Kilobyte: Das Ubuntu Handbuch mit Anleitungen

Ubuntu: 0 A.D. kostenloses Strategiespiel – Empfehlung mit Screenshots

Leidenschaftliche PC-Spieler haben es heutzutage sehr schwer. In Zeiten von Early Access und Crowdfunding kommen im Prinzip nur noch inhaltsarme Titel auf den Markt, die selbst lebhaften ADHS-Kindern zu kurzlebig sind. Dafür glänzen die unfertigen Neuerscheinungen mit viel Fehlercode, der wiederum leistungsstarke Hardware erfordert damit das Pixeltrauerspiel überhaupt absturzfrei läuft. Hinzu kommt, dass solche Computerspiele oftmals relativ schnell zu Abandonware werden. Dann widmen sich die Entwicklerstudios bereits dem nächsten Kassenschlager, sobald die früh veröffentlichte Betaversion die Produktionskosten eingespielt hat.

Es wurde viel versprochen und bisher nicht mal ein Bruchteil geliefert […]. Fragen von Spielern zu dem fehlenden Kontent wurden nur arrogant belächelt oder gar mit frechen Kommentaren in den Dev-Streams abgetan.

fobermeyer71: Review zu Conan Exiles. steamcommunity.com (08/2017).

Dass es auch anders geht, beweist die amerikanische Spieleschmiede Wildfire Games, die zusammen mit Freiwilligen das Strategiespiel 0 A.D. entwickelt.

Bild von 0 A.D. für Ubuntu: Installation via PPA - Anleitung von Kilobyte0 Anno Domini ist eine grafisch verbesserte Nachbildung von Age of Empires II, die sich bereits seit August 2010 in der Alphaphase befindet und deshalb völlig kostenlos zur Verfügung steht. Aufgrund dessen, dass mehrmals im Jahr neue Programmversionen mit frischen Inhalten veröffentlicht werden, besitzt 0 A.D. zwischenzeitlich jedoch mehr Spieltiefe als die meisten anderen Echtzeit-Strategiespiele in der Verkaufsversion. Des Weiteren legen die Entwickler bei ihrem geschichtsträchtigen Meisterwerk viel Wert auf Stabilität und smarte Technologien.

So funktioniert der Mehrspielermodus von 0 A.D. dezentral mithilfe der Peer-to-Peer-Technik. Außerdem basiert das äußerst computerressourcensparende 3D-Spiel auf der offenen Programmierschnittstelle OpenGL und ist somit auch als native Ubuntu-Version erhältlich.

Screenshot von Athener Stadt in 0 A.D. Alpha 22 Venustas unter Ubuntu 16.04.3 LTS

0 A.D. Alpha 22 Venustas unter Ubuntu 16.04.3 LTS

Sie sind nun neugierig geworden und möchten sich selbst ein Bild von diesem aufregenden Strategiespiel machen? Dann erfahren Sie in der folgenden Anleitung, wie Sie 0 A.D. unter Ubuntu installieren. Außerdem erzähle ich Ihnen, wie ich mit meinen Bretonen regelmäßig die anderen elf Kulturen unterjoche.

PPA: 0 A.D. unter Ubuntu installieren

Die Entwickler von Wildfire Games achten seit jeher darauf, dass 0 A.D. auch auf leistungsschwachen Computern gespielt werden kann.

Our aim is to make 0 A.D. playable on as low-end machines as possible […].

feneur: 0 A.D. Requirements. wildfiregames.com (08/2017).

Deshalb benötigen Sie neben 1,6 Gigabyte freien Festplattenspeicher vor allem eine 3D-Grafikkarte, die OpenGL 1.3 unterstützt und über mindestens 128 Megabyte Grafikspeicher verfügt.

