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Rendern mit AMD FX-Serie – Erfahrungsbericht

Als Freiberufler bzw. Selbstständiger ist wirtschaftliches Denken eine Tugend. Für Webworker fällt dieses Denken vor allem in den Bereich der Computerhardware. Als langjähriger Fanboy von Intel-Prozessoren habe ich mich aus diversen Gründen dieses Jahr für AMD entschieden und schildere hier, inwiefern dieser Hersteller für gewerbliche Bereiche wie die Videoverarbeitung taugt und ob diese CPUs wirklich so viel Strom verbrauchen, wie man sagt.

Stromverbrauch der FX-Serie

Lange Zeit bin ich auf die gängige Mär hereingefallen, dass AMD Prozessoren viel zu viel Strom verbrauchen. In Fachforen wird gebetsmühlenartig wiederholt das ein AMD FX-8350 125 Watt verbraucht und ein Intel i7-3370 nur 77 Watt. Beide Prozessoren liegen laut CPUBENCHMARK auf einer Leistungsstufe. Im Hinterkopf möchte ich Sie bitten sich zu merken, dass Stand Dezember 2013 der Intel-CPU in der Boxed-Version fast genau 100,00 Euro mehr kostet.

  • Ich habe zwei AMD FX-Modelle auf Stromverbrauch getestet, indem ich mithilfe von Sony Vegas 12 Pro, sehr lange Videoprojekte gerendert habe.

Bild von Stromverbrauch eines AMD FX-4100 unter Volllast

  • Der Screenshot zeigt den Stromverbrauch eines AMD FX-4100 unter Volllast beim Rendern. Auf der Verpackung dieses Prozessors steht 95 Watt, er verbraucht jedoch „nur“ 61,36 Watt.

Screenshot von Stromverbauch eines AMD-FX 6350

  • Selbiges mit einem AMD FX-6350, welcher unter Volllast 95,98 Watt anstelle der angegebenen 125 Watt benötigt.

Natürlich lief das System zu dieser Zeit im Hochleistungs- und nicht im Stromsparmodus.

Verbrauch bei Office-Anwendungen und Vergleich

Moderne Prozessoren wie die Intel-i-Serie und die AMD FX-Serie takten sich bei Office-Anwendungen automatisch herunter und passen sich den Gegebenheiten an.

Screenshot AMD Overdrive Werte FX-6350

  • Die einzelnen Kerne werden hier beim AMD FX-6350 zwischen 1400 und 2010 Megahertz getaktet, somit verbraucht die CPU beim Surfen und bei Office-Anwendungen im Schnitt 15 Watt.
  • Ein Intel Prozessor hat also ausschließlich Verbrauchsvorteile in der maximalen Leistung. Bis sich die 100,00 Euro Mehranschaffungskosten jedoch durch den Stromverbrauch gerechnet haben, müssten Sie laut Stromkostenrechner, 10 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 1 Jahr lang Rendern, um beim Beispiel zu bleiben.
  • Weil dies eher unrealistisch ist, gehe ich davon aus, dass es über zwei Jahre bräuchte, bis sich der Stromvorteil eines Intel-Prozessors auszahlt.

Ich halte fest, die Anschaffungskosten von AMD FX-Prozessoren sind aus wirtschaftlicher Sicht unschlagbar. Ich wiederhole hier jedoch, dass ich es aus Sicht einer gewerblichen Nutzung sehe, wenn Sie am Tag 12 Stunden Computerspiele spielen und die CPU unter Last halten, zahlt sich eine Investition in Intel natürlich eher aus.

Rendern mit AMD Prozessoren – Empfehlung

Die meisten Spiele sind aufgrund rudimentärer Portierung für Konsolen sehr schlecht programmiert und benutzen nur vier physikalische Kerne eines Prozessors. Intel setzt deshalb mit der i-Serie auch auf vier Kerne, ist dabei technisch gesehen besser und hat bei Spielen in der Regel die Nase weit vorne.

