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Anleitungen vom Webworker

Mein Job bei Content.de – Interview

Für Webworker gibt es Internetplattformen, bei denen man für das Schreiben von Texten Geld verdienen kann, eine der Bekanntesten ist Content.de. Mir ist es gelungen ein Interview mit einer sehr erfolgreichen Autorin dieser Plattform zu erhaschen und ihr einige Tipps zu entlocken, die Einsteigern oder eventuell erfolglosen Autoren helfen können. Außerdem räumt sie mit Vorurteilen gegen Content.de auf, welche in Erfahrungsberichten von meinen Bloggerkollegen im Umlauf sind.

Bild von Daniela Hubters - Autorin bei Content.deMit über 1000 (Stand 05.03.2014) verkauften Texten und mit 99,91% positiven Bewertungen, gehört Daniela Huberts, Baujahr 1988, zur Spezies der sehr erfolgreichen Autoren auf Content.de. Sie ist die klassische selbstständige Webworkerin, die neben Content.de noch auf anderen Textplattformen und im Backline von Internetplattformen und Blogs tätig ist.

Wie alle ihre erfolgreichen Kollegen auf Content.de, ist auch Daniela sehr zurückhaltend und ich habe das Interview nur aufgrund der Tatsache bekommen, weil ich mit ihr seit Jahren an einem Projekt arbeite. Ich bin deshalb sehr dankbar dafür.

So ticken gute Autoren bei Content.de

Du bist jung und hast dich dafür entschieden im Internet dein Geld zu verdienen, warum hast du nichts Richtiges gelernt?

*lacht* Die Frage erinnert mich an das Lied „Junge“ von den Ärzten. Gelernt habe ich im Leben schon viel. Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Systemadministratorin abgeschlossen und danach Mediendesign studiert, bin also eine Bachelorette *lacht*.

Für die Selbstständigkeit habe ich mich deshalb entschieden, weil ich seit 1998 im Internet lebe und zu den 10 Arten von Menschen gehöre, die Binärcode verstehen.

Wie kamst du dazu Texte zu verkaufen und warum schreibst du auch bei Content.de?

Ich arbeite seit 2004 schon für verschiedene Webportale im Bereich Elektronik. Während des Studiums habe ich eine weitere Gelegenheit gesucht, im Internet nebenbei etwas Geld zu verdienen und kam zu Helpster. Als dann mein Studium sich dem Ende neigte und ich keine Zeit mehr zum Schreiben der Texte hatte, hörte ich zunächst auf. Als ich anschließend wieder bei Helpster anfangen wollte, war das Unternehmen in der Krise und es gab dort leider keine Aufträge mehr.

Bevor ich den Weg in ein Volontariat gehe, entschloss ich mich erst einmal die Selbstständigkeit zu versuchen, meldete mich bei diversen Textbörsen an, u. a. Content.de und bewarb mich für weitere Internetportale als Ghostwriterin.

Wie sieht seither dein Tagesablauf aus?

Ich stehe jeden Tag, also sieben Tage die Woche, um 8.00 Uhr auf. Von 8.30 – 12.30 Uhr bearbeite ich die Aufträge, vorrangig sogenannte Direct Orders und mache dann eine Stunde Mittagspause. Im Anschluss kümmere ich mich um die Texte, welche nicht über Textbörsen laufen, für Blogs oder Internetportale.

Für jeden Tag setze ich mir einen zu erreichenden Tageslohn. Ist dieser erreicht, meist so zwischen 16.00 und 17.00 Uhr, kümmere ich mich um Freund, Freunde, mein Pferd, gehe einkaufen, spiele Guild Wars 2 usw.

Content.de konkret – Tipps vom Profi

Bei Content.de verdienen Autoren pro Wort durchschnittlich 0,015 Euro. Warum verkaufst du deine Texte für so wenig Geld?

Die Frage geht von Open Orders auf derzeitiger Stufe 4 aus. Wer ernsthaft mit Content.de zusammenarbeiten möchte, der sollte Grundsätzliches verstehen. Das Verkaufen von Texten bei Content.de ist eine B2B-Beziehung und kein Arbeitnehmer-Angestellten-Verhältnis. Bevor ich einen Auftrag mit diesen Modalitäten annehme, überlege ich mir:

1.) Hat der Auftraggeber häufiger Texte in Content.de eingestellt und besteht die Möglichkeit für mich, sollte er mit meiner Arbeit zufrieden sein, langfristig in Form von Group- bzw. Direct Orders eine Geschäftsbeziehung aufzubauen?

2.) Bin ich im Thema oder müsste ich erst eine aufwendige Recherche durchführen, um den Auftrag zu bearbeiten?

3.) Besteht zur Zeit eine saisonale Auftragsflaute und ich bin froh überhaupt etwas zu schreiben, um meine Fixkosten zu decken?

Gerade am Anfang, wenn ein Autor noch ein unbeschriebenes Blatt bei Content.de ist, sind Open Orders mit der oftmals geringen Vergütung und viel Recherchearbeit notwendig, um sich zu empfehlen und das erste richtige Geld zu verdienen.

Ich bin neu bei Content.de registriert, wie gehe ich vor?

Tut mir leid, die Frage ist zu allgemein, um eine Empfehlung auszusprechen.

Was sind die typischen Fehler von Neulingen?

Es wird suggeriert, dass bei Content.de jeder ganz einfach mit dem Schreiben von Texten, auch vom Strand in El Arenal, Geld verdienen kann. Schreiben lernt man schließlich in der Schule und es kann jeder.

