Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: Screenshots vom neuen Gnome-Desktop - Goodbye Unity

End­lich ein Grund zur Pa­nik! Der schi­cke Gnome-Desktop fei­ert mit Ubun­tu 18.04 LTS sein lang er­sehn­tes Come­back. Die kon­ser­va­ti­ven und mo­der­ni­sie­rungs­skep­ti­schen Glo­ba­li­sie­rungs­ver­lie­rer konn­ten Ca­no­ni­cal tat­säch­lich dazu be­we­gen, die un­be­lieb­te Be­nut­zer­ober­flä­che Unity zum Teu­fel zu ja­gen. Doch was pas­siert nun mit Ih­rem Be­triebs­sys­tem, so­bald Sie es auf eine Ver­si­on mit dem neu­en Gnome-Desktop ak­tua­li­sie­ren?

[...] ich be­nut­ze Ubun­tu 16.04 für Bü­ro­ar­bei­ten und las, dass Ubun­tu 18.04 nicht mehr mit Unity aus­ge­lie­fert wird. So, ich habe jetzt ei­ni­ge Fra­gen an die Pro­fis: Was pas­siert mit mei­nen Da­ten nach ei­nem Up­grade, sind die weg? [...] Was ist mit den gan­zen Office-Programmen, die ich in­stal­liert habe? [...] Dru­cker und Sys­tem­an­for­de­run­gen, was än­dert sich da?

Har­den­berg, Al­brecht: Wirk­lich neue Be­nut­zer­ober­flä­che mit Ubun­tu 18.04? E-Mail vom 30.09.2017.

Bild von Ubuntu: Die Linux-Distribution wird ab Version 18.04 LTS mit dem Gnome-Desktop ausgeliefertCa­no­ni­cal hat ein­fach den Gnome-Desktop 3.26 „Man­ches­ter” ge­nom­men und da­mit die lilaorange-farbene Desktop-Umgebung von Unity 7.4 nach­ge­baut. Das heißt, dass Sie nach ei­nem System-Upgrade op­tisch kaum ei­nen Un­ter­schied zur Vor­gän­ger­ver­si­on be­mer­ken wer­den. Da­bei setzt der at­trak­ti­ve Gnome-Desktop auf den äu­ßerst in­no­va­ti­ven Anzeige-Server Way­lan­d¹, der wie­der­um ei­nen aus­ge­fuchs­ten Fens­ter­ma­na­ger na­mens Mut­ter aus­führt. Die­se Kom­bi­na­ti­on sorgt da­für, dass sich die neue Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu ähn­lich in­tui­tiv wie ein Android-Smartphone be­die­nen lässt. So wer­den bei­spiels­wei­se ab Ver­si­on 18.04 LTS alle Ein­stel­lun­gen aus­schließ­lich mit­hil­fe von simp­len Schie­be­reg­lern vor­ge­nom­men.

Ge­ne­rell ist der Gnome-Desktop we­sent­lich schlan­ker als Unity, was sich auch in den Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen wi­der­spie­gelt. Ha­ben Sie bis­her eine Gra­fik­ein­heit mit 256 Me­ga­byte Gra­fik­spei­cher be­nö­tigt, muss Ihr Com­pu­ter ab Ubun­tu 18.04 LTS le­dig­lich in der Lage sein OpenGL ES 2.0² dar­zu­stel­len.

Screenshot von Ubuntu 17.10 mit GNOME 3.26.1 Benutzeroberfläche

Auch die an­de­ren Sys­tem­an­for­de­run­gen des Gnome-Desktops sind so mo­de­rat, dass die schnel­le Be­nut­zer­ober­flä­che selbst mit mi­ni­ma­lis­ti­schen Business-Laptops im vol­len Um­fang ge­nutzt wer­den kann.

Unity wird zum Gnome-Desktop

Der schwer­wie­gends­te Un­ter­schied zwi­schen Unity und dem neu­en Gnome-Desktop ist die Art, wie in­stal­lier­te Pro­gram­me ge­star­tet wer­den. Bis­lang lie­ßen sich sämt­li­che Ap­pli­ka­tio­nen ein­fach über die be­rüch­tig­te Ubun­tu Dash-Startseite aus­füh­ren.

