Bild von FirmenlogoKilobyte ist ein Infoportal, für Webworker, Software Anleitungen und Internetliebhaber, verfügt über 213 Artikel aus den Themenbereichen Ubuntu Anleitungen, Hardware Anleitungen, Netzfragen, Open Source sowie Anleitungen für soziale Netzwerke. Dankeschön für 578 Kommentare und Ihren Besuch.

Anleitungen vom Webworker

Debian: Neue Festplatte einrichten – so einfach geht’s

Wer wie ich Debian als Betriebssystem verwendet, der schätzt die Beständigkeit. Leider kommt es aber hin und wieder vor, dass der Speicherplatz zur Neige geht und deshalb eine weitere Festplatte in den Computer eingebaut werden muss. Solch eine schwerwiegende Veränderung des Systems bringt dann natürlich häufig Probleme mit sich, die gerade Linux-Neulinge zur Weißglut treiben.

Hey Sascha! Mein Bruder hat mir Debian 8 installiert […]. Ich wollte Dir hiermit mitteilen, dass Du Dir Dein dreckiges Linux an den Hut stecken kannst. Drei Stunden versuche ich jetzt schon meine WD Red mit 6 TB einzurichten und was ist? Nichts geht, die Platte wird nicht erkannt […]. Die E-Mail kannst Du gerne veröffentlichen damit Du und Deine Bobos sehen, dass Debian nichts für schwer arbeitende Menschen ist, die keine Zeit für Sperenzchen haben!

Pichler, Lorenz: Debian ist ein Witz! Neue Festplatte einrichten – chancenlos. E-Mail vom 11.06.2017.

Bild von Anleitung: Wie unter Debian eine neue Festplatte einrichten?Damit Sie eine werksneue Zweitplatte sofort nach dem Einbau unter Debian verwenden können, müssen drei Bedingungen erfüllt sein. Zunächst benötigt Ihr Datenträger ein aktuelles Dateisystem. Nach diesem Schritt ist es außerdem zwingend notwendig, die Festplatte im Betriebssystem einzuhängen. Denn nur in diesem Zustand können Sie die Schreibrechte für die einzelnen Benutzer vergeben. Aufgrund der Tatsache, dass viele Debian-Anwender die wenigen Befehlsketten zum Einrichten einer neuen Festplatte nicht kennen, wird für dieses Einsatzgebiet oftmals umständlich auf GParted zurückgegriffen.

Mir ist es allerdings sehr wichtig, dass meine Bobos mit Ihrer Linux-Distribution richtig umgehen können. Aus diesem Grund erfahren Sie nun, wie Sie nur mithilfe eines Terminal-Fensters Ihre neue Festplatte unter Debian betriebsbereit machen.

Festplatte unter Debian formatieren

Um Ihnen das Einrichten eines Datenträgers besser veranschaulichen zu können, habe ich in eines meiner Debian-Systeme eine brandneue Festplatte mit vier Terabyte eingebaut.

Bild von Seagate Barracuda mit 4 Terabyte. Künstlerisch inszeniert von Kilobyte. Der Ubuntu-Blog von weißen protestantischen Männern mit Stil

Bevor ich jedoch mit der Formatierung beginnen konnte, musste ich zunächst einmal herausfinden, wie Debian meine neu angeschlossene Hardware benennt. Dazu öffnete ich ein Terminal-Fenster und gab mir Administratorenrechte:

su

Im Anschluss ließ ich mir sämtliche Festplatten anzeigen, die zu diesem Zeitpunkt in meinem Computer verbaut waren:

fdisk -l

Tipp: Sie finden die Laufwerksbezeichnung Ihres gerade eingebauten Datenträgers am schnellsten, indem Sie nach der physikalischen Speicherplatzgröße suchen.

Screenshot von Konsolenbefehl fdisk -l unter Debian 8

Nach der Eingabe des vorherigen Befehls fand ich heraus, dass mein Betriebssystem den unformatierten Datenträger unter /dev/sdf führt.

