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Anleitungen vom Webworker

Ubuntu: Passwortgenerator installieren – so geht’s

Sie möchten alle Ihre Onlinezugänge mit extrem sicheren Passwörtern schützen? Dann sollten Sie entweder besonders originell oder cleverer als die anderen Internetbenutzer sein. Falls Sie wie ich weder das eine noch das andere sind, können Sie alternativ auf einen Passwortgenerator zurückgreifen. Für Ubuntu gibt es zwei kostenlose Applikationen, mit denen Sie Passwörter erstellen können, die heutige Sicherheitsstandards vollstens erfüllen.

Bild von Passwortgenerator für UbuntuDoch gibt es überhaupt sichere Passwörter? Eigentlich nicht, denn jede Kombination lässt sich mit der Brute-Force-Methode knacken. Dafür sind allerdings sehr viele Versuche vonnöten, die einem die Betreiber der Online-Dienste nicht gestatten. Nach spätestens fünf falschen Eingaben ist Schluss und die IP-Adresse des Angreifers wird gesperrt. Ein Passwort ist also dann bereits sicher, wenn es ein real existierender Mensch mit fünf Versuchen nicht erraten kann.

Leider sind die meisten Passwörter tatsächlich noch Wörter, die sich in einem Lexikon oder Wörterbuch nachschlagen lassen. Ein großer Fehler, denn das perfekte Passwort sollte aus Minuskeln, Versalien und Ziffern bestehen. Falls Ihnen die Erstellung solcher sinnbefreiten Kombinationen schwerfällt, dann nutzen Sie einen Passwortgenerator für Ubuntu.

Ubuntu erstellt sichere Passwörter

Das beliebteste Linux-Programm zum Erstellen von sicheren Passwörtern nennt sich Pwgen und wird über ein Terminal-Fenster bedient.

sudo apt-get install pwgen

Gleich nach der Installation generiert Ihnen Pwgen unkompliziert Passwörter für alle Lebenslagen. Falls Sie beispielsweise eine achtstellige Chiffre benötigen, die mit allen Online-Diensten funktioniert, müssen Sie folgenden Befehl eingeben:

pwgen -s

Wie Sie dem nachfolgenden Bild entnehmen können, erscheint daraufhin eine komplexe Auswahlliste mit Passwörtern, welche die oben genannten Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Screenshot von Ubuntu Pwgen mit sicheren Passwörtern

Falls Sie für Ihr Passwort auch Sonderzeichen verwenden dürfen, dann ist dieser Befehl das Richtige für Sie:

pwgen -y

Auch in diesem Fall generiert Pwgen eine achtstellige Kombination.

Screenshot eines Ubuntu Passwortgenerators

Dies ist für lokale Anwendungen ohne Schutzmechanismus natürlich viel zu kurz. Ich denke dabei vor allem an einen Datenträger, der mit VeraCrypt verschlüsselt werden soll. Auch hier schafft Pwgen Abhilfe, indem Sie die gewünschten Stellen des Passworts einfach an den Befehl anhängen:

pwgen -s 10

Hinweis: Ein Passwort zum Entschlüsseln eines Mediums sollte aus mindestens 20 Zeichen bestehen.

Screenshot von zehnstelligem Passwort

Eine Auflistung aller Befehlsoptionen erhalten Sie mit:

pwgen --help

In meinen Augen ist Pwgen der perfekte Passwortgenerator. Auch die einfache Bedienung über die Konsole dürfte Linux-Neulinge nicht abschrecken.

Passwort erstellen lassen – die Zweite

Falls Sie trotzdem etwas Angst vor Terminal-Fenstern haben, gibt es für Ubuntu ebenfalls einen Passwortgenerator mit grafischer Benutzeroberfläche. Die Freeware heißt Revelation und ist generell ein vollwertiger Passwortmanager.

sudo apt-get install revelation

Unter Ubuntu 16.04 LTS nimmt die Installation lediglich 15 Megabyte Systemspeicher in Anspruch. Revelation lässt sich wie jede andere Software über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen und kommt völlig unscheinbar daher.

Screenshot von Revelation für Ubuntu 16.04 LTS

Nach dem Programmstart sollten Sie einmalig die Tastenkombination Strg + P drücken, um das generierte Passwort auch sehen zu können.

