Bild von FirmenlogoKilobyte ist ein Infoportal, für Webworker, Software Anleitungen und Internetliebhaber, verfügt über 213 Artikel aus den Themenbereichen Ubuntu Anleitungen, Hardware Anleitungen, Netzfragen, Open Source sowie Anleitungen für soziale Netzwerke. Dankeschön für 583 Kommentare und Ihren Besuch.

Anleitungen vom Webworker

Lizenzfreie Musik für YouTube

Sie möchten mit YouTube-Videos Geld verdienen und suchen nach lizenzfreier Musik? Wussten Sie, dass es überhaupt keine lizenzfreie Musik gibt und immer ein Urheber mit Rechten hinter einem Musikstück steht? Trotzdem gibt es einen sicheren Weg, wie Sie Ihre Videos mit einer Musikspur hinterlegen und trotzdem monetarisieren können.

Falsche Informationen zu Lizenzen

Bild von kostenloser YouTube MusikIm sozialen Videonetzwerk YouTube sind die ganze Zeit sogenannte Crawler aktiv, welche Videos nach lizenzierter Musik untersuchen. Kommt es zu einer Übereinstimmung, ist dies nicht unbedingt ein Problem. Unterhalb der Videobeschreibung erscheinen dann Informationen zum Künstler und der Name des verwendeten Musikstücks. Solch ein Szenario gibt es millionenfach auf YouTube, und wenn die GEMA den Song nicht gesperrt hat, ist das Video auch ganz normal anzusehen.

  • Sobald der Crawler jedoch lizenzierte Musik gefunden hat, ist die Monetarisierungsfunktion für dieses Video abgeschaltet. Mir¹ ist kein Fall bekannt, dass jemand dadurch abgemahnt oder von YouTube gesperrt bzw. mit einem „Strike“ belegt wurde.
  • Ein weiterer Irrglaube ist, dass Musik von Incompetech lizenzfrei sei. Der Komponist Kevin MacLeod bietet Lieder als „Royalty-Free Music“ an, die unter der Creative Commons Lizenz CC BY 3.0 stehen.

Creative Commons LizenzvertragDas bedeutet, Sie dürfen die Musik kommerziell benutzen, Ihr Video damit also monetarisieren, den Song verändern (schneller machen oder abschneiden) und unter gleichen Lizenzbedingungen weiterverbreiten. Kevin MacLeod kann die Lizenz auch nachträglich nicht mehr abändern.

Share — copy and redistribute the material in any medium or format. Adapt — remix, transform, and build upon the material for any purpose, even commercially. The licensor cannot revoke these freedoms as long as you follow the license terms.

Creative Commons Corporation: Attribution 3.0 Unported. creativecommons.org (03/2016).

  • Ebenso Bestandteil dieser Lizenz ist die volle Nennung des Urhebers. Kevin MacLeod stellt sich das so vor:

Title Kevin MacLeod (incompetech.com) Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Wobei „Title“ durch den verwendeten Liednamen geändert werden muss. Unklar ist, ob diese Informationen nur in der Videobeschreibung oder zusätzlich auch im Video stehen müssen. Ich würde behaupten, die Videobeschreibung ist ausreichend, die Suchmaschinencrawler können keinen Bild- und Videoinhalt (noch nicht) lesen, demnach würden sowieso nur die Informationen in der Videobeschreibung indexiert werden.

Sie sehen also, „Royalty-Free Music“ ist alles andere als lizenzfrei und es gibt sehr viel zu befolgen und zu beachten.

Alternative bietet YouTube selbst

Im Zuge seiner Update-Wellen, hat YouTube Ende 2013 für die Videoproduzenten eine wesentlich einfachere und vielseitigere Alternative geschaffen, die Audio-Bibliothek.

Screenshot von YouTube Video-Tools

Wenn Sie nach dem Einloggen auf YouTube, ²rechts oben auf Ihr Profil-Bild und weiter auf „YouTube Studio“ klicken, finden Sie links unten den Reiter „VIDEO-TOOLS“. Klicken Sie auf diesen Reiter, öffnet sich die Audio-Bibliothek. Dort können Sie lizenzfreie Musik für YouTube anhören und herunterladen.

  • Sortiert nach Genre, Instrument, Dauer und Stimmung ist es möglich, diese dort angebotenen Lieder für Ihre Videos zu verwenden und damit natürlich auch zu monetarisieren.
  • Alle Musikstücke können im MP3-Format heruntergeladen, und mit einem Videoschnittprogramm problemlos weiterverarbeitet werden.

