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Anleitungen vom Webworker

GRUB

Der Grand Unified Bootloader (GRUB) ist eine eigenständige Applikation, die vom GRUB-Team entwickelt, und als freie Software angeboten wird. GRUB gilt als Alternative zum hauseigenen Linux-Bootloader (LILO) und wird bei den bekanntesten Linux-Distributionen (Ubuntu/Debian) als Standard-Bootloader eingesetzt. Als Anwender eines Linux-Betriebssystems ist es deshalb nicht nur wichtig grundlegend zu wissen, wie GRUB funktioniert, sondern es ist auch von Vorteil die Freeware konfigurieren zu können.

Funktionsweise von GRUB

Bild von GRUB 2 BootloaderDie smarte Software besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist 512 Bytes groß und befindet sich im Master Boot Record (MBR) eines physikalischen Speichermediums. Der erste Teil sucht den zweiten Teil, der auf irgendeiner Systempartition beheimatet sein kann, und startet daraufhin das Bootmenü. GRUB 2 kann dabei nicht nur Linux-Dateisysteme (Extended File System) lokalisieren. Neben XFS und FAT, erkennt GRUB 2 auch Betriebssysteme, die sich auf den Dateisystemen NTFS und ZFS befinden, sodass ein Multi-Boot-System mit Windows oder Mac OS X kein Problem darstellt.

  • Damit GRUB nach dem Einschalten des Computers ausgeführt wird, muss Teil 1 immer im Master Boot Record von hd0,0 liegen. Dies steht für die Festplatte, die in der Bootreihenfolge im BIOS/UEFI an erster Stelle steht.

Grundlegende Konfigurationen von GRUB

Um in GRUB Einstellungen vornehmen zu können, benötigen Sie immer das Terminal-Fenster sowie Administratorenrechte.

nano /boot/grub/grub.cfg

Mit diesem Befehl haben Sie die Möglichkeit, sich die komplette Konfiguration von GRUB anzusehen. Hinweis: In dieser Datei sollten Sie allerdings niemals etwas ändern, um GRUB nicht zu beschädigen.

Screenshot von Ubuntu GRUB

Die wichtigsten Einstellungen legen Sie über eine vorgeschaltete Datei mit einfacher Syntax fest.

sudo nano /etc/default/grub

Durch die Eingabe dieses Befehls gelangen Sie zu den relevanten Einträgen. Alles was Sie in dieser Konfigurationsdatei ändern, wird in die grub.cfg geschrieben, sobald folgender Befehl ausgeführt wird:

sudo update-grub

Durch diesen Sicherheitsmechanismus ist gewährleistet, dass Ubuntu auch dann geladen wird, wenn Ihre manuellen Einträge nicht ganz korrekt sind.

GRUB verändern – kleine Anleitung

Folgende Zeilen werden standardmäßig beim Erstellen einer neuen GRUB-Konfiguration berücksichtigt.

Screenshot von GRUB Einträgen nach Eingabe des Befehls /etc/default/grub

Die Bedeutung der wichtigsten Kommandos:

  • GRUB_DEFAULT gibt an, welcher Eintrag im GRUB-Menü zuerst geladen werden soll. Angenommen Sie betreiben ein Multi-Boot-System mit Windows 10 und möchten, dass immer Windows automatisch gestartet wird, außer Sie entscheiden sich für Ubuntu. Das Microsoft Betriebssystem steht nach dem Booten im Auswahlmenü auf Position 3. Dann ändern Sie die Zahl 0 in 2, denn 0 steht für den ersten Eintrag. Der Bootloader markiert daraufhin immer die dritte Zeile und lädt Windows, sobald die Auswahlzeit abgelaufen ist.
  • GRUB_HIDDEN_TIMEOUT gibt an, ob GRUB überhaupt angezeigt wird. Sollte das GRUB-Menü nach dem Einschalten des Computers nicht mehr erscheinen, dann kommentieren Sie den Eintrag mit einer # aus. Dadurch erzwingen Sie die Anzeige des Bootmenüs.
  • GRUB_TIMEOUT ist der Befehl, mit dem Sie angeben, wie viele Sekunden das Auswahlmenü angezeigt werden soll, bevor der markierte Eintrag automatisch geladen wird. Die Grundeinstellung liegt bei 10 Sekunden.
  • GRUB_DISTRIBUTOR generiert automatisch Hinweise zur verwendeten Distribution mithilfe des BIOS/UEFI. Diese Zeile hat einen rein informellen Wert.