Die Texte, die auf Content.de gesucht werden erfordern jedoch ein großes SEO-Wissen, Internetaffinität und zumindest ein grundsätzliches technisches Verständnis wie das Web funktioniert. Nur weil ein Text keywordoptimiert aufgebaut sein soll, besteht dieser nicht nur aus Phrasen, Partikeln und Keywords.

Ein weiterer Fehler wird beim Bewerbungstext für Content.de begangen, wenn man sich hier nicht 100% ins Zeug legt. Wer auf Stufe 3 eingestuft wird, kann sein Konto direkt löschen. Nicht wegen des geringen Verdienstes, sondern wegen den kaum vorhandenen Aufträgen, um sich für höhere Dinge auszuzeichnen.

Ansonsten glaube ich auch nicht daran, dass jemand der Vollzeit arbeitet, nebenbei bei Content.de erfolgreich sein kann. Die Auftraggeber finden ziemlich schnell raus, welche Intention der Autor beim Bearbeiten der Artikel hat. Wer am Abend auf die Schnelle einen Artikel schreibt und inhaltslosen Text um das Keyword baut, der wird auf die Dauer keine Aufträge mehr zu Gesicht bekommen. Die Auftraggeber können Autoren nämlich auch von Artikeln ausschließen.

Ich muss trotzdem noch mal auf den Verdienst zurückkommen. Ist es nicht traurig für den Autor, wenn dieser einen Artikel für 6,00 Euro schreibt und der Auftraggeber damit ein Vielfaches verdient bzw. den Ruhm dafür einsackt?

Wenn ein Schreiner eine Kommode baut und diese dem Käufer für 100,00 Euro verkauft, dieser dann die Kommode in 10 Jahren für 5000,00 Euro weiterverkauft, bekommt der Schreiner davon auch nichts ab.

Ich habe das Produkt Text, welches ich verkaufe. Der Käufer kann damit dann machen was er möchte. Der Ruhm ist die Vergütung.

Wer Texte im Internet kauft, tätigt eine Investition. Nicht jeder Text rechnet sich am Ende, also trägt der Auftraggeber auch ein gewisses Risiko.

Bin ich richtig bei Content.de?

Was muss deiner Meinung nach ein Autor bei Content.de mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Er muss selbstständig denken, handeln und verhandeln, sowie sich selbst motivieren können.

Was gefällt dir bei Content.de besser als bei anderen Textbörsen?

Content.de ist eine eigene Welt, in der es möglich ist, sich eine Reputation aufzubauen. Große Auftraggeber suchen langfristig gute Autoren für ihre Texte und behandeln diese mit Respekt.

Bei Content.de ist eine Auszahlung jederzeit möglich, diese dauert in der Regel nur 1 – 2 Tage. Der Support und das Bewertungssystem sind sehr fair.

Woran könnte die Textplattform noch arbeiten?

Die Webseite ist zeitweise äußerst langsam, eine Investition in neue Servertechnik wäre eventuell angebracht.

Des Weiteren wäre eine Duden-Applikation, nach Vorbild Helpster, für die Autoren äußerst hilfreich, welche auch Kommata und Grammatikfehler erkennt.

Was sich sehr gebessert hat, ist das Briefing für Autoren von neuen Auftraggebern. Je konkreter dieses ist, umso schneller und hochwertiger kann der Text gestaltet werden. Hier habe ich das Gefühl, das Content.de den Auftraggebern schon kräftig unter die Arme greift.

Auf der Suche nach Interviewpartnern, welche erfolgreich auf Textbörsen sind, nicht nur bei Content.de, habe ich nur Absagen bekommen. Gut, dies könnte daran liegen, dass mein kleiner Blog hier noch relativ wenig Reichweite hat, könnte es vielleicht noch einen anderen Grund geben?

Natürlich herrscht unter den „guten“ Autoren ein Wettbewerb um die besten Aufträge. Warum sollte man also seine Trickkiste öffnen, um neue oder bisher nicht so erfolgreiche Konkurrenz zu stärken?

Fazit

Ich denke Daniela Huberts hat ihre Trickkiste für mich ein wenig geöffnet. Für mich wäre das Schreiben für Content.de nichts, dazu fehlt mir der Ehrgeiz und mich schreckt der Gedanke ab, dass meine liebevoll erstellten Artikel unter anderer Flagge erscheinen.

Besonders aufschlussreich fand ich die Tatsache, dass es trotzdem möglich ist, seinen Lebensunterhalt mit Textbörsen zu finanzieren.

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Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Eveline sagt:

    Einen schönen guten Tag! Ich habe das Interview mit großem Interesse gelesen. Ich bin 1953 geboren und wurde im Mai 2014 arbeitslos, weil mein Vertrag als Assistentin der Vertriebsleitung nicht mehr verlängert wurde. Leider sehe ich als Frau meines Alters keine Chance mehr in ein Arbeitsverhältnis zu kommen und bin deshalb auf der Suche nach Alternativen. Mir wurde des Öfteren schon zu Textbroker geraten, bisher habe ich mich jedoch noch nicht wirklich getraut einen Bewerbungstext dort abzuliefern. Die Ausführungen von Frau Huberts zu Content.de sind jedoch wirklich sehr interessant und deshalb werde ich morgen dort einen Text abliefern und hoffe auf eine Stufe über 4 zu kommen. In meinem Bekanntenkreis bin ich leider nicht die Einzige, die mit 61 Jahren arbeitslos wurde und jetzt noch einige Jahre bis zur Rente überbrücken muss.

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