Bild der sechs Kerne des AMD FX-6350

  • Vernünftige Videobearbeitungssoftware wie Sony Vegas oder Adobe Premiere benutzten jedoch die Kerne, welche zur Verfügung stehen und da ist AMD mit der FX-Serie klar im Vorteil.
  • Wie der Name andeutet, besitzt die FX-6-Reihe sechs und die FX-8-Reihe acht physikalische Kerne, welche durch gute Rendersoftware alle angesprochen werden.
  • Wenn Sie also AMD eine Chance geben und mit dem Prozessor Videos rendern wollen, besorgen Sie sich mindestens einen AMD FX-6300 mit sechs Kernen und sechs Threads. Wenn Sie langfristig denken, greifen Sie zu einem AMD FX-8350, dieser hat acht Kerne, acht Threads und eine hervorragende Preisleistung. Die AMD FX-9-Reihe können Sie getrost vergessen.

Weitere Tipps für Leistungsstarke AMD-PCs

Bild von AMD FX-6350Denken Sie daran, dass die Grafikkarte beim Rendern kräftig mithilft. Als Faustregel gilt, dass die Grafikkarte mindestens so viel kosten soll wie der Prozessor, damit das System harmonisch ist. Währenddessen der AMD FX-4100 problemlos mit dem Werkskühler der Boxed-Version auf 40 Grad gehalten werden kann, sind die CPUs der FX-6-Serie, unter Last, ziemliche Hitzköpfe.

  • Trotz geräumigen und gut gekühltem Big Tower, muss der Boxed-Kühler sehr schnell und laut drehen, um die CPU unter 70 Grad zu halten.
  • Für 20,00 Euro bekommen Sie schon äußerst effiziente Kühler, welche auf so gut wie alle Sockel passen. Ich kaufte mir einen Alpenfön „Panorama“, welcher (siehe Screenshot oben) meine CPU im Standardbetrieb unter 20 Grad hält und dadurch sehr leise ist.

Bild von Alpenfön Panorama KühlerWenn Sie acht bis zwölf Stunden neben einem Computer sitzen, sollten Sie mehr als sonst auf einen geringen Geräuschpegel achten und da ist eine solche Investition unabdinglich. Des Weiteren erhöht eine gute Kühlung die Prozessorlebensleistung gewaltig. AMD Prozessoren sind bekannt dafür, dass Sie sich besonders gut übertakten lassen. Auf solche „Kindereien“ habe ich in meinem Alter aber keine Lust mehr, weshalb ich Prozessoren nur in der Verkaufsversion beurteile.

Fazit und warum ich von Intel enttäuscht bin

Meiner Meinung nach war der Intel Sockel 775 das Beste, was Intel jemals auf den Markt gebracht hat. Besonders die Q-Serie ist heute noch für die meisten Aufgaben völlig ausreichend.

Mit dem Sockel 1150 fühlte ich mich durch den Pentium G und die ersten i3-Prozessoren in Sachen Preisleistung mehr als veralbert. Die ersten i5-Prozessoren, welche eine deutliche Steigerung zum Q9550 darstellten, waren einfach unerschwinglich und unwirtschaftlich.

Als dann nach kürzester Zeit der Sockel 1155 und darauf dann der Sockel 2011 erschien, war ich nur noch enttäuscht und wusste, dass Intel wirklich nur noch für Framezähler in hochauflösenden Ego-Shootern geeignet ist und die kleinen Unternehmen verlassen hat.

Immerhin hat es Intel durch diese Marktstrategie geschafft, viele Absatzmärkte zu schaffen und schürft im Gegensatz zu AMD nicht jedes Quartal scharf an der Pleite vorbei.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Emil sagt:

    Hallo, ich hab den Link zum Artikel aus einem Hardware Forum wo deine Ansicht heiß diskutiert wird. Fakt ist, dass AMD für PC Spieler untauglich ist. Leider sind PC-Spieler und vielleicht noch einige wenige Selbstständige wie du nur in der Lage sich einen CPU für ein Anwenduer-Profil zusammenzustellen. Der Rest der mal eine E-Mail schreibt oder Online-Banking macht für den würde ein alter Sempron auf nem Sockel A genügen, gerade die haben dann leider Wundertüten mit nem i5 aus dem Saturn zu Hause rumstehen. Ich bin trotzdem der Ansicht das AMD ohne die Übernahme von ATI bereits tot wäre, auch wenn das sehr schlecht für den Wettbewerb wäre. Man kann sagen was man will, die Grafikkarten von AMD sind Sahne. Just my 2 cents – Emil

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