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Webseite bewerben auf Freehoster – Voraussetzungen

Sie sind Blogger und möchten Ihre Webseite bewerben? Ihr Blog befindet sich bei einem Freehoster mit einer Subdomain und Sie sind sich unsicher, ob dafür eine Monetarisierung überhaupt möglich ist? Ich sage Ihnen, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Werbenetzwerken Sie Geld mit Ihrem Freeblog verdienen können.

Werbenetzwerke setzen Rahmenbedingungen

Den Freehostern ist es völlig egal, ob Sie auf Ihrem Blog Werbung schalten oder nicht. Das einzig Wichtige für die Hostinganbieter findet sich in allen Nutzungsbedingungen:

Es ist dem Nutzer untersagt, pornografische, erotische, rassistische, volksverhetzende, beleidigende, bedrohende, zu Straftaten auffordernde oder gegen gültige Gesetze der Bundesrepublik Deutschland verstoßende Inhalte […] zu veröffentlichen. Weiterhin verpflichtet sich der Nutzer sicherzustellen, dass er durch die Veröffentlichung seiner Daten keine Urheberrechte verletzt.

Schulze Dieckhoff, Jonas: Nutzungsbedingungen. cwcity.de (03/2015).

Die Frage, ob Sie auf einem Freehoster mit Subdomain Werbung schalten können, hängt also ganz alleine von den Werbenetzwerken ab.

So sehen Werbenetzwerke Freehoster

Bild von Geld verdienen auf FreehosternIch benutze auf allen Webseiten, die ich betreue, egal, ob Freehosting oder Toplevel-Domain, wie wahrscheinlich die meisten Webworker, Google AdSense. Dies liegt neben den attraktiven monetären Rahmenbedingungen vor allem an der unkomplizierten Benutzung. Google AdSense ist nämlich völlig egal wo die Webseite gehostet ist und wie die Domain lautet. Dies ist verständlich, ist Google selbst mit Blogger.com (blogspot) einer der größten Freehosting-Anbieter der Welt.

  • Obwohl Google AdSense bekanntlich die ausführlichsten und strengsten Nutzerrichtlinien hat, findet sich darin kein Hinweis darauf, wie das Hostingpaket der Werbefläche auszusehen hat, solange die Werbung nach Googles Vorstellungen eingepflegt wird.
  • Selbst wenn Sie bei einem Freehoster wie Square7 sind, bei diesem der Betreiber den Webseitenbesuchern ein Pop-up-Fenster einblendet, könnten Sie also trotzdem Google AdSense auf die Webseite einbauen.

Ebenfalls sehr gute Erfahrungen habe ich mit Schaltplatz.de gemacht. Anzeigen dieses deutschen Werbenetzwerkes laufen hier in Abwechslung mit Google AdSense.

Screenshot vom Kontostand von Schaltplatz.de

Auch Schaltplatz.de hat kein Problem mit Freehostern und Subdomains. Einzig und alleine entscheidend ist, wie bei AdSense auch, die Platzierung der Werbung:

Der Werbecode muss so eingebunden werden, dass die Werbung sich im sichtbaren Bereich des Browsers befindet. Des Weiteren darf der Werbecode nicht in Popups/Popunder/Layer, auf leeren Webseiten, auf Seiten die nur aus Werbung bestehen, in E-Mails oder Mailprogrammen dargestellt werden.

Ceramex Media GmbH: Allgemeine Geschäftsbedingungen. schaltplatz.de (03/2015).

  • Hier wäre es also ebenfalls kein Problem, falls sich Ihr Freehoster durch Pop-up-Fenster finanziert. Der Passus in den AGB besagt nur, dass Sie den Werbecode von Schaltplatz.de nicht in ein Pop-up-Fenster packen dürfen.

