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Anleitungen vom Webworker

Rechnet man Quad Core CPU zusammen?

Sie haben eine CPU in Ihrem PC mit mehr als einem Kern und möchten wissen, wie schnell diese ist? Sie fragen sich, ob die Angabe der Gigahertz mit der Anzahl der Kerne zusammengerechnet wird? Außerdem interessiert Sie, was es mit diesen Threads auf sich hat? Dann sind Sie hier richtig, ich gebe Ihnen die Informationen zum Ermitteln, wie schnell Ihre Quad Core CPU wirklich ist.

Berechnung der CPU-Geschwindigkeit

Bild einer Quad Core CPUsDie ersten Dual Core CPUs für den privaten Desktop-Markt erschienen 2005. Intel präsentierte den Pentium D auf Sockel 775 und AMD den Athlon 64 auf Sockel 939. Kurz darauf, nämlich 2007 erschien Intels erste Quad Core CPU namens Core 2 Extreme QX6700. AMD konterte ein Jahr später mit der Phenom-Serie. Sieben Jahre später im Jahre 2014 herrscht Status quo. Ein Intel i7-3820, welcher 270,00 Euro kostet (Stand 08.05.2014), hat genauso viele Kerne, wie damals 2007. Trotzdem sind heutige Quad Core Prozessoren natürlich wesentlich schneller und haben viele weitere Features erhalten.

  • Ein Intel i7-3820 hat 3,60 Gigahertz. Das sind 3,6 Milliarden Arbeitsschritte in der Sekunde.
  • Wie bereits erwähnt hat diese CPU vier Kerne, dies bedeutet jedoch nicht, dass die 3,60 Gigahertz zusammengerechnet werden und die CPU 14,4 Gigahertz hat.
  • Um beim Beispiel zu bleiben, hat der i7-3820 vier Kerne, von denen jeder einzelne 3,6 Milliarden Arbeitsschritte in der Sekunde ausführen kann.

Vergleichsweise zu den ersten Quad Core Prozessoren aus 2007, ist dies eine Steigerung von zirka 1,46 Gigahertz.

Was sind Threads und was ist noch wichtig?

Bild eines Intel Kühlers Q6600 auf einem 775 MainboardBei Mehrkernprozessoren spielt die Thread-Anzahl eine entscheidende Rolle. Ist die Taktfrequenz die Drehzahl, sind die Threads der Hubraum der CPU. Der Intel i7-3820 besitzt 8 Threads, also doppelt so viele wie physikalische Kerne. Diese Threads sind Befehlsströme, die eine CPU gleichzeitig ausführen kann. Durch Intels SMT-Technologie (Simultaneous Multithreading) arbeitet eine Quad Core CPU mit 8 Threads also wie ein Achtkernprozessor.

AMD setzt bei der FX-Serie auf eine CMT-Technologie (Core Multithreading). Der FX-9590 hat genauso viele Kerne wie Threads, jeweils acht. Dies kann ein Vorteil sein, ist es in der Regel aber (noch) nicht (mehr dazu weiter unten).

  • Neue Quad Core CPUs sind nicht nur schneller, sie sind auch wesentlich kleiner.
  • Ebenso die Energieeffizienz hat sich deutlich erhöht. Ein Intel i7-3820 aus 2014 benötigt bei wesentlich höherer Leistung genauso viel Strom wie ein Intel Quad Core Prozessor aus 2007.
  • Natürlich haben sich auch die Zwischenspeicher (Cache) der CPUs verändert. Moderne Prozessoren besitzen teilweise einen Level 3 Cache von 10 Megabyte. Diesen  gab es damals noch nicht. Der Cache ist ungefähr 1000x schneller als der Arbeitsspeicher, dadurch können aktuelle CPUs wesentlich schneller arbeiten.

Warum haben CPUs nicht mehr Kerne?

Es ist tatsächlich so, dass eine gewisse Stagnation im oberen Leistungsbereich der CPUs stattfindet und nicht mehr diese Sprünge wie zwischen 2007 und 2011 stattfinden. Die Hersteller Intel und AMD optimieren eher auf anderen Plattformen wie Notebooks, Tablets und Smartphones. Es wäre gerade für Intel sicherlich kein Problem einen echten Achtkernprozessor mit 5,00 Gigahertz für den Desktop-Markt zu bringen, nur würde man sich damit selbst den Markt kaputt machen.