Nun konnte ich das Linux-Dateisystem ext4 installieren. Dazu gab ich in das bereits geöffnete Terminal-Fenster, in dem ich immer noch Administratorenrechte hatte, folgenden Konsolenbefehl ein:

mkfs.ext4 /dev/sdf

Hinweis: Je nachdem über wie viel Speicherplatz Ihre Hardware verfügt, kann die Formatierung bis zu zehn Minuten in Anspruch nehmen.

Screenshot vom Installieren des Dateisystems ext4 auf einem neu eingebauten Datenträger

Wichtig: Sie betreiben ein Dual-Boot-System und möchten auch mit Ihrem Windows-System auf Ihre Zweitplatte zugreifen? Dann muss Ihr neuer Datenträger mit dem Dateisystem NTFS formatiert werden. Verwenden Sie in diesem Fall folgenden Befehl:

mkfs.ntfs /dev/*

Einhängen des frisch formatierten Datenträgers

Damit ich meine Festplatte endlich verwenden konnte, musste ich diese zuallererst einhängen. Dazu gab ich folgende zwei Befehle nacheinander in das Terminal-Fenster ein, in dem ich bereits die Formatierung vorgenommen hatte:

mkdir /media/sdf
mount /dev/sdf /media/sdf

Daraufhin minimierte ich temporär das Konsolenfenster und öffnete gleich darauf meinen Dateimanager. Aufgrund dessen, dass ich mein Debian-System über die Benutzeroberfläche KDE steuere, war das in meinem Fall Dolphin.

Screenshot von KDE Dolphin unter Debian 8: Festplatte, auf der noch keine Schreibrechte vergeben wurden

Festplatte hat unter Debian 8 „Jessie“ noch keine Schreibrechte zugewiesen bekommen

Wie Sie am Screenshot erkennen können, hat das Einrichten meiner neuen Festplatte insofern geklappt, dass ich bereits über meine grafische Benutzeroberfläche auf die Hardware zugreifen konnte.

Leider war es mir allerdings noch nicht möglich, Dateien auf den Datenträger zu kopieren. Ich konnte noch nicht einmal einen neuen Ordner erstellen.

Schreibrechte für eine neue Festplatte vergeben

Für den letzten Schritt holte ich mein minimiertes Terminal-Fenster wieder in den Vordergrund, um einmalig die Schreibrechte für die neue Festplatte vergeben zu können.

chown IHRBENUTZERNAME /media/sdf/

Zunächst sagte ich Debian, welcher Benutzer auf den Datenträger zugreifen darf.

chmod u+rwx /media/sdf/

Direkt im Anschluss gab ich diesem Benutzernamen die volle Kontrolle über die gesamte Partition.

Screenshot von den geheimen Akten des mutmaßlichen Huthi-Terroristen Ali Sonboly. Dargestellt mithilfe des Dateimanagers Dolphin unter Debian 8

Daraufhin schloss ich das Terminal-Fenster. Ab sofort kann ich im Dateimanager Dolphin nach der Eingabe meines Benutzerpassworts frei über meine neu eingebaute Festplatte verfügen.

Debian erfordert Ausdauer und Gelassenheit

Als ich vor vielen Jahren dasaß und meine erste Festplatte für Debian einrichtete, war ich ähnlich sauer wie Herr Pichler. Leider gab es seinerzeit noch keine Blogs, auf denen ich meine Wut zum Ausdruck bringen konnte.

Vielmehr musste ich mir Hilfe in einem IRC-Channel suchen, in dem mich hochnäsige Debianer vorführten. Diese Erfahrung war auch einer der Gründe, warum ich eine Webseite wie diese hier für mich und meine Bobos starten wollte.