Screenshot von 0 A.D.: Sunnitische Ptolemäer greifen auf Kamelen an um das Reich Mohammeds zu vergrößern

Böse Ptolemäer greifen auf Kamelen an – die Schlacht um Ressourcen

Wenn Ihr Linux-Rechner diese geringen Systemanforderungen erfüllt, dann können Sie 0 A.D. ohne Weiteres installieren. Damit Sie immer über die brandaktuellste Programmversion verfügen, sollten Sie das Spiel aus einer PPA beziehen.

Öffnen Sie dafür zunächst ein Terminal-Fenster und fügen Sie gleich darauf die offizielle Programmquelle von Wildfire Games hinzu.

sudo add-apt-repository ppa:wfg/0ad

Aktualisieren Sie im nächsten Schritt Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get update

Zu guter Letzt können Sie 0 A.D. installieren. Aufgrund des großen Datenvolumens nimmt diese Operation allerdings einige Zeit in Anspruch.

sudo apt-get install 0ad

Sobald die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde, lässt sich das kostenlose Strategiespiel über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen.

Hinweis: Ab sofort erhalten Sie neue Programmversionen automatisch zusammen mit den anderen Ubuntu-Updates.

Highlights aus einem tollen Ubuntu-Spiel

In 0 A.D. geht es um den Kampf der Kulturen. Wer es schafft alle anderen Stämme auszurotten, der hat gewonnen. Um dies zu erreichen, benötigen Sie eine stabile Wirtschaft, hilfreiche Technologien und eine furchterregende Armee.

Screenshot von 0 A.D.: Arbeiterinnen sammeln auf den Feldern Getreide

Fleißige Arbeiterinnen halten in 0 A.D. die Wirtschaft am Laufen

Um die wirtschaftlichen Aspekte kümmern sich in erster Linie die Frauen. Demzufolge sammeln die feschen Frauenzimmer Holz, rupfen die Hühner, gehen auf den Feldern arbeiten und sorgen dafür, dass auch immer genug Gold zur Verfügung steht. Alles, was die Dorfbewohnerinnen erwirtschaften können Sie dann wiederum in neue Technologien und Gebäude investieren.

Deutschland am 25.09.2017. Einen Tag nach der Bundestagswahl öffnete Angela Merkel die Staatsgrenze und Millionen von Schwarzafrikanern ermordeten die einheimische Bevölkerung. Verschwörungstheorie von Kilobyte, die er mit RT Deutschland und George Soros ausgearbeitet haben könnte

Nach der Schlacht ist vor der Schlacht. Gefallene Krieger in 0 A.D.

Vor allem benötigen Sie jedoch Soldaten. Tapfere Männer, die Ihren auserwählten Stamm vor den bösen Invasoren schützen. Der Aufbau einer schlagkräftigen Armee ist dabei die größte Herausforderung in diesem gewaltvollen Strategiespiel. Dies liegt daran, dass die Kämpfer sehr teuer sind und im Gefecht relativ schnell sterben.

  • Tipp: Nutzen Sie das Marktgebäude um überschüssige Waren zu tauschen. Dadurch lässt sich der Armeeaufbau um einiges beschleunigen.

Hingegen falls Sie die Weltherrschaft etwas langsamer an sich reißen wollen, dann sollten Sie Waffenstillstände aushandeln und hin und wieder Allianzen mit Ihren Gegnern eingehen.

Ordnung auf dem Schlachtfeld durch Formationen

Als Spieler von 0 A.D. ist es wichtig, dass Sie ein guter Feldherr sind. Schließlich müssen Sie die meiste Zeit nervenaufreibende Schlachten führen. Wenn Sie in den Gefechtssituationen eine gute Taktik haben, dann können Sie selbst mit weitaus weniger Männern große Armeen schlagen. Das Wichtigste ist jedoch, dass Sie stets für Ordnung in Ihren Reihen sorgen.

Frieden, das ist nur Schlamperei, erst der Krieg schafft Ordnung.

Brecht, Berthold: Mutter Courage und ihre Kinder. 71. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2015.

