Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Automatische Abmeldung zeitweise verhindern - einfache Lösung

Bil­dung ist be­kannt­lich eine Hol­schuld. Aus die­sem Grund nut­ze ich je­den Tag mei­ne Mit­tags­pau­se, um mich im In­ter­net zu in­for­mie­ren. Wäh­rend­des­sen ich also mei­ne Auf­schnitt­sem­meln vom Dis­coun­ter ge­nie­ße, hin­ter­fra­ge ich meis­tens erst ein­mal die neus­te Stu­die der Bertelsmann-Stiftung. Im An­schluss dar­an las­se ich mir auf ZEIT ONLINE aus­gie­big er­klä­ren, war­um ich als Deut­scher die Flucht­ur­sa­chen auf die­sem Pla­ne­ten be­kämp­fen muss. Und kurz be­vor der Gong läu­tet und mei­ne lehr­rei­che Un­ter­richts­stun­de en­det, habe ich noch ei­nen Qui­ckie mit Si­byl­le Berg. Die fe­sche Wahl­schwei­ze­rin schreibt eine hilf­rei­che Ko­lum­ne¹, mit der sich vor al­lem wei­ße he­te­ro­se­xu­el­le Män­ner ein­mal die Wo­che kos­ten­los ent­na­zi­fi­zie­ren kön­nen. Da­nach ist mei­ne Lern­zeit lei­der auch schon wie­der vor­bei. Wahr­schein­lich wäre ich noch viel be­le­se­ner, wenn mich mein Be­triebs­sys­tem nicht stän­dig bei mei­nen On­line­stu­di­en un­ter­bre­chen wür­de. Denn so­bald ich ein­mal fünf Mi­nu­ten lang kei­ne Ein­ga­ben tä­ti­ge, wer­de ich von Ubun­tu au­to­ma­tisch aus­ge­loggt. Das bil­dungs­feind­li­che Ver­hal­ten mei­ner Linux-Distribution ist da­bei kein Ein­zel­fall.

Hi ihr! Ich ler­ne ge­ra­de die Java-Programmierung mit ver­schie­de­nen E-Books. [...] Die Bü­cher sind auf mei­nem Lap­top auf­ge­schla­gen, da­mit ich die Ka­pi­tel gleich­zei­tig am PC aus­pro­bie­ren kann. Nun zum Pro­blem: Nach ein paar Mi­nu­ten mel­det mich der Lap­top ab und ich muss mein Be­nut­zer­pass­wort ein­ge­ben, um wei­ter­le­sen zu kön­nen. [...] Es han­delt sich um Ubun­tu 16.04.

Ka­li­nin, Chris­ti­an: Är­ger mit Ubun­tu: Ab­mel­dung ver­hin­dern. E-Mail vom 21.10.2017.

PPA: Caffeine für Ubuntu - Anleitung von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit AnleitungenDie vor­ein­ge­stell­te Bild­schirm­sper­re bei In­ak­ti­vi­tät des Be­nut­zers ist ein wich­ti­ger Schutz­me­cha­nis­mus. Denn wäh­rend­des­sen Sie sich von der kor­pu­len­ten Feelgood-Managerin durch­kit­zeln las­sen, sorgt Ubun­tu nach fünf Mi­nu­ten au­to­ma­tisch da­für, dass nie­mand auf Ih­ren Com­pu­ter zu­grei­fen kann. Zu­sam­men mit der Desktop-Sperre setzt oft­mals auch der En­er­gie­spar­mo­dus ein. Das führt dann dazu, dass die Linux-Distribution Ih­ren Bild­schirm ent­we­der ab­dun­kelt oder gleich ganz ab­schal­tet.

Na­tür­lich könn­ten Sie die­se bei­den sinn­vol­len Kon­fi­gu­ra­tio­nen je­der­zeit de­ak­ti­vie­ren. Dann bü­ßen Sie al­ler­dings nicht nur Da­ten­si­cher­heit ein, son­dern müss­ten Ih­rem per­sön­li­chen Kli­ma­coach auch er­klä­ren, war­um sich Ihr CO2-Fußabdruck der­ma­ßen ver­grö­ßert hat.