Verwandte Themen:

Festplatte mit VeraCrypt verschlüsseln – so geht’s
Tor-Browser für Linux installieren – Anleitung

Ubuntu: Bildschirm zu hell – Lösung

Aufgrund der günstigen Preise sind Bildschirme mit LED-Hintergrundbeleuchtung längst in den meisten Notebooks verbaut. Auch wer sich für seinen Desktop-PC einen neuen Monitor kaufen möchte, kommt nicht mehr an der LED-Technik vorbei. Das ist auch gut so, denn die kleinen energieeffizienten Leuchtdioden erzeugen ein stechend scharfes Bild mit satten Farben. Hinzu kommt, dass LED-Displays die digitale Arbeitsfläche im Vergleich zu alten LCD-Monitoren wesentlich heller darstellen können.

Bild von Ubuntu HelligkeitWas sich zunächst wie ein sehr gutes Verkaufsargument anhört, kann in manchen Szenarien ein großer Nachteil sein. Denn ein zu hell eingestellter Monitor führt schnell zu Kopfschmerzen und ermüdet übermäßig die Augen. Deshalb sollten Sie die Helligkeit Ihres Bildschirms stets an Ihre Umgebung angleichen. Ein Problem hierbei ist, dass viele Laptop-Besitzer oftmals gar nicht wissen, wie sie in das Displaymenü gelangen. Hingegen Benutzer von Desktop-PCs sind häufig einfach zu bequem ständig die vielen Knöpfe zu drücken, um die Bildschirmhelligkeit anzupassen.

Falls Sie jedoch Ubuntu als Betriebssystem einsetzen, dann können Sie die Helligkeit Ihres Bildschirms auch unkompliziert mit Ihrer Computermaus regeln. Alles, was Sie dazu benötigen ist die Freeware Brightness Controller.

Bildschirm dunkler machen – so geht’s

Bevor Sie Ihren Bildschirm softwareseitig abdunkeln können, müssen Sie natürlich zunächst Brightness Controller installieren. Öffnen Sie dazu ein Terminal-Fenster.

sudo add-apt-repository ppa:apandada1/brightness-controller

Fügen Sie als Nächstes die PPA des bangladeschischen Entwicklers Amit Seal Ami Ihrem System hinzu.

sudo apt-get update

Aktualisieren Sie daraufhin Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get install brightness-controller

Installieren Sie nun die Freeware und öffnen Sie anschließend Brightness Controller über die Ubuntu Dash-Startseite.

Screenshot von Brightness Controller, um Monitor unter Ubuntu dunkler zu machen

Brightness Controller v2.0 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Sobald sich das Hauptmenü aufgebaut hat, können Sie mit dem Schieberegler über dem Punkt „Brightness“ die Helligkeit Ihres Bildschirms herabsetzen.

Bis zu zwei Bildschirme gleichzeitig regeln

Auch wenn Sie wie ich die Anzeige Ihres Desktops auf zwei Bildschirme aufgeteilt haben, müssen Sie nicht auf eine gleichmäßige Helligkeit verzichten.

  • Primary Brightness: Wählen Sie hier die Anschlussart aus, über die Ihr Hauptbildschirm betrieben wird.
  • Secondary Brightness: Hier ist Platz für ein zweites Anzeigegerät.

Ab sofort lassen sich Ihre beiden Monitore mithilfe der Schieberegler unter den Menüpunkten „Primary“ und „Secondary“ unabhängig voneinander konfigurieren.

Neben der Helligkeit können Sie mithilfe der kostenlosen Applikation sogar kurzerhand die Farbtemperatur Ihrer Bildschirme verändern.

Screenshot von den Farbtemperaturen von der Freeware Brightness Controller für Ubuntu

Brightness Controller für Ubuntu bringt voreingestellte Farbtemperaturen mit

Mit einem Linksklick auf „Default“ unter „Color Temperature“ öffnen Sie ein Auswahlmenü mit vorkonfigurierten Farbszenarien.