Wählen Sie als Nächstes den Reiter „Ansicht“ aus und klicken Sie im Anschluss auf den Menüpunkt „Passwort-Generator“.

Screenshot von Revelation Ubuntu Passwortgenerator

Daraufhin öffnet sich ein kleines Fenster, in diesem Sie zunächst die gewünschte Länge des Passworts angeben können. Gleich danach sollten Sie festlegen, ob Sie auch Sonderzeichen in Ihrem Passwort haben möchten.

  • Haben Sie alle Einstellungen erledigt? Dann klicken Sie auf „Generate“. Das dadurch erstellte Passwort lässt sich bequem mit der Maus aus dem Programmfenster kopieren.

Falls Sie feststellen, dass Sie doch lieber mit dem vergleichsweise winzigen Pwgen arbeiten, dann können Sie Revelation mit folgendem Befehl wieder restlos entfernen:

sudo apt-get remove revelation && sudo apt-get autoremove

Fazit: Wo lassen sich Passwörter speichern?

Es ist sehr schwer, die von Generatoren erstellten sicheren Passwörter im Gedächtnis zu behalten. Demzufolge ist es völlig legitim, wenn Sie sich eine Textdatei mit Ihren Zugangsdaten zu Online-Diensten anlegen. Doch wohin mit dieser hochsensiblen Datei?

Ich empfehle hierfür ein eigenes Verzeichnis, welches mit Cryptkeeper verschlüsselt wurde. Denn damit ist Ihre Passwortdatei nicht nur mit Cipher (Blowfish) gesichert, sondern auch für unautorisierte Benutzer unsichtbar.

Durch dieses Design ist der Ordner mehrfach geschützt. Ein unautorisierter Benutzer Ihres Computers weiß zunächst nicht, dass Sie über einen verschlüsselten Ordner verfügen.

Sascha: Ubuntu: Smarte Alternative zu VeraCrypt – Cryptkeeper. kilobyte.bplaced.net (04/2017).

Wussten Sie, dass auch heutzutage noch viel zu schwache Passwörter verwendet werden? Neben „123456“ und „ficken“ ist „p@ssw0rd“ immer noch sehr beliebt. Dieser Umstand hat auch etwas Gutes, denn sonst würden wir wohl nicht ständig die anzüglichen Selfies unserer beliebten Promis zu sehen bekommen.

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Ubuntu: Neuen Kernel installieren – einfach via PPA

Windows-Benutzer fürchten Aktualisierungen für ihr Betriebssystem ungefähr so, wie Berliner Politiker die Basisdemokratie. Kein Wunder, schließlich weiß niemand so wirklich, was Microsoft wieder zum Nachteil der Kunden in den kumulativen Updates versteckt hat. Hingegen verbessern die transparenten Aktualisierungspakete für Ubuntu tatsächlich die Stabilität und die Sicherheit der Linux-Distribution. Vor allem Kernel Updates sind gern gesehene Gäste, denn sie sorgen dafür, dass die Hardware in Ihrem Computer effizienter genutzt werden kann.

Bild von Ubuntu Kernel UpdateFür Canonical sind Kernel Updates ein Fass ohne Boden. Denn sobald sich eine brandaktuelle Treibersammlung auf den Spiegelservern befindet, gibt es schon wieder reichlich neue Hardware und Peripheriegeräte auf dem Markt. Aus diesem Grund haben Sie als Ubuntu-Benutzer auch die Möglichkeit noch neuere Kernel manuell zu installieren. Dadurch erhöhen Sie unter anderem die Chance, dass Ihr kürzlich erworbenes Mainboard besser unterstützt wird oder Ihre Webcam plötzlich funktioniert.

Bis vor Kurzem war das Update auf einen „inoffiziellen“ Kernel selbst für fortgeschrittene Ubuntu-Benutzer äußerst unangenehm. So war es beispielsweise nötig, die Datenpakete händisch aus dem Treiberdepot herunterzuladen.

  • Anschließend musste die Installation über ein Terminal-Fenster mithilfe von verschiedenen Befehlsketten vollzogen werden.