Grafik für Ubuntu Caffeine: Temporär Screenlock und Screensaver deaktivieren. Bild von Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch für Feministinnen und Sugar Mamas. Zeichnung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Am bes­ten ist es also, wenn Sie Ihr Ubun­tu mit dem Caff­ei­ne In­di­ca­tor aus­stat­ten. Denn die­se hilf­rei­che Free­ware be­schäf­tigt die Desktop-Sperre und den läs­ti­gen Bild­schirm­scho­ner so lan­ge, bis Sie den Malta-Plan² in Ruhe durch­ge­le­sen ha­ben.

Bildschirmsperre unter Ubuntu verhindern

Der be­währ­te Caff­ei­ne In­di­ca­tor wird be­reits seit Ok­to­ber 2009 für ver­schie­de­ne Linux-Distributionen ent­wi­ckelt. Zum In­stal­lie­ren der Ap­pli­ka­ti­on be­nö­ti­gen Sie nichts wei­ter als ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:caffeine-developers/ppa

Im ers­ten Schritt müs­sen Sie die PPA des Pro­gramm­ent­wick­lers hin­zu­fü­gen, so­dass Sie auch im­mer über die ak­tu­ells­te Ver­si­on des Bild­schirm­blo­ckers ver­fü­gen.

sudo apt-get update

Gleich da­nach ist es wich­tig, dass Ihr Be­triebs­sys­tem alle hin­ter­leg­ten Software-Quellen neu ein­liest.

sudo apt-get install caffeine

Dar­auf­hin kön­nen Sie die In­stal­la­ti­on der smar­ten Free­ware star­ten.

Hin­weis: Soll­te Ihre Ubuntu-Version zum Aus­füh­ren der Sys­tem­ap­pli­ka­ti­on di­ver­se Hilfs­pa­ke­te be­nö­ti­gen, dann wer­den die­se au­to­ma­tisch über die PPA mit­in­stal­liert.

Screenshot von Caffeine Indicator. Die dampfende Tasse erinnert an den Türk kahvesi in der Sehraya Shisha Lounge (Berlin-Kreuzberg)

Der aus­ge­fuchs­te Caff­ei­ne In­di­ca­tor lässt sich je­der­zeit be­quem über die Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen. So­bald das Pro­gramm ge­la­den wur­de, er­scheint eine klei­ne Kaf­fee­tas­se ne­ben der Sys­tem­uhr in Ih­rer Tas­kleis­te.

Dampf bedeutet ungestörte Bildschirmarbeit

Falls Sie wie ich ein eher ein­fach ge­strick­ter Mensch sind, dann wer­den Sie vom über­schau­ba­ren Funk­ti­ons­um­fang der Soft­ware be­geis­tert sein.

Screenshot von Caffeine Indicator 2.9.4. Disable Screenlock and Screensaver temporarily

Caff­ei­ne In­di­ca­tor 2.9.4 un­ter Ubun­tu 16.04.3 LTS

Nach dem Pro­gramm­start ist der Caff­ei­ne In­di­ca­tor in­ak­tiv. Das er­ken­nen Sie an dem leb­lo­sen wei­ßen Täss­chen. In die­sem Zu­stand greift die Ap­pli­ka­ti­on nicht in Ihre Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen ein, so­dass die Bild­schirm­sper­re und der En­er­gie­spar­mo­dus wei­ter­hin un­ge­hin­dert aus­ge­führt wer­den.

  • Aber an­ge­nom­men Sie möch­ten von Duisburg-Marxloh nach Pas­sau flüch­ten, und müs­sen des­halb den Bay­ern­plan³ der CSU aus­wen­dig ler­nen. Dann wäre es si­cher­lich rat­sam, den Caff­ei­ne In­di­ca­tor wäh­rend Ih­rer Lern­pha­se zu ak­ti­vie­ren.

Dies er­rei­chen Sie, in­dem Sie das klei­ne Tas­sen­sym­bol mit der rech­ten Maus­tas­te an­kli­cken. Dar­auf­hin er­scheint ein Aus­wahl­me­nü über das Sie die Soft­ware be­quem an- und aus­schal­ten kön­nen.

Mer­ke: Ist die Tas­se damp­fend heiß, bleibt der Bild­schirm blü­ten­weiß.

