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Anleitungen vom Webworker

FM2+ AMD Kaveri – perfekte Office-PCs 2014/2015

Bei mir war es wieder an der Zeit, einen Office-PC in die nächste Generation zu holen. Besonders schwierig war diese Aufgabe deshalb, weil der Computer von einer Kollegin genutzt wird. Jeder der mal im IT-Bereich mit Frauen zu tun hatte wird die detaillierten Problembeschreibungen „Es ist so langsam“ oder „Es geht nichts mehr“ kennen. Beim besagten Rechner konnte ich es jedoch nachvollziehen. Es handelte sich um ein Intel 775 System (Q8300) mit einer Nvidia GeForce 450 GTS und DDR-2 RAM aus dem Jahre 2009, welches im Prinzip nur noch enormen Strom verbrauchte. Warum ich mich für den Sockel FM2+ und einen Kaveri-Prozessor entschied, was ich dabei beachten musste und warum ich finde, dass sich damit der perfekte Office-PC zusammenbauen lässt, erfahren Sie nun.

Anforderung für den Kaveri

Bild vom AMD A8-7600 Kaveri Prozessor

Meine Kollegin ist für typische Office-Arbeiten zuständig. Das sind vor allem editorielle Aufgaben in LibreOffice und WordPress. Hinzukommen regelmäßige Arbeiten in Photoshop CS 6 bzw. GIMP 2.8 sowie Flash-Anwendungen. Hin und wieder ist auch das Anschauen von Blu-Rays nötig. Weiterverwendet wird Firefox (64-Bit) und Ubuntu 12.04.05 LTS weil O-Ton „Ubuntu 14 scheiße ist“.

  • Nun ist es bei Frauen aber nicht so, dass alles nacheinander abgearbeitet wird, sondern sämtliche Programme, inklusive zehn geöffneter Browser-Tabs, sind immer gestartet.
  • Für diese Aufgabengebiete ist eine energiehungrige Grafikkarte nicht vonnöten, weshalb ich mir eine APU gut vorstellen konnte. Nur wer weiß, vielleicht spielt meine Kollegin nebenbei Flash- und Java-Games. Diese Entwicklung geht ständig voran, deshalb darf die Grafikkeinheit auch in zwei Jahren nicht zum Flaschenhals werden, damit ich dann nicht schon wieder in diesen Office-PC investieren muss.

Der AMD A8-7600 Kaveri

Bild vom Kaveri auf dem MainboardDie Wahl der CPU fiel auf den AMD A8-7600. Diese CPU besitzt die Steamroller-Technologie, welche auf Module setzt. Zwei Module (4 Kerne), welche jeweils mit 3100 Megahertz takten. Unterstützt eine Anwendung kein Multithreading schaltet ein Kern in den Turbo auf 3800 Megahertz. Spieler hassen die Steamroller-Technologie, denn Spiele sprechen oftmals nur zwei Kerne an und somit kommt es auf die Single-Core-Leistung an, bei der Intel weit führend ist. Bei einem Office-PC spielt das keine Rolle. Das Betriebssystem Ubuntu 12.04 und Software wie Firefox, VLC-Player, Photoshop, AudaCity usw. nutzen alle vier Threads der CPU aus, sodass diese ihre Stärken ausspielen kann.

Screenshot vom Ubuntu Multithreading

Der AMD A8-7600 verzichtet auf einen Level 3 Cache, wahrscheinlich aus Platzgründen, hat dafür mit vier Megabyte einen vergrößerten Level 2 Cache. Auch dies ist bei Office-PCs zu verschmerzen, da Level 3 Cache vor allem bei Servern und Spielen wichtig ist. Besonders interessant ist die integrierte Grafikeinheit. Hier verfügt dieser Kaveri über eine Radeon R7 mit sechs Compute-Cores, 384 Shadereinheiten und einer 128 Bit Speicheranbindung. Damit würden sich auch problemlos Casual-Games wie „Die Sims 4“ oder „FIFA 15“ sowie „Counter Strike:GO“ spielen lassen.

Weiter verwendet AMD im Kaveri die HSA-Technologie.

Bisher steuerte der Prozessor den Programmablauf. In der HSA darf jetzt auch der Grafikprozessor der CPU die Durchführung von Berechnungen vorgeben. […] Jede Einheit kann dann für die Berechnung eingesetzt werden, die sie am besten beherrscht. So liegen die Stärken der CPU-Kerne eher in seriellen Berechnungen, während sich die Grafikkerne aufgrund ihrer vielen Untereinheiten besser für parallele Berechnungen eignen.

Schmelzle, Michael & Stiemer, Friedrich: AMD A8-7600 „Kaveri“ im Test. pcwelt.de (11/2014).

