ge: Sys­tem­tem­pe­ra­tu­ren un­ter Ubun­tu an­zei­gen. E-Mail vom 31.10.2016.

Bild von Ubuntu TemperaturAuch un­ter Ubun­tu ist ein Fie­ber­mes­sen bei der Hard­ware pro­blem­los in gra­fisch auf­be­rei­te­ter Form mög­lich. So­mit kön­nen Sie sich mit re­la­tiv we­nig Auf­wand die Tem­pe­ra­tu­ren von Pro­zes­sor, Gra­fik­kar­te, Fest­plat­ten und Co. an­zei­gen las­sen. Selbst die kor­rek­te Dreh­zahl ein­zel­ner Sys­tem­lüf­ter bleibt mit der Linux-Distribution nicht mehr im Ver­bor­ge­nen. Al­les was Sie da­für be­nö­ti­gen, ist die Free­ware Psen­sor.

Die­ser kos­ten­lo­se Hard­ware Mo­ni­tor für Ubun­tu lässt sich völ­lig frei kon­fi­gu­rie­ren, so­dass Sie so­gar die Sys­tem­kom­po­nen­ten in­di­vi­du­ell be­nen­nen kön­nen.

Screenshot von Psensor unter Ubuntu

Die Ap­pli­ka­ti­on ar­bei­tet in Ih­rer Tas­kleis­te, so­dass Sie mit nur ei­nem Maus­klick ei­nen kom­plet­ten Über­blick über die Tem­pe­ra­tu­ren Ih­res Sys­tems er­hal­ten.

Sensoren mit Ubuntu auslesen

Um sich die Sys­tem­tem­pe­ra­tu­ren gra­fisch an­zei­gen zu las­sen, müs­sen Sie zu­nächst ei­ni­ge In­stal­la­ti­ons­schrit­te aus­füh­ren. Öff­nen Sie also zu­al­ler­erst ein Terminal-Fenster.

sudo apt-get update && sudo apt-get install lm-sensors

Mit dem Aus­füh­ren die­ser Be­fehls­ket­te ak­tua­li­sie­ren Sie zum ei­nen Ihre Soft­ware­quel­len und zum an­de­ren in­stal­lie­ren Sie das Pro­gramm LM-Sensors.

sudo sensors-detect

Da­mit schi­cken Sie LM-Sensors wie ein Fahr­zeug­dia­gno­se­sys­tem auf die Su­che nach Sen­so­ren in­ner­halb Ih­res Com­pu­ters, bei de­nen die Tem­pe­ra­tur ge­mes­sen wird.

Hin­weis: Vor je­der neu­en Su­che wer­den Sie ge­fragt, ob es auch wirk­lich okay ist, die­se Hard­ware aus­zu­le­sen. Be­ant­wor­ten Sie alle Fra­gen mit „Y”.

sudo apt-get install psensor

Um sich die er­fass­ten Wer­te von LM-Sensors in schö­ner gra­fi­scher Form dau­er­haft an­zei­gen zu las­sen, be­nö­ti­gen Sie zu­dem die Free­ware Psen­sor. Die­se kön­nen Sie nach er­folg­rei­cher In­stal­la­ti­on di­rekt mit­hil­fe der Ubun­tu Dash-Startseite star­ten.

Temperaturanzeige einmalig konfigurieren

Nach dem Öff­nen von Psen­sor se­hen Sie in Ih­rer Tas­kleis­te ein klei­nes Ther­mo­me­ter. Au­ßer­dem hat sich ein gro­ßes Fens­ter mit Ih­ren Sys­tem­in­for­ma­tio­nen ge­öff­net.

Screenshot von Psensor unter Ubuntu 16.04 LTS in der Taskleiste Unity

Die Na­men der Ein­trä­ge sind stan­dard­mä­ßig nichts­sa­gend und müs­sen von Ih­nen ma­nu­ell de­fi­niert wer­den.

  • Mit ei­nem Rechts­klick auf ei­nen Ein­trag ha­ben Sie die Mög­lich­keit, ei­nen in­di­vi­du­el­len Na­men zu ver­ge­ben.
  • Au­ßer­dem las­sen sich An­zei­gen, die kei­ne Wer­te aus­ge­ben, da sie nicht aus­ge­le­sen wer­den kön­nen aus­blen­den.

Neh­men Sie sich für die ein­ma­li­ge Kon­fi­gu­ra­ti­on et­was Zeit und tra­gen Sie kor­rek­te Hard­ware­be­zeich­nun­gen ein.

In die­sem Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, wie Sie un­ter Ubun­tu an de­tail­lier­te Sys­tem­in­for­ma­tio­nen kom­men, und wie Sie die­se In­for­ma­tio­nen für eine even­tu­el­le Wei­ter­be­ar­bei­tung auf­be­rei­ten.