Ein weiteres Werbenetzwerk, welches gut mit Blogs auf Freehostern und Subdomains funktioniert, ist Adscale. Bis Mai 2014 habe ich Werbemittel dieses Unternehmens auf meinen Blogs eingesetzt. Leider hat Adscale trotz sehr schlechter Vergütung, sehr strenge Richtlinien:

Lediglich rein deutschsprachiger Traffic ist zulässig. Webseiten-Inhalte müssen auf Deutsch sein. Layout und Funktionalität der Webseite müssen auf den gängigsten Browsern (Google Chrome, Mozilla Firefox, Safari, Internet Explorer) angezeigt werden können. […]

adscale GmbH: adscale Publisher-Kriterien. adscale.de (03/2015).

  • Auch bei Adscale spielt es keine Rolle, ob Ihr Blog von einem Freehoster gehostet wird, dieser eine Subdomain hat oder mit einem Pop-up-Fenster beworben wird, solange Sie sich an die vielen anderen Regeln halten.

Wann einen Blog auf einem Freehoster bewerben?

Ist meine Webseite reif, um monetarisiert zu werden? Diese Frage wird sich jeder Webworker mit der Zeit stellen. Ich bin kein Fachmann, denn ich betreibe keinen dieser unsäglich doofen Geldblogs, welche rein aus Affiliate-Links bestehen und „Tipps“ zum Reich werden geben, wobei der Webseitenbetreiber selbst vor der Waschstraße stehen, und die Autos mit dem Dampfstrahler abspritzen muss, um über die Runden zu kommen. Ich persönlich achte auf diese Variablen:

  1. Anzahl bestehender Artikel.
  2. Alter der Webseite.
  3. Anzahl der echten Besucher und Besuchsdauer.
  4. Anzahl neuer Artikel im Monat.

Je höher die Zahlen hinter diesen vier Punkten sind, umso reifer ist Ihre Webseite beworben zu werden bzw. umso mehr Werbung können Sie einbauen.

Fazit

Wo früher Freehosting und Subdomains ein No-Go waren, sind die Werbenetzwerke in dieser Beziehung sehr locker geworden. Im Vordergrund steht so gut wie beim jedem Anbieter, regelmäßiger, redaktionell gepflegter Content der beworbenen Webseite. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, nicht nur weil Toplevel-Domains begrenzt sind, sondern weil so jeder angehende Webworker risikofrei und kostenlos testen kann, ob ihm seine Werbeeinnahmen zum Leben genügen oder ob der Job an der Waschstraße nicht besser ist. Achtung: Kostenlos stimmt nicht ganz! Sie wissen, immer wenn Sie Einnahmen erzielen müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Abgesehen von Google AdSense benötigen Sie für die Anmeldung bei allen Werbenetzwerken, die ich kenne, eine Steuernummer.

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Artikel wurde am 17.03.2015 aktualisiert.

Erfahrung mit Textbroker – Interview

Als Webworker bin ich immer auf der Suche nach Möglichkeiten, im Internet Geld zu verdienen und bin dabei auf Textbroker gestoßen. Ich habe viele Artikel zu dieser Textbörse auf anderen Blogs gelesen, meist mit negativen Erfahrungen, jedoch wollte ich aus erster Hand wissen, wie es ist auf Textbroker sein Geld zu verdienen und habe mir einen Interviewpartner gesucht.

Bild von Phillip Hofmann Textbroker AutorNach 27 Anfragen an Textbroker-Autoren kam ich an Phillip Hofmann, Baujahr 1985, seines Zeichens erfolgreicher Webworker im Bereich Texten. Mit über 700 verkauften Texten bei Textbroker.de (Stand 20.05.2014) hat Phillip schon alle Höhen und Tiefen der Textplattform erlebt. Neben Textbroker verkauft Phillip als Freelancer Texte für Bewertungsportale der Reise- und Hotelbranche, außerdem arbeitet er an der Erstellung von Broschüren von Reiseveranstaltern mit.

