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Anleitungen vom Webworker

Bildschirm aufnehmen mit VLC Player

Wenn Sie Ihren Bildschirm aufnehmen möchten, um beispielsweise ein Video für YouTube oder eine Präsentation fürs Büro zu erstellen, benötigen Sie eine leistungsstarke Aufnahmesoftware. Unter den Linux-Distributionen Ubuntu und Debian stehen für solch ein Aufgabengebiet so gut wie keine tauglichen Programme zur Verfügung, denn die meisten Aufnahmewerkzeuge haben im Vergleich zu ihren Windowspendants große Defizite. Eine vielseitige und zweckmäßige Videosoftware zur Bildschirmaufnahme ist der VLC Player, welcher sich in den offiziellen Paketquellen befindet und im vollen Umfang von jeder Linux-Distribution genutzt werden kann. In diesem Artikel erfahren Sie, warum ich den VLC Player für dieses Einsatzgebiet besonders gerne verwende und wie Sie damit unkompliziert Ihren Bildschirm aufnehmen können.

Anforderungen für ein Aufnahmeprogramm

Screenshot vom VLC Player mit Let's Play Aufnahme von Europ Universalis 4Ein Programm zum Bildschirm aufnehmen unter Linux sollte zunächst einmal im Hintergrund arbeiten können. Dadurch ist es beispielsweise möglich, ungehindert Spiele (Let’s Plays) oder Videosequenzen auf dem Desktop aufzunehmen. Der VLC Player verfügt über diese Fähigkeit. Wenn Sie Ihr Video veröffentlichen, muss dieses zudem gewisse Qualitätsnormen erfüllen, um ernst genommen zu werden.

Hier ist es ratsam, die Anforderungen von YouTube zu erfüllen. Für ein normales HD-Video (720p) sind mindestens folgende Bildeigenschaften erforderlich:

Auflösung: 1280 x 720, 25-30 Bilder pro Sekunde, Video-Codec H.264/MP4, 5000 kbit/s Video-Bitrate und 384 kbit/s Audio-Bitrate.

Google: Erweiterte Codierungseinstellungen. support.google.com (02/2015).

Währenddessen Sie den Video-Codec und die Auflösung noch im Videoschnittprogramm bestimmen können, müssen die anderen Parameter bereits bei der Aufnahme eingestellt werden.

VLC Player versus Kazam

Bild von VLC RecordUnter Linux-Betriebssystemen ist Kazam ein sehr beliebtes Programm für Bildschirmaufnahmen. Leider ist es unter Kazam nicht möglich, die Video- und Audio-Bitrate zu bestimmen. Seit der Version 1.4.2 sind Aufnahmen im H.264/MP4 Codec bei mir auch nicht mehr mit Sony Vegas 13 kompatibel. Die Kompatibilität zu Windows-Videoschnittprogrammen ist jedoch besonders wichtig. Leider gibt es nämlich unter Linux keine brauchbare Software in diesem Bereich.

– Avidemux: zum Schneiden ungeeignet; Ton ist oft viel zu schnell.
– Cinerella: zu kompliziert.
– flowblade: ganz OK.
– KDEnlives: ein wenig instabil.
– Open Movie Editor: extrem veraltet und nicht mehr zum laufen zu bekommen.

Thomas 131: Videoschnitt und Bildbearbeitung mit Linux Ubuntu. amateurfilm-forum.de (02/2015).

Viele werden es mir deshalb nachmachen und Desktop-Videos von Linux-Distributionen unter Windows mit Sony Vegas, Adobe Premiere Pro oder MAGIX Video Deluxe rendern.