  • Diese Voreinstellungen sind in meinen Augen allerdings eher als Gimmick zu betrachten. Falls Sie beispielsweise eine Frau aus einer Singlebörse zu sich zum Candle-Light-Dinner eingeladen haben aber kein Geld für Kerzen ausgeben möchten, dann könnten Sie Ihren Laptop auf den Esstisch stellen und „1900K Candle“ auswählen. Daraufhin würde sich dann das Display in einen romantischen Gelbton einfärben.

Ist in den gespeicherten Farbszenarien einmal nicht das Richtige dabei? Dann nutzen Sie die „RGB“ Schieberegler, um einzelne Farbtöne manuell abzuschwächen oder hervorzuheben.

Welche Bildschirmhelligkeit ist gut für die Augen?

Wussten Sie, dass Helligkeit und Kontrast stets an die Lichtverhältnisse des Arbeitsplatzes angepasst werden sollten?

Grundsätzlich gilt: Helligkeit und Kontraste sollten nicht für immer und ewig so eingestellt bleiben, sondern an die Lichtverhältnisse angepasst werden.

Felstehausen, Torsten: Helligkeit und Kontrast einstellen und nachregeln. ergo-online.de (06/2017).

Hinweis: Je dunkler also Ihre Arbeitsumgebung ist, umso dunkler sollte auch Ihr Bildschirm eingestellt sein.

Bild von Umgebung bestimmt Bildschirmhelligkeit

Vor allem Laptop-Besitzer, die Ihren mobilen Computer auch außerhalb der Wohnung nutzen, sollten die Dienste von Brightness Controller in Anspruch nehmen. Ein Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung benötigt nämlich nur unter freiem Himmel oder unter Bürodeckenleuchten die maximale Helligkeit, die in der Regel von Haus aus voreingestellt ist.

Die Vorteile von Brightness Controller im Überblick

Die native Linux-Applikation Brightness Controller basiert auf Python und belegt daher nur rund 30 Megabyte auf Ihrem Systemdatenträger.

  • Die einfach gehaltene Benutzeroberfläche macht es mit nur wenigen Klicks möglich, die Helligkeit von bis zu zwei Bildschirmen individuell zu regeln.
  • Beliebte Einstellungen lassen sich unkompliziert speichern und wieder laden.
  • Diese softwareseitige Konfiguration schont dabei langfristig Ihre Hardware, da Sie nicht ständig an den Bildschirm fassen oder irgendwelche FN-Tasten auf Ihrem Laptop drücken müssen.
  • Die smarte Freeware funktioniert mit allen LTS-Versionen ab Ubuntu 14.04 und wird regelmäßig via PPA aktualisiert.

Ich kenne kein anderes Programm, mit dem sich die Helligkeit von Anzeigegeräten besser regulieren lässt. Deshalb kann ich allen meinen Besuchern Brightness Controller wärmstens empfehlen.

Verwandte Themen:

Eigene Bildschirmauflösung unter Ubuntu einstellen – Anleitung
Unter Ubuntu Fotocollagen erstellen – so einfach geht’s

Ubuntu: Automatische Aktualisierung aktivieren – ein Appell

Ehemalige Windows-Benutzer vernachlässigen oftmals die regelmäßige Installation der Ubuntu-Updates. Dies liegt daran, dass Microsoft-Betriebssysteme zumeist zusätzlich durch ein Antivirenprogramm in Echtzeit geschützt sind und es somit unter Windows nicht ganz so wichtig ist, zeitnah den neusten NSA-Exploit einzuspielen.

Eine Sicherheitsfirma hat einen Patch für Windows XP […] veröffentlicht, so dass der NSA-Exploit ESTEEMAUDIT auf dieser Betriebssystemplattform nicht mehr ausgenutzt werden kann.

Born, Günter: NSA ESTEEMAUDIT Exploit: Patch für Windows XP/Server 2003. borncity.com (05/2017).