Leseratten benötigen Logoutschutz im Autostartmenü

Da­mit Sie das klei­ne Hilfs­pro­gramm nicht ver­ges­sen, lohnt es sich den Caff­ei­ne In­di­ca­tor gleich au­to­ma­tisch zu­sam­men mit Ih­rem Be­triebs­sys­tem star­ten zu las­sen. Da­für müs­sen Sie le­dig­lich das Menü „Start­pro­gram­me” über Ihre Ubun­tu Dash-Startseite öff­nen.

Screenshot vom Ubuntu Autostartmenü: Caffeine Indicator zusammen mit dem Betriebssystem starten lassen. Kostenlose Anleitung von Kilobyte

Kli­cken Sie in die­sem Sys­tem­me­nü an­schlie­ßend auf die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen”, so­dass sich ein neu­es Fens­ter na­mens „Start­pro­gramm hin­zu­fü­gen” öff­net. Dar­auf­hin se­hen Sie drei lee­re Zei­len vor sich, die Sie nun fol­gen­der­ma­ßen aus­fül­len müs­sen:

  • Name: Caff­ei­ne
  • Be­fehl: /usr/bin/caffeine-indicator
  • Kom­men­tar: Blo­ckiert Bild­schirm­scho­ner

So­bald Sie Ihre Ein­ga­ben dar­auf­hin über die Schalt­flä­che „Hin­zu­fü­gen” be­stä­ti­gen, wird der klei­ne Bild­schirm­blo­cker ab so­fort di­rekt nach dem Sys­tem­start in Ihre Tas­kleis­te ge­la­den.

Hin­weis: Na­tür­lich ist der Caff­ei­ne In­di­ca­tor auch bei die­ser Start­me­tho­de zu­nächst in­ak­tiv und muss bei Be­darf ma­nu­ell zum Damp­fen ge­bracht wer­den.

Die Vorteile der Kaffeetasse im Überblick

Der kos­ten­lo­se Caff­ei­ne In­di­ca­tor ist die ein­fachs­te Lö­sung, um die au­to­ma­ti­sche Ab­mel­dung un­ter Ubun­tu tem­po­rär zu ver­hin­dern. Falls Sie sich für die funk­tio­nel­le Ap­pli­ka­ti­on ent­schei­den, dann pro­fi­tie­ren Sie von fol­gen­den Vor­tei­len:

  • Die Soft­ware wird re­gel­mä­ßig über eine se­riö­se PPA ge­pflegt und funk­tio­niert mit al­len LTS-Versionen ab Ubun­tu 14.04.
  • Da­bei lässt sich das zweck­mä­ßi­ge Hilfs­pro­gramm kom­plett über die gra­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu be­die­nen und er­for­dert so­mit kei­ne schwie­ri­gen Terminal-Befehle.
  • Hin­zu­kommt die äu­ßerst ein­fa­che Me­nü­füh­rung, die al­ler­dings nur in eng­li­scher Spra­che ver­füg­bar ist.
  • Des Wei­te­ren ist es durch den Ein­satz des Bild­schirm­blo­ckers nicht not­wen­dig, ir­gend­wel­che vor­ein­ge­stell­ten Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen zu än­dern.

Das ein­zi­ge Man­ko des Caff­ei­ne In­di­ca­tors ist die Tat­sa­che, dass die Free­ware lei­der nicht zu­sam­men mit dem KDE Plas­ma Desk­top funk­tio­niert. Falls Sie je­doch Unity oder den neu­en Gnome-Desktop ver­wen­den, dann kann ich Ih­nen den Lo­gout­schutz für Bil­dungs­bür­ger wärms­tens emp­feh­len.

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¹Berg, Si­byl­le: S.P.O.N. - Fra­gen Sie Frau Si­byl­le. spiegel.de (10/2017).
²Ber­ger, Da­vid: Der Malta-Plan: Plant Ge­or­ge Soros die Zer­stö­rung Deutsch­lands? philosophia-perennis.com (10/2017).
³S­trepp, Hans-Michael: Der Bay­ern­plan - Klar für un­ser Land. csu.de (10/2017).