  • Die Formate AVI und RAW sind immer kompatibel, jedoch bedeutet eine Minute Aufnahmezeit ein Gigabyte benötigter Speicherplatz. Das Aufnahmeprogramm muss also bereits bei der Aufzeichnung direkt kompatibel codieren.
  • Mit dem VLC Player haben Sie hier die Wahl zwischen H.264, DivX, MPEG-4, VP8, WMV und Dirac. Als Container können Sie auch direkt bei der Aufnahme MP4, OGG, FLV, MKV oder WebM verwenden. Damit sind Bildschirmaufnahmen mit dem VLC Player zu jedem Videoschnittprogramm kompatibel. Außerdem können Sie im Vergleich zu Kazam eine individuelle Video-Bitrate und Auflösung einstellen.

Wichtig: Leider ist es unter Linux-Distributionen nicht möglich, gleichzeitig seine Stimme mithilfe des VLC Players aufzunehmen. Sie müssen Ihre Videoaufnahmen also beispielsweise mit Audacity nachsynchronisieren, was zugegeben besonders für Let’s Plays überhaupt nicht optimal ist.

Mit VLC Player ein Desktop-Video aufnehmen

  • Starten Sie Ihren VLC Player und wählen Sie den Menüreiter „Medien“ an. Bestätigen Sie mit „Aufnahmegerät öffnen“.
  • Im Reiter „Aufnahmegerät öffnen“ wählen Sie zunächst neben Aufnahmemodus „Desktop“ aus.

Screenshot vom VLC Player - Aufnahmegerät öffnen

  • Im Anschluss geben Sie die Bildwiederholungsrate ein. Ich empfehle hier einen Wert von 30,00 f/s.
  • Klicken Sie nun auf den Pfeil neben „Wiedergabe“ und bestätigen Sie mit „Konvertieren“.
  • In diesem Menü geben Sie zuallererst einen Pfad an, wohin die Aufnahme gespeichert werden soll. Vergeben Sie zugleich einen Dateinamen.

Screenshot vom VLC Player Menü Konvertieren

  • Wählen Sie jetzt ein Profil. „Video – H.264 + MP3 (MP4)“ ist bereits eine gute Voreinstellung. Anschließend klicken Sie auf das Schraubenschlüssel-Symbol.

Screenshot vom Auswählen des Videocodecs im VLC Player

  • Wechseln Sie auf den Reiter „Videocodec“ und geben Sie bei Bitrate Ihren gewünschten Wert ein. Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit der Schaltfläche „Speichern“.
  • Mit „Start“ beginnen Sie Ihre Videoaufnahme. Sie können nun den VLC Player minimieren und Ihren Bildschirm aufnehmen.
  • Zum Beenden der Video-Aufnahme wählen Sie im VLC Player die Schaltfläche „Stopp“ und schließen das Video-Fenster.

Fazit

Der VLC Player ist eine absolute Allzweckwaffe. Wussten Sie, dass diese Software unter Linux auch als funktionsreicher Radioplayer genutzt werden kann? Ich mache, egal, ob Linux oder Windows, meine Desktop-Aufnahmen nur noch mit dem VLC Player. Unter Windows ist es mithilfe eines Plug-ins möglich, seine Stimme gleichzeitig aufzuzeichnen, diese Funktion vermisse ich unter Linux schmerzlich. Vielleicht bauen die Entwickler dieses Feature mal fest für alle Plattformen in das Programm ein.

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(Screenshots: VLC Player 2.2.2 in Kubuntu 16.04 LTS)

Mein Name ist Sascha, das Internet und ich sind seit 1997 gute Freunde. Es gibt mir Entertainment, Moneten und Liebe, dafür gebe ich ihm seit 2009 vielseitige, multimediale Anleitungen auf den verschiedensten Präsenzen. Wäre ich nicht Webworker, würde ich wahrscheinlich für die Camorra das Heimnetzwerk auf Debian umstellen und verwalten. Als Familienmensch liebe ich nämlich Süditalien, das dortige Essen und die spätabendlichen Arbeitszeiten.


Kategorie: Anleitung
  • Findaaa sagt:

    Mit dem pulse-plugin funktioniert es, jedenfalls unter Ubuntu 16.04 auch mit Ton.

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