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Ubuntu: Codecs für alle Videoformate herunterladen – so geht’s

Für Ubuntu gibt es Codecsammlungen, mit denen der VLC Player so gut wie alle Videoformate abspielen kann. Zum Installieren der zahlreichen Videocodecs ist es nicht notwendig, unsichere Linux-Pakete von unautorisierten Webseiten zu beziehen. Alles was Sie benötigen, ist eine aktuelle Ubuntu LTS-Version und ein Terminal-Fenster mit Administratorrechten.

[…] ich habe eine alte externe Festplatte mit Filmen wiederentdeckt, die schon zusammen mit Windows 2000 lief. Mein VLC Player spielt unter Ubuntu 16.04 LTS so gut wie keines der Videos von der Platte ab. Unter Windows 10 gehen aber alle. […] Gibt es eine Codecsammlung für alle Videoformate als PPA? Im Netz finde ich dazu nur Schrott, der nicht funktioniert also seid ihr meine letzte Rettung.

Ketterer, Roman: Gibt es für Ubuntu eine Codecsammlung? E-Mail vom 11.03.2017.

Bild von Ubuntu VideocodecsWer als Windows-Benutzer einen Codec vermisst, der lädt sich die Codecsammlung FFmpeg herunter und installiert diese. Unter Ubuntu gibt es ein Paket in den offiziellen Quellen, das zwar genauso heißt, jedoch nicht denselben Inhalt hat. In der Linux-Version fehlen nämlich einige Codecs, sodass vor allem alte Filme, die damals mit geschlossenen Video- oder Audiocodecs encodiert wurden, unter Ubuntu nicht abgespielt werden können.

  • Das Paket ffmpeg für Ubuntu ist sogar so unvollständig, dass der Webbrowser Google Chrome bei der Installation einige nicht freie Codecs (chromium-codecs-ffmpeg-extra) mitbringen muss, um diverse Webinhalte besser darstellen zu können.

Wenn es für Sie keine Rolle spielt, ob Sie offene oder geschlossene Software zum Decodieren Ihrer Videos verwenden, dann können Sie sich glücklich schätzen. Denn ich sage Ihnen in der folgenden Anleitung, wie Ihr VLC Player nicht nur sämtliche Internetvideos, sondern auch DVDs fehlerfrei unter Ubuntu abspielt.

Neue Codecs unter Ubuntu installieren

Um immer die neusten Codecs auf Ihrem System zu haben, sollten Sie immer den aktuellsten VLC Player verwenden.

Screenshot von VLC Player 2.2.5.1 unter Ubuntu 16.04.2 LTS mit Katzenvideo

VLC Player 2.2.5.1 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Hinweis: In den offiziellen Quellen ist nicht die aktuellste Version des VLC Players enthalten.

Mit einem Update des beliebten Videoplayers werden auch gleichzeitig immer neue Codecs installiert. Das wiederum erhöht deutlich die Wiedergabequalität von Videos, die mit modernen Aufnahmegeräten erzeugt wurden.

Gerade den VLC Player auf Version 2.2.5.1 gebracht. Jetzt sehen auch die Aufnahmen, die ich mit dem Samsung Galaxy S7 gemacht habe deutlich besser aus.

Josef: Ubuntu: VLC Player aktualisieren – in drei Schritten. kilobyte.bplaced.net (03/2017).

Zum Installieren einer aktuellen und dennoch stabilen Version des VLC Players müssen Sie zunächst ein Terminal-Fenster öffnen. Fügen Sie anschließend folgende PPA Ihrem System hinzu:

sudo add-apt-repository ppa:videolan/stable-daily

Aktualisieren Sie daraufhin Ihre Software-Quellen mit:

sudo apt-get update

Abschließend erfolgt das Update Ihres VLC Players durch:

sudo apt-get upgrade

Von nun an beziehen Sie automatisch immer die neusten Videocodecs.

Screenshot vom VLC media player 2.2.5.1 Umbrella

Hingegen Videodateien, die mit sehr alten Codecs erstellt wurden, lassen sich auch mit einem aktuellen VLC Player nicht öffnen. Hierfür sollten Sie Ihre Wiedergabesoftware durch folgenden Terminal-Befehl modifizieren:

sudo apt-get install vlc-data browser-plugin-vlc mplayer2

Alte proprietäre Codecs unter Ubuntu verwenden

Um die Jahrtausendwende wurden Videos gerne mit VirtualDub konvertiert. Diese kostenlose Videoschnittsoftware konnte allerdings nur mit sogenannten proprietären VfW-Codecs arbeiten, die ebenfalls nicht in der offiziellen Linux-Version des ffmpeg Pakets enthalten sind.

