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Anleitungen vom Webworker

NVIDIA Treiber in Ubuntu installieren

Erfahrungsgemäß bereiten Grafikkarten von NVIDIA unter Ubuntu, vergleichsweise zu AMD, des Öfteren Probleme. Denn, während unter Windows sich der NVIDIA Treiber so gut wie automatisch aktualisiert, müssen Sie bei der Linux-Distribution manuell Hand anlegen. Zumindest wenn Sie immer den aktuellsten Treiber verwenden möchten. Auch bei der Treiberinstallation unter Ubuntu gibt es so einiges zu beachten.

NVIDIA Treiber und die Spiele

Screenshot von Europa Universalis 4 unter Ubuntu 12.04Ein guter Freund von mir, ein Windows-Umsteiger, wollte unter Ubuntu 12.04.5 LTS Europa Universalis 4 spielen. Wie auf dem Screenshot zu sehen, werden die Schatten als grieseliges Raster dargestellt. Er verwendet eine NVIDIA GeForce 450 GTS, die für dieses Strategiespiel wohl mehr als ausreichend ist. Als Treiber verwendete er Version 304, die in Ubuntu 12.04 so ziemlich standardmäßig zum Einsatz kommt.

Er rief mich eines Nachts an und bat mich um Rat. Als Computer-Crack hatte er natürlich schon einiges ausprobiert.

  • Über den Menüpunkt „Zusätzliche Treiber“ versuchte er die Treiberversion 331 zu installierten. Ohne Erfolg.
  • Egal, was er alles versuchte, Ubuntu brachte immer die Fehlermeldung: „You appear to be running an X server; please exit X before installing.“

Diese Meldung bedeutet zusammengefasst so viel wie, dass der Treiber nicht über die grafische Oberfläche installiert werden kann.

Installationsanleitung unter Ubuntu

Screenshot von NVIDA Treiber Downloads (Ubuntu)Um einen NVIDIA Treiber unter Ubuntu zu installieren, surfen Sie zunächst auf das Treiberportal des Grafikkartenherstellers. Geben Sie zuallererst Ihre Modellnummer ein. Als Betriebssystem nehmen Sie entweder Linux-32-bit oder Linux-64-bit je nachdem, was für Sie zutrifft. Klicken Sie auf die Schaltfläche „SUCHEN“ und laden Sie einen aktuellen Treiber herunter. Wichtig: Nehmen Sie keine BETA-Treiber. Unter Ubuntu 12.04.05 LTS funktioniert Version 331 und 340 sehr gut.

Bildschirmfoto von NVIDIA InstallationJetzt kommt der schwierigste Teil. Loggen Sie sich aus der grafischen Oberfläche aus. Drücken Sie dazu die Tastenkombination Strg + Alt + F3. Geben Sie nun Ihren Benutzernamen und Ihr Sudo-Kennwort ein. Sie sollten eine schwarze Konsole vor sich sehen. Stoppen Sie X mit sudo service lightdm stop. Navigieren Sie weiter in das Verzeichnis, in diesem sich die Treiberdatei befindet, zum Beispiel cd Downloads.

  • Starten Sie die NVIDIA Treiberinstallation mit sudo sh ./NVIDIA-Linux(Versionsname).
  • Folgen Sie dem Menü. Prinzipiell können Sie alles mit „Accept“ durchklicken.
  • Nach der Installation, sehen Sie wieder eine schwarze Eingabekonsole. Starten Sie Ubuntu neu mit sudo reboot.

Grafikkarte weiter konfigurieren

Konfiguration von NVIDIA Grafikkarte unter UbuntuUm zu sehen, ob alles geklappt hat, suchen Sie in der Ubuntu Dash-Startseite nach NVIDIA X Server Settings. Gleich zu Beginn erscheint auf der rechten Menüseite die Version des Grafikkartentreibers. Im Menü selbst haben Sie dann noch die Möglichkeit, Ihre Grafikkarte manuell zu konfigurieren. Wobei dies eigentlich nicht nötig ist.

Weitere Tipps und eventuelle Schwierigkeiten

Wenn Sie schon dabei sind einen Treiber aus dem Depot herunterzuladen, laden Sie gleich zwei Versionen herunter. Probieren Sie erst die neuere Version zu installieren. Sollte es zu Problemen kommen, können Sie nach derselben Anleitung einen älteren Treiber installieren. Die Dateien werden dabei automatisch überschrieben.

Mein Freund verwendet die NVIDIA Version 340 und sein Europa Universalis 4 läuft einwandfrei. Interessanterweise benötigt man für dieses Spiel, spielt man es unter Ubuntu, mehr Ressourcen als unter Windows. Für Linux wird eine etwas neuere GeForce 9600 empfohlen, für Windows tut es noch eine GeForce 8800. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass die 9600 standardmäßig OpenGL 2.1 unterstützt und Europa Universalis 4 darauf programmiert wurde.

Fazit

Generell sollten Sie niemals den offenen Grafikkartentreiber von Ubuntu verwenden. Dies gilt auch für AMD-Grafikkarten. Sie werden bei Spielen damit niemals das Maximale aus Ihrer Hardware herausholen. Falls Sie sich fragen, welchen Hersteller ich für Ubuntu besser finde, würde ich zunächst einmal antworten: „Es ist völlig egal!“ Wenn Sie vor allem native Linux-Spiele spielen wollen, tendiere ich jedoch eher zu AMD. Gerade bei offenen Schnittstellen (OpenGL/OpenCL) ist dieser Hersteller aus dem leistungstechnischem Blickwinkel betrachtet, immer einen Schritt voraus. Achtung: Kenner würden jetzt eventuell noch das Argument Mantle hinzufügen. Das ist die hauseigene AMD-Schnittstelle. Diese greift jedoch nur bei diversen Spiel-Engines. Soweit ich das überblicken kann, befindet sich bisher noch kein Spiel darunter, dass nativ für Linux portiert wurde.

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(Screenshots: Europa Universalis 4 & NVIDA X Server unter Ubuntu 12.04)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung

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