Bild von Ubuntu automatisch auf dem neusten Stand haltenUnter Ubuntu ist dies allerdings nicht der Fall. Denn alles, was die Linux-Distribution sicher macht, wird ausschließlich über die offiziellen Update-Quellen bezogen. Um also dauerhaft auf ein geschütztes und äußerst stabiles Betriebssystem zurückgreifen zu können, sollten Sie in Erwägung ziehen, die automatische Aktualisierung zu aktivieren. Ubuntu bietet Ihnen dabei sogar die Möglichkeit selbst zu entscheiden, welche Updates sofort nach dem Erscheinen ohne Ihr Zutun installiert werden sollen. Folglich bleiben Sie stets Herr über Ihr Betriebssystem.

Ein Update besteht aus Modulen

Die Frequenz von Ubuntu-Updates ist deshalb so hoch, da die vielen Aktualisierungen weit mehr als nur Sicherheitspatches beinhalten.

Grafik: Aus was setzen sich Ubuntu-Updates zusammen? Module eines Aktualisierungspakets. Erstellt von Kilobyte - dem Gegenteil von Sascha Lobo

Bei einer vollständigen automatischen Aktualisierung nehmen bis zu sechs Update-Module im Hintergrund Änderungen an Ihrem Betriebssystem vor.

  • Software-Updates: Alle Programme, die Sie via APT oder PPA installiert haben, werden auf neue Versionen hin überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
  • Sicherheits-Updates: Wie ein Antivirenprogramm erneuert auch Ubuntu regelmäßig so etwas Ähnliches wie eine Virendefinitionsdatei. Außerdem werden hin und wieder Sicherheitslücken im System geschlossen.
  • Kernel-Updates: Im Gegensatz zu Windows müssen unter Linux-Distributionen keine Treiber installiert und manuell aktualisiert werden.
  • Backport-Updates: Auch proprietäre Software wie das AMD Catalyst Control Center ist Bestandteil der Update-Pakete.

Theoretisch könnten Sie zudem ebenfalls Software aus der neusten Testversion über die Aktualisierungsverwaltung beziehen. Dieser Auswahlpunkt ist für Anwender einer LTS-Version allerdings von Haus aus deaktiviert.

Wie Sie vielleicht wissen, wird jede Ubuntu-Version fünf Jahre lang kostenlos mit den oben genannten Updates versorgt. Wer nach Ablauf dieser Zeit weiter sein bisheriges Betriebssystem verwenden möchte, der kann gegen eine Gebühr die Update-Quelle ESM (Extended Security Maintenance) aktivieren und wird darüber zukünftig mit Aktualisierungen versorgt.

Following the end-of-life of Ubuntu 12.04 LTS, Canonical is offering Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance), which provides important security fixes for the kernel and the most essential user space packages in Ubuntu 12.04.

Canonical Ltd.: Introducing Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance). insights.ubuntu.com (05/2017).

Alle anderen Benutzer upgraden Ihr System auf eine aktuelle Version und haben danach wieder kostenlosen Zugriff auf die Update-Module.

Ubuntu automatisch aktualisieren – so geht’s

Ich empfehle allen meinen Besuchern, zumindest die Sicherheits-Updates für Ubuntu automatisch installieren zu lassen. Die Konfiguration hierfür ist dermaßen einfach, dass sie selbst von Linux-Neulingen ohne Weiteres vorgenommen werden kann.

Screenshot von Ubuntu-Menü "Anwendungen & Aktualisierungen" unter Ubuntu 16.04 LTS

Sicherheits-Updates unter Ubuntu 16.04.2 LTS automatisch installieren lassen

Navigieren Sie zunächst über die Ubuntu Dash-Startseite in das Menü „Anwendungen & Aktualisierungen“.

  • Wechseln Sie dort angekommen in den Reiter „Aktualisierungen“.
  • Wählen Sie daraufhin hinter „Wenn Sicherheitsaktualisierungen verfügbar sind“ den Punkt „Automatisch herunterladen und installieren“ aus.
  • Zu guter Letzt werden Sie dazu aufgefordert, die Änderung durch die Eingabe Ihres Administratorpassworts zu bestätigen.

