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Anleitungen vom Webworker

In Ubuntu mit TrueCrypt verschlüsseln – Anleitung

Mindestens ein verschlüsselter Datenträger gehört für mich zu jedem gut konfiguriertem System. Auch wenn es unter Ubuntu mit TrueCrypt nicht möglich ist, die Systemfestplatte zu verschlüsseln, hat dieses Programm viele Vorteile gegenüber der Ubuntu-Verschlüsselung. Ich erläutere hier, wie Sie TrueCrypt über die Konsole installieren, damit einen Datenträger verschlüsseln und auftretende Fehler beseitigen.

TrueCrypt 7.1a unter Ubuntu installieren

Thumbnail TrueCryptBevor Sie mit TrueCrypt einen Datenträger verschlüsseln können, müssen Sie natürlich erst die Software installieren. Die Pakete dazu befinden sich nicht im Ubuntu Software-Center oder in Synaptic. ¹Aufgrund des plötzlichen Entwicklungsstopps der TrueCrypt Software mit der hanebüchenen Behauptung die Software sei unsicher, gibt es ebenfalls keine PPA mehr für die Ubuntu-Installation. TrueCrypt muss deshalb manuell installiert werden.

Diese beiden Dateien, mit der letzten voll funktionsfähigen Linux-Version sind bei mir gehostet und bleiben es auch.

  • Nach dem Download navigieren Sie über das Terminal in den Download-Ordner: “cd /home/Benutzername/Downloads“.
  • Die Datei entpacken Sie ebenfalls übers Terminal mit: “tar xzvf truecrypt*.gz“.
  • Die Installation starten Sie mit: “./truecrypt-7.1a-setup-x86” bzw. “./truecrypt-7.1a-setup-x64“.

Nach der erfolgreichen Installation kann TrueCrypt über die Ubuntu Dash-Startseite geöffnet werden.

Mit TrueCrypt eine Festplatte verschlüsseln

  1. Öffnen Sie TrueCrypt.
  2. Klicken Sie auf “Create Volume”.
  3. Nun haben Sie die Wahl, ob Sie einen Container oder eine komplette Partition verschlüsseln wollen. Für letzteres wählen Sie “Create a volume within a partition/drive”.
  4. Im nächsten Schritt haben Sie die Option die verschlüsselte Partition zu verstecken, wenn Sie dies nicht möchten, wählen Sie “Standard TrueCrypt volume”.
  5. Über die Schaltfläche “Select Device” können Sie nun den Datenträger auswählen, welchen Sie verschlüsseln möchten. Es spielt dabei keine Rolle ob der Datenträger eine Festplatte, SSD oder ein USB-Stick ist.
  6. Im nächsten Schritt können Sie einen Verschlüsselungsalgorithmus auswählen, die Beschreibung wie welcher Algorithmus funktioniert steht nach Auswahl im Beschreibungsfenster.
  7. Im folgenden Fenster müssen Sie Ihr Kennwort zur Entschlüsslung angeben. TrueCrypt wünscht sich hier ein Passwort mit mindestens 20 Zeichen, weniger gehen jedoch auch.
  8. Zu guter Letzt müssen Sie noch ein Dateisystem angeben. Wenn Sie die verschlüsselte Partition nur mit Linux-Distributionen öffnen, eignet sich hierfür “Ext-4″ am besten. Möchten Sie auch unter Windows auf den Datenträger zugreifen, ist “FAT” bzw. “NTFS” zwingend notwendig. Hier ist außerdem die Option “I will mount the volume on other platforms” auszuwählen.
  9. Bevor Sie die Verschlüsslung starten können, müssen Sie noch den Schlüssel erzeugen. Dies geschieht, indem Sie Ihre Maus hin und her bewegen und Maus- bzw. Tastaturtasten drücken. Je länger Sie dies machen, umso sicherer ist Ihre Verschlüsslung.

Screenshot von Verschlüsselungsvorgang TrueCrypt 7.1a

Ist die Verschlüsselung abgeschlossen, können Sie Ihren Datenträger über die Schaltfläche “Mount” auswählen und mithilfe Ihres Passwortes einhängen und verwenden.