Diese finsteren Tage sind dank Ukuu vorbei. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Rebellenorganisation aus Ruanda, sondern um eine kostenlose Software namens Ubuntu Kernel Update Utility.

Screenshot von Ubuntu Kernel Update Utility unter Ubuntu 16.04 LTS

Ukuu v17.2.3 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

In der folgenden Anleitung erfahren Sie, wie Sie über die klare grafische Benutzeroberfläche von Ukuu ganz einfach einen neuen Kernel installieren. Des Weiteren begründe ich, warum Sie dies allerdings unterlassen sollten.

Kernel unter Ubuntu installieren

Ukuu wird via PPA gepflegt und ist für sämtliche LTS-Versionen ab Ubuntu 14.04 verfügbar. Zum Installieren der smarten Systemapplikation müssen Sie zunächst ein Terminal-Fenster öffnen.

sudo add-apt-repository ppa:teejee2008/ppa

Fügen Sie im Anschluss die PPA des Softwareentwicklers Ihrem System hinzu.

sudo apt-get update

Aktualisieren Sie daraufhin Ihre Software-Quellen.

sudo apt-get install ukuu

Installieren Sie nun Ubuntu Kernel Update Utility. Sobald diese Operation abgeschlossen ist, lässt sich die Freeware bequem über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen.

Wenige Schritte bis zum neuen Linux-Kernel

Sobald Sie das Interface von Ukuu vor sich sehen, wird Ihnen am Fuße des Programms der neueste Kernel für Ihre Ubuntu-Version vorgeschlagen.

  • Hinweis: Ihnen werden dabei selbstverständlich nur stabile und getestete Treibersammlungen empfohlen.

Zum Installieren eines Kernels müssen Sie zunächst eine gewünschte Version markieren. Direkt im Anschluss haben Sie über die Schaltfläche „Install“ die Möglichkeit den Prozess zu starten.

Screenshot von Prozessfenster: Neuen Kernel mit Ubuntu Kernel Update Utility installieren

Daraufhin öffnet sich ein graues Fenster, in dem der Installationsvorgang nachverfolgbar ist. Hinweis: Ukuu nimmt die Aktualisierung von GRUB nach der Operation selbstständig vor.

sudo update-grub

Damit Sie den neuen Kernel gleich verwenden können, müssen Sie dementsprechend nur noch Ihr System neu starten, sobald der Installationsprozess vollständig abgeschlossen wurde.

Screenshot von Ukuu Warnmeldung: Booting previous kernels

Bevor Sie das allerdings tun können, weist Sie Ukuu daraufhin, dass es nach dem Neustart zu Problemen kommen kann.

  • Vor allem wenn Sie proprietäre Gerätetreiber installiert haben, wird Ihr System mit dem neuen Kernel höchstwahrscheinlich nicht mehr starten.

Außerdem kann es sein, dass betagte Peripheriegeräte nach dem Update nicht mehr funktionieren.

Damit ein Ubuntu-Kernel mit der Zeit nicht zu stark anschwillt, werden zudem sehr alte Treiber entfernt. Dadurch kommt es oftmals zu Problemen.

Sascha: Treiber für Ubuntu. kilobyte.bplaced.net (04/2017).

Nachdem Sie Ubuntu neu gestartet haben, können Sie in einem Terminal-Fenster überprüfen, ob der neue Kernel verwendet wird.

Screenshot von Ubuntu Terminal-Befehl uname -r

Funktioniert Ihr System mit dem neu installierten Kernel ohne weitere Schwierigkeiten? Dann arbeiten Sie mit dieser Treibersammlung bis Ukuu Ihnen automatisch mitteilt, dass es wieder etwas Neues in diesem Bereich gibt.

Kernel mithilfe von Ukuu wieder entfernen

Falls alles nur ein Missverständnis war und Sie nach dem Update bemerkt haben, dass sich Ihre VirtualBox nicht mehr starten lässt und Ihr WLAN-Stick abgeschaltet bleibt, dann lassen Sie Ukuu den Schaden wieder beheben.

Screenshot von Ubuntu GRUB - Previous Linux versions

Starten Sie dazu Ihren Computer zunächst neu und warten Sie bis GRUB erscheint. Wählen Sie hier je nachdem, welche Version Sie verwenden „Previous Linux versions“ oder „Advanced options for Ubuntu“ aus. Daraufhin können Sie Ubuntu wieder mit Ihrem bisherigen offiziellen Kernel laden.