Bild von Ubuntu Codecs für alte Videoformate

Dennoch müssen Sie nicht auf Herrenfilme aus den 1970er Jahren verzichten, die um das Millennium von VHS-Kassetten digitalisiert wurden. Um alte geschlossene Videocodecs unter Ubuntu zu installieren, öffnen Sie zunächst wieder ein Terminal-Fenster.

sudo apt-get update

Aktualisieren Sie direkt im Anschluss Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get install ubuntu-restricted-extras

Installieren Sie darauffolgend die offizielle Multimediacodecsammlung für Ubuntu.

  • Darin ist unter anderem das Paket libavcodec-ffmpeg-extra56 enthalten.

Dieses Datenpaket stellt so gut wie alle geschlossenen Videocodecs bereit, die es jemals gegeben hat.

Screenshot von Lizenzbedingungen für ttf-mscorefonts

EULA von TrueType MS core fonts im Terminal-Fenster

Hinweis: Zu den Video- und Audiocodecs werden zudem proprietäre Schriftarten von Microsoft installiert. Damit diese Datensätze verwendet werden können, müssen Sie einmalig die Lizenzbedingungen bestätigen.

Sobald Sie die Codecsammlung installiert haben, sollten Sie Ihr System neu starten. Danach kann der VLC Player auf die neue Decodierungssoftware zurückgreifen.

DVD über den VLC Player abspielen funktioniert nicht

Sollten Sie alle oben genannten Befehlsketten ausgeführt haben, kann Ihr VLC Player nun selbst die Multimediadateien aus dem digitalen Filmarchiv von Kim Jong-un abspielen.

Bild von DVD Menüs unter Ubuntu anzeigen lassen

Falls Sie die Herrenfilme aus den 1970er Jahren nicht digital, sondern auf DVD haben, nützen Ihnen auch die ganzen Codecsammlungen nichts. Damit der VLC Player solche Datenträger samt Menü anzeigen kann, ist ein tiefer Systemeingriff vonnöten.

Öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster und aktualisieren Sie Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get update

Installieren Sie im Anschluss das Programm cURL.

sudo apt-get install curl

Fügen Sie nach der erfolgreichen Installation von cURL folgende Befehlskette ein:

curl ftp://ftp.videolan.org/pub/debian/videolan-apt.asc | sudo apt-key add -
echo "deb ftp://ftp.videolan.org/pub/debian/stable ./" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/libdvdcss.list
sudo apt-get update

Sobald die Vorgänge ausgeführt wurden, sollten Sie Ihr System neu starten. Von nun an können Sie DVDs über den VLC Player wiedergeben.

Wichtig: Führen Sie diese Schritte nur aus, wenn Sie physikalische DVDs über Ihren Computer anschauen möchten. In diesem Fall sollten Sie die erste PPA im Artikel wieder entfernen, da Ihr VLC Player sonst von zwei unterschiedlichen Quellen bezogen wird.

Fazit: Welcher Codec steckt in einer Videodatei?

Wie Sie sehen, ist es selbst unter Ubuntu möglich, ein digitales Filmarchiv aufzubauen und zu verwalten. Bei der Auswahl der Befehle achtete ich darauf, dass Sie in Zukunft immer automatisch sämtliche Neuerungen erhalten und sich nie wieder um Videocodecs Gedanken machen müssen.

Screenshot von Codecinformationen im VLC Player unter Ubuntu 16.04 LTS

Falls Sie wissen möchten, welcher Codec in einer Ihrer Videodateien steckt, hilft Ihnen auch hierbei der VLC Player weiter. Starten Sie dazu den gewünschten Film und drücken Sie anschließend die Tastenkombination Strg + J. Nun müssen Sie nur noch in den Reiter „Codec“ wechseln, um sofort sämtliche relevanten Informationen einzusehen.

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IPTV unter Ubuntu schauen – so geht’s
Wie in Ubuntu die Systeminformationen anzeigen lassen?

Ubuntu: IPTV – Fernsehen über das Internet

Unter Ubuntu gibt es verschiedene Wege um Internet Protocol Television zu empfangen. Leider werden die Angebote von Providern, die zum Fernsehschauen über das Internet einen Receiver verlangen auch als IPTV bezeichnet. Dadurch fällt es Suchenden oft schwer herauszufinden, wie sie nur mithilfe ihres Computers und einer Internetverbindung ein Fernsehprogramm genießen können. Um TV-Streams unter Ubuntu anzusehen, wird oftmals Kodi empfohlen. Diese Applikation ist allerdings so umfangreich, dass selbst erfahrene Anwender daran zerbrechen.