Deshalb sollten Sie Ihre Soldaten nur auf den Feind loslassen, wenn diese in einer Formation aufgestellt sind. Denn nur so erreichen Sie, dass Ihre Schildträger die erste Linie absichern, währenddessen Ihre leichten Bogenschützen von hinten in Ruhe jagen können.

Screenshot von 0 A.D. Linienformation mit drei Reihen Kavallerie

Kavallerie in strammer Linienformation, die selbst Niccolò Machiavelli glücklich machen würde

Die unterschiedlichen Formationen sind auch wichtig, um Ihre Heiler zu schützen. Schließlich sind die teuren Feldärzte das Rückgrat Ihrer Armee und somit ein sehr beliebtes Ziel.

  • Generell werden Sie in 0 A.D. dafür belohnt, wenn Ihre Soldaten von einer Schlacht wieder heimkehren. Schließlich sammeln Ihre Einheiten während des Kampfes Erfahrungspunkte und werden dadurch immer stärker.

Außerdem können Sie Ihr Militär von einem Helden anführen lassen. Dieser sorgt dafür, dass jeder Soldat seine letzten Reserven aktiviert, auch wenn die Lage aussichtslos erscheint.

Faktencheck: Die Vorteile von 0 A.D. im Überblick

Wenn Sie einst Age of Empires gespielt haben oder generell Strategiespiele mögen, dann wird Ihnen das kostenlose Ubuntu-Spiel 0 A.D. mit Sicherheit gefallen.

Screenshot von brennendem Schwein auf einem Berg im Karteneditor Atlas. Das Schwein wurde nach dem Schlachten zu Hackfleisch verarbeitet und in die Halal-Theke gelegt

Mit dem Karteneditor namens Atlas ist es möglich, in 0 A.D. eigene Spielwelten zu erstellen

0 A.D. ist für alle aktuellen LTS-Versionen verfügbar und funktioniert selbst auf leistungsschwachen Computern.

  • Das Linux-Spiel wird in deutscher Sprache bereitgestellt und enthält einen strapazierfähigen Mehrspielermodus, der sowohl für Internetpartien als auch für lokale Netzwerkspiele geeignet ist.
  • Alle zwölf Kulturen sind sehr detailreich gestaltet und haben unterschiedliche Stärken und Schwächen.
  • Außerdem wartet 0 A.D. mit einem komplexen Karteneditor auf, mit dem Sie sich Ihre eigene Spielwelt erschaffen können.

Ich spiele besonders gerne mit den Bretonen, da dieser Stamm ab der zweiten Stadtstufe einen Zwinger bauen kann.

Wenn Sie Angst vor der Islamisierung des Abendlandes haben, dann sollten Sie sich einen Kampfhund kaufen. Moslems haben nämlich Angst vor Hunden, da deren Speichel unrein ist. Hunde sind also das beste Mittel gegen den Dschihad

Tiere spielen in 0 A.D. eine große Rolle – neben Kamelen und Elefanten gibt es auch Hunde

In diesem Gebäude lassen sich dann Kampfhunde ausbilden, die unauffällig in den Feindesgebieten spionieren können. Außerdem füttere ich meine niedlichen Bestien gerne mit den Arbeiterinnen meiner Gegner und verschaffe mir dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil.

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Ubuntu: Gute HTML-Editoren – zwei Empfehlungen

Wer erfolgreich im Internet arbeiten möchte, der sollte über fundierte HTML-Kenntnisse verfügen. Dies liegt vor allem daran, dass Webseiten in der Regel mit dieser simplen Auszeichnungssprache durchstrukturiert sind. Mithilfe von HTML werden aber auch Grafikbanner dargestellt, komplexe Webtabellen konstruiert und professionelle E-Mail Signaturen designt. Zum Glück müssen Sie jedoch nicht alle Tags auswendig kennen, um eine HTML-Funktion auszuführen. Schließlich gibt es einige gute HTML-Editoren, die sich wie ein gewöhnliches Schreibprogramm bedienen lassen und Ihre Eingaben gleich in einen formatierten Quelltext übersetzen. Einer der besten HTML-Editoren ist FrontPage 2003 von Microsoft. Mithilfe von WineHQ könnten Sie diese proprietäre Software auch unter Ubuntu verwenden.