Besonderheiten von Textbroker.de

Ich selbst habe überhaupt keine Erfahrung mit Textbroker und habe viele Erfahrungsberichte auf anderen Blogs gelesen. Viele, wie dieser hier beklagen, dass man bei Textbroker sehr wenig verdienen kann, schwer Aufträge findet und die Auftraggeber oft Probleme machen. Was hat dich also dazu bewegt, bei dieser Plattform dein Geld zu verdienen?

Bis Ende 2012 habe ich Grundschullehramt studiert und hatte so wie viele meiner Kommilitonen oftmals überhaupt kein Geld. Studieren ohne Geld geht natürlich gar nicht, also suchte ich mir eine Möglichkeit im Internet Geld zu verdienen und bin auf Textbroker gestoßen. Großer Vorteil für mich war vor allem am Anfang, dass die Auszahlungsgrenze mit 10 € sehr niedrig war. Ich saß vormittags in der Uni und habe über meinen Laptop einen Bewerbungstext über meine Heimatstadt geschrieben. Am Nachmittag desselben Tages wurde ich auf Stufe 4 zugelassen und habe zu Hause gleich zwei Artikel verfasst, welche auch am selben Abend noch abgenommen wurden. Die Auftraggeber bewerteten meine Texte gut und für mich war klar, ich bleibe bei Textbroker.

Kannst du den Vorgang etwas genauer beschreiben? Was passiert, bis du das Geld gutgeschrieben bekommst und wie funktioniert die Auszahlung?

Nach dem Einloggen haben die Autoren bei Textbroker die Wahl, aus einem Auftragspool, welcher nach Stufen und Themengebieten sortiert ist, einen Auftrag anzunehmen. Nach der Bearbeitung wird der Text an den Auftraggeber geschickt. Sobald dieser den Auftrag abnimmt, bekommt der Autor den Auftrag vergütet. Die Auszahlung ist einmal wöchentlich möglich. Sobald das Autorenkonto 10 € beinhaltet, kann eine Auszahlung aufs Bankkonto beantragt werden.

Bewertungen bei Textbroker – Tipps vom Profi

In unserem Vorgespräch hast du mir erzählt, dass gerade für Neulinge auf Textbroker das Bewertungssystem ziemlich verwirrend ist. Du hast mir Screenshots zukommen lassen, um dieses etwas genauer zu erläutern.

Screenshot vom Bewertungssystem auf Textbroker.de

Die Bewertungen haben mich vor allem am Anfang sehr ins Schleudern gebracht, vor allem weil es ums Geld geht. Der Wortpreis für jede Stufe ist anders und macht schon einen großen Unterschied aus und natürlich wollte ich die Stufe 4 mit 1,63 Cent pro Wort unbedingt halten. Gerade meine ersten 20 Aufträge für Textbroker waren, was die Auftraggeberbewertungen anging stark durchwachsen. Neue Autoren sollten sich darüber jedoch keinen Kopf machen, denn diese spielen so gut wie keine Rolle.

Zum einen ist es nicht zwingend, dass der Auftraggeber den Text bewertet, er kann ihn auch einfach so abnehmen, zum anderen lesen die Textbrokerlektoren alle verkauften Artikel gegen und vergeben eigene Bewertungen. Das empfinde ich als äußerst sinnvoll, denn viele der Auftraggeber sind gehässig oder verstehen das Bewertungssystem nicht.

Bei dem Screenshot, den ich dir geschickt habe siehst du viermal die Bewertung „gut“. Den Text habe ich angenommen und direkt geschrieben. Der Auftraggeber hat unter „Absprache und Zuverlässigkeit“ trotzdem nur „gut“ bewertet. So zieht sich das bei mir seit 700 Artikeln durch, 95% der Auftraggeber geben viermal die gleiche Bewertung ab, ohne darüber nachzudenken. Das weiß auch Textbroker und macht das lieber selbst.