Ab sofort sind Sie immer vor Viren, Trojanern und Co. geschützt, ohne dabei folgenden Update-Befehl eingeben zu müssen:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Möchten Sie, dass auch die anderen Update-Module automatisch aktualisiert werden? Dann öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Navigieren Sie im Anschluss in die Systemdatei des Aktualisierungsmenüs und aktivieren Sie dort die automatischen Updates.

Screenshot von Inhalt der Ubuntu-Systemdatei /etc/apt/apt.conf.d/10periodic

Dies erreichen Sie, indem Sie folgende Einträge mit einer 1 versehen:

  • Update-Package-Lists
  • Download-Upgradeable-Packages
  • Unattended-Upgrade

Tipp: Der Eintrag AutocleanInterval legt fest, ob Ubuntu nicht mehr gebrauchte Dateien automatisch löschen soll. Falls Sie also wie ich hinter dem Befehl die Ziffer 4 eingetragen haben, räumt Ihre Linux-Distribution alle vier Tage die Systemfestplatte auf.

Hinweis: Um Ihre Einträge im Editor Nano zu speichern, müssen Sie die Tastenkombination Strg + O drücken. Hingegen mit Strg + X verlassen Sie das Einstellungsmenü wieder.

Als Nächstes können Sie festlegen, welche der einzelnen Module sich selbstständig aktualisieren sollen.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades
Screenshot von Systemdatei 50unattended-upgrades unter Ubuntu 16.04 LTS

Systemdatei 50unattended-upgrades unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Entfernen Sie dazu einfach die beiden // vor dem jeweiligen Eintrag. Sollten Sie die Einstellungen von dem Screenshot übernehmen, dann haben Sie stets ein sicheres System mit aktuellen Applikationen.

Ganz zum Schluss müssen Sie nur noch bestimmen, wann die automatische Aktualisierung stattfinden soll.

Screenshot von 50unattended-upgrades: Wann soll die automatische Aktualisierung stattfinden

Soll die automatische Aktualisierung erst beim Herunterfahren stattfinden?

Scrollen Sie dafür in der Modulansicht etwas weiter nach unten zum Punkt Unattended-Upgrade::InstallOnShutdown.

  • Entfernen Sie auch hier zunächst die beiden // vor dem Eintrag.
  • Ändern Sie daraufhin das „true“ in „false“, wenn vorhandene Updates direkt nach dem Neustart des Systems installiert werden sollen.
  • Hingegen wenn Sie die Standardeinstellung belassen, wird die Linux-Distribution erst kurz vor dem Herunterfahren aktualisiert.

Nachdem Sie die Systemdatei gespeichert haben, wird Ubuntu gemäß Ihrer Einstellungen täglich automatisch aktualisiert.

Warum verwenden manche Menschen Ubuntu?

In meiner Umfrage mit mehr als 400 Teilnehmern gaben lediglich 11% an, dass Sie Ubuntu wegen des geringen Wartungsaufwandes nutzen.

Balkendiagramm von Umfrage: Warum nutzen Menschen Ubuntu? Durchgeführt vom Institut Kilobyte. Finanziert von George Soros. Ziel: Ubuntuisierung des Abendlandes

Das ist mir unverständlich, wo man doch unter Windows jeden Treiber und so gut wie jede Softwareaktualisierung einzeln von Hand installieren muss.

  • 23% wollen von Microsoft loskommen.

Damit sich diese Menschen langfristig für eine Linux-Distribution entscheiden, sind wir als Community gefragt. Es ist oftmals erschreckend, wie schlecht Hilfsbedürftige in den deutschsprachigen Ubuntu-Foren von den Experten behandelt werden.

  • Am 14. Januar 2020 endet der Supportzeitraum für Windows 7.