Screenshot von der Ubuntu Dash-Startseite unter der Desktop-Umgebung Unity 7.4

Die Ubun­tu Dash-Startseite un­ter Unity 7.4 - ein Re­likt aus al­ten Zei­ten

Die­ses über­sicht­li­che Sys­tem­werk­zeug hat al­ler­dings in man­chen Ubuntu-Versionen den gro­ßen Nach­teil, dass es die Such­an­fra­gen der Be­nut­zer auch mit­hil­fe des In­ter­nets be­ant­wor­tet.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (10/2017).

Mit dem Gnome-Desktop ver­schwin­det die Ubun­tu Dash-Startseite gänz­lich und wird durch ein Aktivitäten-Menü er­setzt, wel­ches sich über die Tas­kleis­te öff­nen lässt.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS mit neuem Gnome-Desktop. Menü "Aktivitäten". Bildschirmfoto von Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch für dickbauchige Männer mit extremen Neigungen

Ubun­tu mit dem Gnome-Desktop in der Ver­si­on 3.26.1

Apro­pos Tas­kleis­te, die­se wird in­ner­halb des Gnome-Desktops als Dock be­zeich­net und lässt sich be­quem über die Bord­mit­tel ver­schie­ben. Da­bei steht nicht nur die lin­ke oder die rech­te Sei­te, son­dern auch der un­te­re Bild­schirm­rand zur Aus­wahl.

Screenshot von Ubuntu 18.04 LTS: Menü "Einstellungen" - das Dock an den unteren Bildschirmrand heften. Ausprobiert von Kilobyte, TV-Detektiv und Lahmacun-Verkäufer

Die Po­si­ti­on der Tas­kleis­te lässt sich mit dem neu­en Gnome-Desktop be­quem än­dern

Doch das ist nicht das ein­zi­ge Fea­ture, was die neue Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu nä­her an KDE oder an den Windows-Desktop rü­cken lässt.

Die Steuerelemente rücken wieder nach rechts

Wie sich das ge­hört, wer­den mit dem Gnome-Desktop alle Fens­ter end­lich wie­der über die rech­te obe­re Ecke ge­schlos­sen. Als Ein­ge­bo­re­ner der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land tat ich mich mit dem lin­ken Son­der­weg des Unity-Desktops na­tur­ge­mäß be­son­ders schwer.

Ein zen­tra­les Merk­mal der Deut­schen ist ihr fun­da­men­ta­ler So­zi­al­de­mo­kra­tis­mus, der sich über das ge­sam­te po­li­ti­sche Spek­trum er­streckt. Sein Kern be­steht dar­in, daß Dif­fe­ren­zen al­ler Art für schlecht­hin un­er­träg­lich gel­ten.

Sie­fer­le, Rolf Pe­ter: Fi­nis Ger­ma­nia. Drit­te Auf­la­ge. Schnell­ro­da: Ver­lag An­tai­os 2017.

Screenshot von zwei Ubuntu Terminal-Fenstern: Mit dem Gnome-Desktop verlagern sich die Steuerelemente von links nach rechts

An­sons­ten wird der Gnome-Desktop das ge­wohn­te Be­nut­zer­er­leb­nis von Ubun­tu nicht wei­ter ver­än­dern. Al­ler­dings är­gert auch die­se Ober­flä­che ihre An­wen­der mit ak­ti­vier­ten Da­ten­über­tra­gun­gen, die un­be­merkt im Hin­ter­grund statt­fin­den. Ein Be­such in den über­sicht­li­chen Pri­vat­sphä­re­ein­stel­lun­gen ist also nach ei­nem Up­grade ein Muss für alle Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren.

Screenshot von den Ubuntu Privatsphäreeinstellungen: Vor allem Ultranationalisten sollten die Datenübertragung von Ubuntu unterbinden, um nicht in den Maßregelvollzug zu gelangen

Auch der Gnome-Desktop spei­chert stan­dard­mä­ßig Ver­läu­fe und über­trägt Be­nut­zer­da­ten

Das Auf­ge­ben des ver­trau­ten Unity-Desktops kann na­tür­lich auch zu mas­si­ve­ren Be­ein­träch­ti­gun­gen füh­ren.