Hi Leute! Ich benutze Ubuntu 16.04 und suche ein Programm, mit dem ich IPTV schauen kann. […] In einem Forum hat man mir Kodi empfohlen aber um das zum Laufen zu bringen, braucht man wohl einen Master in Informatik. […] Könnt ihr mir eine einfachere Methode empfehlen?

Rekasch, Killian: Frage: IPTV unter Ubuntu? E-Mail vom 27.02.2017.

Bild von Ubuntu IPTVEine Alternative zu Kodi ist FreetuxTV. Leider ist diese Software unter aktuellen Ubuntu-Versionen so instabil, dass sich damit kein Tatort in Ruhe zu Ende schauen lässt. Wenn Sie ohne Webbrowser einfach nur über das Internet fernsehen wollen und dabei Ubuntu als Betriebssystem verwenden, bekommen Sie von mir in dieser Anleitung zwei andere Lösungen an die Hand.

Den Anfang macht die freie Peer-to-Peer-Software SopCast. Diese Applikation bringt eine Auswahl an empfangbaren TV-Sendern gleich mit.

Freies IPTV – SopCast unter Ubuntu

Sie möchten Musiksender und Nachrichten kostenlos auf Ihrem Computer anschauen? Dann benötigen Sie SopCast für Ubuntu.

Screenshot von SopCast Player 0.8.5 (Shanghai TV) unter Ubuntu 16.04 LTS

SopCast Player 0.8.5 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Ein Nachteil dieser Software ist, dass alle Programme in den Sprachen der politischen Feinde des Kabinetts Merkel III sind. Falls Sie jedoch ohnehin gerade chinesisch, russisch oder ungarisch lernen, dann können Sie sich auf eine stabile Applikation freuen, die folgendermaßen installiert wird:

sudo add-apt-repository ppa:linuxthebest.net/sopcast

Öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster und fügen Sie diese PPA Ihrem System hinzu.

sudo apt-get update

Aktualisieren Sie im nächsten Schritt Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get install sopcast-player

Installieren Sie SopCast. Ab sofort erhalten Sie auch immer automatisch sämtliche Programmaktualisierungen.

SopCast richtig verwenden – so geht’s

Sobald Sie SopCast erfolgreich installiert haben, können Sie die Freeware direkt über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen.

Screenshot von SopCast Player in Ubuntu Dash-Startseite

SopCast war lange Zeit ein beliebter Zugang, um kostenlos Fußball-Live-Übertragungen anzusehen. Seit es Ace Stream gibt, spielt die IPTV-Software in diesem Bereich jedoch keine Rolle mehr.

Die hohe Verfügbarkeit von Quellen und die sehr schnellen Übertragungsraten sind weitere Gründe für die Popularität der ukrainischen Software.

Sascha: Ace Stream: Installation unter Ubuntu 16.04 LTS – Anleitung. kilobyte.bplaced.net (03/2017).

Falls Sie dennoch einen eigenen SopCast Link abspielen möchten, dann drücken Sie die Tastenkombination Strg + O. Zu den vorinstallierten Sendern gelangen Sie hingegen, wenn Sie auf die Schaltfläche „Programmführer“ klicken.

Screenshot von SopCast Programmführer

Daraufhin öffnet sich rechts neben dem Player die Senderauswahl. Diese sollten Sie nach jedem Programmstart mit einem Linksklick auf „SopCast Player Channel Guide“ aktualisieren.

Screenshot vom SopCast Player Channel Guide

Direkt im Anschluss können Sie durch das angebotene Programm zappen. Vergessen Sie dabei nicht, dass das Aufbauen der einzelnen IPTV-Sender bei Peer-to-Peer-Software immer etwas länger dauert.

ARD, ZDF, C&A über das Internet schauen

Mit Ubuntu können Sie ebenfalls deutsche Fernsehprogramme empfangen. Dazu benötigen Sie nichts weiter als den VLC Player und eine gültige IPTV-Adresse. Beim Genuss der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kann es zudem nicht schaden, eine Wasserwaage auf den Monitor zu legen.

Screenshot von VLC Player mit IPTV ARD (Ubuntu)

ARD IPTV im VLC Player 2.2.5 unter Kubuntu 16.04.2 LTS

Um das Programm der ARD über das Internet schauen zu können, müssen Sie zunächst Ihren VLC Player öffnen.

Drücken Sie im Anschluss die Tastenkombination Strg + N und geben Sie daraufhin folgende IPTV-Adresse ein:

http://daserste_live-lh.akamaihd.net/i/daserste_de@91204/master.m3u8

Klicken Sie gleich danach auf die Schaltfläche „Wiedergabe“ und warten Sie, bis der TV-Stream aufgebaut wurde.