Die Liedtitel dieser Bibliothek werden regelmäßig erweitert.

Screenshot von YouTube Audio Bibliothek

Musikstücke, die speziell für Anlässe wie Weihnachten oder Ostern geeignet sind, werden optisch mit beispielsweise einer Schneeflocke oder einem Häschen gekennzeichnet.

Seit April 2014 ist es sogar möglich, lizenzfreie Sounds für YouTube herunterzuladen. Über den Reiter “Soundeffekte” finden Sie meistens lustige Sounds wie ein schreiendes Baby, einen Furz aus einem Cartoon oder eine quietschende Tür.

Screenshot von YouTube Soundeffekte

Auch diese Rubrik wird von YouTube ständig erweitert und bietet bereits jetzt mehrere hundert Tracks. Wenn es wie oben behauptet keine lizenzfreie Musik gibt, müssen die Dateien aus der Audio-Bibliothek auch irgendeine Lizenz haben. Dem ist auch so, die Lizenzen für diese Lieder und Sounds sind sogar wesentlich schärfer als die von Kevin MacLeod, zumindest außerhalb von YouTube.

Lizenzen für YouTube-Musik

  1. Musik und Soundeffekte aus der YouTube Audio-Bibliothek dürfen außerhalb von YouTube nicht verwendet oder geteilt werden.
  2. Dafür bekommen Sie die Berechtigung von YouTube, Videos mit diesen Musikdateien zu monetarisieren: „Du kannst Musikdateien aus dieser Bibliothek in Videos verwenden, mit denen du auf YouTube Einnahmen erzielst“. (Quelle / Stand 02/14).

Fazit und Empfehlungen

Ich würde ausschließlich die von YouTube angebotene, freie Musik verwenden und mich nicht mehr auf Dritte einlassen, egal, unter welcher Lizenz diese ihre Stücke angeboten haben. YouTube hat schließlich selbst ein großes Interesse daran, dass die Videoproduzenten gute Videos liefern und ich möchte nicht wissen, was die Videoplattform den Komponisten der Lieder aus der Audio-Bibliothek zahlt, damit die YouTube-Benutzer diese verwenden können.

Verwandte Themen:

Mehr Aufrufe auf YouTube bekommen – so geht’s
Wer hat mich abonniert?

(Screenshots: YouTube Audio-Bibliothek)

¹Alle im Artikel enthaltenen Informationen sind keine Rechtsberatung und ohne Gewähr. Die Daten basieren alle auf persönlicher Erfahrung und den Quellen, welche sich jederzeit ändern können.
²Artikel wurde am 11. September 2014 aktualisiert.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Nina195k sagt:

    Hallo du 😀

    Vielen Dank für den tollen Artikel! Als ich mit youtube angefangen hab stand ich vor dem Musik-Problem, ohne dich wäre ich wohl nit weitergekommen.

    DANKE!!! Und liebe Grüße

  • Melly Doom sagt:

    Huhu 🙂
    Ich sage herzlichen Dank für die coole Anleitung. Ich hab jetzt ein Jahr Youtube Pause gemacht und lese gerade so was sich alles verändert hat und das ist ne ganze Menge. Deine Tipps hier sind echt hilfreich. Früher war das immer total stressig Musik zu finden die legal war bis ich dann überhaupt keine Musik verwendet habe. Mit der Youtube Musik ist das Problem wenigstens schonmal gelöst 🙂 Die Soundeffekte sind auch ziemlich cool. Jetzt brauch ich nur noch ein neues Mikro dann gehts wieder los. Ich habe meine Kanal Adresse oben angegen, ich hoffe das ist okay, würde mich auf support freuen 🙂 GLG und wirklich sehr coole Sache die du hier hast. Danke Melly!

  • Dag sagt:

    Hallo Kilobyte,
    habe deinen Artikel gerade erst gefunden. Dass manche Musiker ihre Songs kostenlos für Videovertonungen zur Verfügung stellen, find ich ja auch toll – allerdings finde ich es erstaunlich, wenn die Songs dann auch kommerziell genutzt werden können. Ich bin selbst Musiker und verdiene damit mein täglich Brot. Auf Meiner Seite http://www.terrasound.de/lizenzfreie-musik-fuer-youtube-videos/ biete ich einen kleinen Teil meiner Stücke ebenfalls kostenlos an – allerdings nur für private, nicht-kommerzielle Nutzungen (also ohne Monetarisierung).