Ubuntu: Screenshots vom neuen Gnome-Desktop - Goodbye Unity

End­lich ein Grund zur Pa­nik! Der schi­cke Gnome-Desktop fei­ert mit Ubun­tu 18.04 LTS sein lang er­sehn­tes Come­back. Die kon­ser­va­ti­ven und mo­der­ni­sie­rungs­skep­ti­schen Glo­ba­li­sie­rungs­ver­lie­rer konn­ten Ca­no­ni­cal tat­säch­lich dazu be­we­gen, die un­be­lieb­te Be­nut­zer­ober­flä­che Unity zum Teu­fel zu ja­gen. Doch was pas­siert nun mit Ih­rem Be­triebs­sys­tem, so­bald Sie es auf eine Ver­si­on mit dem neu­en Gnome-Desktop ak­tua­li­sie­ren?

[...] ich be­nut­ze Ubun­tu 16.04 für Bü­ro­ar­bei­ten und las, dass Ubun­tu 18.04 nicht mehr mit Unity aus­ge­lie­fert wird. So, ich habe jetzt ei­ni­ge Fra­gen an die Pro­fis: Was pas­siert mit mei­nen Da­ten nach ei­nem Up­grade, sind die weg? [...] Was ist mit den gan­zen Office-Programmen, die ich in­stal­liert habe? [...] Dru­cker und Sys­tem­an­for­de­run­gen, was än­dert sich da?

Har­den­berg, Al­brecht: Wirk­lich neue Be­nut­zer­ober­flä­che mit Ubun­tu 18.04? E-Mail vom 30.09.2017.

Bild von Ubuntu: Die Linux-Distribution wird ab Version 18.04 LTS mit dem Gnome-Desktop ausgeliefertCa­no­ni­cal hat ein­fach den Gnome-Desktop 3.26 „Man­ches­ter” ge­nom­men und da­mit die lilaorange-farbene Desktop-Umgebung von Unity 7.4 nach­ge­baut. Das heißt, dass Sie nach ei­nem System-Upgrade op­tisch kaum ei­nen Un­ter­schied zur Vor­gän­ger­ver­si­on be­mer­ken wer­den. Da­bei setzt der at­trak­ti­ve Gnome-Desktop auf den äu­ßerst in­no­va­ti­ven Anzeige-Server Way­lan­d¹, der wie­der­um ei­nen aus­ge­fuchs­ten Fens­ter­ma­na­ger na­mens Mut­ter aus­führt. Die­se Kom­bi­na­ti­on sorgt da­für, dass sich die neue Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu ähn­lich in­tui­tiv wie ein Android-Smartphone be­die­nen lässt. So wer­den bei­spiels­wei­se ab Ver­si­on 18.04 LTS alle Ein­stel­lun­gen aus­schließ­lich mit­hil­fe von simp­len Schie­be­reg­lern vor­ge­nom­men.

Ge­ne­rell ist der Gnome-Desktop we­sent­lich schlan­ker als Unity, was sich auch in den Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen wi­der­spie­gelt. Ha­ben Sie bis­her eine Gra­fik­ein­heit mit 256 Me­ga­byte Gra­fik­spei­cher be­nö­tigt, muss Ihr Com­pu­ter ab Ubun­tu 18.04 LTS le­dig­lich in der Lage sein OpenGL ES 2.0² dar­zu­stel­len.

Screenshot von Ubuntu 17.10 mit GNOME 3.26.1 Benutzeroberfläche

Auch die an­de­ren Sys­tem­an­for­de­run­gen des Gnome-Desktops sind so mo­de­rat, dass die schnel­le Be­nut­zer­ober­flä­che selbst mit mi­ni­ma­lis­ti­schen Business-Laptops im vol­len Um­fang ge­nutzt wer­den kann.

Unity wird zum Gnome-Desktop

Der schwer­wie­gends­te Un­ter­schied zwi­schen Unity und dem neu­en Gnome-Desktop ist die Art, wie in­stal­lier­te Pro­gram­me ge­star­tet wer­den. Bis­lang lie­ßen sich sämt­li­che Ap­pli­ka­tio­nen ein­fach über die be­rüch­tig­te Ubun­tu Dash-Startseite aus­füh­ren.

