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Muss Wärmeleitpaste ausgetauscht werden?

In einem Computersystem ist die CPU das Element, welches so gut wie nie eines natürlichen Todes stirbt. Einmal einen Prozessor auf ein Mainboard gesetzt, rechnet dieser problemlos zehn und mehr Jahre vor sich hin. So gut wie alle Zentraleinheiten werden mithilfe eines CPU-Kühlers gekühlt, dies ist wichtig, denn dauerhaft zu viel Hitze verkürzt die Lebenszeit dieses Bauteils ungemein. Zwischen Kühleinheit und CPU befindet sich Wärmeleitpaste (englisch heat transfer paste), welche mögliche Hohlräume der beiden Komponenten ausfüllt und die Wärme schnell vom Prozessor zum passiven Kühlblock weiterleitet.

Wärmeleitpaste hält nicht ewig

Die wenigsten Computerbenutzer wissen, dass Wärmeleitpaste ein Wartungsgegenstand ist und von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden sollte. In diesem Artikel erfahren Sie zum einen, warum Wärmeleitpaste ausgetauscht werden muss und wie oft dieser Austausch stattfinden sollte. Zum anderen sage ich Ihnen, was es beim Kauf von Wärmeleitpaste zu beachten gilt, damit ein System über viele Jahre zuverlässig funktioniert.

Bild von einer Spritze mit MX-2 Arctic Wärmeleitpaste
Die Zusammensetzungen der Wärmeleitpasten sind unterschiedlich. In der Regel bestehen die Mixturen aus Bornitrid, Zinkoxid sowie Aluminiumoxid, welches sich in einer polysynthetischen Ölbasis befindet. Der Hauptgrund für das Altern von Wärmeleitpaste ist der Folgende:

  • Durch den starken Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit verdunsten die Inhaltsstoffe der Wärmeleitpaste, die für die Fluidität sorgen, sehr langsam aber stetig.

Ein Praxisbeispiel:

An einem kalten Wintertag spielen Sie seit drei Stunden Battlefield 4 auf einem 64-Slot-Server bei geschlossenem Fenster. Ihre Mutter tritt ein, denn sie möchte Ihr Zimmer aufräumen. Sie gehen in der Zwischenzeit zur Bushaltestelle mit einigen Jugendlichen aus der Nachbarschaft eine rauchen. Ihre Mutter lüftet während des Putzens und sorgt damit für ein rasches Abkühlen Ihres Computersystems und für einen starken Anstieg der Luftfeuchtigkeit. Sie kommen wieder nach Hause, schließen das Fenster und loggen sich direkt wieder ein. Das System wird rasch wieder erhitzt und die Luftfeuchtigkeit sinkt.

  • Als Ergebnis davon wird die Paste hart und bröselig. Die Hohlräume zwischen CPU und Kühler werden beim Erwärmen nicht mehr vollständig geschlossen und die Wärme damit schlechter abgeführt. Ihr CPU-Kühler gleicht dies aus, indem dieser sich schneller dreht, dadurch lauter wird und mehr Energie verbraucht.

Wann sollte Wärmeleitpaste ausgetauscht werden?

Außerhalb von Serverzentren unterliegen alle Computer diesen Schwankungen. Wann die Wärmeleitpaste also verbraucht ist, hängt mit der Beanspruchung der Hardware zusammen.

  • Gaming-/Render-PCs: Der Austausch sollte alle zwei Jahre stattfinden.
  • Office-PCs: Hier ist das Auffrischen der Wärmeleitpaste nur alle drei bis vier Jahre notwendig.

Hinweis: Immer wenn Sie einen neuen Kühler auf Ihren Prozessor bauen, ist ein kompletter Austausch der Wärmeleitpaste notwendig.