Screenshot vom VLC Player Reiter "Netzwerk"

Die ARD ist hierbei sehr vorbildlich, denn das Programm wird in folgender Qualität übertragen:

  • Auflösung: 960 x 544 Pixel.
  • H.264 Codec im MPEG-4 AVC Container.

Der VLC Player erlaubt es zudem, das Gezeigte gleich aufzunehmen. Dazu müssen Sie zunächst einen Speicherort festlegen.

  1. Klicken Sie deshalb zuallererst die Tastenkombination Strg + P.
  2. Wählen Sie den Reiter „Eingang/Codecs“ aus.
  3. Legen Sie hinter dem Menüpunkt „Aufnahme-Verzeichnis oder Dateiname“ einmalig einen Ordner fest, in dem Ihre Aufnahmen gespeichert werden sollen.
  4. Bestätigen Sie Ihre Eingabe über die Schaltfläche „Speichern“.

Starten Sie daraufhin den Stream und wählen Sie den Reiter „Ansicht“ an. Klicken Sie anschließend auf „Erweiterte Steuerung“.

Screenshot vom Aufnehmen mit dem VLC Player

Direkt im Anschluss erscheint unterhalb des Fernsehbildes ein kleiner roter Aufnahmeknopf. Diesen müssen Sie nur aktivieren, um das Programm in Ihrem Zielordner zu speichern.

Fazit: Wo gibt es weitere IPTV-Adressen?

Wie Sie sehen, ist es auch unter Ubuntu ein Leichtes über das Internet Fernsehen zu schauen. Neben der ARD bieten noch viele weitere deutschsprachige Sender IPTV an. Es ist jedoch äußerst schwer, die korrekten Adressen herauszufinden.

Bild: Woher bekomme ich IPTV-Adressen?

Die TV-Sender möchten nämlich in erster Linie, dass Sie die Streams über Ihren Webbrowser konsumieren. Zwar kursieren viele M3U-Playlisten für den VLC Player im Internet, die darin enthaltenen IPTV-Adressen sind aber zumeist nicht mehr aktuell. Außerdem gilt: Wer einmal seinen VLC Player mühevoll mit Streams ausgestattet hat, der teilt seine Daten nicht kostenlos mit anderen.

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Debian: VLC Player beendet sich bei der Wiedergabe – Ursache

Der VLC Player spielt sämtliche aktuellen Standardvideoformate in einer hervorragenden Qualität ab. Bei altem Quellmaterial, welches mit nicht mehr zeitgemäßen Codecs komprimiert wurde, kann es jedoch sein, dass sich der VLC Player bei der Wiedergabe automatisch beendet.

[…] ich bin von Windows 10 auf Debian 8.7 umgestiegen und habe den VLC Player 2.2.4 installiert. […] Ich sammle alte TV-Serien, die ich leider unter Debian nicht mehr ansehen kann. Nach ein paar Minuten schließt sich der VLC Player einfach. […] Was kann man da machen?

Balogh, Daniel: Mein VLC Player beendet sich unter Debian 8 automatisch. E-Mail vom 19.01.2017.

Währenddessen Sie bei diesem Problem unter Windows einfach eine Codec-Sammlung herunterladen und installieren könnten, lässt vor allem Debian diese Option nicht zu.

Bild von Debian VLC CrashZwar haben Sie die Möglichkeit das Paket ffmpeg zu installieren, dieses hilft allerdings nur bei Apple-Formaten. Gerade um die Jahrtausendwende wurden jedoch mit TV-Karten aufgezeichnete Filme gerne mit minderwertiger Windowssoftware wie Virtual Dub bearbeitet und anschließend mit dem DivX Codec komprimiert. Der VLC Player kann Videodateien mit diesem Codec eigentlich problemlos wiedergeben, dabei muss es sich dann aber auch um das Original handeln. Kostenlose Videosoftware komprimierte damals hingegen oftmals mit FFODIVX. Ein merkwürdiger Codec, den Linux-Distributionen in der Regel nicht parat haben.

Videocodec in Debian hinzufügen

Aufgrund dessen, dass der VLC Player beim Abspielen dieses DivX Codecs unter Debian schon lange abstürzt, gibt es bereits eine Reihe von Lösungsvorschlägen.

Screenshot von Synpatic unter Debian "Jessie" mit Paket libxine2-x

In einem bekannten Debian-Forum wird empfohlen, dass man das Paket libxine2-x mithilfe von Synaptic nachinstallieren soll. Dieser Tipp wurde auch gleich auf anderen Webseiten vervielfältigt.