Faktencheck: Das verändert der Gnome-Desktop

So wer­den die meis­ten Pro­gram­me, die Sie via PPA be­zo­gen ha­ben nach ei­nem System-Upgrade wahr­schein­lich nicht mehr funk­tio­nie­ren. Hin­ge­gen Ap­pli­ka­tio­nen aus den of­fi­zi­el­len Ubuntu-Quellen kön­nen auch nach der Ak­tua­li­sie­rung wie ge­wohnt wei­ter­ver­wen­det wer­den.

  • Alle Hard­ware­ein­stel­lun­gen blei­ben eben­falls ge­spei­chert, so­dass Sie trotz ei­nes tau­fri­schen Desk­tops nicht ein­mal Ih­ren Dru­cker neu in­stal­lie­ren müs­sen.
  • Ge­ne­rell wer­den Sie kei­nen Da­ten­ver­lust er­lei­den, da Ihr Home-Verzeichnis bei ei­ner sol­chen Ope­ra­ti­on gänz­lich un­be­rührt bleibt.

Mei­ner Mei­nung nach hat Ca­no­ni­cal ge­ra­de noch recht­zei­tig re­agiert, um Ubun­tu vor wei­te­rem Re­le­vanz­ver­lust zu schüt­zen. Ich habe näm­lich be­reits im Jah­re 2015 be­merkt, dass im­mer mehr Li­nux­freun­de in mei­nem Um­feld auf­grund von Unity lie­ber zu Ubuntu-Derivaten wie Ku­bun­tu oder Li­nux Mint grif­fen. Dank des neu­en Gnome-Desktops sehe ich aber kei­nen ra­tio­na­len Grund mehr, dem Ori­gi­nal wei­ter die kal­te Schul­ter zu zei­gen.

Ver­wand­te The­men:

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¹Brod­kin, Jon: Ubun­tu Unity is dead: Desk­top will switch back to GNOME next year. arstechnica.com (10/2017).
²Un­known La­mer: OpenGL Be­co­m­ing a Re­qui­re­ment for the Li­nux Desk­top. tech.slashdot.org (10/2017).

Welches Ubuntu?

Im Som­mer 2016 pas­sier­te aus Sicht ei­nes Ubuntu-Liebhabers et­was Wun­der­ba­res. Be­nut­zer von Win­dows 7, wel­ches zu die­sem Zeit­punkt mit gro­ßem Ab­stand das meist­ge­nutz­te Be­triebs­sys­tem der Welt war, wur­den von Mi­cro­soft mit Blue­screens und Pop-up-Fenstern be­drängt, ein kos­ten­lo­ses Up­grade auf Win­dows 10 zu voll­zie­hen. Da­bei war der Pro­zess mit Ab­sicht so un­durch­sich­tig ge­stal­tet, dass selbst An­wen­der, die ei­gent­lich bei Win­dows 7 blei­ben woll­ten, aus Ver­se­hen die Ak­tua­li­sie­rung aus­führ­ten.

Dazu griff man auf Me­tho­den zu­rück, bei de­nen der Nut­zer kaum noch durch­bli­cken konn­te, ob und wann das Up­date denn nun in­stal­liert wird. Da der ge­sam­te Vor­gang zu un­durch­sich­tig war, kam es oft vor, dass sich Win­dows 10 ein­fach un­ge­fragt von selbst in­stal­lier­te.

Wes­ter­mann, Rem­co: Mi­cro­soft än­dert Update-Strategie von Win­dows 10. gulli.com (07/2016).