[…] ich will endlich weg von Windows und teste seit mehreren Monaten Ubuntu 16.04 auf meinem Arbeitslaptop. […] Mir ist aufgefallen, dass ich doch häufiger FrontPage 2003 benötige. Das ist ein HTML-Editor von Microsoft, mit dem ich unsere Kegelvereinsseite betreue. […] Könnten Sie mir vielleicht ein ähnliches Programm für Ubuntu empfehlen, oder gibt es da so etwas nicht?

Pickart, Walter: Kennen Sie gute HTML-Editoren für Ubuntu? E-Mail vom 21.07.2017.

Bild von Ubuntu HTML-EditorNatürlich gibt es für Ubuntu ebenfalls native Linux-Programme, die ähnlich wie FrontPage aufgebaut sind. Vor allem der HTML-Editor KompoZer ist optisch kaum von dem Microsoft-Produkt zu unterscheiden. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum KompoZer immer noch mit Abstand der beliebteste HTML-Editor für Linux ist, obwohl die Applikation seit dem 28. Februar 2010 nicht mehr weiterentwickelt wird. Damit ist dieser benutzerfreundliche Editor allerdings immer noch sieben Jahre jünger als Microsoft FrontPage 2003.

Falls Sie also einen klassischen HTML-Editor suchen, der wie FrontPage 2003 funktioniert, dann verrate ich Ihnen in der folgenden Anleitung, wie Sie KompoZer unter Ubuntu installieren können.

Screenshot von KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.02 LTS. Guter HTML-Editor für Linux

KompoZer 0.8b3 unter Ubuntu 16.04.2 LTS beim Editieren einer E-Mail Signatur

Allerdings unterstützt KompoZer lediglich den Webstandard W3C HTML 4.01, weshalb ich Ihnen außerdem noch die Freeware Bluefish vorstelle. Dieser native Linux-HTML-Editor für fortgeschrittene Anwender wird regelmäßig aktualisiert und kann deshalb auch mit dem Webstandard W3C HTML 5.1 umgehen.

KompoZer unter Ubuntu installieren

Aufgrund dessen, dass die Entwicklung von KompoZer eingestellt wurde, ist die Software seit Ubuntu 12.10 nicht mehr in den offiziellen Quellen enthalten. Trotzdem können Sie diesen HTML-Editor weiterhin mit aktuellen LTS-Versionen¹ betreiben. Öffnen Sie dazu einfach ein Terminal-Fenster und installieren Sie gleich darauf die folgenden Systemdateien:

sudo apt-get install libatk1.0-0 libc6 libcairo2 libfontconfig1 libfreetype6 libgdk-pixbuf2.0-0 libglib2.0-0 libgtk2.0-0 libnspr4 libnss3 libpango1.0-0 libpng12-0 libstdc++6 libx11-6 libxft2 libxinerama1 libxrender1 libxt6 zlib1g

Laden Sie sich als Nächstes die Installationsdateien von KompoZer mithilfe des Kommandozeilenprogramms Wget herunter:

wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer-data_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/kompozer_0.8%7Eb3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb
wget https://launchpad.net/ubuntu/+archive/primary/+files/libidl0_0.8.14-1_amd64.deb

Starten Sie daraufhin die Installation des HTML-Editors durch die Eingabe der folgenden drei Befehle:

sudo dpkg -i libidl0_0.8.14-1_amd64.deb
sudo dpkg -i kompozer-data_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_all.deb
sudo dpkg -i kompozer_0.8~b3.dfsg.1-0.1ubuntu2_amd64.deb

Hinweis: Nachdem Sie KompoZer erfolgreich installiert haben, können Sie alle heruntergeladenen DEB-Pakete in Ihrem Home-Verzeichnis rückstandslos löschen.