Vorteile und Fehler von TrueCrypt unter Ubuntu

Bild von TrueCrypt MountDer größte Vorteil von TrueCrypt ist, dass Sie auch unter Windows einen Datenträger entschlüsseln können. Viele benutzen ein Ubuntu-System in Verbindung mit Windows (Multiboot) und so kommen Sie immer an Ihre Daten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie selbst bestimmen, welche Verschlüsselungsmethode benutzt wird  (Algorithmus/Schlüsseltiefe/Kennwort/Keyfile etc.).

  • Ein sehr bekannter Fehler bei TrueCrypt unter Ubuntu ist die Fehlermeldung, “TrueCrypt is already running”. Diese Meldung tritt hin und wieder auf, wenn Sie das Programm starten möchten.
  • Gehen Sie dazu in Ihren persönlichen Ordner und wählen Sie den Reiter “Ansicht” und “Verborgene Dateien anzeigen” aus.
  • Scrollen Sie nach unten, finden Sie eine Textdatei Namens “TrueCrypt Lock-Username”. Löschen Sie diese Datei. Im Anschluss können Sie TrueCrypt wieder ganz normal starten.

Quo vadis TrueCrypt?

²Im Mai 2014 haben die Entwickler von TrueCrypt das Projekt ohne Begründung beendet. Dementsprechend kommt immer häufiger die Frage auf, ob TrueCrypt überhaupt noch sicher ist. Ich sage, dass kommt auf Sie an.

  • Angenommen Sie verwenden eine versteckte Partition mit einem 20 stelligen Passwort und einem Keyfile, ist TrueCrypt genauso sicher wie immer.
  • Ihre Freundin, Frau oder Mutti wird niemals auf den Datenträger zugreifen können. Ich behaupte stark, dass selbst die Beamten des LKA, so gut wie keine Chance haben, die “Sicherheitskopien” auf einem vernünftig verschlüsselten TrueCrypt-Datenträger als Beweismittel anzuführen.
  • Wenn Sie Mullah Mohammed Omar sind und Anschläge auf das amerikanische Pentagon planen, wird die NSA schon Mittel und Wege haben, Ihre Festplatte zu entschlüsseln. Wobei dies wohl auf sämtliche Verschlüsselungssoftware zutreffen sollte.

Aufgrund der großen Nachfragen nach TrueCrypt ist das Projekt jedoch nicht tot. Derzeit gibt es zwei Entwicklerteams, die auf Basis des TrueCrypt 7.1a Codes und den bisherigen Lizenzbedingungen zusammen versuchen, die Software weiterzuführen.

Aufgeteilt sind die Teams in TCnext und CipherShed. Im September 2014 wurde bereits die erste Alpha-Version angekündigt, die im Dezember 2014 zunächst nur für Windows-Systeme erschien.

CipherShed closer to alpha release Exiting time for TrueCrypt successor The CipherShed team has complied with the original TrueCrypt license and is now completing a security review, to ensure the safety of your data […]

Doekbrijder, Jos: CipherShed closer to alpha release. truecrypt.ch (02/2015).

Es ist also zu erwarten, dass im Laufe des Jahres 2015 ein Nachfolger für TrueCrypt 7.1a, für alle Plattformen, erscheinen wird. Höchstwahrscheinlich wird diese Software jedoch einen anderen Namen tragen, jedoch mit TrueCrypt-Partitionen kompatibel sein und die bisherige Philosophie dieser Verschlüsselungsmethode weiterführen.

Aufgrund der wieder einmal falsch informierten, hochkommerziellen IT-Medien, wird VeraCrypt als TrueCrypt-Nachfolger proklamiert. Diese Behauptung wurde jedoch bereits im Sommer 2014 von einem Entwickler widerlegt, da es VeraCrypt bereits seit dem 22. Juni 2013 gibt.

VeraCrypt started long before the TrueCrypt story broke. It was the result of an audit done in 2012 / 2013, during which the weakness of the key derivation was discovered among other things. The first version of VeraCrypt was published on June 22nd 2013.

IDRIX: Why not VeraCrypt? forum.truecrypt.ch (02/2015).

VeraCrypt ist lediglich eine Alternative, die jedoch, wie ich hier bereits berichtete, eigene Ziele verfolgt.

