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Anleitungen vom Webworker

Film-DVD unter Ubuntu brennen

Filme und Serien sind schnell über das Internet heruntergeladen. Natürlich kommt es einem dabei in den Sinn, die Film-Dateien auf eine DVD zu brennen und am heimischen Fernsehgerät über den DVD-Player anzusehen. Der Ärger ist dann immer groß, wenn das Abspielgerät die gebrannte DVD nicht lesen kann. In aller Regel liegt es dann daran, dass keine VideoDVD gebrannt wurde.

Screenshot von DeVeDe 3.23.0

Zwar versprechen selbst sehr günstige DVD-Player meist, dass sie auch Codecs wie DivX oder Xvid lesen können, in der Praxis sieht das Ganze dann jedoch immer völlig anders aus. Und selbst wenn Ihr DVD-Player die Film-Dateien auf einer Daten-DVD lesen sollte, können Sie den Datenträger nicht an Freunde und Familie verleihen. Damit eine selbst gebrannte DVD auf allen DVD-Playern abgespielt werden kann, muss diese über die Ordner AUDIO_TS und VIDEO_TS verfügen.

Der Ordner AUDIO_TS war ursprünglich für AUDIO gedacht, wird aber bei praktisch keinem Film genutzt und bleibt somit immer leer. Somit enthält der VIDEO_TS alle Dateien die für den Film notwendig sind.

heinzler: Aufbau einer DVD – Oder: Was steckt in einer .vob-Datei? lookbeyond.de (07/2015).

Um unter Ubuntu aus Film-Dateien im .mkv-, .mp4-, .mpg- und .avi-Videoformat eine VideoDVD zu erzeugen, empfehle ich die Freeware DeVeDe.

Einmalige Konfiguration von DeVeDe

Zunächst müssen Sie die Software natürlich installieren. Gehen Sie unter Ubuntu hierfür wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster.
  2. Installieren Sie DeVeDe mit sudo apt-get install devede.
  3. Schließen Sie nach der Installation das Terminal-Fenster und öffnen Sie die Freeware über die Ubuntu Dash-Startseite.

Screenshot von DeVeDe Disk-Typ-Auswahl

Nach dem Starten erscheint ein Auswahlmenü. Wählen Sie hier VideoDVD aus. Tipp: Je nachdem wie viele Film-Dateien Sie zu einer VideoDVD konvertieren, dauert der Vorgang sehr lange. Aktivieren Sie deshalb einmalig die Multicore-Unterstützung.

  1. Klicken Sie auf den Reiter „Edit“ und weiter auf „Preferences“.
  2. Setzen Sie einen Haken bei „Optimierung für Multicore-CPUs verwenden“.

Screenshot von DeVeDe Multicore-CPUs

Ist diese Option aktiviert, verwendet DeVeDe zwei Kerne Ihrer CPU. Die Software ist bisher nur auf Dual-Core optimiert.

Ubuntu: VideoDVD erzeugen – Anleitung

Screenshot DeVeDe Menü

Nun erzeugen Sie Ihre VideoDVD:

  • Links oben unter „Titel“ können Sie diverse Kapitel für Ihre DVD erzeugen und diese auch frei benennen.
  • Rechts daneben unter „Dateien“ fügen Sie Ihre Film-Dateien ein. Entweder ziehen Sie diese mit gedrückter linker Maustaste in das Fenster oder Sie navigieren über die Schaltfläche „Hinzufügen“. Wichtig: Der Balken unter „Benutzter Platz auf der Disk“ ist nicht korrekt. Lassen Sie diesen also zunächst außer Acht.
  • Standardformat: In Deutschland ist PAL gängig, dies bedeutet 25 Frames.
  • Aktion: Achten Sie darauf, dass der Haken bei „Erzeuge ein brennfertiges ISO- oder BIN/CUE-Abbild“ gesetzt ist.
  • Markieren Sie nun oben eine Ihrer Film-Dateien mit der linken Maustaste und klicken Sie auf die Schaltfläche „Eigenschaften“.