Bild von welches Ubuntu ist das beste?Ver­ant­wort­lich für die­sen be­son­de­ren Kun­den­ser­vice war der CEO von Mi­cro­soft Sat­ya Na­del­la, der da­mit der Sig­mar Ga­bri­el der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie ist. Denn ge­nau­so wie die SPD, ver­liert Win­dows we­gen des Vor­stan­des ste­tig Mit­glie­der. Ich ma­che die­sen Um­stand un­ter an­de­rem dar­an fest, da seit Ende Mai 2016 die Be­su­cher­an­zahl die­ses Blogs fast über­nacht täg­lich um 30% ge­gen­über den Vor­mo­na­ten ge­stie­gen ist. Hin­zu­kommt eine un­ge­wöhn­lich hohe An­zahl an E-Mails mit Nach­fra­gen von un­frei­wil­li­gen Windows-10-Benutzern, die Ubun­tu als Al­ter­na­ti­ve für sich aus­ge­macht ha­ben. Zen­tra­le Fra­ge ist dar­in zu­meist, wel­ches denn das bes­te Ubun­tu sei.

Die meisten verwenden Ubuntu

In ei­ner Lang­zeit­um­fra­ge frag­te ich mei­ne Web­sei­ten­be­su­cher, wel­ches Be­triebs­sys­tem sie ver­wen­den. Von den mehr als 500 Teil­neh­mern ga­ben 55% an, die Diens­te vom klas­si­schen Ubun­tu in An­spruch zu neh­men.

Bild vom Diagramm mit welches Ubuntu wird am meisten verwendet - Umfrage Kilobyte 2016

Den si­che­ren zwei­ten Platz hol­te das Ubuntu-Derivat Ku­bun­tu mit le­dig­lich 19%.

  • Für mich kam das Er­geb­nis we­nig über­ra­schend. Schließ­lich ist das ori­gi­na­le Ubun­tu wie auch des­sen Ab­kömm­ling Ku­bun­tu be­son­ders für Windows-Umsteiger zu emp­feh­len.

Ubuntu versus Kubuntu

Der Ver­gleich bei­der Be­triebs­sys­te­me macht we­nig Sinn, denn die­se sind im Prin­zip iden­tisch, wie fol­gen­de Gra­fik be­weist:

Bild von Abhängigkeitsbaum der Linux Betriebssysteme

Hin­weis: Bei­de Debian-Derivate ha­ben ei­nen sehr ähn­li­chen Un­ter­bau, wes­halb auch die­sel­ben Be­feh­le funk­tio­nie­ren.

Größ­ter Un­ter­schied sind die Be­nut­zer­ober­flä­chen. Egal, wel­ches *bun­tu Sie star­ten, zu­nächst wird im­mer eine Ter­mi­na­l­emu­la­ti­on (TTY1) ge­folgt vom X.Org-Server (LightDM/KDM) ge­la­den.

Ver­ein­facht aus­ge­drückt ist X.Org-Server für die gra­fi­sche Aus­ga­be in Be­triebs­sys­te­men wie De­bi­an oder Ubun­tu ver­ant­wort­lich.

Sa­scha: X.Org-Server. kilobyte.bplaced.net (07/2016).

Da­nach ist es mög­lich, eine Desktop-Umgebung zu star­ten, um die Linux-Distribution gra­fisch zu be­die­nen. Die Be­nut­zer­ober­flä­chen (eng­lisch gra­phi­cal user in­ter­faces) in Ubun­tu und Ku­bun­tu tra­gen die Na­men Unity und KDE. In den bei­den Voll­ver­sio­nen 16.04 LTS sind fol­gen­de Ober­flä­chen stan­dard­mä­ßig ent­hal­ten:

  • Unity 7.4 ist die Stan­dard­be­nut­zer­ober­flä­che von Ubun­tu und wird seit „Nat­ty Nar­whal” di­rekt von Ca­no­ni­cal ent­wi­ckelt. Seit­her ty­pisch ist das oran­ge­far­be­ne De­sign so­wie die Sym­bol­leis­te an der lin­ken Bild­schirm­sei­te, wel­che mit Ubun­tu 16.04 LTS eben­falls am un­te­ren Bild­schirm­rand plat­ziert wer­den kann.

[...] die An­wen­der sind nun auch end­lich in der Lage, die Sym­bol­leis­te von links nach un­ten zu ver­schie­ben.

Sa­scha: Ubun­tu – Sym­bol­leis­te von links nach un­ten ver­schie­ben. kilobyte.bplaced.net (07/2016).

