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Anleitungen vom Webworker

Ruhezustand

In Linux-Distributionen wie Debian oder Ubuntu gibt es mindestens eine Möglichkeit seinen Rechner in den Ruhezustand zu versetzen. Der Sinn hinter diesem Zustand ist zum einen das Energiesparen und zum anderen die Zeitersparnis. Obwohl seit spätestens 2007 der Ruhezustand fest zu den Bordmitteln von Debian und Co. gehört, wissen immer noch wenige Benutzer diesen Modus zu verwenden. Deshalb erfahren Sie in diesem Artikel, welche Unterschiede es zwischen den Modi gibt, wie der Ruhezustand korrekt funktioniert und für was genau er überhaupt gebraucht wird.

Ruhezustand, Stand-by oder Schlafmodus?

Bild von Ubuntu RuhezustandAlleine zwischen den Begrifflichkeiten der einzelnen Linux-Distributionen herrscht aufgrund fehlerhafter Übersetzung Verwechselungsgefahr. Dieser Artikel bezieht sich deshalb nur auf diese Betriebssysteme. Würde ich Windows noch mit hinzunehmen, wäre das Definitionschaos nämlich wesentlich größer. In der Regel wird in den Debian-Derivaten zwischen zwei Modi unterschieden.

  • Bereitschaft/Ruhezustand/S3 (englisch Suspend to RAM).
  • Schlafmodus/S4 (englisch Hibernation).

Der Schlafmodus ist in den meisten aktuellen Linux-Distributionen standardmäßig deaktiviert und kann somit nicht ausgewählt werden.

Wichtig: Beim sogenannten S4-Modus werden alle Daten, die sich im Arbeitsspeicher befinden in die SWAP-Partition der Festplatte geladen. Im Anschluss wird der Computer heruntergefahren. Beim Neustart werden die Daten aus der SWAP-Partition wieder in den Arbeitsspeicher geladen und das System in den Ausgangszustand versetzt.

Bei diesem Vorgang kam es häufig zu Problemen. Oftmals lag es einfach daran, dass bei den Benutzern die SWAP-Partition zu klein oder überhaupt nicht vorhanden war.

[…] you need at least this many as your ram – since your ram is temporaroly placed in the swap during hibernation – if your swap is less than your ram, you can’t.

phantomjoker: Hibernating Doesn’t Work. ubuntuforums.org (08/2015).

Deshalb wird standardmäßig ausschließlich der Bereitschaftsmodus auf den grafischen Benutzeroberflächen zur Verfügung gestellt. Aktivieren Sie diesen Zustand, bleiben die Daten im Arbeitsspeicher, deshalb wird dieser Modus im Englischen auch „Suspend to RAM“ genannt. Ihr Computer fährt herunter, jedoch wird eine minimale Stromversorgung zum Arbeitsspeicher aufrechterhalten, sodass die Daten darin gespeichert bleiben können.

Voraussetzungen für den Ruhezustand

Zwischenzeitlich sollte so ziemlich jede Hardwarekonfiguration mit dem S3-Modus kompatibel sein.

Screenshot von ACPI Suspend Type S3

Es kann jedoch sein, dass dieser erst über Ihr Mainboard aktiviert werden muss.

  • Dazu wechseln Sie in das BIOS/UEFI Ihres Mainboards und suchen den Menüpunkt „ACPI Settings“ oder „Power Settings“. Darin finden Sie die Option „ACPI Suspend Type“ oder einfach nur „Suspend to RAM“. Achten Sie darauf, dass diese Option aktiviert, bzw. S3 ausgewählt ist.

Was bringt der Ruhemodus an meinem PC?

Stellen Sie sich vor, Sie sind Redakteur und recherchieren gerade, wie der Fall Muammar al-Gaddafi mit der europäischen Flüchtlingskrise zusammenhängt. Dazu haben Sie zehn Tabs in Ihrem Mozilla Firefox geöffnet. Darin befinden sich Webseiten zu dem Thema aus unterschiedlichen Ländern, die Sie sich mühevoll zusammengesucht haben. Außerdem haben Sie die Bildbearbeitungssoftware GIMP mit noch zu bearbeitenden Artikelbildern sowie Ihr CMS geöffnet, in dem Ihr Artikel bereits zur Hälfte fertiggestellt ist. Nicht zu vergessen Ihr Online-Radio, welches gerade über den VLC Player abgespielt wird.

  • Plötzlich ruft Ihr Chef an und Sie müssen für zwei Stunden in den Außendienst und Ihre Arbeit unterbrechen.

Screenshot von Ruhezustand - Suspend to RAM

Versetzen Sie Ihr System nun in den S3-Ruhezustand ergeben sich folgende Vorteile:

  1. Ihr Computer fährt herunter. Für Kollegen sieht es also so aus, als sei der PC ausgeschaltet.
  2. Verglichen mit dem normalen Betrieb spart Ihr Unternehmen nun Strom, was natürlich auch der Umwelt zugutekommt.
  3. Beim erneuten Einschalten des Computers wird dieser nicht gebootet. Das BIOS-Auswahl-Menü und GRUB werden übersprungen.
  4. Schaltet jemand Ihren Computer ein, ist der Bildschirm zunächst gesperrt und kann nur mithilfe Ihres Benutzerpasswortes entsperrt werden.
  5. Wenn Sie wieder zurück sind, können Sie genau an der Stelle weiterarbeiten, an der Sie vorher aufgehört haben.

Gefahren: Ist Ihr Computer an einem Mehrfachstecker mit Umschaltknopf angesteckt, besteht die Gefahr, dass ein Dritter darüber die Stromversorgung zum Netzteil unterbricht. Wenn dies passiert, werden die Daten aus dem Arbeitsspeicher gelöscht und Ihr PC kann nicht mehr aus dem Ruhezustand aufwachen.

Tipps für Ubuntu-Benutzer

Wenn Sie in Ihrer Benutzeroberfläche keine Schaltfläche vorfinden, um Ihren Computer in den Ruhezustand zu versetzen, dann können Sie mit Terminal-Befehlen Abhilfe schaffen.

  • sudo pm-suspend

Der PC fährt in den S3-Modus.

  • sudo pm-hibernate

Der PC aktiviert den S4-Modus. Dies funktioniert jedoch nicht mit allen Linux-Distributionen.

Fazit und Kontroversen

Der Ruhezustand ist prinzipiell ein sehr mächtiges Werkzeug, welches dem Workflow dient und gleichzeitig Strom spart.

Es gibt verschiedene Meinungen dazu, ob ständiger Ruhezustand dem PC schaden kann.

Ständig in den Stand-by zu gehen ist nicht nur teurer, sondern schadet auch der Qualität deines Computers.

OkayLetsTalk: Moment, 99% sind zu blöd für den Ruhezustand? forum.golem.de (08/2015).

Dies ist nachvollziehbar, schließlich stehen einzelne Teile des Rechners ständig unter Strom. Ich persönlich denke jedoch nicht, dass dadurch Hardwarekomponenten beschädigt werden, auch wenn der Computer mehrere Wochen nicht heruntergefahren, sondern nur in den Ruhezustand versetzt wird. Aus Umwelt- und Kostengründen ist es jedoch ratsamer am Ende des Arbeitstages den PC nicht nur herunterzufahren, sondern auch den Schalter am Netzteil zu kippen.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


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