Ich gehe stark davon aus, dass damit eine riesige Flüchtlingslawine in andere Betriebssysteme lostritt. Das ist eine große Chance, um den Einfluss des europäischen Betriebssystems Ubuntu zu stärken. Dabei ist allerdings Ihre Hilfe vonnöten. Seien Sie stets offen für Fragen und behandeln Sie die Microsoft-Flüchtlinge nicht abfällig, sondern helfen Sie den verloren geglaubten Seelen in die Freiheit.

Herzlich willkommen in eurem Zuhause.

EUROPEENSSANSFRONTIERES: EURODAME, HELP! youtube.com (05/2017).

Hinweis: Je mehr Menschen Ubuntu verwenden, umso höher ist der Druck auf Softwarehersteller, Spieleschmieden und Hardwareproduzenten ihre Produkte auch für Linux anzubieten.

Bild von Appell: Ubuntu bedeutet Freiheit

Sollte jemand trotz Ihres Einsatzes mit Ubuntu unzufrieden sein, dann nehmen Sie das nicht persönlich. Bedenken Sie, dass nicht jeder mit der neu gewonnenen Freiheit umgehen kann.

Denn mit der Freiheit steht es wie mit den schweren und kräftigen Speisen oder mit den starken Weinen, die geeignet sind, die robusten Naturen, die an sie gewöhnt sind, zu nähren und zu stärken, während sie die Schwachen und Empfindlichen, die nicht für sie geschaffen sind, überwältigen, zugrunderichten und trunken machen.

Rousseau, Jean-Jacques: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen. Bibliografisch ergänzte Ausgabe. Stuttgart: Phillip Reclam jun. GmbH & Co. KG 2010.

Fazit: Warum setze ich auf Linux-Distributionen?

Der Computer ist mein Werkzeug und die Software soll nur machen, was ich ihr sage. Deshalb liebe ich persönlich Debian und kann jedem erfahreneren Ubuntu-Anwender nur empfehlen, zum Mutterschiff heimzukehren.

Im Jahre 2004 wagte ich mit Ubuntu den ersten Schritt in die Freiheit und Sie glauben nicht, wie oft ich die Linux-Distribution bereits abgeschrieben hatte. Zum Beispiel als mit Version 12.10 die Werbung in die Ubuntu Dash-Startseite kam, was zu Datenschutzproblematiken führte.

In den Ubuntu-Versionen 12.10 – 15.10 ist die Dash-Startseite hauptsächlich mit Amazon verknüpft und blendet passend zu den Suchergebnissen Werbung ein.

Sascha: Ubuntu und die Datensammelwut. kilobyte.bplaced.net (05/2017).

Oder als mit Ubuntu 14.04 LTS die Benutzeroberfläche Unity 7.2 eingeführt wurde, die das Betriebssystem dermaßen verlangsamte, dass Anwender mit älteren Computern auf MATE oder KDE umsteigen mussten.

Bild: Canonical betreibt Entwicklung im Sinne des Users

Trotz alledem betreibe ich eine Webseite, die Ubuntu anpreist. Denn Canonical hat bewiesen, dass es stets im Sinne der Benutzer handelt, und hat alle begangenen Fehler wieder korrigiert.

Dabei scheut sich das Londoner Softwareunternehmen auch nicht, einen Entwicklungsschritt zurückzugehen und nach sieben Jahren wieder GNOME als Standardbenutzeroberfläche einzusetzen.

I’m writing to let you know that we will end our investment in Unity8, the phone and convergence shell. We will shift our default Ubuntu desktop back to GNOME for Ubuntu 18.04 LTS.

Shuttleworth, Mark: Growing Ubuntu for cloud and IoT, rather than phone and convergence. insights.ubuntu.com (05/2017).

Denn wie meine Umfrage beweist, die Menschen wollen doch nichts weiter als ein funktionelles und stabiles Betriebssystem.

Verwandte Themen:

Das Herunterladen der Ubuntu-Updates beschleunigen – Tipp
Was hat ein 64-Bit-System für Vorteile?