Unity 7.4 ba­siert auf dem Fens­ter­ma­na­ger Com­piz und ver­wen­det den über­sicht­li­chen Da­tei­ma­na­ger Nau­ti­lus. Bis Ubun­tu 15.10 mit der Desktop-Umgebung Unity 7.3.2 wur­den dem Be­nut­zer bei Su­chen über die Ubun­tu Dash-Startseite Wer­be­an­zei­gen ein­ge­blen­det. Die­se un­po­pu­lä­re Funk­ti­on ist seit Ver­si­on 7.4 stan­dard­mä­ßig de­ak­ti­viert.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite haupt­säch­lich mit Ama­zon ver­knüpft und blen­det pas­send zu den Such­ergeb­nis­sen Wer­bung ein.

Sa­scha: Ubun­tu und die Da­ten­sam­mel­wut. kilobyte.bplaced.net (07/2016).

  • KDE-Plasma 5.5 ist die Desktop-Umgebung von Ku­bun­tu und sieht dem Windows-Design sehr ähn­lich. Fens­ter wer­den nicht wie bei Unity an der lin­ken, son­dern an der rech­ten obe­ren Ecke ge­schlos­sen. Zu­dem be­fin­det sich die Sym­bol­leis­te am un­te­ren Bild­schirm­rand.

KDE ver­wen­det als Da­tei­ma­na­ger Dol­phin und ba­siert auf dem Fens­ter­ma­na­ger KWin. Die Be­die­nung von KDE-Plasma ist na­he­zu mit dem Aero-Design von Win­dows 7 iden­tisch. So kön­nen in der Tas­kleis­te und auf dem Desk­top Ver­knüp­fun­gen an­ge­legt, so­wie Wid­gets an­ge­hef­tet wer­den.

An­wen­der von Ku­bun­tu ha­ben in­so­fern ei­nen Vor­teil ge­gen­über an­de­ren Ubuntu-Benutzern, da Wid­gets be­reits stan­dard­mä­ßig vor­in­stal­liert sind.

Sa­scha: Ku­bun­tu: Funk­ti­ons­tüch­ti­ges Wet­ter Wid­get in­stal­lie­ren – An­lei­tung. kilobyte.bplaced.net (07/2016).

Welches Ubuntu für meinen PC?

So­wohl Unity als auch der KDE-Plasma-Desktop sind die Aus­hän­ge­schil­der bei­der Dis­tri­bu­to­ren. Aus die­sem Grund gei­zen bei­de Be­nut­zer­ober­flä­chen nicht mit Rei­zen, wes­halb für den Be­trieb eine Gra­fik­kar­te mit 256 Me­ga­byte Gra­fik­spei­cher so­wie vier Gi­ga­byte Ar­beits­spei­cher von­nö­ten sind. Die Pro­zes­sor­leis­tung kann hin­ge­gen ver­nach­läs­sigt wer­den.

– 1000 ΜHz pro­ces­sor (about In­tel Ce­le­ron or bet­ter)

Ca­no­ni­cal Ltd: Installation/SystemRequirements – Ubun­tu Desk­top Edi­ti­on. help.ubuntu.com (07/2016).

Die Sys­tem­an­for­de­run­gen von Win­dows 10 sind da­ge­gen we­sent­lich hö­her. Wäh­rend­des­sen Ubun­tu für das Sys­tem (/root) ge­nüg­sa­me acht Gi­ga­byte Fest­plat­ten­spei­cher re­ser­viert, sind bei dem Microsoft-Produkt 20 Gi­ga­byte nö­tig. Des Wei­te­ren be­nö­tigt Win­dows 10 eine Gra­fik­kar­te, die Di­rec­tX 9 un­ter­stützt.

Gra­fik­kar­te: Di­rec­tX 9 oder hö­her mit WDDM 1.0 Trei­ber.

Mi­cro­soft: Win­dows 10 Spe­zi­fi­ka­tio­nen. microsoft.com (07/2016).