  • Der Grund ist, niemand der privaten Anwender benötigt derzeit schnellere CPUs.
  • Hinzu kommt, dass die meiste Software und die meisten Spiele sowieso nur auf (wenn überhaupt) vier Kerne programmiert sind. Deshalb hat Intel mit SMT meistens die Nase gegenüber AMDs CMT weit vorne.

Ein Lichtblick am Himmel ist durch das PC-Spiel Watch Dogs 2 erschienen. Dieses Spiel ist nicht nur für mehr als vier Kerne optimiert, es setzt diese sogar voraus, um die empfohlenen Systemvoraussetzungen zu erfüllen. Diese Entwicklung wird nicht nur alle AMD-FX-Besitzer freuen, sondern auch alle Leistungsjunkies. In naher Zukunft werden bestimmt viele dieser leistungsbeanspruchenden Spiele erscheinen und die CPU-Hersteller haben einen Grund bzw. einen Markt das obere Segment weiter auszubauen.

Fazit

Wie Sie sehen, besteht eine schnelle CPU nicht nur aus viel Gigahertz. Viele andere Attribute spielen eine große Rolle, weshalb es nicht so schlimm ist, wenn Sie bisher gedacht haben, dass die Taktfrequenz zusammengerechnet wird.

Ich finde die Stagnation eigentlich sehr positiv, so bin ich nicht gezwungen alle zwei Jahre einen neuen Prozessor zu kaufen.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Frank Kramer sagt:

    Danke Kilobyte der Artikel hat mir sehr geholfen um das alles ein bisschen zu verstehen. Ich habe noch einen alten Intel Q6600 mit vier Kernen und wollte mir einen i5 zulegen. Zu meiner Verwunderung sah ich, dass der auch nur vier Kerne hat und dachte mir das da was nicht stimmen kann. Jetzt bin ich wieder im Bilde 🙂 Eigentlich habe ich keine Probleme mit dem Q6600 aber mein Sohn ist jetzt in dem Alter wo er sich für Computerspiele interessiert und er beschwert sich immer das die nicht richtig funktionieren. Nette Grüße Frank

  • Mario sagt:

    Klasse Artikel, sehr verständlich erklärt, danke! Ich dachte echt bis jetzt das man das alles zusammenrechnet 🙂 Ich habe noch einen ganz alten Intel E5200 mit 2 Kernen, den ich nur für Bürosachen nutze. So allmählich brauche ich aber einen neuen PC und bin gerade am mich informieren.

    • Adelwin Lützer sagt:

      Tagchen zusammen ich bin 63 Jahre jung und bedanke mich recht herzlich für die aufschlussreichen Informationen. Ich besitze einen Computer mit einem Intel Pentium 4 mit 2,8 Gigahertz und Windows Vista. Für Internet und Schreibarbeiten hat mir meine Maschine sehr lange gute Arbeit geleistet. Ich möchte nun einen neuen Computer bestellen und bin mich als ahnungsloser am informieren. Nun möchte ich auch in den Genuss eines Mehrkernprozessors kommen. Ich bin nun um einiges schlauer.

  • Konstantin sagt:

    HI Kilobyte sehr anschaulich zusammengetragen dankesehr! Ich will einen neuen PC für mein Homeoffice zusammenbasteln und war bei der Prozessorauswahl ein wenig überfordert. Interessant das überhaupt noch Prozessoren mit zwei Kernen verkauft werden. Grüße Konstantin

  • Merlin sagt:

    Guten Tag! Ich bedanke mich sehr herzlich für die übersichtlichen Informationen. Ich bin 71 Jahre jung und im Besitz eines AMD Phenom II X2. Dieser Prozessor stößt des Öfteren bereits im Internetbetrieb an seine Grenzen, weshalb ich mir eine Neuanschaffung überlege. Sie haben mir sehr weitergeholfen.

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