    Ich finde, wenn man schon seine Videos monetarisiert, dann sollte man fairerweise dem Musiker zumindest einen kleinen Obulus geben.

    Wie siehst du das?
    VG

    • Bökmann sagt:

      Ich bin ebenfalls Musiker aber analog in Bands und mache Naturvideos auf Youtube. Ich hatte schon viele Probleme wegen der Musik, weshalb ich immer nur noch die hier angepriesene Audio-Bibliothek verwende. Es kommt auf die Musik an: 10 Minuten mit Cubase Dateien aneinanderreihen ist mir keinen „Obulus“ wert. Wenn jemand jedoch eigene Kompositionen mit echten Instrumenten einspielt und abmischt ist es natürlich etwas ganz anderes. Das ist jetzt nichts gegen dich Dag sondern allgemein an digitale Musiker gerichtet: Hättet ihr erstmal auf die Musik und nicht auf die Tantieme geschaut, gäbe es keine Audio-Bibliothek und es hätte sich ein vielleicht besserer Markt entwicklen können. Nur meine 2 cents.

      • Kilobyte sagt:

        Hallo ich mische mich mal mit ein 🙂 Für Videomacher auf YouTube ist die richtige Musik ein exzellentes Stilmittel, um den Zuschauer zu binden und visuelle Eindrücke zu untermauern. Demnach benötigt jedes Video Musik und es gibt einen riesigen Markt.

        Die Musikbeschaffung ist jedoch nervig. In den YouTube Bibliotheken ist 80% Schrott und 20% Gold. Letzteres ist aber in jedem vierten Video, sodass der o. g. Effekt auf Zuschauer, die viel auf YouTube unterwegs sind, stark abnimmt.

        Wenn ich 65,00 Euro für ein Lied zahle, muss das Video schon ein absoluter Treffer sein, um die Kosten zu decken. Klar, ich könnte das Lied in allen Videos verwenden, dann habe ich aber wieder das gleiche Problem wie bei den Bibliotheken Liedern.

        Kevin McLeod, 5xL Beats oder Vincent Lee sind nur drei Musiker, die immer wieder neue Stücke komplett frei verfügbar angeboten haben, „berühmt“ wurden und jetzt teilweise eigene Radio Shows haben, Alben verkaufen oder direkt auf der Google-Gehaltsliste stehen. Auch ein Weg.

        Die Beschaffung der Musik für Videoproduzenten und der Vertriebsweg für Musiker bleibt also weiterhin schwierig.

        Ich hätte z. B. große Verwendung für den Track „Little Sunshine“ von Dag. Aber 60 Ökken, was es bestimmt Wert ist, hole ich nicht bei Videos dieser Kanäle wieder rein. Es lebe die Marktwirtschaft 😉

        In diesem Sinne an alle Musiker -> hier klicken.

  • Haggis sagt:

    Hallo Kilobyte,
    danke erstmal für deinen interessanten Artikel. Die Sache mit Kevin MacLeod habe ich nicht ganz verstanden. Die CC BY 3.0-Lizenz besagt doch, dass Musik kommerziell genutzt werden darf – ich sie also z.B. unter einen Imagefilm legen darf. Dazu ist nur die Namensnennung erforderlich….

    • Kilobyte sagt:

      Hallo Haggis,

      genauso steht es im Artikel 🙂 Im Original ist der Wortlaut „for any purpose, even commercially.“ Bei Kevin McLeod im Royalty Free Bereich gabs noch nie Probleme. Der macht zwischenzeitlich sogar direkt für YouTube Musik und ist auch in der Audio-Bibliothek zu finden. Kannst du also verwenden und monetarisieren.

  • Carla Nails sagt:

    Hallo zusammen, ich bin Carla und mache in Zukunft Reviews auf YT zu Nails und Nailprodukten. Danke für die Infos zur Musik, ich will nämlich nichts falsch machen – ich habe das Musik Archiv jetzt gefunden 🙂 *freu* Schade das man keine Chartmusik verwenden und trotzdem monetarisieren kann, meinetwegen auf 20 Sekunden begrenzt oder so, wäre voll cool. Naja, ich weiß jetzt bescheid und hoffe ich bekomme keine Probleme. GLG, Carla Nails

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*