Screenshot von Bewertungsgrundlage über TextbrokerDie Textbrokerlektoren bewerten die verkauften Artikel nach Sternen, daraus ergibt sich die Stufe des Autors. Theoretisch ist es auch möglich, über dieses System auf- oder abgewertet zu werden. Ich kenne jedoch keinen Fall, wo dies jemals passiert wäre. Das ist auch klar, denn wenn jemand gut in seiner Stufe schreibt und für Textbroker Umsätze erzeugt, warum sollte man diesen Umstand ändern?

Textbroker konkret – das Geld

Wir wissen nun, dass bei Textbroker die Bewertungen äußerst wichtig sind, um natürlich die Motivation der Autoren hochzuhalten, damit diese vernünftige Texte schreiben. Ich würde jetzt jedoch gerne übers Geld sprechen, wie viel verdienst du so über Textbroker? Hast du Tipps für meine Leser, wie man vielleicht etwas mehr verdienen kann?

*lacht* Ja ich fange mal mit den Tipps an. Jeder neue Autor sollte gleich am Anfang wissen, über den Auftragspool ist kein Geld zu verdienen. Ich erreiche einen Stundenlohn von 3 € wenn ich Poolaufträge schreiben muss. Das Geld wird über Direktbuchungen (Direct Orders) verdient. Die sogenannten Open Orders aus dem Pool sind im Prinzip Bewerbungsschreiben. Das erste halbe Jahr habe ich etliche dieser Aufträge schreiben müssen, um im Monat auf 200 € zu kommen.

Irgendwann bekam ich dann von manchen Auftraggebern regelmäßig Direct Orders, da diese mit meinen Texten wohl sehr zufrieden waren. Nach einem Jahr Textbroker verdiente ich im Monat über 400 € nur aus Direct Orders von nur drei Auftraggebern. Das Ganze summierte sich soweit, dass ich in der Zwischenzeit hauptberuflich vom Texten leben kann und mein Studium erst einmal auf Eis gelegt habe. Ich schreibe jedoch im Moment hauptsächlich für Auftraggeber direkt als Freelancer auf Rechnung, welche ich über Textbroker kennengelernt habe.

Textbroker also eher ein Sprungbrett?

Für mich schon ja. Ich habe mich aber auch von Anfang an voll reingekniet, weil ich ja das Geld gebraucht habe. Freunde von mir machen das nur so nebenbei und verdienen damit ungefähr 80 € im Monat. Das merken die Auftraggeber natürlich und vergeben diesen Autoren eher selten Direct Orders oder laden diese in Gruppen ein.

Für wen ist deiner Meinung nach Textbroker geeignet?

Sehr schwere Frage, weil ich niemandem auf die Füße treten will. Jeder, der meint, bei Textbroker wäre einfach und bequem schnelles Geld verdient, der wird sehr enttäuscht sein. Auch ist nicht jeder für das Verfassen von SEO-Texten geeignet. Man muss sich sehr prägnant und suchmaschinenorientiert ausdrücken, um die Auftraggeber zufriedenzustellen. Vor allem muss man aber sicher im Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen sein, damit man mit dem CMS auf Textbroker gut zurechtkommt.

Woran könnte Textbroker noch arbeiten?

Auftraggeber werden immer kritischer und erfahrene Autoren werden meiner Meinung nach immer mehr zur Mangelware. Klar, jeder will direkt für einen Auftraggeber schreiben und nicht den Umweg über Textbroker gehen, deshalb werden viele Autoren abgeworben. Das Vergütungsmodell von Textbroker bezieht auch Erfahrung überhaupt nicht mit ein. Ein neuer Autor auf Stufe 4 verdient genauso viel wie ein erfahrener Autor auf derselben Stufe mit 2000 verkauften Texten. Dadurch verliert Textbroker auf lange Sicht viel Expertise.