Des Weiteren unterstützt die R7 Grafikeinheit AMDs Mantle-Technologie und OpenGL 4.3, sowie DirectX 11.2. Vor allem Mantle ist besonders interessant, da diese eine effizientere Variation der DirectX-Schnittstelle ist und diese, wegen der ganzen Mätzchen von Microsoft, hoffentlich bald komplett ablöst.

DirectX 12 wird nicht auf Windows 7 laufen.

Heise-Redaktion: AMD: DirectX 12 kommt nicht für Windows 7. heise.de (11/2014).

Besonders interessant für mich als Webworker sind natürlich auch die laufenden Kosten. Der AMD A8-7600 benötigt auf dem Sockel FM2+ nur maximal 65 Watt.

Kühlung ist ein Problem

Boxed-Kühler vom Kaveri ein WitzNatürlich las ich zuvor auch die Rezensionen zu diesem Kaveri. Neben der ganzen Lobhudelei schreib jeder Zweite, dass der Boxed-Lüfter ein Witz und viel zu laut sei. Das konnte ich meiner Kollegin nicht antun, denn nichts ist nerviger, als acht Stunden täglich neben einer Turbine zu sitzen. In weiser Voraussicht bestellte ich einen Alpenföhn Panorama, mit dem ich schon sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Ich denke auf dem Foto wird der Unterschied sehr deutlich.

Alpenföhn Stella für AMD KaveriMit diesem CPU-Kühler, welcher ungefähr 20,00 Euro kostet, ist es möglich, den AMD A8-7600 fast lautlos auf 35 Grad Celsius zu halten. Bisher habe ich für den Office-PC also 110,00 Euro ausgeben müssen. Darin enthalten ist eine aktuelle, energieeffiziente und leistungsstarke CPU, eine Grafikkarte und ein sehr leiser und leistungsstarker CPU-Kühler.

FM2+ Mainboards: Wenig Auswahl viele Stolpersteine

Im Gegensatz zum Sockel AM3+ oder Intels Sockel 1155 ist die Auswahl an Mainboards für den Sockel FM2+ gering. Dafür sind die Mainboard überdurchschnittlich teuer.

  • Wichtig: Nicht alle Kaveri-Modelle funktionieren mit FM2+ Mainboards. Natürlich passen diese physikalisch drauf, das Mainboard unterstützt manche CPUs jedoch nicht. Achten Sie bei der Wahl also darauf, dass Ihr Kaveri auch bei den unterstützten Prozessoren explizit mit angegeben ist.
  • Den A8 gibt es beispielsweise auch in den Vorgänger-Technologien Richland und Trinity. Wenn Sie jedoch einen A8 Kaveri besitzen, muss Ihr Mainboard diesen auch betreiben können.

Meine Kollegin ist die Hüterin sensibler Daten, die sich auf verschiedenen Festplatten, welche mit TrueCrypt verschlüsselt sind, befinden. Die meisten FM2+ Mainboards sind im uATX Formfaktor und besitzen meistens nur vier SATA-Anschlüsse, also viel zu wenige. Außerdem benötigt sie noch einen PCI 32 Bit Anschluss für eine Soundkarte und zwei USB 3.0 Anschlüsse für Peripheriegeräte. Das schränkte für mich die Auswahl auf zwei Modelle ein. Normalerweise bin ich ein ASUS Fanboy, die aber im FM2+ Bereich sehr schlecht aufgestellt sind. Also entschied ich mich für ein AsRock FM2A88X Pro3+ für 65,00 Euro. Dieses Mainboard ist zwar für einen Office-PC etwas über dem Budget, jedoch ist die Ausstattung erstklassig und auch für zukünftige Upgrades gewappnet.

Arbeitsspeicher und Einsatz unter Linux

Wie bereits erwähnt, müssen bei Frauen Programme im Arbeitsspeicher liegen und deshalb darf hier nicht gespart werden. Des Weiteren nutzen Grafikeinheiten, welche keinen eigenen Grafikspeicher haben, den Arbeitsspeicher, der deshalb auch etwas schneller sein sollte. Ich entschied mich vorerst für 2x vier Gigabyte DDR-3 1866 für 71,00 Euro. Das Mainboard kann maximal 64 Gigabyte beherbergen, sollte meine Kollegin also Probleme bekommen, kann immer noch auf beispielsweise 4x vier Gigabyte aufgerüstet werden. SSD, Gehäuse, Laufwerke und Festplatten waren schon vorhanden, also habe ich für meinen aktuellen Office-PC Ende 2014 246,00 Euro ausgeben müssen. Ein sehr guter Preis für diese Leistungssteigerung.