Screenshot vom Entfernen eines Ubuntu-Kernels mithilfe von Ukuu

Ubuntu Kernel mit Ukuu v17.2.3 entfernen

Öffnen Sie Ukuu erneut, sobald Ubuntu vollständig geladen wurde. Überprüfen Sie als Nächstes, ob am Fuße des Programms steht, dass Sie gerade wieder Ihren alten Kernel verwenden. Dies ist wichtig, da Sie selbstverständlich nur Treiberpakete löschen können, die im Moment nicht im Betrieb sind.

Bild von wie werden Ubuntu Kernel gelöscht?

Ist dies der Fall? Dann markieren Sie darauffolgend den mit Ukuu neu installierten Kernel und klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche „Remove“. Auch bei der Deinstallation sind keine manuellen Folgeschritte nötig.

Obwohl Sie sich in Sachen Treiberunterstützung wieder an Canonical halten, wird Ukuu weiter mit Ihnen kommunizieren.

Screenshot von Ukuu - New Linux Kernel Available

Denn immer wenn ein neuer für Ihr System passender Kernel verfügbar ist, erscheint ein Pop-up-Fenster auf Ihrem Desktop.

Dies könnten Sie unterbinden, indem Sie Ubuntu Kernel Update Utility von Ihrem System entfernen.

Screenshot von Ubuntu Kernel Update Utility Settings - Notification

Alternativ ist es ebenso möglich, die Benachrichtigungen in Ukuu zu deaktivieren. Navigieren Sie dazu in das Menü „Settings“ und entfernen Sie sämtliche Häkchen unter dem Menüpunkt „Notification“.

Fazit: Wann ist ein manuelles Kernel Update nötig?

Wenn ich sehe, wie einer meiner Mitmenschen an der Supermarktkasse lässig sein Smartphone zum Bezahlen über den Scanner legt, fühle ich mich gut. Denn ich weiß, dass dieser Computerelektronikbenutzer kein Leser dieser Webseite ist. Meine Besucher verwenden eine sichere Linux-Distribution und sind nicht nur deshalb einfach schlauer. Sie wissen, dass Canonical das Betriebssystem Ubuntu stetig mit einer guten Treiberunterstützung ausstattet.

Bild von wann ist ein Kernel Update nötig?

Das manuelle Update eines Ubuntu-Kernels ist deshalb nicht nötig und führt in der Regel zu vielen Problemen. Währenddessen die allermeiste Hardware ohnehin „Out-of-the-box“ funktioniert, sollten Sie bei Peripheriegeräten vor dem Kauf in Erfahrung bringen, ob diese unter Ubuntu in Betrieb genommen werden können.

  • Ich empfehle ein Kernel Update immer nur dann, wenn Sie eine nagelneue dedizierte Soundkarte unter Ubuntu nicht zum Laufen bekommen. In diesem Fall kann die Installation eines aktuellen stabilen Kernels mithilfe von Ukuu wahre Wunder bewirken.

Sollte Ihr System allerdings einwandfrei funktionieren, können Sie sich entspannt zurücklehnen. Canonical liefert ohnehin alle zwei Wochen offizielle Kernel Updates zusammen mit den anderen Aktualisierungen für Ihre LTS-Version aus.

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Ubuntu: Optimierung – Vorsicht vor Stacer

Seitdem Stacer für Ubuntu veröffentlicht wurde, habe ich ständig mit dem Thema Optimierung zu tun. Meistens helfe ich dann Ratsuchenden dabei, ihr System wiederherzustellen. Aufgrund des äußerst attraktiven Designs wird die Open-Source-Applikation nämlich gerade Linux-Neulingen zum Verhängnis.

Bild von Ubuntu optimieren - TippsNatürlich lassen sich mit Stacer einige Gigabyte Festplattenspeicher freigeben, die Freeware weiß dabei jedoch nicht, was sie tut. Wenn Sie also mit dieser hippen Applikation Ihr Ubuntu optimieren möchten, sollten Sie sehr viel Ahnung von Paketabhängigkeiten und App Caches haben. Ansonsten werden Sie schon bald auf so manches Programm und auf Ihre grafische Benutzeroberfläche verzichten müssen. Doch nicht nur das Löschen scheinbar unnützer Dateien, sondern auch die anderen Einstellungsmöglichkeiten erfordern großes Know-how.