Mich stört bei Open Orders vor allem, dass man immer nur einen Auftrag gleichzeitig annehmen kann. Ein Beispiel: Ein Auftraggeber stellt 10 Aufträge für seinen Shop mit derselben Artikelbeschreibung für unterschiedliche Produkte ein. Ich lese mich ein, recherchiere, kann aber nur einen Auftrag annehmen. Bis dieser fertig ist, kann es sein, dass die anderen 9 Aufträge bereits vergeben sind. Ich muss mir also wieder einen völlig anderen Auftrag suchen und mich neu einlesen. Dadurch geht sehr viel Zeit für Recherche verloren. Textbroker sollte es Autoren erlauben, bis zu drei Texte gleichzeitig anzunehmen.

Fazit

Aufgrund dieses Interviews und der vielen Erfahrungsberichte, welche ich über Textbroker gelesen habe, bin ich ziemlich unschlüssig, was die Plattform betrifft. Ich glaube man kann festhalten, dass Textbroker nicht als Nebenjob zu sehen ist, dafür ist der Verdienst zu niedrig. Für Menschen mit Talent zum Texten, welche sich vorstellen können hauptberuflich dieser Tätigkeit nachzugehen, kann Textbroker ein guter Ort sein, um Kontakte zu knüpfen und Werbung für sich zu machen.

Für mich persönlich wäre alleine das Bewertungssystem der blanke Horror. Ich wäre viel zu sensibel nach jedem Text von zwei Seiten evaluiert zu werden. Des Weiteren könnte ich es nicht ertragen, wenn meine Texte unter einem anderen Namen auf einer fremden Webseite erscheinen würden.

Verwandte Themen:

Interview zu Content.de
Meine Erfahrung mit Helpster

(Screenshots: Textbroker.de bereitgestellt durch Phillip Hofmann)

Mein Job bei Content.de – Interview

Für Webworker gibt es Internetplattformen, bei denen man für das Schreiben von Texten Geld verdienen kann, eine der Bekanntesten ist Content.de. Mir ist es gelungen ein Interview mit einer sehr erfolgreichen Autorin dieser Plattform zu erhaschen und ihr einige Tipps zu entlocken, die Einsteigern oder eventuell erfolglosen Autoren helfen können. Außerdem räumt sie mit Vorurteilen gegen Content.de auf, welche in Erfahrungsberichten von meinen Bloggerkollegen im Umlauf sind.

Bild von Daniela Hubters - Autorin bei Content.deMit über 1000 (Stand 05.03.2014) verkauften Texten und mit 99,91% positiven Bewertungen, gehört Daniela Huberts, Baujahr 1988, zur Spezies der sehr erfolgreichen Autoren auf Content.de. Sie ist die klassische selbstständige Webworkerin, die neben Content.de noch auf anderen Textplattformen und im Backline von Internetplattformen und Blogs tätig ist.

Wie alle ihre erfolgreichen Kollegen auf Content.de, ist auch Daniela sehr zurückhaltend und ich habe das Interview nur aufgrund der Tatsache bekommen, weil ich mit ihr seit Jahren an einem Projekt arbeite. Ich bin deshalb sehr dankbar dafür.

So ticken gute Autoren bei Content.de

Du bist jung und hast dich dafür entschieden im Internet dein Geld zu verdienen, warum hast du nichts Richtiges gelernt?

*lacht* Die Frage erinnert mich an das Lied „Junge“ von den Ärzten. Gelernt habe ich im Leben schon viel. Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Systemadministratorin abgeschlossen und danach Mediendesign studiert, bin also eine Bachelorette *lacht*.

Für die Selbstständigkeit habe ich mich deshalb entschieden, weil ich seit 1998 im Internet lebe und zu den 10 Arten von Menschen gehöre, die Binärcode verstehen.

Wie kamst du dazu Texte zu verkaufen und warum schreibst du auch bei Content.de?