Screenshot von der Ubuntu Dash-Startseite unter der Desktop-Umgebung Unity 7.4

Die Ubun­tu Dash-Startseite un­ter Unity 7.4 - ein Re­likt aus al­ten Zei­ten

Die­ses über­sicht­li­che Sys­tem­werk­zeug hat al­ler­dings in man­chen Ubuntu-Versionen den gro­ßen Nach­teil, dass es die Such­an­fra­gen der Be­nut­zer auch mit­hil­fe des In­ter­nets be­ant­wor­tet.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (10/2017).

Mit dem Gnome-Desktop ver­schwin­det die Ubun­tu Dash-Startseite gänz­lich und wird durch ein Aktivitäten-Menü er­setzt, wel­ches sich über die Tas­kleis­te öff­nen lässt.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS mit neuem Gnome-Desktop. Menü "Aktivitäten". Bildschirmfoto von Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch für dickbauchige Männer mit extremen Neigungen

Ubun­tu mit dem Gnome-Desktop in der Ver­si­on 3.26.1

Apro­pos Tas­kleis­te, die­se wird in­ner­halb des Gnome-Desktops als Dock be­zeich­net und lässt sich be­quem über die Bord­mit­tel ver­schie­ben. Da­bei steht nicht nur die lin­ke oder die rech­te Sei­te, son­dern auch der un­te­re Bild­schirm­rand zur Aus­wahl.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS: Menü "Einstellungen" - das Dock an den unteren Bildschirmrand heften. Ausprobiert von Kilobyte, TV-Detektiv und Lahmacun-Verkäufer

Die Po­si­ti­on der Tas­kleis­te lässt sich mit dem neu­en Gnome-Desktop be­quem än­dern

Doch das ist nicht das ein­zi­ge Fea­ture, was die neue Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu nä­her an KDE oder an den Windows-Desktop rü­cken lässt.

Die Steuerelemente rücken wieder nach rechts

Wie sich das ge­hört, wer­den mit dem Gnome-Desktop alle Fens­ter end­lich wie­der über die rech­te obe­re Ecke ge­schlos­sen. Als Ein­ge­bo­re­ner der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land tat ich mich mit dem lin­ken Son­der­weg des Unity-Desktops na­tur­ge­mäß be­son­ders schwer.

Ein zen­tra­les Merk­mal der Deut­schen ist ihr fun­da­men­ta­ler So­zi­al­de­mo­kra­tis­mus, der sich über das ge­sam­te po­li­ti­sche Spek­trum er­streckt. Sein Kern be­steht dar­in, daß Dif­fe­ren­zen al­ler Art für schlecht­hin un­er­träg­lich gel­ten.

Sie­fer­le, Rolf Pe­ter: Fi­nis Ger­ma­nia. Drit­te Auf­la­ge. Schnell­ro­da: Ver­lag An­tai­os 2017.

Screenshot von zwei Ubuntu Terminal-Fenstern: Mit dem Gnome-Desktop verlagern sich die Steuerelemente von links nach rechts

An­sons­ten wird der Gnome-Desktop das ge­wohn­te Be­nut­zer­er­leb­nis von Ubun­tu nicht wei­ter ver­än­dern. Al­ler­dings är­gert auch die­se Ober­flä­che ihre An­wen­der mit ak­ti­vier­ten Da­ten­über­tra­gun­gen, die un­be­merkt im Hin­ter­grund statt­fin­den. Ein Be­such in den über­sicht­li­chen Pri­vat­sphä­re­ein­stel­lun­gen ist also nach ei­nem Up­grade ein Muss für alle Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren.

Screenshot von den Ubuntu Privatsphäreeinstellungen: Vor allem Ultranationalisten sollten die Datenübertragung von Ubuntu unterbinden, um nicht in den Maßregelvollzug zu gelangen

Auch der Gnome-Desktop spei­chert stan­dard­mä­ßig Ver­läu­fe und über­trägt Be­nut­zer­da­ten

Das Auf­ge­ben des ver­trau­ten Unity-Desktops kann na­tür­lich auch zu mas­si­ve­ren Be­ein­träch­ti­gun­gen füh­ren.