Qualitätseinstellungen sind besonders wichtig

Screenshot von Dateieigenschaften

Die Qualitätseinstellungen für Ihre VideoDVD müssen Sie manuell vornehmen.

  • Im Reiter „Allgemein“ ist die Video-Bitrate von besonders großer Bedeutung. Ist diese zu gering, ist Ihr Film später verpixelt. Am besten halten Sie sich deshalb an Ihr Ausgangsmaterial. Hinweis: Je größer die Bitrate, umso mehr Platz benötigt die Film-Datei auf der DVD.

Welche Qualität hat mein Ausgangsmaterial?

Wenn Sie nicht wissen, was Sie einstellen sollen, weil Sie keine detaillierten Informationen über die Qualität Ihrer Film-Datei haben, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie die Film-Datei im VLC-Player.
  2. Klicken Sie auf den Reiter „Werkzeuge“ und weiter auf „Codec-Informationen“.
  3. Entnehmen Sie die Qualitätsinformationen Ihres Ausgangsmaterials und übertragen Sie diese in DeVeDe.

Praxis-Tipp: Ein HD-Film (720p) bekommt mit 7000 Kbit/s eine gute Qualität.
Wichtig: Diese Einstellungen müssen Sie für jede einzelne Film-Datei vornehmen.

Screenshot von DeVeDe DVD-Abbild erzeugen

  • Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen? Dann klicken Sie auf „Vor“.
  • DeVeDe wird einen neuen Ordner in Ihrem Ubuntu Home-Verzeichnis erstellen, bestätigen Sie dies mit „OK“.
  • Die Software beginnt nun damit Ihre VideoDVD als ISO-Datei zu erzeugen. Dieser Vorgang wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Letzter Schritt – Film-DVD brennen

Legen Sie nun einen DVD-Rohling in Ihren Brenner und navigieren Sie in den Ordner „movie“.

Screenshot vom Brennen einer VideoDVD

  1. Klicken Sie die ISO-Datei mit der rechten Maustaste an.
  2. Wählen Sie „Auf CD/DVD schreiben…“.
  3. Im nächsten Fenster wählen Sie Ihren Brenner aus und starten den Schreibvorgang.

Sobald die Film-DVD gebrannt wurde, können Sie diese in Ihrem Heim-DVD-Player genießen.

Fazit

Zugegeben, der Umgang mit DeVeDe erfordert ein wenig Übung. Am Ende haben Sie jedoch eine DVD, die auf so gut wie jedem DVD-Player abgespielt werden kann. Die manuelle Qualitätseinstellung mag für viele eine unnötige Hürde sein, ich sehe dies jedoch anders. Ich hatte schon Ausgangsmaterial, bei dem der Ton zu leise gedreht war. Solche Kleinigkeiten lassen sich mithilfe von DeVeDe schnell ausmerzen.

Verwandte Themen:

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Grafikkarte unter Ubuntu installieren

(Screenshots: DeVeDe 3.23.0 unter Ubuntu 14.04.2 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Jürgen sagt:

    Hi Sascha die Anleitung hat mich grad gerettet. Die Qualitätseinstellungen sind jedoch ziemlich strange, auf original konnte ich es nicht lassen da war die Bildauflösung zu klein. Ich musste da noch einiges einstellen. 4 Brennversuche und Rohlinge später hats jedoch gepasst. Weiter so und Grüße aus Nbg – Jürgen.

  • Robert Riesebeck sagt:

    das verdammte Programm schmiert dauernd ab wenn ich ne ISO erstellen will.
    Dabei ist es die aktuelles Version. Und des Entwicklers neues Projekt hat keine GUI :/

    • Kilobyte sagt:

      Hallo Robert,

      also über Synaptic mit Kubuntu 14.04 LTS bekomme ich die Version 3.23 aus den Standardquellen. Mit GUI und voll funktionsfähig. Ich habe mir hier mal die Version 3.21 heruntergeladen und funktioniert genauso. Läuft also meiner Meinung nach alles korrekt 🙂
      Viel Erfolg!
      Sascha

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