Ich arbeite seit 2004 schon für verschiedene Webportale im Bereich Elektronik. Während des Studiums habe ich eine weitere Gelegenheit gesucht, im Internet nebenbei etwas Geld zu verdienen und kam zu Helpster. Als dann mein Studium sich dem Ende neigte und ich keine Zeit mehr zum Schreiben der Texte hatte, hörte ich zunächst auf. Als ich anschließend wieder bei Helpster anfangen wollte, war das Unternehmen in der Krise und es gab dort leider keine Aufträge mehr.

Bevor ich den Weg in ein Volontariat gehe, entschloss ich mich erst einmal die Selbstständigkeit zu versuchen, meldete mich bei diversen Textbörsen an, u. a. Content.de und bewarb mich für weitere Internetportale als Ghostwriterin.

Wie sieht seither dein Tagesablauf aus?

Ich stehe jeden Tag, also sieben Tage die Woche, um 8.00 Uhr auf. Von 8.30 – 12.30 Uhr bearbeite ich die Aufträge, vorrangig sogenannte Direct Orders und mache dann eine Stunde Mittagspause. Im Anschluss kümmere ich mich um die Texte, welche nicht über Textbörsen laufen, für Blogs oder Internetportale.

Für jeden Tag setze ich mir einen zu erreichenden Tageslohn. Ist dieser erreicht, meist so zwischen 16.00 und 17.00 Uhr, kümmere ich mich um Freund, Freunde, mein Pferd, gehe einkaufen, spiele Guild Wars 2 usw.

Content.de konkret – Tipps vom Profi

Bei Content.de verdienen Autoren pro Wort durchschnittlich 0,015 Euro. Warum verkaufst du deine Texte für so wenig Geld?

Die Frage geht von Open Orders auf derzeitiger Stufe 4 aus. Wer ernsthaft mit Content.de zusammenarbeiten möchte, der sollte Grundsätzliches verstehen. Das Verkaufen von Texten bei Content.de ist eine B2B-Beziehung und kein Arbeitnehmer-Angestellten-Verhältnis. Bevor ich einen Auftrag mit diesen Modalitäten annehme, überlege ich mir:

1.) Hat der Auftraggeber häufiger Texte in Content.de eingestellt und besteht die Möglichkeit für mich, sollte er mit meiner Arbeit zufrieden sein, langfristig in Form von Group- bzw. Direct Orders eine Geschäftsbeziehung aufzubauen?

2.) Bin ich im Thema oder müsste ich erst eine aufwendige Recherche durchführen, um den Auftrag zu bearbeiten?

3.) Besteht zur Zeit eine saisonale Auftragsflaute und ich bin froh überhaupt etwas zu schreiben, um meine Fixkosten zu decken?

Gerade am Anfang, wenn ein Autor noch ein unbeschriebenes Blatt bei Content.de ist, sind Open Orders mit der oftmals geringen Vergütung und viel Recherchearbeit notwendig, um sich zu empfehlen und das erste richtige Geld zu verdienen.

Ich bin neu bei Content.de registriert, wie gehe ich vor?

Tut mir leid, die Frage ist zu allgemein, um eine Empfehlung auszusprechen.

Was sind die typischen Fehler von Neulingen?

Es wird suggeriert, dass bei Content.de jeder ganz einfach mit dem Schreiben von Texten, auch vom Strand in El Arenal, Geld verdienen kann. Schreiben lernt man schließlich in der Schule und es kann jeder.

Die Texte, die auf Content.de gesucht werden erfordern jedoch ein großes SEO-Wissen, Internetaffinität und zumindest ein grundsätzliches technisches Verständnis wie das Web funktioniert. Nur weil ein Text keywordoptimiert aufgebaut sein soll, besteht dieser nicht nur aus Phrasen, Partikeln und Keywords.

Ein weiterer Fehler wird beim Bewerbungstext für Content.de begangen, wenn man sich hier nicht 100% ins Zeug legt. Wer auf Stufe 3 eingestuft wird, kann sein Konto direkt löschen. Nicht wegen des geringen Verdienstes, sondern wegen den kaum vorhandenen Aufträgen, um sich für höhere Dinge auszuzeichnen.