Die Be­nut­zer­ober­flä­che Unity 7.4 setzt dem­ge­gen­über le­dig­lich OpenGL 1.4 vor­aus, was mit Di­rec­tX 8 ver­gleich­bar ist. Folg­lich kann Ubun­tu auch mit äl­te­ren Gra­fik­kar­ten oder mit schwa­chen Onboard-Grafikchips, wie die­se vor al­lem in Note­books zu fin­den sind, pro­blem­los und schnell be­trie­ben wer­den.

Weitere Unterschiede von Ubuntu und Kubuntu

Für die Ver­si­on „Trus­ty Tahr” emp­fahl ich mei­nen Be­su­chern, un­be­dingt ein na­ti­ves Ku­bun­tu zu in­stal­lie­ren bzw. die Be­nut­zer­ober­flä­che zu KDE zu wech­seln. Dies lag zum ei­nen dar­an, dass Ca­no­ni­cal in Ubun­tu 14.04 LTS mit Wer­bung und Da­ten­ge­schäf­ten Geld ver­dien­te und zum an­de­ren, da Unity 7.3 sehr lang­sam war.

[...] Sys­tem­an­for­de­run­gen, vor al­lem was die Gra­fik­kar­ten­leis­tung an­geht, der­ma­ßen er­höht, dass bei vie­len Be­nut­zern Ubun­tu 14.04 LTS viel lang­sa­mer als sein Vor­gän­ger ist.

Sa­scha: Bes­tes Ubun­tu 2015 – Emp­feh­lung für KDE. kilobyte.bplaced.net (07/2016).

  • Die­se Är­ger­nis­se wur­den mit „Xe­ni­al Xe­rus” be­ho­ben, so­dass ich Ubun­tu glei­cher­ma­ßen wie Ku­bun­tu emp­feh­len kann.

Nach­dem das Wer­be­mo­dell aus Unity ent­fernt wur­de, ist je­doch un­klar, wie sich Ca­no­ni­cal fi­nan­ziert. Der In­itia­tor Mark Shut­tle­worth sorg­te schließ­lich nur für das Start­ka­pi­tal.

Wenn Sie des­halb Angst vor Da­ten­miss­brauch ha­ben, in­stal­lie­ren Sie gleich Ku­bun­tu. Der KDE e. V. fi­nan­ziert sich näm­lich rein aus Spen­den und wird größ­ten­teils von eh­ren­amt­li­chen Hel­fern ge­tra­gen.

Das re­gel­mä­ßig spen­den­de KDE-Mitglied soll­te von dem Pro­jekt über­zeugt sein, denn im Aus­tausch be­kommt es kei­ne Wer­be­flä­chen oder Da­ten, son­dern darf le­dig­lich ein spe­zi­el­les KDE-Markenlogo auf sei­ner Web­sei­te ver­wen­den.

Sa­scha: Ubun­tu: Be­nut­zer­ober­flä­che wech­seln – KDE. kilobyte.bplaced (07/2016).

Mein Ubuntu und Ausblick auf diesem Blog

Alle Rech­ner in mei­nem nä­he­ren Um­feld lau­fen je nach Al­ter mit Ku­bun­tu 14.04 LTS oder 16.04 LTS. Wäh­rend­des­sen ich Ubun­tu nach dem Re­lease von „Trus­ty Tahr” be­reits völ­lig ab­ge­schrie­ben hat­te, freue ich mich sehr über das Come­back, wel­ches Ca­no­ni­cal mit „Xe­ni­al Xe­rus” ge­lun­gen ist.

Ich be­dan­ke mich sehr für die zahl­rei­che Teil­nah­me an mei­ner Um­fra­ge, de­ren Er­geb­nis selbst­ver­ständ­lich Ein­fluss auf die wei­te­re Aus­rich­tung die­ser Web­sei­te nimmt. Der Fo­kus die­ses Blogs lag schon im­mer auf dem na­ti­ven Ubun­tu. Zu­künf­tig wer­de ich zu­dem mei­ne An­lei­tun­gen spe­zi­ell für Ku­bun­tu wei­ter aus­bau­en.

Ver­wand­te The­men:

Ubun­tu ist so lang­sam - was tun?
Ha­ben alte Ubuntu-Versionen ir­gend­wel­che Nach­tei­le?