Sa­scha: Ubun­tu: Was ist in mei­nem PC? – Sys­tem­in­for­ma­tio­nen. kilobyte.bplaced.net (11/2016).

Hin­weis: Nor­ma­ler­wei­se soll­te Psen­sor die Tem­pe­ra­tur und Aus­las­tung je­des ein­zel­nen Pro­zes­sor­kerns an­zei­gen. Je nach­dem wel­che Hard­ware Sie be­sit­zen, kann es je­doch durch­aus sein, dass Sie nur den Mit­tel­wert aus al­len Ker­nen an­ge­zeigt be­kom­men.

Autostart und Alarmfunktion für Enthusiasten

Da­mit der Sys­tem­mo­ni­tor auch im­mer di­rekt mit Ubun­tu star­tet, ist es not­wen­dig, im Menü „Ein­stel­lun­gen” zwei Häk­chen zu set­zen.

Screenshot von Psensor im Reiter "Startup"

Ak­ti­vie­ren Sie im Rei­ter „Start­up” den Punkt „Launch on ses­si­on start­up”, um ei­nen Ein­trag im Au­to­st­art­me­nü zu er­zeu­gen.

  • Mit „Fens­ter beim Pro­gramm­start aus­blen­den” er­rei­chen Sie, dass Psen­sor ohne gro­ßes Fens­ter, nur mit ei­nem Ther­mo­me­ter in der Tas­kleis­te ge­star­tet wird.

Um eine Alarm­funk­ti­on ein­zu­rich­ten, na­vi­gie­ren Sie über den Me­nü­punkt „Sen­sor­ein­stel­lun­gen” in den Rei­ter „Alarm”.

Screenshot vom Einrichten der Alarmfunktion in Psensor unter Ubuntu 16.04 LTS

Mar­kie­ren Sie die je­wei­li­ge Hard­ware und set­zen Sie ei­nen Ha­ken bei „Be­nach­rich­ti­gun­gen ak­ti­vie­ren”.

  • Ge­ben Sie dar­auf­fol­gend Tem­pe­ra­tur­gren­zen ein.

Wird eine Gren­ze unter- oder über­schrit­ten, färbt sich das Ther­mo­me­ter rot und es drängt eine Mel­dung in den Vor­der­grund.

Dauerhafte Systemstatusanzeige in der Taskleiste

Falls Sie im­mer die Lüf­ter­dreh­zahl und die Tem­pe­ra­tur ein­zel­ner Kom­po­nen­ten im Blick­feld ha­ben möch­ten, ist dies mit Psen­sor eben­falls mög­lich.

Screenshot von Psensor "Display sensor in the label (experimental)"

Na­vi­gie­ren Sie dazu in das Menü „Sen­sor­ein­stel­lun­gen” und wäh­len Sie den Ein­trag aus, der in Ih­rer Tas­kleis­te an­ge­hef­tet wer­den soll. Wech­seln Sie an­schie­ßend in den Rei­ter „Ap­p­li­ca­ti­on In­di­ca­tor”.

  • Set­zen Sie dar­auf­hin ei­nen Ha­ken bei „Dis­play sen­sor in the la­bel” und be­stä­ti­gen Sie mit der Schalt­flä­che „OK”.

Mit­hil­fe die­ses Fea­tures kön­nen Sie je­der­zeit über­prü­fen, ob die Lüf­ter­pro­fi­le aus dem BIOS/UEFI ak­tiv sind und wel­che An­wen­dun­gen Ih­rer CPU Bei­ne ma­chen.

Als Richt­wert soll­te je nach Jah­res­zeit Ihre CPU im Office-Betrieb zwi­schen 18 und 38 Grad Cel­si­us pen­deln.

Sa­scha: Gute CPU Küh­lung – was gibt es zu be­ach­ten? kilobyte.bplaced.net (11/2016).

Faktencheck - Temperaturen auslesen unter Ubuntu

Psen­sor ist die per­fek­te Ap­pli­ka­ti­on, um un­ter Ubun­tu sei­ne Hard­ware­tem­pe­ra­tu­ren im Blick zu be­hal­ten.

  • Die Soft­ware ist kos­ten­los über die of­fi­zi­el­len Quel­len ver­füg­bar.
  • Das smar­te Pro­gramm star­tet mit dem Sys­tem und ar­bei­tet un­schein­bar im Hin­ter­grund. Mit nur ei­nem Klick sind alle Wer­te prä­sent.
  • Zu­dem bie­tet Psen­sor die Op­ti­on an, für sämt­li­che Hard­ware­kom­po­nen­ten eine in­di­vi­du­el­le Alarm­funk­ti­on ein­zu­rich­ten.

Ein­zi­ger Nach­teil aus dem Blick­win­kel ei­nes Win­dows­be­nut­zers könn­te sein, dass die Ein­trä­ge ma­nu­ell kon­fi­gu­riert wer­den müs­sen.

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