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Anleitungen vom Webworker

Für Homepage ein Gewerbe anmelden?

Sie möchten eine Homepage erstellen und wissen nicht, ob Sie dafür ein Gewerbe anmelden müssen? Ein Gewerbeschein wird oft in Verbindung mit Webseiten gebracht, dafür müssen diese jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen. Grundsätzlich benötigen Sie kein angemeldetes Gewerbe.

Eine Homepage ohne Gewerbeschein

Aufschrift mit GewerbeIn Deutschland hat jeder das Recht eine Homepage zu erstellen und zu veröffentlichen. Artikel 5 des Grundgesetzes besagt: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ Eingeschränkt wird dies nur in der Thematik. Hier hält man sich am besten an die AGB des Webhosters, dort sind Ausnahmen meist detailliert definiert.

Es ist jedoch insbesondere untersagt Auftritte zu veröffentlichen, die pornographische, rassistische, menschenverachtende […] Inhalte gegenüber Personen, Institutionen, Vereinen, oder Unternehmen darstellen.

Bozic, Miroslav: Allgemeine Geschäftsbedingungen. bplaced.net (07/2015).

  • Ein Gewerbeschein ist für eine Webseite nicht notwendig¹. Auch nicht, wenn Sie ein kostenpflichtiges Hostingangebot eingehen. Hier zahlen Sie dann als Privatperson für Ihre Homepage.

Wann benötige ich einen Gewerbeschein im Internet?

Ein Gewerbeschein ist immer dann notwendig, wenn eine Gewinnabsicht vorliegt. Diese liegt vor, wenn Sie beispielsweise mit Werbung Geld verdienen wollen.

  • Die Summe der Einnahmen spielt dabei auch zunächst überhaupt keine Rolle. Auch wenn Sie mit Ihrer Homepage aufgrund weniger Besucher im Jahr nur 10,00 Euro verdienen, müssen Sie ein Gewerbe anmelden.
  • Haben Sie ein Kleingewerbe nach §19 Absatz 1 des Umsatzsteuergesetzes angemeldet, haben Sie zunächst keine Nachteile dadurch.
  • Sie müssen nur eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) am Jahresende erstellen und Ihrem Finanzamt übermitteln.
  • Wichtig: Sollte Ihre Homepage nach einem Jahr tatsächlich nur sehr wenig Geld einbringen, kann es gut sein, dass das Finanzamt Ihr Gewerbe auflöst und Ihre Webseite als „Liebhaberei“ einstuft.

Dasselbe gilt auch für YouTuber, die keine eigene Webseite haben. Spätestens sobald Sie die erste Auszahlung von Google-AdSense erhalten, sollten Sie ein Gewerbe anmelden.

Die Auszahlungsgrenze liegt ab Mitte Juni nicht mehr bei 70,00 Euro, sondern bei 100 US-Dollar.

Sascha: YouTube: Geänderte Nutzungsbedingungen für die Monetarisierung – Teil 1. kilobyte.bplaced.net (07/2015).

Erst schwarz und eventuell später ein Gewerbe anmelden

Dieser Theorie sind viele Webmaster gefolgt, bis die Advertiser einen Riegel vorgeschoben haben. Noch bis 2008 kannte ich keinen Advertiser, der eine Steuernummer gefordert hat, dies hat sich geändert.

  • Bei den meisten deutschen Advertisern, wie beispielsweise Schaltplatz oder Adscale, können Sie sich ohne eine gültige Steuernummer gar nicht anmelden.
  • Eine Steuernummer bekommen Sie zirka vier Wochen nach Ihrer Gewerbeanmeldung automatisch von Ihrem Finanzamt zugeschickt.

Auch wenn Sie berufstätig oder Student sind und nebenbei eine Homepage oder einen YouTube-Kanal mit Werbung betreiben, müssen Sie ein Neben-Gewerbe anmelden.

Angst vor der Gewerbeanmeldung – die Nachteile

Deutschland ist ein Land der Arbeiter und Gewerkschaften, deshalb gibt es erfahrungsgemäß große Vorbehalte gegen eine Gewerbeanmeldung.

  • Kosten: Ein Gewerbeschein kostet einmalig zwischen 15,00 und 60,00 Euro. Als Internetdienstleister gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen.

Krankenkasse spielt ebenso eine Rolle

Ein aufmerksamer Leser wies mich darauf hin, dass die Krankenkasse ebenso Kosten verursachen kann.

Man hat doch große Nachteile durch die Gewerbeanmeldung, da es dann auch eine Meldung an die Krankenkasse gibt.

Jens: Für Homepage ein Gewerbe anmelden? kilobyte.bplaced.net (07/2015).

Dies spielt vor allem für Existenzgründer eine große Rolle, also Menschen, die ausschließlich von ihren Webseiten oder YouTube-Kanälen leben wollen. Dank der Krankenversicherungspflicht in der BRD müssen vor allem frischgebackene Selbstständige in diesem Bereich sehr bluten.

Seit dem 01.01.2009 gilt die Krankenversicherungspflicht in Deutschland in 2015 für alle Personen.

1A Internet UG: Informationen zur Krankenversicherungspflicht in Deutschland. 1averbraucherportal.de (07/2015).

Als Blogger bzw. YouTube-Künstler hätten Sie jedoch die Möglichkeit, zur Künstlersozialkasse zu wechseln. Dies macht die Krankenkassenbeiträge wesentlich günstiger.