Wichtig: Zum Speichern Ihrer Änderungen drücken Sie die Tastenkombination Strg + O. Das Konfigurationsmenü verlassen Sie mit Strg + X. Ubuntu übernimmt Ihre Einstellungen erst nach der Aktualisierung der grub.cfg durch:

sudo update-grub

Hintergrundbild von GRUB ändern – so geht’s

Wussten Sie, dass Sie das Aussehen Ihres Ubuntu-Bootmenüs frei bestimmen können? Dies ist zwar lediglich eine Spielerei, die Außenstehenden jedoch beweist, dass Sie Ihre Linux-Distribution voll im Griff haben.

Screenshot von eigenem Hintergrundbild für GRUB

Um GRUB mit einem individuellen Hintergrundbild zu versehen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Im ersten Schritt öffnen Sie ein Terminal-Fenster und installieren direkt im Anschluss das Paket GRUB2-Splashimages.
sudo apt-get install grub2-splashimages
  • Als Nächstes nehmen Sie ein Bild Ihrer Wahl und öffnen es mit GIMP. Damit Ihre Illustration in GRUB schön dargestellt werden kann, muss diese auf 640 x 480 Pixel skaliert werden. Wählen Sie dazu in GIMP den Reiter „Bild“ gefolgt von „Bild skalieren“ aus und tragen Sie die genannten Werte ein.
  • Speichern Sie Ihr präpariertes Bild in GIMP über den Reiter „Datei“. Wählen Sie dazu „Exportieren als“ aus und vergeben Sie einen Bildnamen. Hinweis: Der Screenshot muss im TGA-Format gespeichert werden und könnte beispielsweise grub.tga heißen.

Screenshot vom Kopieren eines Bildes unter Ubuntu mithilfe des Terminal-Fensters

  • Gehen Sie darauffolgend zurück in Ihr Terminal-Fenster und navigieren Sie in den Ordner, in dem sich das gespeicherte Bild befindet.
cd Bilder/
  • Kopieren Sie die Illustration wie folgt:
sudo cp grub.tga /usr/share/images/grub/
  • Im letzten Schritt müssen Sie GRUB sagen, von wo es das Hintergrundbild laden soll. Öffnen Sie deshalb die Konfigurationsdatei.
sudo nano /etc/default/grub
  • Fügen Sie folgende Zeile an:
GRUB_BACKGROUND=/usr/share/images/grub/grub.tga
  • Speichern Sie Ihre Änderungen mit Strg + O und verlassen Sie darauffolgend das Menü mit Strg + X.

Screenshot von GRUB_BACKGROUND

  • Aktualisieren Sie die grub.cfg.
sudo update-grub
  • Starten Sie Ubuntu neu und erfreuen Sie sich an Ihrem einzigartigen Bootloader.
sudo reboot
Tipp für Multi-Boot-Systeme

Der in Ubuntu integrierte Bootloader sucht weit und breit seinesgleichen. Falls Sie also ein Multi-Boot-System mit Windows betreiben, nutzen Sie GRUB. Das bedeutet, dass Sie immer zuerst von der Linux-Distribution booten müssen und anschließend Windows auswählen. Wie ich oben beschrieben habe, kann GRUB auch automatisch andere Betriebssysteme als Ubuntu laden.

Verwenden Sie auf gar keinen Fall ominöse Tools wie EasyBCD, die Ihnen womöglich noch Ihre Windows-Partition verhunzen. Übrigens, um andere Betriebssysteme in GRUB mit aufzunehmen genügt der Befehl:

sudo update-grub

Tipp: Immer wenn Sie Ihren Ubuntu-Kernel updaten oder Ihre Festplatte aufräumen, führt die Linux-Distribution diesen Befehl selbstständig aus.

Verwandte Themen:

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(Screenshots: GRUB unter Ubuntu 16.04.1 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
Tag:
  • Fungi Mandi sagt:

    Hi, beste Anleitung im Netz, tausend Dank! Ich wollte das meine Windowspartition von GRUB zuerst geladen wird und das funktioniert jetzt auch 😀 Man lernt eben nie aus, bin seit gut zwei Jahren auf Ubuntu und sehr zufrieden damit. Ich brauche aber primär Windows wegen spezieller Software für die Arbeit. Weiter so!

  • Michael Mintel sagt:

    Lieber Sascha,
    ich möchte Ihnen danken für Ihre verständliche Anleitung zum GRUB. Sogar ich als 70-jähriger habe Ihre sehr anschauliche Art für sehr hilfreich befunden. Gegenüber bestimmten Foren, aus denen mir der Wind der Arroganz und des Fachdünkels entgegenweht, ist Ihr Infoportal freundlich und kompetent. Das geht also.
    Bleiben Sie bitte gesund.

    Mit freundlichem Gruß
    Michael Mintel

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