Faktencheck: Das verändert der Gnome-Desktop

So wer­den die meis­ten Pro­gram­me, die Sie via PPA be­zo­gen ha­ben nach ei­nem System-Upgrade wahr­schein­lich nicht mehr funk­tio­nie­ren. Hin­ge­gen Ap­pli­ka­tio­nen aus den of­fi­zi­el­len Ubuntu-Quellen kön­nen auch nach der Ak­tua­li­sie­rung wie ge­wohnt wei­ter­ver­wen­det wer­den.

  • Alle Hard­ware­ein­stel­lun­gen blei­ben eben­falls ge­spei­chert, so­dass Sie trotz ei­nes tau­fri­schen Desk­tops nicht ein­mal Ih­ren Dru­cker neu in­stal­lie­ren müs­sen.
  • Ge­ne­rell wer­den Sie kei­nen Da­ten­ver­lust er­lei­den, da Ihr Home-Verzeichnis bei ei­ner sol­chen Ope­ra­ti­on gänz­lich un­be­rührt bleibt.

Mei­ner Mei­nung nach hat Ca­no­ni­cal ge­ra­de noch recht­zei­tig re­agiert, um Ubun­tu vor wei­te­rem Re­le­vanz­ver­lust zu schüt­zen. Ich habe näm­lich be­reits im Jah­re 2015 be­merkt, dass im­mer mehr Li­nux­freun­de in mei­nem Um­feld auf­grund von Unity lie­ber zu Ubuntu-Derivaten wie Ku­bun­tu oder Li­nux Mint grif­fen. Dank des neu­en Gnome-Desktops sehe ich aber kei­nen ra­tio­na­len Grund mehr, dem Ori­gi­nal wei­ter die kal­te Schul­ter zu zei­gen.

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¹Brod­kin, Jon: Ubun­tu Unity is dead: Desk­top will switch back to GNOME next year. arstechnica.com (10/2017).
²Un­known La­mer: OpenGL Be­co­m­ing a Re­qui­re­ment for the Li­nux Desk­top. tech.slashdot.org (10/2017).

Ubuntu: Stresstest für die CPU - genügt die Kühlleistung?

Wie gut ist Ihr CPU-Kühler wirk­lich? Falls Sie die­se Fra­ge nicht be­ant­wor­ten kön­nen, dann soll­ten Sie ei­nen Stress­test durch­füh­ren. Denn die­ses In­stru­ment zwingt Ihr Sys­tem dazu, schwie­ri­ge Re­chen­ope­ra­tio­nen schnell hin­ter­ein­an­der ab­zu­ar­bei­ten. Da­bei wer­den alle Ker­ne Ih­res Pro­zes­sors voll aus­ge­las­tet, wo­durch die Hard­ware ihre ma­xi­ma­le Ab­wär­me ent­wi­ckelt. Ein Stress­test ist aber auch dann hilf­reich, wenn Sie Ihre CPU über­tak­tet ha­ben. Schließ­lich er­fah­ren Sie nur mit­hil­fe die­ses Werk­zeugs so­fort, ob Ihre neue Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on sta­bil funk­tio­niert.

Hi Ki­lo­byte, ich brau­che ei­nen Rat. Gibt es für Ubun­tu so et­was wie Prime95 für Win­dows? [...] Ich möch­te mei­nen AMD R5 1600X über­tak­ten und se­hen, wie weit ich mit dem „Wraith Spi­re” Boxed-Kühler kom­me. [...] Viel­leicht weist du was für Li­nux? Ich wür­de näm­lich nur un­gern des­we­gen ei­nen Emu­la­tor in­stal­lie­ren.

Hau­ber, Chris­to­pher: Prime95 für Ubun­tu? Fra­ge an Ki­lo­byte. E-Mail vom 23.09.2017.

Bild von Ubuntu Stresstest: Alternative für Prime95 - PPADie fin­di­gen Ent­wick­ler von Prime95 bie­ten ihre Soft­ware auch für Li­nux an. Ich käme je­doch nie auf die Idee, mein Sys­tem mit die­ser Ap­pli­ka­ti­on zu tes­ten. Schließ­lich ist Prime95 streng ge­nom­men ein Pro­gramm, mit dem neue Prim­zah­len ge­fun­den wer­den sol­len. Des­halb grei­fe ich für Stress­tests un­ter Ubun­tu lie­ber auf s-tui zu­rück. Denn die­se funk­tio­nel­le Free­ware ist ein ech­tes Monitoring-Tool, mit dem sich die künst­lich aus­ge­üb­te Re­chen­last in gra­fisch auf­be­rei­te­ter Form über­wa­chen lässt.