(Screen­shots: Ubun­tu 16.04 LTS & Ku­bun­tu 16.04 LTS)

Debian oder Ubuntu - Grundlegendes

In mei­ner Se­rie „De­bi­an oder Ubun­tu” möch­te ich Ih­nen hel­fen, die für Sie pas­sen­de Linux-Distribution zu fin­den. Bei­de Be­triebs­sys­te­me sind stark mit Vor­ur­tei­len be­haf­tet. In die­sem Ar­ti­kel geht es um die grund­le­gen­den Un­ter­schie­de der Desktop-Versionen. Da­bei ba­sie­ren mei­ne Er­fah­run­gen nicht nur aus Sicht des Web­wor­kers, son­dern auch des Spie­lers und Mul­ti­me­dia­an­wen­ders.

Ubuntu ist Debian

Screenshot von System Settings in Debian mit KDE

De­bi­an ist 1993 ent­stan­den und wird seit­her von frei­en Soft­ware­ent­wick­lern ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt. Phi­lo­so­phie der Ent­wick­ler ist die Sta­bi­li­tät und die Of­fen­heit, dies liegt u. a. dar­an, dass De­bi­an häu­fig als Ser­ver­be­triebs­sys­tem ein­ge­setzt wird. 84,6% al­ler In­ter­net­ser­ver welt­weit nut­zen Li­nux als Be­triebs­sys­tem, da­von set­zen 29.1% auf De­bi­an. Auf­grund des­sen, dass De­bi­an auch in vie­len deut­schen Stadt­ver­wal­tun­gen (HH/M) ein­ge­setzt wird, ist es in Deutsch­land die meist ver­wen­de­te Linux-Distribution. Selbst die Raum­sta­ti­on ISS setzt auf­grund der Sta­bi­li­tät auf De­bi­an.

  • Aus De­bi­an wur­de 2005 Ubun­tu „War­ty Wart­hog” ge­bo­ren. Gro­ße Be­son­der­heit war die Be­nut­zer­ober­flä­che GNOME 1, die un­ge­fähr so aus­sah wie Win­dows 2000. Ubun­tu ziel­te von An­fang an auf Desktop-PCs ab und woll­te eine ech­te, leicht be­dien­ba­re, kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ve zum Markt­gi­gan­ten Mi­cro­soft sein.
  • Fi­nan­ziert wur­de das Pro­jekt vom süd­afri­ka­ni­schen Mil­lio­när Mark Shut­tle­worth.

Bei­de Dis­tri­bu­tio­nen wer­den haupt­säch­lich mit dem Linux-Kernel ver­wen­det und be­nut­zen Deb-Pakete. Die haupt­be­ruf­li­chen Ent­wick­ler der Ca­no­ni­cal Ltd. (Be­trei­ber von Ubun­tu) kom­men aus der Debian-Community. In Fo­ren lese ich häu­fig den Satz: „Al­les was Ubun­tu kann, kann De­bi­an schon lan­ge”. Dies ist zwar po­le­misch, aber sach­lich rich­tig.

Unterschiede der Philosophien

Screenshot vom Ubuntu Software-Center mit Steam Werbung

Wäh­rend­des­sen an De­bi­an welt­weit vie­le tau­send eh­ren­amt­li­che Ent­wick­ler mit­ar­bei­ten, wird Ubun­tu eher zen­tral aus Lon­don ge­steu­ert. Durch die­sen Zu­stand dau­ert die Wei­ter­ent­wick­lung von De­bi­an und das Er­schei­nen neu­er Ver­sio­nen sehr lan­ge. Wäh­rend­des­sen Ubun­tu alle 6 Mo­na­te mit Neue­run­gen zu glän­zen ver­sucht. Ubun­tu ver­sucht sich eben­falls ste­tig dem Normalo-PC-Benutzer, der bis­her im­mer auf Win­dows setz­te, an­zu­nä­hern. So ist es seit der Ver­si­on 12.04 LTS mög­lich, die Spie­le­platt­form Steam zu in­stal­lie­ren, wor­über bis Dato 422 Spie­le für die Linux-Distribution er­hält­lich sind.