Wenn Sie KompoZer das erste Mal über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen, werden Sie feststellen, dass die Menüs der Applikation in englischer Sprache dargestellt werden. Um dies zu ändern, müssen Sie sich zunächst von hier das deutsche Sprachpaket herunterladen.

Screenshot von der Installation eines Sprachpaktes für den HTML-Editor KompoZer

Deutsches Sprachpaket für KompoZer 0.8b3 installieren

Navigieren Sie im nächsten Schritt über den Reiter „Tools“ in das Menü „Add-ons“ und fügen Sie dort das eben heruntergeladene Sprachpaket ein. Sobald die XPI-Datei erfolgreich installiert wurde, müssen Sie KompoZer neu starten. Gleich danach können Sie Ihren klassischen HTML-Editor in deutscher Sprache verwenden.

Bluefish: Die Alternative für HTML-Kenner

Falls Sie doch lieber die Dienste eines brandaktuellen HTML-Editors in Anspruch nehmen möchten, dann sollten Sie sich für Bluefish entscheiden.

Screenshot von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Standardansicht von Bluefish 2.2.7 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Diese Freeware funktioniert mit allen Ubuntu-Versionen und lässt sich bequem über die offiziellen Quellen installieren.

sudo apt-get install bluefish

Bluefish eignet sich vor allem für Anwender, die bereits über gute HTML-Kenntnisse verfügen. Denn diese mächtige Applikation ist eigentlich ein umfangreicher Editor für professionelle Programmierer, der neben C++ und SQL auch HTML beherrscht.

KompoZer oder Bluefish – die Unterschiede

Aus diesem Grund verzichtet Bluefish im Gegensatz zu KompoZer auch auf eine benutzerfreundliche Editionsansicht. Alle Eingaben finden ausschließlich in einem weißen Quellcodefenster statt.

Screenshot von einer Tabelle, die in die HTML-Editoren KompoZer und Bluefish eingefügt wurde

Sie können demzufolge auch keine Grafiken oder Tabellen in Bluefish einfügen und diese dann mit der Maus auf eine bestimmte Größe ziehen. Vielmehr gibt Ihnen dieser komplexe Editor lediglich die HTML-Tags zum Erstellen derartiger Elemente vor. Alles Weitere müssen Sie selbst über den Programmcode definieren.

Diese Programmierarbeit ist dafür wiederum wesentlich leichter als in KompoZer. Denn nur in Bluefish wird zusammengehörender Quelltext übersichtlich in Gruppen eingeteilt und beim Anwählen auffällig markiert.

Screenshot von Quelltextansicht. KompoZer versus Bluefish. Gute HTML-Editoren für Ubuntu

Dafür müssen Sie bei diesem Quelltext-Editor ständig den Mozilla Firefox öffnen, um nachzusehen, wie Ihr geschriebener HTML-Code am Ende in einem Webbrowser aussehen würde. Dieser Umweg bleibt Ihnen mit KompoZer erspart, da dieses Programm über einen Splitscreen verfügt, mit dem sich der Code zusammen mit der Vorschau gleichzeitig anzeigen lässt.

Fazit: Ich empfehle den klassischen HTML-Editor

In meinen Augen gibt es für Ubuntu keinen besseren HTML-Editor als KompoZer. Denn sobald Sie die aufwendige Installation dieser betagten Freeware erledigt haben, profitieren Sie von einem übersichtlichen Programm, welches sich auch ohne HTML-Kenntnisse kinderleicht bedienen lässt.

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¹Installationsschritte funktionieren nur, wenn Sie eine 64-Bit-Version einsetzen. Die Installationsanleitung für die 32-Bit-Version von KompoZer finden Sie hier.

Ubuntu: PPA Repository – was ist das?