  • Dieses Paket ist nur ein Add-on für den xine Multimedia-Player. Es hat keinerlei Auswirkung auf den VLC Player.
  • Mein Selbsttest ergab außerdem, dass der xine Multimedia-Player mit installiertem Add-on bei Videodateien mit FFODIVX des Öfteren Bildblöcke (Fragmente) anzeigt.

Der VLC Player verwendet als Alternative zu FFODIVX den DivX Codec (DX50). Dieser scheint über weite Strecken kompatibel zu sein, sodass sich die Videodatei starten lässt.

  • An manchen Stellen gibt es aber wahrscheinlich zu große Unterschiede, die den VLC Player zum selbstständigen Beenden zwingen. Auch ein Springen über die Zeitleiste führt zum Absturz.

DivX Codec für Linux erhalten

Wer Debian verwendet und ältere Filmdateien ansehen will, die mit FFODIVX komprimiert wurden, der muss auf den Gnome MPlayer zurückgreifen. Diese kostenlose Software kann den DivX Player emulieren und bringt deshalb den benötigten Videocodec mit.

Screenshot von Gnome Mplayer unter Debian "Jessie" mit FFODIVX Codec

Zum Installieren des Videoplayers unter Debian müssen Sie zunächst ein Terminal-Fenster öffnen.

su

Geben Sie sich gleich im Anschluss Administratorenrechte.

apt-get install gnome-mplayer

Fügen Sie danach den Gnome MPlayer Ihrem System hinzu.

DivX Player für Debian als Sekundärsoftware

Wenn Sie nun Ihre Videodatei mit einem Rechtsklick anwählen und den Mauszeiger über den Einstellungspunkt „Öffnen mit“ halten, können Sie den Gnome Mplayer als Abspielsoftware starten.

Screenshot von Gnome Mplayer 1.0.9, der ein DivX Video unter Debian 8 abspielt

Falls Sie ein Archiv mit vielen Filmen oder Serien besitzen, die mit FFODIVX komprimiert wurden, lohnt es sich für diese Dateien den Gnome Mplayer als Standardplayer einzurichten. Dadurch würden die Videodateien bei einem Doppellinksklick direkt mit der richtigen Wiedergabesoftware gestartet werden.

Um diese Operation zu vollziehen, ist es wieder notwendig, eine besagte Filmdatei mit einem Rechtsklick anzuwählen.

Screenshot von Debian mit KDE, wie der Gnome Mplayer einem Dateityp fest zugeordnet wird

Wählen Sie im nächsten Schritt den Menüpunkt „Öffnen mit“ gefolgt von „Weitere“ aus.

  • Je nachdem welche Benutzeroberfläche Sie für Debian verwenden müssen Sie dem Menü so lange folgen, bis Sie den Gnome Mplayer dem ausgewählten Dateityp fest zuordnen können.

Wichtig: Nutzen Sie diese Wiedergabesoftware ausschließlich für Videodateien mit DivX Codec. Der VLC Player sollte weiterhin Ihr Standardplayer bleiben. Dies liegt vor allem daran, dass der Gnome Mplayer vergleichsweise sehr selten aktualisiert wird. Dadurch liefert der VLC Player bei neuen Formaten wesentlich bessere Ergebnisse.

Ab der Version 2.2.0 war es des Weiteren möglich, die Video-Codecs H.265, DivX3 oder M-JPEG zu verwenden.

Sascha: Ubuntu: VLC Player aktualisieren – in drei Schritten. kilobyte.bplaced.net (01/2017).

Fazit: Kein Risiko durch Gnome Mplayer

Es ist augenscheinlich unter Debian nicht möglich, Filme mit FFODIVX Codec mithilfe des VLC Players sorgenfrei anzusehen. Dieser Umstand sollte Sie allerdings nicht erzürnen, da Sie mit dem Gnome Mplayer ein Werkzeug haben, welches Ihnen folgende Vorteile bietet:

  • Der Gnome Mplayer ist in den offiziellen Debian-Quellen enthalten, was für seine Stabilität und Sicherheit spricht.
  • Die Videosoftware ist komplett in deutscher Sprache erhältlich und spielt auch Filmdateien sauber ab, die mit alten exotischen DivX Codecs komprimiert wurden.

Hinweis: Bei der Installation des Gnome Mplayers wird Ihrem Firefox automatisch eine Erweiterung hinzugefügt, die es Ihnen auch unter Debian ermöglicht, Videostreams im QuickTime, RealPlayer und DivX Media Format anzusehen.

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(Screenshots: Gnome Mplayer 1.0.9 unter Debian 8.7 mit KDE-Desktop)