Ansonsten glaube ich auch nicht daran, dass jemand der Vollzeit arbeitet, nebenbei bei Content.de erfolgreich sein kann. Die Auftraggeber finden ziemlich schnell raus, welche Intention der Autor beim Bearbeiten der Artikel hat. Wer am Abend auf die Schnelle einen Artikel schreibt und inhaltslosen Text um das Keyword baut, der wird auf die Dauer keine Aufträge mehr zu Gesicht bekommen. Die Auftraggeber können Autoren nämlich auch von Artikeln ausschließen.

Ich muss trotzdem noch mal auf den Verdienst zurückkommen. Ist es nicht traurig für den Autor, wenn dieser einen Artikel für 6,00 Euro schreibt und der Auftraggeber damit ein Vielfaches verdient bzw. den Ruhm dafür einsackt?

Wenn ein Schreiner eine Kommode baut und diese dem Käufer für 100,00 Euro verkauft, dieser dann die Kommode in 10 Jahren für 5000,00 Euro weiterverkauft, bekommt der Schreiner davon auch nichts ab.

Ich habe das Produkt Text, welches ich verkaufe. Der Käufer kann damit dann machen was er möchte. Der Ruhm ist die Vergütung.

Wer Texte im Internet kauft, tätigt eine Investition. Nicht jeder Text rechnet sich am Ende, also trägt der Auftraggeber auch ein gewisses Risiko.

Bin ich richtig bei Content.de?

Was muss deiner Meinung nach ein Autor bei Content.de mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Er muss selbstständig denken, handeln und verhandeln, sowie sich selbst motivieren können.

Was gefällt dir bei Content.de besser als bei anderen Textbörsen?

Content.de ist eine eigene Welt, in der es möglich ist, sich eine Reputation aufzubauen. Große Auftraggeber suchen langfristig gute Autoren für ihre Texte und behandeln diese mit Respekt.

Bei Content.de ist eine Auszahlung jederzeit möglich, diese dauert in der Regel nur 1 – 2 Tage. Der Support und das Bewertungssystem sind sehr fair.

Woran könnte die Textplattform noch arbeiten?

Die Webseite ist zeitweise äußerst langsam, eine Investition in neue Servertechnik wäre eventuell angebracht.

Des Weiteren wäre eine Duden-Applikation, nach Vorbild Helpster, für die Autoren äußerst hilfreich, welche auch Kommata und Grammatikfehler erkennt.

Was sich sehr gebessert hat, ist das Briefing für Autoren von neuen Auftraggebern. Je konkreter dieses ist, umso schneller und hochwertiger kann der Text gestaltet werden. Hier habe ich das Gefühl, das Content.de den Auftraggebern schon kräftig unter die Arme greift.

Auf der Suche nach Interviewpartnern, welche erfolgreich auf Textbörsen sind, nicht nur bei Content.de, habe ich nur Absagen bekommen. Gut, dies könnte daran liegen, dass mein kleiner Blog hier noch relativ wenig Reichweite hat, könnte es vielleicht noch einen anderen Grund geben?

Natürlich herrscht unter den „guten“ Autoren ein Wettbewerb um die besten Aufträge. Warum sollte man also seine Trickkiste öffnen, um neue oder bisher nicht so erfolgreiche Konkurrenz zu stärken?

Fazit

Ich denke Daniela Huberts hat ihre Trickkiste für mich ein wenig geöffnet. Für mich wäre das Schreiben für Content.de nichts, dazu fehlt mir der Ehrgeiz und mich schreckt der Gedanke ab, dass meine liebevoll erstellten Artikel unter anderer Flagge erscheinen.

Besonders aufschlussreich fand ich die Tatsache, dass es trotzdem möglich ist, seinen Lebensunterhalt mit Textbörsen zu finanzieren.

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