Der Begriff PPA Repository beschreibt eine nützliche Systemschnittstelle, über die Softwareentwickler ihre Applikationen unkompliziert an Ubuntu-Benutzer verteilen können. Demzufolge ist das Private Package Archive eine zusätzliche Bezugsquelle, mit der Sie das Softwareangebot der offiziellen Canonical-Kollektion beliebig erweitern können. Aufgrund dessen, dass jeder eine PPA betreiben kann, sollten Sie diese Programmquellen allerdings nur sehr gezielt einsetzen.

Bild von Ubuntu Private Package ArchiveDamit ein privater Entwickler seine selbst geschriebene Ubuntu-Applikation über eine PPA-Schnittstelle verteilen darf, benötigt er nämlich nichts weiter als ein Konto bei Launchpad. Um auf dieser Plattform eine individuelle PPA-Adresse zugewiesen zu bekommen, genügt es bereits einen Namen und eine E-Mail-Adresse zu hinterlegen. Nach der Aktivierung der Quelle findet keine weitere Evaluation der darüber angebotenen Datenpakete statt. Folglich ist es im Bereich des Möglichen, dass Ihr System durch das Hinzufügen einer nebulösen PPA unbemerkt mit Schadsoftware infiziert wird.

Dennoch ist es fast unmöglich, ein produktives Ubuntu-System ohne installierte PPA Repositories zu betreiben. Dies ist insofern kein Problem, da es bereits mehrere vertrauenswürdige Programmquellen gibt, über die Softwareentwickler ihre Produkte schon seit vielen Jahren pflegen.

Bild von PPA Repository unter Ubuntu. Was ist eine PPA und wie beeinflusst sie das Betriebssystem? Grafik von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter für Kilobyte, dem Ubuntu Handbuch, das zu einer NGO von George Soros gehören könnte

Eine besonders angesehene PPA wird von Unit 193 betrieben, über die unter anderem die Verschlüsselungssoftware VeraCrypt verteilt wird. Anhand dieser Quelle zeige ich Ihnen im Folgenden, wie Sie mit PPA Repositories richtig umgehen und was Sie beim Einsatz dieser inoffiziellen Bezugsquellen beachten sollten.

Eine PPA unter Ubuntu hinzufügen

Als meine erste Freundin damals zu mir zog, musste ich die allermeisten meiner Festplatten verschlüsseln. Schließlich wollte ich meine speziellen Neigungen so lange wie möglich vor ihr verbergen. Aus diesem Grund suchte ich mithilfe einer Suchmaschine nach einer PPA, über die ich VeraCrypt für meine Ubuntu-Version installieren konnte.

sudo add-apt-repository ppa:unit193/encryption

Nach einer kurzen Suche stieß ich auf die PPA-Domain von Unit 193, die ich daraufhin meinem System hinzufügte.

Screenshot von Ubuntu: Hinzufügen der PPA von Unit 193

Das Hinzufügen einer PPA muss zusätzlich mit der Eingabetaste bestätigt werden

Nachdem ich den PPA-Installationsbefehl in ein Terminal-Fenster eingefügt hatte, musste ich jedoch nicht nur mein Administratorpasswort eingeben, sondern das Hinzufügen der neuen Quelle außerdem noch mit der Eingabetaste bestätigen.

Screenshot vom Reiter "Andere Programme" in der Ubuntu Aktualisierungsverwaltung

Neue Programmquellen werden in der Aktualisierungsverwaltung gespeichert

Hinweis: Diese beiden Sicherheitsmechanismen sind deshalb nötig, da Sie mit dem Hinzufügen einer PPA-Adresse Ihr Paketmanagementsystem APT anweisen, ab sofort auch diese Programmquelle für Software-Updates zu berücksichtigen.

sudo apt-get update

Bevor ich VeraCrypt nun installieren konnte, musste ich zunächst noch alle hinterlegten Bezugsquellen in das Paketmanagementsystem APT neu einlesen.