In der folgenden Anleitung zeige ich Ihnen, wie Sie mit Stacer theoretisch eine Systemoptimierung durchführen könnten. Außerdem begründe ich, warum ich diese Software keinem meiner Leser empfehlen kann.

Stacer unter Ubuntu installieren

Bereits die Installation von Stacer ist aus meiner Sicht problematisch. Dies liegt daran, dass die Applikation weder in den offiziellen Quellen noch via PPA verfügbar ist.

Screenshot von Stacer 1.0.6 Dashboard unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Stacer 1.0.6 unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Dementsprechend ist es notwendig, die Installationsdatei von GitHub manuell herunterzuladen. Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn wenigstens Aktualisierungen direkt aus dem Programm heraus bezogen werden könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall, auch Updates müssen jedes Mal händisch installiert werden.

Screenshot von Stacer im Ubuntu Software-Center

Immerhin ist das Paket als DEB-Datei verfügbar, sodass Stacer mit einem Doppellinksklick einfach über das Ubuntu Software-Center installiert werden kann.

Nach der Installation des 35 Megabyte schweren Pakets lässt sich die Optimierungssoftware bequem über die Ubuntu Dash-Startseite öffnen.

Screenshot von Stacer in der Ubuntu Dash-Startseite

Als Erstes bekommen Sie sofort einige wichtige Systeminformationen zu Gesicht. Diese Anzeige gefällt mir relativ gut. Aufgrund dessen, dass die Angaben nicht exportiert werden können, ersetzt Stacer allerdings nicht NeoFetch.

NeoFetch ist eine winzige Software, die Ihre Systeminformationen zusammengefasst in einem Terminal-Fenster anzeigt.

Sascha: Ubuntu: Systeminformationen schnell anzeigen lassen – Anleitung. kilobyte.bplaced.net (03/2017).

Die Informationen zu den Systemtemperaturen fehlen ebenfalls, sodass auch Psensor nicht durch Stacer eingespart werden kann. Zudem wird nur die Belegung des Systemdatenträgers angezeigt.

Speicherplatz mit Stacer freigeben – so geht’s

Stacer wird vor allem zum Freigeben von Speicherplatz verwendet. Im Reiter „System Cleaner“ stehen dafür fünf Auswahlpunkte zur Verfügung.

Screenshot vom Stacer System Cleaner unter Ubuntu 16.04 LTS

Speicherplatz freigeben mit Stacer 1.0.6

Bevor Sie hier etwas anwählen, sollten Sie wissen, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt:

  • Apt Cache: Immer wenn Sie ein Programm mithilfe des APT-Befehls installieren oder aktualisieren, werden die Installationspakete auf Ihrer Festplatte beibehalten. Dadurch könnten Sie eine Software offline erneut aus Ihrem Zwischenspeicher installieren. Diese Funktion ist meiner Meinung nach obsolet, weshalb Sie Ihren Apt Cache jederzeit löschen können.
  • Crash Reports: Sobald eine Applikation abstürzt, wird in der Regel ein Absturzbericht erzeugt. Da native Linux-Software sehr stabil ist, werden Sie hier wohl nie etwas zum Löschen finden.
  • System Logs: Viele Prozesse in Ubuntu werden stetig protokolliert. Wenn Sie es in Ihren Privatsphäreeinstellungen nicht deaktiviert haben, werden diese Protokolle an Canonical geschickt. Auch diese Textdateien können Sie getrost löschen.
  • App Cache: Installierte Programme nutzen eigene Zwischenspeicher, um schneller ausgeführt werden zu können. Manche Dateien in diesem Speicher werden allerdings auch zum Starten der Applikation benötigt. Deshalb sollten Sie niemals Ihren App Cache mit Stacer löschen.
  • Trash: Hierüber leeren Sie Ihren Papierkorb.

Damit Sie nicht aus Versehen etwas löschen, sind in Stacer mehrere Sicherheitsmechanismen eingebaut.