Nach § 1 KSVG ist Voraussetzung für die Versicherungspflicht, dass eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt wird.

Schneider, Bernhard: Voraussetzungen der Versicherungspflicht. kuenstlersozialkasse.de (07/2015).

Wenn Sie jedoch bereits durch einen Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt bzw. Student sind, müssen Sie in der Regel keine weiteren Beiträge für die Krankenkasse zahlen. Dies ist natürlich von Ihren erzielten Einnahmen und damit von Einzelfall zu Einzelfall abhängig.

Zusammenfassung und Fazit

Sie möchten eine Homepage veröffentlichen? Worauf warten Sie dann noch? Keiner kann Sie aufhalten.

  • Ich kenne viele Blogger, die vor allem über Politik schreiben, damit sehr erfolgreich sind und trotzdem kein Geld mit ihren Plattformen verdienen wollen. Reines Hobby bzw. oftmals auch Ventil und deshalb haben diese Kollegen natürlich keinen Gewerbeschein.

Sobald Sie jedoch vorhaben, Werbeflächen, Artikel oder Links zu verkaufen, kommen Sie um eine Gewerbeanmeldung nicht herum.

Anekdote: Ein guter Bekannter von mir, seines Zeichens relativ bekannter YouTuber im Let’s Play Bereich mit mehr als 30.000 Abonnenten, arbeitet für 20 Wochenstunden an der Leergutkasse in einem Münchner Getränkemarkt. Dadurch spart er die Krankenkassenbeiträge und kann sein Gewerbe in Ruhe weiter ausbauen.

Übrigens, meiner Erfahrung nach sind die Finanzämter auch immer sehr auskunftfreundlich, wenn irgendwelche steuerlichen Fragen vorliegen. Haben Sie noch Fragen, die nicht die Krankenkasse betreffen, rufen Sie doch einfach mal in der für Sie zuständigen Außenstelle an.

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¹Dieser Artikel ist keine Steuer- und/oder Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Alle Informationen sind lediglich selbst gemachte Erfahrungen.
Artikel wurde am 16.07.2015 aktualisiert.

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Jens sagt:

    Man hat doch große Nachteile durch die Gewerbeanmeldung, da es dann auch eine Meldung an die Krankenkasse gibt. Dann kann es passieren, dass man von der Krankenkasse als Selbstständig eingestuft wird und darf dann wesentlich höhere Krankenkassenbeiträge zahlen.

    • Simon sagt:

      Genau das hat mich ruiniert. Ich bin jetzt ALG 2 Empfänger und verschuldet und das als Mathematiker. Freunde und alles hat sich abgewendet und meine Hand ist wegen einer Überlastung kaputt.

      Zusätzlich hat sich die Krankenkasse nicht an die Gesetze gehalten. Sie haben Beiträge doppelt gefordert, die Forderungssummen variierten und ich (Idiot) habe dann nach einer Pfändungsandrohnung durch den Zoll (trotz Widerspruch – auf die ersten 15 Briefe habe ich noch geantwortet) eine Ratenvereinbahrung getroffen.

      Mein Gewerbevorhaben ist in Obdachlosigkeit, Schulden, Krankheit und Depressionen geendet. Naja, ich will nicht jammern. Wir leben in einem Sozialstaat, aber mein Leben ist wohl jetzt alleine und „Langzeitarbeitsloser sein“. Macht das bloß nicht ! Ich bin fest davon überzeugt, dass große Firmenbosse unsere Gesetze schreiben und man es mit Absicht neuen Geschäftmännern schwer macht. Es ist wie früher (sogar noch schlimmer). Die reichen werden geschützt und viele Arme sind die Sklaven dieser Menschen. Früher konnten sich Menschen aus der Arbeiterklasse nicht bilden. Heute lässt man die schlauen Ihren Abschluss machen, um sie anschließend auszubeuten. Ich persönlich bin fertig mit diesem Staat.

  • Petra Knoetze sagt:

    Ich danke dir für die Infos ich war mir nämlich nicht mehr ganz sicher. Meine Tochter will nämlich eine My Sweet Pony Webseite machen aber natürlich ohne Werbung. Gut dann brauchen wir meinen Gewerbschein Gott sei Dank nicht 🙂 Liebe Grüße Petra.

  • Marek sagt:

    Hallo Sascha,

    erstmal möchte ich dir für deinen Beitrag danken, er war sehr hilfreich. Ich habe doch noch eine kleine Frage an dich: Ich habe eine deutsche Webseite vor kurzem gegründet und zwar mit der deutsche Domain (.de), sie ist komplett auf Deutsch und richtet sich an Deutsche. Ich würde gerne mit Werbung etwas Geld verdienen, das heißt einen Gewerbeschein werde ich sicherlich brauchen. Ich komme aber ursprünglich aus Tschechien und wohne auch hier. Sollte ich einen Gewerbeschein hier oder in Deutschland beantragen?

    Danke für deine Hilfe
    Marek

    • Kilobyte sagt:

      Dobrý den Marek! Ich lebe in Deutschland und meine Webseite hier richtet sich auch rein an Deutsche. Wenn ich dir diese konkrete Frage beantworte, wäre dies eine Rechtsberatung. In der BRD sehr teuer 😉

      Tipp: Ich an deiner Stelle würde wohl beim Finanzamt in meinem Wohnort anrufen. Die geben bestimmt kostenlos und wasserdicht Auskunft.

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