Screenshot von Ubuntu Hardwareinformationen

Der aktuelle Ubuntu 12.04.05 LTS Kernel hatte mit der Umstellung des Systems, auch ohne Neuinstallation, nur geringe Probleme. Einige fehlende Updates wurden automatisch heruntergeladen. Sie sollten jedoch darauf achten, den proprietären AMD Treiber für die R7 zu verwenden, da Sie sonst nicht alle Auflösungen einstellen können und Leistung verschwenden.

Fazit

Der AMD Kaveri A8-7600 ist in allen Belangen für mich die CPU für einen perfekten Office-PC 2014/2015. Meine Kollegin ist richtig begeistert von ihrem neuen Weggefährten, der sie so hoffe ich, die nächsten vier bis fünf Jahre zuverlässig begleitet. Wie Sie sehen, ist es problemlos möglich dem Wunsch nach mehr Leistung und wirtschaftliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Dafür ist jedoch viel Vorausplanung und das Erstellen eines Anwendungsprofils notwendig.

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AM3+ oder FM2+ – Entscheidungshilfe
Office-PC zusammenstellen – darauf sollten Sie achten

(Screenshots: Ubuntu 12.04.05 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Blog
  • Bader sagt:

    Hallo Kilobyte! Ich bin mobiler Fotograf und habe mir für mein Homeoffice aufgrund deines ausführlichen Artikels einen A8-7600 geholt und mir ein neues System zusammengebaut. Ich arbeite hauptsächlich mit Adobe Photoshop, After Effects und Standardprogrammen für Windows 7. Ich bin schlichtweg begeistert. Wie empfohlen habe ich mir einen seperatren Kühler bestellt und mein PC ist nicht hörbar. Das ist super, weil der manchmal 12 – 14 Stunden am Tag an ist. Deshalb hoffe ich, dass sich der auch im Strom bald bezahlt macht. Ganz dickes Dankeschön für die großartige Empfehlung! Bader

  • Thimo sagt:

    Guten Tag ich möchte gerne ein Feedback zu diesem Artikel abgeben:

    Meine Frau brauchte einen neuen PC. Sie spielt Sims, und diverse Browserspiele sowie schaut über IPTV Fernsehen. Außerdem natürlich Surfen auf Facebook usw. Sie hatte einen alten Intel 6300 mit einer alten Grafik Karte von Nvidia.

    Vor einiger Zeit kam ich auf diese Seite hier und las Ihren Testbericht. Ich kenne mich nun weit nicht mehr so gut aus wie früher und wagte das Risiko und kaufte ebenfalls einen A8 7600 + Kühler samt Mainboard, 8 GB Ram und eine 256 GB SSD (wenn schon denn schon) für rund 280 €. Wir benutzen Windows 7.

    Wir danken Ihnen für die Empfehlung, eine wirklich sehr gute CPU. Der PC läuft sehr schnell, ruhig und kühl. Toll was man heutzutage für so wenig Geld bekommt.

    Weiter so!

    PS: So schlecht wie Sie hier oftmals schreiben ist Windows nun auch nicht. XP war wirklich klasse. Vista war eine Katastrophe das gebe ich zu, aber 7 ist super.

  • Hubert sagt:

    Hallo Kilobyte,

    auch ich habe auf der genannten Basis einen Computer für den etwas anspruchsvolleren „Hausgebrauch“ zusammengestellt und bin sehr zufrieden.
    Vielen Dank für die Tipps!
    Allerdings bekomme ich nicht die niedrigen Temperaturwerte angezeigt. Sowohl Speccy als auch CPUID geben bei ca. 2% CPU-Last Werte um die 50° C. an.
    Im UEFI ist der Wert ca. 10° niedriger. Sollte ich mir den Sitz des Kühlers noch einmal ansehen?

    • Kilobyte sagt:

      Hallo Hubert! Normalerweise ist es so, dass im BIOS/UEFI die „FAN Profiles“ noch nicht greifen. Bedeutet also, dass CPU- und Gehäuselüfter alles geben. Nach dem Bootvorgang werden die Lüfter gedrosselt, damit das System so leise wie möglich läuft. Die CPU pendelt dabei beispielsweise zwischen 45 und 55 Grad. Wird der Prozessor 56 Grad warm, fahren die Lüfter automatisch hoch und kühlen die Hardware wieder auf 45 Grad herunter usw.

      Was du außerdem nicht vergessen darfst ist, dass sich im Kaveri eine relativ starke Grafikeinheit befindet, die im Desktop-Betrieb ebenfalls Leistung aufbringt und gekühlt werden muss. 50 Grad Celsius sind also für CPU/GPU völlig okay. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, führe diesen Test für 15 Minuten aus. Falls du Windows verwendest, empfehle ich Prime95 ist ebenfalls Freeware. Sollte die Temperatur die 82 Grad Celsius übersteigen benötigst du einen stärkeren Kühler und/oder neue Wärmeleitpaste.

      Viel Erfolg!

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