Fazit und Gedanken zur Datenverschlüsslung

Mir ist bisher keine sicherere Verschlüsselung von lokalen Datenträgern bekannt und es ist auch 2015 noch ein gutes Gefühl, gerade sensible Daten, auf einem TrueCrypt-Medium zu wissen.

In Zeiten der totalen Überwachung frage ich mich wieder einmal, wie man seine Daten und sind diese noch so trivial, in eine Cloud laden kann. Lieber trage ich einen verschlüsselten USB-Stick mit mir herum, anstelle dessen ich meine Daten irgendeinem Cloud-Anbieter und zeitgleich der NSA zur Verfügung stelle.

(Screenshots: Ubuntu 12.04.1 und TrueCrypt 7.1a)
¹Artikel wurde am 09.08.2014 aktualisiert.
²Artikel wurde am 04.02.2015 ergänzt.
Installation wurde mit Ubuntu 12.04, 14.04 und Debian 7 getestet.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Sandro sagt:

    Hervorragende Anleitung, wirklich. Ich schätze zwar das die Methode mit TrueCrypt für Normalonutzer stark übertrieben und paranoid ist aber hey: Vorsichtig ist die Mutter der … 😀 Gruß sendet der Sandro

  • Kai_Mine01 sagt:

    Cool hat funktioniert danke! Heute erst Ubuntu installiert und truecrypt ist im Moment die einzige sichere Software. Schade das sich der Systemdatenträger unter Linux nicht verschlüsseln lässt. Also nochmals danke sehr gute Anleitung.

  • Sebastian sagt:

    Klasse Anleitung, danke! Ich benutze seit 2 Wochen Ubuntu 14 und finds total genial! Jetzt gerade noch verschüsselt und meinen Umzug von Win7 aubgeschlossen. Sehr coole Seite hast du hier!

  • Andreas M. sagt:

    Danke für die Datei funktioniert einwandfrei!!
    Normalerweise sollte man jedoch keine Dateien in Linux manuell installieren, Stichwort Abhängigkeiten, da TrueCrypt aber eh nicht mehr weiterentwickelt wird ist es in dem Fall kein Problem.

  • Vitali sagt:

    Hi, danke für die Dateien und die Anleitung. Ich vertraue auch weiterhin auf Truecrypt. Ich glaube die haben damit aufgehört, weil sie der USA Regierung keinen Backdoor einbauen wollten. Soweit ich weiß, müssen alle amerikanischen „Sicherheitssoftwarefirmen“ immer einen Backdoor für NSA usw. einbauen.

    • Bernd sagt:

      Saubere Anleitung – läuft 😀 Ich war total skeptisch wegen Truecrypt weil das alles so plötzlich aufgehört hat. Jetzt hab ich in der Computer Base gelesen (zum Artikel) das Truecrypt zwar kleine Fehler im Design hat aber sicher ist. Die Entwickler wurden also anderweitig unter Druck gesetzt. Naja ich benutz Ubuntu 14 und habs mir jetzt installiert für meine externen Festplatten und fühle mich sicher. Super Blog haste hier für Hobbytuxer wie mich 🙂 Grüße aus AT und weiter so.

      (Edit von Sascha: Link zum erwähnten Artikel eingefügt)

  • Andreas sagt:

    Super Anleitung, danke läuft bei mir mit Ubuntu 14.10 einwandfrei. Truecrypt bleibt für mich weiterhin die Nummer eins. Wer bei der Verschlüsslung zusätzlich noch mit Keyfiles arbeitet hat damit weiterhin eine unknackbare Software. Schade das es keine kostenlose europäische Verschlüsslungsvariante mit dem Funktionsumfang von Truecrypt gibt. Naja egal nochmals danke Andi.

  • Heri sagt:

    Klappte, bis bei der Installation nach dem Paßwort für meinen Benutzernamen gefragt
    wurde. Die Eingabe war nicht möglich (Eingabefeld blieb eingefroren).
    Das liegt aber sicher nicht an dieser guten Anleitung (danke dafür !!!). Es ist mein erster Linux-Gehversuch.

  • Stefan sagt:

    Tolle Anleitung.

    Habe gestern 4 Stunden erfolglos versucht, TrueCrypt auf mein Linux Mint 17 zu installieren bis ich deine Anleitung und Download fand und in 2 Min war alles erledigt 🙂

    Danke

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