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Anleitungen vom Webworker

Synaptic

Mit Synaptic kann jeder Benutzer einer Linux-Distribution die verschiedensten Programme ohne die Eingabe von Befehlen installieren. Gleichwohl ist es mit der smarten Applikation spielend leicht möglich, Linux-Software wieder vom System zu entfernen. Gerade dieser Punkt fällt vor allem Windows-Umsteigern besonders schwer. Demzufolge ist Synaptic ein Paketmanager mit grafischer Benutzeroberfläche, der auf keinem System fehlen sollte.

Bild von SynapticIm Vergleich zum Ubuntu Software-Center hat Synaptic den Vorteil, dass sich darüber auch einzelne, systemrelevante Pakete installieren lassen. Dazu zählen unter anderem Kernel, Benutzeroberflächen und Videocodecs. Aufgrund dessen, dass die Deinstallation von Softwarepaketen in Linux-Distributionen nicht so einfach ist, nutzen selbst fortgeschrittene Anwender Synaptic, um ihren Systemdatenträger stets sauber zu halten.

Damit Sie die Funktionsweise von Synaptic besser verstehen, zeige ich Ihnen nun, wie ich damit arbeite. Dazu erfahren Sie zum einen, wie ich ein Programm mit Synaptic rückstandslos lösche, welches ich über eine PPA installiert habe.

Screenshot von Synaptic unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Synaptic 0.83 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Zum anderen sehen Sie, wie einfach sich Programme mithilfe des simplen Paketmanagers installieren lassen.

Arbeiten mit Synaptic – so geht’s

Bevor Sie Synaptic öffnen können, müssen Sie die Applikation zunächst installieren. Öffnen Sie dafür ein Terminal-Fenster und geben Sie folgenden Befehl ein:

sudo apt-get install synaptic

Hinweis: Sie benötigen immer Ihr Administratorpasswort, um in Synaptic arbeiten zu können.

Zunächst soll es darum gehen, wie Sie installierte Pakete mithilfe von Synaptic wieder loswerden. Um das Ganze schwerer zu machen, möchte ich eine Software deinstallieren, die ich von einer PPA mithilfe von Befehlsketten bezogen habe.

Screenshot von Tea Time für Ubuntu in Synaptic

Als Kaffeetrinker ist die Applikation Tea Time für mich wenig relevant. Aus diesem Grund öffne ich Synaptic und tippe darauffolgend den Softwarenamen in das Suchfenster ein. Tipp: Sämtliche auf dem System installierten Programme werden vom Paketmanager mit einem grünen Kästchen hervorgehoben.

Screenshot von der Deinstallation eines Pakets mit Synaptic

Als Nächstes markiere ich den Eintrag für Tea Time mit einem Linksklick und drücke die Entfernentaste. Daraufhin ändert sich die Farbe des Kästchens. Gleich danach bestätige ich meinen Löschwunsch, indem ich die Schaltfläche „Anwenden“ anklicke.

Screenshot von Synaptic Zusammenfassung

Im Anschluss öffnet sich ein Zusammenfassungsfenster. Darin führt Synaptic unter anderem auf, wie viel Speicherplatz durch den Löschvorgang frei wird. Zu guter Letzt starte ich die Operation über die Schaltfläche „Apply“ und warte kurz, bis die Deinstallation abgeschlossen ist.

Synaptic löscht keine Softwarequellen

Nun habe ich zwar die Daten für Tea Time von meiner Festplatte entfernt, die dazugehörige Softwarequelle wird jedoch weiterhin von meinem Aktualisierungsmanager abgefragt.

sudo add-apt-repository -r ppa:teatime/ppa

Ich muss die PPA demzufolge noch mit diesem Terminal-Befehl löschen. Zu meinem Glück haben diese Löschbefehle stets die gleiche Syntax.

Wie Sie sehen, wurde der Befehl, um die PPA zum System hinzuzufügen einfach mit dem Parameter -r ergänzt.

Sascha: Ubuntu: Programme rückstandslos löschen – in drei Schritten. kilobyte.bplaced.net (02/2016).

Programme mit Synaptic installieren – Anleitung

Als jemand der gerne unter Ubuntu spielt, möchte ich nun das Strategiespiel 0 A.D. installieren. Aufgrund dessen, dass dieser Klassiker in den offiziellen Quellen enthalten ist, muss ich meinem System keine PPA hinzufügen, sondern kann Synaptic gleich öffnen.

Screenshot vom Installieren von 0 A.D. über Synaptic

Ich navigiere wieder in das Suchfenster und gebe die Ziffer 0 ein, denn ich bin mir wegen der Schreibweise unsicher. Daraufhin zeigt Synaptic einige Pakete an, welche eine 0 im Namen tragen.

  • Um mir die Orientierung zu erleichtern, ist jeder Eintrag im Paketmanager ausführlich beschrieben. Hinter 0 A.D. steht „Echtzeit-Strategiespiel über antike Kriegsführung“.

Ich klicke das passende Paket mit der rechten Maustaste an und wähle „Zum Installieren vormerken“ aus.

Screenshot von 0 A.D. in Synaptic - benötigte Pakete für die Installation

Plötzlich werden mehrere Einträge grün dargestellt. Synaptic weiß also, dass mein System zum Starten des Spiels noch viele weitere Pakete benötigt, und will diese gleich mitinstallieren.

  • Hinweis: Diese Installationsroutine ist besonders wertvoll, wenn Sie Benutzeroberflächen, Grafikkartentreiber und dergleichen installieren möchten. Denn nicht einmal Linux-Profis wissen immer, welche Pakete voneinander abhängen.

Im nächsten Schritt klicke ich auf die Schaltfläche „Anwenden“ und warte das Zusammenfassungsfenster ab. Darin steht, wie viel Speicherplatz die Installation belegen würde. Zu guter Letzt bestätige ich mit „Apply“, daraufhin werden alle nötigen Pakete automatisch heruntergeladen und installiert.

Fazit: Die Vorteile von Synaptic im Überblick

Das Softwaremanagement über Synaptic bringt Anwendern von Linux-Distributionen folgende Vorteile:

  1. Es stehen nicht nur Vollversionen, sondern auch Plug-ins, Treiber, Codecs und sonstige Systempakete bereit.
  2. Sie sehen nur Software, die mit der Version Ihrer Linux-Distribution kompatibel ist.
  3. Synaptic löscht auch Daten, die manuell via DEB-Datei oder PPA installiert wurden rückstandslos von Ihrem System.
  4. Falls zum Ausführen der gewünschten Software weitere Pakete vonnöten sind, werden diese von Synaptic automatisch mitinstalliert.
  5. Volle Administration über eine grafische Benutzeroberfläche in deutscher Sprache möglich.

Synaptic ist für mich eines der wichtigsten Programme, welches auf keinem meiner Linux-Systeme fehlen darf. Gerade Windows-Umsteiger sollten direkt den Umgang mit Synaptic lernen, um sofort einen besseren Einblick in die Funktionsweise von Linux zu bekommen.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Ralf sagt:

    Wahrscheinlich die beste Anleitung im Netz zu dem Thema, danke. Ein Kollege riet mir zu Synaptic, da ich erst seit diesem Jahr mit Ubuntu arbeite und noch ziemlich unbeholfen bin. Sehr Anschaulich erklärt, damit kann ich was anfangen.

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