Bild von Speicherplatz freigeben mit Stacer

Um Speicherplatz freizugeben, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie die gewünschten Auswahlpunkte an.
  2. Schicken Sie Stacer über die Schaltfläche „System Scan“ auf die Suche nach löschbaren Dateien.
  3. Markieren Sie im Suchergebnis die Elemente, die Sie löschen möchten. Alternativ können Sie diesen Vorgang mit einem Klick auf „Select All“ beschleunigen.
  4. Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit „Clean“.

Erst nachdem Sie diese vier Schritte durchlaufen haben, entfernt Stacer die ausgewählten Dateien von Ihrem Systemdatenträger.

Den Ubuntu Autostart mit Stacer optimieren

Die wertvollste Funktion von Stacer befindet sich im Reiter „Startup Apps“.

Screenshot vom Stacer Menü Startup Apps unter Ubuntu 16.04.2 LTS

Ubuntu Autostart mit Stacer 1.0.6 verwalten

Gerade die Verwaltung des Autostart-Menüs fällt vielen Ubuntu-Benutzern schwer. Eine Optimierung in diesem Bereich zahlt sich allerdings sofort aus.

Wie bereits erwähnt verlängert sich durch eine prall gefüllte Autostart-Liste auch der Systemstart.

Sascha: In Ubuntu Programme in den Autostart laden. kilobyte.bplaced.net (03/2017).

Mit Stacer können Sie mithilfe eines praktischen Schiebereglers entscheiden, welche Programme zukünftig nach einem Systemstart geladen werden sollen. Mit einem Klick auf das Papierkorbsymbol ist es sogar möglich, überflüssige Einträge ganz simpel aus dem Autostart-Menü zu entfernen.

Stacer kann Ubuntu großen Schaden zufügen

Die Reiter „Services“ und „Uninstaller“ sind besonders gefährlich.

Screenshot vom Stacer 1.0.6 Uninstaller unter Ubuntu 16.04 LTS

Softwarepakete mit Stacer 1.0.6 löschen

Währenddessen Sie unter „Services“ laufende Prozesse beenden könnten und damit eventuell Ihr Ubuntu temporär zum Absturz bringen, lassen sich im Menü „Uninstaller“ einzelne Softwarepakete löschen.

  • Als Laie sollten Sie dieses Menü meiden. Denn Sie wissen nicht, welche Pakete voneinander abhängen.
  • Verwenden Sie zum Deinstallieren von Applikationen deshalb ausschließlich Synaptic.

Diese Software entfernt Datenpakete nämlich so, dass dadurch weder Ihr Betriebssystem noch andere installierte Programme Schaden nehmen.

Empfehlung: Entscheiden Sie sich für Ubuntu Cleaner

Wenn für Sie jedes Kilobyte zählt und Sie Ihren Systemdatenträger nur ungern mit Terminal-Befehlen aufräumen, dann greifen Sie zum Ubuntu Cleaner.

Das nützliche Tool heißt Ubuntu Cleaner und ist mit dem CCleaner für Windows vergleichbar.

Sascha: Festplatte in Ubuntu aufräumen. kilobyte.bplaced.net (03/2016).

Bild von Stacer versus Ubuntu Cleaner

Dieser smarte Systemhausmeister hat im Vergleich zu Stacer einige Vorteile:

  1. Die Installation und Pflege erfolgt über eine sichere PPA.
  2. Ubuntu Cleaner löscht nur Daten, die für den Betrieb des Systems keine Rolle spielen.
  3. Zudem verfügt die Software über ein schmales Benutzerinterface.

Stacer basiert hingegen auf Electron und hat dadurch einen enormen Hunger nach Arbeitsspeicher.

Fazit: Optimierung von Ubuntu generell nicht notwendig

Abgesehen von der Möglichkeit den Autostart zu verwalten, ist Stacer meiner Meinung nach ein überladenes Programm, das niemand wirklich braucht. Überhaupt ist eine Ubuntu Optimierung aus meiner Sicht nicht notwendig. Wenn Sie die Systemanforderungen erfüllen sowie hin und wieder Ubuntu Cleaner ausführen, wüsste ich nicht, wie sogenannte Third Party Tools die Linux-Distribution verbessern sollten.

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