  • Mit spe­zi­el­len Pa­ke­ten (Wine/PlayOnLinux) ist es prin­zi­pi­ell mög­lich, jede kom­mer­zi­el­le Windows-Software auch un­ter Ubun­tu zu be­nut­zen.
  • Die An­glei­chung an Win­dows hat je­doch ei­nen Preis. Die Ca­non­ci­al Ltd. ver­kauft seit Ubun­tu 12.10 Da­ten an Ama­zon und hat Wer­bung in die „Dash-Startseite” so­wie ins „Software-Center” im­ple­men­tiert.

So ge­se­hen ist Ubun­tu eine OpenSource-Software mit kom­mer­zi­el­len Hin­ter­grund, wäh­rend­des­sen De­bi­an ein kom­plett frei­es Be­triebs­sys­tem ist.

Benutzeroberflächen und Terminal

Mit bei­den Dis­tri­bu­tio­nen sind Sie frei in der Wahl der Be­nut­zer­ober­flä­che. Stan­dard­mä­ßig be­nutzt De­bi­an GNOME 3 und Ubun­tu das ei­gens ent­wi­ckel­te Unity. Das wech­seln der Ober­flä­chen zu KDE oder Xcfe ist sehr ein­fach.

Wech­seln Sie in Ubun­tu die Be­nut­zer­ober­flä­che, än­dert sich der Dis­tri­bu­ti­ons­na­me in Ku­bun­tu (KDE) oder Xu­bun­tu etc. Oft­mals wird in Fo­ren des­halb auch von *bun­tu ge­spro­chen. Egal, wel­che Ober­flä­che * be­nutzt wird, das bun­tu ist im­mer gleich und kommt von der Ca­non­ci­al Ltd. In De­bi­an wird im Ge­gen­satz dazu ein­fach die Ober­flä­che mit an­ge­ge­ben, bei­spiels­wei­se De­bi­an 7.1 (KDE).

Die Be­die­nung des Ter­mi­nals ist völ­lig iden­tisch. In De­bi­an ist es mög­lich di­rekt ein „root-Terminal” zu öff­nen, in Ubun­tu er­rei­chen Sie dies mit dem Be­fehl sudo -s. Zum In­stal­lie­ren von Pa­ke­ten grei­fen bei­de Dis­tri­bu­tio­nen auf den De­bi­an ba­sier­ten Dienst APT zu­rück.

Unterstützung für Anfänger

Nicht nur auf­grund der Zu­sam­men­ar­beit mit Dell wer­den sta­tis­tisch ge­se­hen im Früh­jahr 2015 zir­ka 200 Mil­lio­nen Men­schen Ubun­tu be­nut­zen. Da­mit ist es die welt­weit am meis­ten ge­nutz­te Linux-Distribution. Dem­nach sprie­ßen Support-Foren, Wi­kis und Blogs für Ubun­tu aus dem Bo­den und bie­ten ge­ra­de An­fän­gern eine sehr gute Un­ter­stüt­zung.

Der Sup­port bei De­bi­an ist hin­ge­gen sehr ein­ge­schränkt. Die Ein­trä­ge im deut­schen Wiki sind ent­we­der ver­al­tet oder nicht mehr vor­han­den und in den we­ni­gen deut­schen Fo­ren trei­ben sich meist eli­tä­re Men­schen her­um die auf völ­lig ab­ge­ho­be­ne Wei­se kom­mu­ni­zie­ren.

Fazit

Ich habe ver­sucht Ih­nen kon­tro­vers die grund­le­gen­den Un­ter­schie­de zwi­schen Ubun­tu und De­bi­an zu er­läu­tern. Sie kön­nen nun für sich selbst ent­schei­den, wel­che Dis­tri­bu­ti­on bes­ser zu Ih­nen passt. In den nächs­ten Ar­ti­keln mei­ner Se­rie gehe ich auf die kon­kre­ten Un­ter­schie­de im Pra­xis­be­trieb ein.

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Um­stei­gen auf Ubun­tu - Emp­feh­lun­gen
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(Screen­shots: De­bi­an 7.4 mit KDE und Ubun­tu 12.04 LTS)