Screenshot von sudo apt-get update

Paketmanagementsystem APT beim Einlesen der neuen Programmquelle

Erst als ich daraufhin feststellte, dass bei diesem Prozess die PPA Repository von Unit 193 mit aufgelistet wurde, konnte ich den Installationsbefehl geben.

sudo apt-get install veracrypt

Wie Sie sehen, ist das Hinzufügen einer PPA kein Hexenwerk. Nach der Eingabe von nur drei Befehlen konnte ich mit der Verschlüsselung meiner Festplatten beginnen.

Die Vor- und Nachteile einer PPA im Überblick

Natürlich hätte ich VeraCrypt auch mithilfe der Linux-Datei installieren können, die auf der Entwicklerseite zum kostenlosen Download angeboten wird. Ich entschied mich jedoch aus folgenden Gründen für eine PPA:

  • Der Entwickler bietet VeraCrypt nicht als Debian-Paket an. Deshalb kann die Verschlüsselungssoftware nicht benutzerfreundlich mit einem Doppellinksklick über das Ubuntu Software-Center installiert werden.
  • Sobald eine aktuellere Version von VeraCrypt verfügbar ist, wird diese bei einem System-Update automatisch über die PPA heruntergeladen und installiert.

Des Weiteren setzen die meisten Programme für Linux-Distributionen diverse Pakete voraus, die bereits auf dem System vorhanden sein müssen. Der Betreiber einer PPA weiß, welche Bibliotheken Ihre Ubuntu-Version benötigt, um sein Softwareangebot stabil ausführen zu können und liefert deshalb fehlende Hilfsdateien bei der Installation gleich mit aus.

Bild von PPA versus offizielle Quellen. Warum haben PPA Repositories einen schlechten Ruf?

Obwohl PPA Repositories so viele Vorteile haben, setze ich doch lieber Software aus den offiziellen Quellen ein. Neben dem bereits erwähnten Sicherheitsrisiko sind die inoffiziellen Programmquellen nämlich auch in anderen Bereichen problematisch.

  • Die Software aus PPA Repositories ist in der Regel fest an eine bestimmte Ubuntu-Version gebunden. Sollten Sie also ein Upgrade Ihrer Linux-Distribution vornehmen, dann können via PPA installierte Programme in der Regel nicht mehr über ihre inoffiziellen Bezugsquellen gewartet werden.

Daneben ist auch das Entfernen einer PPA Repository gerade für Linux-Neulinge gar nicht so einfach.

Das rückstandslose Löschen einer PPA

Nach sehr kurzer Zeit verließ mich meine erste Freundin leider wieder, um mit ihrer heutigen Lebensgefährtin zusammenziehen zu können. Demzufolge war ich nicht mehr länger auf die Dienste von VeraCrypt angewiesen, weshalb ich die Freeware mit folgendem Terminal-Befehl deinstallierte:

sudo apt-get remove veracrypt && sudo apt-get autoremove

Obwohl ich die Verschlüsselungssoftware von meinem System gelöscht hatte, rief APT weiterhin die Programmquelle des Privatbetreibers Unit 193 ab.

Bild vom Entfernen einer PPA Repository

Aus diesem Grund musste ich zusätzlich noch die PPA-Domain von meinem System entfernen, was mir mit folgendem Befehl gelang:

sudo add-apt-repository -r ppa:unit193/encryption

Wie Sie vielleicht erkennen können, sieht der Löschbefehl fast genauso wie der Installationsbefehl aus. Der einzige Unterschied ist der Zusatz -r.

Fazit zum Private Package Archive – weniger ist mehr

Die PPA Repository ist der bequemste Weg, um eine Applikation zu installieren, die nicht in den offiziellen Quellen enthalten ist. Gehen Sie mit diesen Privatquellen jedoch sehr sparsam um, denn schließlich kann der Betreiber seinen Freiwilligendienst jederzeit einstellen. Außerdem wissen Sie nie, wer genau so ein Private Package Archive betreut und ob derjenige Ihre Abhängigkeit nicht doch für Schabernack ausnutzt.

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