Wie wird Wärmeleitpaste ausgetauscht – Anleitung

Zum Austausch der Wärmeleitpaste gehen Sie wie folgt vor:

  1. Entfernen Sie Ihren CPU-Kühler.
  2. Befreien Sie Ihre CPU von der alten Wärmeleitpaste. Tipp: Am besten verwenden Sie dafür hochprozentigen Alkohol, den Sie auf ein Taschentuch träufeln. Wichtig: Schleifen Sie den Prozessor auf gar keinen Fall ab.
  3. Befreien Sie nach derselben Methode die Unterseite Ihres CPU-Kühlers von der alten Paste.
  4. Geben Sie einen haselnussgroßen Tropfen der frischen Wärmeleitpaste auf die Mitte der Oberseite Ihres CPUs. Hinweis: Nur auf die CPU und nicht auf den Kühler.
  5. Drücken Sie von oben Ihren Kühler auf die CPU und befestigen Sie diesen am Sockel. Damit wird die Wärmeleitpaste automatisch verteilt.

Woran erkennen Sie gute Wärmeleitpaste?

Die Wärmeleitpaste, die sich standardmäßig bei CPU-Kühlern mit im Lieferumfang befindet, ist ein Anfang, jedoch viel zu flüssig. Gute Wärmeleitpaste erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Viskosität: Achten Sie beim Kauf einer neuen Wärmeleitpaste darauf, dass diese sehr zähflüssig ist.
  • Dichte: Je höher die Dichte einer Paste, umso besser leitet diese Wärme.
  • Außerdem sollte Wärmeleitpaste nicht statisch aufladbar sein.

Ein Richtwert: 4 Gramm gute Wärmeleitpaste kostet zwischen 4,50 und 6,50 Euro und genügt für vier Anwendungen. Solange die Paste in der Spritze bleibt, ist diese uneingeschränkt haltbar.

Fazit

Bild eines CPU-Kühlers

Ich unterziehe meine Computersysteme alle zwei Jahre einer Wartung. Dazu entferne ich den kompletten Staub aus dem Gehäuse sowie aus den Lüftern und erneuere die Wärmeleitpaste. Ich überprüfe die S.M.A.R.T.-Werte der Festplatten und tausche diese gegebenenfalls aus. Durch diese Wartungsintervalle habe ich hier zum Beispiel noch einen alten AMD Athlon 64 4200+ stehen, der unter Ubuntu 12.04 LTS noch einwandfrei funktioniert.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • itzenplitz sagt:

    Hallo Sascha,
    nachdem auch dank Deiner Hilfe mein System incl. Win 10 in VMware hervorragend funktioniert, bekomme ich plötzlich ein neues System geschenkt:
    Asus Board H170 Pro Gaming
    Intel Core i7-6700 CPU mit HD Graphics 530
    sowie 16 GB DDR4 (2×8) Kingston Fury
    Bei Windows müsste jetzt eine komplette Neuinstallation erfolgen um ein fehlerfreies System zu haben.
    Meine Frage an Dich:
    wie verhält sich Ubuntu (14.04.3 LTS)? muss auch hier eine Neuinstallation erfolgen?
    Bei meiner Suche fand ich bei ubuntu-users u.a. einen Hinweis,das ggf. der Kernel geändert werden sollte (müsste). Da mein Wechsel von Win. zu Linux erst kürzlich stattfand, bin ich mir über o. a. Verfahren unsicher. Bei Wi. werden die Boardtreiber installiert und gut ist. Alle meine neuen Teile sind so „taufrisch“ das ich auf den einschlägigen Homepages nichts verwertbares für mich gefunden habe. PS: Das onboard Graphicmodul möchte ich nicht nutzen, lieber meine Nvidia GTX 560Ti.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Du mir auch diesmal mit Deinem Rat helfen könntest, denn aus Gründen des Familienfriedens muss ich das „Neue“ installieren.

    Mit netten Grüssen

    itzenplitz

    • Kilobyte sagt:

      Hi, welch‘ nettes Geschenk 🙂 Wenn du die gleiche Grafikkarte weiterverwendest musst du nichts neu installieren. Vorher eventuell Onboard-Grafik übers UEFI/BIOS deaktivieren und los geht’s. Alles was du brauchst, ist bereits im LTS-Kernel enthalten, denn es handelt sich ja um aktuelle Hardware.

      Viel Spaß mit dem neuen System!
      Sascha

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