Da­bei ar­bei­tet s-tui mit drei far­bi­gen Echt­zeit­dia­gram­men. Die­se ge­ben ne­ben der Takt­ra­te und der Aus­las­tung auch die schwan­ken­den Tem­pe­ra­tu­ren des Pro­zes­sors wie­der.

Screenshot von Stress Terminal UI 0.6.4 unter Ubuntu 16.04 LTS

Stress Ter­mi­nal UI 0.6.4 - Leis­tungs­da­ten un­ter Ubun­tu 16.04.3 LTS

Na­tür­lich zeigt das smar­te Dia­gno­se­werk­zeug sämt­li­che Leis­tungs­da­ten auch in ei­ner aus­sa­ge­kräf­ti­gen Zah­len­form an. Die­se An­sicht ist be­son­ders wert­voll, da hier be­reits er­reich­te Ma­xi­mal­wer­te ge­spei­chert blei­ben. So­mit se­hen Sie bei je­dem Stress­test auf den ers­ten Blick, ob sich die Kühl­leis­tung für Ihre CPU ver­än­dert hat.

Ubuntu für den Stresstest vorbereiten

Ein wei­te­rer Vor­teil von s-tui ist, dass die Free­ware un­ter al­len Ubuntu-Derivaten funk­tio­niert. Das kommt da­her, da das Monitoring-Tool in der Pro­gram­mier­spra­che Py­thon ge­schrie­ben wur­de und zu­dem ohne ei­ge­ne Be­nut­zer­ober­flä­che aus­kommt. Al­ler­dings ist es für die In­stal­la­ti­on der Terminal-Software not­wen­dig, dass Ihr Ubun­tu mit pip aus­ge­stat­tet ist.

Screenshot eines Terminal-Fensters: Installationsbefehl für Pip Installs Python (pip) - ästhetisch präsentiert von Kilobyte

Die­ses re­kur­si­ve Akro­nym steht für Pip Installs Python und be­schreibt ein kom­ple­xes Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem, mit dem Python-Module aus dem Py­thon Pa­cka­ge In­dex be­zo­gen wer­den kön­nen. So ge­se­hen ist pip ge­nau das­sel­be wie APT, nur eben für eine an­de­re Soft­ware­art.

[...] pip is a tool for in­stal­ling Py­thon pa­cka­ges from the Py­thon Pa­cka­ge In­dex.

Mat­thews, Ja­mie: A non-magical in­tro­duc­tion to Pip and Vir­tua­lenv for Py­thon be­gin­ners. dabapps.com (09/2017).

Bild von Stress Terminal UI. Eric Kwame X sorgt mit seinen Stresstests dafür, dass Wildcampen in NRW sicherer wird

Öff­nen Sie also zu­nächst ein Terminal-Fenster und rich­ten Sie gleich da­nach pip auf Ih­rem Sys­tem ein.

sudo apt-get install python-pip

So­bald Ihr zu­sätz­li­ches Pa­ket­ma­nage­ment­sys­tem ein­satz­fä­hig ist, kön­nen Sie s-tui aus der neu­en Software-Quelle be­zie­hen.

sudo pip install s-tui

Zum Aus­füh­ren von Leis­tungs­tests be­nö­ti­gen Sie au­ßer­dem noch ein klit­ze­klei­nes Kom­man­do­zei­len­pro­gramm, wel­ches den Na­men stress trägt.

sudo apt-get install stress

Nach­dem Sie auch die­sen Last­ge­ne­ra­tor in­stal­liert ha­ben, ist Ihr Ubun­tu be­reit für den ers­ten Stress­test.

CPU-Leistung unter Ubuntu testen - so geht’s

Um das Dia­gno­se­werk­zeug s-tui zu öff­nen, müs­sen Sie den fol­gen­den Be­fehl in ein neu­es Terminal-Fenster ein­ge­ben:

sudo s-tui

Gleich nach dem Pro­gramm­start er­schei­nen auf der ei­nen Kon­so­len­sei­te drei be­weg­li­che Bal­ken­dia­gram­me. Hin­ge­gen auf der an­de­ren Sei­te fin­den Sie un­ter an­de­rem den Me­nü­punkt „Stress Ope­ra­ti­on”.

Screenshot von s-tui - der Modus "Stress Operation" startet den Stresstest

So­bald Sie die­se Funk­ti­on mit der Ein­ga­be­tas­te ak­ti­vie­ren, wird der Last­ge­ne­ra­tor Ihre CPU auf Tou­ren brin­gen. Wenn Sie den Cur­sor dar­auf­hin mit­hil­fe der Pfeil­tas­ten ganz nach un­ten be­we­gen, dann Blät­tern Sie auf das zwei­te Da­ten­blatt.

Screenshot von Ubuntu Stresstest: AMD FX-8350 mit 4000 MHz wird nur 50 Grad Celsius warm

Stress­test un­ter Ubun­tu ist im vol­len Gan­ge - die CPU-Kühlung funk­tio­niert ein­wand­frei

In die­ser Me­nüan­sicht kön­nen Sie nun live mit­ver­fol­gen, wie sich der Stress­test auf die Tem­pe­ra­tur Ih­res Pro­zes­sors aus­wirkt.

Hin­weis: Sie möch­ten mit­hil­fe von s-tui über­prü­fen, ob die von Ih­nen ge­wähl­te Über­tak­tungs­ra­te sta­bil funk­tio­niert? Dann soll­ten Sie den Be­las­tungs­test un­be­dingt meh­re­re Stun­den lau­fen las­sen.

Ich bin da ganz alt­mo­disch und tes­te 24 Stun­den als Mi­ni­mum. Es ist bei mir näm­lich auch schon mal nach 8 oder 10 Stun­den ein Blue­screen auf­ge­taucht [...].

Der­rick­De­lu­Xe: Wie lan­ge soll­te Prime95 lau­fen? hardwareluxx.de (09/2017).

Falls Sie je­doch le­dig­lich ei­nen neu­en CPU-Kühler tes­ten möch­ten, dann kön­nen Sie be­reits nach 15 Mi­nu­ten wie­der zum Mo­dus „Re­gu­lar Ope­ra­ti­on” zu­rück­keh­ren.

Faktencheck: Die Vorteile von s-tui im Überblick

Mit s-tui er­hal­ten Sie eine be­nut­zer­ober­flä­chen­un­ab­hän­gi­ge Terminal-Software, mit der Sie nicht nur Ih­ren Pro­zes­sor­zu­stand über­prü­fen kön­nen.

Screenshot von Stress Terminal UI 0.6.4: Menüpunkt "Stress Options" - Überprüfung des Arbeitsspeichers und des Systemdatenträgers

Stress Ter­mi­nal UI über­prüft auch die Leis­tung des Ar­beits­spei­chers und des Sys­tem­da­ten­trä­gers

Schließ­lich hat die leicht kon­fi­gu­rier­ba­re Free­ware im­mer auch ei­ni­ge Worker für Ih­ren Ar­beits­spei­cher und für Ih­ren Sys­tem­da­ten­trä­ger pa­rat.

Ein Worker ist eine be­stimm­te Ein­heit, die z.B. die CPU bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad aus­las­tet. [...] Je nach Hard­ware muss man mehr oder oder we­ni­ger Worker [...] an­set­zen, um eine Voll­aus­las­tung zu er­rei­chen.

Sterr, Jo­nas: Stress­test / Hard­ware­check un­ter Li­nux. pablo-bloggt.de (09/2017).

Tipp: Ich ver­wen­de die eng­lisch­spra­chi­ge Ap­pli­ka­ti­on in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den, um die CPU-Kühler in mei­nen Desktop-PCs zu eva­lu­ie­ren. Denn dank s-tui sehe ich mit we­nig Auf­wand, wann es wie­der Zeit für eine fri­sche Wär­me­leit­pas­te ist.

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